Happurg: Rundweg Happurger Stausee über Doggerstollen und Hohler Fels

Der ca. 8,5 km lange Rundweg führt vom Happurger Stausee über den Doggerstollen, auch Doggerwerk genannt und das Geoptop „Hohler Fels“ wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour am Stausee.

Stausee

Der See wird von den Bächen Rohrbach und vom Kainsbach gespeist. Das 1958 in Betrieb gegangene Pumpspeicherkraftwerk Happurg des Fränkischen Überlandwerks (heute Uniper) erzeugt mit dem Wasser des Sees sowie dem dazugehörigen Oberbecken auf dem Deckersberg elektrische Energie. Die Größe des Sees beträgt im Mittel etwa 43,21 Hektar.

Den Namen hat der See von der angrenzenden Ortschaft Happurg. Erbaut wurde er von dem Nürnberger Architekten und Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg Franz Reichel.

Durch Wassereinbrüche im Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes ist die Kraftwerksfunktion seit Januar 2011 außer Betrieb.

Das Gelände um den See ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Happurg“

 

Geotop „Hohler Fels“

Am „Hohlen Fels“ wurden steinzeitliche Höhlenfunde gemacht. An den Felshängen sind über dem Malm Gamma dickbankige Kalke des Malm Delta (mit Mergelplatte) aufgeschlossen. Oberhalb der Höhle liegt dickbankiger Dolomit mit Hornsteinen. Die Höhlen stehen als Bodendenkmäler unter besonderem Schutz (Denkmal Nr. D-5-6534-0014).

Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Lfu Bayern)


Gedenkstätte KZ-Außenlager Flossenbürg

In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg, der an dieses Lager erinnert, besteht aus zwei Installationen. Die eine befindet sich am ehemaligen Ort der Unterbringung der KZ-Häftlinge in Hersbruck; die andere am ehemaligen Ort der Zwangsarbeit in Happurg.

KZ-Außenlager Hersbruck

Ab Juli 1944 mussten Häftlinge am Rand der Kleinstadt Hersbruck ein Lager auf dem Gelände einer Reichsarbeitsdienst-Kaserne errichten. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 waren hier rund 9.000 Menschen gefangen, die im fünf Kilometer entfernten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für die Rüstungsindustrie errichten mussten. Nach Kriegsende wurden auf dem Gelände SS-Angehörige interniert, später war dort ein Flüchtlingslager. Anfang der 1950er Jahre ließ die Stadt Hersbruck die Baracken abreißen. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Finanzamt, Parkplätze, sportliche Einrichtungen und eine Wohnsiedlung.

Rüstungsprojekt Doggerstollen Happurg

Ab 1944 wollte die nationalsozialistische Führung die Rüstungsindustrie zum Schutz vor Luftangriffen unter Tage verlagern. Eines von vielen Großprojekten entstand in Happurg. Im Doggerstein der Houbirg sollten auf einer Fläche von 200.000 qm Stollen zur Aufnahme der BMW-Flugzeugmotorenfabrik Allach errichtet werden. Der Einsatz von KZ-Häftlingen war fester Bestandteil der Planungen. Die in Hersbruck untergebrachten Gefangenen mussten ab Juli 1944 ein Stollensystem in den Berg Houbirg graben. Bis zu 2.500 KZ-Häftlinge pro Schicht verrichteten schwerste körperliche Arbeiten im Berg und beim Bau von Bahnlinien. Unfälle, Entkräftung und die Gewalt von SS-Männern und Kapos forderten jeden Tag Dutzende Todesopfer. Das Bauprojekt wurde nicht vollendet. Heute ist die Stollenanlage stark einsturzgefährdet und nicht zugänglich.

Dokumentationsort Happurg

Der Dokumentationsort Happurg ist eine Aussichtsplattform mit Informationselementen. Diese Plattform stellt einen Sichtbezug nach Hersbruck her und macht den langen Weg anschaulich, den die Häftlinge täglich zweimal zwischen Lager und Arbeitseinsatz zurücklegen mussten. Der Dokumentationsort informiert über die Zwangsarbeit und die Funktionen der historischen Orte im räumlich weit ausgreifenden Außenlager-Komplex Hersbruck. In einer Vitrine wird ein Bohrhammer präsentiert, der beim Stollenbau benutzt wurde. Audiostationen mit Aussagen ehemaliger Häftlinge verdeutlichen den Vernichtungscharakter der Zwangsarbeit auf der Großbaustelle und in den Stollen.

Weitere Informationen erhalten Sie aus der Seite der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sowie über den Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Happurg“

Infomaterialien

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Doggerstollen Happurg

Eine Bestandsaufnahme 1944-2018 (Ulrich Lang).

Happurg: Geologischer Rundweg

Der ca. 6 km lange Rundweg zeigt die geologische und kulturelle Geschichte des Gebietes um Happurg und die Houbirg.

Entlang der Wegstrecke befinden sich 11 Infotafeln zur Geologie und zwei Tafeln zur Houbirg und dem Burgstall „Hacburg“.

Der Weg ist mit einem Wegzeichen „GeO“ (gelber Untergrund) ausgeschildert.

Gleich zu beginn folgt ein längerer Anstieg aus Happurg hinaus auf den Bocksberg hinauf.
Oben angekommen, folgt der Rundweg eine Zeit lang der ehemaligen Befestigung der keltischen Höhensiedlung.

Auf dem weiteren Weg entlang des Oppidum gelangen wir zum „Brünnl“, einer Quellfassung und dem Burgstall (Stelle einer ehem. Burg) „Hacburg“.

Später folgen noch die „Hunnenschlucht“, hier ist es teilweise rutschig, und der Dogger-Stollen „Esche 1“.

Gedenkstätte KZ-Außenlager Flossenbürg

In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg, der an dieses Lager erinnert, besteht aus zwei Installationen. Die eine befindet sich am ehemaligen Ort der Unterbringung der KZ-Häftlinge in Hersbruck; die andere am ehemaligen Ort der Zwangsarbeit in Happurg.

KZ-Außenlager Hersbruck

Ab Juli 1944 mussten Häftlinge am Rand der Kleinstadt Hersbruck ein Lager auf dem Gelände einer Reichsarbeitsdienst-Kaserne errichten. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 waren hier rund 9.000 Menschen gefangen, die im fünf Kilometer entfernten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für die Rüstungsindustrie errichten mussten. Nach Kriegsende wurden auf dem Gelände SS-Angehörige interniert, später war dort ein Flüchtlingslager. Anfang der 1950er Jahre ließ die Stadt Hersbruck die Baracken abreißen. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Finanzamt, Parkplätze, sportliche Einrichtungen und eine Wohnsiedlung.

Rüstungsprojekt Doggerstollen Happurg

Ab 1944 wollte die nationalsozialistische Führung die Rüstungsindustrie zum Schutz vor Luftangriffen unter Tage verlagern. Eines von vielen Großprojekten entstand in Happurg. Im Doggerstein der Houbirg sollten auf einer Fläche von 200.000 qm Stollen zur Aufnahme der BMW-Flugzeugmotorenfabrik Allach errichtet werden. Der Einsatz von KZ-Häftlingen war fester Bestandteil der Planungen. Die in Hersbruck untergebrachten Gefangenen mussten ab Juli 1944 ein Stollensystem in den Berg Houbirg graben. Bis zu 2.500 KZ-Häftlinge pro Schicht verrichteten schwerste körperliche Arbeiten im Berg und beim Bau von Bahnlinien. Unfälle, Entkräftung und die Gewalt von SS-Männern und Kapos forderten jeden Tag Dutzende Todesopfer. Das Bauprojekt wurde nicht vollendet. Heute ist die Stollenanlage stark einsturzgefährdet und nicht zugänglich.

Dokumentationsort Happurg

Der Dokumentationsort Happurg ist eine Aussichtsplattform mit Informationselementen. Diese Plattform stellt einen Sichtbezug nach Hersbruck her und macht den langen Weg anschaulich, den die Häftlinge täglich zweimal zwischen Lager und Arbeitseinsatz zurücklegen mussten. Der Dokumentationsort informiert über die Zwangsarbeit und die Funktionen der historischen Orte im räumlich weit ausgreifenden Außenlager-Komplex Hersbruck. In einer Vitrine wird ein Bohrhammer präsentiert, der beim Stollenbau benutzt wurde. Audiostationen mit Aussagen ehemaliger Häftlinge verdeutlichen den Vernichtungscharakter der Zwangsarbeit auf der Großbaustelle und in den Stollen.

Weitere Informationen erhalten Sie aus der Seite der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sowie über den Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Happurg“

Wegstationen
Station 1: Geologisch - geomorphologischer Lehrpfad
Station 2: Die Entstehung des Schichtstufenlandes
Station 3: Jurastufe
Station 4: Doggersandstein
Station 5: Keltisches Oppidum
Station 6: Ablagerungsgeschichte Trias
Station 7: Ablagerungsgeschichte Jura bis Kreide
Station 8: Karstformen
Station 9: Waldinformationen
Station 10: Hydrologie im Karst
Station 11: Doggerwerk „Esche 1" (Mai 44 / April 45)

Infomaterialien

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Doggerstollen Happurg

Eine Bestandsaufnahme 1944-2018 (Ulrich Lang).

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Stollenanlage Happurg-Doggerstollen

Versatzmaßnahme Stollen A bis C

Dokumentationsstätte Konzentrationslager Hersbruck e.V.

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Obertrubach: Trubachweg (Sportplatzroute)

Der Trubachweg Geologie – Kultur – Klettern bietet auf engem Raum einen Überblick, wie geologische Gegebenheiten, Verwitterung der Oberfläche, Veränderung der Umwelt und Besiedlung miteinander verwoben sind. Er soll anregen, sich mit dem Charakter dieser Landschaft zu beschäftigen und sie unter einem neuen Blickwinkel zu sehen.

Diese Zusammenhänge kann man auf drei unterschiedlich langen Wegen erfahren.

  • Dabei befasst sich der „Ur-Trubachweg“, die Wolfsbergroute vorwiegend mit dem internen geologischen Aufbau des Gebietes.
  • Die Bärnfelsroute hat ihren Schwerpunkt auf der morphologischen Entwicklung der Oberfläche.
  • Die Sportplatzroute dokumentiert die Zerfallsprozesse der Felsen, die zur ständigen Veränderung der Oberfläche der Fränkischen Alb führen.

Auf insgesamt 29 Tafeln werden die geologischen und morphologischen Gegebenheiten dieses abwechslungsreichen Naturraumes erläutert. Die Tafeln weisen auch auf manche heute kaum noch sichtbaren Reste früherer bäuerlicher Tätigkeit hin, die nach wie vor das Bild dieser durch menschliche Arbeit geschaffene Kulturlandschaft prägen.

Noch sind frühere Nutzungsweisen wie Ackerterrassen, Hüllweiher, Wassermühlen und Hirtenhäuser sichtbar – doch sie werden immer seltener.

Sportplatzroute

Die Wegstrecke ist mit einem Schmetterling auf cremefarbenen Grund ausgeschildert (lila Strecke).

Wegstationen

Ur-Trubachweg „Wolfsberg-Route“: Stationen 0 bis 18

Trubachweg „Sportplatzrunde“: Stationen 0 bis 5 und 15 bis 19

Trubachweg „Bärnfels-Runde“: Stationen 0 und 20 bis 29

Station 0: Übersicht Wegeverlauf
Station 1: Parkplatz Obertrubach (Einführung)
Station 2: Dolomitfels (Der Malm der Frankenalb)
Station 3: Trubachquelle
Station 4: Steinzeitsiedlung (Freilandmuseum)
Station 5: Blechstein (Dolomit Schwammbänke)
Station 6: Römerbrücke (Geologische Abfolge, Schwammriffe)
Station 7: Ziegelmühle (Wasserkraft, Besiedlung, Brot)
Station 8: Richard-Wagner-Fels (Klettergeschichte)
Station 9: Kletterfelsen (Kletterkonzept, Lebensraum)
Station 10: Hartelstein (Eldorado für Spezialisten)
Station 11: Wolfsberg (Morphologie, Hangrutsche)
Station 12: Signalstein (Klagemauer, Kluftsysteme)
Station 13: Falkland (Klettern, "Felsentstehung")
Station 14: Streuobstwiesen
Station 15: Acherterrassen
Station 16: Siedlungsgeschichte
Station 17: Hülle (Flachs)
Station 18: Hang- und Felsfreilegung
Station 19: Zerfall der Felsen
Station 20: Der Malm der Frankenalb
Station 21: Trockentäler
Station 22: Karst
Station 23: Knopf (Stein/Bärnfelswand)
Station 24: Ortsgeschichte Bärnfels
Station 25: Die Reitersberg-Höhle
Station 26: Klima (Entwicklung, Zerfall der Felsen, Klettern)
Station 27: Streuobstwiesen
Station 28: Lehmige Albüberdeckung, Bodennutzung
Station 29: Wald und Forstwirtschaft

Infomaterialien

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Obertrubach

Faltblatt „Trubachweg: Geologie-Kultur-Klettern“

Textquellen

Webseite „Tourist-Info Obertrubach“

Obertrubach: Trubachweg (Bärnfelsroute)

Der Trubachweg Geologie – Kultur – Klettern bietet auf engem Raum einen Überblick, wie geologische Gegebenheiten, Verwitterung der Oberfläche, Veränderung der Umwelt und Besiedlung miteinander verwoben sind. Er soll anregen, sich mit dem Charakter dieser Landschaft zu beschäftigen und sie unter einem neuen Blickwinkel zu sehen.

Diese Zusammenhänge kann man auf drei unterschiedlich langen Wegen erfahren.

  • Dabei befasst sich der „Ur-Trubachweg“, die Wolfsbergroute vorwiegend mit dem internen geologischen Aufbau des Gebietes.
  • Die Bärnfelsroute hat ihren Schwerpunkt auf der morphologischen Entwicklung der Oberfläche.
  • Die Sportplatzroute dokumentiert die Zerfallsprozesse der Felsen, die zur ständigen Veränderung der Oberfläche der Fränkischen Alb führen.

Auf insgesamt 29 Tafeln werden die geologischen und morphologischen Gegebenheiten dieses abwechslungsreichen Naturraumes erläutert. Die Tafeln weisen auch auf manche heute kaum noch sichtbaren Reste früherer bäuerlicher Tätigkeit hin, die nach wie vor das Bild dieser durch menschliche Arbeit geschaffene Kulturlandschaft prägen.

Noch sind frühere Nutzungsweisen wie Ackerterrassen, Hüllweiher, Wassermühlen und Hirtenhäuser sichtbar – doch sie werden immer seltener.

Bärnfelsroute

Die Bärnfelsroute hat ihren Schwerpunkt auf der morphologischen Entwicklung der Oberfläche. Auf dem Rathausparkplatz informiert eine Übersichtstafel über den Wegeverlauf der drei Routen.

Hier folgen wir der Markierung nach rechts in die Teichstraße und dann wieder links entlang bis zum Wanderparkplatz Therapeutischer Wanderweg. Hier beginnt der eigentlicher Weg, der zuerst auf festem Grund zu einer Abzweigung führt, der wir nach links (Bärnfels) folgen. Weiter geht’s durch das Trockental des Gründleinstales, am Waldrand entlang, nach Bärnfels.

Die Wegstrecke ist mit einem Schmetterling auf cremefarbenen Grund ausgeschildert (grüne Strecke).

Wegstationen

Ur-Trubachweg „Wolfsberg-Route“: Stationen 0 bis 18

Trubachweg „Sportplatzrunde“: Stationen 0 bis 5 und 15 bis 19

Trubachweg „Bärnfels-Runde“: Stationen 0 und 20 bis 29

Station 0: Übersicht Wegeverlauf
Station 1: Parkplatz Obertrubach (Einführung)
Station 2: Dolomitfels (Der Malm der Frankenalb)
Station 3: Trubachquelle
Station 4: Steinzeitsiedlung (Freilandmuseum)
Station 5: Blechstein (Dolomit Schwammbänke)
Station 6: Römerbrücke (Geologische Abfolge, Schwammriffe)
Station 7: Ziegelmühle (Wasserkraft, Besiedlung, Brot)
Station 8: Richard-Wagner-Fels (Klettergeschichte)
Station 9: Kletterfelsen (Kletterkonzept, Lebensraum)
Station 10: Hartelstein (Eldorado für Spezialisten)
Station 11: Wolfsberg (Morphologie, Hangrutsche)
Station 12: Signalstein (Klagemauer, Kluftsysteme)
Station 13: Falkland (Klettern, "Felsentstehung")
Station 14: Streuobstwiesen
Station 15: Acherterrassen
Station 16: Siedlungsgeschichte
Station 17: Hülle (Flachs)
Station 18: Hang- und Felsfreilegung
Station 19: Zerfall der Felsen
Station 20: Der Malm der Frankenalb
Station 21: Trockentäler
Station 22: Karst
Station 23: Knopf (Stein/Bärnfelswand)
Station 24: Ortsgeschichte Bärnfels
Station 25: Die Reitersberg-Höhle
Station 26: Klima (Entwicklung, Zerfall der Felsen, Klettern)
Station 27: Streuobstwiesen
Station 28: Lehmige Albüberdeckung, Bodennutzung
Station 29: Wald und Forstwirtschaft

Infomaterialien

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Obertrubach

Faltblatt „Trubachweg: Geologie-Kultur-Klettern“

Textquellen

Webseite „Tourist-Info Obertrubach“

Obertrubach: Trubachweg (Wolfsbergroute)

Der Trubachweg Geologie – Kultur – Klettern bietet auf engem Raum einen Überblick, wie geologische Gegebenheiten, Verwitterung der Oberfläche, Veränderung der Umwelt und Besiedlung miteinander verwoben sind. Er soll anregen, sich mit dem Charakter dieser Landschaft zu beschäftigen und sie unter einem neuen Blickwinkel zu sehen.

Diese Zusammenhänge kann man auf drei unterschiedlich langen Wegen erfahren.

  • Dabei befasst sich der „Ur-Trubachweg“, die Wolfsbergroute vorwiegend mit dem internen geologischen Aufbau des Gebietes.
  • Die Bärnfelsroute hat ihren Schwerpunkt auf der morphologischen Entwicklung der Oberfläche.
  • Die Sportplatzroute dokumentiert die Zerfallsprozesse der Felsen, die zur ständigen Veränderung der Oberfläche der Fränkischen Alb führen.

Auf insgesamt 29 Tafeln werden die geologischen und morphologischen Gegebenheiten dieses abwechslungsreichen Naturraumes erläutert. Die Tafeln weisen auch auf manche heute kaum noch sichtbaren Reste früherer bäuerlicher Tätigkeit hin, die nach wie vor das Bild dieser durch menschliche Arbeit geschaffene Kulturlandschaft prägen.

Noch sind frühere Nutzungsweisen wie Ackerterrassen, Hüllweiher, Wassermühlen und Hirtenhäuser sichtbar – doch sie werden immer seltener.

„Ur-Trubachweg“ (Wolfsbergroute)

Die Wolfsroute führt als Rundweg über Obertrubach – Wolfsberg – Dörfles – Hundsdorf – Herzogwind zurück nach Obertrubach.

Die Wegstrecke ist mit einem Schmetterling auf cremefarbenen Grund ausgeschildert (gelbe Strecke).

Wegstationen

Ur-Trubachweg „Wolfsberg-Route“: Stationen 0 bis 18

Trubachweg „Sportplatzrunde“: Stationen 0 bis 5 und 15 bis 19

Trubachweg „Bärnfels-Runde“: Stationen 0 und 20 bis 29

Station 0: Übersicht Wegeverlauf
Station 1: Parkplatz Obertrubach (Einführung)
Station 2: Dolomitfels (Der Malm der Frankenalb)
Station 3: Trubachquelle
Station 4: Steinzeitsiedlung (Freilandmuseum)
Station 5: Blechstein (Dolomit Schwammbänke)
Station 6: Römerbrücke (Geologische Abfolge, Schwammriffe)
Station 7: Ziegelmühle (Wasserkraft, Besiedlung, Brot)
Station 8: Richard-Wagner-Fels (Klettergeschichte)
Station 9: Kletterfelsen (Kletterkonzept, Lebensraum)
Station 10: Hartelstein (Eldorado für Spezialisten)
Station 11: Wolfsberg (Morphologie, Hangrutsche)
Station 12: Signalstein (Klagemauer, Kluftsysteme)
Station 13: Falkland (Klettern, "Felsentstehung")
Station 14: Streuobstwiesen
Station 15: Acherterrassen
Station 16: Siedlungsgeschichte
Station 17: Hülle (Flachs)
Station 18: Hang- und Felsfreilegung
Station 19: Zerfall der Felsen
Station 20: Der Malm der Frankenalb
Station 21: Trockentäler
Station 22: Karst
Station 23: Knopf (Stein/Bärnfelswand)
Station 24: Ortsgeschichte Bärnfels
Station 25: Die Reitersberg-Höhle
Station 26: Klima (Entwicklung, Zerfall der Felsen, Klettern)
Station 27: Streuobstwiesen
Station 28: Lehmige Albüberdeckung, Bodennutzung
Station 29: Wald und Forstwirtschaft

Infomaterialien

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Obertrubach

Faltblatt „Trubachweg: Geologie-Kultur-Klettern“

Sulzheim: Rund um den Gips

Weiße Gipssteinbrüche, blaue Seen und seltene Pflanzen in der steppenartigen Karstlandschaft prägen diesen Rundweg. Die Sulzheimer Gipshügel sind dabei einmalig. Sie zählen zu den 100 schönsten Geotopen in ganz Bayern. Denn genau hier wächst nacheiszeitliche Steppenvegetation. Ein absoluter Hingucker sind das Federgras, die Steppenwolfsmilch und gelbleuchtende Adonisröschen.

Regen- und Grundwasser greifen den Gips an und lösen ihn auf. Höhlen, Klüfte und Grater entstehen. An der Oberfläche  entdecken Sie als Ergebnis kleine Einsturzkrater im Boden, klippenähnliche Abbruchkanten, Senken und Mulden.

Nur bestimmte Pflanzen siedeln sich hier an. In Sulzheim ist eine steppenartige Karstlandschaft entstanden, die von Trockenrasen überzogen ist. Entdecken Sie seltene Pflanzen wie die Steppenwolfsmilch, das Federgras oder die hübsch blühenden Adonisröschen bei der Wanderung durch die Gipshügel.

Nördlich von Sulzheim liegen noch große Gipssteinbrüche. Der weiß schimmernde Gips wird hier im Tagebau abgebaut. Die Seen, an denen Sie vorbeikommsen sind ältere, bereits still gelegte Steinbrüche.

Mehr Infos und Wissenswertes zum Gips erfahren Sie in der Ausstellung im Gips-Informationszentrum GIZ. Hier werden auch Workshops für Kinder, Vorträge und Führungen angeboten.

Textquelle: Touristinformation Schweinfurt

Ein Rundweg zu den Höhepunkten der Gipslandschaft

Zum Gipsinformationszentrum gehört auch ein aufwändig gestaltetes Freigelände, das auch außerhalb der Öffnungszeiten zu einem Besuch einlädt!

Über 100 t Gipsgestein wurden vor dem Gipsinformationszentrum (GIZ) zu einem attraktiven Freigelände verwendet. Das Freigelände ist Rast- und Ruheraum, Abenteuerspielplatz und Freiluftausstellung zugleich. Es entstand hier ein Gipshügel, auf dem seltene Pflanzen wachsen. Ein tonnenschwerer Gipsfels lädt zum Klettern ein und historisches Steinbruchgerät lässt die früheren Mühen der Arbeiter beim Gipsbrechen erahnen.

Erläuterungstafeln beantworten Ihnen zentrale Fragen rund um den Gips und bereiten Sie damit auf den großen Gipsrundweg vor, der beim GIZ startet und durch die Sulzheimer Flur führt. Gute zwei Stunden sollten Sie für den etwa 6,5 km langen Rundweg einplanen. Die Strecke führt über Flurstraßen und Feldwege, aber auch entlang kleinerer Waldpfade. So erhalten Sie einmalige Einblicke in eine vom Gips geprägte Landschaft!
Wagen Sie einen Blick über die Abbruchkante eines aufgelassenen Steinbruchs und entdecken Sie dort ein verstecktes Biotop. Staunen Sie über die modernen Produktionsanlagen des Gipswerks und beobachten Sie die Arbeiten im Steinbruch. Bewundern Sie die einmalige Pflanzenwelt der Sulzheimer Gipshügel und helfen Sie mit, dieses Naturschutzgebiet zu erhalten.

An sieben großformatigen Tafeln erhalten Sie vor Ort Informationen über verschiedene Aspekte der Sulzheimer Gipslandschaft. Meist bieten diese Stationen auch Rastmöglichkeiten und natürlich endet der Rundweg mitten im Dorf, wo Einkehrmöglichkeiten locken.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Sulzheim“

Der Gips und das GIZ

Gips – kennt doch jeder. Das ist ein hellgraues Pulver, das mit Wasser angerührt einen Brei ergibt, der schnell erstarrt. So einfach ist das.

Wirklich? Aber woher stammt der Gips? Wie entsteht Gips? Warum wird Gips hart? Wie kommt Gips in den Baumarkt? Wozu lässt sich Gips verwenden? Wie kommt Gips in der Natur vor? Was sind Gipshügel? Und warum darf Gips in Lebensmittel?

Gips ist ein Salz der Schwefelsäure, das in oberflächennahen Gesteinsschichten vorkommt. Ein solches Vorkommen verläuft am Westrand der Haßberge und des Steigerwalds von Bad Königshofen im Norden bis Bad Windsheim im Süden. Geschichte, Kultur und Wirtschaftsleben der Orte entlang dieser Linie sind eng mit dem Gips verbunden. Das gilt besonders für Sulzheim. Seit Jahrhunderten wird hier Gips gebrochen und verarbeitet: Häuser und Scheunen bestehen aus Gipsgestein, die örtliche Mühle mahlte schon im 18. Jahrhundert Gips zu Pulver und das 1948 gegründete Gipswerk entwickelte sich zum wichtigsten Arbeitgeber des Dorfes. Darüber hinaus schuf der Gips bei Sulzheim noch ein botanisches Kleinod: Die Gipshügel mit ihrer in Deutschland einmaligen Steppenvegetation.

Gründe genug für Sulzheim, ein Informationszentrum zum Gips einzurichten – und Gründe genug, sich den Gips doch einmal genauer anzusehen.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Sulzheim“

Der Gipskeuper

In der Zeit der Oberen Trias lag das heutige Süddeutschland im Randbereich eines flachen Meeres, dessen Küstenlinie sich ständig verlagerte. Zu Beginn des Mittleren Keupers, vor etwa 230 bis 220 Millionen Jahren, wurden pfannenartige Senken im Küstenbereich episodisch überflutet und dampften bei trockenem und warmem Klima ständig ein. Dabei fielen im Meerwasser gelöste Stoffe als Minerale aus, wodurch regelrechte Gipsschichten entstanden. So bildet der bis über 10 Meter mächtige „Grundgips“ an der Basis der „Myophorienschichten“ die Rohstoff-Basis der fränkischen Gips-Industrie. Auch in der weiteren Schichtfolge treten immer wieder Gipslagen auf, weshalb man den älteren Abschnitt des Mittleren Keupers auch als „Gipskeuper“ bezeichnet.

Das Mineral Gips ist ein wasserhaltiges Calcium-Sulfat. Wegen des steigenden Druckes durch die Überlagerung mit jüngeren Sedimenten wandelte er sich unter Abgabe des Wassers in das wasserfreie Calcium-Sulfat „Anhydrit“ um. Daher kommt im Erdinneren unter normaler Überdeckung nur Anhydrit vor. Sobald die Schichten aber durch Hebung und Abtragung wieder zur Erdoberfläche gelangen, verursachen eindringende Regen- und Grundwässer die Rückwandlung von Anhydrit zu Gips.

Karstlandschaft Sulzheimer Gipshügel

Bei Sulzheim sind die Grundgipsschichten breit aufgeschlossen. In Gebieten mit besonderer Mächtigkeit werden sie abgebaut, in anderen Bereichen, wo der Gips teilweise ausgelaugt ist, haben sich Landschaften mit einem unruhigen Relief aus pilzförmigen Gips-Härtlingen gebildet. Dort findet man auch Dolinen bzw. verfüllte Erdfalltrichter. Letztlich geologisch bedingt konnte sich auf den Sulzheimer Gipshügeln ein Vorkommen einer seltenen, reliktischen Steppenflorengemeinschaft entwickeln, das durch Federgras, Steppenwolfsmilch, Dänischen Tragant oder auch Frühlings-Adonisröschen gekennzeichnet ist. Darüber hinaus findet man auf den Gipsfelsen eine bunte Erdflechten-Gesellschaftung.

Entstehung der Gipshügel

Gips ist ein relativ leicht lösliches Gestein, seine Auslaugung beginnt, sobald es nicht mehr vollständig von den wasserundurchlässigen Schichten bedeckt ist. Zunächst entstehen Bachschwinden, Höhlensysteme und Karstquellen, mit Vergrößerung der Hohlräume kommt es immer häufiger zum Einsturz mit plötzlichen Erdfällen an der Erdoberfläche. Wenn die Auslaugung weiter voran schreitet, senken sich größere Bereiche und es bildet sich ein „Auslaugungstal“, in dem zunächst noch Restbuckel („Gipshügel“) erhalten sind. Sobald der Gips flächenhaft weggelöst ist, bleiben große Becken ohne oberirdischen Abfluss („Subrosionssenken“) zurück.

Bedeutendes Archiv der Erdgeschichte

Größere Gipskarst-Gebiete sind nur an wenigen Orten in Bayern erhalten. Die Sulzheimer Gipshügel sind ein Musterbeispiel für Entstehung und Charakteristik derartiger Landschaften. Sie stellen daher ein besonders wertvolles „Archiv der Erdgeschichte“ dar. Wegen ihrer empfindlichen nacheiszeitlichen Steppenvegetation sind die Gipshügel als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bitte verlassen Sie die Wege nicht und tragen Sie so zur Erhaltung dieses Naturschatzes bei.

Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Lfu Bayern)

Wegstationen

Textquelle: Webseite „Gemeinde Sulzheim“

Station 1: Gipswerk und Gräberfeld

Über ein wiederaufgefülltes Abbaugebiet hinweg haben Sie freie Sicht auf die eindrucksvolle Anlage des Sulzheimer Gipswerkes.

Bei der Werksgründung 1948 lagen die ersten Betriebsgebäude noch im aktiven Steinbruch.

Übrigens stehen Sie gerade an der Stelle, an der 1964 ein frühmittelalterliches Gräberfeld im Gipsfels entdeckt wurde.

Station 2: Gipsbestattung und Saurierknochen

Knochen, Metallteile und Scherben tauchten als Vorboten für einen besonderen archäologischen Fund schon lange vor Beginn der 1966 begonnenen Grabungen auf.

Die im 6./7. Jahrhundert in den Gips geschlagenen Grabstätten konnten dokumentiert und die Funde gesichert werden.

Eine kleine Sensation war auch ein kleiner Saurier, den Steinbrucharbeiten 1967 bei Sprengungen entdeckt hatten.

Station 3: Gipskeuper und Wald

Im flachen Vorland des Steigerwaldes wachsen auf den schweren und tonigen Böden des Gipskeupers Eichen-Hainenbuchenwälder. Die bodennahe Vegetation prägen Bärlauch und blühende Pflanzengesellschaften.

In diesem Lebensraum fühlen sich auch viele Tiere wohl. Ein besonderes Schutzprogramm sorgt dafür, dass er auch zukünftig erhalten bleibt.

Station 4: Renaturierung und Verkarstung

Riskieren Sie einen Blick in einen aufgeschlossenen und renaturierten Steinbruch, der als Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dient.

Nur wenige Meter entfernt am Rand des verkarsteten Waldstücks liegt ein versteckter Ponor. Hier versickert das ablaufende Wasser des Karstgebiets.

Station 5: Steinbruch und Grundbesitz

Vor Ihnen öffnet sich ein imposanter Einblick in den Sulzheimer Gipssteinbruch, in dem auf mehreren Abbausohlen das bis zu 10 m mächtige Gipsgestein gewonnen wird.

Dazu pachtet das Gipswerk den Grund, baut den Gips ab und verfüllt die Grube wieder.

Seien Sie bitte vorsichtig und achten Sie auf die schweren Arbeitsmaschinen.

Station 6: Naturschutz und Unkenmühle

Die nacheiszeitliche Steppenvegetation der Gipshügel lockt jedes Jahr botanisch interessierte Besucher an.

Seit 1979 stehen die Gipshügel unter Naturschutz. Bitte tragen auch Sie zum Erhalt dieser einmaligen Vegetation bei. Verlassen Sie nicht die Wege!

Ganz in der Nähe steht die Unkenmühle, in der bis ins 20. Jahrhundert hinein Gips gemahlen und wohl auch gebrannt wurde.

Station 7: Mauerstein und Frankenwein

Viele Gebäude in Sulzheim wurden aus Gipsgestein errichtet, das in unmittelbarer Umgebung des Dorfes gebrochen wurde. Die hellen, weißlichen Mauern können Sie auch heute noch leicht erkennen, wenn Sie durch den Ort gehen.

Ein Sulzheimer Weingut baut seine Reben im Gipskeuper an, das soll dem Wein einen ganz besonderen Charakter verleihen.

Infomaterialien

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Bayerns schönste Geotope (87)

Infotafel „Sulzheimer Gipshügel“