Scheidegg: Geo-Erlebnispfad Scheidegger Wasserfälle

Die Scheidegger Wasserfälle sind eines der eindrucksvollsten Geotope im deutschen Alpenvorland. In zwei unmittelbar aufeinander folgenden Geländestufen stürzt der Rickenbach gute 40 Meter in die Tiefe, um anschließend in der unzugänglichen und naturbelassenen Rohrachschlucht zu verwinden.

Geologie

Seit ca. 35 Millionen Jahren wird der Verwitterungsschutt der Alpen im Norden des Gebirges in der sogenannten Molassezone abgelagert. Dieser Bereich senkte sich im Lauf der Zeit immer weiter ab, so dass alter Schutt von neuem überdeckt wurde.

In dem sich über 1.000 km erstreckenden und im bayerischen Teil ca. 130 km breiten Trog entstand ein gewaltiges Gesteinspaket, das mehrere tausend Meter dick ist und an seinem Südrand sogar in die Gebirgsfaltung einbezogen wurde. Während ihrer wechselvollen Geschichte war die Molassezone zeitweise vom Meer überflutet, oder – nachdem sich das Meer zurückgezogen hatte – eine Seen und Flusslandschaft.
Dementsprechend wurden verschiedenartige Sedimente abgelagert, die man heute nach ihrer Entstehung als „Meeresmolasse“ oder „Süßwassermolasse“ bezeichnet.

Die Stufen der Scheidegger Wasserfäll werden vor ca. 15 bis 17 Millionen Jahren aus Sandstein- und Nagelfluhbänken der Oberen Süßwassermolasse gebildet.

Reißende Flüsse führten grobes Geröll heran und setzten es bei nachlassender Fließgeschwindigkeit wieder ab. Dabei entstanden Schichten mit unterschiedlich gr0ßen Geröllen in einer feinkörnigen Matrix (Konglomerate). Das betonartige Gestein wird „Nagelfluh“ genannt. Bei nachlassendem Fließgefälle lagerten die Flüsse feinkörnigere Sedimentfracht wie Sande, Schluffe und Tone  ab, die später zu Sand- und Mergelsteinen verfestigt wurden. Hier sind teilweise auch Pflanzen und Tiere als  Fossilien erhalten.

Entstehung der Stufen

An der Wasserfallkante erkennt man den Wechsel unterschiedlich widerstandsfähiger Schichten. Oben lagern  teilweise überhängende „harte“/widerstandsfähige Konglomerate über „weichen“ Sand- und Mergelsteinen, die vom Wasser kesselartig ausgehölt werden.

Beschleunigt wird die Erosion durch die Sedimentfracht des Rickenbachs (Sand und Gerölle), die aufgrund der hohen Reliefenergie v.a. gebirgsnahe Flüsse in größerem Umfang mit sich führen. Sie wirken als Schleifmittel.

Der Rickenbach ist geologisch gesehen noch jung und wird durch die anhaltende und kräftige Erosion im Laufe der Zeit weiter flussaufwärts wandern. Durch diese rückschreitende Erosion wird sich die Fallstufe der Wasserfälle stetig nach „hinten“ verlagern.

Der Geo-Erlebnispfadeswurde als interaktiver multimedialer Wanderweg konzipiert, die Begehung ist kostenpflichtig.

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App mit Augmented Reality-Inhalten zur Verfügung. Die App kann für IOS oder Android heruntergeladen werden. Weitere Infos zur Handhabung der App finden sich auf der Webseite des Wegebetreibers.

Wegstationen
Station 1: Reliefmodell und Geomodelle

An dieser Station erfahren Sie wichtige Informationen über den Geo-Erlebnispfad.3-D-Modelle zeigen die zeitliche Entwicklung der Landschaft.

PDF Station 1

PDF Augmented 3D-Modelle

Station 2: Das Klassenzimmer im Freien

… bietet einen Unterricht der besonderen Art.

PDF Station 2 – Teil 1

PDF Station 2 – Teil 2

Station 3: Baumeiser Bach

Erläuterungen zur Rolle des Wassers als Landschaftsbauer.

PDF Station 3

Station 4: Hardock "Nagelfluh"

Welche Rolle spielt der Nagelfluh bei der Entstehung der Scheidegger Wasserfälle?

PDF Station 4

Station 5: Kuschelrock "Mergel"

Eine völlig andere Rolle spielt der Mergelstein bei der Entstehung der Scheidegger Wasserfälle!

PDF Station 5

Station 6: Geo-Memory

Ein Spiel nicht nur für die kleinen Besucher des Erlebnispfades.

Station 7: Forscherhütte

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Scheidegg

Schautafel Geotop Nr. 24

agsdi-file-pdf

Scheidegg

Broschüre „Scheidegger Wasserfälle“

Stuttgart: Geographischer Lehrpfad „Schwälblesklinge“

Geographischer Lehrpfad Schwälblesklinge

© Universität Stuttgart (ehem. Geographisches Institut)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Der Geographische Lehrpfad „Schwälblesklinge“ wurde im Jahr 2001 zusammen mit den begleitenden Webseiten von Studierenden des ehemaligen Instituts für Geographie der Universität Stuttgart im Rahmen einer Lehrveranstaltung eingerichtet.

Entlang des Weges vom Nesenbach bis zur Filderebene lernt man eine Vielzahl von geographischen und ökologischen Zusammenhängen näher kennen und man wird gleichzeitig über die Landschaftsgeschichte und Geologie dieser Kulturlandschaft informiert.

Graphik: © Universität Stuttgart

Geologie

Der Lehrpfad stellt einen – wenn auch nicht ganz vollständigen – Schnitt durch die Keuperformation dar. Der Schnitt reicht von den Bunten Mergeln mit dem Kieselsandstein nahe Heslach bis zur Hochfläche des Schwarzjura (Lias alpha) in Sonnenberg. Die Schichten stellen den geologischen Unterbau der Klinge dar, der v.a während der Eiszeiten (Pleistozän) stark umgeformt wurde. Die Schwälblesklinge selbst wird im Bild oben allerdings nur angeschnitten, sodaß die eigentlich stark eingeschnittene V-Form nur als kleine Delle zu erkennen ist.

Die Geologie spielt für die Prozesse, die sich an der terrestrischen Reliefsphäre, also an der Erdoberfläche abspielen, eine wichtige Rolle. Allerdings solte man die Geologie immer im Zusammenhang mit ihren vielfältigen Auswirkungen und Wechselbeziehungen zu anderen Teilgebieten der Geowissenschaften (Bodenkunde, Geomorphologie, Vegetationskunde, Klimatologie, Hydrologie) betrachten.

Stratigraphische Einheiten
Der Knollenmergel (km 5)

Einer der geologischen Schwerpunkte des Lehrpfads in der Schwälblesklinge ist der über dem Stubensandstein auftretende Knollenmergel, der für die Rutschgefährdung im Bereich seiner Hänge verantwortlich ist. Sein Name bezieht sich dabei auf die z.T. handballgroßen Kalkknollen (Konkretionen), die sich in seinen mergeligen Schichten eingelagert haben.

  • Standort Tafel 6/8
  • rund 30 – 35 m mächtige Gesteinsformation im Oberen Keuper; bandförmige Verbreitung südlich einer gedachten Linie Sindelfingen – Stuttgart.

Herkunft und Sedimentationsbedingungen:

  • Sedimentationsbedingungen: trocken-wüstenhaftes Klima; äolischer Transport und anschließende Ablagerung im Germanischen Becken; aus tektonischer Sicht fand eine Absenkung des Landes statt, wodurch es zur Transgression des Oberkeupermeeres über das Festland des Vindelizischen Landes und der Böhmischen Masse kam.
  • Die obersten Meter des Knollenmergels sind als Folge von Sauerstoffmangelbedingungen unter Stauwassereinfluß fast immer gebleicht und dann grün-gräulich gefärbt.

Gesteinseigenschaften (fazielle Ausprägung):

  • Der Knollenmergel besteht aus roten, rotbraunen oder violetten Tonschichten, die lagenweise von hellen Kalkkonkretionen, den „Knollen“, durchzogen sind.
  • kohärenter ( ungeschichteter ), sehr feiner Tonstein (Schlammstein, „mudstone“).

Reliefeigenschaften:

  • Hangbildner; bildet den letzten Geländeanstieg innerhalb der Keuperformation zwischen dem Stubensandstein und dem bereits zum Unterjura gehörenden Arietenkalk (Lias alpha).
  • Im Mesorelief z.T. sehr welliger Untergrund, häufig von kleinen Fließzungen übersät; intensive Rutschgefährdung.

Böden:

  • Braunerde-Pelosole und Pelosole (Tonböden), auch „Minutenböden“ genannt; sehr schwierig nutzbar; bei der Bearbeitung der Böden ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt (daher „Minutenböden“) zu treffen, da die Pelosole in nassem Zustand sehr schwere, in trockenem Zustand wiederum steinharte und von klaffenden Trockenrissen durchzogene Böden sind; durch Dreischichttonminerale eigentlich sehr nährstoffreich, doch können diese wegen der schlechten Durchwurzelbarkeit des dichten Bodengefüges nur schwer von den Pflanzen erreicht werden.
Der Stubensandstein (km 4)

Ein wichtiger geologischer Themenschwerpunkt des Lehrpfades ist der Stubensandstein, den man nahe der Tafel 5/8 im Aufschluß betrachten kann. Er galt einst nicht nur als einer der bedeutendsten Bausteine des Mittelalters (Kirchen, Rathäuser…), sondern wurde u.a. auch als Scheuer- und Putzmittel für heimische Wohnstuben genutzt, wodurch er dann auch seinen Namen erhielt. Als sogenannter Stufenbildner hat der Stubensandstein großen Einfluß auf das Aussehen der Landschaft, in der wir heute leben…

  • Standort Tafel 5/8
  • häufigstes Gestein im Stuttgarter Raum (ca. 25% der Oberfläche der GK 1 : 50 000 Stuttgart und Umgebung werden von km 4 bedeckt) ; Auftreten südlich einer Linie von Leonberg über Botnang, die Stuttgarter Kernstadt und Fellbach bis nach Korb; begrenzt von den Bunten Mergeln (km 3) und dem Knollenmergel (km 5).

Herkunft und Sedimentationsbedingungen:

  • Sedimentation: überwiegend semiarides bis semihumides Klima; Transport entweder durch Zopfstromsysteme oder durch Schichtfluten bei episodisch bis periodischem Niederschlag, die Schwemmfächer ausbildeten und somit auch die Schichtung des Stubensandsteins erklären.
  • Am Überhang des Aufschlusses erkennt man von feinem Substrat umgebene größere Gesteinsbruchstücke, die wegen ihrer Kantenrundung auf einen fluvialen Transport rückschließen lassen und als Konglomerat bezeichnet werden.

Gesteinseigenschaften (fazielle Ausprägung):

  • Der Stubensandstein bezeichnet eine bis zu 100 m mächtige Gesteinsformation im Keuper: größtenteils Sandstein, aber auch Tone und Mergel (kalkhaltige Tonsteine); mittel- bis grobkörnig.
  • Farbe: gelblich-weiß mit durch Hämatit ( alpha – Fe2O3 ) gefärbten roten Flecken und Schlieren.
  • Morphologie (je nach Typ, s. Tabelle ): immer wieder Schräg- oder Kreuzschichtung ; teils äußerst plattig ; z.T großklüftige Bankung (guter Wasserleiter !).
  • Bindemittel:
    • Ton –> sehr weiche Festigkeit –> Gestein mürbe
    • Karbonat –> weiche Festigkeit –> Gestein mürbe
    • Kieselsäure –> harte Festigkeit –> Gestein hart

Reliefeigenschaften:

  • bedeutendster Stufenbildner im Keuper; weiträumige Verebnungsflächen zwischen den Hängen der Bunten Mergel und des Knollenmergels.
Die bunten Mergel (km 3o / km 3u)
  • Standort Tafel 1/8
  • Durch Kieselsandstein in Obere (km 3o) und Untere Bunte Mergel (km 3u) geteilt.

Herkunft und Sedimentationsbedingungen:

  • Sedimentationsbedingungen: übereinandergeschichtete Lagen und Dolomit weisen auf Playa-Ablagerungen (abflußlose Endseen) hin, ungeschichtete Lagen hingegen auf Windtransport.
  • Die intensive Rotfärbung durch Hämatit zeigt ein trocken-heißes, arides bis semiarides Klima an.

Gesteinseigenschaften (fazielle Ausprägung):

  • Material: größtenteils weiche Tonsteine und Mergel.
  • Farbe: rot; im Bereich der Oberen Bunten Mergel weiße – geomorphologisch sehr viel härtere – Dolomitbänckchen ; an der Basis des Aufschlusses und in der Nähe der Dolomitbänckchen grünfarbene Bereiche durch reduzierte Eisenverbindungen (durch Stauwasser)
  • Schichtung: Bereiche mit und ohne (= Kohärenz) Schichtung.

Reliefmerkmale:

  • Geomorphologie: z.T. recht steile Hänge , dazwischen kleine Kieselsandsteinverebnungen

Böden:

  • Typischer Boden:  Pelosol – Braunerde

Der Lehrpfad verläuft durch einen repräsentativen Ausschnitt der Südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft im Stuttgarter Stadtgebiet. Der Schwerpunkt liegt auf der Veranschaulichung von Zusammenhängen zwischen verschiedenen landschaftsprägenden Faktoren. Dazu gehören das Gestein, die Oberflächenformen, das Klima, die Gewässer, der Boden, die Vegetation und nicht zuletzt der Mensch, der die Landschaft seit etwa 8000 Jahren zunehmend prägt und umgestaltet.

Dem Stadtbewohner soll er einen Einblick in unterschiedliche Mensch-Umwelt-Beziehungen geben und ein Verständnis für die Entstehungsgeschichte dieser Kulturlandschaft wecken. Er besteht aus insgesamt acht Thementafeln, deren Standorte im Landschaftsmodell eingetragen sind.

Anfang der 2010er Jahre wurden die Infotafeln altersbedingt vom Fortstamt Solitude der Landeshauptstadt Stuttgart durch neue ersetzt, die sich inhaltlich und kon­zep­ti­o­nell aber an den urprünglich verwendeten Tafeln orientieren.

Der Weg kann in zwei Richtungen begangen werden. Es gibt drei Einstiegsmöglichkeiten, an denen sich eine Infotafel befindet.

Wegstationen
Infotafeln

Anfang der 2010er Jahre wurden die Infotafeln durch neue ersetzt, die sich inhaltlich und kon­zep­ti­o­nell aber an den urprünglich verwendeten Tafeln orientieren. Bei den verlinkten Infotafeln handelt es sich um die ursprünglich verwendeten Infotafeln.

Start: Info Lehrpfad
Station 1: Vielfältig und bunt - die Keupergsteine Süddeutschlands
Station 2: Vom Urwald zum naturnahen Wirtschaftswald
Station 3: Wie atmet Stuttgart?
Station 4: Schwälblesklinge
Station 5: Der Stubensandstein
Station 6: Warum sind die Bäume krumm?
Station 7: Wasser aus dem Untergrund
Station 8: Die Filderebene - ein Meeresboden?

Heigenbrücken: Kulturweg 3 „Der Heigenbrückener Sandstein“

Archäologisches Spessartprojekt

Kulturwege

Die Kulturwege sind – gemeinsam mit den archäologischen Projekten – das Aushängeschild des Archäologischen Spessartprojekts.

Seit 1999 entsteht ein immer dichteres Netz von Kulturwegen, auf denen die Kulturlandschaft Spessart erlebbar und begreifbar wird.

Zu jedem Kulturweg erscheint ein Folder mit einer Wegbeschreibung und Kurzbeschreibung der Stationen. Eine Auswahl der Kulturwegefolder finden Sie in der Geschäftsstelle des Spessartbundes (Treibgasse 3, 63739 Aschaffenburg).

© Archäologisches Spessartprojekt e.V.

Mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2021.

VIELEN DANK.

In der Forschung ist der Heigenbrückener Sandstein, ein geologischer Abschnitt des Unteren Buntsandsteins, heute als Calvörde-Formation bekannt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Steine dieser Abfolge in Heigenbrücken gebrochen. Deshalb verleiht dieser besondere Sandstein dem Kulturrundweg den Titel.

Von der Gründung an war Heigenbrücken jedoch ein Glasmacherdorf, erstmals 1477 in einer Urkunde erwähnt. Nachdem der Mainzer Kurstaat die Produktion der Spessart-Glashütten im 18. Jahrhundert eingeschränkt hatte, mussten sich die Einwohner neue Erwerbsquellen suchen. Erst die Ausbeutung des Buntsandsteins, und dann der Bau der Eisenbahn seit 1850, verbesserten die Verdienstmöglichkeiten der Heigenbrückener. Die mit der Bahnverbindung aus dem Rhein-Main-Raum eintreffenden Touristen machten Heigenbrücken mit der Zeit zu einem der ersten Zentren des Tourismus im Spessart.

 

Wegbeschreibung

Der Kulturweg führt von Heigenbrücken hinauf auf den Pollasch. Über die Hirschhörner geht es wieder bergab, an Tunnel und Steinbruch vorbei, zurück an das Rathaus.

Folgen Sie der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund auf einer Länge von ca. 6 km.

Station 1: Start

In der Forschung ist der Heigenbrückener Sandstein, ein geologischerAbschnitt des Unteren Buntsandsteins, heute als Calvörde-Formation bekannt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Steine dieser Abfolge in Heigenbrücken gebrochen. Deshalb verleiht dieser besondere Sandstein dem Kulturweg den Titel. Auf dem Gemeindewappen von Heigenbrücken ist der Buntsandstein mit der Abbbildung des Tunnels vertreten, durch den seit 1854 die Bahnlinie Frankfurt-Würzburg verläuft…

PDF-Download Infotafel 1

Station 2: Glasmacher

Wohl mit der Innovationswelle im Gefolge der Kreuzzüge gelangten neue Techniken des Glasmachens nach Mitteleuropa, die sich rasch verbreiteten. Wir verdanken den Forschungen von Gerhard Kampfmann, Ludwig Wamser und Stefan Krimm die Erkenntnis, dass im Spessart schon im 13. Jahrhundert Glas geblasen wurde. Die Kurfürsten von Mainz und die Grafen von Rieneck förderten die Glasmacher, die sie ihre „Herren“ nannten…

PDF-Download Infotafel 2

Station 3: Am Pollasch

Am Pollasch – Steinbruch, Aussichtspunkt und Ehrenmal des Spessartbundes

Natur- und Kulturlandschaft

Was viele Einheimische und Besucher im Spessart als unberührte Natur empinden ist tatsächlich eine seit Jahrtausenden vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft. Am so genannten „Pollasch“ wird dies für die Zeit der letzten 200 Jahre besonders deutlich. Der Wald im Spessart gehörte seit dem 11. Jahrhundert zum Erzstift Mainz. Im 14. Jahrhundert gab es erste Hinweise auf eine Bewirtschaftung der Wälder durch Förster. Heute ist der Wald Eigentum des Freistaats Bayern und wird durch den Forstbetrieb Heigenbrücken der Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet…

PDF-Download Infotafel 3

Station 4: Hirschhörner

Die Hirschhörner sind ein gusseiserner Wegweiser, der um 1900 von Wandervereinen für die touristische Erschließung des Spessarts aufgestellt worden ist. Hergestellt wurde der Wegweiser bei Rexroth in Lohr. Die namengebenden „Hirschhörner“ wurden später hinzugefügt…

PDF-Download Infotafel 4

Station 5: Tunnelbau

Mit dem Eisenbahnanschluss im Jahre 1854 und dem damit verbundenen Tunnelbau veränderte sich die Verkehrslage für Heigenbrücken erheblich zum Besseren – in etwa vergleichbar mit dem Autobahnanschluss für Weibersbrunn mehr als 100 Jahre später. Pendlerfahrten verbesserten die Arbeitsmöglichkeiten der Einheimischen. Gleichzeitig hatten nun viel mehr Menschen Gelegenheit, Heigenbrücken zu besuchen, was mit der in den 1880er Jahren einsetzenden Wander- und Tourismusbewegung begann. Nach einer kurzen Anfahrt mit dem Zug absolvierten Wandergruppen vom Untermain und dem Rhein-Main-Raum ausgedehnte Wanderungen, nach denen sie sich in den örtlichen Gasthäusern kräftigten…

PDF-Download Infotafel 5

Station 6: Buntsandsteinbruch

Über 65 % der Fläche des Spessarts besteht aus Buntsandstein. Damit ist diese geologische Gegebenheit verantwortlich für den typischen Waldcharakter des Spessarts. Der geringe Nährstoffgehalt des verwitternden Sandsteins läßt ohne Düngung keinen lohnenden Akkerbau zu. Was bleibt, ist die Nutzung als Waldstandort, da die natürliche Sukzession im Spessart Buchenwald hervorbringt. Eichen würden in unserer Region kaum eigenständig wachsen, da sie in der Konkurrenz den Buchen unterlegen sind. Sie würden in einer vom Menschen unbeeinflußten Waldzusammensetzung nur eine sehr geringe Fläche einnehmen…

PDF-Download Infotafel 5

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Heigenbrücken

Faltblatt „Der Heigenbrückener Sandstein“

Aschaffenburg: Kulturweg 3 „Gailbach – Marmor, Stein und Spessartit“

Archäologisches Spessartprojekt

Kulturwege

Die Kulturwege sind – gemeinsam mit den archäologischen Projekten – das Aushängeschild des Archäologischen Spessartprojekts.

Seit 1999 entsteht ein immer dichteres Netz von Kulturwegen, auf denen die Kulturlandschaft Spessart erlebbar und begreifbar wird.

Zu jedem Kulturweg erscheint ein Folder mit einer Wegbeschreibung und Kurzbeschreibung der Stationen. Eine Auswahl der Kulturwegefolder finden Sie in der Geschäftsstelle des Spessartbundes (Treibgasse 3, 63739 Aschaffenburg).

© Archäologisches Spessartprojekt e.V.

Mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2021.

VIELEN DANK.

Kennzeichnend für die Gailbacher Geschichte ist die hohe Anzahl von Steinbrüchen, die in ihrer Vielfalt und Anzahl rund ums Dorf einmalig sind.

So erscheinen die umgebenden Höhen Kaiselsberg, Findberg, Stengerts und Weißberg bereits auf der Spessartkarte des Nürnberger Kartografen Paul Pfinzing von 1562/94. Hier wurden hauptsächlich Buntsandstein, Spessartit sowie Feldspat abgebaut, wobei der Sandsteinabbau besonders traditionsreich war.

Die Armutsperiode, die zwischen 1750 und 1950 den gesamten Spessart erfasste, war in Gailbach besonders folgenreich. Nur noch wenige Relikte aus früheren Epochen haben sich erhalten, darunter der ehemalige Pestfriedhof. Der Kulturweg führt in der Gailbacher Kulturlandschaft auf abwechslungsreiche Weise durch Feld und Wald – immer wieder mit überraschenden Ausblicken.

Wegbeschreibung

Man beginnt die ca. 8 km lange Wanderung an der 1969 neu errichteten Matthäuskirche und folgt dem Kulturwanderweg bis zu einem Aussichtspunkt am Waldrand. Von hier aus bietet sich dem Wanderer bei guter Sicht ein wunderbarer Blick ins Rhein-Main-Gebiet bis zum Feldberg im Taunus.

Nach ungefähr einem Kilometer durch den schattigen Wald, gelangt man zum Bensenbruch mit seinem Bildstock. Folgt man der Markierung weiter, kommt man zu einem besonderen Naturdenkmal, der sogenannten „Dick Aasche“, auch als Frühstückseiche bekannt, da Aschaffenburger Wanderer auf dem Weg zur Hohen Wart schon vor vielen Jahren hier eine Rast einlegten.

Noch vor dem Erreichen des Ausgangspunkts in Gailbach, führt der Wanderweg zum alten Marktplatz, der mit den umgebenden Fachwerkhäusern noch einen dörflichen Charakter aufweist. An dieser Stelle der Rundwanderung hat man die Möglichkeit, einen Abstecher zum Marmorsteinbruch zu unternehmen.

Station 1: Start an der Matthäuskirche

Gailbachs (Wirtschafts)geschichte wurde stark von den Steinbrüchen geprägt, deren Zahl und Vielfalt rund ums Dorf einmalig sind. Die Höhen rund um Gailbach, Kaiselsberg, Findberg, Stengerts und Weißberg erscheinen bereits auf der Spessartkarte des Nürnberger Kartografen Paul Pfinzing 1562/94 namentlich – ein deutlicher Hinweis auf ihre Bedeutung. In Gailbach wurde hauptsächlich Buntsandstein abgebaut, daneben aber auch
Spessartit sowie Feldspat. Die Armutsperiode, die zwischen 1750 und 1950 den gesamten Spessart erfasste, war in Gailbach besonders folgenreich. Nur noch wenige Relikte aus früheren Epochen haben sich erhalten,  arunter der ehemalige Pestfriedhof…

PDF-Download Infotafel 1

Station 2: Ausblick

Hinter Gailbach sind die Papierwerke von Stockstadt und die Hochhäuser von Mainaschaff (Bild 1-3) zu erkennen. Bei guter Sicht kann man dahinter die Skyline von Frankfurt (Bild 4) und den Taunus mit dem Feldberg (Bild 5 und 6) sehen…

PDF-Download Infotafel 2

Station 3: Bensenbruch

Nahe der Gemarkungsgrenze zu Dörrmorsbach steht der Schwind-Bildstock, der auf ein Versprechen während des Zweiten Weltkrieges zurückgeht. Da Gailbach und Dörrmorsbach in der Karwoche 1945 Kampfgebiet wurden, brachten sich die Menschen vor Bomben und Granaten in Kellern und Stollen in Sicherheit. Auch im Bensenbruch, einem alten Steinbruch, suchten die Menschen Zuflucht. Ein etwa 15 Meter langer und über 2 Meter hoher Raum, in Form eines Kellergewölbes, konnte 50 bis 60 Personen aufnehmen…

PDF-Download Infotafel 3

Station 4: Frühstückseiche

Gailbachs (Wirtschafts)geschichte wurde stark von den Steinbrüchen geprägt, deren Zahl und Vielfalt rund ums Dorf einmalig sind. Die Höhen rund um Gailbach, Kaiselsberg, Findberg, Stengerts und Weißberg erscheinen bereits auf der Spessartkarte des Nürnberger Kartografen Paul Pfinzing 1562/94 namentlich – ein deutlicher Hinweis auf ihre Bedeutung. In Gailbach wurde hauptsächlich Buntsandstein abgebaut, daneben aber auch Spessartit sowie Feldspat. Die Armutsperiode, die zwischen 1750 und 1950 den gesamten Spessart erfasste, war in Gailbach besonders folgenreich. Nur noch wenige Relikte aus früheren Epochen haben sich erhalten, darunter der ehemalige Pestfriedhof…

PDF-Download Infotafel 4

Station 5: Alter Kirchplatz

Noch ein weiterer prächtiger Fachwerkbau ziert diesen Platz. Dieses Wohnhaus im Stengertsweg 1 gilt als gelungenes Beispiel einer Rekonstruktion. Zwar war das ursprüngliche Bauernhaus nicht mehr zu retten, doch wurde es 1994 auf den alten Grundmauern orginalgetreu und nach alter Bauweise aufgerichtet…

PDF-Download Infotafel 5

Aussenstation: Marmorsteinbruch

Einzigartig ist der Auschluss des „Weißen Steinbruchs“, wo Kalkspat gefördert wurde. Um 1870 begann man den Abbau für die Zellstofffabrik in Aschaffenburg-Damm, die den Kalk für die Papierherstellung verewandte.

Geologisch handelt es sich um kalkige Sedimente, die durch Hitze und Druck zusammen mit den umgebenden Gesteinen zu den Marmoren und Silikatmarmoren umgewandelt wurden.

Lage

Bei dem „Weißen Steinbruch“ handelt es sich um einen schluchtförmiger Steinbruch im Marmor, der später untertägig fortgeführt wurde (“ Schacht „Heinrich“), ca. 700 m SE der Dümpelsmühle und südlich der Elterhöfe.

Der Zugang erfolgt über den „Reiterweg“, einem Abzweig von der Aschaffenburger Straße (von Aschaffenburg  nach Gailbach), gegenüber der Bushaltestelle „Gaibachtal“.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Gaildorf

Faltblatt „Marmor, Stein und Spessartit“

Bieber: Kulturweg 1 „Die Bieberer Acht“

Archäologisches Spessartprojekt

Kulturwege

Die Kulturwege sind – gemeinsam mit den archäologischen Projekten – das Aushängeschild des Archäologischen Spessartprojekts.

Seit 1999 entsteht ein immer dichteres Netz von Kulturwegen, auf denen die Kulturlandschaft Spessart erlebbar und begreifbar wird.

Zu jedem Kulturweg erscheint ein Folder mit einer Wegbeschreibung und Kurzbeschreibung der Stationen. Eine Auswahl der Kulturwegefolder finden Sie in der Geschäftsstelle des Spessartbundes (Treibgasse 3, 63739 Aschaffenburg).

© Archäologisches Spessartprojekt e.V.

Mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2021.

VIELEN DANK.

Dank der Familie Cancrin nimmt Bieber in der Geschichte des Spessarter Bergbaus eine besondere Stellung ein. Das „Bieberer geologische Fenster“ bot die Voraussetzung für den Abbau verschiedenster Erze im heutigen Naturschutzgebiet Lochborn.

Vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert lag hier ein Industriegebiet, das sich die Natur wieder zurückerobert hat. Der 12 km lange Kulturwanderweg lässt die Möglichkeit auf eine Zweiteilung offen: Von Bieber bis zum Lochborner Teich in 7 km oder vom Wiesbüttsee als Start in 5 km Länge.

In der Nähe des Ausgangspunktes der Wanderung in Bieber wird das Biebergrund-Museum entstehen, das die Entwicklung des Bieberer Bergbaus und Hüttenwesens zeigen wird, das von 1741 bis 1782 seinen Höhepunkt erlebte. Auch Zechstein für die Eisenverhüttung wurde abgebaut, wie die weitere Wanderroute zeigt.

Bevor man den Lochborner Teich erreicht, wo die kürzere Tour gewählt werden kann, kommt man an der Burgbergkapelle vorbei. Der längere Rundweg bringt den Wanderer an Einsturzlöchern und am sogenannten „Schachtküppel“ vorbei, alles Relikte der früheren Bergbautätigkeit.

Beim Wiesbüttsee kann man einkehren und sich auf den Rückweg machen, vorbei am Lochborner Teich und an der früheren Eisenbahnstation „Lochmühle“, einst Sitz einer Außenstelle des Forschungsinstitutes Senckenberg, bis man wieder in Bieber eintrifft.

Wegbeschreibung

  • Die „Bieberer Acht“ ist zweigeteilt: In Bieber beginnt die Schleife „Geologischer Lehrpfad“ mit 11 Stationen (1-11) auf einer Länge von ca. 7 km.
  • Von der Wiesbütt aus kann die ca. 5 km lange Schleife „Bergbau“ mit 4 Stationen (A-D) begangen werden, die durch das Naturschutzgebiet „Lochborn“ führt.

Am Schnittpunkt der beiden Schleifen liegt der Lochborner Teich. Die gesamte „Bieberer Acht“ hat zwischen Bieber und der Wiesbütt eine Länge von ca. 12 km mit einem Höhenunterschied von etwa 200 m.

Folgen Sie der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund.

Station 1: Start in Bieber

Die Geschichte Biebers und seiner Umgebung ist vom Bergbau geprägt. Die geologischen Voraussetzungen für die Entstehung von Bodenschätzen reichen über 150 Millionen Jahre in die Erdgeschichte zurück. Gesteinsmassen gerieten unter starke Druck und Scherkräfte, wodurch Verwerfungen entstanden. An deren Gesteinsspalten stiegen von der Erdwärme aufgeheizte Salzlösungen der Metalle auf und bildeten durch Vererzung die Grundlage für die Erzvorkommen. Die älteste Urkunde zum Bergbau und der Verhüttung der Erze stammt von 1494…

PDF-Download Infotafel 1

Station 2: Zechsteinaufschluss

Noch 1965 wird an dieser Stelle ein Steinbruch aufgeführt, der wenige Jahre später verfüllt wurde. Ebenso
verschwunden sind die für diese Zeit belegten Überreste des einstigen Kalkofens, dessen Existenz in der Flurbezeichnung „Am Kalkofen“ weiterlebt. Letzter Zeuge des einstigen Kalkabbaus ist dieser Aufschluss im anstehenden Zechsteindolomit…

PDF-Download Infotafel 2

Station 3: Metasomatische Eisenerze

Die Sedimente des Zechstein-Meeres sind in und um Bieber weit verbreitet und werden landläufig als „Kalk“ bezeichnet. Als solche (Calcit, CaC03) wurden sie auch im Meer abgelagert, aber später in der Phase der Gesteinswerdung wurden sie zu einem Dolomit umgewandelt, in dem diesem Kalk Magnesium zugeführt wurde…

PDF-Download Infotafel 3

Station 4: Burgbergkapelle

Auf dem Burgberg befindet sich die älteste Hinterlassenschaft menschlichen Wirkens in Bieber, die Wallanlage, die teilweise vorgeschichtlich, teilweise frühmittelalterlich zu datieren ist. Für die Vermutung, dass die Anlage in Verbindung mit frühem Eisenerzabbau entstand, gibt es keine Beweise…

PDF-Download Infotafel 4

Station 5: Hydrothermale Kobalterze

Beim Abbau der in der Fläche ausstreichenden Kupferschiefermassen entdeckte man zwangsläufig die gangförmig anstehenden Kobalterze (und Nickelerze). Diese waren im Mittelalter wertlos, da man aus den silbern glänzenden, sehr schweren Erzen keine Wertmetalle erschmelzen konnte. Daher kommen die Namen Kobold und Nickel (Nickel stand für Berggeister), die dann zum Kobalt und Nickel im heutigen Sinne gewandelt wurden…

PDF-Download Infotafel 5

Station 6: Kupferschiefer

Das Liegende der Sedimente des Zechstein-Meeres besteht meist aus einem Konglomerat über den Kristallingesteinen des Spessarts, im Westen können dies auch die kaum verfestigten Sedimente des Rotliegenden sein. Darüber folgt eine 2 bis 50 cm dicke Schicht eines dunklen bis schwarzen, teils auch tonigen,
schiefrigen Sediments. Infolge des Gehaltes an Kupfer gab man ihm den Namen Kupferschiefer…

PDF-Download Infotafel 6

Station 7: Lochborner Teich (Bergbaupfad Station C)

Angelegt wurde der Lochborner Teich als Wasserreservoir für die Bergwerksmaschinen. Der Damm, über den heute der Weg führt, wurde erst in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts angelegt, um die Erze mit der Schmalspurbahn vom Abbaugebiet „Am Schußrain“ an die Lochmühle zu transportieren…

PDF-Download Infotafel 7

Bergbaupfad Station B: Oberer Maschinenschacht

Aufschlussarbeiten am oberen Maschinenschacht Im Jahre 1899 begannen die Arbeiten am oberen Maschinenschacht, der bis zum Jahresende bereits eine Tiefe von 60 Metern erreicht hatte. Die Gebäude über Tage waren errichtet und die neue Bremsberganlage zwischen dem oberen Maschinenschacht und dem nächsten Förderpunkt (Schacht L) war fertiggestellt…

PDF-Download Infotafel B

Bergbaupfad Station A: Wiesbütt

Verkehrsknotenpunkt Wiesbütt

Die Vorstellung, die Wiesbütt sei ein einsames natürliches Moor mitten im unbewohnten Spessartwald, erweist sich als ein Trugschluss. Denn sowohl der Teich als auch das Moor gehen auf menschlichen Einfluss zurück, wofür die verkehrstechnische Lage sowie die geologische Beschaffenheit verantwortlich sind…

PDF-Download Infotafel A

Bergbaupfad Station D: Schachtküppel

Der Bergbau hat das Gelände des heutigen Naturschutzgebiets „Lochborn“ verändert. Typische vom Menschen hervorgebrachte oder verursachte Merkmale sind die Verflachung von Talböden durch Auffüllung, Hohlformen
wie Pingen oder aufgelassene Tagebaue, Aufschüttungen wie Halden oder die leicht zu erkennenden Schächte…

PDF-Download Infotafel D

Station 8: Lochmühle

An der Kreisstraße zwischen Bieber und Wiesen stehen wir vor der Lochmühle, in der sich bis 2006 die „Forschungsstation für Mittelgebirge“ des Forschungsinstituts Senckenberg befand. Ursprünglich diente dieses Gebäude als Endbahnhof für den Personenverkehr der Eisenbahnstrecke von Gelnhausen in den Lochborn…

PDF-Download Infotafel 8

Station 9: Geologie von Bieber

Bieber und seine Umgebung ist aus geologischer Sicht eine Besonderheit, denn inmitten des Buntsandsteins sind hier die Gesteine bis zum kristallinen Grundgebirge freigelegt („Bieberer Fenster“). Dies hat seine Ursache
in der ausgeprägt kleinräumigen Bruchtektonik durch Störungen, die zu einer Ausräumung der damit geschwächten Gesteinsmassen geführt hat. Diese Störungen wurden z. T. mineralisiert (Gänge) und waren das Ziel eines lange anhaltenden Bergbaues …

PDF-Download Infotafel 9

Station 10: Bertha-Stollen

Nachdem die Essener Friedrich Krupp Aktiengesellschaft sämtliche Kuxe (Anteile) der „Gewerkschaft Bieberer Gruben“ angekauft hatte, übernahm sie am 1. September 1907 die Betriebsleitung dieser Gewerkschaft. Ein Jahr später wurde an der früheren Eisenschmelze der neue Stollen hergestellt, der ab 1910 als Bertha-Stollen bezeichnet wurde, in Anlehnung an Bertha von Bohlen und Halbach. In den nachfolgenden Jahren wurde der Bertha-Stollen, mit dem das ganze Abbaufeld vom Burgberg bis nach dem Feld Gordon (Abbaufeld hinter dem oberen Lochborn) unterfahren werden sollte, weiter aufgefahren…

PDF-Download Infotafel 10

Station 11: Eisenschmelze

Der Bergbau in Bieber konzentrierte sich auf Metalle. Während die Förderung seit 1494 belegt ist, erbrachte die Verhüttung erst mit der Einführung moderner hüttentechnischer Anlagen durch die Familie Cancrin bedeutendere Einkünfte. Unter Johann Heinrich Cancrin und insbesondere Franz Ludwig Cancrin wuchs Bieber zum größten Montanbetrieb im Spessart, der der hanauisch-hessischen Landesherrschaft zeitweise hohe Erträge einbrachte. Deshalb konnten es die Verhüttungsbetriebe in Bieber zwischen 1741 und 1782 an Größe und Ausstattung mit zeitgenössischen Anlagen wie im Mansfelder Kupfererzbergbau mithalten…

PDF-Download Infotafel 11

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Bieber

Faltblatt „Die Bieberer Acht“

Schöllkrippen: Kulturweg 2 „Streifzug durch die Erdgeschichte“

Archäologisches Spessartprojekt

Kulturwege

Die Kulturwege sind – gemeinsam mit den archäologischen Projekten – das Aushängeschild des Archäologischen Spessartprojekts.

Seit 1999 entsteht ein immer dichteres Netz von Kulturwegen, auf denen die Kulturlandschaft Spessart erlebbar und begreifbar wird.

Zu jedem Kulturweg erscheint ein Folder mit einer Wegbeschreibung und Kurzbeschreibung der Stationen. Eine Auswahl der Kulturwegefolder finden Sie in der Geschäftsstelle des Spessartbundes (Treibgasse 3, 63739 Aschaffenburg).

© Archäologisches Spessartprojekt e.V.

Mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2021.

VIELEN DANK.

Der Kulturweg Schöllkrippen 2 nimmt Sie mit auf einen „Streifzug durch die Erdgeschichte“. Sie lernen im Spazierengehen insgesamt 450 Millionen Jahre Erdgeschichte kennen und erfahren, wie die Landschaft entstanden ist.

Der Kulturweg blickt bereits auf eine über 40jährige Geschichte zurück. 1968 wurde ein geologischer Lehrpfad in Kooperation des Naturparks Bayerischer Spessart, des Forstamtes Schöllkrippen und der Ortsgruppe des Spessartbundes eingerichtet, die den Lehrpfad sowie die Infotafeln aus Holz pflegte. Heute führt der europäische Kulturweg die Tradition fort und verbindet das Thema Erdgeschichte mit Archäologie (Altenburg) und Ökologie (Wasserversorgung).

Wegbeschreibung

Der europäische Kulturrundweg startet und endet am Naturerlebnisbad Schöllkrippen.

Die Route führt Sie hinauf auf den Reuschberg zur Wallanlage „Alte Burg“. Von dort geht es hinab, am Steinbruch und an der Rodberghütte vorbei, zum Hof Schabernack. Über den Höllenbach verläuft der Weg zurück zum Naturerlebnisbad.

Erleben Sie im Vorbeigehen die Spuren, die 400 Millionen Jahre Erdgeschichte hier hinterlassen haben.

Es ist ein Höhenunterschied von ca. 150m (auf den Reuschberg) zu überwinden. Folgen Sie auf einer Länge von ca. 6km der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund.

Station 1: Erdgeschichte

Zwischen Schöllkrippen und dem Reuschberg (mit dem Sendemast) treten Gneis, Dolomit und Sandstein an die Erdoberläche. Jedes der Gesteine entstand in einem anderen erdgeschichtlichen Zeitraum und unter anderen Bedingungen. Das älteste Gestein liegt unter dem Ort Schöllkrippen und je weiter sich der Kulturweg vom Ort entfernt und je höher man steigt, desto jünger werden die Gesteinsschichten…

PDF-Download Infotafel 1

Station 2: Spuren der Zechsteinzeit

So weit man blicken kann, wird die Landschaft um Schöllkrippen von einem bewaldeten Anstieg begrenzt. Dieser Anstieg markiert den Übergang vom Vorspessart, in dem Schöllkrippen liegt, zum Hochspessart.

Der Höhenzug ist aus Buntsandstein aufgebaut. Das Vorland der Geländestufe besteht dagegen aus dem älteren und weniger widerständigen Sedimenten der Zechstein-Zeit und dem Schöllkrippener Gneis…

PDF-Download Infotafel 2

Station 3: Sandsteinstufe

Der Gesteinsaufschluss hinter der Tafel zeigt die Sedimentgesteine der Zechsteinzeit. Nur an wenigen Stellen im Vorspessart erscheinen diese Gesteine an der Erdoberläche, so wie hier unterhalb des Reuschbergs…

PDF-Download Infotafel 3

Station 4: Archäologie im Ringwall

Der deutlich erkennbare Ringwall auf dem Reuschberg ist schon seit langem Gegensatnd ortsgeschichtlicher Spekulationen …

PDF-Download Infotafel 4

Station 5: Kleines Felsenmeer

Zwischen dem Reuschberg und dem Tal des Laudenbachs ist der Waldboden von großen, eng aneinander liegenden Sandsteinblöcken bedeckt. In der Geologie bezeichnet man eine solche Formation als Felsenmeer. Auch in anderen Regionen Deutschlands inden sich solche Steinansammlungen. Die meisten und leicht zugänglichen Felsenmeere des Spessarts sind der Steingewinnung zum Opfer gefallen. Der Name „Steinhohl“ für ein Felsenmeer im Buntsandstein am Reuschberg ist Programm! …

PDF-Download Infotafel 5

Station 6: Steinbruch am Röderhof

In über 65% des Spessarts bildet der Buntsandstein den festen Gesteinsuntergrund. Auch der Reuschberg bei Schöllkrippen besteht aus dem Sandstein, der vor 251 bis 243 Millionen Jahren entstanden ist…

PDF-Download Infotafel 6

Station 7: Weg des Wassers

Wenn es im Spessart regnet oder schneit, versickert ein Großteil des Niederschlags im Untergrund. Das Wasser sammelt sich schließlich in den Spalten und Poren im Buntsandstein.

PDF-Download Infotafel 7

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Schöllkrippen

Faltblatt „Streifzug durch die Erdgeschichte“