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Altensteig: Steinerne Schätze mit Weite und Ausblick

Geotour mit dem Thema ,,Steine und Geologie“, auch für kleine Naturliebhaber. Eine kurzweilige Entdeckungsreise durch die Erdgeschichte des Nordschwarzwaldes über die mittelalterliche Hornberger Burg, wo man an manchen Tagen sogar bis zur Burg Hohenzollern blicken kann.

Offizielle Tourenbeschreibung

Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald

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Altensteig

Broschüre „Steinerne Schätze mit Weite und Ausblick“

Baden-Baden: Gewässererlebnispfad Oos im „Wörthböschel“

Das Gebiet „Wörthböschel“ ist ein parkähnliches Gebiet, durch das die Oos fließt. Es gehört zum neuen Stadtteil Cité. Auf dem Erlebnispfad finden Besucher einen Barfußweg, einen Balancesteg, eine Baumelbank, Hochwasserpegelmarken, Sitzbänke und vieles mehr. An den zwölf Stationen, die als Rundweg begehen oder sich einzeln besuchen lassen, sind Info-Tafeln aufgestellt, wo den Besuchern Wissens- und Erlebenswertes rund um den Themenkreis „Baden-Baden an der Oos“ vermittelt wird.

Die Weglänge beträgt lediglich 900 m.

Baden-Baden: Merkurs Würfel

Auf dem Gipfel des Merkurbergs in Baden-Baden erfährt man in einer außergewöhnlichen Ausstellung Wissenswertes über Herkunft, Eigenschaften und Verwendung von 17 Gesteinsarten. Höhepunkt der Ausstellung ist ein überdimensionales Würfelspiel aus mächtigen Gesteinsbrocken, wie zufällig vom römischen Gott Merkur vor den Merkurturm geworfen.

Merkurs Würfel sind ein ideales Ausflugsziel: Die MerkurBergbahn, eine der längsten und steilsten Standseilbahnen Deutschlands, bringt Sie auf den Gipfel des Merkurbergs. An der Bergstation gibt es kostenlose Infoflyer zur geologischen Ausstellung, die Sie auf dem Weg zum Merkurturm erleben können. Von der Aussichtsplattfornm des Merkurturms haben Sie einen imposanten Rundumblick auf die geologischen Hightlights in der Region.

Ausstellung und Aussichtplattform können Sie vorab auf einer 360° Panoramatour erleben.

Panoramatour

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Baden-Baden, Merkur

Flyer „Merkurs Würfel – eine geologische Zeitreise“

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Baden-Baden, Merkur

Flyer „Gesteine vor Ort erleben – mit geologischer Karte“

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Baden-Baden, Merkur

Flyer „Aussicht“

Badenweiler-Sehringen: Geologischer und bergbaugeschichtlicher Wanderweg

Badenweiler blickt auf eine lange Bergbautradition zurück. Viele Namen von Wegen und Plätzen, wie Alter Mann (= verlassener Stollen), Gipsgrubenweg oder Bergmannsruhe erinnern heute noch an diese Zeit. Nach Meinung von Experten hat der Bergbau bei Badenweiler zu keltischer Zeit begonnen. Im Laufe der Zeit wurde Blei, Silber und Eisenerz abgebaut. Der Abbau von Gips wurde bis in die 1960er Jahre betrieben.

Das reiche Erzvorkommen in der Region basiert auf dem Einbruch des Oberrheingrabens, der sich im Tertiär zwischen Schwarzwald und Vogesen vollzogen hat. Das an den Bruchstufen der stärksten Bewegung, der sog. „Hauptverwerfung“, entstandene Quarzriff erstreckt sich mit seinen dabei aufgerissenen Spaltungshohlräumen und Erzgängen als ein Hartgesteinsrippe deutlich sichtbar im Gelände von Sulzburg über Badenweiler bis nach Schloss Bürgeln.

Der neu eröffnete „Geologische und bergbaugeschichtliche Wanderweg Badenweiler-Sehringen“, dessen Start und Ziel der Info-Pavillon (Parkplatz) an der L 123 (Sehringer Straße) ist, oder am Inhalatorium in der Luisenstraße (gegenüber vom Rathaus), führt auf eine Länge von 5,6 km über schöne ruhige Waldwege, wo die Spuren des ehemaligen Bergbaus noch deutlich sichtbar sind. Am Info-Pavillon kann man sich anhand einer Übersichtstafel über den Verlauf der verschiedenen Wegvarianten sowie die Standpunkte der Stollen informieren. Interessante Exponate in den dortigen Schauvitrinen sowie weitere 35 Schautafeln am Weg geben wertvolle Einblicke u.a. zur Historie, zur Geologie und Geomorphologie der Badenweiler Bergbauregion.

Offizielle Tourenbeschreibung

Badenweiler Thermen und Touristik GmbH

Bad Herrenalb: Quellenerlebnispfad

Thema und Zielgruppe

Der Quellenerlebnispfad von Bad Herrenalb will den Besuchern die zahlreichen Quellen im Albtal vorstellen und sie dazu bringen, sich mit den damit verbundenen Phänomenen interaktiv auseinander zu setzen. Gezielte Anregungen lassen die Besucher Naturerscheinungen wahrnehmen, an denen sie ansonsten achtlos vorbeigegangen wären und machen so Zusammenhänge verständlich.

Standort

Der Quellenerlebnispfad befindet sich auf dem Albtalweg zwischen Bad Herrenalb und der Plotzsägemühle. Die Länge beträgt ca. 4,6 km (ab Bahnhof) bzw. 3 km (ab Friedhof). Startpunkt und Endstation des Pfades sind mit dem Bus gut erreichbar.

Stationen

Es gibt 16 Stationen. An den Stationen werden großformatige Informationstafeln, eine Übersichtskarte, Quellenmodelle, die zum Teil interaktiv sind, Klapptafeln sowie Wasserspielelemente verwendet. Hinzu kommt eine ständige Aufforderung zu Überlegungen und Aktivitäten.

Die erste Station befindet sich im Bahnhof, da bewusst auf die Anreise mit der Albtalbahn gesetzt wird. Sie stimmt den Besucher ein, vermittelt erste Informationen und gibt Anregungen zur Entdeckung.

An der zweiten Station kann man am Modell einer Tümpelquelle interaktiv die Entstehung und Funktion einer Quelle kennen lernen.

Die drei wichtigsten Quelltypen werden dann an der nächsten Station vorgestellt. Ab dem „Ohr“ ist das Plätschern der Alb zu hören, das vorher vom Verkehrslärm überdeckt wurde.

An der Station 6 darf die Funktion einer Konstruktion erraten werden, die früher zur Wiesenbewässerung benutzt wurde.

Die Besonderheiten einer Sickerquelle und einer Sturzquelle sind Thema der beiden folgenden Stationen. Neben Informationen zu Quellnischen und Quellerosion gibt es an dieser Station die Möglichkeit Quellwasser zu schmecken. Anschließend werden die Besucher auf geologische Phänomene aufmerksam gemacht, die u. a. dazu führen, dass die Alb unterschiedlich schnell fließt.

Die Stationen 13 und 14 vermitteln dann Informationen über biologische Besonderheiten von Quellen. Wie ein Blockmeer entsteht, oder wie die Alb an dieser Stelle für die Flößerei benutzt wurde, lernt man an der nächsten Station. An der letzten Station gibt es mit der Plotzsägemühle die älteste Mühle im Umkreis. Sie wird heute als Ausflugslokal genutzt. Mühlenführungen sind gelegentlich auf Anfrage möglich.

Textquelle

Lehrpfade und Lehrgärten, Arbeitsmaterialie Agenda-Büro Nr. 47, LUBW, September 2008.

Bad Liebenzell: Quellen, Brunnen und ein Mondloch

GeoTour zum Thema „Steine und Geologie“. Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre, es gibt keine Infotafeln im Gelände.

Themen: Felsenburgen, Felsen, Badischer Bausandstein (Burg), Geröllsandstein, Plattensandstein, Geologie und Landschaft, Klüfte und Spalten, Thermal-/Mineralwasser, Aussicht Nagoldtal, Waldhufendörfer, historische Grenzen, „Geo-Lebewesen“ Gesteins-/Mineralienarten: Badischer Bausandstein, Geröllsandstein mit Quarzgeröllen, Plattensandstein*, Muschelkalk-Kalkstein* (Wegschotter), Kalksinter (Bauwerk).

Offizielle Tourenbeschreibung

Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald

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Bad Liebenzell

Broschüre „Quellen, Brunnen und ein Mondloch“

Bad Peterstal-Griesbach: Wasserlehrpfad

Einem Anstoß des Fachbereiches „Kultur- und Heimatpflege folgend, stieß die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins Bad Peterstal-Griesbach auf das Thema Wasser. Angeregt vom Wasserreichtum unserer Gemarkung, aber auch vom Vorkommen natürlichen Mineralwassers, welches die Entwicklung des oberen Renchtals entscheidend mitgeprägt hat, wurde die Idee eines Wasserlehrpfades geboren.

Der Lehrpfad informiert auf 17 Tafeln über einige unterschiedliche Aspekte dieses Themas, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Das Anliegen von Tafel Nr. 3 „Ohne Wasser kein Leben“ gilt gewissermaßen als Oberbegriff. Der Wasserlehrpfad ist als Appell an alle gedacht, sich der vielen Vernetzungen, Aufgaben und Zusammenhänge bewusst zu werden, die mit dem Wasser verbunden sind – und will auch uns an die Verantwortung aller Menschen erinnern. Wasser wird knapp und immer kostbarer.

Das Anliegen der Wegemacher – über die reine Information hinaus – ist es, einem weiteren bedenkenlosen Verbrauch dieses unersetzlichen Naturgutes Einhalt zu gebieten. Spätestens um die Jahrhundertwende wird die Versorgung der immer noch anwachsenden Weltbevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser die große Herausforderung für die Menschheit sein, um ihr Überleben zu sichern. Diese Versorgung ist bereits heute in vielen Ländern der Dritten Welt nicht mehr gewährleistet. Umfassende Strategien zur Sicherung der Wasserversorgung werden erforderlich; Wasser hat so auch eine politische Dimension.

Kostbares Wasser
Trotz der unvorstellbar großen Menge Wassers auf der Erde bleiben nur etwa 0,2 – 0,3 % für die Trinkwasserversorgung verwertbar. Dabei geht das Wasser nicht verloren: wie immer es genutzt wird, Jeder Tropfen kehrt irgendwann einmal in den globalen Wasserkreislauf zurück. Das Abwasser von heute ist das Trinkwasser von morgen. Ein Bundesbürger z.B. verbraucht pro Tag durchschnittlich 145 Liter Trinkwasser. Nur etwa 3 Liter davon werden als Lebensmittel genutzt: zum Trinken und Kochen. Der große Rest wird für andere Zwecke verwendet (Hygiene, Putzen, WC-Spülung} und fließt in den Abfluss, um dann kostspielig aufbereitet zu werden. Im Grunde genommen bezahlt der Verbraucher sein Wasser dreimal: bei der Trinkwasserversorgung, der Abwasserreinigung und nicht zuletzt durch die Schäden an der zerstörten Natur.

Verantwortungsbewusster Umgang mit dem wertvollen Lebensmittel Wasser kommt also nicht nur unserem Geldbeutel zugute, sondern sichert unser Überleben.

Wegmarkierung:
Über Wasserlinien das Brunnentempelsymbol in blau auf hellem Grund
Länge des Rundweges: 5,7km Höhenunterschied: ca. 160m

Natürliches Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser muss laut Gesetz die Anforderung „ursprüngliche Reinheit“ erfüllen, d. h. die Quelle muss frei sein von jeglichen Verunreinigun­gen. Es muss aus einem unterirdischen geschützten Wasservorkommen stammen. Um seinem Namen gerecht zu werden, muss es eine bestimmte, natürliche Menge an Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen.

Mineralwässer enthalten lebensnotwendige Mineralstoffe und Spuren­elemente in natürlicher Komposition, da sie direkt aus den Tiefen der Erd­kruste stammen, also daher wo diese gelagert sind. Das absickernde Re­gen Wasser reinigt sich auf dem langen Weg in die Tiefe und löst beim Durchdringen der verschiedenen Gesteinsschichten mit Hilfe von Kohlensäu­re Mineralien. Bein Austreten aus der Quelle kommt ein mineralhaltiges Wasser – Mineralwasser – zutage. Mineralwasser ist also immer ein Tiefen­wasser.

Das Wasser, welches hier aus dem Trinkbrunnen fließt, entstammt der Stahlbadquelle. Es wird sehr gerne als gesunder Durstlöscher getrunken. Quelle muss frei sein von jeglichen Verunreinigun­gen. Es muss aus einem unterirdischen geschützten Wasservorkommen stammen.

Das ehemalige „Bad Petersthal“ und seine Quellen

Im Jahre 1584 wurde durch Dr. Jakob Theodor von Bergzabern (Tabernamontanus) eine Mineralquelle im ehemaligen Bad Petersthal (heutiges Fachkrankenhaus) beschrieben. Diese Petersquelle wurde namentlich in Zusammenhang gebracht mit einer St. Peterskapelle, die 1293 von den Prämonstratensermönchen aus dem Kloster Allerheiligen auf dem Platz der heutigen katholischen Pfarrkirche errichtet wurde. 1835 wurde die Sophienquelle gefasst, der darüber erbaute Brunnentempel gilt bis heute als Wahrzeichen des Heilbades Bad Peterstal – Griesbach. Seit über 400 Jahren werden die minerlhaltigen Säuerlinge als ortsgebunde­nes Heilmittel zu Trink- und Badekuren verordnet. Während bei einer Trinkkur vor allem Magen- Darm- und Nierenerkrankun­gen mitbehandelt werden können, kommt es im so genannten Kohlensäure­bad durch Aufnahme von Kohlendioxid durch die Haut zu günstigen Wirkun­gen bei bestimmten Herz- Kreislauferkrankungen und auch bei rheumati­schen Krankheitsformen.

Ohne Wasser kein Leben

Wasser ist durch menschliche Maßnahmen nicht vermehrbar. A/s Nahrungs­mittel undRohstoff ist es unentbehrlich und unersetzlich. (aus dem Wasser­haushaltsgesetz Deutschlands).Das gesamte Wasservolumen der Erde wird auf rund 1,36 Milliarden Kubik-kilometer geschätzt, doch nur 0,2 % dieser gesamten Wassermenge sind für Menschen, Tiere und Pflanzen direkt nutzbar. Wasser ist am Aufbau der Pflanzen- und Tierwelt maßgeblich beteiligt. Der menschliche Körper besteht zu 60 bis 70% aus Wasser, manche Gemüse und Früchte zu mehr als 90%. Der Wasserbedarf eines Erwachsenen beträgt täglich etwa 2,5 Liter. Wasser (ehem. Formel Hz 0) ist für den Wärmehaushalt der Natur durch seine besonders hohe spezifische Schmelz- und Verdampfungswärme ein guter Wärmespeicher, der starke Temperaturschwankungen ausgleicht. Da alle Lebensprozesse in der Zelle in wässriger Phase ablaufen, ist die Bedeutung des Wassers als Lösungs- und Transportmittel für Stoffwechsel­produkte unersetzlich. Sein Anteil am Protoplasma beträgt gewöhnlich 60 bis 70%. Störungen im Wasserhaushalt beeinflussen unmittelbar die Lebensfähigkeit; bei Wirbeltieren ist z.B. ein Wasserentzug von 10 bis 15 % tödlich.

Wasser und Wald

Der Wald ist die Urheimat des Wassers, beide stellen von Natur aus eine Einheit dar. Das beste Trinkwasser spendet der Wald, der jährliche Laub­und Nadelfall ergibt neuen Humus, durch den das Niederschlagswasser sorgfältig gefiltert eindringen kann. Bis 100 Liter je Quadratmeter kann der Boden speichern, das sind eine Million Liter je Hektar. Da der Waldboden selten gefriert, können Regen und Schmelzwasser leicht eindringen; der Wald verhindert so einen raschen oberflächigen Wasserabfluß sowie Hochwasserschäden. Das aufgenommene und gespeicherte Wasser fließt gefiltert dem Grundwasser zu und speist die Quellen nachhaltig das ganze Jahr hindurch, so dass sie auch während langer Trocken- und Frostperjoden nicht versiegen. Das schützende Blätterdach der Bäume verhindert das Abschwemmen des wertvollen Waldbodens, im heißen Sommer schützt es ihn vor dem Aus­trocknen, die Verdunstung wird in Grenzen gehalten. Der Aufenthalt des Menschen im Wald und am Wasser dient in besonderem Maße seiner Erholung.

Pflanzen am Bach

Bäume und Sträucher an Wasserläufen bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren unterschiedliche Lebensräume. Gleichzeitig bereichern sie das Landschaftsbild und dienen der Uferbefestigung. Die häufigsten Baumarten sind Erle, Esche, Ahorn, Ulme, Weide und Hasel. Darunter gedeiht eine artenreiche Waldbodenvegetation mit vielen Fruhjahrsblühern: Schlüsselblumen, Anemonen, Sumpfdotterblumen, Wasserlinsen, Milzkraut, Hängesegge, Weißer Hahnenfuß. Im laufe des Sommers wachsen dort u.a. Engelwurz, Mädesüß, Ruprechtskraut, Echtes Springkraut, Schlangenknöterich, Sauerklee und die eingebürgerten Pflanzen Balsamine und Goldrute.Zu jeder Jahreszeit findet der Betrachter eine Fülle unterschiedlicher Grün-und Blütenpflanzen.

Der Wildbach

Der Wildbach stellt mit seiner permanent niederen Temperatur und hoher Strömungsgeschwindigkeit einen speziellen Lebensraum dar. Dank der vielen Strudel ist der Sauerstoffgehalt sehr hoch, in vielen Wildbächen kommt die Bachforelle noch vor. Die sonstigen Bewohner des Wildbaches sind eher unscheinbar, meist Fliegenlarven und kleine Krebsarten Sie finden auch noch in den engsten Spalten und Unebenheiten der Steine Schutz vor der reißenden Strömung.

Entstehung von Quellen

Unser Grundgebirge ( Urgestein ) besteht aus den wasserundurchlässigen Gesteinsarten    Gneis    und    Granit,    darüber   lagert    eine    mächtige, wasserdurchlässige Buntsandsteinschicht. Das versickernde Niederschlagswasser durchdringt den Buntsandstein und trifft auf die kompakte Urgesteinsschicht. Dort staut es sich und sucht der Schwerkraft folgend, eine Stelle, wo es ungehindert als Quelle zutage treten kann. Den Übergang von wasserdurchlässiger und wasserundurchlässiger Schicht, der sich in unserer Gegend in ca. 600 – 700 m    Meereshöhe befindet, nennt man den Quellhorizont. Hier an dieser Stelle wird sichtbar, wie Wasser aus dem Erdreich austritt.

Wasser und Menschheitsgeschichte

Ohne Wasser wäre die Geschichte der Menschheit nie geschrieben worden. Schon früh siedelten die Menschen in der Nähe von Gewässern. So hatten sie Trinkwasser und außerdem konnten die Wasserläufe als Verkehrswege genutzt werden. Nicht ohne Grund entstanden die großen frühen Hoch­kulturen an Flüssen: am Nil, zwischen Euphrat und Tigris, am Indus, am Hwangho. Zur Sicherung der Wasserversorgung wurde schon früh Wasser-leitungssysteme gebaut, wie man heute noch an den erhalten gebliebenen Aquädukten aus römischer Zeit eindrucksvoll erkennen kann. Ebenso wurde bereits im Altertum die Wasserkraft als Energieträger genutzt. In unserem Zeitalter trat das Wasser in den Blickpunkt von Wissenschaft und Technik. Der Mensch erforscht alle Aspekte des Wassers und macht sie sich zunutze. Die enge Beziehung des Menschen zum Wasser spiegelt sich auch in philosophischen Vorstellungen, religiösen Handlungen und kulturellen Leistungen wider. Im Ritus von Taufe und zelebrierten Waschungen spie/t das Wasser bei vielen Völkern eine mystische Schlüsse/rolle. Auch die Künstler haben sich mit dem Wasser auseinandergesetzt. Bildhauer haben phantastische Brunnen geschaffen, Maler eindrucksvolle Bilder. Unzählige Lieder und Gedichte ranken sich um das Wässer und seine Rolle im Leben der Menschen. So sind Wasser und Menschheitsgeschichte untrennbar miteinander verbunden.

Trinkwasserversorgung

Die Gemeinden sind verpflichtet, für ihre Bürger einwandfreies Trinkwasser bereitzustellen. In unserer niederschlagsreichen Gegend steht hierfür heimisches Wasser zur Verfügung. Die vorhandenen Quellen werden gefasst und über ein Leitungsnetz den Hochbehältern zugeführt. Die Höhe der Standorte für die Reservoirs ist so gewählt, dass der notwendige Wasserdruck für die Versorgung jederzeit gewährleistet ist. 1990 wurde in den hier sichtbaren Behälter der Fichtensodquelle eine Entsäuerungsanlage eingebaut. Unser auf natürliche Weise bereits versauertes Wasser (infolge säurehaltigen Gesteins) wird durch Umwelt­belastungen (saurer Regen) noch aggressiver und könnte in Rohrleitungs­system Auswaschungen hervorrufen, welche die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Dies soll durch die Entsäuerungsanlage verhindert werden.

Wasserschutzgebiete

Zwischen der menschlichen Gesundheit und der Güte des Wassers besteht ein direkter Zusammenhang. Die Verpflichtung zum Gewässerschutz zieht die Pflicht zur Gesunderhaltung der Böden nach sich, um die Selbst­reinigungskraft der Natur zu erhalten. Wasserschutzgebiete sollen die Trinkwasserreserven vor schädlichen Einflüssen schützen. So bestehen Regelungen u.a. für die Bebauung sowie das Ausbringen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Müllablagerungen und Gefahrguttransporte sind verboten. Besondere Sorgfalt ist geboten bei der Abwasserkanalisation sowie bei der Durchfahrt von Kraftfahrzeugen durch diese mit Schildern ausgewiesenen Gebiete. In den Schutzzonen soll so das ober- und unterirdische Einzugsgebiet der Wasserförderstelle gesichert werden.

Gefährdung des Trinkwassers

Da Wasser durch menschliche Maßnahmen nicht vermehrt werden kann, ist der Schutz des vorhandenen Trinkwassers eine vordringliche Aufgabe – die Überlebensfrage der Menschheit, Gefahren drohen dem Trinkwasser z.B.

  • durch ungeklärte Abwässer aus Haushalten und Industrie
  • durch Schadstoffe aus der Luft
  • durch Nitratbelastung der Böden infolge zu starker Düngung
  • durch Verwendung von Pflanzenschutzmitteln     
  • durch unbekannte Gifte aus Mülldeponien
  • durch die Senkung des Grundwasserspiegels infolge Versiegelungder Landschaft
  • durch Fluß- und Bachregulierung
  • sowie durch Ölverschmutzung infolge verschiedener Ursachen

(ein Liter Öl macht eine Million Liter Trinkwasser ungenießbar)

Der Kreislauf des Wassers

Das gesamte Wasser auf unserem Planeten ist in einem gigantischen Kreislauf einbezogen, der von der Sonne als Energiequelle angetrieben wird. Wasser verdunstet an der Oberfläche der Meere und Kontinente (Binnenge­wässer, aber auch Wälder etc. ) in großen Mengen. Die feinen Wassertröpfchen werden in großer Höhe mit der Luft als Wolken weiter­bewegt und bei entsprechend kühler Lufttemperatur, wenn die Luft keine weitere Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann, fallen die zusammengeballten Tröpfchen als Niederschlag zur Erde – je nach Temperatur flüssig ( als Regen) oder fest (als Schnee oder Hagel). In unseren Breiten fallen jährlich rund 800 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter, im Schwarzwald bis zu 2000 Millimeter. Mehr als die Hälfte davon verdunstet, während der Rest über die Oberflächengewässer und das Grundwasser wieder dem Meer zufließt. Auch das Wasser des Künsbaches, welches weiter unten von der Rench aufgenommen und über den Rhein in die Nordsee geführt wird, nimmt teil an diesem Kreislauf.

Heilwasser

Die Kenntnis von den Heilquellen des Renchtales ist so a/t wie die Kultur des Renchtales selbst. Das Mineralwasser der heutigen FREYERSBACHER MINERALQUELLEN wird seit 1838 abgefüllt. Es entspringt aus Tiefen von 60 bis 250 Metern. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das magnesium- und calciumhalitge Mineralwasser in versiegelten Tonkrügen versandt. Heilwasser ist ein Arzneimittel; es unterliegt dem Arzneimittelgesetz und benötigt eine amtliche Zulassung. Das Heilwasser der Freyersbacher Alexanderquelle zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Heilwässern in unserem Land. Es wird traditionell angewendet zur Vorbeugung und Besserung des Befindens bei chronischen Magen- und Darmerkrankungen und bei funktionellen Störungen der ableitenden Harnwege. Unten im Talgrund kann man die Gebäude der Freyersbacher Mineralquellen erkennen.

Oberflächenwasser – Grundwasser – Tiefenwasser

Niederschläge fließen zu einem Teil bereits als Oberflächenwasser auf der Erdoberfläche ab und sammeln sich dort in Rinnsalen, Bächen, Flüssen und Seen. All dieses Wasser kann heute in unserem Lebensraum nur noch in seltenen Ausnahmefällen als Trinkwasser verwendet werden. In Trink-wassergewinnungsanlagen (Wasserwerken) muss es zu Trinkwasser aufbe­reitet werden. Ein Teil des Niederschlagswassers dringt in den Untergrund ein, wo es den Grundwasservorrat ergänzt; hier nehmen es z.B. die Pflanzen mit Hilfe ihrer Wurzeln zur Aufrechterhaltung ihres Wasserhaushaltes auf. Bei ausreichender Filterung während der Bodenpassage kann dieses Grundwasser Trinkwasserqualität haben. Wasser, das in den Untergrund versickert, wird auf seiner Wanderung durch Erd- und Gesteinsschichten von Stoffen reingefiltert, die durch Menschen­hand im oberirdischen Teil des Wasserkreislaufes ins Wasser gelangt sind. Ferner kann sich dieses Tiefenwasser mit Mineralstoffen und Spurenele­menten aus der Erdkruste sowie Kohlendioxid, z. B. aus postvulkanischen Aktivitäten, anreichern.

Nutzung des Wassers früher

Unter den vom Menschen genutzten Energiequellen der Erde gehört Wasser zu den ältesten  und umweltfreundlichsten.  Einfache   Vorrichtungen  zur Nutzung der Wasserkraft gab es in Persien schon um 500 v. Chr.Auch im Schwarzwald zeugen viele Mühlen und Sägewerke heute noch davon,  wie man früher das Wasser nutzte.  Das Räderwerk einer alten Sägewerksanlage, Überreste von „ Bühländers Säge“ ist beim Parkplatz der Peterstaler Mineralquellen erhalten geblieben.Darüber hinaus leistete das Wasser gut Dienste zur Gewinnung von Elektritzität.  So wurde in unserem Ort von 1893 bis 1963 im gegenüberliegenden alten   Elektrizitätswerk  Strom  auf  Wasserkraft  gewonnen   und  an  die Gemeinde geliefert. In der Landwirtschaft sorgten selbstgegrabene Kanäle für Bewässerung und Düngung der Wiesen.Wegen des geringen Wasseraufkommens sowie des felsigen Untergrundes der Rench war in unserem Tal Flößerei nicht in dem Maße möglich wie in der Wolf oder der Kinzig.

Äußere Heilwirkung des Wassers (nach S. Kneipp)

Bereits im Altertum waren die heilsamen Kräfte des Wassers auf den menschlichen Organismus bekannt. Aber erst im letzten Jahrhundert wurden diese Kenntnisse vom Wörishofener Pfarrer Sebastian Kneipp wiederent­deckt, zu einem System von Wasseranwendungen ausgebaut und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.So sollen u. a. Wassertreten, Tautreten, Arm- und Fußbäder sowie Güsse, nach bestimmten Regeln ausgeführt, durch den Reiz des Wassers auf die Haut die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen.Der gesunde Mensch bedient sich der wohltuenden Wirkung des Wassers, um seine Gesundheit zu kräftigen und zu erhalten. Beim heute oft gestressten Menschen kann das gestörte Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele durch gezielte Wasseranwendung harmonisiert werden. Durch Kneippen kann er Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Ausgeglichen­heit wieder finden.

Schlüsselbad Geschichte

Auf dem Geländer der heutigen Schlüsselbadklinik befand sich früher eine „Gastherberge und Sauerbrunnen“, wie aus einem Kaufvertrag von 1650 hervorgeht. Erst 1895 wurde die Quellfassung, zusammen mit einem Sand­stein mit der eingemeißelten Jahreszahl MCCCLXXVII (1377), wieder­entdeckt. In einer Tiefe von 7 Meter stieß man zusätzlich auf Mineralwasser, das aus Felsspalten austrat. Adolf Schäck, der Besitzer des 1899 – 1902 neu erbauten Kurhotels Schlüsselbad, bot dieses Wasser als „Peterstaler Schlüsselsprudel“ zum Verkauf an. Im Jahr 1982 wurde das historische Gebäude zur Schlüsselbadklinik umge­baut. Die Quellen gibt es heute nicht mehr.

Bad Teinach: Ökologischer Naturlehrpfad

Die 27 Informationstafeln entlang des ca. 7 km langen Naturlehrpfades vermitteln dem Betrachter einen tiefen Einblick in die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
Der Rundweg beginnt am Freibadparkplatz in Bad Teinach und verläuft oberhalb des Kurparks bis zur „Kleinen Tour“-Brücke, dann auf der gegenüberliegenden Talseite bis zur Wilhelmshöhe, taldurchquerend bis oberhalb des Friedhofs und von dort folgt der Lehrpfad der Alten Rötenbacher Steige in Richtung Zavelstein, entlang dem Burgweg und zweigt in der Aischbachschlucht Richtung Adolfshöhe ab.
Die Infotafeln
  • Tafel 1: Typische Bewohner eines Fließgewässers
    Entfernung: 0,1 km
  • Tafel 2: Die Lebensgemeinschaft der Blumenwiese
    Entfernung: 0,3 km
  • Tafel 3: Höhlenbauer und Nachmieter
    Entfernung: 0,6 km
  • Tafel 4: Ökosystem Wald
    Entfernung: 0,8 km
  • Tafel 5: Erholungsfunktion des Waldes
    Entfernung: 1 km
  • Tafel 6: Der Wald als Wasserspeicher
    Entfernung: 1,3 km
  • Tafel 7: Giftpilze
    Entfernung: 1,4 km
  • Tafel 8: Einheimische Singvögel in Park und Wald
    Entfernung: 1,5 km
  • Tafel 9: Nahrungsspezialisten unter den Vögeln
    Entfernung: 1,8 km
  • Tafel 10: Lebensraum Feuchtwiese
    Entfernung: 1,9 km
  • Tafel 11: Waldtiere I
    Entfernung: 2 km
  • Tafel 12: Holz und seine Verwendung am Beispiel der Kiefer
    Entfernung: 2,2 km
  • Tafel 13: Vernetzungssystem hügelbauender Waldameisen
    Entfernung: 2,7 km
  • Tafel 14: Heimische Spechte
    Entfernung: 3,1 km
  • Tafel 15: Waldtiere II
    Entfernung: 3,3 km
  • Tafel 16: Entwicklungsstadien eines Hummelvolkes
    Entfernung: 3,5 km
  • Tafel 17: Leben im Steinhaufen
    Entfernung: 4 km
  • Tafel 18: Die Vogeluhr
    Entfernung: 4,2 km
  • Tafel 19: Naturgemäßer Waldbau
    Entfernung: 4,6 km
  • Tafel 20: Lebensraum Totholz
    Entfernung: 4,8 km
  • Tafel 21: Die Aufgabe der Jagd
    Entfernung: 5,2 km
  • Tafel 22: Die Jagd im Wandel der Zeit
    Entfernung: 5,3 km
  • Tafel 23: Jagdweisen der Greifvögel
    Entfernung: 5,7 km
  • Tafel 24: Schutzfunktion des Waldes
    Entfernung: 5,9 km
  • Tafel 25: Tarnen und Täuschen
    Entfernung: 6,4 km
  • Tafel 26: Lebensgemeinschaft Wald
    Entfernung: 6,8 km
  • Tafel 27: Leben im Schutz der Dunkelheit
    Entfernung: 7,1 km
  • Ziel: Ausgangspunkt Freibadparkplatz
    Entfernung: 8,0 km

Bad Wildbad: Historisch-geologisch-botanischer Spaziergang

Spurensuche in Bad Wildbad:

Bahnhof – Rennbachtal – Paulinenhöhe. Durch ein Projekt der AG Spurensuche des Enztal-Gymnasiums entwickelte sich dieser Historisch-Geologisch-Botanische Spaziergang, der mit Hilfe des Heimat- und Geschichtsvereins Oberes Enztal sowie dem Forstamt, dem Schwarzwaldverein und der Stadt Bad Wildbad umgesetzt wurde.

Bad Wildbad hat wegen seiner Thermalquellen, seiner fürstlichen Vergangenheit sowie seiner von Wald, Talauen und klarem Wasser geprägten Landschaft im nördlichen Schwarzwald vielerlei Besonderheiten zu bieten. Im größten zusammenhängenden Waldgebiet des Schwarzwaldes gelegen und mit einem Waldanteil von über 90% seiner Gemarkung, verkörpert Bad Wildbad die Faszination des viel gerühmten „Mythos Schwarzwald“.

Bei einem Spaziergang, der ab dem Bahnhof ca. 90 Minuten dauert, rücken interessante Aspekte aus Geschichte und Natur des Oberen Enztals ins Blickfeld.

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Bad Wildbad

Flyer „Historisch-geologisch-botanischer Spaziergang“

Baiersbronner Seensteig

Der Baiersbronner Seensteig führt durch eine unverwechselbare Landschaft um die gesamte Gemarkung von Baiersbronn, vorbei an zahlreichen Karen, beeindruckenden Zeugen der letzten Eiszeit:

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Weihermiß

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Weiher

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Kar am Osthang des Gaiskopfs

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Ruhesteinloch

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Pommersloch beim Dreifürstenstein

Der Streckenverlauf wurde auf Basis der Originaltour der Baiersbronn Tourismus zu einer Rundwanderung mit Start/Ziel am Bahnhof Baiersbronn angepasst. Bei den Karseen wurde, wo möglich, eine Umrundung der Seen ergänzt.

Tourenverlauf:

Baiersbronn – SankenbachseeWeihermiß – Kniebis – EllbachseeWeiher – Mitteltal – Zuflucht – Buhlbachsee – Lotharpfad – Schurkopf – Kar am Osthang des Gaisbergs – Schliffkopf – Vogelskopf – Ruhesteinloch – Ruhestein – Wildsee – Darmstädter Hütte – Schwarzkopf – Mummelsee – Hornisgrinde – Biberkessel – Dreifürstenstein Pommersloch – Tanzplatz – Langeck – Blindsee – Hohekopf – Schurmsee – Schönmünzach – Huzenbacher See – Tonbach – Rinkenkopf – Baiersbronn.

(Kar mit See, Kar ohne See)

Der Seensteig ist offiziell in fünf Tagesetappen unterteilt:

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Etappe 3

Alle Etappenorte sind leicht mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar.

Sportliche Wanderer können den Steig auch in weniger als fünf Tagen erwandern. Auf der Tour erlebt der Wanderer viele Besonderheiten des Schwarzwaldes: unterschiedlichste Waldformen wie Misch- und Bannwald, Karseen und Wasserfälle, Grinden und der Nationalpark Schwarzwald.

Schwarzwald Tourismus GmbH

Die offizielle Tourenbeschreibung.

Baiersbronn: Steine erzählen Geschichte

Die Wanderung entlang der Rotmurg vermittelt einen Einblick in den komplizierten Aufbau des Grundgebirges und in die Hinterlassenschaft einst tätiger Vulkane. Viele verschiedene Gesteine, dazu noch die Auswirkungen der eiszeitlichen Vergletscherung auf die Oberflächenformen sind zu erkennen. Die Wanderung beginnt in der Ortsmitte von Obertal und endet beim Naturschutzzentrum Ruhestein. An 36 Stationen und in einer zur Rast einladenden Hütte mit weiteren Informationen werden Geologie und Landschaftgeschichte des Rotmurgtals erklärt. Aber auch volkskundliche, wald-, vegetations- und gewässerkundliche Aspekte kommen nicht zu kurz.Wegstrecke ca. 7 km.

Offizielle Tourenbeschreibung

Baiersbronn Touristik

Textquellen

Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.) (2020): LGRB-Kartenviewer – Layer Geotouristische Übersichtskarten – Unterlayer Lehrpfade.

Barbey-Seroux: Sentier du Champs de Roches (Hochvogesen, Frankreich)

Ein mysteriöses Blockmeer (Felsenfeld) bei Barbey-Seroux

In Barbey-Seroux gibt es ein mysteriös anmutendes Blockfeld aus Steinen. Aber von woher kommen sie? Wie können Steine, die mehrere Tonnen wiegen, auf dieses Plateau welches das Tal der Vologne überragt, gelangt sein? Die Anhäufung der Blöcke weckt die Neugier.

Der Versuch einer Erklärung

Beobachtungen vor Ort:

  • Die Kanten der Blöcke sind etwas stumpf, bleiben aber eckig.
  • Verschiedene Granitarten und selbst Sandstein oder Gneis konnten an Ort und Stelle gefunden werden.
  • Die Blöcke sind ungefähr 7 Meter dick gestapelt.

 

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Nur ein Gletscher kann Blöcke mehrere Kilometer transportieren. Im Oberlauf des Gletschers wurden aus brüchigem Fels Gesteinsblöcke herausgelöst und über den Gletscher talabwärts transportiert.

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Nach dem Abschmelzen des Gletschers vor ca. 50000 Jahren wurden die Blöcke als Schutt abgelagert (Moräne). Feines Gesteinsmaterial wurde im Laufe der Zeit ausgewaschen.

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Zwischen den mit Flechten und Moosen bewachsenen Blöcken leben Mäuse und Eidechsen. Nur langsam besiedeln auch höhere Pflanzen die Blockfelder, v.a. kleinere Birken.

Barr: Sentier géologique de Barr (Vogesen, Frankreich)

Die Region Barr liegt etwa 30 km südwestlich von Straßburg am Rande der Elsass-Ebene am Fuße des Vogesenmassivs und weist eine sehr unterschiedliche Geologie auf (Schiefer, Granit, Diorit, Vulkanablagerungen, Sandstein usw.).

Die lokale und regionale geologische Geschichte vom Paläozoikum bis zur Gegenwart wird daher auf einem vom Vogesenclub Barr geschaffenen Weg erläutert.

Insgesamt 31 mit Zeichnungen und Texten illustrierte Tafeln markieren den Weg mit einer Gesamtlänge von ca. 15 km und einem Höhenunterschied von 600 Metern.

Berghaupten: Badische Kohle

Am Eingang des Kinzigtals, im Naturpark Schwarzwald, liegt der idyllische  Wein- und Erholungsort Berghaupten. Das Kinzigtal ist das am tiefsten eingeschnittene Tal im inneren Schwarzwald. Wegen des dort sehr milden Klimas gehört das Tal zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Obstgärten und Weinberge prägen das Bild der Landschaft.

Im malerischen Ortskern fällt besonders der stattliche Bau des Rathauses, ein ehemaliges Wasserschlösschen, ins Auge. Ringsum reihen sich die schmucken Häuser.

Dass früher in Berghaupten Bergbau betrieben wurde, war eigentlich einem Zufall zu verdanken. Mitte des 18. Jahrhunderts wollte der Grundherr von Berghaupten, Freiherr von Schleys, Heilquellen entdecken, wie sie auch in der Region, z.B. in Baden-Baden, gefunden worden waren. Statt der Heilquellen fand man Steinkohle. Heute erinnern noch ein Bergwerkskamin und ein Denkmal an die Zeiten des Steinkohleabbaus.

Kohlenbergwerk

Der Grundherr von Berghaupten Freiherr Tobias Ernst von Schleys sowie die Freiherrn von Röder in Diersburg wollten Heilquellen ausfindig machen, denn die Quellen der Heilbäder in der Region wie in Baden-Baden, Badenweiler, im Renchtal waren bei Fürsten, Grafen und der begüterten Schicht sehr begehrt. Die angeheuerten Bergknappen fanden jedoch statt des ersehnten Heilwassers Steinkohle. Gegraben wurde im Hagenbach, in Zunsweier, in Diersburg und in Berghaupten, vor allem im Bereich der Heiligenreute und bei der Bergkuppe Barack, die deshalb so heißt, weil dort die Wohnbaracken der Bergleute aufgestellt waren. 1755 begann man mit der Öffnung der Lager und dem Abbau der Kohle. Im Lehensbrief von 1755 heißt es,” … deren Öffnung dem Publico nützlich seyn und besonders den Unterthanen zu Berghaupten zu mehrerer Nahrung und Verdienst gereichen könnte”. Mit diesem Lehensbrief beauftragte von Schleys, Johannes Bauer, Bürger und Pflugwirt zu Kehl-Dorf “, alle Gänge auf seine Kosten und Gefahr zu öffnen und die Unkosten an sich selbst zu haben”. In dem genannten Trakt verpflichtete sich Johannes Bauer den Wert des fünften Zentners von Steinkohlen an die Herrschaft zu entrichten und vierteljährlich zu bezahlen. Der Pflugwirt Bauer förderte 40 Jahre lang Kohle. Teilweise waren 100 Mann im Bergwerk tätig, wobei vor allem Zimmerleute benötigt wurden, um die Schächte abzustützen. Im Berghauptener Revier hatte man stets mit großen Wassermassen zu kämpfen, wobei letztlich 20 Zentner Wasser bewältigt werden mussten, um 1 Zentner Kohle zu fördern. Dieses Problem führte die jeweiligen Betreiber immer wieder in große wirtschaftliche Schwierigkeiten, wenngleich ein Gutachten aus dem Jahr 1845 der Kohle bescheinigt, “die Vorzüglichkeit der Berghauptener Kohle ist unbestritten, sie übertrifft die Saarkohle und ist der besten Ruhrkohle gleich, zehrt das Eisen nicht ab, wie andere Steinkohlen und das gröbste Eisen und Stahl kann damit verarbeitet werden.” Mitte der 20er Jahre schloss nach über 200 Jahren Betriebsamkeit das Steinkohlebergwerk. Heute zeugen noch der Bergwerkskamin und das Bergwerksdenkmal von der Zeit des Kohlereviers Berghaupten.

Stollenmundloch bei der ehem. Bergbauansiedlung Barack (Hagenbach)

Hinweistafel zur ehem. Ansiedlung

Bernau: Blössling

Die folgende Beschreibung wurde übernommen von der privaten Webseite www.opengeiger.de –  Stand 19.07.2014.

Mit freundlicher Genehmigung von Bernd Laquai. Vielen DANK.

Aussicht Top – Strahlung Top: Der Blössling bei Bernau im Südschwarzwald

Prof. Franz Kirchheimer und sein Mitarbeiter Otto Leible hätten wahrscheinlich Luftsprünge gemacht, wenn sie gemerkt hätten, wie hoch die Ortsdosisleistung bzw. die natürliche Radioaktivität im Gebiet hinter Bernau ist, das ist nämlich gar nicht so weit weg von der damaligen Urangrube im Krunkelbachtal. Den beiden haben nämlich die Menzenschwander den Ärger mit dem Schwarzwald-Uran zu verdanken, welches in den 50er Jahren im Krunkelbachtal abgebaut wurde („probehalber“ versteht sich). Und beide Herren versuchten mit viel Mühe noch weitere interessante Ecken im Schwarzwald zu finden, bis sich dann schließlich die Natur- und Heimatschützer doch noch gegen die Interessen des Bergbaus und gegen den Herrn Burda, der Menzenschwand zum gehobenen Mekka der Radon-Balneologie machen wollte, durchsetzen konnten.

Die Suche solcher Stellen (auch Uranprospektion genannt) hat etwas mit der berühmten Nadel im Heuhaufen zu tun und erinnert etwas an die Kriminalistik und Forensik. Nur hatten die Herren Kirchheimer und Leible kein Internet und keinen Szintillationszähler mit der Empfindlichkeit von heute zur Verfügung. Heute wird die Uranprospektion in USA, Australien oder Kanada (Saskatchewan) vom Hubschrauber aus gemacht, der mit gewaltigen Natriumjodid-Szintillationszählern in etwa 100m ein Prospektionsgebiet mäanderförmig, oder den Höhenlinien entlang, überfliegt und nuklidspezifisch die Gammastrahlung misst. Um Uran aufzuspüren schaut man dann in erster Linie auf das gammaintensive Zerfallsprodukt in der Uran-Zerfallskette, das Bismut-214, wo man eine starke Linie bekommt, wenn es Uran im Boden gibt. Mit dieser Methode lassen sich auch Strahlungs-Karten mit einer Auflösung von weniger als 200m erstellen.

Nun darf auch das Bundesamt für Strahlenschutz ab und zu mal mit einem Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes mitfliegen und solches Equipment einsetzen um zum Beispiel verlorengegangene Strahlungsquellen zu suchen oder anderweitig verdächtige Vorgänge zu analysieren. In der Schweiz gibt es dagegen eine spezielle Aeroradiometriegruppe an der ETH Zürich, die sich um die Sicherheit von kerntechnischen Anlagen kümmert und jährliche Übungen durchführt. Und manchmal üben dann beide Länder gemeinsam, so z.B. 1999. Jetzt suchen sich die Teams natürlich ein grenznahes Übungsgebiet aus und da bietet sich eben an, z.B. mal über die ehemalige Urangrube im Krunkelbachtal zu fliegen um zu sehen was man da so mit heutigen Mitteln davon sieht.

Nun lassen die Schweizer ihre Bevölkerung immer etwas mehr an den Ergebnissen solcher Übungen teilhaben, als die Deutschen und so findet man den Schweizer Bericht auch im Internet unter dem Titel ARM99 und kann unter dem Kapitel Schwarzwald 1999 nachlesen. Nun wäre der Bericht sicher nicht erschienen, wenn man die Grube „Hans Paul“ im Krunkelbachtal nicht hätte erkennen können und nicht beide Helikoptertrupps in etwa das gleiche Ergebnis erzeugt hätten. Man sieht die ehemalige Urangrube also als leuchtend roten Tupfen im türkis eingefärbten Krunkelbachtal. Man kann daran auch erkennen, dass es im wesentlichen der Rest der Halde ist, was da leuchtet und für eine hohe Radioaktivität steht. Die Grube ist ja bereits „renaturiert“, zumindest was den Grubeneingang anbelangt, der Haldenrest strahlt allerdings immer noch mit mehr als 1μSv/h vor sich hin. Ansonsten tut sich im Krunkelbachtal aber nichts all zu Auffälliges was die radioaktive Strahlung des
Bismut-214 bzw. die Ortsdosisleistung anbelangt.

Was aber an den Karten doch etwas auffällt, ist, dass es am Rande im Süd-Westen des abgeflogenen Gebiets in der Nähe von Bernau zwei viel größere Gebiete gibt, die noch viel deutlicher rot leuchten, besonders wenn man sich die Beilage 14 für das Bismut-214 anschaut. Auf den Karten der Bodentrupps, welche zum Vergleich die Ortsdosisleistung in 1m Abstand über dem Boden gemessen haben, steht lediglich > 210nSv/h. Hier kommt jetzt das Thema Kriminalistik auf, denn wer die Grube im Krunkelbachtal und die Ortsdosisleistung auf der Halde kennt, dem kommt nun schnell ein Verdacht.

Der Kampf um das Schwarzwald-Uran wäre vermutlich nicht so hart geführt worden, wenn die Natur in dieser Ecke des Südschwarzwalds nicht so ausgesprochen schön und einmalig und daher auch schützenwert wäre. Daher kann man auch gleich die zweite Schlussfolgerung ziehen: Es lohnt sich vermutlich schon allein der Natur wegen, diesem Gebiet ein Besuch abzustatten und nachzuschauen. Außerdem kann man, um nicht allzu lange suchen zu müssen, die Koordinaten des Schweizer Koordinaten Gitters bzw. die Deutschen Gauß Krüger Koordinaten des Messgebiets in GPS Koordinaten umrechnen und so die Strahlenkarte aus dem Helikopter auf den GPS Koordinaten einjustieren, dass man in Ungefähr die Lage der roten Gebiete ins Wander-Navi übertragen kann.

Und in der Tat, was man vor Ort sieht ist einerseits eine atemberaubend schöne Natur, mit wunderschöner Aussicht und anderseits eine Ortsdosisleistung, die es locker in die Top Ten Deutschlands schafft. Das erste rote Gebiet liegt beim Skilift Köpfle am Rande von Bernau-Innerlehen, das andere am Südwest-Hang des Blössling.

Man kann beide roten Gebiete gut mit einer Wander-Rundtour verbinden und dabei vom Rathaus Innerlehen über das Köpfle von Süden her auf den Blössling Gipfel hochwandern (1309m), dort an der Artur Schweizer Hütte Rast machen, die herrliche Aussicht genießen und über ein Stück des Westwegs den Nordhang hinunter und über den Sportplatz wieder zurück nach Innerlehen wandern. Die dazu zurückgelegte Strecke beträgt so etwa 10km.

Während im Dorf Innerlehen die Welt, was die Ortsdosisleistung anbelangt, noch ganz in Ordnung ist, merkt man sobald man die Wiesen am Köpfle erreicht, dass sich etwas tut. Die Werte gehen da schon Richtung 0.3μSv/h. Läuft man die Wiese hoch (auf den Weidebetrieb achten) über die Gleitschirmabsprungrampe bei N47 47.980 E8 01.639 zur oberen Station des Skilifts Köpfle, dann merkt man an Stellen die nicht mit Gras überwachsen sind, dass an vielen Stellen Werte über 0.5μSv/h auftauchen. Im Bereich eines kleineren Gesteinsaufschlusses bei N47 47.961 E8 01.632 ist dies beispielsweise der Fall. Läuft man dann weiter den Weg zum Blössling Gipfel hoch, bemerkt man etwa bei N47 47.614 E8 00.385 einen zweiten Hotspot. Dort werden für einzelne kurz gewählte Zählintervalle schon auch mal Werte von annähernd 1uSv/h erreicht. Der Nordhang des Blösslings dagegen ist wieder harmlos, dort hat man es meist mit Werten unter 0.2μSv/h zu tun.

Damit lässt sich der Verdacht also ganz klar bestätigen. Das bedeutet, dass im Bereich dieser, allerdings doch noch sehr lokalen Gebiete, die aber deutlich größer als die Halde der Grube im Krunkelbachtal sind, einiges an Uran liegen muss. Und das macht sich heute eben fast deutlicher bemerkbar als zu den Zeiten wo im Krunkelbachtal noch nicht geschürft worden war.

Schaut man sich das Gestein am Blössling Hotspot an der Oberfläche genau an, so handelt es sich meist um Granit ohne auffällig große Mineralieneinschlüsse. Am Köpfle ist der Grasbewuchs dagegen zu dicht, als dass man dort überhaupt die Ursache für die hohe natürlich radioaktive Strahlung erkennen könnte, ohne zu graben. Das bedeutet entweder, dass das Uran fein in der Gesteinsmatrix verteilt ist oder aber unter der für den Wanderer sichtbaren Gesteins-Oberfläche liegt.

Jedenfalls wird man am BfS und an der ETH genau wie an den jeweiligen Bergämtern schon seit geraumer Zeit wissen, dass es hier weitere Uran-Anomalien im Gestein geben muss, die, falls Bedarf bestünde, unter Umständen auch abbaubar wären. Man hält sich dazu aber am BfS aus verständlichen Gründen etwas bedeckt, zumindest solange es in Deutschland noch ein gewisses staatliches Interesse an diesem chemischen Element und seiner kerntechnischen Nutzung gibt. Aber genau in dem Hinblick ist nicht ganz verständlich, warum sich manche Bewohner des Schwarzwald so gegen Naturschutzgebiete wehren, das war jedenfalls im Krunkelbachtal eines der tragfähigsten Argumente vor den Gerichten, als es um die Zulassung des Uranabbaus für das damalige Bergbauunternehmen Brunhilde ging.

Abb. 1: Geo-referenzierte Messdaten der Gamma-Ortsdosisleistung sind farblich entlang des Wegs markiert. Der Weg in der Nähe der Grube leuchtet deutlich rot. Dabei bedeutet rot >0.5uSv/h, magenta>0.4uSv/h, gelb>0.3uSv/h, türkis>0.2uSv/h, blau>0.1uSv/h (gemessen und über 2 min gemittelt mit Gammscout)

Abb. 2: Hotspot am Skilift Köpfle

Abb. 3: Hotspot am Blösslingsattel

Abb. 4: Profil der Gamma-Ortsdosisleistung über die gesamte Tour. Am Hotspot beim Köpfle wurden aber wesentlich mehr Messpunkte aufgezeichnet (längere Verweildauer) als am Blössling-Sattel. Mittelungsdauer 2min.

Abb. 5: Bergstation des Skilifts Köpfle

Abb. 6: Messung am Hotspot Köpfle

Abb. 7 Gut ausgeschilderte Wege

Abb. 8: Granit-Aufschlüsse am Wegesrand zum Blössling

Abb. 9: Der Weg zum Blössling Gipfel

Abb. 10: Der Blössling-Gipfel mit Artur Schweizer-Schutzhütte

Abb. 11: Die herrliche Aussicht auf Bernau und das Hinterland

Abb. 12: So sieht ein Genusspfad aus

Textquelle

Links

B. Bucher, L. Rybach, G. Schwarz, Chr. Bärlocher Aeroradiometrische Messungen im Rahmen der Übung ARM99 Schwarzwald 1999; Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) http://www.gtr.geophys.ethz.ch/far/reports/uarm99/FAR99.pdf

Der Streit um das Schwarzwald-Uran Armin Simon Donzelli-Verlag Mai 2003 ISBN 3-933284-11-2.

Fotos von der Wander-Tour auf den weiteren Seiten. GPS-Tour-Daten im Downloadbereich von opengeiger.de

Bernau: Naturlehrpfad Herzogenhorn

Der fünf Kilometer lange Naturlehrpfad verläuft durch eine fast unberührte Landschaft, in der es seltene Pflanzen der subalpinen Flora zu entdecken gilt. Zahlreiche Informationstafeln begleiten den Naturliebhaber auf dem meist schmalen Weg über Wurzeln und Felsen. Vom Gipfel des Herzogenhorns bietet sich eine weite Rundumsicht vom Feldberg bis zu den Alpen.

Die Rundwanderung beginnt am Wanderparkplatz Krunkelbach unterhalb der Krunkelbachhütte.

Bernau-Oberlehen: Zauberwaldpfad Taubenmoos

Durch die verwunschene Hochmoorlandschaft des Taubenmoos in Bernau, Ortsteil Oberlehen, führt auf 2,5 Kilometern der Zauberwald-Pfad. Üppig wachsen Moose, Farne, Rauschbeeren und Wollgras. Schmale Wege schlängeln sich durch Wald und Wiesen, Moorbächlein murmeln, es geht über hölzerne Stege und Brücken. Der Rundweg ist für jeden ein wunderschönes Erlebnis, und auch mit dem Kinderwagen machbar.
15 Spiel-, Erzähl- und Infostationen machen den Weg zu einem herrlichen Naturerlebnis: Kinder können am Wasserad plantschen, von Kletterbäumen ins Moor schauen, im Hexenhüttle spielen. Erzählt wird vom versunkenen Kloster und vom seltsamen Schweinewiibli. Auf einem Pirsch-Pfad haben sich 20 Tiere im Wald versteckt.

Start des Zauberwald-Pfades ist am Parkplatz Loipenzentrum/Loipenhaus beim Ortsteil Oberlehen.

Auf der Webseite der Gemeinde Bernau gibt es den Flyer gibt es zum Herunterladen .

Textquelle: Gemeinde Bernau

Besenfeld: Auf den Spuren von Wilhelm Hauff

Die Rundwanderung startet in Besenfeld, einem Ortsteil von Seewald. Ein erster Aussichtspunkt oberhalb des Ortes ermöglicht einen Blick auf Besenfeld, in das Murgtal, zur Hornisgrinde – dem höchsten Berg im Norschwarzwald und bei guter Sicht auch bis zur Schwäbischen Alb.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand mitten im Wald das Wirtshaus „Oberes Neuhaus“ (1781 – 1803), um das sich einige Räubergeschichten rankten. Diese dienten dem Dichter Wilhelm Hauff als Vorlage für seine Erzählung „Das Wirtshaus im Spessart“. Bei Ausgrabungen fand man noch Reste eines Kachelofens, Tonscherben von Essgeschirr und Fensterglas – sie können im Rathaus „Sonne“ in Besenfeld besichtigt werden. Etwa 50 m dahinter konnte ein Brunnen teilweise freigelegt werden.

Zur gleichen Zeit stand in der Nähe einer der größten Kohlenmeiler im nördlichen Schwarzwald. Ein Nachbau erinnert an die Tradition der Köhler, deren beschwerliche und wenig angesehene Arbeit Wilhelm Hauff zum Thema seines Märchens „Das kalte Herz“ machte.

Zum Waldgewerbe zählte auch die Flößerei. So wurde der Kaltenbachsee um das Jahr 1780 für die Scheitholzflößerei angelegt und um 1813 als Schwellsee mit Schwellwerk in Stein ausgebaut. Über den Kaltenbach wurde das Kleinholz weiter zur Enz getriftet. Für den nötigen Vortrieb musste daher ein großer Wasserspeicher errichtet werden. Der Wasserablauf mit einem markanten Rundbogen unterhalb des Schwelldamms ist noch sehr gut erhalten.

Wie die Enz wurde auch die Nagold bis Anfang des 20. Jahrhunderts für die Trift von Baumstämmen genutzt. Ihre als Nagoldursprung bezeichnete Quelle liegt am Wanderweg beim Seewalder Ortsteil Urnagold.

Schon gewusst?

  • Wilhelm Hauff (1802 – 1827) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik, geboren und gestorben in Stuttgart. Er gehörte zum Kreise der Schwäbischen Dichterschule.
  • Seine kurze literarische Schaffensperiode begann 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs. Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase. 
  • Er veröffentlichte zwischen 1825 und 1827 Märchen in drei Sammlungen. Der dritte Band, der „Märchen-Almanach auf das Jahr 1828„,  enthält vier Beiträge, die durch eine Rahmenerzählung namens „Das Wirtshaus im Spessart“ verbunden sind.
  • Vier Reisende erzählen sich in einem Wirtshaus im Spessart nachts Geschichten um nicht einzuschlafen, da sie den Überfall einer Räuberbande befürchten.
    • Ein Zirkelschmied erzählt „Die Sage vom Hirschgulden“
    • ein Student das Märchen „Das kalte Herz“,
    • ein Jäger das Märchen „Saids Schicksale“ und
    • ein Goldschmied die Sage „Die Höhle von Steenfoll“.
  • Die Schwarzwaldsage „Das kalte Herz“ ist wohl die bekannteste der Sagen. Die Geschichte vom hilfreichen Glasmännlein und dem teuflischen Holländer Michel, an den der arme Köhler Peter Munk aus dem Schwarzwald sein Herz verkauft, war nicht nur für Kinder gedacht.

Textquellen

Wikipedia

Wikipedia

Das Leben und Werk des Wilhelm Hauff.

Bollschweil-St. Peter: Bergbauhistorischer Lehrpfad

Burg- und Bergbau – die Birchiburg in Bollschweil e.V.

Aubach Gütle
79283 Bollschweil
Ortsteil: St. Ulrich

Tauchen Sie ein in die Lebens- und Schaffenswelt der mittelalterlichen Bergleute!

Der bergbauhistorische Lehrpfad erschließt das Bergbaurevier am Birkenberg. Hier wird dem Besucher auf über 20 Schautafeln ein Eindruck von der Lebens- und Schaffenswelt der mittelalterlichen Bergleute vermittelt, die hier silber-, kupfer- und bleihaltigen Erzen abbauten. Der Fußpfad windet sich durch einen lichten Hochwald, vorbei an eindrucksvollen Bergbauspuren, die die Jahrhunderte überdauert haben. Der Rundgang führt zunächst durch einen tiefen, schluchtartigen Verhau und dann den steilen Birkenberg-Nordhang hinauf, vorbei an verfallenen Stollen und Schächten. Im höher gelegenen Abschnitt quert der Pfad das Zentrum einer ehemaligen Bergleutesiedlung mit noch erkennbaren Arbeits- und Wohnterrassen. Schließlich erreicht der Weg beim Wiederabstieg ins Tal die Ruine der Birchiburg, die man von einer Aussichtsplattform gut überblicken kann.

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Bollschweil-St. Ulrich

Flyer „Das mittelalterliche Bergbaurevier bei Bollschweiler“

Im Auftrag der Gemeinden Bollschweil und Bad Krozingen wurde in den Jahren 2003/04 der bergbaugeschichtliche Lehrpfad am Birkenberg angelegt und am 28. Sept. 2004 eingeweiht.

Der bergbauhistorische Lehrpfad erschließt mit einer Gesamtlänge von etwa 1600 m das Bergbaurevier am Birkenberg. Hier wird dem Besucher auf über 20 Schautafeln ein Eindruck von der Lebens- und Schaffenswelt der mittelalterlichen Bergleute vermittelt. Der Rundgang führt zunächst durch einen tiefen, schluchtartigen Verhau und dann den steilen Nordhang hinauf, vorbei an verfallenen Stollen und Schächten. Im höher gelegenen Abschnitt quert der Pfad eine ehemalige Bergleutesiedlung mit noch erkennbaren Arbeits- und Wohnterrassen. Schließlich erreicht der Weg beim Wiederabstieg ins Tal die Ruine der Birchiburg.

Blick in den sogenannten „Verhau“ – einen mittelalterlichen Tagebau (Foto: Archäologie-Werkstatt)

Der bergbauhistorische Lehrpfad erschließt mit einer Gesamtlänge von etwa 1600 m das Bergbaurevier am Birkenberg. Hier wird dem Besucher auf über 20 Schautafeln ein Eindruck von der Lebens- und Schaffenswelt der mittelalterlichen Bergleute vermittelt. Der Rundgang führt zunächst durch einen tiefen, schluchtartigen Verhau und dann den steilen Nordhang hinauf, vorbei an verfallenen Stollen und Schächten. Im höher gelegenen Abschnitt quert der Pfad eine ehemalige Bergleutesiedlung mit noch erkennbaren Arbeits- und Wohnterrassen. Schließlich erreicht der Weg beim Wiederabstieg ins Tal die Ruine der Birchiburg.

Übersichtsplan zum mittelalterlichen Bergbaurevier am Birkenberg mit Lehrpfadtrasse und Stationen (nach Gert Goldenberg und Matthias Fröhlich)

Wegweiser Bergbaulehrpfad (Foto: Archäologie-Werkstatt)

Mundloch eines mittelalterlichen Stollens (Foto: Archäologie-Werkstatt)

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des Freundeskreis Birchiburg e.V. und der Archäologie-Werkstatt, Freiburg. VIELEN DANK.

Bouxwiller: Sentier géologique du Bastberg (Vogesen, Frankreich)

Doch alle diese Betrachtungen übertraf der Anblick, wenn man von dem nahgelegenen Bastberg die völlig paradiesische Gegend überschaute. Diese Höhe, ganz aus verschiedenen Muscheln zusammengehäuft, machte mich zum ersten Male auf solche Dokumente der Vorwelt aufmerksam; ich hatte sie noch niemals in so großer Masse beisammen gesehn.

(aus: Dichtung und Wahrheit)

Johann Wolfgang von Goethe

Dichter

Der geologische Pfad zeigt Gesteine des Elsass, die als Trockensteine zu mehreren Meter hohen Chörten aufgesetzt wurden. Die Steingebäude sind typisch für die Region.

Erdgeschichte der Region

Oolithische Kalksteine

Chorten „La porte“

Chorten „Le Masque“

Chorten „La Vrille

Chorten „L’oeuf“

Chorten „Le Temple“

Spurenfossilien

Geologie und Geographie

Formation du conglomérat à galets de calcaire

L’Administration des Mines de Bouxwiller

Chorten „Le Casque“

Le célèbre gisement fossile du calcaire lacustre de Bouxwiller

Chorten „Le Goliath“

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Bouxwiller

Flyer „Les Sentiers de Découvertes du Bastberg“

Buggingen: Ehemaliges Kalibergwerk

Buggingen: Ehemaliges Kalibergwerk

Besondere Orte
Buggingen: Ehemaliges Kalibergwerk

INHALT

Video: So war der Kalisalz-Bergbau in Südbaden

Überblick

Beginn des Kalibergbaus

Geologie

Chronologie

Abbau

Grubenunglück

Schwierigkeiten beim Abbau

Arbeit im Wandel

Rückbau

Ausstehende Sanierung der Abraumhalde

Textquellen

Überblick

Das Kalisalzbergwerk Buggingen war das größte Bergwerk Süddeutschlands. Es bestand von 1922 bis 1973. Mit bis zu 1.200 Beschäftigten war es ein bedeutender Arbeitgeber der Region.

Eine geförderte Tonne Rohsalz enthielt 28 % Kalisalz und 48 % Steinsalz. Insgesamt förderte das Werk 17 Millionen Tonnen Rohsalz. Das Kali wurde in einer eigenen Fabrik zu Düngemitteln verarbeitet, ferner wurden Brom und Streusalz erzeugt. Letzter Besitzer war die Kali + Salz AG mit Sitz in Kassel.

Beginn des Kalibergbaus

1904 wurde durch Tiefbohrungen bei Mülhausen Kalisalz gefunden. Dadurch entstand linksrheinisch das Kalirevier im Elsass.

Der Berliner Bankier Fritz Eltzbacher erhielt 1910 die Konzession zur Suche nach Salzlagerstätten auf der badischen Rheinseite. Nahe Buggingen wurden in den Jahren 1911 bis 1913 auf den Gewannen „Breitlache“, „Hölzleeck“ und „Ob dem Mühlengraben“ Bohrungen niedergebracht. Bei Hartheim (10 km nördlich von Buggingen) wurde eine am 2. März 1911 begonnene erste Tiefbohrung bei 1143 m abgebrochen. In der am 11. Januar 1912 begonnenen Tiefbohrung Buggingen 1 westlich des Bahnhofs wurde in 712 m Teufe ein 4 m mächtiges Kalilager erbohrt. Eine Bohrung im „Kuntel“ blieb erfolglos. Die angetroffenen Salze gehörten zu den qualitativ wertvollsten damals bekannten Kalisalzen.

Nach diesen Voruntersuchungen folgten langwierige Verhandlungen zur Gründung des Bergwerks, da sich zunächst viele Grundstückseigner weigerten, ihr Gelände zu verkaufen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, kamen die Verhandlungen gänzlich zum Erliegen. 1916 erhielt Eltzbacher die Konzession zur Gewinnung von Kalisalz. Am 22. April 1922 wurden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwarb 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

Unter der Leitung von Bergwerksdirektor Theodor Albrecht wurde am 7. August 1922 der Bau des Schachtes Baden (Schacht 1) begonnen. 1924 wurde das Abteufen des Schachtes Markgräfler (Schacht 2) 60 m südlich von Schacht 1 begonnen. Im Juli 1925 erreichte Schacht 1 das Kalilager in 786 m Teufe, im Oktober 1926 Schacht 2 bei 779 m. Von 1923 bis 1927 folgte der Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohnungen usw.). Einzelne Werkswohnhäuser an der Grißheimer Straße wurden bereits im Mai 1923 bezogen, das Verwaltungsgebäude wurde zwei Jahre später fertiggestellt.

1928 wurde die regelmäßige Förderung von Rohsalz und die Kalidüngerproduktion aufgenommen. 1930 betrug die Jahresfördermenge 250.000 t Rohsalz. Bereits im Jahr 1933 übernahm die Preussag die Anteile der Burbach AG.

Geologie

Das Kalivorkommen verteilt sich auf mehrere tektonische Schollen des Oberrheingrabens.

Während in den meisten elsässischem Gruben zwei Kaliflöze aufgeschlossen waren (unteres Hauptlager = 4,20 m und oberes Lager = 1,20 m Mächtigkeit, tritt in der Bugginger Scholle nur das Hauptlager mit 4,20 m Mächtigkeit auf. Nur in der Grißheimer Scholle wurde auch das obere Lager mit 0,6 m Mächtigkeit erbohrt.

Das Hauptlager wird durch vier Dolomit-Mergeleinlagen, sogenannte „Löser“ in fünf ungleich große „Bänke“ geteilt. Die einzelnen Bänke bestehen aus einer Wechsellagerung von teilweise intensiv rot gefärbten Sylvingesteine und weißgrauen Steinsalze, denen dünne, dunkelgraue Ton-, Anhydrit-, Dolomitstreifen eingelagert sind. Diese Ausbildung ist im gesamten rechtsrheinischen Vorkommen und in den meisten Aufschlüssen im Elsass stets gleich. Nur am Ausbiss der Lagerstätte ändern sich Mächtigkeit und Struktur (Versteinerung einiger Bänke).

Aus den bituminösen Gebirgsschichten strömt brennbares Grubengas in die Grubenräume.

Chronologie

1904

In Tiefbohrungen bei Mülhausen wird Kalisalz gefunden. Dadurch entsteht das linksrheinische Kalirevier im Elsass.

1910

Der Berliner Bankier Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Suche nach Salzlagerstätten auf der badischen Rheinseite.

1911 bis 1913

Nahe Buggingen werden in den Gewannen „Breitlache“, „Hölzleeck“ und „Ob dem Mühlengraben“ Bohrungen niedergebracht. Bei Hartheim (10 km nördlich von Buggingen) wird eine am 2. März 1911 begonnene erste Tiefbohrung bei 1143 m abgebrochen.

1912

In der am 11. Januar begonnenen Tiefbohrung Buggingen 1 westlich des Bahnhofs wurde in 712 m Teufe ein 4 m mächtiges Kalilager erbohrt. Eine Bohrung im „Kuntel“ bleibt erfolglos. Die angetroffenen Salze gehören zu den qualitativ wertvollsten damals bekannten Kalisalzen.

1916

Der Bankier Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Gewinnung von Kalisalz.

1922

Am 22. April 1922 werden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwirbt 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

1922

Am 22. April 1922 werden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwirbt 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

Unter der Leitung von Bergwerksdirektor Theodor Albrecht wird am 7. August der Bau des Schachtes Baden (Schacht 1) begonnen.

1924

Abteufen des Schachtes Markgräfler (Schacht 2) 60 m südlich von Schacht 1.

1925

Im Juli wird in Schacht 1 in 786 m Teufe das Kalilager erreicht.

1926

Im Oktober wird in Schacht 2 in 779 m Teufe das Kalilager erreicht.

1923 bis 1927

Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohnungen usw.). Einzelne Werkswohnhäuser an der Grißheimer Straße werden bereits im Mai 1923 bezogen, das Verwaltungsgebäude wird zwei Jahre später fertiggestellt.

1928

Aufnahme der regelmäßigen Förderung von Rohsalz und der Kalidüngerproduktion.

1930

Die Jahresfördermenge beträgt 250.000 t Rohsalz.

1933

Die Preussag übernimmt die Anteile der Burbach AG.

1945

Das Bergwerk wird nach Ende des 2. Weltkrieges von der französischen Militärregierung zwangsverwaltet.

1948

Die Badische Kaligesellschaft mbH pachtet für fünf Jahre die Betriebsrechte.

1950

Der Grubenbetrieb hat, bei Teufen von 600 bis 860 m, eine Ausdehnung von 2,4 km in Süd-Nord Richtung und 1,0 km in Ost-West Richtung.

1951

Durchörterung der bereits 1936 vom Abbau erreichten Basaltzone. Östlich davon wird eine nach Osten absinkende, bis zu 1000 m tiefe Mulde aufgeschlossen. Bis dahin schien die Basaltdurchörterung als zu gefährlich, deshalb wird der Abbau nur nach Osten und Westen ausgerichtet.

1953

Die Gewerkschaften Baden und Markgräfler betreiben wieder das Bergwerk. Die alten Besitzverhältnisse von 1933 gelten für die Preussag und das Land Baden-Württemberg wieder.

1955

Nach Abschluss umfangreicher Untersuchungen durch Bohrungen und reflexionsseismischer Methoden wird eine größere Ausdehnung des rechtsrheinischen Kalisalzlagers festgestellt. Die Untersuchungen bis 2400 m Endteufe schlossen auch die (erfolglose) Suche nach Erdöl ein.

1961

Abteufen von Schacht 3 bei Heitersheim bis auf 1.115 m. Tagesanlagen werden aufgebaut, eine neue Werksbahn nach Buggingen errichtet.

1962

Fertigstellung der untertägigen Verbindung vom Schacht 3 zu den Bugginger Schächten 1 und 2.

1964

Inbetriebnahme von Schacht 3. Der Schacht dient überwiegend als Transport – Wetter- und Seilfahrtsschacht. Nordwestlich von Schacht 3 war im Diapir-West-Feld das Kaliflöz bis 70 Grad steil gelagert. Da das steilstehende Flöz nicht mehr dem vollen Gebirgsdruck der überlagernden Schichten ausgesetzt war, ist der Einsatz neuer, zum Teil mechanisierter Abbaumethoden bei vermindertem Ausbau möglich. Aus diesem Feldesteil kommt in den letzten Betriebsjahren der Hauptanteil der Gewinnung. Das im neuen Abbaufeld gewonnene Rohsalz wird unterirdisch über eine 3,5 lange Richtstrecke auf einer Bandanlage zum Schacht Markgräfler abtransportiert.

1965

Die Preussag-Anteile gehen an die Wintershall AG über.

1966

Höchste Jahresförderung mit 744 350 Tonnen Rohsalz.

1970

Die Wintershall AG und das Land Baden-Württemberg geben ihre Anteile an die Kali + Salz AG ab. Die Kali + Salz AG ist nun alleinige Eigentümerin.

1973

Das Bergwerk Buggingen wird stillgelegt. Gründe für die Stilllegung: Der Niedergang der Deutschen Kaliwerke und die Unwirtschaftlichkeit (30 Millionen DM Verlust).

Abbau

Nach Fertigstellung der beiden Bugginger Schächte wurde zunächst die 793 m-Sohle nach Norden und Süden vorgetrieben, anschließend die 754 m-Sohle. Dazwischen wurden die ersten Abbaue angelegt. Hier mussten schnell große Vorräte erschlossen werden, um eine hohe Förderquote zu erhalten.

In den ersten Jahren wanderten die Abbaue beiderseits der 793 m-Sohle langsam nach Norden, bis sie 1936 die Basaltzone erreichten. Da eine Durchörterung zu gefährlich erschien, wurde das Kalilager vorerst lediglich nach Osten und Westen ausgerichtet.

Die historische Bugginger Gewinnungsmethode

Als Hauptförderstrecke mit Seilbahnförderung und späterer schlagwettergeschützter Diesel-Lokomotivförderung wurde eine 793 Meter Sohle im Liegenden Steinsalz aufgefahren.

Als tiefste Hauptförderstrecke des Unterwerksbaues ist die 940 m-Sohle im Lager aufgefahren.

Für die Abförderung des Salzes und die Zuführung des Versatzes (Verfüllmaterial) waren Teilsohlen im Lager aufgefahren deren Abstände die einfallende Streblängen von 100 bis 120 Meter gewährleisteten und durch geneigte (einfallende) Bandstrecken mit den zwei Hauptsohlen (940 und 793 Meter-Sohlen) in Verbindung standen. Dabei waren 1954 3000 Gummigurt-, und 4000 Stahlgliederband – Nutzmeter bei Neigungen von 15 bis 35 Grad im Einsatz.

Zur Abförderung des Salzes aus dem Streb waren Schüttelrutschen im Einsatz auf die das Haufwerk mittels Schwerkraft (50%) und Handarbeit gelangten, später kamen auch Schrapper zum Einsatz.
Die Zuführung des Versatzes übernahmen Gummigurtförderer die am Kopf des einfallenden Strebes an eine Schüttelrutsche übergaben.

Die Abbaue oberhalb der 793 Meter-Sohle wurden über die 647 Meter-Lagersohle bewettert, die durch einen Querschlag im Steinsalz mit dem ausziehenden Schacht Markgräfler verbunden war.

Die Abbaue im Unterwerksbau in westlicher Richtung unterhalb der Hauptförderstrecke 793 Meter- Sohle wurden durch eine Lagerstrecke auf  dem 793 m Niveau bewettert, auch diese Strecke war durch einen Querschlag im Steinsalz mit dem ausziehenden Schacht Markgräfler verbunden.

Grubenunglück

Am 7. Mai 1934 kam es zu einem Grubenbrand, wobei 86 Bergleute ums Leben kamen. Eine Woche danach starb der damalige Bergwerksdirektor Dr.-Ing. Theodor Albrecht im Alter von 45 Jahren. Vermutlich war es Selbstmord.

Der 7. Mai 1934 war ein Montag. Morgens um 6 Uhr fuhren 150 Kumpel in die Grube ein. Kurz danach brach das Feuer aus und setzte das geruchlose, tödliche Methangas frei. 26 der Toten hatten im Kernort Buggingen gewohnt, darunter waren 18 Aktive des Bugginger Fußballvereins, der zunächst nicht mehr zu Spielen antreten konnte. Betroffen war aber die ganze Region. Mehr als die Hälfte der geborgenen Kumpel stammte aus Nachbarorten rund um Buggingen, die anderen hatten in Gemeinden zwischen Lörrach und Freiburg gewohnt. Ein Opfer wurde bereits am 12. Mai bestattet, bei allen anderen war dies, wegen der schwierigen Bergungsarbeiten, erst zwischen dem 5. und dem 9. Juni 1934 möglich.

Ursache:

Zur Ursache des Grubenunglücks knapp 800 Meter unter der Erde gibt es verschiedenste Angaben:

E

Heißgelaufene Schüttelrutsche

Eine heißgelaufene Schüttelrutsche soll die Leitungen überhitzt und die Holzstützen des Stollens in Brand gesetzt haben. Über offene Sicherheitstüren sollen sich Gas und Rauch schnell ausgebreitet und die Arbeiter erstickt haben.

Quelle: Presseartikel der Badischen Zeitung vom 07.05.2014.

E

Elektrischer Kurzschluss

Nach einem regulären Schichtbeginn um 06:00 Uhr kam es gegen 10:00 in ca. 850 m Entfernung zum einziehenden Schacht 1 (Baden) zu einem elektrischen Kurzschluss. Der Lichtbogen entzündete die als Verzug dienenden Reisigbündel und den Holzausbau. Während sich die Belegschaft des Reviers 2 retten konnte, gelang dies der Belegschaft des Reviers 1 nicht. Aufgrund festgelegter Wettertüren wurde ihr Arbeitsbereich umgehend verqualmt, die Bergleute starben mutmaßlich binnen einer halben Stunde an Kohlenmonoxidvergiftungen. Bereits um 10:20 waren zwei Grubenwehrtrupps mit Atemschutz im Einsatz, denen jedoch lediglich die Bergung eines Toten gelang. Nachdem vergeblich versucht wurde, durch Umkehren der Wetterrichtung die Brandausbreitung zu stoppen und keine Hoffnung auf Überlebende bestand, wurde gegen 16:30 das Grubengebäude abgedämmt.

Quelle: Wikipedia

In Erinnerung

Ein Jahr nach dem Grubenunglück, am 5. Mai 1935, wurde auf dem Bugginger Friedhof oberhalb des großen Platzes, wo 55 Kumpel in Einzelgräbern beerdigt wurden, ein Ehrenmal für alle Opfer eingeweiht. Und ein Jahr nach der Werkschließung 1974 gründeten 89 ehemalige Kumpel den Bergmannsverein Buggingen.

Zum Gedenken an alle Kumpel, die das Glück, wieder aufzufahren, nicht hatten, sondern unter Tage gestorben sind, bauten Vereinsmitglieder einen Schaustollen und ein neues Kalimuseum in Buggingen.

In der gesamten Betriebszeit sind 190 Arbeiter ums Leben gekommen

Wiederaufnahme der Bergbautätigkeiten

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der zu eingeschränkter Förderung und Produktion geführt hatte, kam das Werk unter französische Verwaltung. 1948 wurde die Förderung von der Badischen Kaligesellschaft mit französischer Beteiligung fortgeführt, bevor das Werk 1953 von der Gewerkschaft Baden übernommen wurde.

1951 wurde die Basaltzone durchörtert. Östlich davon lag eine nach Osten absinkende, bis zu 1000 m tiefe Mulde, in welche die 793 m-Sohle nach Norden hin abfallend fortgeführt wurde. Im Südfeld, das zwischen 1944 und 1967 gebaut wurde, herrschten komplizierte Lagerungsbedingungen vor, die den Abbau erschwerten.

Um neue Kalivorräte zu erschließen, nahm am 19. November 1964 der bei Heitersheim liegende Schacht 3 seine regelmäßige Förderung auf. Zuvor war bis zum 7. Dezember 1962 die untertägige Verbindung zu den Bugginger Schächten 1 und 2 hergestellt worden. Eine Werkseisenbahn brachte das in Heitersheim geförderte und gemahlene Rohsalz zur Weiterverarbeitung nach Buggingen. Nordwestlich von Schacht 3, im Diapir-West-Feld, war das Kalisalz steil gelagert, woraus sich für das Bergwerk gänzlich andere Abbaumethoden ergaben. Aus diesem Feld kam in den letzten Betriebsjahren der Hauptanteil der Förderung.

Schwierigkeiten beim Abbau

Aus der Teufenlage und dem Aufbau des Bugginger Kalilagers ergaben sich besondere bergbauliche Probleme, die nur mit hohem technischem und finanziellem Aufwand bewältigt werden konnten:

Grubenklima

Im Bereich der südlichen Oberrheinebene liegt die Geothermische Tiefenstufe bei 25 m. In den tiefsten Grubenteilen herrschten deshalb über 52 °C. Die reine Arbeitszeit der Bergleute durfte hier höchstens 6 Stunden betragen, im Gegensatz zur andernorts üblichen 8-Stunden-Schicht.

Schlagwettergefährdung

Da die bituminösen Gesteinsschichten permanent Grubengas ausströmten, wurden die oberrheinischen Kalilager als einzige Deutschlands als „schlagwettergefährdet“ eingestuft. Der Schlagwetterschutz erforderte neben einer kräftigen Frischwetterversorgung (bis 6.000 m³ pro Minute) aufwändigere elektrische Apparaturen, Spezial-Sprengstoffe und ständige Kontrollen.

Gebirgsdruck

Das Hangende des Kalilagers ist wegen seines geringen geologischen Alters nicht vollständig verfestigt und setzt dem in dieser Tiefe herrschenden Auflastdruck nur einen vergleichsweise geringen Widerstand entgegen. Alle Hohlräume (Abbaue, Förderstrecken usw.) mussten deshalb mit besonders massivem Ausbau versehen werden. Zunächst wurde Holzausbau, nach dem großen Grubenbrand zunehmend Stahlausbau eingesetzt.

Dennoch konnte das ständige Zusammensacken der Strecken nicht vollständig vermieden werden. Verformungen oder gar Zusammenbrüche waren deshalb an der Tagesordnung. Diejenigen Bereiche der Grube, die nicht mehr für Abbau-, Lager- oder Transportarbeiten offengehalten werden mussten, wurden deshalb mit Bergen (Gestein ohne Rohstoffe, taubes Gestein) und Produktionsrückständen aus der Chlorkaliumfabrik versetzt, um Senkungen der Erdoberfläche zu begrenzen. Insbesondere die über das Grubengebäude führende Bahnstrecke der Rheintalbahn musste auf diese Weise geschützt werden.

Den periodischen Druckphasen des Strebabbaus war nur mit massivem Ausbau, schnellem Verhieb
und parallel laufendem Vollversatz der Hohlräume zu begegnen. Dies gelang nicht immer erfolgreich, besonders das Offenhalten von Kopf- und Fußstrecken der Strebe machte größte Mühe.

Neue Abbaumethoden

Über die Gewinnung von jungen bankigen Kaliflözen lag noch keine Erfahrung vor. Die verschiedensten Abbauversuche erstreckten sich über Jahre. Sowohl der im Zechsteinsalz-Bergbau bewährte Kammerbau als auch Versuche des Strebbaues mit streichendem Verhieb erwiesen sich als ungünstig. Auch der Einsatz von Schrämmaschinen scheiterte. Übrig blieb der „Streichende Strebbau mit schwebendem Verhieb“.

Aber auch hier war es schwierig die richtige Gewinnungsmethode zu finden. Nach Versuchen das Flöz in ganzer Höhe oder bankweise hereinzugewinnen, musste man letztlich aus Sicherheitsgründen auf die Gewinnung der obersten Bank verzichten (15% Verlust) und baute nur 360 m des Flözes im Stück ab. Eine höhere Verhiebgeschwindigkeit – ein 100 langer Abbaustreifen von 4 Meter Breite wurde in nur 10 Tagen verhauen, der Einsatz von Stahlstempeln und das restlose Rauben des Ausbaues vor der Versatzeinbringung, ließen nun das Hangende allmählich und gleichmäßig auf den Versatz absinken und zum Auflegen kommen. Die stehengelassene D-Schicht des Flözes als Hangendschicht bewies nun bessere Standfestigkeit. Gelegentliche Abrisse des Hangenden im Versatzfeld waren meist die Folge des periodischen Gebirgsdruckes, der nach 25 bis 50 Metern streichenden Verhiebs (Abbau von 6 bis 12 Strebbreiten) auftrat.

Arbeit im Wandel

Die Arbeitsmethoden der Bugginger Bergleute und die entsprechenden Maschinen blieben teilweise über lange Zeit nahezu unverändert. Zum Teil aber wandelten sie sich grundlegend, insbesondere gegen Ende der 1960er Jahre. Als Beispiel soll die Arbeit des Hauers und seines Lehrhauers umrissen werden. Dieses Team führte die Bohr- und Sprengarbeiten durch.

Lange Zeit bestand die Aufgabe eines Hauers im Abbau darin, zunächst mit seiner elektrisch betriebenen, schlagwettergeschützten Säulendrehbohrmaschine ein Muster von 5 bis 8 m tiefen Sprenglöchern in das Kalilager zu bohren. Der Lehrhauer musste dabei unter anderem den vom Hauer bestimmten Bohransatzpunkt mit seiner Hacke anritzen, das Gestänge ansetzen und es während der ersten Umdrehungen stabil halten.

Anschließend wurden die Bohrlöcher mit Sprengstoff-Patronen besetzt, mit Zünder und Zündkabel (bis etwa 1940 Zündschnur) versehen und abgedichtet. Zum Transport dienten Blechkisten, ab 1966 Sprengstoffkartons. Der Hauer löste schließlich durch das Anbrennen der Zündschnur beziehungsweise durch Betätigung der Zündmaschine aus sicherer Entfernung die Sprengung aus.

Mit der Verlagerung des Abbaufeldes nach Norden in das teilweise steilstehende Heitersheimer Revier wandelte sich gegen Ende der Betriebszeit, etwa ab 1970, das Abbauverfahren und damit die Arbeit des Hauerteams entscheidend. Die Lagerungsverhältnisse erlaubten den Einsatz von Großgeräten, die hier die über mehr als 40 Jahre benutzten Säulenbohrmaschinen ersetzten.

Der Hauer bediente einen fahrbaren Bohrwagen mit Bohrlafette, das Markieren und „Anhacken“ durch den Lehrhauer war meist nicht mehr notwendig. Der Sprengstoff wurde nun nicht mehr in Patronenform in das Bohrloch gedrückt, sondern in loser Form eingeblasen. Dazu standen spezielle Besatzfahrzeuge zur Verfügung.

Rückbau

Im Jahr 1962 wurde mit 1186 Beschäftigten (in der Grube ca. 700), darunter 203 Gastarbeitern aus mehreren Nationen, der höchste Belegschaftsstand erreicht (Buggingen hat knapp 2000 Einwohner). Durch Veränderung der Abbaumethode und nach Inbetriebnahme von Schacht 3 im Jahr 1964 erreichte das Kaliwerk 1966 mit 744.350 t die höchste Rohsalz-Jahresförderung in seiner Geschichte. Bereits am Ende desselben Jahres kündigte sich durch erste Absatzprobleme der Niedergang der deutschen Kaligruben an. Verursacht wurden diese insbesondere durch die nordamerikanische Konkurrenz. 1965 gelangten die Preussag-Anteile an die AG Wintershall. 1967 wurde die 1950 eingestellte Steinsalzförderung und die 1929 beziehungsweise 1940 eingestellte Brom-Produktion wieder aufgenommen. 1970 gaben Wintershall und das Land Baden-Württemberg ihre Anteile an die Kali + Salz AG ab, die nun Alleineigentümer des Werkes war.

Trotz vorheriger Zusagen der Wintershall AG, das Bergwerk erhalten zu wollen, stimmte 1972 der Aufsichtsrat der Kali + Salz AG der Stilllegung des Kalisalzbergwerks mit stufenweiser Reduzierung von Förderung und Belegschaft zu. Im September 1972 wurde die Schließung des Kaliwerkes zum Mai 1973 bekanntgegeben. Begründet wurde dies mit der durch die schwierige Abbausituation verursachten Unwirtschaftlichkeit (30 Millionen Mark Verlust).

Viele der Arbeiter und Angestellten hatten sich bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Stilllegungspläne einen neuen Arbeitsplatz gesucht. Die Betriebskonzentration auf Schacht 3 hatte zur weiteren Verkleinerung der Belegschaft geführt. Bis zum 30. April 1973 mussten schließlich noch etwa 300 Mitarbeiter entlassen werden (von ehemals 1.186 im Jahre 1962). Viele von ihnen fanden in Metallverarbeitungsbetrieben der Umgebung neue Arbeit, einige waren in andere Bergwerke gewechselt, als die Förderung am 13. April 1973 eingestellt wurde.

Die Stilllegungs- und Abrissarbeiten begannen zunächst mit der weitgehenden Räumung der Untertageanlagen. Danach wurde vom Heitersheimer Werksteil aus das Bugginger Hauptwerk größtenteils abgerissen. Die Schächte wurden verfüllt und mit Betonplatten abgedeckt.

Im April 1996 traten aus Schacht 3 die Grubengase Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickstoff aus. Das Landesbergbauamt ließ den Schacht von Spezialisten der technischen Abteilung der Ruhrkohle AG und von der Deutschen Montan Technologie öffnen, um das Gas ausströmen zu lassen. Anschließend wurde eine Protegohaube montiert, um eventuell austretendes Gas kontrolliert abführen zu können.

Während bei Heitersheim mit Ausnahme des imposanten Fördergerüstes relativ viel erhalten wurde, blieben nur wenige Teile der Bugginger „Fabrik“ erhalten, unter anderem das Pförtnerhaus, das Verwaltungsgebäude, die Kantine sowie die weithin sichtbare Abraumhalde Monte Kalino am Nordende des ehemaligen Werkes.

Das Bugginger Werksgelände wurde an private Investoren verkauft. Im Dorfbild fallen die typischen Bergmannssiedlungen und die Werkswohnhäuser auf. Am Ende der Werkstraße gibt es eine private Sammlung von Teilen der ehemaligen Grubenbahn einschließlich Signalen und Lore. Ein Feldweg verläuft auf der ehemaligen Trasse.

Ausstehende Sanierung der Abraumhalde

Im November 2012 forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zum wiederholten Male einen Sanierungsplan für die Abraumhalde, aus der seit Jahren Kalium- und Natriumchlorid ausgewaschen würden. Diese Auswaschungen, laut BUND sieben Gramm Salz je Liter Abstrom, seien nicht giftig, würden jedoch Rohrsysteme zerfressen und könnten dadurch das Trinkwasser ungenießbar machen. Im Jahr 2012 wurde zudem die Umwandlung des Großteils des Heitersheimer Geländes in ein Gewerbegebiet beschlossen.

Im Jahr 2013 wurden pro Tag bis zu 2,58 Tonnen Salz ins Grundwasser gespült. Der in der Trinkwasserverordnung festgelegte Grenzwert von 250 Milligramm Chlorid pro Liter wurde mit 400 bis 2800 mg/l bei weitem überschritten. Über eine Sanierung wird seit Jahren verhandelt.

Im November 2017 erklärte die Kali + Salz AG, dass die Halde abgedeckt werden soll um „das Grundwasser vor weiteren Salzeinträgen zu schützen.“ Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald erwartet bis Ende 2019 einen Vertrag über die Sanierung, deren Beginn jedoch noch nicht absehbar ist.

Dachsberg: Rund um das Horbacher Moor

Das Hochmoor (ca. 1.000 m.ü.M.) mit einer Fläche von 10,8 Hektar wurde bereits im Jahr 1939 unter Schutz gestellt. Dies geschah mit dem Ziel, den geplanten Torfabbau, der eine gravierende Veränderung der Landschaft nach sich gezogen hätte, zu verhindern. Auf der Wegstrecke rund um das Moor sind fast alle wichtigen Vegetations- und Landschaftsformen der Region wieso schöne Aussichten vorhanden.
Der Rundweg beginnt auf dem Wanderparkplatz. Der Lehrpfad wurde Anfang der 1970er Jahre angelegt. Rund 40 Infotafeln erklären Flora und Fauna des Hotzenwaldes und gehen auf die Besonderheiten der Höhenlage ein. In der Nähe der Querung der Kreisstraße befindet sich eine  Moorbeobachtungsstation.

Dachsberg-Wittenschwand: Bergbauwanderweg

Der Bergbauwanderweg zwischen den Ortsteilen Wittenschwand und Urberg ist ein Rundwanderweg, der die Stätten des früheren Bergbaus und das Mineralienmuseum miteinander verbindet und zwei sehenswerte Aussichtspunkte hat. Gestartet werden kann er entweder beim Rathaus Wittenschwand oder beim Mineralienmuseum in Urberg. Man folgt dem Bergbauzeichen Hammer & Schlägel. Der Bergbaupfad bei Rüttewies ist in den Wanderweg integriert.

Bergbauzeugen in Dachsberg

In früheren Jahren spielte der Bergbau in den nördlichen Dörfern des Dachsbergs eine bedeutende Rolle. Daran wird heute mit Mineralienmuseum, Themenspielplatz und Bergbauwanderweg erinnert.

In den nördlichen Ortsteilen Urberg und Wittenschwand lebten die Menschen lange Zeit vom Bergbau. Als typisches Bergmannsdorf gilt jedoch nur Urberg.

Bereits im Mittelalter wurden Erze im Tagebau abgebaut. Der Bergbaupfad bei Rüttewies erinnert an die mühselige Arbeit. Pinge und Verhaue entlang des Ruprechtsgangzuges sind heute beschildert und vermitteln lebhafte Eindrücke von früheren Zeiten.

Eine mehrteilige Infotafel im Außenbereich des Mineralienmuseums Gottesehre in Urberg geht auf die Verarbeitung der Erze, darunter auch Silber, ein.

In Wittenschwand wurde oberhalb des Klosterweihers einige Jahrhunderte lang ein Bergwerk betrieben, in welchem zuerst vor allem Silber, später Nickel abgebaut wurden und in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sogar (erfolglos) nach Uran geschürft wurde. Das Bergbaudorf, das dort entstanden war, ist völlig verschwunden, nur noch die Abraumhalden erinnern an das Vergangene. Vor einigen Jahren wurde im Rahmen eines Projekts zur Förderung des naturverträglichen Tourismus ein viel besuchter Naturerlebnis-Platz mit Spielgeräten zum Thema Stein angelegt.

Der Naturerlebnisplatz Friedrich-August-Grube oberhalb des Klosterweihers beim südlichen Ortseingang des Ortsteil Wittenschwand entstand im Rahmen des Naturprojektes „Hotzenwald-Konzeption“. Der Platz wurde auf dem ehemaligen Tagebaugelände eines zum Ende des 19. Jahrhunderts still gelegten Nickelbergwerks eingerichtet. Die Bergbauvergangenheit wird ausführlich auf großen Infotafeln dargestellt. Ein wieder begehbarer Erkundungsstollen vermittelt Eindrücke von der tiefen Dunkelheit im Berg und Spielgeräte (Sinneserfahrungsgeräte zum Thema Stein) lassen Steine tönen und klingen.

Das gleichnamige Naturschutzgebiet ist einer sehr seltenen Flechtenart gewidmet, die auf der benachbarten Abraumhalde erst vor wenigen Jahren entdeckt worden ist. Diese Flechten sind typisch für nickelhaltiges Gestein. Das Vorkommen ist fast einzigartig in Europa und wird in dieser Größe nur noch äußerst selten vorgefunden, wenn überhaupt dann in Skandinavien. Auch hierzu gibt es ausführliche Infotafeln. Außerdem findet man hier Bartflechten. Sie hängen von den Birken herab und sind ein Indikator für extrem saubere Luft. Nicht weiter verwunderlich, denn auf dem Dachsberg gibt es kaum Verkehr und keine Industrie.

Der Platz ist in der schneefreien Zeit jederzeit zugänglich.

Der Bergbaupfad bei Rüttewies zeigt eindrucksvoll die Mühseligkeit des Bergbaus im Mittelalter. Der etwa 250 lange bergab führende Pfad beginnt bei der Infostation an der Verbindungsstraße zum Ortsteil Urberg und endet vor dem Ortsteil Laithe. Er führt entlang eines Teilbereichs des Ruprechts-Gangzuges.

Auf zahlreichen Tafeln wird auf den mittlealterlichen Bergbau und die heute noch sichtbaren Tagebauspuren hingewiesen. Wer sucht, der findet in den Pingen und Verhauen auch noch schöne Exemplare von Fluss- und Schwerspat sowie weiterer Mineralien.

Dieffenthal: Sentier des Roches (Vogesen, Frankreich)

Der ca. 2,7 km lange Rundweg beginnt am öffentlichen Parkplatz in der Rue des Châteaux. Nach kurzer Strecke erreicht man die „Rocher des Celtes“, eine kleine, geologisch interessante Felseninsel inmitten der Weinberge, die durch eine tief eingeschnittenes Tal vom Gebirge getrennt ist. Bei den Felsen handelt es sich um Blöcke aus Dambachgranit, einem Zweiglimmergranit. Die Besonderheit der Felseninsel ist die Schalenstruktur der Oberfläche. Dabei handelt es sich um schüssel- oder napfartige, runde bis ovale Vertiefungen.

Wie entstehen Schalensteine (Pierres aux écuelles)?

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Entstehung durch Menschen

Schalen können durch Menschen entstanden sein, z.B. durch frühere Kulturen wie die Kelten. Solche Schalen weisen oft auch unverkennbar Bearbeitungs- oder Wetzspuren auf.

Z

Natürliche Entstehung

Schalen können auch auf natürlichem Weg entstehen, im Zuge der Verwitterung durch Vergrusung, Auswittern von inhomogenen Bereichen wie Einschlüssen oder Konkretionen, oder löslich als Napfkarren (Kamenitza) oder Tafoni.

Im weiteren Wegverlauf führt der Pfad vorbei an weiteren Schalensteinen bis zur Felsengruppe „Wolfskirche“.  Einige der Gesteinsblöcke weisen Abbruchspuren auf, weshalb das Areal als mittelalterlicher Steinbruch interpretiert wird.

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Dieffenthal

Flyer „Naturerbe – Der Felsenpfad Dieffenthal“

Ehrenkirchen-Ehrenstetten: Bergbaupfad Ehrenstetter Grund

Entdeckertour im mittelalterlichen Bergbaurevier

Vor 700 Jahren hörte man im Ehrenstetter Grund weniger die Vögel zwitschern als überall lautes Hämmern und Klopfen. An den Berghängen und im Ahbachtal rauchten Schmelzöfen, Kohlenmeiler und Schmiedeherde. Die Berghänge waren größtenteils abgeholzt und der Berg war durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

Warum?

Die Bergleute aus nah und fern suchten hier im Mittelalter nach den begehrten Silbererzen. Das daraus gewonnene Silber wurde im Mittelalter in Münzprägestätten wie in Freiburg und Breisach zu Silbermünzen geprägt.

Auf dem Bergbaupfad im Ehrenstetter Grund kann man einzigartig gut erhaltene mittelalterliche Zeugnisse des Silberbergbaus entdecken. Dazu gehören die große Radstube, ein Staudamm, drei heute noch offene Bergbauschächte und zahlreiche Trichter von eingestürzten Erzstollen oder Stollenmundlöchern.

Das mittelalterliche Bergbaurevier

Kaiser, Könige, Fürsten und Bergleute

Über die Technik und Organisation des Bergbaus und das Leben und Arbeiten der Bergleute im Mittelalter ist einiges aus zeitgenössischen Urkunden zu erfahren. Der älteste schriftliche Hinweis auf den Bergbau im Südschwarzwald ist eine Urkunde von 1028. Dort verleiht Kaiser Konrad II. dem Baseler Bischof Rechte an den Silbergruben im Breisgau, wobei unter anderem die Gruben im Münstertal, im Sulzburger Tal und bei Badenweiler genannt werden.

Die älteste überlieferte Bergordnung ist aus dem Jahre 1208 und regelte die Organisation und die Arbeit im Bergbau. Sie gibt aber auch Auskunft über das Aufsuchen, Gewinnen und Aufbereiten der Bodenschätze.

Den Abbau und die Gewinnung von Silber betrieben im Mittelalter wirtschaftlich freie Bergleute im Auftrag eines Grundherren oder Fürsten, der seinerseits dieses Recht (Bergregal) vom Kaiser oder König verliehen bekam. Der Grundherr, Fürst oder Vogt musste für den Schutz und die Verteidigung der Bergleute und des Bergbaureviers sorgen.

Das Bergbaurevier im Ehrenstetter Grund

Im Bereich des Ehrenstetter Grundes queren zwei parallel streichende Blei-Silber-Erzgänge das Tal des Ahbachs. Der mittelalterliche Erzabbau auf diese Erzgänge hat an der Oberfläche markante Spuren im Gelände hinterlassen und der Berg ist durchzogen mit Stollen und Schächten wie ein Schweizer Käse. Heute nennt man diese noch offenen Löcher auch Lingelelöcher.

Eine mittelalterliche Überlieferung zu diesem Bergbaurevier gibt es bisher nicht. 1991 führte das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Uni Freiburg im Rahmen des Bergbauprojektes eine Prospektion und Dokumentation der noch erkennbaren Spuren des Bergbaureviers durch. Die dabei in den Schächten und auf den Abraumhalden gefundenen Keramikscherben datieren den Abbau der Silbererze ins 13./14. Jahrhundert.

Ausgrabungen fanden bisher aber nicht statt. Deshalb wissen wir hier auch nicht genau, wo die Erze aufbereitet und verhüttet wurden. Die Bergleute wohnten immer in der Nähe des Bergbaureviers, möglicherweise am Talausgang bei der Streicherkapelle, die bereits 1554 urkundlich erwähnt wird. In der Nähe beim Lehenhof wurden Steinkistengräber aus der Zeit um 800 nach Christus gefunden, die auf eine alte abgegangene Siedlung in unmittelbarer Nähe hinweisen.

Wie man das Silber aus dem Stein bekommt

Gesucht haben die Bergleute nach den begehrten Silbererzen, hier vor allem Bleiglanz, der überwiegend aus Blei und nur zu 0,1 bis 1 Prozent aus Silber bestand (1000 kg Bleiglanz = 1 bis 10 kg Silber). Gefunden haben sie die Silbererzgänge anhand von Geröllen in Bachläufen und anhand von Gangausbissen, dort wo die Erzgänge die Oberfläche erreichen. Im oberflächennahen Bereich wurden die Erzgänge zuerst im Tagebau durch Verhaue ausgebeutet. Später legten die Bergleute ein System aus horizontalen Stollen und vertikalen Schächten an, um die Erzgänge auch in größeren Tiefen abbauen zu können. Stollen und Schächte führten zunächst durch taubes Gestein, bis der Abbauort – der Erzgang – erreicht wurde.

Die Erzaufbereitung und Verhüttung fand in unmittelbarer Umgebung der Bergwerke statt. Bei der Erzaufbereitung wurde das geförderte Erz zerkleinert (gepocht), von tauben Begleitgesteinen wie Quarz und Gneis getrennt und dann sehr fein gemahlen. Danach wurde durch Auswaschen (von Gangmaterial) und Rösten (Schwefelanteile wurde durch Erhitzen verflüchtigt) ein Erzkonzentrat aus Silber und Blei hergestellt, das in der Schmelzhütte geschmolzen wurde. Die dazu benötigte Holzkohle wurde von Köhlern in der Nähe der Bergwerke hergestellt. Bei über 1200 °C entstand ein silberhaltiges Blei. Im Treibofen wurde dann das Silber vom Blei getrennt und als Barren an die Münzstätten im Breisgau nach Breisach und Freiburg geliefert.

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Stollenmundloch

Am Fuße des Berghanges befindet sich ein verschüttetes Mundloch (Eingang) eines Stollens mit großer vorgelagerter Halde. Die Größe der Halde gibt Auskunft über den Umfang der Arbeiten unter Tage. Auf der Halde wurde zerkleinertes Gangmaterial und Keramikfragmente des 13./14. Jahrhunderts gefunden.

Abgebaut wurden die Erze mit Schlägel (Hammer) und Bergeisen (meißelartiges Werkzeug), von denen die Bergleute pro Tagesschicht bis zu 30 Stück brauchten, da diese schnell Stumpf wurden. Deshalb gab es in den Bergbaurevieren immer auch eine Bergschmiede, in der der Schmied die Werkzeuge herstellte und nachschärfen konnte. Die Stollen hatten zumeist nur eine Firsthöhe von 90 bis 100 cm. Abhängig von der Härte des Gesteins lag der Vortrieb eines Bergmanns, der nur mit Schlägel und Eisen arbeitete, bei 10 bis 50 m im Jahr.

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Die Radstube

Der größte „Feind“ der Bergleute im Bergwerk ist das durch Klüfte eindringende Wasser. Es wurde zumeist durch einen Stollen auf der Höhe des Talgrundes (Erbstollen) ins Tal abgeleitet. Wo dies nicht möglich war oder das Bergwerk tiefer lag, wurden zur Entwässerung Pumpen im Bergwerk eingesetzt. Diese wurden mittels Tret- oder Wasserrädern angetrieben und förderten das Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche.

Eine solche Wasserhebemaschine befand sich im Ehrenstetter Grund in einer Felskammer, die im Volksmund Eselsbrunnen genannt wird. In dieser 40 m² großen und 11 m hohen sogenannten Radstube war ein ca. 8 m großes Wasserrad eingebaut, mit dessen Hilfe, das Wasser aus dem dahinter liegenden – heute verschütteten – Schacht gefördert wurde. Angetrieben wurde das Rad durch Wasser, das durch einen Hangkanal vom talaufwärts aufgestauten Ahbach auf das Wasserrad geleitet wurde. Das zum Antrieb des Rades notwendige Wasser sowie das aus dem Berg geförderte Wasser wurden durch einen kleinen Stollen aus der Radstube in den Ahbach abgeleitet.

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Der Staudamm

Zur Förderung und Weiterverarbeitung der Erze wurden in einem mittelalterlichen Bergbaurevier auch Maschinen eingesetzt. Neben der Muskelkraft wurden sie auch durch Wasserkraft angetrieben. Hierzu war die Anlage eines Stausees mit einem ausgeklügelten System von Kanälen erforderlich. So konnten mithilfe der Wasserkraft Wasserhebe- und Fördermaschinen, Pochwerke, Erzmühlen und die Blasebälge der Schmelzhütten betrieben werden.

Der noch 12 m breite und 6 m hohe mittelalterliche Staudamm ist heute von einem modernen Forstweg durchschnitten. Der Staudamm riegelte das gesamte Tal ab und diente zum Aufstauen des Ahbaches. Der so entstandene Stausee war vermutlich 150 m lang und 50 m breit mit einem Volumen von rund 10000 m³ Wasser. Mit diesem Wasser wurde unter anderem mittels eines ca. 200 m langen, heute nur noch in Resten erhaltenen Hangkanals, das Wasserrad zur Entwässerung des Bergwerkes in der Radstube angetrieben.

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Der Hangkanal zur Radstube

Zwischen dem Radbrunnen und dem Staudamm ist noch heute im Wald ein ca. 50 m langer Abschnitt des ehemals ca. 200 m langen Hangkanals sichtbar. Er zeigt sich als etwa 1,5 m breite Rinne im Gelände. Staudamm, Hangkanal und Radstube sind ein einzigartig gut erhaltenes Ensemble mittelalterlicher Bergbautechnik. Die Errichtung einer solchen Anlage lässt sich kaum in der Regie von Einzelunternehmern oder Familienbetrieben vorstellen. Eher belegt diese Anlage, dass es in diesem Bergbaurevier vermutlich einen Zusammenschluss mehrerer Bergbauunternehmer, eine sogenannte Gewerkschaft, gegeben hat.

Bergleute, „Zipfelmützen“ und Zwerge

Einigen wird es schon aufgefallen sein, dass die Bergleute in den mittelalterlichen Darstellungen eigenartige „Zipfelmützen“ tragen. Dabei handelt es sich um Kapuzen, die den Bergmann vor Staub und Dreck schützten. Daneben konnte man die Zipfel der Kapuzen mit Schafwolle ausstopfen und schützte so den Kopf in den niedrigen Stollen im Berg. Da die Arbeit der Bergleute für die allgemeine Bevölkerung unverständlich und geheimnisvoll war, entstanden im Laufe der Zeit viele Sagen rund um den Bergbau. Diese mischten sich mit der Zeit mit den Geschichten von Zwergen, Kobolden und Heinzelmännchen, die dann auch mit der markanten „Zipfelmütze“ dargestellt wurden. So lebt diese Kopfbedeckung der mittelalterlichen Bergleute noch heute in der Darstellung der sieben Zwerge im Märchen Schneewittchen, bei den Mainzelmännchen, dem Sandmann, den Schlümpfen und unseren Gartenzwergen fort.

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Hangkanal und Schacht 2

Oberhalb des Radbrunnens am Berghang ist ein weiterer Hangkanal im Gelände sichtbar, der auf den am Hang liegenden Bergbauschacht 2 zuführt. Solche senkrechten Schächte dienten zur Befahrung der waagerechten Stollen, die zu den Erzadern im anstehenden Gneis führten. Einige Schächte dienten zudem für die Luftzufuhr im Bergwerk oder als Förderschacht für die abgebauten Erze, wobei mittels einer Haspel die gefüllten Körbe an die Oberfläche gezogen wurden. Schacht 2 ist einer von drei heute noch offenen und senkrecht in den Fels gehauenen Bergbauschächten aus dem Mittelalter.

Der Schacht hat an der Oberfläche einen Querschnitt von 3,5 m x 3 m und verengt sich nach ca. 28 m Tiefe auf 1,4 x 1,6 m. In 42 m Tiefe endet der Schacht in einer 6 m x 6 m großen Kammer mit mehreren, in unterschiedliche Richtungen, zu den Abbauen führenden Strecken (Stollen ohne Tagesöffnung/Mundloch), die aber zum Teil verschüttet sind. Vermutlich diente die Kammer als Radstube für ein Wasserrad zur Entwässerung tiefer liegender Abbaue, die heute auch verschüttet sind. Der Hangkanal führte das Wasser zu den Schächten, um die Wasserräder im Berg anzutreiben.

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Schacht 1

Der Bergbauschacht „Lingeleloch“ 1 wurde 1991 vom Institut für Ur- und Frühgeschichte Freiburg untersucht. Der 48 m tiefe Schacht hat an der Oberfläche eine Öffnung von 4 x 4 m und verengt sich mit zunehmender Tiefe auf 1,5 x 2 m. An den Wänden zeigen sich deutliche Spuren des Abteufens durch Schlägel und Eisen. In regelmäßigen Abständen finden sich Vertiefungen an gegenüberliegenden Wänden als Spuren des ehemaligen Holzausbaus zur Sicherung des Schachtes. In 16 m Tiefe zweigt ein Stollen – 90 cm hoch und 45 cm breit – in NW-Richtung ab, der in einem verschütteten Stollenmundloch am Hang endet.

Auf dem Grund des Schachtes befindet sich ein kammerartiger Ausbau mit mehreren, in unterschiedliche Richtungen, zu den Abbauen führenden Strecken (Stollen ohne Tagesöffnung/Mundloch), die heute zum Teil verschüttet sind. Diese Abbauspuren zeigen, dass hier 48 m unter Tage Silbererz sowohl mit Schlägel und Eisen als auch durch Feuersetzen gewonnen worden ist.

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Bergbaulandschaft

Im Mittelalter war der heute dicht bewaldete Hang des Bergbaureviers kahl geschlagen. Das Holz wurde vor allem für die Köhlerei und für den Ausbau der Stollen gebraucht. Zwischen den zahlreichen Stolleneingängen und Schächten gehörten zu einem Bergbaurevier auch Werkstätten und Wohnhütten, die auf künstlichen Terrassen oder planierten ehemaligen Abraumhalden angesiedelt waren. Da im Bergbaurevier Ehrenstetter Grund bisher keine archäologischen Ausgrabungen stattgefunden haben, wissen wir nicht, wo genau die Wohnhütten und Werkstätten standen.

Im Gegensatz zu heute war das Tal im Mittelalter von Lärm erfüllt. Zu hören waren die Hammerschläge der Schmieden, die die stumpf geschlagenen Bergeisen der Bergleute wieder schärften. Zumeist waren die Schmieden in einfachen Holzhütten mit einer Schmiedeesse und einem Amboss. Daneben waren die Hammerschläge der „Scheider“ zu hören. Nachdem das erzhaltige Gestein zu Tage gefördert worden war, wurde es zuerst per Hand vom tauben Gestein getrennt. Dazu wurde es auf großen Steinklötzen mit dem Hammer zerkleinert und das Erz ausgelesen. Das Erz wurde dann zur Weiterverarbeitung ins Tal gebracht, das wertlose Gestein wurde vor Ort auf die Halde gekippt. Diese Scheidearbeit wurde in unmittelbarer Nähe der Stollen und Schächte ausgeführt.

Am Berghang liegt ein weiterer, dritter noch offener Schacht. Er ist nur 8 m tief und trifft dort direkt auf den Blei-Silber-Erzgang.

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Pingen und Halden

Im Wald sind außerdem zahlreiche, sogenannte Pingen (trichterförmige Vertiefungen) zu erkennen, die charakteristisch für aufgelassene alte Bergbaureviere sind. Die Entstehung von Pingen kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen entstehen sie durch den Einbruch des Deckgebirges von oberflächennahen Stollen, zum anderen handelt es sich um eingestürzte ehemalige Schächte (Schachtpingen) oder um tagebauartige Verhaue, die auf den oberflächennahen Erzgang zielten (Verhaupingen). Sie zeigen, dass es neben den drei, heute offenen Schächten noch weitere Schächte im Bergbaurevier „Lingelelöcher“ gegeben hat. Eingestürzte Schächte und tagebauartige Schürfe haben zumeist hangseitig oder um die Pingen herum eine Abraumhalde aus taubem Gestein und Gangmaterial. Die oft wie eine Perlenkette aneinander gereihten Pingen (Pingenzüge) zeigen indirekt den Verlauf der Erzgänge im Gelände an.

Da die Setzungserscheinungen im Zentrum der Pingen bis heute andauern ist das Betreten dieser trichterförmigen Vertiefungen lebensgefährlich!

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Ehrenkirchen-Ehrenstetten

Broschüre „Bergbaupfad im Ehrenstetter Grund“

Ehrenkirchen-Ehrenstetten: Steinzeitpfad am Ölberg

Auf den Spuren von Rentierjägern und Zauneidechsen

Das wohl bekannteste Fotomotiv des Markgräfler Landes ist der Panoramablick vom Ehrenstetter Ölberg.

Kaum jemand ahnt, dass der Ölberg nicht nur ein Weinberg mit historischen Weinbergterrassen und ein Naturschutzgebiet mit einer seltenen Vielfalt von Pflanzen und Tieren ist.

Im Wald versteckt sind imposante Wohnhöhlen der Rentierjäger vor 13000 Jahren und eine bis zu 5000 Jahre alte Wallanlage zu entdecken. Vor 140000 Jahren jagten am Steinberg, direkt neben dem Ölberg, Neandertaler sogar nach Mammuts.

Außerdem können sich große und kleine Wanderer auf dem rund 4 km langen Weg mit 12 Infotafeln auf die Suche nach seltenen Tieren wie Zauneidechsen und Zaunammer begeben oder seltene Pflanzen wie Märzenbecher oder Türkenbundlilien entdecken.

Die Zauneidechse

Mit etwas Glück und einem behutsamen Anpirschen begegnet man an den Trockenmauern des Ölbergs recht häufig der Zauneidechse. Am sichersten sind windstille Frühjahrsmorgen. Die Sonne sollte schon eine kleine Weile auf den Mauersteinen gestanden sein, damit diese angenehm warm wurden.

Madame oder Monsieur Zauneidechse pflegen genau dann ihr morgendliches Sonnenbad zu machen, wobei sie ihren Körper ganz platt an den Stein drücken, um möglichst viel Wärme aufzunehmen. Und warum diese Wärmegier? Wie alle Reptilien haben Eidechsen nicht unser gleichmäßig warmes Blut, sondern können sich nur mit Hilfe der Sonnenwärme auf Betriebstemperatur bringen.

Dies gilt übrigens noch mehr für ihren Nachwuchs: Die Zauneidechse vergräbt ihre pergamenthäutigen Eier im locker-warmen Sandboden und lässt diese ganz bequem von der Sonne ausbrüten.

Wer hier im Spätsommer entlangläuft, kann dann die Mini-Eidechsen durchs Gras flitzen sehen. Mit gutem Futter – und das gibt es bei uns am Ölberg reichlich in Form von kleinen Raupen, Käfern, Tausendfüßlern und leckeren Wolfsspinnen – wachsen die Winzlinge innerhalb des nächsten Jahres zur vollen Größe heran.

Eines gilt für die ganze Eidechsenfamilie: Bitte nur beobachten, niemals zu fangen versuchen! Denn sonst bricht unweigerlich der lange Schwanz ab und hinterlässt eine blutende Wunde – keine nette Art, Freundschaft zu schließen, oder?

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Die Ölbergkapelle

Weithin sichtbar besetzt die Ölbergkapelle einen Vorgipfel des gleichnamigen Berges oberhalb von Ehrenstetten. Von hier oben entfaltet sich der wohl berühmteste Blick über das Markgräflerland. Die Kapelle beherbergt eine aus Holz geschnitzte Pieta, die aus der Streicherkapelle im Ehrenstetter Grund hier her gebracht worden ist. Im Jahre 1954 wurde die kleine Kapelle zum Gedenken an die in den beiden Weltkriegen gefallenen und vermissten Männer aus Ehrenstetten errichtet.

Von hier aus erschließen sich dem Betrachter im Osten das Hexental, die bewaldeten Flächen der Schwarzwaldvorberge, die imposanten Berggipfelregionen von Schauinsland und Belchen, im Süden die weite offene Ebene des Rheintals, unterbrochen vom Staufener Burgberg und im Westen der Batzenberg und die Kette der Vogesenberge bis auf die Höhe von Breisach.

Unmittelbar an die gepflegte Grünfläche rund um die Kapelle schließt sich linker Hand die historische Weinbergslage „Ehrenstetter Ölberg“ an. Sie zählt zu den wenigen reinen Südlagen im Weinbaubereich Markgräflerland und liefert hochwertige Weine. Seit 1996 ist das Gebiet mit einer Fläche von rund 24 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Trockenmauern aus Kalkstein, die Reben und dazwischen offene Grasflächen bieten einer ökologisch äußerst hochwertigen Flora und Fauna einen Lebensraum. Daher werden seit vielen Jahren im Auftrag der Naturschutzverwaltung sowie durch Mitglieder der BUND-Gruppe Schönberg und des Arbeitskreises Ortsgeschichte Ehrenkirchen Trockenrasenflächen vor der Verbuschung bewahrt und die Trockenmauern gepflegt.

 

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Die Zaunammer

Die historische Terrassenlandschaft und ihr charakteristischer Vogel

Die Südostflanke des Ölbergs ist heute ein eng verzahntes Mosaik ganz unterschiedlicher Lebensräume. Rebstöcke wachsen auf kleinen Terrassen, die oft erst durch das Aufsetzen von Trockenmauern entstanden sind. Dazwischen sind Gebüsche eingestreut. Im östlichen Teil schließen sich größere Wiesen- und Brachflächen an. Früher als Futterfläche für Ziegen und Stallrinder genutzt, werden sie heute entweder erneut durch Ziegen beweidet oder aber gemäht. Ein solches Nebeneinander fördert das Vorkommen seltener Vogelarten. An erster Stelle steht hier die Zaunammer. Als nahe Verwandte der Goldammer ist sie ähnlich gesangsaktiv, lässt sich jedoch an der Kopfzeichnung von jener gut unterscheiden. Vor allem im Frühjahr prägt ihr „schüttelnd-klingelnder“ Ruf die typische Geräuschkulisse am Ölberg.

Wer also hier ein vermeintlich durchklingelndes Handy geortet hat, sollte mal mit dem Fernglas die Wipfel der Gebüsche und Einzelbäume nach dem eifrigen Sänger absuchen. Das reiche Samenangebot der extensiv gepflegten Wiesenflächen, aber auch die vielen wärmeliebenden Insekten, machen den Ölberg zum Schlaraffenland für die ansonsten den Mittelmeerraum bevorzugende Zaunammer. Übrigens stößt man bei der Ammersuche auf viele andere Vögel der Rebflur. Bluthänflinge und Stieglitze lassen grüßen!

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Eine Wallanlage der Jungsteinzeit

Frühe Bauern auf dem Ölberg

Die Geschichte der Wallanlage auf der Kuppe des Ölberges liegt bis heute noch weitgehend im Dunkeln. Archäologische Ausgrabungen haben hier bisher nicht stattgefunden. Lesefunde innerhalb der Wallanlage, wie Keramikscherben, Feuersteingeräte und ein Steinbeil, datieren um etwa 2200 bis 2000 vor Christus, also am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit. In der Jungsteinzeit, zwischen 5500 und 2200 vor Christus, gibt es im Breisgau bereits eine dichte Besiedlung mit sesshaften Bauern, die Häuser bauten und sich von Getreideanbau und Viehwirtschaft ernährten.

Während der langovale Bergkegel zu drei Seiten flach abfällt und mit Wällen und Gräben gesichert war, war die sehr steile Südostflanke unbefestigt. Auf der bewaldeten Bergkuppe ist eine aus drei Wällen mit vorgelagerten Gräben hintereinander gestaffelte Befestigungsanlage zu erkennen (1–3). Die noch bis zu 4 m hohen Wälle sind mit zahlreichen Steinen durchsetzt und lassen erahnen, dass die heute zusammengefallene Befestigung ursprünglich mit Holzbalken und Steinen zu hohen Mauern aufgebaut war. Eine Lücke im inneren Wall lässt auf eine Toranlage schließen (4). Die Anlage hat eine Größe von 300 m mal 115 m und bietet im Kernbereich eine ca. 0,6 ha große Fläche. Aus dieser Zeit, auch die Zeit der Glockenbecherkultur genannt, kennen wir am Oberrhein nur wenige Siedlungen und einige einzelne Grabfunde wie beispielsweise aus Sasbach oder Wyhl am Kaiserstuhl.

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Im artenreichen Buchenwald

Die flache Nordseite des Ölbergs bedeckt heute ein artenreicher Buchenmischwald, an dessen Rändern stattliche Eichen wachsen. Der Boden ist, im Gegensatz zur Südostflanke, tiefgründig und gut durchwurzelbar. Die Ausrichtung nach Nordwesten führt zu einem gleichmäßigeren Waldinnenklima, weil die Temperaturspitzen der direkten Sonneneinstrahlung fehlen. Insbesondere im Frühling und Frühsommer lohnt sich daher der Blick in die reiche Krautschicht. Im feuchteren Bereich der Mulde zwischen Ölberg und Urberg beginnt der Frühling mit einer wahren Blühwelle der Hohen Schlüsselblume. Etwas höher am Hang siedelt die Einbeere mit ihrem auffälligen Blatt-Viergestirn und der einzelnen schwarzen Beere als Fruchtstand. Ende Mai zeigen sich an den Wegrändern im Mittelhang die prächtigen Türkenbundlilien, wenn sie nicht als Leckerbissen von den ebenfalls zahlreichen Rehen abgeknipst worden sind. Übrigens eignet sich keine der genannten Pflanzen für einen Blumenstrauß – deswegen und aufgrund ihres strengen Schutzes bitte nicht abpflücken!

Der Buchenwald ist nicht nur Heimat von schönen Pflanzen, sondern auch von vielen Brutpaaren unserer heimischen Spechte. Eine Zählung ergab vor wenigen Jahren auf der vergleichsweise kleinen Waldfläche fünf bewohnte Bruthöhlen des Buntspechts, je eine Schwarz- und Grauspechthöhle, zwei Mittelspechthöhlen, zwei Kleinspechthöhlen und drei Höhlenanlagen des Grünspechts. Dass man da im Frühling fast taube Ohren vor lauter Getrommel bekommt, versteht sich…

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Neanderthaler am Schwarzwaldrand

Direkt nördlich des Ölberges, im Bereich des ehemaligen Bollschweiler Kalkwerks am Steinberg, wurden in den Jahren 1995 und 2000 die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Breisgau entdeckt. Ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes fanden dort zwei sogenannte Faustkeile, die zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit gehören. Diese Faustkeile sind grob und spitz zugeschlagene multifunktionale Steinwerkzeuge von 9 und 18 cm Länge aus Plagioklas-Amphibolit und aus kristallinem Gangquarz – Gesteine, die in der nahen Möhlin vorkommen. Die Faustkeile sind zwischen 140000 und 130000 Jahre alt und datieren in die vorletzte Riss-Eiszeit, als der Neandertaler Mitteleuropa besiedelte. Im Dreiländereck am Oberrhein sind Faustkeile sehr selten und außerdem die ältesten Belege für das Auftreten des Neandertalers am Schwarzwaldrand.

Bei Ausgrabungen der Uni Tübingen1998 im Steinbruch am Steinberg wurden neben vielen Steinwerkzeugen auch zahlreiche Tierknochen gefunden, unter anderem vom Mammut, Wildpferd, Auerochse, Wollnashorn, Höhlenbär und Rothirsch, die von den eiszeitlichen Neandertalern gejagt wurden.

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Tropische Verhältnisse

Zur Entstehung des Ölberges

An den Steilhängen des nordöstlichen Ölberges befinden sich alte Steinbrüche, in denen ehemals Kalksteine abgebaut wurden. Wenn Sie ganz nah an den Kalkstein heran treten, können Sie erkennen, dass er aus ganz vielen stecknadelgroßen Kügelchen besteht. Wegen der Ähnlichkeit mit kleinen Fischeiern, die auch Fischrogen genannt werden, wird der Kalkstein auch Hauptrogenstein genannt. Der Hauptrogenstein ist eine Meeresablagerung, die vor etwa 177 bis 156 Millionen Jahren im sogenannten Mittleren Jura entstanden ist, als das Gebiet des Oberrheingrabens noch von einem flachen warmen Meer bedeckt war. Die Kügelchen des Hauptrogensteins sind aber keine versteinerten Fischeier, sondern durch die Wellenbewegung im Meer entstanden, bei der sich Kalkablagerungen um kleine Sandkörner gebildet haben, die dann mit feinen Meeresablagerungen zusammengebacken wurden.

Bei der Absenkung des Rheingrabens vor etwa 45 Millionen Jahren hoben sich Schwarzwald und Vogesen, während sich das Grabeninnere senkte. Einzelne Kalksteinschollen wie Schönberg und Ölberg blieben „hängen“ und bildeten die Vorbergzone. Vor etwa 5 bis 1 Millionen Jahren, als die Flüsse noch wesentlich höher standen als heute, wurden die Kalksteinschollen durch Erosion und Auswaschung geformt, wobei auch die natürlichen Höhlen und Felsüberhänge an der steilen Ostseite des Ölberges entstanden, die vor 13000 Jahren von Rentierjägern als vorübergehende Behausung genutzt wurden.

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Kleebwälder

Wälder, die an Steilhängen kleben

Wer das Glück hat, unseren Ölbergpfad im März zu begehen, wird sich an der Nordostseite des Ölberges über die prächtigen Schneeglöckchen freuen. Der genaue Blick verrät es: Es handelt sich nicht um den Gartenflüchtling Schneeglöckchen, sondern um die seltene Wildpflanze Märzenbecher – vom Schneeglöckchen stets zweifelsfrei an den gelbgrünen Flecken zu erkennen, welche die Zipfel der äußeren Blütenhüllblätter zieren. Unseren schwäbischen Gästen dürfte die Pflanze aus vielen Taleinschnitten der Schwäbischen Alb bekannt sein.

Sie steht für besondere Umweltbedingungen, die sich an dieser Stelle gut nachvollziehen lassen: Steil zieht sich der Hang von der nahen Möhlin hinauf zu den Kalkfelsen des Ölbergs. Er ist nach Osten ausgerichtet, wodurch die Sonne ihn nur in den Morgenstunden erwärmt. Mächtige Buchen bilden ein dichtes Blätterdach, aber seitlich kann noch genug Licht einfallen. Selbst im Hochsommer bewirkt der nahe Fluss stets eine Feuchte, sowohl im Boden wie auch in der bodennahen Luft. Genau dies mag der Märzenbecher – und steht damit für einen Waldtyp, den man im Schwäbischen Kleebwald nennt, weil er in steilen Taleinschnitten unterhalb der Felsen zu kleben scheint.

Die Märzenbecher stehen unter Schutz und hier im Naturschutzgebiet ist allgemein das Pflücken von Pflanzen verboten!

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Burg Hauenfels

Von Rittern, Mönchen und Räubern

Die kleine Ruine der Burg Hauenfels befindet sich an den östlichen Felshängen des Ölberges zwischen den Steinzeithöhlen. Ihre Geschichte ist weitgehend unerforscht. Gerätselt wird, ob es sich bei dem festen Bauwerk überhaupt um eine Burganlage handelt. Eine mögliche Ersterwähnung als „Huwensteine“ in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich ist auf das Jahr 1316 datiert. Funde von der Burgstelle deuten auf einen Nutzungszeitraum vom 13. bis ins frühe 16. Jahrhundert hin. Die Burg, die nahegelegene Felsenmühle und der Weiler Gütighofen dürften eine kleine Wirtschaftseinheit im Mittelalter gebildet haben.

Das Gebäude diente im Dreißigjährigen Krieg dem Dominikanerpater Michael aus dem Predigerkloster in Freiburg als Versteck. Von dort aus führte er zusammen mit versprengten österreichischen Soldaten und Bauern einen erfolgreichen Kleinkrieg gegen die Schweden im nahen Kirchhofen. Später diente der Bau Räuberbanden als Unterschlupf. Von dem, in einen leichten Felsüberhang hineingebauten Bauwerk sind noch Mauern aus gemörtelten Kalkstein-Bruchsteinen von bis zu 4 m Höhe erhalten. Einen Eindruck der Baulichkeit bietet eine Planskizze von Zuccamaglio aus den 1860er Jahren.

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Die Teufelsküche

Rentierjäger am Ölberg

Die Menschen hatten am Ende der letzten Eiszeit vor 13000 Jahren noch keine längerfristigen Wohnsitze, sondern zogen den Wildherden, ihrer Nahrungsgrundlage, hinterher. Die ältesten, heute im Gelände noch sichtbaren Zeugnisse von Menschen im Breisgau sind die drei Höhlen am steilen Osthang des Ölberges zwischen Ehrenstetten und Bollschweil, die im Volksmund „Teufelsküche“ genannt werden. Radiokarbondatierungen belegen, dass hier vor 13.500 und 11.500 Jahren Jäger und Sammler im Winter und Frühjahr mehrmals ein von Wind und Wetter geschütztes Lager aufschlugen.

Von dem Steinzeitlager aus hatten die Jäger und Sammler ihr Jagdrevier – das Möhlintal – im Blick und konnten Rentier-und Wildpferdeherden beobachten und jagen. Mammuts und Wollnashörner waren so gut wie ausgestorben und kaum noch Jagdbeute. Zu dieser Zeit sah es im Hexental anders aus als heute. Das Klima war im Mittel etwa 5 Grad kälter, im Sommer sogar durchschnittlich um 9 Grad. Es regnete seltener und die Winter waren länger. Zum steppenartigen Bewuchs des Hexentals gehörten weite Flächen mit Gräsern und Kräutern, selten Kiefern, Wacholder, Zwergweiden und Birken. Die Landschaft war wesentlich offener als heute, so dass sie von den Höhlen aus gut einsehbar war und die Rentierherden von weitem erkennbar waren.

Bei den Ausgrabungen wurden zahlreiche Steinwerkzeuge aus dem Feuerstein des Markgräfler Landes gefunden. Sie dienten als Messer unter anderem zum Zerteilen der Jagdbeute. Erlegt wurden diese mit Speerspitzen aus Rentierknochen, die mit Messern aus Feuerstein hergestellt wurden.

Alle Fundstücke wurden in der nördlichsten Höhle bei Ausgrabungen von 1925–26 und 1932–34 entdeckt. Die ausgegrabene Höhle war mit einer Fläche zwischen 5–10 qm² relativ klein, weshalb das Lager von 10 bis 20 Menschen wohl überwiegend vor der Höhle lag.

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Vom Leben in den Reben

Neben den vielen Pflegeflächen finden sich am Ölberg natürlich auch traditionsreiche Rebterrassen – schließlich gehört die Kleinlage „Alter Oelberg“ zu den besten Lagen des Breisgaus und Markgräfler Landes! Vom Wanderweg aus lassen sich anschaulich die Lebensbedingungen erkunden, die unter den Rebstöcken eine oft blütenreiche Krautgesellschaft hervorrufen. Selbst im Winter finden sich hier noch die Blüten des Persischen Ehrenpreis, der Roten Taubnessel oder des Reiherschnabels. Früher hat man unter den Rebstöcken gehackt, um den üppigen Rebwurzeln Luft und Lebensraum zu schaffen. Dies begünstigte vor allem kleine Zwiebelpflanzen, die sich durch das Teilen mittels der Hacke sogar noch besser vermehrten. Noch heute ist der Vorfrühling in den Reben tiefblau von den vielen Traubenhyazinthen. Im Mai gesellen sich an manchen Stellen prächtige Doldige Milchsterne hinzu. An den Böschungen und Mauern finden sich fast das ganze Jahr über blühender Erdrauch oder die alte Heilpflanze Schöllkraut.

Klar, dass bei so großem Blütenreichtum die krabbelnde, summende und flatternde Insektenwelt nicht zu kurz kommt. Für unsere Wildbienen deckt der Ölberg einen reichen Tisch.

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Das historische Himmelsstäpfele

Von Rittern, Mönchen und Räubern

Vom Ortsteil Himmelreich, vorbei am Geburtshaus des Künstlers und Baumeisters Johann Christian Wentzinger (1710 bis 1797) geht es steil bergan zum Ehrenstetter Ölberg. Ein beschwerlicher Weg, den die Weinbauern vor langer Zeit gehen mussten. Die Rebflächen in bester Sonnenlage, auf terrassierten, durch Kalksteinmauern gehaltenen Steillagen, sind nur manuell zu bewirtschaften. Die Trockenmauern müssen ständig gepflegt und unterhalten werden. Tatsächlich sieht das Treppchen aus, als führte es geradewegs in den Himmel.

Der Aufstieg lohnt sich, erreicht man doch oben auf einer Bergnase die 1954 errichtete Ölbergkapelle. Ein wundervoller Ausblick auf Schwarzwaldberge mit Schauinsland, Belchen und Blauen und die Weite der Rheinebene bis zu den Vogesen entschädigen den Wanderer und Besucher.

Welch ein Panorama!

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Eichstetten: Geopfad

Standort

In Eichstetten gibt es vier Pfade unterschiedlicher Länge.

  • Der Geopfad informiert über geologische und geographische Besonderheiten des Kaiserstuhls. Dieser 9,4 km lange Themenpfad durch den Eichstetter Wald und das Rebgebiet westlich des Ortskerns beginnt beim Samengarten am oberen Ende des Altwegs. Er verläuft größtenteils auf ungeteerten Wegen und ist für Gehbehinderte und für Kinderwagen wenig geeignet. Der direkte Rückweg führt nach 2,5 km wieder an den Ausgangspunkt zurück.
  • Der Südweg führt durch das nicht flurbereinigte Gebiet an der Grenze zur Bötzinger Gemarkung und hat eine Länge von 8,5 km.
  • Der Nordweg hat eine Länge von 6 km und führt über die flurbereinigten Flächen am Hättlinsberg.
  • Der Eisvogelweg verläuft entlang der alten Dreisam zum Nimburger Bahnhof und ist etwa 2 km lang.

Diese drei Wege sind ganzjährig begehbar und können auch mit Kinderwagen gut befahren werden. Da ein Teil der Strecken auf mit Gras bewachsenen Feldwegen geführt wird, sind bei Regenwetter feste Schuhe empfehlenswert.

 

Geopfad

Auf dem Geopfad wird der Besucher an 13 Stationstafeln über geologische und geografische Besonderheiten informiert.

An der ersten Station befindet sich ein Lössstollen, den ein einfallsreicher Winzer vor 85 Jahren gegraben hat, um mit seinem Pferd auf das höher gelegene Gewann zu kommen. Der Stollen kann begangen werden und ist heute noch etwa 30 Meter lang, allerdings ist der Ausgang am Ende zugeschüttet.

An der dritten Station, die über verschiedene Gesteinsschichten informiert, kann mit Magnetit (Magneteisen) experimentiert werden.

Eine Panoramatafel wartet am Standort Reimendsbühl auf die Pfadbesucher. Ein Winterfoto zeigt die Rheinebene und die Schwarzwaldhöhen und wurde deshalb gewählt, weil die Konturen und Strukturen des Anbaugebiets rund um Eichstetten durch den Schnee kontrastreicher zu erkennen sind. Hier sind aufgeforstete Terrassen zu erkennen, die aus historischer Streuobstwiesennutzung stammen.

Die Station „Lothar-Schneise“ informiert über den Sturm, der an Weihnachten 1999 große Schäden anrichtete.

Auf einem Haufen liegen Steine, deren skurrile Formen Fragen aufwerfen. Dies sind sogenannte „Lösskindel”. Die aus Kalkstein bestehenden Brocken sind die natürlichen Befestigungselemente im Löss. Die interessanten Gebilde bieten vor allem für Kinder die Möglichkeit, Tierformen zu entdecken. Die Besucher werden zum Mitnehmen eines Fundstücks aufgefordert. Die Robert-Meier-Hütte bildet das Ende des Geo-Pfads. Hier ist man schon ziemlich nahe am Funkturm des Kaiser-stuhls und hat einen Blick über die kahlen Hügel von Vogtsburg.

Auf den drei anderen Natur- und Kulturlehrpfaden wird der Natur- und Kulturraum Eichstettens vorgestellt und die Bedeutung der landwirtschaftlichen Aktivitäten für den Erhalt dieses Raumes aufgezeigt. Auf einzelnen Schautafeln wird über geologische Zusammenhänge, über Traditionen bei der Kultivierung von Wein, Obst, Feldfrüchten und Gemüse, aber auch über Aktivitäten der Eich-stettener Bürger zur Lokalen Agenda 21 informiert.

Quelle: Lehrpfade und Lehrgärten, Arbeitsmaterialie Agenda-Büro Nr. 47, LUBW, September 2008.

Tourenbeschreibung

(Outdooractive)

Ettlingen: Steine unter und über der Erde

Die GeoTour macht mit ihren Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis für die ganze Familie.

Hauptthemen: Stadt und Landschaft, Geologie und Landschaft, Bausteine, Aussichten, Steine und Kultur, Oberrheingraben,„Geopflanzen“.

Offizielle Tourenbeschreibung

Tourismusgemeinschaft Albtal Plus e.V.

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Ettlingen

Broschüre „Steine unter und über der Erde“

Feldberg: Feldbergsteig

Der Premiumwanderweg Feldbergsteig führt auf Pfaden mit vielen Aussichtspunkten durch eines der schönsten Naturschutzgebiete Deutschlands mit subalpinem Charakter. Am Weg laden mehrere Hütten zur Einkehr ein.

Im Haus der Natur am Ausgangspunkt wird der Feldbergsteig ausführlich vorgestellt, z. B. in einer 3D-Diashow.

Von hier führt er steil auf den Seebuck hinauf, dann auf einem Panoramaweg weiter zum Feldberggipfel. Bei geeigneter Witterung reicht die Sicht bis zu den Alpen und Vogesen. Der Abstieg führt vorbei an der St. Wilhelmer Hütte, der Zastler Hütte und der Baldenweger Hütte. Bis zum Raimartihof verläuft der Steig auf schmalen abenteuerlichen Pfaden. Ein besonders Naturerlebnis ist der folgende Feldsee unterhalb der steil aufragenden Felswände des Feldbergmassivs. Durch einen Bannwald gelangt man zurück zum Ausgangspunkt.

Wegbeschreibung

Die traditionelle Wanderroute führt vom Haus der Natur (Feldberg) zunächst in einem steilen Aufstieg zum Bismarckdenkmal (1.450 m) auf dem Seebuck – alternativ  bequem mit der Feldbergbahn (Kabinenbahn) zu erreichen. Hier bietet sich ein überwältigender Rundblick auf den Schwarzwald, die Alpen und Vogesen. Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf den steil unterhalb liegenden Feldsee. Wer möchte, kann den nahe gelegenen Feldbergturm (Aussichtsplattform) besuchen.

Auf dem Höhenrücken geht es weiter durch den Grüblesattel zum Feldberggipfel (1.493 m). Das nächste Ziel ist die St. Wilhelmer Hütte, die höchstgelegene Almhütte des Schwarzwaldes. Ein romantischer Pfad führt zur Zastler Hütte; es folgt ein kurzer Aufstieg zur Baldenweger Hütte (tolle Aussichtslage).

Danach beginnt der eigentliche „Steig“: über schmale Pfade und kleine Hängebrücken geht es durch den Seewald weiter zu einem der ältesten Höfe des Hochschwarzwaldes, dem Raimartihof. Von dort ist es nicht weit zum idyllisch gelegenen Feldsee (Karsee 1.116 m). Der Karl-Egon-Weg führt durch ein Bannwaldgebiet bergauf zurück zum Ausgangspunkt.

Ein ganz besonderes Naturerlebnis vermittelt der „Hosentaschen-Ranger“:

Amüsante Videobotschaften, mit dem Feldberg-Ranger Achim Laber in der Hauptrolle, überraschen an 12 Wegpunkten entlang der Route des Feldberg-Steigs mit Wissenswertem und Kuriosem zu Flora, Fauna und Geschichte des größten Naturschutzgebiets in Baden-Württemberg.

Den Hosentaschen-Ranger kann man beim Wegbetreiber als App kostenlos herunter laden.

Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Webseite des Wegbetreibers.

Feldbergpass: Wasserfallsteig

Der ca. 12 Kilometer lange Weg führt vom Feldbergpass zur Wiesequelle und von dort über den Hebelweg hinab nach Fahl zum Fahler Wasserfall und schließlich bis nach Todtnauberg zum Todtnauer Wasserfall.

Und Wasser ist nicht nur bei den Wasserfällen zu erleben, auf weiten Strecken wird man von einem wildromantischen Bach begleitet. Abwechslungsreicher Wald und eine schöne Wiesenlandschaft sind weitere Merkmale dieses Weges, einige Aussichten runden das Wandererlebnis ab.

Der Wasserfallsteig ist zwar ein Streckenweg, aber durch gute stündliche Busverbindungen kommt man problemlos wieder nach Todtnau, bzw. an den jeweiligen Ausgangspunkt zurück.

Der Weg liegt in verschiedenen Schutzgebieten: Biosphärengebiet „Schwarzwald“, FFH-Gebiet „Hochschwarzwald um den Feldberg und Bernauer Hochtal“ (Natura 2000), Vogelschutzgebiet „Südschwarzwald“ (Natura 2000) und NSG „Feldberg“.

Schon gewusst?

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Fahler Wasserfall

Das Wasser des „Fahler Wasserfalls“ fällt 50m zu Tal.

Das Quellgebiet des Rotenbachs liegt am 1386 m hohen Stübenwasen. Der Rotenbach mündet in Fahl in die Wiese und später in den Rhein.

 

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Todtnauer Wasserfall

Das Wasser des „Todtnauer Wasserfalls“ fällt 97 Meter zu Tal.

Das Quellgebiet des Stübenbaches liegt am 1.386 Meter hohen Stübenwasen.

Deutsches Wanderinstitut

Der Premiumwanderweg „Wasserfallsteig“.

Freiamt: Historischer Wanderweg

Schwerpunkt der Wanderstrecke ist das Mittelalter, das wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde hatte. Die Vielfalt dieser Entwicklung lässt sich auf diesem Wanderweg bestaunen. Kapitel, die längst abgeschlossen erschienen, können hier wieder aufgeschlagen werden, wie das der Glasbläserei oder des Rechtes der freien Erbleihe, die die Herren im Mittelalter den Menschen hier im Tal zukommen ließen und der Gemeinde Freiamt ihren Namen gaben.

Streckenverlauf 1 (ca. 13,0 km, ca. 4,5 Std.)
Sägplatz – Ruine Keppenbach – Läger – Glasig (Sandgrube) – Soldatengräber – Tennenbach – Fäsiloch (Steinbruch) – Stabhalterhof (Mutterstegenhof) – Kirche Mußbach – Auf der Eck– Schweizerloch – Sägplatz

Streckenverlauf 2 (ca. 17,0 km, ca. 5,5 Std.)
Sägplatz – Ruine Keppenbach – Läger – Glasig (Sandgrube) – Soldatengräber – Tennenbach – Fäsiloch (Steinbruch) – Stabhalterhof (Mutterstegenhof) – Kirche Ottoschwanden – Freihof – Kirche Mußbach – Auf der Eck – Schweizerloch – Sägplatz

Offizielle Tourenbeschreibung

Tourist-Information Freiamt

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Freiamt

Flyer „Historischer Wanderweg“

Freiburg: Geologischer Stadtspaziergang

Die kleine Wanderung durch die Geologie Freiburgs beginnt am Stadtgarten mit dem Überqueren der Schwarzwaldrandverwerfung und dem Anstieg zum Restaurant Dattler. Hangparallel geht es zum Kanonenplatz, wo die Landschaftsformen und geologischen Verhältnisse der Umgebung von Freiburg präsentiert werden. Ein – bei gutem Blick – umfassender Überblick von Südosten (Zartener Becken und Schwarzwald) über den Lorettoberg und Schönberg im Süden, über die Freiburger Bucht mit dem Kaiserstuhl und den Vogesen im Westen bis in die Niederungen von Elz und Glotter und die Hügel der Emmendinger Vorberge – nahezu 270° Freiburg!

Noch besser und umfangreicher ist der Blick von Schlossbergturm auf der Schlossbergnase hoch über dem Kanonenplatz.

Nach dem Abstieg in die Altstadt führt der Weg über das Schwabentor, zum Oberlindenbrunnen und dem Augustinerplatz mit seinen Straßenpflastern und seiner Lage im Übergang von der Niederterrasse zur Dreisamaue. Auf dem weiteren Weg über die Schusterstraße zum Münster sind Häuser und Fassaden aus Gesteinen der ganzen Welt zu sehen. Vorbei am erzbischöflichen Ordinariat und der Münsterbauhütte führt der geologische Spaziergang wieder zurück zum Stadtpunkt im Stadtgarten.

Textquelle

Geotope und Geotourismus im digitalen Zeitalter. Schriftenreihe der Deutschen Geologischen Gesellschaft für Geowissenschaften, Heft 94, 2019.

Freudenstadt: Eugen-Drissler-Weg

Der Eugen-Drissler-Weg verbindet Freudenstadt mit Baiersbronn. Er wurde 1985 eingerichtet – nicht von der Stadtverwaltung Freudenstadt oder der Gemeinde Baiersbronn, sondern von der Ortsgruppe Baiersbronn des Schwarzwaldvereines. Er war ihr Geschenk zum hundertjährigen Bestehen der Ortsgruppe Freudenstadt. Der Weg wurde nach Eugen Drissler benannt, der ein hiesiger Hobbygeologe war und sich mit dem Bergbau im Forbachtal beschäftigt hat.

Etappe 1 – Marktplatz Freudenstadt bis Finkenwiesle

Der Weg beginnt auf dem Freudensttädter Marktplatz; er führt die Murgtalstraße zwischen dem früheren Kaufhaus Wagner (heute Buchhandlung) und dem Schickhardtbau – heute als Polizei genutzt – herab zu der Adler-Anlage. Von hier aus haben wir einen ersten Blick ins Christophstal mit dem Bärenschlößle, dem Wahrzeichen des Christophstals. Es wurde 1627 von Peter Stein erbaut, dem damaligen Generalfaktor.

Wir wenden uns nach links und steigen die alte Straße mit dem Kopfsteinpflaster herab. An der Treppe werfen wir einen Blick unter uns das Gasthaus Zum Bad, an dessen Stelle ursprünglich die Messingfaktorei, dann die Eisenfaktorei standen. Später war hier die Forstverwaltung untergebracht, bis Jakob Wälde das Gebäude mit den Nebengebäuden kaufte und ein Bad und eine Gaststätte darin unterbrachte. Links neben dem Gasthaus steht die alte Tuchfabrik Hoyler, die heute nicht mehr genutzt wird. Sie ist aus dem Oberen Großhammer entstanden, dessen Ursprünge im späten 16. Jahrhundert liegen.

Unser Weg führt uns nicht die Treppe herab, sondern weiter die Straße herab bis zur Forbach-Brücke, auf der wir den Forbach überqueren. An dieser Stelle hat es eine Furt gegeben, von der manche den Namen des Baches ableiten. Links der Brücke steht ein älterer Brunnen aus Gußeisen, der daran erinnert, daß im Tal Jahrhunderte lang Eisen verarbeitet wurde.

Aber nicht nur Eisen wurde hier weiter verarbeitet – auch Bergbau war hier vertreten. Im Hang über dem Brunnen befand sich einer der Stollen, in denen hier nach Erz gegraben wurde, der Christophsstollen. Das Erz wurden dann auch hier im Tal verhüttet, um Silber, Kupfer und Eisen zu gewinnen.

An dieser Stelle kreuzt ein alter Weg den Forbach – er verlief etwas unterhalb der Straße, die wir herab gestiegen sind. Er verband Tübingen mit Straßburg und bestand sicher schon im 12. Jahrhundert. Links der Brücke kreuzt er die talstraße und führt er zum Kniebis hoch.

Gegenüber der Einmündung steht ein Wohnhaus, dessen moderner Anblick täuscht. Es ist das alte Wirtshaus Zum Großen Christoph, eines der ältesten Wirtshäuser Freudenstadts.

Wir überqueren die Talstraße und gehen auf das blaue Gebäude zu. Dieses war Jahrhunderte lang eine Mahlmühle, die Vordere Mühle, später eine Textilfabrik; heute ist hier die Galerie Christophstal untergebracht.

Das „Blaue Haus“, die Galerie Christophstal.

Die Straße führt weiter gerade aus über den Parkplatz. Links von uns sehen wir das Bärenschlößle, bei dem ein Wildgehege ist. Es liegt in einer Karmulde aus der letzten Eiszeit zwischen zwei Schuttmoränen. Ein kleiner See erinnert uns an einen Karsee, wie er hier einmal bestanden haben mag. Links in der hinteren Mulde war einmal die Freudenstädter Sprungschanze angelegt, die 50 Jahre lang bekannt war. Vom Parkplatz aus gehen wir weiter und haben rechts uns die Tuchfabrik Hoyler, die langsam verfällt. Einst war sie – wie erwähnt – eine Eisenschmiede, die von Heinrich Schickhardt geplant wurde. Die beiden Gebäudeteile, die mit Schindeln verkleidet sind, enthielten die Schmiede und eine Kohlscheuer. Kurz danach passieren wir das Gasthaus Bad, das einmal Verwaltungsgebäude der Christophstäler Hüttenwerke war und erreichen den Wald.

Noch einem kurzen Stück treffen wir an einer Abzweigung ein Hinweisschild, des Eugen-Drissler-Weges, das uns auf den Bergbau hinweist. Unser Weg führt rechts weiter, aber ein Abstecher zum Steinbruch mit einem vergitterten Stolleneingang ist drin. Auch hier steht ein Hinweisschild des Eugen-Drissler-Weges.

Hierbei handelt es sich um eine renaturierte Deponie, von der heute nichts mehr zu erkennen ist. Von hier haben wir einen Blick auf Freudenstadt.

Hinter der Hütte zeigt ein Lücke den Weg zu einem vergitterten Stollen an. Er gehörte wohl zur Grube Ferdinand, die hier betrieben wurde, um Silber und Kupfer abzubauen. Heute ist der Stollen gesperrt, um Fledermäusen eine Schutzmöglichkeit zu bieten.

Wir gehen den Weg zurück zum Talsträßle und folgen ihr. Hin und wieder – leider viel zu selten – können wir einen Blick auf das Tal mit seinen Gebäuden oder die Silhouette Freudenstadts erhaschen. Immer wieder zweigen alte Wege ab, die der Wald zurück erobert hat.

Bald erreichen wir eine Stelle, der Hang aus mehrere Einsturzstellen zu haben scheint. Hier ist die Pinge der Grube Dorothea, die eine der letzten war, die im Tal betrieben wurde. In den Gebäuden davor, die durch die Bäume zu sehen sind, war eine Walke untergebracht, in der die Freudenstädter Tuchabrikanten ihr Tuch walkten, damit es dichter wurde. Hier stand auch – oder steht noch – das Grubenhaus der Grube. Unterhalb der Walke befinden sich die Fischteiche der Fischzucht Lohmühle und ein Untersuchungsstollen, den die Firma Sachtleben in den Hang getrieben hat – den Dorothea-Untersuchungsstollen.

Weiter geht es das Talsträßle entlang. Nach wenigen hundert Metern lichten sich rechts die Bäume und geben den Ausblick ins Tal frei. Wir haben das untere Tal erreicht. Hier standen einst ein Pfannenhammer und ein Großhammer. Hier steht auch das Platzmeisterhaus, ein Biedermeierhaus, von dem aus die Königlichen Eisenwerke im unteren Tal und im Friedrichstal verwaltet wurden. Pfannenhammer und Großhammer sind verschwunden, nur die Häuser der Laboranten stehen noch…

Ein kurzes Stück nach der Lichtung vereingt sich am Finkenwiesle unsere Straße mit der, die aus dem Tal kommt. Wollen wir nur diese eine Etappe wandern, so biegen wir hier rechts ab und gehen die Straße hinab. An der Stelle, wo heute ein Spielplatz ist, stand 250 Jahre lang eine große Hammerschmiede – der Untere Großhammer oder auch Wilhelmshammer. Er wurde 1904 abgerissern. Geblieben ist nur der Mühlkanal.

Über die Brücke gehen wir gerade aus und können entweder links abbiegen und zur Bushaltestelle am Gasthaus Schiff gehen, um mit dem Bus zurück zu fahren, oder wir halten uns rechts und gehen die Talstraße aufwärts zur Walkensteige und dort hinauf zur Stadt.

Etappe 2 Finkenwiesle bis Michaeliskapelle

Für diese Etappe können wir zwischen 2 Varianten wählen. Eine führt durch den Talgrund, vorbei an Fischteichen und der Grube Untere Sophia durch  Friedrischstal oder am Waldrand entlang durch das Jägerloch und das Reichenbächletal zur Michaeliskapelle.

Das Dorf Friedrichstal entstand, als 1761 für die damals noch herzoglichen Eisenwerke zuätzliche Werke eingerichtet werden müßten. Da weiter oben kein Platz mehr vorhanden war, breiteten sich die Wrke nach unten ins Tal aus. Dabei überschritt man die Gemeindegrenze nach Baiersbronn. Später wurden die „Neuen Werke“ abgetrennt und selbstständig. Nachdem die oberen Werke im Tal stillgelegt wurden, wurden die unteren Werke – der Pfannenhammer und der Großhammer – denen im Friedrichstal angeschlossen. Zeitweilig wurden sie aber vom Platzmeisterhaus im unteren Christophstal aus verwaltet.

Vom Finkenwiesle aus gehen wir auf der Straße weiter. Bereits nach 100m –  am 2. Abzweig hinter dem Rondell – gabelt sich der Weg. Rechts geht es den Weg herunter ins Tal, links weiter auf der Straße. Leider ist unser Weg schlecht bis gar nicht gekennzeichnet, so daß man hier aufpassen muß. Aber auf der linken Seite führt eine Treppe zum Sankenbachfall und zum Kniebis. Sie kann uns auch als Orientierungshilfe dienen.

Variante 1 – Durch den Talgrund

Der Weg  durch den Talgrund zweigt nach rechts ab und führt den Weg hinunter ins Tal – vorbei an den Fischteichen zur Fischerklause. Am Waldrand trifft unser Weg auf einen anderen, in den wir nach links einbiegen. Rechts von uns liegen die Fischteiche des Kreisfischereivereins Freudenstadt, bei denen auch eine Einkehrmöglichkeit ist. Am Ende des Weges biegen wir rechts ab, gleich danach wieder links und gehen die Straße entlang, den Wilhelm-Günther-Weg. Die Straße führt uns an der Grube Untere Sophia vorbei, von der man nichts wußte, als der Weg eingerichtet wurde. Erst später wurde sie wiederentdeckt.

Von der Grube gehen wir weiter zur Michaeliskirche – den Wilhelm-Günther-Weg entlang, geradeaus weiter durch die Pulvermüllerstraße und die Kniebisstraße hoch zur Kapelle. Der Straßenname „Pulvermüller“ kommt nicht daher, daß hier Pulver gemahlen worden wäre, sondern soll Friedrich August Pulvermüller ehren, der hier im Friedrichstal sein Verfahren zur Stahlherstellung erfunden hat.

Bei der Michaeliskirche angekommen, machen wir eine kleine Rast und genießen die Landschaft.

Variante 2 – Am Waldrand entlang

An der Abzweigung zur Variante 1 biegen wir nicht links ab, sondern bleiben auf der bequemen Straße und folgen ihr ins Jägerloch. Hier befindet sich der Schießstand der Kreisjägerschaft, in dem sie ihre Schießübungen abhalten. Es darf uns also nicht wundern, wenn wir hier Schüsse hören. Wir kommen jedoch nicht direkt am Schießstand vorbei, sondern in einigem Absand.

Bald nach der Kehre stößt von links eine Straße auf unsere. Wir halten uns an der Einmündung rechts und gehen weiter auf der Straße entlang. Sie folgt dem Hang aus dem Jägerloch heraus und ins Reichenbächletal Wir folgen ihr weiter, bis nach einer Rechtskehre ein Fußpfad abzweigt. In diesen biegen wir ein und folgen ihm zum gegenüberliegenden Hang, wo er auf einen asphaltierten Weg mündet, auf den wir nach rechts einbiegen. Er führt uns nach etwa 200 m zur Michaeliskapelle.

An der Michaeliskapelle

Die Michaeliskapelle ist erst in der Mitte des 20. Jahrhunderst erbaut worden – von 1949 bis 1951. Sie fällt auch durch ihre Form – ein Achteck – auf. Ungewöhnlich ist auch der Standort der Kapelle am Rand des Dorfes.

Hinweis: Beim Parkplatz an der Michaeliskapelle führt ein anderer Weg in den Wald, den Berg hinauf. Dort finden wir einen Schleifstein und einige Gruben. Früher wurden hier Schleifsteine hergestellt, mit denen im Tal Sensen und Messer geschliffen wurden.

Neben der Kirche ist ein kleiner Park, in dem mit einem kleinen Denkmal an die Gründung Friedrichstals erinnert wird. Seine Inschriften lautet: FRIEDRICHSHAMMER MDCCCIV – DURCH FRIEDRICHS BEHARRLICHKEIT ENDLICH GEGRÜNDET – SCHAFFT DEM LANDMANN DIE SICHEL – DEM ERWERBSFLEISSE NEUEN KUNSTSTOFF – DEM KRIEGER DAS SCHWERT. Gemeint war der damalige Herzog Friedrich II und spätere König Friedrich I  von Württemberg.

Etwas unscheinbar wirkt das alte Ortsschild, das ebenfalls aus dieser Zeit stammt.

Etappe 3 – Von der Michaeliskapelle zum Bahnhof

Die Etappe 3 bietet uns wieder 2 Varianten: entweder gehen wir durch das Tal entlang dem Forbach weiter Richtung Bahnhof

Variante 1 – Durch das Tal

Der Werg führt uns den Sankt Michelsweg hinab. Unten angekommen, gehen wir geradeaus über die Straße Am Sensenhammer weiter. Am bach biegen wir nach links auf den Uferweg ein, auf dem wir dem Bacg folgen. Nach ca 700m überqueren wir den Forbach auf einer kleinen Brücke und halten uns links. Nach einigen hundert Metern erreichen wir das Tor der Baiersbronner Frischfaserkarton, in der Faltschachteln produziert werden. Sie gehört zur Meyr-Melnhof-Karton Gesellschaft m.b.H und ist einer der größten Arbeitgeber Baiersbronns, das eigentlich für seine Küche(n) bekannt ist.

An der Fabrik halten wir uns links und gehen weiter den Bach entlang. Die Fabrik begleitet uns noch eine Weile. Einige hundert Meter nach der Frischfaserkartonfabrik kommt der Bahnhof von Baiersbronn in Sicht. Etwa auf der Höhe der Mitte des Bahnsteiges biegt der Weg vom Bach ab und führt zum Bahnübergang. Von dort biegen wir rechts auf die Bundesstraße und gehen zum Bahnhof.

Variante 2 – Der Panoramaweg

Wie gehen den Sankt Michaelsweg ca 100m entlang, bis links ein Weg abzweigt, in den wir einbiegen. Terilweise geht es durch lockeren Wald, teilweise an Rand entlang. Am Anfang einer Rechtskurve biegen wir links auf einen anderen Weg ab, der annähernd geradeaus führt und uns zum Reuteweg führt. Wir biegen nach links in die Straße ein, die sich wie eine Panoramastraße am Hang entlang zieht Unter uns sehen wir Friedrichstal mit dem Sensenhammer und dem Königshammer-Museum, dann den Gewerbebereich mit der Frischfaserkarton-Fabrik, danach Baiersbronn, unser Ziel.

Nach fast 1,5 km auf der kleinen Straße erreichen wir den Stöckerhof, einen alten Bauernhof, der heute als Pension genutzt wird. Hier biegen wir nach rechts in den Stöckerweg ab und gehen talabwärts. Unten biegen wir rechts in die Stöckerwiesen ein, gleich danach links auf einen Fußweg, der uns über den Forbach führt. Dort stoßen wir auf den Uferweg, in den wir nach links abbiegen und ihm zum Bahnübergang folgen. Hier biegen wir rechts in die Bundesstraße ein und gehen zum Bahnhof.

Informationen zur Wanderung

Markierung: Leider ist – vor allem im Freudenstädter Bereich kaum noch Markierung vorhanden. Ursprünglich eine weiße Raute mit den Buchstaben F und B. stellenweise grüne Infotafeln.Wegbeschreibung: In der Stadtinformation Freudenstadt ist auf Nachfrage eine Wegbeschreibung erhältlich (kopiertes A4-Blatt).

Photos: Kitzlinger (1), Gänßler

Textquelle

Mit freundlicher Genehmigung von Roland Gänßler. VIELEN DANK.

Freudenstadt: Wasserleben – ein wanderbares Museum im Christophstal

Das Christophstal unterhalb von Freudenstadt war auf Geheiß des Stadtgründers Herzog Friedrich wegen der Silberfunde zum Zentrum des württembergischen Metallindustrie ausgebaut worden. Hier lebten über Jahrhunderte Laboranten, Bergknappen und Handwerker. Eisen- und Sägewerke, Walken und Mühlen drängten sich ans Ufer des Forbaches. Die Wasserkraft des Forbaches wurde zum Antrieb der Maschinen genutzt. Zahlreiche Relikte aus den letzten Jahrhunderten zeugen von der damaligen Betriebssamkeit im Christophstal.

… Soweit der Flyer mit dem Wegverlauf, der sich so auch in der Broschüre „laufen. lachen. entdecken – 45 Pfade erleben“ des Landratsamtes wiederfindet.

Wir verlassen den Marktplatz zwischen dem Kaufhaus Wagner und der Polizei und gehen geradeaus zu den Adler-Terrassen, wo wir bereits einen Blick ins Tal werfen können. Unser Weg führt links die alte Straße hinunter, bis wir zu einer Treppe kommen, der wir abwärts folgen. Dort finden wir die ersten Hinweisschilder.

Links haben wir die Tuchfabrik Hoyler. Ursprünglich stand hier der Obere Großhammer, der sich aus einer Eisenschmiede entwickelte, die von Heinrich Schickhardt geplant wurde. Ca 250 Jahre lang wurde hier Eisen verarbeitet, bis die Schmiedehämmer verstummten und die -feuer erloschen. Danach zog die Textilfabrik Hoyler hier ein, die Weltgeltung errang. Heute verfällt das Gebäude leider langsam vor sich hin.

Rechts von der Textilfabrik steht ein Wohnhaus, in dem die Forstamtsdiener wohnten  daneben das Gasthof „Zum Bad“. Dazwischen stand ein Gebäude, in dem sich das Christophstaler Gefängnis befand. An dieser Stelle stand ursprünglich eine Messingfaktorei, die aus dem Kupfer, das hier gefördert – und aus anderen Gegenden angekauft – wurde verarbeitete und vertrieb. Nachdem die Messingherstellung eingestellt wurde, wurden die alten Gebäude abgerissen und ersetzt.

Erst war hier die Verwaltung des Eisenwerkes Christophstal untergebracht, dann folgte die Forstverwaltung, bis 1862 das Haus in private Hände gelangte. Jakob Wälde richtete dort eine Badeanstalt mit Restauration ein. Heute wird nur noch das Gasthaus betrieben.

Unser Weg führt nach rechts, wo wir schnell auf die Feilenhauerei Bührle stoßen, die heute leider nicht mehr in betrieb ist. Sie war eine der letzten Feilenhauereien in Deutschland, wo Feilen noch manuell hergestellt wurden. Zwischen 1622 und 1628 wurden hier Münzen geprägt, Anfangs solche aus der Kipper- und Wipperzeit, einer Zeit, in der den Münzen viel unedles Material zugesetzt wurde, dann aber reguläre, die den Vorschriften entsprachen. Später wurde das Gebäude als Zainhammer genutzt.

Beim Durchgang zwischen der Feilenhauerei und dem Wohnhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen wir rechts einen Hangkeller, auf dessen Türsturz die Jahreszahl 1664 eingemeißelt ist – ein Hinweis auf das Alter des Kellers.

Der Weg führt weiter die Straße hinab. In der Nähe der Feilenhauerei steht ein Hinweisschild an einem Wohngrundstück. das Schild verweist auf einen Streckhammer, der dort gestanden hat. Erbaut wurde das ursprüngliche Gebäude 1612 als Drahtmühle nach der Planung von Heinrich Schickhardt. Hier wurde die Wasserkraft genutzt, um Eisenstäbe durch Locheisen zu ziehen und dadurch den Durchmesser zu verringern. Das Ergebnis war ein Draht, bei dem die Spuren der Ziehzangen noch zu sehen waren. Später wurde das Gebäude als Schmiede verwendet, bis es zu einer Sägemühle ausgebaut wurde.  Der jetzige Eigentümer hat die Sägemühle gekauft und abgerissen. An der Stelle steht heute sein Wohnhaus.

Weiter talabwärts folgen einige kleinere Häuser, von denen eines auf den ersten Blick ziemlich alt erscheint. In solchen Häusern wohnten die Beschäftigten der Schmieden hier im Tal. Doch es gab auch größere Wohngebäude, wie das Haus , zu dem wir jetzt kommen. Das Hinweisschild erklärt uns, was es mit diesem Gebäude auf sich hat: Es wurde 1790 von der damaligen Eisenmanufaktur gebaut, um dort Laboranten unterzubringen, war also ein Laborantenhaus.

Mit Laboranten wurden die Arbeiter bezeichnet, die in den Schmieden arbeiteten. Das Schild behauptet zwar, daß dieses das letzte wäre, welches im Christophstal stände, doch stehen zwei weitere große – jüngere – Laborantenhäuser im unteren Tal, zwei weitere im Friedrichstal, das früher zum Christophstal gehörte.

Das „Blaue Haus“, die Galerie Christophstal.

In der Nähe des Laborantenhauses steht auf der gegenüberliegenden Talseite ein Hinweisschild an einer Toreinfahrt zu einer brachliegenden Fläche. Hier stand ursprünglich ein Kupferhammer, in dem Kupfer verarbeitet wurde. Nachdem die Kupferherstellung eingestellt wurde – das meiste Kupfer wurde zugekauft – wurde der Kupferhammer in einen Pfannenhammer umgebaut, den Oberen Pfannenhammer. Weiter unten im Tal gab es einen weiteren. Beide Pfannenhammer stellten schmiedeeiserne Pfannen her. Für den Haushalt, aber auch für Salzsieder und ähnliche Anwendungen.

Nachdem der Betrieb des Hammers eingestellt wurde, siedelten sich hier andere Betriebe an – Textilindustrie und später die Firma Bürkle, die hier ihren Ursprung hat. Sie war die letzte Firma, die auf diesem Grundstück produzierte, bis sie auf ein neues, größeres Gelände im Osten der Stadt Freudenstadt zog.

Unser Weg geht am Haus Votteler mit dem kleinen malerischen Fachwerkhäuschen – einer alten Mühle – und der Walke vorbei zu den Forellenteichen. An der Walke wurde von Freudenstädter Webern das Tuch gewalkt, das sie herstellten. Vorher war dahinter der Eingang zum Dorothea-Stollen, einem der Gruben hier im Tal.

Von den Fischteichen aus sehen wir schon den Eingang des Dorothea-Untersuchungsstollens, mit dem die Firma Sachtleben erkundete, ob sich der Abbau von Schwerspat lohnen würde. Er ist der letzte betriebsbereite Stollen im Tal. Beim Vortrieb stießman auf den alten Doprothea-Stollen und stellte fest, das dort die Verzimmerung des Stollens noch in Ordnung war.

Unterhalb der Fischteiche verlassen wir die Straße und biegen links ab. Am Eingangstor des Grubengeländes sehen wir ein weiteres Hinweisschild des Wanderweges. Es weist zum einen  auf die Grube Sachtleben – den Dorothea-Untersuchungsstollen – hin, aber auch auf die Kupfer- oder Silberschmelze, die auf der anderen Wegseite stand.

In dieser Schmelze – und einer weiteren Am oberen Ende des Tales wurde das Erz, das hier gefördert wurde, verhüttet, um an die Metalle wie Kupfer, Eisen und Silber zu kommen. Heute fließt der Forbach an der Stelle, wo einst die Schmelze stand. Der Bach ist dort um 1903 herum begradigt worden, was auch an einem kleinen, ausgemauerten Graben erkannt werden kann, der mitten in der Wiese endet. Hier begann der Mühlkanal des Unteren Pfannenhammers. Wir überqueren die Brücke und folgen dem Weg hangaufwärts., bis wir zum Talsträßle kommen. Ein Hinweisschild informiert uns über den Bergbau hier im Tal, dem wir schon begegnet sind.

Wir folgen dem Talsträßle talaufwärts und kommen wieder an der Tuchfabrik vorbei.  Kurzs danach sehen wir auf der rechten Seite das Bärenschlößle mit seinem Treppengiebel. 1627 wurde es von Peter Stein, dem damaligen Generalfaktor des Tales erbaut – vermutlich an Stelle des Bergverweshauses, das damals hier gestanden haben soll. Später wurde es als Bauernhaus genutzt bis ein Restaurant dort einzog. Beim Bärenschlößle befindet sich auch ein Wildgehege, in dem Rotwild gehalten wird.

Den Parkplatz überqueren wir und gehen zu dem blau gestrichenen Haus. Dieses Gebäude war ursprünglich die Vordere Mühle, in der Getreide gemahlen wurde. Später zog hier eine Seidenweberei ein, für die das Haus grundlegend umgebaut wurde. Heute beherbergt das Gebäude die Galerie Christophstal.

Wir folgen der Christophsstraße abwärts. An dem Haus an der Einmündung auf die Talstraße weist uns ein Hinweisschild des Weges darauf hin, daß es sich bei dem Gebäude um die frühere Talwirtschaft „Zum großen Christoph“ handelt, die bereits 1580 erwähnt wird. Allerdings stnd sie damals wohl auf der anderen Straßenseite. Nach einem Brand wurde sie an der jetzigen Stelle errcihtet. Heute dient sie nur noch als Wohnhaus.

Auf der anderen Straßenseite weist ein Hinweisschild auf den Christophsstollen hin, der am stadtseitigen Hang des Tales in den Berg getrieben wurde. nach ihm hat das Christophstal seinen Namen. Dieser Stollen war mit 600m einer der längsten des Tales.

Wir biegen nach rechts in die Talstraße ein und folgen ihr wenige Meter bis rechts die Alte Kniebissteige abzweigt. Sie ist ein Teil des alten Schwabenweges, der Tübingen mit Straßburg verbindet. Dieser Weg ist sicher seit dem 12. Jahrhundert bekannt, wie alte Spuren zeigen. Einige römische Funde in Freudenstadt und Dornstetten lassen die Vermutung, daß es sich um einen alten römischen Weg handelt, nicht völlig abwegig erscheinen.

Etwas weiter talaufwärts steht das Haus Greising, daß als Lohmühle erbaut worden ist. Später wurde hier eine Messerschmiede eingerichtet, in der unter anderem Strohmesser gefertigt wurden, mit denen Bauern im Winter das Futter ihres Viehs portionierten. Später übernahm die Familie Greising das Gebäude und betrieb bis 18948 eine Schindelfabrik. Abgesehen vom Wohnteil wurde das Haus in den letzten Jahren abgerissen.

Die letzte Station des Weges ist die Haas’sche Mühle, die noch ein kurzes Stück talaufwärts an einer Forbachbrücke steht. Erbaut wurde sie vermutlich als Drahtmühle, wurde aber schon bald genutzt, um Waffen und Waffenteile zu fertigen. Später wurde sie als Walk- und Mahlmühle genutzt, aber 1808 wieder zur Herstellung von Waffenteilen eingesetzt. Nach einem Brand 1811 in einem der Nachbargebäuden, die zu der Fertigung gehörten, zog die Waffenproduktion nach Oberndorf am Neckar um und wurde dort die Keimzelle der Waffenfabrik Mauser.

Unser Weg führt uns noch ein Stück talaufwärts, bis er links von der Straße abzweigt und den Hang hoch zurück zum Marktplatz führt.

Daten zum Weg

Länge des Weges: 6km

Einkehrmöglichkeiten:

  • Historischer Gasthof Bad
  • Bärenschlößle

Offizielle Tourenbeschreibung

Genussregion Freudenstadt Loßburg

Textquelle

Mit freundlicher Genehmigung von Roland Gänßler. VIELEN DANK.

Gernsbach: Natur und Geschichte pur in Reichental

Der Weg „Natur und Geschichte pur“ informiert über das Leben im und mit dem Wald. Den Ort umschließen sieben Täler und damit ist Reichental fast vollständig von Wald umgeben. Kein Wunder, dass 1990 in der alten Sägemühle von einer Privatinitiative das Waldmuseum eingerichtet wurde, das nicht nur für Schulklassen und Gruppen interessant ist.

Der Wald war früher ein Mischwald aus Tannen, Buchen und Eichen. Die mächtigen Tannen wurden sogar nach Holland geflößt. Eichenstämme aus dem Murgtal wurden zu Gründungspfählen in Rotterdam. Sehr licht war der Wald damals und ermöglichte den Hirten des Dorfes, Kühe und Schweine auf die Waldweide zu führen, wo die Tiere die begehrten Eicheln finden konnten. „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“, so die alte Volksweisheit.

Große Anstrengungen erforderte es, dem Wald die steilen Täler abzuringen, um Getreide, Raps und andere Feldfrüchte anzubauen. In den zahlreichen, nur im Murgtal aufzufindenden Heuhütten, die Tiroler Einwanderer mit hierher gebracht haben, lagerte man das Futter für die Tiere und holte es im Winter mit dem Schlitten ins Dorf.

In Kohlenmeilern auf den „Kohlplatten“ direkt im Wald wurde die begehrte Holzkohle produziert. Das Köhlern selbst war eine raue Arbeit, die auch sehr große Erfahrung erforderte. Das Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff mit dem armen Kohlenmunk Peter, dem Holländer Michel und dem Glasmännlein stammt nachweislich aus dem Murgtal.

Zahlreiche Mühlen, vom lebenswichtigen Wasser der Bäche angetrieben, versahen ihren Dienst. Mit Wasserkraft wurde gesägt, gemahlen und gestampft. Zur Jahrhundertwende leistete sich die Gemeinde den Luxus der ersten Wasserversorgung mit Quellwasser.

Besonders auffällig auf den Reichentaler Waldwegen sind die enormen Vorräte an Brennholz, die die Waldwege säumen. Die anderen Hinweise auf frühere Zeiten sind eher versteckt: An 13 verschiedenen Stationen wurden diese zugänglich gemacht und mit Info-Tafeln beschrieben.

Der ganze Rundgang ist knapp 11 Kilometer lang und kann auch jederzeit abgekürzt werden. Wo immer ein Weg nach unten führt, erreicht man schon bald wieder den Ort Reichental.

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Gernsbach

Flyer „Natur und Geschichte pur in Reichental“

Gernsbach: Sagenweg

Rund um Gernsbach sowie und im gesamten Murgtal findet sich ein reicher Schatz an Sagen und Geschichten, die sich mit der Herkunft der Flur- und Ortsnamen beschäftigen. Sie geben aber auch einen Hinweis darauf, wie sich die Menschen in früherer Zeit Natur- und Himmelserscheinungen erklärten.

Der Sagenweg führt in den steilen Hängen des Murgtales über verschiedene Stationen, an denen Sagen und Geschichten aus der Region vermittelt werden. Da sind

  • der Grafensprung mit Blick auf die Murg
  • das Schloss Eberstein
  • eine Erzgrube

und einiges mehr.

Markiert mit dem Symbol eines Teufelchens ist dieser Weg auch für das Wandern mit Kindern zu empfehlen. Aufgrund der erheblichen Steigungen sollte man schon etwas Kondition mitbringen.

Charakteristisch sind seine vielen schmalen Pfade, die die einzelnen Stationen miteinander verbinden. Damit ist der Weg allerdings auch nicht für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer geeignet

Die Stationen

An dieser Stelle soll sich in früherer Zeit die Klause eines Einsiedlers befunden haben. Eines Nachts klopfte ein „junges, hübsches Weib in einem feingewobenen Gewande“ an seine Hütte und bat um Zutritt, aber nur wenn er das Kreuz entferne. Der Klausner geriet in Versuchung. Plötzlich erscholl aus einer nahen Eiche der helle Silberton eines Glöckchens, und das verführerische Bild der jungen Frau verschwand. Aus Dankbarkeit errichtete der Einsiedler eine Kapelle. Die heutige Kapelle erbaute Großherzog Leopold von Baden 1852.

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Eine alte Geschichte besagt, dass vor langer, langer Zeit ein Engel Gottes auf diesem Felsen erschien, um die Bewohner des Tals, die vom Teufel in Bann gezogen waren, wieder auf den rechten Weg zu führen. Er predigte von einem herausragenden Felsen nahe der Burg der Ebersteiner. Darüber ärgerte sich der Teufel sehr, und er schwang sich wutschnaubend ins hohe Gebirge. Dort warf er mit schweren Steinblöcken um sich. Sein Rumoren war so laut, daß die Worte der Wahrheit, die der Engel verkündete, nicht mehr zu hören waren. Doch den Einzug des Christentums ins Murgtal konnte er damit nicht verhindern, nur die Namen Engelskanzel und Teufelsmühle künden noch heute von diesen uralten Zeiten.

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Die Menschen im Mittelalter glaubten, dass an diesem Platz besondere Kräfte wirkten und erzählten von seltsamen Erlebnissen. Der Platz vor dem alten Brunnen soll auch zu geselligen Treffen gedient haben. Eine Geschichte erzählt von dem Grafen von Eberstein, der von der Straße hier herunter gestürzt sein soll. Er behauptete, ein Geist sei ihm erschienen. Dieser habe ihm das Pferd scheu gemacht und ihn abgeworfen. Aber vielleicht war er zuvor zu lange im Wirtshaus gesessen und konnte sich nicht mehr richtig auf dem Pferd halten?

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Der Dichter August Kopisch verewigte die Sage um den Grafensprung in einem bekannten Gedicht:

“Die Württemberger schlossen ihn ein:
Was tat Wolf Eberstein?
Er ritt von der Burg
hinab an die Murg
zum steilsten Rand der Felsenwand.

Da war die Welt von Feinden rein,
da sprengt er in die Murg hinein:
erhalte Gott Dich, Eberstein.
So kecke Flucht bringt keine Schmach,
die Feinde selber jauchzen nach.
Er kam herab ohn´ Ungemach.
Fort ritt er dann, frei war der Mann.
Seh´ einer, ob er´s auch so kann.”

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Reich ist der Sagenschatz rund um Schloss Eberstein und das daraus stammende Grafengeschlecht der Ebersteiner. Da gibt es Helden wie den wagemutigen Wolf von Eberstein, den Klosterstifter Bertold oder den liebestollen Wolfheiner.

Überliefert ist auch die Sage, wie die Ebersteiner zu ihrem Wappen kamen. Nach dem Überbringen einer wichtigen Botschaft des Kaisers nach Rom erhielt der Graf von Eberstein vom Papst eine Rose aus glänzendem Gold. Als der Graf auf sein Schloss zurückkam, erwachte die Rose zum Leben und gedieh prächtig. So fand die Rose Eingang in sein Wappen.

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Aus alten Geschichten ist überliefert, dass hier der Eingang zu einem unterirdischen Palast der Erdmännlein sei, die im Innern des Gernsbergs einen großen Gold- und Silberschatz hüten. In vielfältigen Varianten sind die Geschichten der hier beheimateten Zwerge überliefert. So sei einst eine Hebamme von den Zwergen mit einem Taler entlohnt worden, der dafür sorgte, dass ihr niemals das Geld ausging.

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Bei der schönen Aussicht drängt sich ein Blick in den nahe gelegenen Rockertwald auf der gegenüberliegenden Murgseite geradezu auf.

Diesen Blick genoss auch in fernen Zeiten die Gräfin von Eberstein. Sie wollte unbedingt diesen Wald besitzen und versuchte, sich diesen mit einer List anzueignen.

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Gernsbach

Flyer „Gernsbacher Sagenweg“

Webseite Gernsbacher Sagenweg

Alles und noch viel mehr über den „Gernsbacher Sagenweg“.

Glasträgerweg

Auf Spurensuche der Schweizerträger

Die Wegstrecke

Der Glasträgerweg ist ein ca. 140 Kilometer langer Themenweg von Todtnau-Aftersteg über den Feldberg, Schluchsee, St. Blasien, Todtmoos und weiter über den Hotzenwald nach Herrischried und Rickenbach bis Laufenburg am Hochrhein.

Der Weg wurde im Zeitraum 2000 – 2001 durch eine private Initiative errichtet.

Der Glasträgerweg ist offiziell in neun Tagesetappen unterteilt:

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Etappe 1

Aftersteg – Stübenwasen – Feldberg – ÄuleVon Baiersbronn bis Mitteltal.

22 km

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Etappe 2

Äule – Altglashütten – Lenzkirch 

16 km

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Etappe 3

Lenzkirch – Glashütte – Sommerau

14 km

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Etappe 4

Sommerau – Rothaus – Seebrugg – Blasiwald

12 km

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Etappe 5

Blasiwald – Muchenland – St. Blasien

15 km

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Etappe 6

St. Blasien – Bernau – Todtmoos

25 km

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Etappe 7

Todtmoos – Herrischried

13 km

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Etappe 8

Herrischried – (Hütten) – Rickenbach

11 km

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Etappe 9

Rickenbach – Wieladingen – Laufenburg

12 km

Begleitbuch

Ausführliche Informationen über den Glasträgerweg und die Glasherstellung im südlichen Schwarzwald enthält das offizielle Begleitbuch:

„Der Glasträgerweg. Auf den Spuren der Glasträger durch den Schwarzwald“, 132 Seiten, Schillinger Verlag Freiburg, 2001 (Herausgeber: Planungsteam Glasträgerweg, c/o Landratsamt Waldshut). – Hinweis: Beim Landratsamt Waldshut sind noch geringe Restbestände des Buches erhältlich (Stand: Februar 2021).

Streckenführung

Bei der Festlegung der Wegstrecke hattte sich das Planungsteam vorwiegend an den Wegweisern des Schwarzwaldvereins orientiert (blaue Raute). Das Wegsystem des Schwarzwaldvereins wurde ab 2000 jedoch sukzessive neu ausgeschildert.

  • Die gelbe Raute markiert beispielsweise örtliche Wanderwege.
  • Die blaue Raute markiert regionale Wanderwege, die bekannte Orte und Landschaften verbinden und das Wegenetz der Fernwanderwege ergänzt.

Der Glasträgerweg verläuft nicht durchgehend auf historischen Strecken der Glasträger, weil sich diese aufgrund der periodischen Verlegung der Glashütten änderten. Im Begleitbuch werden bei jeder Etappe auch alternative Streckenvarianten oder auch diverse Abstecher beschrieben, so dass die Tour auch länger ausgestaltet werden kann.

Entscheidend bei der Konzeption war vielmehr der Gedanke, Standorte ehemaliger Glashütten zu verbinden und dabei zudem das Leben der Glasträger nachvollziehbar werden zu lassen.

Zu beachten

Der in der Karte dargestellte Streckenverlauf wurde anhand der Beschreibungen im Begleitbuch, aber auf Basis des neuen Wanderstreckennetzes rekonstruiert. Abweichungen zur Original-Wegführung sind möglich. Unabhängig davon sollte bei einer sorgfältigen Vorbereitung einer erlebnisreichen und informativen Tour aber nichts im Wege stehen.

Der Glasträgerweg wird heute – offenbar aus Desinteresse der Anliegerkommunen – nicht mehr als Gesamtweg touristisch beworben und dadurch – mutmaßlich – auch nicht mehr gewartet. Der Streckenzustand und die Qualität/Vollständigkeit der Beschilderung sind mir nicht bekannt. Mittelfristig ist offenbar eine Reaktivierung geplant. Wer daran glaubt muss warten ….

Schon immer fasziniert von den alten Waldberufen der Harzer, Köhler, Flößer und Holzhauer wollte Frank J. Ebner, Berufsberater aus Waldshut, als leidenschaftlicher Wanderer in innerer Verbundenheit zu seiner Heimat, einen eigenen Beitrag zum Gedenken an einen alten, aber in der Bevölkerung wenig bekannten traditionellen Berufsstand leisten.

Die Faszination um das geheimnisvolle Schwarzwaldglas und die schillernde Figur des Glasträgers weckten in ihm den Wunsch, mit einem prallgefüllten Rucksack bepackt die ehem. Standorte der Schwarzwälder Glashütten aufzusuchen. Es mangelte aber an weiterführenden Erklärungen zur Entstehung des Glases, der Geschichte der Hütten, des Trägerwesens und Informationen zu den jeweiligen Regionen.

Und so entstand die Idee des Glasträgerweges:

„Durch fundierte, abwechslungsreich aufbereitete Informationen soll der Wanderer ein bedeutendes Kapitel Schwarzwaldgeschichte erleben. Auf einer Tour durch die schönsten Gegenden des Südschwarzwaldes sollte der Weg zu den ehemaligen Glashütten, aber auch zu den heutigen Glasmachern führen, wo es noch etwas zu sehen geben würde“.

Ebner konnte spontan zwei regionale Glasexperten und einen Historiker für das Projekt begeistern. Unterstützt durch weitere Interessenten aus der Region bildete sich bald das „Planungsteam Glasträgerweg“, das mit Unterstützung der beteiligten Gemeinden die Planung und Umsetzung des Glasträgerweges ehrenamtlich umsetzte. Die Hauptaufgaben waren:

  • Ausarbeitung des Wegverlaufs
  • Bestückung von Schauvitrinen in Gaststätten
  • Erstellung Infotafeltexte
  • Erstellung von Rekonstruktionen
  • Ausgestaltung von Glas(träger)abteilungen in Museen
  • Erstellung Begleitbuch

Vor dem Hintergrund, das touristische Wanderangebot im Südschwarzwald zu erweitern, wurde das Projekt durch die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut und die EU-Gemeinschaftsinitiative Leader II finanziert.

Gründungen

Die ersten Glashütten im südlichen Schwarzwald wurden im 13. Jahrhundert gegründet. Die urkundlich nachweisbar ersten Glashütten waren die Gründungen der Glashütten und Hütten bei Altenschwand. Vom 14. bis 16. Jahrhundert folgten weitere Gründungen im gesamten Schwarzwald.

Wo nicht geflößt werden konnte waren die Glashütten die einzigen Abnehmer von Holz, da dieses in großen Mengen benötigt wurde. Insgesamt sind im südlichen Schwarzwald mindestens 90 Glashütten bzw. Glashüttenstandorte nachgewiesen (im gesamten Schwarzwald mindestens 192).

Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Hüttenstandortes waren neben Wasser v.a. reichliche Holz- und auch Sandvorkommen.

Glasherstellung

Zur Glasherstellung wurden benötigt:

  • 60 Gewichtsanteile (GT) Kieselsäure (Sand/Quarz)
  • 30 GT Pottasche
  • 10 GT Kalk oder Kalkstein

Das Holz wurde nicht nur zur Befeuerung des Ofens benötigt, sondern in erster Linie zur Herstellung von Pottasche, die erforderlich war, um die Schmelztemperatur des Sandes von ca. 1.700 °C auf etwa 900 °C bis 1.100°C herabzusetzen. Den Kalk benötigte man als Stabilisator.

Das Waldglas war durch Verunreinigungen des Rohstoffs Sand mit unterschiedlichsten Metalloxiden in der Regel grün, bräunlich oder leicht grau gefärbt. Als man in Venedig herausgefunden hatte, dass man die ungewollte Grünfärbung mit Manganverbindungen (Braunstein), der „Glasmacherseife“, verhindern konnte, begann der Siegeszug des „gewaschenen“ Glases – auch im Schwarzwald. Schon 1516 unterscheidet man das „luter glas“ (lauteres, geläutertes, reines, farbloses Glas) im Gegensatz zum „geferbt glas“, was sich dann auch in der Unterscheidung zwischen dem „edleren Tafelglas“ zum „einfacheren“ Waldglas niederschlägt. Braunstein ist die Sammelbezeichnung für Mangan-Minerale und synthetisch hergestellte Manganoxide mit einer ungefähren Zusammensetzung von MnO1,7 bis MnO2. Der Name Braunstein stammt aus dem Mittelalter, er ist auf die braune Farbe zurückzuführen, die man beim Glasieren von Tonwaren mit Manganoxiden erhält. Braunstein wurde im Schwarzwald beispielsweise bei Gremmelsbach oder in der Grube Rappenloch bei Eisenbach im Hochschwarzwald, ca. 6 km NE von Titisee-Neustadt gefördert.

Herkunft der Rohstoffe:

Bei der Glasherstellung wurden weitgehend einheimische Rohstoffe verwendet. Als Quarz-Rohstoff dienten Milchquarz aus dem Kristallin des Schwarzwaldes oder meist tertiäre Quarzsande aus den Randgebieten des Schwarzwaldes. Alpine Gerölle aus den Moränen und Rheinschottern sowie Feuerstein kamen seltener zum Einsatz.

Der Kalkstein konnte ebenfalls aus den Randgebieten des Schwarzwaldes (Vorbergzone, Neckargebiet, Schwäbische Alb) beschafft werden.

Holzverbrauch:

Für die Herstellung von 100 kg Glas wurden anfänglich 200 m³ (!) Holz benötigt, später waren es noch knapp über 100 m³. Bei einem Jahresholzverbrauch von 5.000 bis 7.000 Ster pro Glashüttenstandort war der zugeteilte Wald oft in einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren gerodet und die Hütte musste dem Wald nachziehen.

Hüttenplatz

An einem Hüttenplatz befanden sich mehrere Öfen: Zur Vorbereitung, zum Vorheizen (Fritten) und zum Kühlen.

An einem Ofen arbeiteten meist 8 bis 10 Glasbläser, mit je zwei bis drei Gehilfen. Der Glasofen wurde gemeinsam befeuert, aber jeder Glasmacher hatte seinen eigenen Glashafen, aus dem er das Glas für seine Produkte entnahm. Dazu kamen Schürer, die für das Feuer der Schmelze zu sorgen hatten, Pottaschemacher, Träger in der Hütte, Holzfäller und Fuhrleute.

Niedergang

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bestanden nur noch wenige Glashütten im Schwarzwald. Die letzten Hütten im Nordschwarzwald schlossen in den 1870er und 1880er Jahren, Äule schloss 1878, lediglich die Hütte Wolterdingen rettete sich noch knapp in das nächste Jahrhundert, um 1905 dann aber auch zu schließen.

Gründe für das Ende der vorindustriellen Glashütten im Schwarzwald waren v.a.

  • Holzmangel
  • steigende Holzpreise durch konkurrierende Industrien, v.a. Eisenwerke
  • neue Ofentechniken (Befeuerung mit Steinkohle)
  • Ersatz der Pottasche durch industriell hergestelltes Soda (Wegfall Standortfaktor Wald)
  • ungünstige Lage
  • Konkurrenz durch hochwertige Waren aus Böhmen, Schlesien etc.

Spurensuche

Welche Spuren der einstigen Glasproduktion im Südschwarzwald sind heute noch zu erkennen? Zahlreiche Familien- und Orts-/Gewannnamen weisen noch heute auf die frühere Glasherstellung im Schwarzwald hin.

Der Glasträgerweg soll helfen solche Spuren zu entdecken, v.a. soll er aber die Erinnerung an dieses alte Handwerk erhalten.

Als im ausgehenden Mittelalter die ersten Glashütten im südlichen Schwarzwald entstanden musste auch sichergestellt sein, dass die Waren von den meist abgelegenen Glashütten zum Abnehmer gelangten.

Erste Belege

Aus dem Umkreis der Glashütten von Kandern und Wambach (Kreis Lörrach) findet man aus dem 16. Jahrhundert erste Belege für die Existenz Schwarzwälder Glasträger, die aus dem Unterelsass eingewandert waren.

 

Aufgabe

Es lag an den Glasträgern, die zerbrechlichen Waren sicher zu den Abnehmern zu bringen. Dazu besaßen sie „Truckhen“, „Krätzen“, „Grätzen“ oder „Krätten“, also Rückentragen, die bis über den Kopf reichten und so ausreichend Stauraum boten.

Mit Rückentrage und  schwerem Eisenstock, Geldkatze und einem Messer zogen die Glasträger über mehrere Jahrhunderte über den Schwarzwald zu ihren Niederlassungen und Kunden. Kräftige, willensstarke „Wälder“, die auf unzähligen Fußmärschen – teilweise bis jenseits der Alpen – den damit verbundenen Strapazen, Entbehrungen und Gefahren von Überfällen und Naturgewalten trotzen mussten. Hinzu kam die  Unsicherheit des geschäftlichen Erfolgs.

 

Wagentransport

Als in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Glaswaren erstmals mit dem Pferdefuhrwerk transportiert wurden, konnten fortan größere Mengen Glas und auch andere Waren wie Strohhüte, Holz- und Haushaltswaren verkauft werden. Verdienst und Prestige der Glasträger stiegen.

 

Handelsgesellschaften

In diese Zeit fällt auch die Bildung einer ersten Genossenschaft der Glasträger, die „große Compagnie“, die den Vertrieb der Waren straffer und effektiver als zuvor organisierte. Zahlreiche Niederlassungen, Geschäfte und Lager erleichterten es den Glasträgern nun, außerhalb der Schwarzwälder Heimat ihren Handel zu führen.

Um 1740 teilte sich die große Kompanie in einzelne Handelsbezirke, so entstanden die

  • Pfälzerträger mit einem Absatzgebiet über das Kinzigtal bis in die Ortenau und weiter bis Karlsruhe, Mannheim und Darmstadt
  • Elsassträger mit einem Absatzgebiet vom Elsass und Sundgau bis nach Lothringen
  • Württembergerträger mit einem Absatzgebiet im gesamten Herzogtum, später Königreich, Württemberg
  • Schwabenträger mit einem Absatzgebiet im Bodenseeraum und Oberschwaben
  • Schweizerträger mit einem Absatzgebiet von Äule über den südlichen Schwarzwald und Hotzenwald bis zum Hochrhein und in die  Schweiz

 

Ehrenkodex

Vor dem Hintergrund einer fast ganzjährigen Trennung der Glasträger von ihren Familien versuchten die einzelnen Glasträgerkompanien durch strenge moralische Grundsätze ein sparsames Leben zu fördern und die Gefahr zu verringern, dass der Glasträger unterwegs dem Vergnügen nachging, während zuhause Frau und Kinder auf ihn warteten.

Den Mitgliedern der Pfälzer Kompanie wurde 1782 „alles Spillen, Tantzen, Vollsaufen, Kegeln, Billiar, Comedi, alle schlechten Gesellschaften bei Nacht“ bei empfindlichen Strafen verboten.

Ähnliche Einschränkungen stellten auch die übrigen Kompanien für ihre Mitglieder auf (z.B. „nächtliches Umherschwärmen“ sowie „Tabakrauchen in Magazinen und Läden“).

Glottertal: Schwarzwälder Kirschtorten Weg

Entlang saftiger Wiesen und Weiden, mit Blick auf steile Weinberge, vorbei an knorrigen Kirschbäumen und dem Lauf der Glotter folgend, verläuft der Schwarzwälder Kirschtorten Weg.
Die Stationen symbolisieren die verschiedenen Zutaten, die für eine Schwarzwälder Kirschtorte benötigt werden: Eier, Sahne, Kirschen, Honig, Schokolade und ein edles Kirschwasser sowie hochwertiges Mehl von der Hilzingermühle im Oberglottertal. Ein Rundweg auf gut ausgebauten Wegen und Pfaden.
Wieder zurück am Ausgangspunkt liegt es an Ihnen, ob Sie sich in einem der gemütlichen Cafes oder Gasthäuser mit einem Stück original Schwarzwälder Kirschtorte belohnen.

Download Wegskizze mit Beschreibung

(externer Link)

Schon gewusst?

Wer hat sie erfunden? Wo kommt ihr Name her?
Wie so oft liegen auch bei der Schwarzwälder Kirschtorte die Anfänge im Dunkeln.
1934 wurde die Schwarzwälder Kirschtorte erstmals schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit wurde sie vor allem in Berlin, sowie in den guten Konditoreien deutscher, österreichischer und schweizer Großstädten bekannt.
Nach Recherchen eines Tübinger Stadtarchivars wurde die Schwarzwälder Kirschtorte im Jahr 1930 in dem Tübinger Café Walz vom Konditormeister Erwin Hildenbrand erfunden. Hildenbrand hatte in den 1920-er Jahren im Schwarzwald gearbeitet (Furtwangen und Freudenstadt). Das Stadtmuseum Radolfzell archiviert jedoch ein Rezept von 1915, so dass diese Theorie nicht zu halten scheint.
  • Der Konditor Josef Keller (1887-1981) behauptete, die Torte 1915 im damaligen Prominentencafé Agner in Bad Godesberg (heute: Bonn-Bad Godesberg) erfunden zu haben.
  • Möglicherweise könnte die vermutlich aus der Schweiz stammende Schwarzwaldtorte ein Vorläufer gewesen sein. Diese wurde aus Biskuit, Kirschen und Nüssen hergestellt, oft auch in Kombination mit Rahm, jedoch ohne Kirschwasser.
  • Vielleicht war es ja ein Konditor und Eunuch im Kaiserlichen Harem Persiens – so will es zumindest die abenteuerlichste Legende. Er soll die Torte erfunden haben, um die Damen des Harems so schnell und so genussvoll wie möglich auf die damals so geschätzte Leibesfülle zu bringen.

Wie auch immer. Dem Erfinder oder den Erfindern sei gedankt.

Doch eine gute Schwarzwälder Kirschtorte erfordert neben handwerklichen Können v.a. frische Zutaten bester Qualität. Beides gibt es üppig im Schwarzwald, bestimmt aber auch in anderen Regionen – mit Abstrichen.

Webseite Carolas Roseneck

Die Initiatorin des Wanderweges.

Heimbach: St. Gallus Rundweg

Der St. Gallus Rundweg wurde 2009 vom Bürgerverein zum 1250 jährigen Jubiläum von Heimbach angelegt. Er führt durch die Vorbergzone mit Wäldern, Reben, Wiesen und lohnenswerten Aussichten rund um den Ort. Entlang der Wegstrecke informieren 20 Infotafeln über Besonderes und Wissenswertes.

Kurze Wegbeschreibung

Der Rundweg beginnt am Rathaus in Heimbach. Gleich am Start sieht man das alte und neue Schloss mit dem Steinbruchdenkmal an der Schlossmauer. Weiter führt der Weg in den Ort mit einigen Kleindenkmälern aus Sandstein. Durch die Vorbergzone geht es weiter vorbei an Steinbrüchen zum ehemaligen Vierdörferwald. Wieder aus dem Wald heraus hat man einen schönen Blick auf das Dorf und gelangt gleich in die Rebanlagen, wo Kreuze und Bildstöcke den Wegesrand säumen, hinab in das Tal. Nach dem Überqueren der Kreisstraße geht es auf der anderen Talseite wieder hinauf in die Reben bis zur Burg Landeck und wieder in den Wald zurück nach Heimbach. Es gibt zwei Möglichkeiten den Weg abzukürzen, beide Varianten sind ausgeschildert.

Offizielle Tourenbeschreibung

Schwarzwaldverein e.V.

Hinterzarten: Hochmoor Rundweg

Das Hinterzartener Moor bieteteinen Einblick in die typische Vegetation im Naturschutzgebiet „Hinterzartener Moor“. Zu Beginn der Tour besteht die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher über den nicht leicht zu befahrenen Moorquerweg (Steg) zu machen. Besonders empfehlenswert ist im Frühjahr sind die Orchideen- und Wollblüte.

Höchenschwand: Schinkenweg

Kulinarisches Highlight und symbolhaftes Markenzeichen des Schwarzwaldes ist der bekannte „Schwarzwälder Schinken“.

Der 12 km lange Schinkenweg informiert, wie tiefgreifend sich das bäuerliche Leben im Schwarzwald verändert hat. Jahrhundertelang produzierten die Höfe eigenen Schinken, fast alles wurde selbst hergestellt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfasste der wirtschaftlich-technische Fortschritt auch die Bergbauern. Heute sind die Höfe in den europäischen Agrarmarkt eingebunden.

Eine kleine Entdeckungsreise mit Einkehrmöglichkeiten auf dem Schinkenweg.

Schon gewusst?

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Schwarzwälder Schinken

Schwarzwälder Schinken ist ein Rohschinken, der seine einzigartigen Aromen durch das Pökeln und Räuchern über Tannen- und Fichtenholz erhält.

Im Schwarzwald wird er übrigens vom Stück in kleine Streifen geschnitten und gleich pur genossen.

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Schutzstatus

Seit 1997 ist „Schwarzwälder Schinken“ eine geschützte geographische Angabe (g.g.A.) der Europäischen Union.

Diese EU-geschützte traditionelle Spezialität wird ausschließlich im Schwarzwald hergestellt – nach einem seit Generationen festgeschriebenen Verfahren. Seit 2005 musste er dort auch geschnitten und verpackt werden.

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Herkunft

Das Fleisch für die Schinken muss nicht aus dem geografisch abgegrenzten Gebiet Schwarzwald stammen, sondern kann frei aus Deutschland und anderen Herkünften bezogen werden. Die Schweinekeulen stammen von Schweinen aus Baden-Württemberg (10 %), aus anderen deutschen Bundesländern (70 %) und aus dem EU-Ausland (20 %).

Quelle: Wikipedia (Stand: 2020)

Webseite Ferien Südschwarzwald

Infos mit detaillierter Wegbeschreibung.

Hornisgrinde: Grindenpfad

Der Pfad verfügt über 12 Stationen. Dort erfahren Sie vieles über die Tiere, die Landschaft, das Hochmoor und das Klima der Grinden.

Die Tour führt über einen Bohlenweg durch das Hochmoor, Auf dem (nicht erkennbaren) Gipfel der Hornisgrinde steht der nur 7 m hohe Bismarkturm, ein historsicher Vermessungspunkt. An der Südseite des Plateaus steht der Hornisgrinde-Aussichtsturm mit einer gläsernen Aussichtskanzel.

Bei klarer Sicht hat man einen atemberaubenden Ausblick ins Rheintal bis zu den Vogesen. Der Grindenpfad ist je nach Witterung und Schneelage von Mai – Oktober begehbar.

Hüfingen: Historischer Pfad Fürstenberg

Der „His­to­ri­sche Lehr­pfad Fürs­ten­berg“ gibt ei­nen Ein­blick über Geo­lo­gie, Pflan­zen­welt, Be­bau­ung, Be­sied­lung, Le­ben und Wir­ken auf dem 918 m ho­hen Berg. Die Wegstrecke beträgt 1-2 Kilometer.

Die sie­ben an­schau­li­chen Ta­feln des Lehr­pfa­des la­den al­le Al­ter­grup­pen, Fa­mi­li­en und Schul­klas­sen ein, die Berg­kup­pe des Fürs­ten­ber­ges zu „er­wan­dern“. Da­bei wird den Be­su­chern die Ge­schich­te des Fürs­ten­ber­ges durch zahl­rei­che In­for­ma­tio­nen und Bil­der le­ben­dig ver­mit­telt. Es gibt ei­ne Men­ge schö­ner Plätz­chen mit Ru­he­bän­ken zum Spie­len, Pick­ni­cken oder ein­fach um die See­le bau­meln zu las­sen.

Vom Fürs­ten­berg aus hat man ei­nen herr­li­chen Rund­blick über die Baar, den Schwarz­wald bis zu den Al­pen.

Der His­to­ri­sche Pfad Fürs­ten­berg ist frei zu­gäng­lich.

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Hüfingen

Flyer „Historischer Pfad Fürstenberg“

Ihringen: Bienenfresserpfad

Natürlich bietet dieser Pfad nicht nur die Bekanntschaft mit dem Bienenfresser, sondern auch landschaftliche Höhepunkte: Langgestreckte Hohlgassen bei Ihringen und Vogtsburg-Bickensohl bringen etwas Abkühlung und Aussichtspunkte bei Kiechlinsbergen lassen im Dunst die Spitze des Straßburger Münsters erahnen. Dazwischen wird – nicht ohne Mühe eines Auf- und Abstiegs – das Krottenbachtal im zentralen Kaiserstuhl bei Vogtsburg-Oberrotweil durchquert.

Ihringen: Kaiserstuhlpfad

Der Kaiserstuhlpfad führt durch die einzigartige Landschaft im Naturgarten Kaiserstuhl auf weitgehend naturbelassenen Wegen. Sie durchwandern Weinberge, Laubwälder, Lösshohlgassen und Naturschutzgebiete. Von den Aussichtspunkten Katharinenberg, dem Eichelspitzturm und dem Neunlindenturm ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke zum Schwarzwald und den Vogesen. Der Kaiserstuhlpfad bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und wechselndes Höhenprofil. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Ausdauer ist erforderlich.

Wegverlauf

Endingen – Erletal – Katharinenkapelle – Eichelspitzturm – Vogelsang-Pass – Neunlindenturm – Eichgasse – Vogtsburg-Bickensohl – Jägerbuck – Dulltalhütte – Lenzengasse – Ihringen.

Der Kaiserstuhlpfad führt durch die einzigartige Landschaft im Naturgarten Kaiserstuhl auf weitgehend naturbelassenen Wegen. Sie durchwandern Weinberge, Laubwälder, Lösshohlgassen und Naturschutzgebiete. Von den Aussichtspunkten Katharinenberg, dem Eichelspitzturm und dem Neunlindenturm ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke zum Schwarzwald und den Vogesen. Der Kaiserstuhlpfad bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und wechselndes Höhenprofil. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Ausdauer ist erforderlich.

Besonderheiten

Der Kaiserstuhl ist ein Vulkankomplex aus größtenteils miozänen basaltähnlichen Ergussgesteinen, die im Kreuzungsbereich des Oberrheingrabens mit dem aus Südosten kommenden Bonndorfer Graben aus dem Erdmantel aufgestiegen sind.

Der Kaiserstuhlpfad führt über Weinberge, Laubwälder, Lösshohlgassen und Naturschutzgebiete auf weitgehend naturbelassenen Wege durch diese einzigartige Landschaft. Von den Aussichtspunkten Katharinenberg, dem Eichelspitzturm und dem Neunlindenturm ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke zum Schwarzwald und den Vogesen.

Der Kaiserstuhlpfad bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und wechselndes Höhenprofil. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Ausdauer ist erforderlich.

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Ihringen

Flyer „Kaiserstuhlpfad“

Gemeinde Ihringen

Infos aus erster Hand.

Kandern-Egerten: Geologischer Erlebnispfad im Wollbachtal (Kalkofen-Erlebnisweg)

Im oberen Wollbachtal in Kandern-Egerten befindet sich seit 1929 ein alter Kalkbrennofen, in dem früher aus den Kalksteinen des Mitteljura Branntkalk hergestellt. Der Brennofen wurde  Ende der 1960er Jahre renoviert.

In Ergänzung zu den Renovierungsarbeiten im und am Kalkofen wurde der geologische Erlebnispfad angelegt, um die geologischen Besonderheiten dieses Gebietes zu vermitteln.

Der Pfad führt über einen historischen, heute überwachsenen Hohlweg. Besondere Sehenswürdigkeiten sind neben den Zeugnissen des früheren Bergbaus auch eine Kalksteinwand mit Lösungshohlkehlen, die alte Karstwasserstände eines alten Höhlensystems anzeigen.

Der Pfad verläuft entlang der Rheintal-Flexur, der südlichen Fortsetzung der  Schwarzwald-Randverwerfung. Aufgrund der tektonisch bedingten Lagerungsverhältnisse streichen im Wollbachtal auf engstem Raum Gesteine desr Trias (Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper) und des Jura aus.

Der Lehrpfad erschließt v.a. Gesteine des Mitteljura (z.B. oolithische Kalksteine der Hauptrogenstein-Formation im Steinbruch hinter dem Kalkofen und eisenschüssige Kalksteine der Murchisonae-Oolith-Formation im weiteren Streckenverlauf). Letztere wurden, wie mehrere Stollenmundlöcher zeigen –  wenn auch nur für kurze Zeit – bergbaulich erschlossen.

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Zu den ältesten Gesteinen gehört der Trochitenkalk (Untere Hauptmuschelkalk-Formation, mo1), der vor ca. 240 Millionen Jahren unter Meerbedeckung entstanden ist.

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Nach einer Aufschlusslücke folgt der untere Mitteljura mit leicht eisenschüssigen Kalksteinen.

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Die Schichtenfolge im Wollbachtal endet mit dem Hauptrogenstein (Hauptrogenstein-Formation, bjHR, früher Braunjura epsilon).

Die Wege sind größtenteils unbefestigte, befahrbare Waldwege. Am nördlichen Ende verläuft ein ca. 300 m langer Abschnitt auf einem Trampelpfad über eine Wiese und einen historischen Karrenweg.

Karlsruhe: Gewässererlebnispfad an der Alb

Thema und Zielgruppe

Der Teil der Alb, die durch Karlsruhe fließt, steht im Spannungsfeld zwischen Naherholung und Naturschutz. Nach seiner Renaturierung haben wieder viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten hier einen neuen Lebensraum gefunden. Der Gewässererlebnispfad soll dabei helfen zu verstehen, was Renaturierung bedeutet und warum es wichtig ist, die Alb auch als Naturschutzzone zu betrachten. Daneben bietet er aber auch Gelegenheit am und im Wasser zu spielen und zu forschen. Der Gewässererlebnispfad will vor allem Spaziergänger ansprechen, die unerwartet und unvorbereitet auf ihn stoßen und solche Besucher, die sich ohne Vorkenntnisse mit dem Thema beschäftigen wollen. Es sollen unterschiedliche Gruppen angesprochen werden, besonders Kinder etwa von zehn bis 14 Jahren, Familien und Kindergruppen. Ziel ist es, sowohl Informationen über den Fluss zu ver-mitteln, als auch eine gefühlsmäßige Bindung zum Fluss aufzubauen.

Standort
Der Erlebnispfad befindet sich in der Günther-Klotz-Anlage einer weitläufigen Grün- und Freizeitanlage an der Alb im Südwesten von Karlsruhe. Die Anlage ist über Straßenbahnen (Stationen „Europahalle“ oder „Kühler Krug“) und Auto gut erreichbar. Die Länge des Weges, welcher auch gut mit Kinderwagen befahren werden kann, beträgt etwa 1,5 km.

Stationen
Tafeln mit einfachen Texten sollen die Aufmerksamkeit wecken und erste Informationen zum Thema geben. Nur wenige Tafeln geben abstrakte Informationen, etwa über die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Die meisten stehen in Verbindungen mit Einrichtungen und Geräten die zum aktiven Handeln und Begreifen führen sollen. In diesem Zusammenhang geben die Ta-feln kurze Hinweise zum Thema und Anregungen für Beobachtungen und einfache Versuche.

Gleichzeitig sollen dadurch die Aktivitäten auf bestimmte Punkte konzentriert werden, um die Belastung des Biotops Alb auf den übrigen Strecken gering zu halten. Jede Station ist in sich abgeschlossen und kann daher auch als einzelne Station gezielt besucht werden.

Beginnt der Besucher den Erlebnispfad am Südende, findet er die Eingangstafel, die das das Thema „Karlsruhe und die Alb“ behandelt. Nach 100 Metern stromabwärts gelangt er zur “ Station Sinne“. Hier gibt es eine Furt aus Trittsteinen, auf denen man die Alb bei niedrigen und mittleren Wasserständen überqueren kann. Daneben befindet sich ein Ohr aus Holz in das Rohre münden, die in unterschiedlicher Höhe über dem Boden enden. Je nach Wasserstand kann man die Geräusche des Wassers über der Flusssohle, knapp unter der Oberfläche oder außerhalb des Wassers hören. Eine dreiteilige Tafelbastion komplettiert die Station. Auf dem Weg zur nächsten Station passiert man eine Doppeltafel, die sich mit den Themen „Renaturierung der Alb“ und „Europäische Wasserrahmenrichtlinie“ auseinandersetzt. Die nächste Station nennt sich „Tiere in der Alb“ und besteht aus einem schwenkbaren Galgen, an dem ein Eimer befestigt ist. Daneben sind an einem kurzen Ständer eine Metallschale und darüber in einem Rahmen zwei Lupen höhenverstellbar befestigt. Hier kann man nach Kleintieren suchen und sie mit Hilfe der Lupen untersuchen. Eine Drehtafel auf der die häufigsten Kleintiere abgebildet und beschrieben sind, hilft beim Identifizieren.

An der „Station Mühlen“ wird anschließend die Wasserführung und Strömung der Alb und die Mühlentradition an der Alb erklärt. Hier mündet eine Wasserrinne. Diese verläuft über 20 Meter hin zu einer Wasserspirale, mit der man aus einem Wasserbecken Wasser befördern kann. Das Wasser treibt zunächst ein Mühlrad an und fließt dann über die Rinne zum Strand, wo es verschiedene Strömungsbilder formt.

Auf der nächsten Station sind im Flussbett große Steine eingebracht worden. Die Tafel erläutert, welche Strömungsphänomene man an den Steinen beobachten kann. Zu dieser Station mit dem Thema „Strömung“ gehört auch ein Steg, der so genannte Baumelsteg, der sich etwa 50 Meter flussabwärts befindet. Dort kann man die Beine in das Wasser baumeln lassen und die Strömung fühlen. Bald danach ist auch das Ende des Pfades erreicht, der gleichzeitig auch der Anfang für die entgegen- gesetzte Richtung darstellt.

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Karlsruhe

Broschüre „Gewässererlebnispfad an der Alb“

Textquelle

Lehrpfade und Lehrgärten, Arbeitsmaterialie Agenda-Büro Nr. 47, LUBW, September 2008.

Karlsruhe-Weiherfeld: Bodenkundlicher Lehrpfad

Thema und Zielgruppe
Der Bodenlehrpfad will die Bürger über die Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage für Mensch, Tier und Pflanzen sowie über seine Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte informieren. Der Mensch verwendet den Boden für die Land- und Forstwirtschaft sowie für den Gartenbau. Boden wird aber auch als Baugrund und Rohstoffquelle genutzt. Darum ist es wichtig, sorgsam mit ihm umzugehen, denn zerstörte Böden sind unwiederbringlich verloren.

Standort
Der Bodenlehrpfad „Weiherfeld“ erschließt die Niederterrassenlandschaft im Süden von Karlsru-he zwischen den Ortsteilen Weiherfeld und Rüppurr. Der Bodenlehrpfad ist als Rund- bzw. als Radwanderweg angelegt, misst ca. 6 km und kann zu Fuß in etwa zwei Stunden erwandert werden. Die Strecke ist eben und bequem zurückzulegen. Auf die Wegführung zwischen den Anlaufstellen weist jeweils ein Schild mit einem kleinen Maulwurf hin. Er ist von Karlsruhe aus mit dem Bus (Haltestelle „Belchenplatz“) oder mit der Straßen-bahn (Haltestelle „Dammerstock“) zu erreichen. Für Besucher, die mit dem Auto anfahren, stehen mehrere Parkplätze zur Verfügung.

Stationen
Am Startpunkt befindet sich eine Einführungstafel, die einen Überblick über die dort vorkom-menden Böden und ihren Eigenschaften gibt. Danach folgen insgesamt 10 weitere Anlaufstellen zum Thema Boden.

Einführung

Unter Boden verstehen wir die äußerste belebte Verwitterungsschicht der festen Erdrinde, die in Wechselwirkung mit den lebenden Organismen dieses Bereichs steht (Kuron in: Mückenhausen 1985).

Ohne Boden wäre höheres Leben auf dem Festland nicht möglich. Der Boden ist Produktionsgrundlage für Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft. Er speichert Niederschlagswasser und ermöglicht das Pflanzenwachstum. Im Wasserkreislauf erfüllt er die Funktion des Filters für gelöste Substanzen und Schwebstoffe und schützt unsere Grundwasservorkommen vor möglichen schädlichen Verunreinigungen.

Wir nutzen den Boden als Baugrund für unsere Wohn- und Arbeitsstätten, für die Anlage von Verkehrsverbindungen und als Rohstoffquelle für Baumaterialien. Darum ist es wichtig, sorgsam mit dem Gut Boden umzugehen, denn zerstörte Böden sind unwiederbringlich verloren.

Wie entstehen Böden?
Die Faktoren der Bodenbildung sind Klima, Vegetation, Grund- oder Stauwasser, Relieflage, Bodentiere, Ausgangsgestein und die Zeit. Prozesse, die sich im Boden abspielen sind Humusbildung, Verlehmung, Rostbildung, Tonverlagerung und Vergleyung (Ausfällung von Eisen, Mangan u.a. durch das Grundwasser). Die Faktoren und Prozesse der Bodenbildung lassen verschiedene Böden entstehen. Das räumliche Nebeneinander von Böden nennt man Bodenlandschaft.

Wie lassen sich Böden unterscheiden?
Durch Zerreiben von Bodenmaterial zwischen den Fingern kann man die Bodenart bestimmen (Sand, Schluff, Ton). Daneben dienen Farbe, Kalkgehalt, Rostflecken, Bodengefüge u.v.m. als Kriterien für die Charakterisierung von Bodenhorizonten. Mehrere übereinander liegende Horizonte ergeben ein Bodenprofil. Dieses Profil legt den Namen des Bodens fest, den sogenannten Bodentyp.

Reliktischer Gley

Der Ackerboden zwischen Reiherbach und Straße wird als reliktischer Gley bezeichnet. Seine Entwicklung ist eng mit den Schwankungen des Grundwasserspiegels verknüpft.

Bei tiefliegendem Grundwasser wird gelöstes Eisen zu rostfarbenen Verbindungen umgewandelt. Stehen die Bodenhorizonte unter Wasser, bilden sich grünliche bis graue Reduktionsfarben. Durch Grundwasserabsenkung unterliegt dieser Boden heute nicht mehr den natürlichen Bedingungen zur Zeit seiner Entstehung (reliktische Bodenbildung), so daß er heute als Acker genutzt werden kann.

Landschaftsgeschichte

Während der Würmeiszeit, vor ca. 120 000 bis 10 000 Jahren, wurden im Oberrheingraben mächtige Kies- und Sandlager aufgeschottert. Sie bilden die sogenannte Niederterrasse. Aus vegetationsfreien Gebieten wurden durchWestwinde Flugsande und Löß angeweht.

Als durch Klimaverbesserungen im Spätglazial vor 20 000 Jahren die Gletscher langsam zurückschmolzen, begannen der Rhein und die Schwarzwaldflüße (bspw. die Alb) sich in die Niederterrasse einzuschneiden. Im Holozän (10 000 Jahre bis heute) wurde im Zuge einer Klimaerwärmung die Bodenentwicklung und das  pflanzenwachstum gefördert. Humoser Boden wurde gebildet, abgetragen und bei Hochwasser in die Auenbereiche umgelagert.

Zu einer Zeit hoher Wasserführung, dem Atlantikum (vor ca. 5 500 bis 2 500 Jahre), brachen die Schwarzwaldflüsse durch die Niederterrasse zum Rhein durch. Große Teile dieser Rinnensysteme wurden inaktiv und verlandeten. Dieser Prozeß zeigt sich in der Bildung von Altwasserablagerungen und der Entstehung von Mooren.

Niedermoor

In der Umgebung der Tafel sehen wir die Salmenwiesen mit Niedermoorbildungen. Bei Hochwasser wurden diese Flächen teilweise überflutet. Die mitgeführte Schwebfracht (Bodenpartikel) setzte sich ab und bildete stellenweise eine ca. 40 cm mächtige Auflage aus sandigem und tonigem Auelehm (überdecktes Niedermoor). Darunter folgen stark zersetzte Torfhorizonte (Moorbildungen) mit sandigen Zwischenschichten.

Niedermoore entstehen in Tälern, Senken und abgeschnittenen Flußläufen, die permanent mit Wasser bedeckt sind. Abgestorbene Pflanzenreste sammeln sich unter Wasser an und zersetzen sich kaum. Das Gewässer wird langsam aufgefüllt und verlandet schließlich. Typisch für Niedermoore ist der hohe Grundwasserspiegel.

Niedermoore besitzen eine wichtige Funktion als Standort für natürliche Vegetation. Böden dieser Art sind auch als erd- und landschaftsgeschichtliche Urkunde schützenswert, weil sie von früheren, natürlichen Bodenverhältnissen zeugen.

Entwässerungsmaßnahmen

Auf den Flächen im Bereich des Lehrpfads sind häufig Drainagegräben zu sehen. Das Grundwasser stand hier sehr nahe an der Geländeoberfläche. Um die erforderliche Trag- und Trittfestigkeit für eine landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten, war es nötig, das Grundwasser abzusenken. Dies kann durch verschiedene Entwässerungsmaßnahmen erreicht werden (Erstellung einer künstlichen Vorflut, Schöpfwerke, Binnenentwässerung, Rohrdränung).

Podsolige Bänderbraunerde

In höheren Lagen (im grundwasserfreien Bereich) treffen wir terrestrische (trockene) Böden an. Dazu gehört die Braunerde, deren Färbung durch Brauneisen hervorgerufen wird. Sie findet sich bevorzugt an Standorten mit quarzreichen, sandigen Sedimenten mit geringen Nährstoffvorräten und saurem Bodenmilieu. Sie ist dann häufig als podsolige (sauer gebleichte) Braunerde ausgebildet. Böden dieser Prägung besitzen ein geringes Filter- und Puffervermögen gegenüber Schwermetallen (z.B. Kupfer, Zink, Mangan, Blei, Cadmium, Quecksilber).

Das vorliegende Profil wird aus sandig-kiesigen Bodenarten aufgebaut. Die feinen Tonanreicherungsbänder entstehen durch die schwach ausgeprägte Tonverlagerung aus dem oberen Profilteil.

Brauner Auenboden-Auengley

Aueböden entstehen im Bereich der Flußniederungen, wenn humoses Bodenmaterial bei Hochwasser abgelagert wird (Schwemmlandboden). Der abgebildete Boden wurde in einer kleinen Rinne, die sich in die Niederterrasse eingeschnitten hat, abgelagert. Am Tafelstandort ist dies am unterschiedlichen Höhenniveau links und rechts des Weges deutlich zu sehen.

Altablagerung

Nach dem Motto „Vergraben und Vergessen“ wurden vor Inkrafttreten des Abfallgesetzes der BRD (1972) Hausmüll, Bauschutt und ähnliche Abfallprodukte an zahlreichen Stellen bedenkenlos abgelagert. Als Standorte dienten häufig Feuchtgebiete mit Grundwasseranschluß, Senken, Tälchen und Abgrabungen (z.B. Kiesabbauflächen). Probleme für den Boden und das Grundwasser waren somit vorprogrammiert.

Das Müllsickerwasser aus der Deponie kann in Böden und Oberflächengewässern zur Beeinträchtigung der Umwelt führen. Bei sachgerechter Anlage von Deponien wird heute durch Basisabdichtung und geeignete Oberflächenabdeckung das Umfeld geschützt. Durch Rekultivierung kann eine weitgehende Integration ins Landschaftsbild erfolgen.

Im Gewann Forstlach wurde zwischen Oberholzgraben und Bahnlinie in den Jahren 1955-68 Bauschutt, Erdaushub und Hausmüll abgelagert.

Parabraunerde

Die Parabraunerde ist durch die Verlagerung von Tonsubstanz (Lessivierung) aus dem oberen in den tieferen Profilbereich charakterisiert. Dadurch entsteht ein an Ton verarmter (Al) und ein an Ton angereicherter (Bt) Horizont. In einem pHBereich von 6,5 bis 4,5 ist die Bewegung der Tonteilchen besonders groß.

Das vorliegende Profil weist unter der Humusauflage und dem humosen Oberboden eine Schicht aus sandiglehmigem, an Ton verarmtem, Substrat auf. Die Tonanreicherung im stark kiesigen Unterboden erfolgte bevorzugt in sandigen Partien. Ab 80 cm ist eine Wechselfolge aus Sanden und Kiesen zu sehen, die früher zeitweise im Einflußbereich des Grundwassers stand.

Parabraunerden besitzen i.d.R. eine wichtige Funktion als Standort für Kulturpflanzen.

Auftragsboden

Dieser Boden zählt zu den Kultosolen, die durch die unmittelbare Arbeit des Menschen entstanden sind. Infolge der Technisierung von Land- und Bauwirtschaft ist die Verbreitung der anthropogen (von Menschen) umgestalteten Böden stark angewachsen.

Beim vorliegenden Profil handelt es sich um einen Auftragsboden, der über einer Abgrabung liegt. Hier wurde stellenweise Erdaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch deponiert. Dies ist an der unruhigen Bodenoberfläche links und rechts des Weges zu erkennen. Auch solche Ablagerungen können Schadstoffe enthalten, die unsere Böden und das Grundwasser gefährden.

Flächenverbrauch

Im Zuge der Erschließung von Siedlungs- oder Verkehrsflächen werden natürliche Freiflächen zunehmend zerstört oder versiegelt. 1950 betrug der Anteil von Siedlungsflächen in den alten Bundesländern 7,5 %. 1985 waren es schon 12,5 %. Während dieser Zeit steigerte sich der tägliche Verbrauch von Freiflächen für Siedlungszwecke von 94 ha auf 120 ha. Dabei war die Zunahme in Ballungszentren doppelt so hoch als in ländlich geprägten Regionen.

Um diesem Siedlungsdruck entgegenzuwirken, ist es wichtig, neue Baumaßnahmen sorgfältig zu planen, um wertvollen Boden nicht unnötig zu zerstören. Versiegelte oder nicht mehr genutzte Flächen sollten zurückgebaut bzw. mit geeignetem Bodenmaterial rekultiviert werden. Dadurch ist es vereinzelt möglich, nicht mehr genutzte Böden in ihren Funktionen zu regenerieren.

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Karlsruhe-Weiherfeld

Flyer „Bodenkundlicher Lehrpfad Weiherfeld“

Textquelle

Lehrpfade und Lehrgärten, Arbeitsmaterialie Agenda-Büro Nr. 47, LUBW, September 2008.

Kinzigtal: Flößerpfad

Der Flößerpfad veranschaulicht die lange Geschichte der Flößerei und der Waldwirtschaft im Kinzigtal und seinen Seitentälern und macht diese erlebbar. Er verbindet die historisch bedeutenden Flößerorte entlang der Oberen Kinzig von Loßburg über Alpirsbach, Schenkenzell und Schiltach bis Wolfach.

In sämtlichen Tourist-Informationen entlang des Weges sowie in ausgewählten Verkaufsstellen erhält man das Begleitheft zum Flößerpfad mit weiterführenden Informationen.

Auf dem Flößerpfad gibt es 34 Flößer-Stationen mit Informationstafeln zu verschiedenen Themen, Exponaten und einem Geschichten-Buch, das online abrufbar ist.

Das Begleitbüchlein „Holz im Fluss“ beinhaltet  alles Wissenswerte über die  spannende Geschichte der Flößerei im Kinzigtal. Das „Flößerbüchle“ ist 104 Seiten stark und beinhaltet zahlreiche Abbildungen sowie eine Übersichtskarte zum Flößerpfad. Es steht auch als PDF auf der Webseite des Flößerpfades zum Download bereit.

Audioguide

Gehen Sie mit dem Flößer Johann und mit seinem Sohn Uli auf die Reise und hören Sie, wie die beiden die Kinzig hinuntersausen und was sie zu erzählen haben! Der Audio-Guide steht in einer Version für Kinder und einer Version für Erwachsene zur Verfügung.

Den Audio-Guide kann man sich als MP3-Datei unter www.floesserpfad.de/audioguide auf das Smartphone oder einen MP3-Palyer herunterladen.

Schon gewusst?

  • Die Flößerei ist im Schwarzwald seit dem frühen Mittelalter überliefert und war dort ein weitverbreiteter Beruf. Mit Wieden zusammengebundene Baumstämme wurden über die Flüsse zum Bestimmungsort bewegt. Die notwendigen Wassermassen wurden in sogenannten Floßstuben oder Schwallungen angestaut und dann zusammen zur Trift mit dem Floß freigegeben.

  • Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Wasserwege über Murg, Nagold, Enz, Kinzig, Neckar und Rhein bis nach Holland erweitert. Die kleinen Seitenbäche wurden zum Teil ebenfalls floßbar gemacht.

  • Für Städte wie Gernsbach, Schiltach und Wolfach wurde die Flößerei zum Haupterwerbszweig und in sogenannten Schifferschaften organisiert. Bis heute existiert die im 15. Jahrhundert gegründete älteste Forstgenossenschaft, die Murgschifferschaft.

  • Im 18. Jahrhundert führte der niederländische Holzbedarf zur Blüte des Holzhandels, aber auch zum Kahlschlag weiter Regionen des Nordschwarzwaldes. Die langen und geradegewachsenen Tannen waren ideal geeignet als Baumaterial für Schiffe und als Rammpfähle, die in den sumpfigen Böden der Niederlande als Fundament für Städte wie Amsterdam und Rotterdam dienten. Besonders große und wertvolle, bis zu 200 Jahre alte Tannen, wurden „Holländer“ genannt. Bis heute zeugen Wiederaufforstungen mit Fichtenmonokulturen von der Zerstörung des natürlichen Mischwaldes.

  • Während dieser Blütezeit des Holländerholzhandels schwammen kapitale Rheinflöße von Koblenz stromabwärts. Diese gehörten mit 200 bis 400 Metern Länge, 40 bis 80 Metern Breite zu den größten jemals gebauten Flößen. Der Grund konnte so z. B. aus etwa 1700 Stämmen und die Oberlast aus etwa 2000 Stämmen bestehen. Zu ihrer Steuerung wurden 400 bis 500 Mann benötigt, für die riesige Mengen Lebensmittel mitgeführt und Unterkünfte, Küchen, eine Wäscherei, eine Bäckerei, ein Schlachthaus und Viehställe auf dem Floß errichtet wurden.

  • Wegen des Ausbaus des Schienen- und Straßennetzes wurde die Flößerei gegen Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend eingestellt. Nach 1945 waren nur noch sporadisch Flöße auf dem Rhein unterwegs. 1967 wurde hier die Flößerei gänzlich eingestellt.

  • In den Städten Wolfach, Schiltach und Gengenbach wird die Tradition der Flößer und die Herstellung von Flößen praktisch in Vereinen und auch in Museen wachgehalten. Über die Zeit der Flößerei im Nordschwarzwald berichten auch Sagen und Erzählungen. Eine Erzählung um den Holländer-Michl ist „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff.

Textquellen

Wikipedia

Flößerpfad Kinzigtal

Die offizielle Webseite des Flößerpfades.

Kirnbach: Bollenhut Talwegle

Der Bollenhut. Das Markenzeichen des Schwarzwalds. Zuhause ist der weltbekannte Strohhut nur in den drei evangelischen Kinzigtal-Gemeinden Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach.

Der Weg informiert an acht Tafeln über die Bollenhut-Tracht, aufgelockert durch Eicheholz-Skulpturen. Weiter über den Bollenhut Sommerberg- oder Winterberg-Weg kann die Tour zu einem Rundweg erweitert werden.

Start oder Ziel des Kirnbacher Bollenhut Talwegles sind jeweils das Gasthaus Kirnbacher Hof am Talanfang oder das Gasthaus Sonne in der Ortsmitte.

Von dort aus geht es auf dem Schotterweg auf 3,5 km und in ca. 1,5 Stunden immer entlang des Kirnbachs. Am Weg gibt es viel zu entdecken, auch für die Kinder. Die kleine Traudl stellt Kindern während der Wanderung viele Fragen rund um den Bollenhut. Die Erwachsenen erfahren auf insgesamt acht Informationstafeln alles über die Kirnbacher Kurrende, die Bollenhut Tracht und natürlich das Kirnbachtal.

Entlang des Wegs finden Besucher zudem zahlreiche Holzskulpturen des Kettensägekünstlers Simon Echle.

Am Ortseingang von Kirnbach ist die Freiluftinstallation „Das Original“ mit lebensgroßen Metallstelen mit Bildern mit original Kirnbacher Trachtenträgern und Trachtenträgerinnen des Designers und Künstlers Jochen Scherzinger zu bewundern. Das eindrucksvolle Kunstwerk kennzeichnet Kirnbach als eine der Ursprungsgemeinden des original Bollenhutes.

Schon gewusst?

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Bollen

Der Strohhut trägt 14 auffallende, kreuzförmig angeordnete Bollen aus Wolle. Sichtbar sind aber nur elf Bollen, weil drei von darüberliegenden verdeckt werden. Die Bollen haben fünf unterschiedliche Größen. Eine Bedeutung der Bollen und deren Anzahl ist nicht bekannt.

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Farben

Bei unverheirateten Frauen sind die Bollen rot, bei verheirateten schwarz. Der Bollenhut und der Zopfschmuck (Spiegele) wird erstmals an der Konfirmation getragen, jetzt ist das Mädchen eine junge Frau.

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Gewicht

Der ursprünglich etwa 500 Gramm schwere Bollenhut kann heute bis zu zwei Kilogramm schwer sein.

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Herstellung

Der Bollenhut wird von Hutmacherinnen in Handarbeit gefertigt. Die Herstellung der Bollen ist eine einfache Bastelarbeit. Um eine mittig gelochte runde Kartonscheibe wird Wollgarn gewickelt und danach rundherum aufgeschnitten.

Im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach wird regelmäßig auch traditidtionelle Handwerkskunst vorgeführt, z.B. auch die Herstellung eines Bollenhutes. Ein Besuch im Freilichtmuseum ist nicht nur deshalb sehr empfehlenswert.

Unter dem Bollenhut wird eine seidene Haube getragen, die unter dem Kinn gebunden wird. Kleine Mädchen und alte Frauen tragen nur die Haube. Gegenwärtig wird der Bollenhut und die zugehörige Tracht noch an Festtagen und bei Brauchtumsveranstaltungen getragen.
Ganzjährig zu besichtigen ist der Bollenhut mit dazugehöriger Tracht z. B. im Schwarzwälder Trachtenmuseum in Haslach im Kinzigtal.

Webseite Bollenhut Talwegle

Infos zum Weg und zur Kirnbacher Kurrende aus erster Hand.

Lahr-Sulz: Wasserpfad Sulzbachtal

Das Hauptziel des Wasserpfads ist es, Kinder und Jugendliche durch Kreativität, Aktivität und Freude mit dem komplexen Thema Wasser vertraut zu machen. Durch weiterführende Aufgaben und Experimente sollen Kinder darüber hinaus die Welt der Tiere und Pflanzen am und im Wasser kennen lernen. Der Lehrpfad ist ein spielerischer Erkundungsparcours im und am Bach.

Regeln zum Schutz der Wasserwelt!

  • Dem Biotop zuliebe dürfen nur 10 Personen gleichzeitig starten.
  • Gruppen müssen im Abstand von 15 Minuten starten!
  • Der Pfad darf nur vom 1. Mai bis 30. Sept. begangen werden.
  • Vorsicht Rutschgefahr! Der schmale Pfad führt auch mit Trittsteinen und Holzstegen über den Bach.
  • Wasserfeste und trittsichere Schuhe unabdingbar!
  • Nach starken Regenfällen und Sturm darf der Pfad nicht begangen werden.
  • Totholz und vermodernde Äste können herabstürzen!
  • Der Pfad darf nicht verlassen werden, Notausstiege sind ausgeschildert.
  • Die Begehung des Weges erfolgt auf eigenes Risiko.
  • Nichts wegwerfen, Abfälle
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Lahr-Sulz

Flyer „Wasserpfad Sulzbachtal“

La Petite Pierre: Naturlehrpfad Loosthal (Nordvogesen, Frankreich)

Im Herzen des Natura 2000-Gebiets „Vosges du Nord“ (Nordvogesen) zwischen La Petite-Pierre und Neuwiller-les-Saverne lädt der Naturlehrpfad Loosthal ein, den Wald, seine Fauna und Flora zu entdecken.

Auf dem gut 4 km langen Rundweg informieren 26 Infotafeln über die ökologischen Besonderheiten des Gebiets.

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La Petite Pierre

Broschüre „Naturlehrpfad Loosthal“

St. Märgen-Glashütte

St. Märgen-Glashütte

St. Märgen-Glashütte

Die Glashütte ist heutzutage ein Ortsteil von St. Märgen. Bis 1936 war Glashütte und Hinterstraß eine eigenständige Gemeinde unter dem letztgenannten Namen. Dann folgte die Eingemeindung zu St. Märgen.

Hinterstraß liegt hinter einer sehr alten Verkehrsverbindung, die etwa 700 Jahre lang eine Grenzlinie der Klosterherrschaft St. Peter vom Kapfenberg, Hochwald bis zum Hohlen Graben bildete. Der Name Hinterstraß – so wird es gedeutet oder vermutet – kam deshalb zustande, weil alles was „hinter der Straße“ liegt, also das Kapfenberggebiet, das Steinbachtal mit Schaltkarrendörfle, das Gebiet des ehemaligen Knobelwaldes in die spätere Vogtei Hinterstraß integriert wurde, die damals Eigentum des Klosters St. Peter war.

Sämtliche Siedler der damaligen Zeit kamen vom Kloster St. Peter, zu deren Siedlungsgebieten übrigens auch die heutigen politischen Gemeinden Waldau, Neukirch und Wildgutach zählten.

Hinterstraß wurde verhältnismäßig spät, etwa in der Zeit von 1650 bis 1710, nach dem Dreißigjährigen Krieg innerhalb von 60 Jahren besiedelt und dies während ständiger Kriegszeiten. Jahrhunderte hinweg waren, so vermutet man, die Höfe „Steinbachhof“ und „Breitmooshof“ die einzigen im Gebiet Hinterstraß. Hinterstraß erhielt 1743 einen Vogt und wurde damit zu einer Gemeinde.

Der Knobelwald, aus dessen Gebiet die spätere Glashütte hervor ging, erstreckte sich in der Länge etwa vom Jägerstieg bis hinten an den Wolfsgrat und in der Breite vom Gfällbühl – heute Immenbühl – hinunter über den Bach und hinauf bis an die Redeck. Es war ein urwaldähnlicher dichter, finsterer Wald, in dem auch noch Wolf, Luchs und Bär lebhaft waren.

Schon im 15. Jahrhundert begannen die Benediktinermönche mit der Besiedlung des Knobelwaldes, um gegen den Wald vorzugehen und ihn zu roden. So entstanden die ersten Glasbläsersiedlungen, zunächst auf den Höhen, dann später unten im Tal.

Die Gründung der Glashütte liegt um das Jahr 1683, gleichzeitig mit der Gründung der Gasthäuser „Steinbach Hirschen“, sowie „Zum Kreuz“ im Hohlengraben. Initiator der Gewerbeansiedlungen war der damalige Abt Paulus Pastor, um die materielle Lage des Klosters zu verbessern.

Im Jahre 1685 wurde zwischen den Einwohnern der Glashütte und dem Kloster St. Peter ein Vertrag abgeschlossen, indem alle Rechte und Pflichten der Glashütter verzeichnet waren. Es wurden den Glasbläsern bedeutsame Zugeständnisse gemacht. Die Glasbläserei blühte und Häuschen an Häuschen entstand.

So manche „Flaschen“, „Buddeln“ und „Gütterle“ wurden aus dem Tal in die weite Welt getragen. Die Namen von vielen Ortschaften und Bauernhöfen, in denen das Wort „Glas“ vorkommt, wie beispielsweise Glashütte, Glashof, Glasberg, Glasträgerhof, erinnern noch heute an die Zeit der Glasbläser aus dem Schwarzwald.

Als aber der Wald abgeholzt war, zogen die Glasbläser wieder aus und suchten sich andere waldreiche Gebiete. Sie zogen in den Bräunlinger Wald, wo die waldgierigen Glashütter von den Stadtherren mit offenen Armen aufgenommen wurden. Das ganze Bubenbacher Tal wurde ihnen zugesprochen. Durch den neuen Glashüttenbetrieb wurde das Dorf Bubenbach gegründet. In der Glashütte blieben aber zahlreiche Bewohner zurück, die sich einer anderen Tätigkeit widmeten – der Uhrmacherei. Nachdem ein Glasträger aus dem Böhmischen einen solchen Zeitmesser mitbrachte, ließ es den Tüftlern keine Ruhe, dieses Ding zu vervollständigen. So ist auf dem Glashof bei Waldau die erste Schwarzwalduhr entstanden. Und wieder zogen die Träger in die Welt hinaus. Dieses Mal waren es keine Glaswaren, sondern Schwarzwalduhren. Die Schwarzwalduhrenindustrie entstand aber nicht an ihrer Wiege, sondern in verkehrstechnisch günstigeren Orten.

In der Blütezeit der Uhrmacherei, etwa um 1811, vereinigten sich die bisherigen Vogteien Hinterstraß und Glashütte und bildeten nun die Gemeinde der Vogtei Hinterstraß, unter einem gemeinsamen Vogt. Den Titel Bürgermeister gab es damals noch nicht. Im Jahr 1836 hatte Hinterstraß mit Glashütte 405 Einwohner. Die Gemeinde Hinterstraß hatte etwa 120 Jahre Bestand. In der folgenden Zeit wanderten zahlreiche Glashütter aus und brachten durch ihre Unternehmensfreude, aber auch durch ihre Zähigkeit, zu Wohlstand.

Diejenigen aber, die am elterlichen Boden festhielten, hatten in einer armen Gegend einen zähen Lebenskampf zu führen. Sie flochten Spankörbe, schnitzten Uhrenschilder, formten Uhrenkästen oder wurden Holzhauer beim Forstamt, das inzwischen die verwaisten Gütchen erwarb. Die Gemeinde konnte nicht viel unternehmen. Sie hatten kein Geld, brauchte aber zum Glück auch keine großen öffentlichen Ausgaben zu tätigen, denn eine zentrale Wasserversorgung und -entsorgung war nicht möglich, eine eigene Pfarrkirche (außer der kleinen Kapelle) besaß sie nicht, elektrischen Strom produzierte meist jeder selbst, große Straßenbauten standen nicht an. Dann kam das Jahr 1935, das letzte Jahr dieser historischen Gemeinde. Sie fiel der ersten Gemeindereform zum Opfer. Ab 1936 wurde die politische Gemeinde Hinterstraß aufgelöst und in die Gemeinde St. Märgen integriert. Das war sicherlich zunächst eine schwere Aufgabe, sich gegenseitig zu tolerieren, zu achten und miteinander in einem größeren Gemeinwesen zu leben. Eine Lenkung in gute Bahnen gelang.

Die Verdienstmöglichkeiten in dem kleinen Örtchen Glashütte waren bis in die Gegenwart sehr bescheiden. Dank der Motorisierung hat sich die Lage in den letzten Jahrzehnten doch verbessert. Die Möglichkeit besteht, in den umliegenden Orten Berufe auszuüben oder zur Schule zu gehen.

Durch schlechte oder erschwerte Baumöglichkeiten in der Glashütte ist ein Großteil der jüngeren Generation immer wieder gezwungen auszuziehen und sich auswärts niederzulassen. In früheren Jahrzehnten betrieb fast jeder Bewohner, der ein kleines Anwesen hatte, einen landwirtschaftlichen Nebenerwerb. Unter mühevollen Bedingungen an Steillagen musste gearbeitet werden. Daher ist es nicht außergewöhnlich, dass die Zahl der „Bodenständigen“ immer weiter zurückgeht.

Heute sind es nur noch wenige, die einen sogenannten „Nebenerwerb“ ausüben. Tatsache ist, dass es eine „Nebenausgabe“ ist, die zur Offenhaltung der Landschaft dient.

So bleibt zum Schluss dieser kleinen Ortsgeschichte nur der Wunsch und die Hoffnung, dass es immer wieder einige bodenständige Leute gibt, die wenigstens einen Teil der Landschaft offenhalten, damit das schöne und kleine Tal nicht der totalen Wildnis zum Opfer fällt.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Heinrich Fehrenbach, St. Märgen. VIELEN DANK.

Textquelle

Mit freundlicher Genehmigung von Wilfried Löffler. VIELEN DANK.

Laufenburg: Schwarzwald in der Schweiz

Laufenburg: Schwarzwald in der Schweiz

Besondere Orte
Laufenburg: Schwarzwald in der Schweiz

Die Stadt Laufenburg hat in geologischer Hinsicht eine Besonderheit aufzuweisen. Hier befindet sich einer der wenigen / der größte Aufschluss des Schwarzwald-Kristallins auf der Südseite des Rheins. Die Aufschlüsse am Schlossberg (Inventar-Nr. 64626800) und am Rheinufer (Inventar-Nr. 64626700) stehen als Geotope unter besonderm Schutz.

Die Ufer beidseits des Rheins werden durch steile Wände von vor allem Gneisen gebildet. Der Schlossberg besteht aus gebankten, nach NW einfallenden metamorphen Gneisen und Schiefer, die von Pegmatitgängen (Adern von grobkristallinen Erstarrungsgesteinen) durchschlagen werden.

Bis zur letzten Eiszeit floss der Rhein noch südlich des Schlossberges, etwa in Höhe der Bahnlinie. Das Flussbett wurde jedoch durch Ablagerungen großer Sedimentmassen verriegelt, so dass sich der Rhein nördlich des Schlossbergs im harten Kristallingestein ein neues Bett suchen musste.  Es entstand eine Stromschnelle, der Laufen, der der Stadt ihren Namen gab. Die Stromschnelle ist seit dem Bau des Rheinkraftwerks durch den Wasseraufstau nicht mehr ausgebildet.

Exkursion

Die Stadt Laufenburg bietet eine geologische Exkursion durch die Stadt an. Die Tour gliedert sich in vier Haltepunkte und führt durch einen ca. 270 m langen Stollen (Durchmesser: 2,27 Meter) unter der unteren Altstadt über die Rheinbrücke auf den Schlosshügel. Der Stollen wurde 1980 zum Bau einer Abwasserleitung in das Kristallingestein gefräst. Ein besonderer Ort im „Schwarzwald“.

Eine Führung für Gruppen ist bei der Stadt Laufenburg auf Anfrage jederzeit buchbar. Dauer ca. 1.5 Std.

Die außergewöhnliche Exkursion gibt einen phantastischen Einblick in die Gesteine des Kristallins, auf denen Laufenburg aufgebaut ist.

Überzeugen Sie sich selbst …

Virtueller Rundgang im Stollen

Quellen Fotos

Stollen: Stadt Laufenburg

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Laufenburg (CH): Geologische Stadtwanderung

Die Stadt Laufenburg hat in geologischer Hinsicht eine Besonderheit aufzuweisen. Hier befindet sich einer der wenigen / der größte Aufschluss des Schwarzwald-Kristallins auf der Südseite des Rheins. Die Aufschlüsse am Schlossberg (Inventar-Nr. 64626800) und am Rheinufer (Inventar-Nr. 64626700) stehen als Geotope unter besonderm Schutz.

Die Ufer beidseits des Rheins werden durch steile Wände von vor allem Gneisen gebildet. Der Schlossberg besteht aus gebankten, nach NW einfallenden metamorphen Gneisen und Schiefer, die von Pegmatitgängen (Adern von grobkristallinen Erstarrungsgesteinen) durchschlagen werden.

Bis zur letzten Eiszeit floss der Rhein noch südlich des Schlossberges, etwa in Höhe der Bahnlinie. Das Flussbett wurde jedoch durch Ablagerungen großer Sedimentmassen verriegelt, so dass sich der Rhein nördlich des Schlossbergs im harten Kristallingestein ein neues Bett suchen musste.  Es entstand eine Stromschnelle, der Laufen, der der Stadt ihren Namen gab. Die Stromschnelle ist seit dem Bau des Rheinkraftwerks durch den Wasseraufstau nicht mehr ausgebildet.

Exkursion

Die Stadt Laufenburg bietet eine geologische Exkursion durch die Stadt an. Die Tour gliedert sich in vier Haltepunkte und führt durch einen ca. 270 m langen Stollen (Durchmesser: 2,27 Meter) unter der unteren Altstadt über die Rheinbrücke auf den Schlosshügel. Der Stollen wurde 1980 zum Bau einer Abwasserleitung in das Kristallingestein gefräst. Ein besonderer Ort im „Schwarzwald“.

Eine Führung für Gruppen ist bei der Stadt Laufenburg auf Anfrage jederzeit buchbar. Dauer ca. 1.5 Std.

Die außergewöhnliche Exkursion gibt einen phantastischen Einblick in die Gesteine des Kristallins, auf denen Laufenburg aufgebaut ist.

Überzeugen Sie sich selbst …

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Laufenburg (CH). VIELEN DANK.

Virtueller Rundgang im Stollen

Menzenschwand: Grube Krunkelbach

Menzenschwand: Grube Krunkelbach

Besondere Orte
Menzenschwand: Grube Krunkelbach

INHALT

Videos aus den 1960er Jahren

Chronologie

Die Lagerstätte

Die Grube

Stilllegung

Textquellen

SWR Abendschau vom 26.09.1962:

Neue Uranvorkommen im Schwarzwald

SWR Abendschau vom 07.08.1963:

Kurgäste Menzenschwand

Chronologie

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Schwarzwald v.a. durch den Bergbauingenieur Otto Leible, dem späteren Direktor der Gewerkschaft „Finstergrund“ und dem späteren Präsidenten des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, Franz Kirchheimer, nach Uranvorkommen gesucht. Bereits im Jahr 1949 fand Leible bei Sulzburg, Eisenbach und Wittichen Uranerze mit 0,3-0,5 % Uran.

Das Geologische Landesamt in Freiburg wurde seitens des Wirtschaftsministeriums angewiesen, insbesondere die Vorkommen bei Wittichen näher zu untersuchen, was in den Folgejahren auch sehr intensiv geschah. Im Abschlussbericht Kirchheimers von 1957 wird Menzenschwand nicht erwähnt und war bis 1960 als Lagerstätte praktisch unbeschrieben und das als einzig abbauwürdiges Uranvorkommen in Baden-Württemberg.

Am 5. Mai 1957 entdeckten zwei Freiburger Geologiestudenten, auf der Suche nach Flussspat, Uranglimmer im Uferbereich des Krunkelbaches. Im April 1959 fand ein Stuttgarter Diplomand eine radioaktive Anomalie, die er im Auftrag des Landesamtes noch im gleichen Jahr untersuchen sollte.

Im August 1960 erteilte das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg der niedersächsischen Gewerkschaft „Brunhilde“ die Untersuchungsermächtigung für das Gebiet um Menzenschwand. Dies war der Startschuss für eine im Schwarzwald wohl einzigartige und vergleichsweise nur sehr kurze, dafür aber sehr streitbehaftete Bergbaugeschichte (31 Jahre) in einem Spannungsfeld zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen, dem Naturschutz, der Atomkraftgegener und v.a. auch den Interessen der Einheimischen, v.a. dem Fremdenverkehr. Besonders pikant an der „Bergbaugeschichte“ im Krunkelbachtal ist, dass die Gewerkschaft zu keiner Zeit über eine Konzession zum Abbau verfügte, sondern lediglich zur Untersuchung/Prospektion.

Die Gewerkschaft „Brunnhilde“ betrieb bereits seit 1955 bei Ellweiler (Kreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz) einen Tagebau auf Uranerz und seit 1957 eine großtechnische Uranaufbereitungsanlage, in der später auch das Uranerz aus Menzenschwand zu einem pulverförmigen Konzentrat (Ammoniumdiuranat), dem sogenannten „yellow cake“ verarbeitet wurde.

Bei den „Untersuchungen“ stellte sich schon bald heraus, dass es sich bei dem Vorkommen im Krunkelbachtal um die größte westdeutsche Lagerstätte mit einem Urangehalt von 1,4 % handelt.

Die bewegte Bergbaugeschichte, die im Juli 1991 endete, kann in der Literatur genauer nachgelesen werden.

In Menzenschwand wurden in den 31 Jahren des Grubenbetriebes (ohne formelle Abbaugenehmigung) insgesamt 100.000 t Uranerz gefördert, aus dem 720 t Uran gewonnen wurden.

Die Lagerstätte

Die Lagerstätte liegt im Bärhaldegranit, einer Intrusion in die Migmatite der Zentralschwarzwälder Gneismasse.

Das eigentliche Uranvorkommen hat eine nachgewiesene Teufenerstreckung von mindestens 500 Höhenmeter. Die Lagerstätte besteht im Wesentlichen aus Quarz-Baryt-Fluorit-Gängen mit Pyrit, Pechblende, Hämatit und geringen Mengen anderer Sulfide.

Um eine zentrale, nicht uranvererzte Störung (Krunkelbachstörung) – eine 5 km lange Schrägabschiebung, sind verschiedene vererzte Störungen, die Erzgänge, angeordnet. Drei von fünf größeren uranvererzten Gängen sind abbauwürdig. Die Mächtigkeit der Erzgänge nimmt zur Teufe hin zu, die Mächtigkeiten schwanken deutlich (durchschnittlich 2,5 m) bis maximal 11 m.

Der Gesamturangehalt der Lagerstätte wird auf ca. 3.200 t geschätzt, von denen 1.000 t nachgewiesen und 700 t abgebaut wurden. Die Urangehalte schwanken zwischen 0,8 und 8 % U3O8.

Die Grube

Die Grube Krunkelbach entstand aus ersten übertägigen Baggerschürfen am 09. August 1961 in den  Moräneablagerungen, die in ca. 6 m Tiefe den ersten mutmaßlich abbauwürdigen Uranerzgang im Bärhaldegranit freilegten. Die Vererzung erhielt die Bezeichnung Gang 1.

In drei weiteren Schürfen wurde die 2,5 m mächtige Gangstruktur über eine Strecke von 25 m weiter erschlossen, bei den Wegebauarbeiten wurde ein zweiter Gang mit 2 m Mächtigkeit angetroffen. Insgesamt wurden dabei 300 t erzhaltiges Material zur Versuchsaufbereitung nach Ellweiler abgefahren. Im Jahr 1962 wurden ca. 1.500 t Uranerz gefördert, in dem 31 verschiedene Uranmineralien nachgewiesen wurden, was das Vorkommen zu einem der mineralreichsten Lagerstätten des Schwarzwaldes machte.

Nachdem man sich nun ein Bild über die übertägigen Vererzungen gemacht hatte begann man zur weiteren Untersuchung 1962 (Stollen I) bzw. im Februar 1963 (Stollen II) mit der Auffahrung von zwei Stollen.

Wegen diverser Streitigkeiten ruhten die Arbeiten vom September 1963 bis in das Jahr 1972. Bis dahin waren in den beiden Stollen insgesamt 200 m Grubenbaue angelegt.

Nach Wiederaufnahme der Arbeiten nach 1972 wurde der Stollen I schon bald aufgegeben. Der Stollen II wurde bis Ende 1973 auf 349 m verlängert. Um den 50 m vom Stollenmundloch entfernten Gang 13 zur Teufe hin zu erkunden, wurde ein Blindschacht angelegt, der im Laufe des Jahres 1974 auf insgesamt 68 m abgeteuft wurde. In 30 m und 60 m Teufe wurden zwei Sohlen zur Erzförderung angesetzt. Im Jahr 1974 förderten 10 Mann unter Tage insgesamt 2.592,26 t Uranerz, aus denen 23,56 t U3O8 gewonnen werden konnten.

Zu Beginn des Jahres 1976 ereignete sich mit einem größeren Bruch der erste ernsthafte Bergschaden in der Grube, der mit vorhandenem Fördermaterial aus den Untersuchungsstrecken der 60 m Sohle verfüllt werden konnte.

Zwischen Juli und Oktober 1976 wurde der Blindschacht weiter auf 98 m abgeteuft. Mit Beginn der 1980er Jahre waren die reichsten Lagerstättenteile über der 90 m Sohle weitgehend abgebaut, so dass der Blindschacht bis 1982 auf 219 m abgeteuft wurde. Alle 30 m Teufe wurden bis zu 100 m lange horizontale Sohlen, die den eigentlichen Erzkörper erschlossen, aufgefahren. Zu Beginn des Jahres 1984 wurde der Blindstollen auf 241,5 m vertieft.

Kenndaten

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Betriebsdaten

Übertägig waren mehrere Verwaltungs- und Arbeitsgebäude sowie kleinere Halden vorhanden.

In der Grube Krunkelbach wurden in 30 Betriebsjahren über einen 249,5 m tiefen Blindschacht, auf insgesamt neun Sohlen und einem 4300 m langen Streckennetz 100.000 t Uranerz gefördert.

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Förderung

Die Streckenauffahrung und die Förderung erfolgten gleisgebunden in Grubenhunten mit ca. 1 t Verfassungsvermögen. Die Förderung im Schacht erfolgte als Kübelförderung.

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Grubenwasser

Das Grubenwasser wurde zur Sedimentation der relevanten Radionuklide auf die 0 m Sohle in eine Wasseraufbereitungsanlage in einer alten Untersuchungsstrecke gepumpt. Das gereinigte Grubenwasser floss dann nacheinander in drei Klärteiche, von wo aus es in den Krunkelbach geleitet wurden.

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Erzaufbereitung

Das Erz wurde mit Lkw nach Seebrugg am Schluchsee gefahren und dort zum Weitertransport zur Aufbereitungsanlage nach Ellweiler auf die Schiene verladen.

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Verwendung des Uran

Das in der Aufbereitung hergestellte Urankonzentrat wurde an bundesdeutsche  Energieversorgungsunternehmen verkauft und von diesen zu Kernbrennstäben verarbeitet.

Stilllegung

Am 07. September 1989 wurde eine „öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ über die Beendigung der bergbaurechtlichen Aktivitäten in den Erlaubnisfeldern „Menzenschwand“ und „Belchen-Hoffnung“ abgeschlossen.

Die Gewerkschaft „Brunhilde“ legte einen Abschlußbetriebsplan vor. Uranerze mit mehr als 0,25 % U3O8 wurden zwischen Februar und Juni 1991 insgesamt 5.477,86 t Uranerz aus der Grube entnommen (magazinierte Reserven) und zur Verarbeitung nach Bessines sur Gartempe (Frankreich) abgefahren.

Anschließend wurden zum Fluten der Grube alle Wettertüren entfernt, der Blindschacht mit Stahlträgern abgedeckt und über Tage die Haldenflächen eingeebnet und mit verdichtetem Mutterboden bedeckt, um die Radonexhalation zu unterbinden, Klärteiche verfüllt und letztlich das Stollenmundloch sicher verschlossen und das Grubengelände landschaftsgerecht gestaltet.

Textquellen

Markl, G. & Wolfsried, S. (2011): Das Uran von Menzenschwand – Geschichte, Lagerstätte, Mineralien.140 S., Christian Weise Verlag.

Steen, H. (2004). Geschichte des modernen Bergbaus im Schwarzwald. 488 S., Verlag: Books on Demand, Norderstedt.

Quellen Fotos

Hütte an der Floriansquelle: Bernd Laquai.

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Menzenschwand: Krunkelbachtal

Bergbau in Menzenschwand

Einen kurzen Überblick über den Bergbau in Menzenschwand finden Sie hier …

Die folgende Beschreibung wurde unverändert (aber mit weniger Fotos) übernommen von der privaten Webseite www.opengeiger.de –  Stand 09.07.2013, ergänzt um Kontrolle am 20.07.2014 und Status-Update vom 30.07.2017.

Mit freundlicher Genehmigung von Bernd Laquai. Vielen DANK.

20 Jahre später – Hinterlassenschaften des Uranabbaus im Krunkelbachtal bei Menzenschwand (Stand: 09.07.2013)

Eine der eindrucksvollsten und lehrreichsten Wanderungen, die man mit einem Geigerzähler machen kann, ist zweifellos eine Wanderung durch das herrliche Krunkelbachtal bei Menzenschwand, einem netten Schwarzwald-Örtchen einige Kilometer südlich des Feldbergs und einige Kilometer westlich des Schluchsees. Das Krunkelbachtal ist ein extrem gutes Lehrbeispiel aus der jüngeren Geschichte der Menschheit, wie die Gier nach Geld und Macht dazu geführt hat, dass selbst 20Jahre nach der Renaturierung des ersten und größten westdeutschen Uranabbaugebiets die idyllische Natur dort immer noch mit giftigem und radioaktivem Material auf recht gefährliche Weise kontaminiert ist. Allerdings sind die Schäden des Grubenbetriebs so behoben, dass man die Gefahren als unerfahrener Wanderer und Tourist nicht mehr mit bloßem Auge erkennen kann. Die Tatsache, dass hier das Naturschutzgebiet Feldberg beginnt, suggeriert zudem sofort, das hier die Natur völlig in Ordnung wäre.

Der Konflikt um das Schwarzwalduran, der 1957 durch den Fund von Uranglimmer durch Geologie-Studenten seinen Anfang nahm, hat mehr als 30 Jahre lang zu einem heftigen Aufeinanderprallen unterschiedlicher wirtschaftlicher und politischer Interessen geführt. Selbst einige Umwelt- und Heimatschützer hatten sich mit millionenschweren Investoren der Tourismusbranche (vom Verleger Franz Burda organisiert) verbündet, um mit einem gewaltigen Umbauprogram das Örtchen Menzenschwand zu einem mondänen und exklusiven Kurbetriebsort zu machen, nur damit der Tourismus das weitere Ausdehnen des Bergbaus verhindern möge. Schließlich kam es nach vielen Jahren des politischen Gezerres und der Unentschlossenheit, die das Bergbauunternehmen Gewerkschaft Brunhilde zu einem intensiven „Probebetrieb“ nutzte, vor dem Bundesverwaltungsgericht zu einem Vergleich, bei dem die Landesregierung den größten Teil der Kosten für die Grubenschließung und Renaturierung übernehmen musste.

Trotz des Siegs für die Tourismusindustrie über die Interessen der Bergbauindustrie und die wirtschaftlichen Interessen der Regierung ist das heutige Tourismuskonzept für das Krunkelbachtal in der Gemeinde St. Blasien, zu dem heute Menzenschwand gehört, als äußerst fragwürdig einzustufen. Auch der Job, den hier die Umweltbehörden geleistet haben, müsste man eigentlich als völlig unzureichend kritisieren. Eine juristisch einigermaßen korrekte Lösung für die derzeitigen Verhältnisse im hinteren Krunkelbachtal wäre, das Gebiet wenigstens zu umzäunen und mit entsprechenden Warnhinweisen zur Radioaktivität und zur chemischen Giftigkeit der herumliegenden Erzbrocken und Steine zu versehen, selbst wenn das nicht so richtig zum übrigen Tourismuskonzept und zum idyllischen Naturschutzgebiet Feldberg passt und sicher die ahnungslosen Wanderer etwas aufschrecken würde. Ein eifriger Jurastudent der naheliegenden Universität Freiburg könnte sich den Fall hier sicher auch nochmals vornehmen und unter Beweis stellen, dass er in seinem Studium etwas ordentliches gelernt hat. Ein Medieninteresse würde er garantiert auslösen und hätte durchaus Aussicht auf Erfolg.

Abb. 1: Tour vom Radon-Revitalbad in Menzenschwand durch das Krunkelbachtal zur Urangrube und über die Farnwitte zurück. Geo-referenzierte Messdaten der Gamma-Ortsdosisleistung sind farblich entlang des Wegs markiert. Der Weg in der Nähe der Grube leuchtet deutlich rot. Dabei bedeutet rot >0.5uSv/h, magenta>0.4uSv/h, gelb>0.3uSv/h, türkis>0.2uSv/h, blau>0.1uSv/h (gemessen mit Gammscout). Weitere Bilder am Ende des Textes.

Hintergrund der Vorwürfe ist, dass das was das Herz eines Geigerzählers im hinteren Krunkelbachtal höher schlagen lässt, einem Kleinkind das weitere Leben ziemlich schwer machen könnte weil dessen Nieren und andere Organe schweren Schaden nehmen könnten. Die relativ hohe Radioaktivität des mit Uran kräftig kontaminierten Bodens allein würde für eine Familie mit Kindern, welche dem mit dem freundlichen Raben gekennzeichneten „Menzo’s Wegle“ in das Krunkelbachtal folgt und sich am kühlen Wasser des Krunkelbachs labt, vermutlich gar nicht mal das größte Problem darstellen. Dazu wäre der Expositionszeitraums vermutlich zu kurz. Etwas viel Schlimmeres könnte passieren, wenn das kleine Kind einen der schönen dunkelroten Steinchen, welche wegen den eingelagerten Kristallen auch noch höchst interessant in der Sonne glitzern, aufhebt, und dann darauf herumlutscht und im schlimmsten Fall sogar verschluckt. Dann würde nämlich das Uran seine gefährliche Alphastrahlung im noch immunschwachen Körper freisetzen und auch seine hohe chemische Giftigkeit in voller Kraft freisetzen was zur Niereninsuffizienz führen könnte.

Die schönen roten Steinchen sind nämlich in den erzführenden Gängen losgeschossenes Uranerz aus der ehemaligen Grube Krunkelbach. Das Restmaterial des Uranerzes wurde bei der Stillegung der Grube zum Verfüllen des Stollenmundlochs (Eingang) der Grube verwendet und teilweise sogar auf den Halden in der Umgebung belassen. Die rote Farbe der Steinchen rührt vom stark hämatitisierten Granitporphyrgestein her. Das Glitzern wird von Einlagerungen verschiedenster kristallisierter Mineralien hervorgerufen, die im tiefliegenden Gestein des Rabenfelsen vorkommen. Unter diesen Mineralien finden sich Uranglimmer, Strontium, Arsen und andere hochgiftigen Schwermetalle. Das Lutschen an diesen Steinchen wäre also selbst für einen Erwachsenen alles andere als gesund.

Das besonders heimtückische an der Situation ist aber, dass diese Steinchen, ähnlich wie die Köder, die man für Rattengift benutzt, erst zeitlich sehr versetzt zu Problemen führen würden. Wenn die Probleme erst Monate oder Jahre später auftauchen, weil sich das Uran und die anderen hochgiftigen Schwermetalle in den Körper eingelagert haben und dort „über Zeit“ so vor sich hinstrahlen bzw. äußerst toxisch wirken, dann wird sich die betroffene Familie nicht mehr so ohne weiteres an ein Steinchen erinnern, an denen das kleine Kind in dem so idyllischen Krunkelbachtal auf Menzo’s Wegle ganz in der Nähe von Barbara’s Quellplätzle gelutscht hat. Das ist dann ähnlich wie bei der ansonsten sehr intelligenten Ratte, die sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr an den Köder erinnert und deswegen auch ihre Artgenossen nicht mehr warnen kann, wenn sie merkt, dass es mit ihr zu Ende geht.

Das Wasser im Krunkelbach wird ebenfalls ganz schön uranhaltig sein und auch andere Schwermetalle und Halbmetalle wie Arsen enthalten. Unter den Uranmineralien (Uranglimmer) sind chemisch hochgiftige Uranylverbindungen, die in Wasser löslich sind. Dazu gibt es in Wikipedia auch einen recht lehrreichen Eintrag. Wenn man also bei N47 50.304 E8 02.642, Menzo’s Wegle folgend, über die Krunkelbach-Brücke in Richtung Grubenzugang geführt wird, sollte man sich nicht unbedingt an dem herrlich kühlen und sprudelnden Wasser laben. Unterhalb von Barbara’s Quellplätze ergießt sich zusätzlich Wasser aus dem verfüllten Grubeneingang über die Reste der Halde (etwa bei N47 50.337 E8 02.821) und fließt ebenfalls direkt in den Krunkelbach. Man sollte sich daher auch fragen, welches Wasser die im Krunkelbachtal so scheinbar glücklich weidenden Kühe Tag ein Tag aus so zur Tränke bekommen (wenn nicht aus dem Krunkelbach) und ob man das Uran nicht doch in der Schwarzwaldmilch, welche von den Bauern aus Menzenschwand geliefert wird, später noch deutlich nachweisen kann.

All das aber kommt dem fröhlichen Familienurlauber und fröhlichen Wandersmann bestimmt nicht in den Sinn, wenn er bei schönem Wetter durch das rein optisch herrlich wirkende Krunkelbachtal wandert. Der Tourismusverband hat sich viel Mühe gegeben und einen schönen Lehrpfad entlang des Krunkelbachwegs eingerichtet mit vielen Informationen zur idyllischen Natur dieses schönen Schwarzwaldtals am Rande des majestätischen Rabenfelsens, auf dem auch etliches zur Geologie und zum Quellgebiet des Krunkelbachs erklärt ist. Es laden auch viele Bänkchen zur Rast ein, wo neugierige Kinder ganz aus der Nähe die Natur bewundern können.

Selbst das holzverschalte Quellhäuschen der Floriansquelle (bei N47 50.324 E8 02.653), aus der seit 2005 das mit dem radioaktiven Radongas aus der ehemaligen Grube beladene Wasser für das beschauliche Radon Revitalbad in Menzenschwand-Hinterdorf gefördert wird, gibt kaum einen Anlass um ins Zweifeln zu geraten. Auf einer Infotafel auf der eine entspannte Badenixe im Wasser zu sehen ist, wird von der heilenden Wirkung des Radons erzählt. Auch der Name „Revital“ passt ja immer noch recht gut zur herrlichen Landschaft. Nur der Geigerzähler merkt, dass es hier so langsam „heiß“ wird.

Geht man Menzo’s Wegle noch etwas weiter hinter, gelangt man durch herrliche wilde Wiesen, wo im Sommer viele blaue Lupinen blühen, zu Barbara’s Quellplätzle. Hier führt ein verstecktes Wegchen zu einem weiteren Quellhäuschen (bei N47 50.319 E8 02.720). Wer hierhin findet, der wird nun interessanterweise auch ein wenig über den Streit um das Uran im Schwarzwald informiert. Wahrscheinlich freut sich der Wandersmann nach eingehendem Studium der Infotafel dann darüber, dass der Umwelt- und Heimatschutz bei der Auseinandersetzung gewonnen hat und darüber, dass das schöne Krunkelbachtal eben keine wüste Bergbau-Gegend geworden ist, sondern die Idylle der Natur in diesem Bereich wieder hergestellt wurde. Nichts in der herrlichen Gegend lässt daher die heute noch vorhandenen Gefahren für das bloße Auge erkennbar werden. Nur ein geschultes Auge erkennt vielleicht, dass beide Holzhäuschen eine eingebaute aktive Querlüftung (unten neben der Tür und oben auf der Rückseite) haben, um das Aufstauen des radioaktiven Radongases im Häuschen zu verhindern und um das Wartungspersonal zu schützen.

Von Barabara’s Quellplätzchen aus kann man gut vollends zum Bachbett des Krunkelbachs hinterlaufen. Man kann den hier schon stark überwachsenen Weg noch einigermaßen erkennen, der hinunter führt. Bei N47 50.313 E8 02.797 kommt man wieder auf eine größere Wiese, die früher einmal der Eingangsbereich zur Grube war. Ungefähr hunderttausend Tonnen Uranerz, so schätzt man, wurden hier von der Gewerkschaft Brunhilde aus dem Innern des Rabenfelsens geholt, mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0.72% Uran, das in der Uranaufbereitungsanlage in Ellweiler aus dem Menzenschwander Erz extrahiert wurde. Diese Aufbereitungsanlage gehörte ebenfalls der Gewerkschaft Brunhilde. Viele schwere Lastwagen müssen dazu von hier durch das idyllische Tal bis zur Bahnverladung bei Schluchsee gefahren sein. Der größte Teil des Uranerzes, das in der Nähe des Eingangs auf einer Halde lag, hat man in der Zwischenzeit abtransportiert oder zum Verfüllen des Stollenmundlochs verwendet. An vielen Stellen ist die Halde auch wieder zugewachsen, aber der Bewuchs ist nur sehr oberflächlich auf dem sehr unwirtlichen Gestein. Besonders dort wo reichlich Wasser aus dem verfüllten Eingang austritt (bei N47 50.337 E8 02.824), spült die Strömung des herrlich klaren Wassers die Steine immer wieder frei. Dieses Wasser sieht geradezu wie gesundes Schwarzwaldwasser aus. Etlicher dieser rötlichen und glitzernden Erzsteine liegen auf den unbewachsenen Teilen der Halde frei herum und werden schön umspült und funkeln förmlich im Wasser.

Konzentriert man sich nun auf die Steine auf denen viele feine, leicht grünliche Kristalle auf der Oberfläche zu sehen sind, kann man mit einem Geigerzähler eine Ortsdosisleistung von deutlich über 15uSv/h messen. Mit einer UV-Lampe erkennt man schnell, dass diese grünlichen Kristalle hell aufleuchten, wenn man sie im Dunkel der Bäume mit UV Licht bestrahlt. Diese Fluoreszenz ist das Merkmal der Uranglimmer, wie z.B. der Mineralien Autunit und Uranocitrit. Etwas seltener findet man auch Steine mit schwarzgrauen Einlagerungen in den sonst rötlichen Steinen, die den Geigerzähler sofort an die Alarmgrenze treiben. Hier handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Uraninit (Uranoxid, UO2 bzw. U3O8) oder auch im Volksmund Pechblende genannt, das Mineral, dem die vorrangige Begierde der bergbaulichen Aktivitäten hier galt.

Einzelne der geförderten Erzchargen, so wird berichtet, erreichten über 2% Urangehalt, hauptsächlich in Form von Pechblende, was ein relativ hoher Gehalt ist im internationalen Vergleich. Pechblende hat einen der höchsten Werte für die spezifische Radioaktivität unter allen natürlich vorkommenden Uranmineralien. Während die Pechblenden-Mineralisationen sehr gediegen ins Gestein eingelagert sind, ist der Uranglimmer dagegen für den ahnungslosen Finder besonders gefährlich, weil sich die Kristalle bröselig und fein verteilt auf den Oberflächen befinden und sich leicht ablösen. Deswegen ist es mehr als sinnvoll, sich die Hände gut zu waschen, nachdem man solche Steine angefasst hat. Sonst gelangen diese Uranglimmerbrösel nämlich beim nächsten Vesper auf das Vesperbrot und können von da aus in den Körper gelangen. Die chemische Giftigkeit des Urans liegt ähnlich hoch wie die anderer Schwermetalle und ist vergleichbar zu der des Quecksilbers. An den vielfältigen Färbungen der Kristalle auf den Steinen kann man ebenfalls erahnen, dass hier noch etliche andere seltenere chemische Elemente zu finden sind, die meistens für den Menschen nicht gerade gut bekömmlich sind.

Oben auf Menzo’s Wanderwegle findet man ebenfalls immer wieder Ansammlungen von Erzsteinen. Besonders auffällig ist ein Loch bei N47 50.353 E8 02.747, das mit Steinen verfüllt wurde. Vermutlich hat sich hier ein Bauer geärgert, dass sein Fahrzeug immer wieder in dieses Loch (ein altes Bohrloch?) rutscht und hat die Steine auf der Halde gesucht um es zu füllen. Hier misst man erstaunliche 10uSv/h mitten auf dem Weg, was natürlich mit einem heftigem Geknatter des Geigerzählers einhergeht. Aber ohne so ein Messinstrument würde man denken, dass hier neben den schönsten Wiesenblumen die Welt völlig in Ordnung ist.

Was sich hier bergbaulich in etwa abgespielt hat, hat Helge Steen minutiös genau in seinen Bergbau-Fachbüchern dokumentiert. Teilweise lesen sich die Passagen wie Krimis, an denen man die Hochspannung der Bergleute erkennen kann, die sie angetrieben hat um eine noch hochgradigere und noch ergiebigere Uranerzader zu finden. Helge Steen hat auch die gefundenen Erzgänge mit Geokoordinaten so gut dokumentiert, dass sich diese relativ einfach vom damals gebräuchlichen Gauss-Krüger Koordinatensystem (mit Potsdam Datum) in das heute üblichere GPS-basierte Koordinatensystem (mit WGS84 Datum) umrechnen lassen. Damit lassen sich auch heute noch die Lage der durch zwei Stollen verbundenen Erzgänge auf einer Karte visualisieren. Besonders ergiebig waren wohl Gang 1 und 2. Hier wurden Schächte in die Tiefe gegraben, von denen aus etliche Sohlen auf unterschiedlichen Tiefe bis hinunter auf 240m Tiefe abgezweigt wurden, aus denen das Erz der Gänge von unterschiedlichen Tiefen her gefördert werden konnte. In den Büchern findet man auch eine interessante Dokumentation der damals verfügbaren technischen Ausrüstung sowie etliche relativ neutrale Erläuterungen zu den politischen Auseinandersetzungen, die den Betrieb erheblich beeinflussten.

Der Eintrag zum Thema „Grube Krunkelbach“ in Wikipedia ist eine ebenfalls eine sehr lesenswerte Kurzfassung zu der Geschichte, die sich im Krunkelbachtal abgespielt hat und etwas näher erläutert, was die Politik, die Industrie und die Menschen in Menzenschwand seinerseits bewegt hat. Im Internet gibt es ebenfalls weitere sehr interessante Artikel zum Schwarzwalduran, zu der Grube Krunkelbach und der Bergbaugesellschaft Gewerkschaft Brunhilde aus Uetze in Niedersachsen.

Hat man schließlich die beeindruckenden Strahlungswerte um die ehemalige Grube im hinteren Krunkelbachtal verarbeitet und die Giftigkeit der glitzernden Steinchen begriffen, dann kann man auf der Nordseite das Krunkelbachtal zurückgehen und die Tour Richtung Farnwitte zu einer schönen Runde ausdehnen. Auf dieser Seite findet man im Sommer viele Fingerhutpflanzen, die zwar auch sehr schön und giftig sind, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die meisten Leute darüber Bescheid wissen.

Sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückweg ist leicht zu erkennen, dass die Umweltradioaktivität im übrigen Krunkelbachtal überhaupt kein Problem darstellt. Sie beträgt meist um 0.2uSv/h, was angesichts des granitigen Untergrunds (Bärhalde-Granit) ein völlig normaler Wert ist. Daraus kann man schließen, dass solange man das Uran im Berg lässt, es normalerweise auch kein Problem darstellt.

Der Weg führt einen dann bei N47 50.343 E8 03.748 zum Cafe und Berg-Beizle Kuckuck (http://www.kuckuck-schwarzwald.de/). Dort gleich in der Nähe gelangt man zu den Menzenschwander Wasserfällen (bei N47 50.417 E8 03.773) einer sehenswerten Schlucht durch welche die Menzenschwander Alb (ein Fluss) fließt.

Geht man vom Kuckuck zunächst den Weg nach Norden bis zu einer Steinbrücke bei N47 50.779 E8 03.713 und biegt dort rechts nach Westen ab, führt ein Weg hoch zur Farnwitte. Unter einer Witte verstand man früher eine Vieh-Tränke und Wasser und Farne gibt es hier wirklich genug. Man findet etliche schöne Pflanzen beispielsweise auch jede Menge Heidelbeeren und Baumwollgras. Hier wollte die Gewerkschaft Brunhilde eine weitere Abbaustätte errichten und einen Förderschacht anlegen. Den Grund dafür kann man auch heute noch nachvollziehen, denn wenn man die geo-referenzierten Aufzeichnungen des Geigerzählers betrachtet bzw. die von Helge Steen angegebenen Uran-Prospektionsdaten anschaut, sieht man dass hier auch eine sogenannte Anomalie bezüglich der Radioaktivität zu finden ist. Auf dem Forstweg bei etwa N47 50.933 E8 04.065 erkennt man wieder leicht rötliches Porphyrgestein (Rhyolit) mit leicht erhöhter Radioaktivität, die hier vereinzelt in Gesteinsaufschlüssen auch zu Messwerten über 0.5uSv/h Gamma-Ortsdosisleistung führt. Das heißt, man hat dies offensichtlich als Zeichen für ein Uranvorkommen auch auf dieser Seite des Tals gesehen. Der Antrag der Bergbaugesellschaft wurde allerdings mit Hinweis auf das Landschaftsschutzgebiet abgelehnt. Da auch mehrfach die Lage der Grube Krunkelbach am Rande des Naturschutzgebiets Feldberg vor Gericht sehr entscheidend war, kann man erkennen, dass die Ausweisung solcher Gebiete für den Erhalt der Natur manchmal sehr hilfreich werden kann.

Oben auf der Farnwitte hat man dann einen tollen Blick auf den Feldberg (etwa bei N47 50.838 E8 04.314) und auf das so friedlich erscheinende Menzenschwand (bei N47 50.306 E8 04.387 bzw. noch besser bei N47 50.159 E8 04.394). Von hier aus sieht man dann am Ortsrand auch das Radon-Revitalbad von oben, das vor allem Menschen mit rheumatischen Erkrankungen Heilung durch die Radioaktivität des radonhaltigen Wassers aus der Grube Krunkelbach verspricht. Man darf allerdings nur auf ärztliche Anordnung und eingehende Beratung ist das radonhaltige Wannenbad. Im normalen Schwimmbad ist kaum eine erhöhte Radioaktivität messbar, vermutlich wird das Bad von den Strahlenschutzbehörden heute recht streng überwacht. Im Vergleich zur Radioaktivität in der Umgebung der Grube aus der das Wasser stammt, wirkt das allerdings ziemlich grotesk. Man kann sich ebenfalls denken, dass wenn eine kerntechnische Firma oder Nuklearanlage Müll mit 10uSv/h im Firmengelände gelagert hätte, dann hätte diese Firma mit großer Sicherheit ein ernsthaftes Problem. So gesehen muss die Gemeinde St. Blasien als Eigentümer des ehemaligen Firmengeländes um die Grube Krunkelbach wohl eine sehr eigenartige Ausnahmegenehmigung haben, dass sie nicht einmal einige dezente Warnhinweise für die ahnungslosen Touristen aufstellen muss, die nichtsahnend Menzo’s Wegle entlang geführt werden.

Abb. 2: Zoom in das Gebiet der ehemaligen Grube Krunkelbach

Abb. 3: Der Weg ins Krunkelbachtal entlang der Südseite, gegenüber ist der Rabenfelsen sichtbar

Abb. 4: Messdatenprofil der Gamma-Ortsdosisleistung über die gesamte Tour

Abb. 5: Zoom auf der y-Achse über niedrige Werte der Gamma-Ortsdosisleistung, so werden die leicht erhöhten Werte auf der Farnwitte auch erkennbar

Abb. 6: Die Lage der erkundeten Erzgänge in der Grube Krunkelbach nach den Dokumentationen von Helge Stehen, der Stolleneingang lag demnach bei N47 50.345 E8 02.788

Abb. 7: Sehr schön angelegter Lehrpfad entlang des Krunkelbachweg

Abb. 8: Die Florianquelle, hier wird das radonhaltige Wasser aus der gefluteten Grube für das Radon-Revitalbad gefördert

Abb. 9: Entspannung und Gesundheit suggerierende Information zum Radon

Abb. 10: Der Weg zum ehemaligen Grubeneingang

Abb. 11: Uranhaltiger Bärhalde-Granit vor schönen Lupinen

Abb. 12: Der verwachsene Eingangsbereich zur Grube

Abb. 13: Entwässerung des verfüllten Grubeneingangs

Abb. 14: Rötliches, uranhaltiges Erz auf der verbliebenen Halde

Abb. 15: Völlig mit Uranglimmer überzogener Erzbrocken

Abb. 16: Massiv hohe Radioaktivität des frei herumliegenden Erzbrockens

Abb. 17: Der Krunkelbach unterhalb der Uranerzhalde

Abb. 18: Ein stark strahlendes Loch auf Menzo’s Wegle

Abb. 19: Dosisleistung von 10uSv/h im Loch auf Menzo’s Wegle, gefüllt mit hochgiftigen Steinchen

Abb. 20: Menzenschwander Wasserfälle

Abb. 21: Die Schlucht der Menzenschwander Alb

Abb. 22: Noch mehr Wasser

Abb. 23: Und noch ein Wasserfall

Abb. 24: Makroaufnahme von radioaktivem und giftigem Uranglimmer auf einem Erzstein

Abb. 25: Makroaufnahme von Uranglimmer unter zusätzlichem UV-Licht

Abb. 26: Großflächiger Uranglimmerüberzug auf einem anderen Stein

Abb. 27: Weiterer ca. 5cm großer Stein mit Uranglimmerüberzug

Abb. 28: Erzbrocken mit verschiedensten Erzeinlagerungen unter anderem einer grauschwarzen, stark radioaktiven, linsenförmigen Einlagerung von Pechblende

Textquelle

Links

/1/ Wikipedia Grube Krunkelbach http://de.wikipedia.org/wiki/Grube_Krunkelbach

/2/ Wikipedia Uranylverbindungen http://de.wikipedia.org/wiki/Uranylverbindungen

/3/ Helge Steen Geschichte des modernen Bergbaus im Schwarzwald: Eine detaillierte Zusammenstellung der Bergbauaktivitäten von 1890 bis zum Jahr 2000

/4/ Helge Steen Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes: Ein Beitrag zur Bergbaugeschichte und Lagerstättenkunde zwischen Dreisamtal und Hochrhein Kapitel 18 Revier Menzenschwand

/5/ Armin Simon Menzenschwand – Uranabbau: Der Streit um das Schwarzwald-Uran Die Auseinandersetzung um den Uranbergbau in Menzenschwand im Südschwarzwald 1960-1991 Ausführliche Buchzusammenfassung unter: http://www.bund-rvso.de/menzenschwand-uran-abbau-schwarzwald.html

/6/ Peter Diehl: Strahlengefahr am Krunkelbach: Unranabbau Menzenschwand Eine Information des Umweltkongress Hochrhein, Nr.6, 15.4.1989 http://www.wise-uranium.org/pdf/mzdsk.pdf

/8/ DER SPIEGEL 52/1987 – Suchen und finden http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13526399.html

Kontrolle: Strahlenschutz an der ehemaligen Krunkelbach-Urangrube (Stand: 20.07.2014)

Ein wenig scheint es schon bewegt zu haben, dass im idyllischen Krunkelbachtal auf Menzos Wegle die Werte für die Radioaktivität gemessen wurden, dort wo früher der Uranbergbau betrieben wurde. Insbesondere das stark strahlende Loch bei N47 50.353 E8 02.747 hat in der Zwischenzeit jemand mit Schotter verfüllt und vermutlich vorher auch die schlimmsten Brocken an Uranerz entfernt. Zumindest ist nun die Strahlung dort um einen Faktor von mehr als 10 geringer geworden und ist mit 0.7μSv/h wieder näher an dem was man in unbelassenen Gebieten der Nachbarschaft im Bereich natürlicher Hotspots messen kann (beispielsweise am Blössling bei Bernau). Die schönen aber hochgiftigen Steinchen liegen aber immer noch im Gebüsch herum und man tut sich nach wie vor nicht schwer ein stark strahlendes und imposantes Exemplar mit deutlichem sichtbaren Uranglimmerzu finden.

Angesichts der Tatsache, das dies ein Gebiet ist, das relativ stark touristisch vermarktet wird, fehlen hier nach wie vor eindeutige Hinweise auf die Gefahren, die von den herumliegenden bröseligen Uran-Erzbrocken der ehemaligen Grube „Hans Paul“ ausgehen, sowohl was die chemische Giftigkeit anbelangt (Nierenschädigung) wie von der radioaktiven Strahlung. Denn dieses Gebiet liegt immer noch im Naturschutzgebiet Feldberg, wo sich der ahnungslose Besucher nichts schlimmes denkt wenn er schön glitzernde Steine in die Hand nimmt. Und Vesperbänkchen gibt es hier auch.

 

Abb. 1: Verfülltes Loch auf Menzo’s Wegle

Abb. 2: Deutlich weniger Strahlung wie vorher aber für den Schwarzwald immer noch recht hoch

Abb. 3: Ein deutlich strahlendes Steinchen von der ehemaligen Halde

Abb. 4: Makroaufnahme des eingewachsenen Uranglimmer-Minerals

Abb. 5: Dieselbe Aufnahme mit zusätzlichem UV-Licht, welches den Uranglimmer zum Leuchten anregt. So wird die feine Schichtung des Glimmers recht gut sichtbar. Das Mineral heißt Uranocircit und hat die chem. Formel Ba(UO2)2(PO4)2·10H2O mit etwa 45% Urangehalt.

Statusupdate 30.07.2017

Das Ministerium hat die Situation in Bezug auf den obigen Bericht untersuchen lassen und auf eine Anfrage eines besorgten Bürgers hin reagiert. Es wies das LUBW an, die Situation an der ehemaligen Urangrube zu klären und eine strahlenschutzrechtliche Bewertung abzugeben. Das LUBW hat sich der Sache angenommen und sich richtig viel Mühe gegeben nachzumessen, sowohl was die Strahlung anbelangt als auch was die Wasserqualität  anbelangt und einen beeindruckenden Bericht angefertigt, der kaum noch Wünsche offenläßt, was die Detailliertheit anbelangt. Das verdient schon mal ein richtig großes Lob. Das wäre vor 20 Jahren schon aus politischen Gründen ziemlich sicher nicht möglich gewesen. Im Prinzip reflektiert diese Stellungnahme jetzt die rechtliche Situation, wie sie durch die derzeit gültige Strahlenschutzverordnung vorgegeben ist. Das Ministerium kann demnach keine Anweisung erteilen, dass an der Grube auf die Strahlung hinzuweisen ist oder die Grube einzuzäunen ist. Das gibt das Gesetz nicht her. Die im ursprünglichen Bericht genannten Messwerte wurden im Prinzip bestätigt, aber die offizielle strahlenschutzrechtliche Rechnung sagt, dass hier für normale Wanderer nicht mit einer Gefährdung zu rechnen ist. Man kann natürlich ganz persönlich noch anderer Meinung sein, aber zumindest mal können die Leute im Ministerium oder am LUBW daran wenig ändern, das müsste man dann eher versuchen über sein eigenes politisches Wahlrecht zu beeinflussen. Und dass das längerfristig durchaus eine Änderung bewirken kann, das sieht man ja eigentlich heute schon. Vielen Dank ans Umweltministerium und an das LUBW!

Textquelle

Müllenbach: Kirchheimerstollen

Die folgende Beschreibung wurde unverändert übernommen von der privaten Webseite www.opengeiger.de –  Stand 06.04.2013, aktualisiert am 20.05.2015.

Mit freundlicher Genehmigung von Bernd Laquai. Vielen DANK.

Historisches

Prof. Dr. Franz Waldemar Kirchheimer (*1911, †1984) war von 1947 bis 1952 Direktor der Badischen Geologischen Landesanstalt in Freiburg i. Br. und Verfechter des Uranabbaus im Schwarzwald. Nach ihm ist auch ein Mineral der Uranglimmerserie, das Kirchheimerit, benannt. Ein Buch über einen seiner Arbeitsschwerpunkte hat er ebenfalls geschrieben: Das Uran und seine Geschichte / Franz Kirchheimer 1963 (Schweizerbart Verlag Stuttgart). Die Hinterlassenschaften seines Wirkens kann man heute noch mit dem Geigerzähler in Müllenbach bei Baden-Baden (Stadtteil Oberbeuern) finden. Der Geigerzähler hilft dann auch das „Denkmal“ zu finden, das einer seiner verbündeten Firmen, die Saarberg-Interplan Uran GmbH aus Saarbrücken gebaut hat. Sehen will dieses Denkmal heute allerdings keiner mehr, deswegen ist es auch ziemlich mit Efeu überwuchert. Diese Firma nennt sich heute etwas dezenter „Saarberg-Interplan GmbH Industrieanlagenbau“. In den Jahren 1982-85 hat diese Firma vom Land Baden-Württemberg etwa 2.5 Mio DM erhalten um bei Müllenbach nach Uran zu suchen. Geistiger Vater des Projekts und Auffinder der geologischen Anomalität war Kichheimer.

Abb. 1: Das Denkmal am Stollenmundloch des Stollens bei Müllenbach

Ab 1975 hatte man hier zwei Probestollen angelegt (Kirchheimerstollen und Sauersboschstollen) und Versuche zur Auslaugung des Urans unternommen. Bis 1982 hatte man mindestens 30 Tonnen Uran herausgeholt. Das war attraktiv genug, damit das Wirtschaftsministerium Geld bereitstellte. Doch schnell gab es Ärger mit der Stadt Baden-Baden und Umweltschutzverbänden, welche die Mineralquellen und den Tourismus in Gefahr sahen. Vor allem in den Haldenablagerungen im Müllenbach- und Sauersboschtal sah man eine Gefahr. Es sollten neue spezielle Uranabaumethoden erprobt werde und im Waldbachtal sollte zusätzlich eine Aufbereitungsanlage für Erze zu „Yellow Cake“, dem Rohstoff für Brennelemente, errichtet werden. Als man die Erweiterung der Haldenablagerung beantragte, verweigerte die Stadt Baden-Baden jede weitere Genehmigung. Vermutlich kam es danach zu weiteren politischen Auseinandersetzungen, die schließlich zur Beendigung des Projekts führten. Danach waren die Stollen noch für eine gewisse Zeit als Referenz für Strahlungsmessungen benutzt worden. Angeblich wurde ein großer Teil des Urans wieder im Stollen entsorgt worden, bevor er verschlossen wurde.

Beschreibung der Tour

Die Erkundung des Gebiets kann man mit einer schönen Wanderung verbinden. Wenn man nicht mit dem Auto anreist, kann man auch von Baden-Baden aus mit der Buslinie 201 bis Lerchenbergweg fahren und dort aussteigen (N48 44.346 E8 16.876). Von hier aus geht man zunächst einen Feldweg Richtung Nordosten zum Gebiet Hummelsacker (etwa N48 45.025 E8 17.550), bis man an das Stollenmundloch des Sauerboschstollens kommt. Dieses ist hinter einem Holzschuppen versteckt und bis auf einen Fledermausschlitz zugemauert. Dieser Stollen ist mit einem sogenannten Aufhauen (einem im Berg verlaufenden schrägen Verbindungsstollen) mit dem Kirchheimerstollen verbunden.

Abb. 2: Stollenmundloch des Sauerboschstollen 

Dass man hier richtig ist, zeigt der Geigerzähler wenn man ihn in den Schlitz hält. Ganz offensichtlich strömt hier radonhaltige Luft aus, denn die Anzeige fluktuiert um Werte zwischen 0.3 und 0.8uSv/h. Geht man von hier aus ein Stück zurück, kann man über die Wiesen hochsteigen um auf einen Wanderweg unterhalb des Hummelsacker-Wegs etwa bei N48 44.498 E8 17.075) zu gelangen. Auf diesem Weg kann man leicht erhöhte Strahlungswerte messen. Der Mittelwert über 2 min erreicht hier gelegentlich 0.25uSv/h.

Der Weg führt durch einen wunderschönen Tannenwald bis man etwa bei N48 44.605 E8 17.301 auf den Hummelsacker-Weg trifft. In diesem Bereich müsste etwa der Aufhauen im Berg verlaufen. Bei N48 44.797 E8 17.479 kann man aber östlich abzweigen um nach Müllenbach zum Stollenmundloch des Kirchheimerstollens zu gelangen.

Abb. 3: Idyllischer Hummelsacker-Weg im Wald bei Müllenbach

Bei N48 45.026 E8 17.757 macht man einen Bogen, so dass man bei N48 44.730 E8 17.645 auf die Haarnadelkurve der L78 bei Müllenbach gelangt. Dort befindet sich ein größerer geologischer Aufschluss, der aber von der Strahlung her keine besonderen Werte liefert. Kurz vor der Mündung des Wegs auf die Straße führt ein weiterer Feldweg immer noch im Wald der Hangkante entlang Richtung Müllenbach. Etwa bei N48 44.535 E8 17.419 kann man den Hang hinuntersteigen, was etwas beschwerlich aber machbar ist. Das Stollenmundloch befindet sich dann bei N48 44.543 E8 17.473 etwas versteckt hinter Efeu am Rande einer Wiese zum Wald. Dieser Stolleneingang ist ebenfalls bis auf einen Fledermausschlitz zugemauert. Hier allerdings zeigt der Geigerzähler bereits Werte über 1uSv/h an wenn man ihn in den Schlitz legt. Im Prinzip könnte hier die Stadt Baden-Baden aus dem Übel nun eine Tugend machen und ähnlich zum Radon-Stollen in Bad Gastein Rheuma Patienten einen medizinisch kontrollierten Aufenthalt im Kirchheimerstollen ermöglichen. Das wäre sicher sinnvoller, als hier einen Tierschutz der besonderen Art zu betreiben. Es sei denn die Universität Freiburg untersucht in diesem Stollen die Wirkung des Radons auf das Lungenkrebsrisiko oder die Leukämierate an Fledermäusen, weil Fledermäuse ja auch Säugetiere sind und daher dem Menschen biologisch nahe kommen.

Abb. 4: Blick auf das Dörfchen Müllenbach

Abb. 5: Mundloch des Kichheimerstollen bei Müllenbach. Man kann den Fledermausschlitz im Efeu kaum erkennen

Abb. 6: Hauptsächlich durch Radon erzeugte radioaktive Strahlung im Fledermausschlitz

Vor dem Stolleneingang des Kirchheimerstollens befindet sich eine Wiese, die sich im Süden bis an einen Waldrand hinzieht. An der Kontur kann man ahnen, dass sich darunter eine Halde befindet. Das bestätigt dann auch der Geigerzähler. Im Bereich dieser Wiese misst man zwischen 0.3 und 0.45uSv/h Dosisleistung der Gammastrahlung. Im Vergleich zu anderen Haldensanierungen, z.B. an der Aufbereitungsanlage in Ellweiler, ist dies eine vergleichsweise schlechte Sanierung. Wie das Wasser des Müllenbachs aussieht, wurde bereits vom Kernforschungszentrum im Jahre 1980 untersucht /2/. Aber man darf annehmen, dass dieser Bericht unter den zu dieser Zeit herrschenden politischen Umständen durchaus zu einem etwas verharmlosenden Resultat kam. Dennoch hat man die Radionuklide deutlich nachgewiesen und spricht von gelegentlich überhöhten Werte in der Nähe der Grube.

Abb. 7: Der Müllenbach, wie er unter der ehemaligen Halde hervorkommt

Wenn man nun auf der Wiese etwas nachhaltig sucht, dann kann man mit etwas Glück auch durchaus noch Erzbrocken des Abraums finden. Es handelt sich dabei aber nicht um Granite sondern eher um Sedimentgestein, welches poröser ist und weniger Festigkeit besitzt. Im Gestein kann man oxidiertes Eisen erkennen aber auch dunkelschwarze mineralische Einlagerungen. Die messbare Radioaktivität der noch herumliegenden Brocken ist aber meist kleiner als 0.5uSv/h (gemessen mit Gammascout an der Oberfläche).

Abb. 8: Aufgebrochener Gesteinsbrocken von der Halde Müllenbach

Abb. 9: Übersicht über die Tour

Abb. 10: Daten des GeoRexx-Systems im Bereich des Kirchheimerstollen. Die Stollen-Eingänge sind deutlich anhand der höheren Strahlung (rot makiert) zu erkennen.

Nachdem beide Eingänge der Stollen gefunden und die jeweiligen Geo-Koordinaten vermessen werden konnten, war es möglich eine historische Karte als Overlay auf der OSM Wanderkarte zu justieren. Unter der Annahme, dass die historische Zeichnung einigermaßen maßstabsgetreu und unverzerrt dargestellt ist, kann man nun die Lage der Stollen erkennen.

Abb. 11: Overlay einer historischen Karte zur Ermittlung der Lage des Sauersbosch-Stollen

Die Annahmen über die Lage der Stollen wird auch durch eine Skizze in der Veröffentlichung des Geologen Michael Zuther /3/ bestätigt, der diese spezielle Uranlagerstätte mit Unterstützung der Saarberg Interplan im Jahre 1983 untersucht hat. Das Ergebnis seiner Untersuchung war, dass es sich um eine epigenetisch hydrothermale Imprägnationslagerstätte in Sedimenten handelt. D.h. das uranführende Gestein ist hier kein Granit im Gegensatz zum Bärhaldegranit in der Urangrube im Krunkelbachtal von Menzenschwand im Südschwarzwald, sondern ein sedimentäres Gestein. 

Abb. 12: Profil durch den Hügel des Untersuchungsgebiets aus /3/. Entlang der Bergkuppe läuft der Hummelsackerweg. 

Abb. 13: Die Halde des Sauerboschstollen (Dank an Niko) 

Textquelle

Links

/1/  Helge Steen Geschichte des modernen Bergbaus im Schwarzwald: Eine detaillierte Zusammenstellung der Bergbauaktivitäten von 1890 bis zum Jahr 2000.

/3a/ Michael Zuther, Göttingen, Das Uranvorkommen Müllenbach/Baden-Baden, eine epigenetisch-hydrothermale Imprägnationslagerstätte in Sedimenten des Oberkarbon (Teil I: Erzmineralbestand) Neues Jahrbuch Miner. Abh. 147,2,191-216, Stuttgart, August 1983.

/3a/  Olaf Brockamp, Michael Zuther, Göttingen, Das Uranvorkommen Müllenbach/Baden-Baden, eine epigenetisch-hydrothermale Imprägnationslagerstätte in Sedimenten des Oberkarbon (Teil II: Das Nebengestein) Neues Jahrbuch Miner. Abh. 148,1,22-33, Stuttgart, November 1983.

Münstertal: Auf den Spuren des Bergbaus

Der geologisch-bergbaugeschichtliche Wanderweg Münstertal ergänzt das Besucherbergwerk „Teufelsgrund“. Der 17 km lange Weg, der auch kürzere Varianten beinhaltet, beginnt am Bahnhof Münstertal. Er gibt einen Überblick über den erdgeschichtlichen Werdegang der Landschaft mit ihren Gesteinen und Lagerstätten sowie über den Bergbau im Südschwarzwald. Der Weg führt vorbei an zahlreichen Stollen, quert mehrere Erzgänge und kommt an Erzaufbereitungsanlagen wie der ehemaligen Poche und der Schmelzhütte Wildsbach vorbei. Die antehenden Gesteine Gneis, Metatexit und Quarzporphyr sind an Hand schöner Aufschlüsse zu sehen.

Offizielle Tourenbeschreibung

Schwarzwald Tourismus GmbH

Textquellen

Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.) (2020): LGRB-Kartenviewer – Layer Geotouristische Übersichtskarten – Unterlayer Lehrpfade.

Nagold: Stadtökologisch-geographischer Lehrpfad

Der stadtökologisch-geographische Lehrpfad informiert über das Zusammenwirken von Mensch, Natur und Technik.

Auf dem Pfad wird an 15 Stationen darauf eingegangen mit den Themen Geologie, Lage, Energie, Bäume, Fluss und Niederschlagswasser, Hecken, Stadtmauer, Stadtentwicklung, Fassadenbegrünung, Klima, Grüne Wege, Vögel, Verkehr, Bauen, Wald, Naturschutz und ökologischer Fußabdruck.

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Nagold

Broschüre „Stadtökologisch-geographischer Lehrpfad“

Neubulach: Fledermauspfad am Bergwerk

Der Fledermauspfad führt vom Mundloch des Hella-Glück-Stollens über den „Arbeitsdienstweg“ zum Mundloch des Wasserstollens. Von dort geht es auf einem alten Wanderpfad entlang des Ziegelbachtales zurück zur Stollenklause.

Mehrere Schautafeln entlang des Wanderweges informieren über den alten Bergbau und vor allem über den Lebensraum und die Lebensweise der einheimischen Fledermäuse.

Der Pfad ist bei fast jedem Wetter ein Erlebnis und aufgrund der Nähe zum Ziegelbach vor allem für Kinder geeignet. Aufgrund der Wegbeschaffenheit und der beiden Bachquerungen ist der Rundweg jedoch nicht für Kinderwagen geeignet. Gummistiefel sind vorteilhaft.

Offizielle Tourenbeschreibung

Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald

Neuried: Auen-Wildnispfad

Wo Altrheinarme immer wieder über die Ufer treten und Hochwasser zum Schutz der Rheinanlieger zurückgehalten wird, schlängelt sich der etwa 2,5 Kilometer lange Auen-Wildnispfad durch eine urtümliche Landschaft. Sie befinden sich innerhalb des Hochwasserrückhalteraumes Polder Altenheim, dessen Begehbarkeit je nach Wasserstand auch bereits bei ökologischen Flutungen eingeschränkt sein kann.

Beachten Sie daher unbedingt den Wasserstand an den Ampelfarben der Pegellatte.

Niedereschach-Schabenhausen: Geologischer Lehrpfad

Wer sich für das Innenleben unserer Erde interessiert, kann in Schabenhausen am Schlierbachweg einige Exemplare aus der hiesigen „Unterwelt“ kennenlernen.

Beginnend am Buswartehäuschen „Kohlerberg“ führt der Weg bis zum Bergwerkstollen „Otto am Kohlerberg“, in dem früher Kupfer abgebaut wurde und den man nach Absprache besichtigen kann.

Zwei Bergwerkstollen, die im Mittelalter gegraben wurden, als man hier nach Silber und Kupfer spürte, können wir heute glücklicherweise wieder „befahren“, nachdem Sie lange Zeit verschüttet waren.

Im Ortsteil Kappel, Mailänderwald, ist der Stollen „Karl im Mailänder“ und im Ortsteil Schabenhausen, Schlierbachweg, kann der Stollen „Otto am Kohlerberg“ besichtigt werden.

Die Besichtigung der historischen Bergwerkstollen ist über die Forschungs- und Arbeitsgemeinschaft für Historischen Bergbau e.V., Niedereschach, möglich.

Schriftliche Hinweise auf den Bergbau in Niedereschach-Schabenhausen reichen zurück ins Jahr 1511. Aufzeichnungen aus den Jahren 1520 und 1602 weisen auf einen Kupfererzabbau hin, der wegen Unergiebigkeit um 1608 eingestellt wurde. 1781 wurden kurzzeitig erneut Grabungen vorgenommen.

Im Stollen am Kohlerberg kann der Besucher interessante Minerale bewundern.

Oberharmersbach: Naturerlebnispfad

Schauen, Staunen und Experimentieren mit Hademar Waldwichtel

Der rund 2 Kilometer lange Naturerlebnispfad bietet – entlang der Oberharmersbacher Katzenhalde – eine spielerische und unterhaltsame Spurensuche durch die Natur.

An 20 Stationen entdecken Junior-Naturforscher gemeinsam mit ‚Hademar Waldwichtel‘ dessen Welt zwischen Fichten und Moos. Die größeren BegleiterInnen genießen währenddessen überraschende Ausblicke auf die einmalige Naturlandschaft.

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Oberharmersbach

Flyer „Naturerlebnispfad“

Oberkirch: Brennersteig

Rundweg um das Hesselbacher Tal bei Oberkirch, vorbei am Geigerskopfturm mit herrlichen Ausblicken ins Rheintal bis zu den Vogesen.

Der 13,9 km lange Brennersteig führt vorbei an verschiedenen Brennereien, wo aus den Früchten der Region viele hochqualitative Edelbrände destilliert werden, darunter neben Kirschwasser v.a.  Zwetschgen- und Mirabellenwasser, Himbeergeist, Williams und Topinambur (Rossler). Allein in Oberkirch sind 891 Hausbrennereien registriert.

Mehrere Brennereien am Wegesrand laden zur Kostprobe ihrer Erzeugnisse ein, entlang der Strecke gibt es auch mehrere Einkehrmöglichkeiten.

Schon gewusst?

1945 nach dem Krieg gab es noch rund 45.000 Klein- und Obstbrenner im Süddeutschen Raum. Heute hat sich die Zahl auf unter 22.000 Brenner verringert. Davon sind alleine in Baden rund die Hälfte – mit ca. 10.000 Brennern zuhause. Mit über 6.000 Klein- und Obstbrennern liegt das Zentrum im Ortenaukreis.

Webseite Renchtal Tourismus

Infos zum Weg aus erster Hand.

Oberried: Zentraler Bergungsort Deutschland

Oberried: Zentraler Bergungsort Deutschland

Besondere Orte
Oberried: Zentraler Bergungsort Deutschland

INHALT

Barbarastollen

Langzeitarchiv

Video Datensicherung im Stollen

Multimediale Reportage

Virtueller Rundgang

Textquellen

© Foto Mundloch Barbarastollen: Forschergruppe Steiber, Museums-Bergwerk Schauinsland.

Barbarastollen

Der Barbarastollen, auch als Oberriedstollen oder Oberrieder Stollen bezeichnet, ist ein stillgelegter Versorgungsstollen – Abraumstollen für Silber und Erze – des ehemaligen Bergwerks im Hörnergrund am Fuße des Schauinsland bei Oberried südöstlich von Freiburg im Breisgau. Er ist der Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland zur Lagerung von fotografisch – in schwarz-weiß auf 35-Millimeter-Polyester-Dünnfilm und seit 2010 auch auf Farbfilm – archivierten Dokumenten mit hoher national- oder kulturhistorischer Bedeutung. In Europa ist er das größte Archiv zur Langzeitarchivierung. Der Stollen ist nach der heiligen Barbara von Nikomedien benannt, der Schutzpatronin der Bergleute.

Der Barbarastollen wurde 1903 im Granit-/ Gneisgebirge aufgefahren, er sollte mit einer geplanten Länge von circa 3500 m eine Verbindung zum Roggenbach-Schacht der Grube Schauinsland schaffen. Durch ihn sollte Material und Erz vom Schacht zu einer im Hintertal geplanten Bahnstation gebracht werden. Er wurde bis zu einer Länge von 700 m in den Berg gehauen, aber weder fertiggestellt noch als Transportstollen genutzt. Die letzte Befahrung des Stollens fand im Oktober 1954 statt. 

Langzeitarchiv

Von 1972 bis 1974 fanden nach und nach Umbauten statt. 1975 wurden die ersten Mikrofilme eingelagert, zuvor wurden die Archivfilme bei den einzelnen Verfilmungsstellen gelagert.

Der Stollen wurde mit Schalbeton ausgekleidet und mit Drucktüren abgesichert. Die verwaltungsmäßige Betreuung obliegt dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und wird im Wege der Amtshilfe durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wahrgenommen.

Der Stollen steht als einziges Objekt in der Bundesrepublik Deutschland unter Sonderschutz nach den Regeln der Haager Konvention. Dies wird durch das dreifach angeordnete blauweiße Kulturgutschutzzeichen am Stolleneingang kenntlich gemacht (vergleiche Artikel 8 und 17 der Haager Konvention). Mit Wirkung vom 24. April 1978 ist der Barbara-Stollen in das Internationale Register der Objekte unter Sonderschutz bei der UNESCO in Paris eingetragen worden.

Zur Zeit sind rund 1.600 Edelstahlbehälter eingelagert, die mit den seit 1961 gefertigten Sicherungsfilmen befüllt sind. In diesen luftdichten Behältnissen wird durch vorherige Klimatisierung ein staub- und schadstofffreies Mikroklima von 35 Prozent relativer Luftfeuchte und 10 Grad Celsius erzeugt. Unter diesen Bedingungen ist das Filmmaterial für mindestens 500 Jahre ohne Informationsverlust lagerfähig.

Datensicherung im Stollen

Multimediale Reportage

Das Gedächtnis Deutschlands

Eine multimediale Reportage der Schwäbischen Zeitung.

Virtueller Rundgang

www.geschichtsspuren.de

Quellen Fotos

Mundloch Barbarastollen: Forschergruppe Steiber, Museums-Bergwerk Schauinsland.

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Oberwolfach: Bergbau in der Grube Clara

Oberwolfach: Bergbau in der Grube Clara

Besondere Orte
Oberwolfach: Bergbau in der Grube Clara

INHALT

Video Grube Clara

Überblick

Lage

Erzabbau

Aufbereitung

Produkte

Textquellen

Überblick

Die Grube Clara ist das letzte aktive im Schwarzwald betriebene Bergwerk. Eine urkundliche Erwähnung von 1652 beschreibt den Abbau von Kupfererzen aus dieser Lagerstätte, der bis in das 18. Jahrhundert hineinreichte.

Seit 1850 wird in der Grube Clara Schwerspat und seit 1978 zusätzlich Flussspat gewonnen. Mit der Gewinnung von „Silberspat“, einer Anreicherung von kupfer- und silberreichen Fahlerzen im Schwerspat als Beiprodukt zu den beiden Späten, schließt sich ab 1996 der Kreis zur historischen Kupfergewinnung.

Betreiber ist die Sachtleben Bergbau GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der Sachtleben Minerals GmbH & Co. KG.

Die Grube Clara ist als eine der mineralienreichsten Gruben der Welt unter Sammlern bekannt.

Die Grube Clara kann nicht besichtigt werden.

In direkter Nachbarschaft zur Aufbereitung können Sammler aber auf der “Mineralienhalde Grube Clara“ legal und ohne Gefahren ihrem Hobby nachgehen.

Lage

Die Grube Clara sowie das ehemalige Bergbaurevier liegen oberhalb der Ortschaft Oberwolfach, im Hinteren Rankachtal. Das Revier umspannt viele alte Stollen im Gewann „Wogets“, die ehemaligen Tagebaue, sowie die heutige eigentliche Grube Clara, die über zwei Mundlöcher im Rankachtal befahren wird.

Erzabbau

In der Lagerstätte werden drei vererzte Gänge abgebaut, die mit 60 – 90° sehr steil bis vertikal durch den Berg verlaufen. Der ca. 600 m lange und teilweise 3 – 4 m mächtige „Schwerspatgang“, besteht zu 50 – 80 % aus Schwerspat und zu 5 – 40 % aus Flussspat und reicht als einziger an die Erdoberfläche heran. Zusätzlich kommen noch 5 – 20 % Quarz sowie wenige Prozente Erzminerale vor.

Der „Flussspatgang“ tritt in einer vom Schwerspatgang getrennten Gangzone auf und spaltet sich im oberen Bereich in fünf erschiedene Gänge auf. Er ist im Mittel 3 – 3,5 m mächtig und auf einer Länge von 300 – 400 m ausreichend stark mit Flussspat vererzt, um wirtschaftlich interessant zu sein. Das Erz besteht zu 50 – 80 % aus Flussspat und zu 0 – 25 % aus Schwerspat.

Zusätzlich wird noch ein dritter Gang („Diagonaltrum“) abgebaut, der aus einem Mischerz beider Späte in wechselnden Anteilen sowie Quarz besteht. Das „Diagonaltrum“ ist auf ca. 250 m Länge abbauwürdig und seine Mächtigkeit liegt im Durchschnitt bei 2,5 m.

In der Grube Clara sind neben den Späten noch etwa 400 weitere Minerale nachgewiesen – sie gehört damit zu den mineralreichsten Gruben der Welt. Der Abbau in der Grube Clara erreicht heute bereits 850 m Tiefe. Bei der Sachtleben Bergbau GmbH sind derzeit 105 Mitarbeiter mit der Förderung und der anschließenden Aufbereitung der Erze beschäftigt, wovon 52 Mitarbeiter untertage arbeiten.

Der Abbau in der Grube Clara erfolgt im Dreischichtsystem an fünf Tagen der Woche mittels Bohren, Sprengen und Fräsen. Für den anschließenden Ausbau, also die Sicherung der unterirdischen Strecken, werden Stahlmatten, Gebirgsanker und stahlfaserverstärkter Spritzbeton verwendet. Größere Hohlräume, in denen das Erz abgebaut wurde, werden mit einem Gemisch aus Gesteins- und Erzresten aus der Aufbereitung, dem sogenannten Bergematerial und Steinkohlenflugaschen als Bindemittel aufgefüllt.

Sowohl die Gewinnung, als auch der Transport der Erze erfolgt gleislos, das heißt mit elektrohydraulischen Bohrwagen, dieselgetriebenen Fahrschaufelladern und LKWs. Einige dieser Fahrzeuge sind ferngesteuert. Insgesamt steht ein Streckennetz von etwa 30 km offen. Mit Hilfe von mehreren spiralförmigen Wendeln, eines Stollens und einer LKW-Rampe werden bis zu 550 Höhenmeter vom eigentlichen Abbauort zu den Übertageanlagen des Grubenbetriebes (Betriebsbüro, Kaue, Sozialräume, Werkstätten) überwunden.

Aufbereitung

Der Transport des Erzes zur 13 km entfernten Aufbereitungsanlage in Wolfach und die Rücklieferung von Rückständen aus der Aufbereitung nach Untertage erfolgt per LKW.

Die kupfer- und silberreichen Fahlerze werden in der Grube Clara seit 1996 durch eine mehrstufige Flotation mit Wertstoffgehalten über 97% angereichert.

Foto: Die Aufbereitungsanlage der Sachtleben AG in Wolfach-Kirnbach.

Produkte

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Säurespäte

Flussspatkonzentrate für die Produktion von Flusssäure kommen nach mechanischer Entwässerung auf Vakuumtrommelfilter in den Versand.

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Trockenspäte

Trockene Flusspatkonzentrate durchlaufen eine thermische Trocknung mit Schutzsiebung und werden lose in Silo-LKW oder abgesackt in Papiersäcken oder Big Bags verladen. Schwerspatkonzentrate aus der Flotation werden ebenfalls mechanisch, anschließend thermisch getrocknet.

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Mahlspäte

Ein weiterer Teil der Vorkonzentrate aus der Dichtesortierung durchläuft ohne weitere stoffliche Anreicherung die thermische Trocknung. Wie die Schwerspatkonzentrate aus der Flotation werden diese Produkte anschließend in mehreren Mahl- und Klassieranlagen auf spezifizierte Feinheiten gemahlen (Mahlspäte). Der Versand der Mahlspäte erfolgt lose in Silo-LKW oder abgesackt in Papiersäcken oder Big Bags.

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Betonzuschlag

Ein dritter Teil der Produkte aus der Dichtesortierung wird nach Klassierung als normgerechter Betonzuschlag lose auf Kipper-LKW oder Big Bags abgesackt verladen.

Die Wertstoffkonzentrate werden in Kanada und in Belgien verhüttet. Ziel der Verhüttung ist vor allem die Abtrennung des enthaltenen wertvollen Silbers und Kupfers. Das Fahlerzkonzentrat enthält rund 25 % Kupfer und zwischen 1,5 und 3 % Silber.

Industrieller Einsatz von Schwer- und Flussspat

Schwerspat

Schwerspat wird industriell z.B. bei der Herstellung folgender Produkte eingesetzt:

  • Folien, Filzen oder ähnliche Geweben mit Schalldämmung
  • Bremsbeläge
  • Farben- und Lacke
  • hochwertige Gummi-Produkte
  • Industrie und Fußbodenbeläge

Darüberhinaus findet Schwerspat Anwendung in der Bohrindustrie als Zusatzstoff in Bohrspülungen. Des Weiteren wird Schwerspat zur technischen Abdichtung von Röntgen- und Werkstoffräumen auch in Beton beigemischt.

Flussspat

Flusssspat ist ein wichtiger Rohstoff in der chemischen Industrie. Einsatzbereiche sind bei der Herstellung von Teflon, Kältemittel, Kristallglas, Glühbirnen, Zahnpasta und Elektronikartikel. Aber auch in der Aluminiumverhüttung und der Arzneimittelherstellung wird Flussspat benötigt.

Quellen Fotos

Grubeneingang Grube Clara: Dieter Hund

Aufbereitungsanlage in Wolfach-Kirnbach: Dieter Hund

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Offenburg: Wüstenwein, Wassersteine, weite Blicke …

Die GeoTour macht mit ihren Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis für die ganze Familie.

Hauptthemen: Gesteinsvielfalt in der Vorbergzone, Historischer Bergbau auf Eisenerz, Spalten und Gänge, Oberrheingraben, Aussicht ins Oberrheintal.

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Offenburg

Broschüre „Wüstenwein, Wassersteine, weite Blicke“ – kleine Geotour

Offenburg: Steinkohle, Eisenerz und Flussspat für Oxford

Die GeoTour macht mit ihren Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis für die ganze Familie.

Hauptthemen: Gesteinsvielfalt in der Vorbergzone, Historischer Bergbau auf Steinkohle, optischer Flussspat, Eisenerz, Spalten und Gänge, Oberrheingraben, Aussichten auf Oberrhein- und Kinzigtal.

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Offenburg

Broschüre „Steinkohle, Eisenerz und Flussspat für Oxford“ – große Geotour

Osenbach: Sentier des sols (Hochvogesen, Frankreich)

Bodenkundlicher Lehrpfad

Osenbach zeichnet sich durch die Vielfalt und Komplexität seiner Böden aus, die mit der Vielfalt des geologischen Substrats (Granit, Kalkstein, Sandstein, Hangbildung, Alluvium usw.) und der Pflanzendecke (Wälder, Wiesen, Reben, Felder usw.) verbunden sind.

Der bodenkundliche Pfad führt den Wanderer auf einer 5,5 km langen Route in die Bodenkunde ein. Gehzeit: ca. 3 Stunden.

Der Weg ist mit 42 ausführlichen Infotafeln ausgestattet, welche die verschiedenen Bodentypen und die damit verbundenen Probleme (physikalisch, chemisch, Fruchtbarkeit, Beruf usw.) des Geländes erläutern. Der Erbauer des Weges, Dominique Schwartz, ist Professor für physikalische Geographie an der Universität Straßburg, ausgebildeter Agronom und Spezialist für Bodenkunde.

Dieser in Frankreich beispiellose Weg ermöglicht die direkte Beobachtung von 13 verschiedenen Böden in Form von Monolithen. Acht davon sind lokale Böden, die anderen fünf charakterisieren sinnbildlich Gebiete des Elsass. Ergänzend dazu informieren mehrere Schautafeln die Grundlagen der Pedologie.

Die Realisierung dieses Projekts wurde 2008 vom französischen UNESCO-Nationalkomitee ausgezeichnet. Das Label „Jahr des Planeten Erde“ würdigt ein Projekt im Bereich Bildung, nachhaltige Entwicklung und ökologisches Erbe.

Der Pfad richtet sich an ein sehr breites Publikum. Für Schüler eine innovative Möglichkeit des Lernens, für Bürger und Touristen eine willkommene Möglichkeit, Kenntnisse in Bodenkunde zu erlernen oder diese zu vertiefen.

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Osenbach

„Le sentier des sols de la Vallée Noble – Dix ans au service de la découverte des sols“

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Osenbach

Kurzbeschreibung „Le sentier des sols“

Ottenhöfen: Geologischer Lehrpfad Felsenweg

Felsenweg

Der Felsenweg verbindet auf einer Rundwanderung zahlreiche Felsgruppen und Schrofen um Ottenhöfen und Kappelrodeck. Neben herrlichen Ausblicken auf den Schwarzwald und das Rheintal erhält man Einblicke in die Verwitterunsgvorgänge und das vulkanische Geschehen. Vorherrschend ist der Oberkirchgranit, ein Gestein, das unter hohem Druck und hoher Temperatur aufgeschmolzen wurde und unter Gebirgsbedeckung langsam erkaltet ist. Der Granit verwittert charakteristsich in kissenförmigen Blöcken, der so genannten Wollsackverwitterung. Porphyr, die zweite Gesteinsart, die auf dem Felsenweg immer wieder angetroffen wird, ist durch die kantige Verwitterung zu erkennen. Der Felsenweg beginnt in Ottenhöfen beim Gasthaus „Schwarzwaldstube“.

Geologischer Lehrpfad

Text: Maus, H.: Geologische Wanderung auf dem Felsenweg, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg, 1980. Herausgeber: Gemeinden Ottenhöfen und Kappelrodeck.

Bitte beachten: Die folgende Wegbeschreibung stammt aus dem Jahr 1980.

Wir beginnen mit unserer Wanderung in Ottenhöfen an der Einmündung des Simmersbachtales in das Achertal. Hier steht links neben dem Gasthaus „Schwarzwaldstube“ eine Orientierungstafel, auf der der Verlauf des Wanderweges und markante Punkte eingetragen sind. Von hier aus steigen wir das Simmersbachtal hinauf.

In den Straßenanschnitten rechter Hand erkennen wir gelegentlich den grobkörnigen, rötlichen Oberkirch-Granit.  Nach etwas mehr als einem Kilometer zweigt der Wanderweg hinter einer Häusergruppe in ein Seitentälchen ab, das nach kurzem Anstieg durchquert wird.

Aufgelassener Steinbruch im Simmersbachtal (E Sesselfelsen)

Der Weg führt jetzt über die Talflanke hinaus direkt in einen alten auflässigen Steinbruch, der bis etwa 1928 noch Schotter lieferte. Die Steinbruchsohle ist inzwischen aufgeforstet, so dass ein Blick auf die Steilwand des Bruches verwehrt ist. Der Aufenthalt unterhalb dieser Steilwand ist wegen der Felssturzgefahr zu vermeiden. Wir begnügen uns daher mit den zahlreichen herumliegenden Blöcken, in denen wir den einsprenglingsreichen Porphyr erkennen. Insbesondere auf der rechten Bruchseite sind die Einsprenglinge so groß, dass man ohne Schwierigkeiten die verschiedenen Mineralien erkennen kann. Die linke Bruchseite zeigt dagegen weniger Einsprenglinge, hier befinden wir uns nahe dem Kontakt zum Granit.

Sesselfelsen

Wir gehen ein kurzes Stück zurück und steigen auf dem rechter Hand abzweigenden Zickzack-Weg bergauf. Unmittelbar vor Erreichen der Höhe verlassen wir den Wald und wenden uns nach rechts, wo wir dem Waldrand etwa 100 m folgen bis zum Sesselfelsen. Der Felsen besteht aus dichtem Porphyr mit deutlicher Fließtextur, Einsprenglinge sind nur in sehr geringer Menge vorhanden.

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Vom Sesselfelsen haben wir einen guten Blick auf Ottenhöfen mit der sich dahinter erhebenden Waldkuppe des Zieselberges. Links vom Zieselberg sehen wir die Steinige Höhe mit dem nach Westen zum Brigittenschloss abfallenden Rücken, davor liegt der Buchwaldkopf. Weiter nach Westen öffnet sich der Ausblick durch das Achertal ins Rheintal, nach links schließt sich hinter Blaubronn die bewaldete Kuppe mit dem Karschrofen an. Vom Zieselberg nach rechts sehen wir die Hornisgrinde und den Melkereikopf, rechts davon erhebt sich der Waldkegel des Kriesbaumkopfes, auf der Waldung davor das Blöchereck. Daran schließt sich das Hintere Unterwasser mit dem Kriesenhof (früher zu Allerheiligen gehörig) an. Die letzte Höhe am Horizont ist der Schliffkopf, dem noch weiter nach rechts die flache Höhe des Sohlberges folgt.

Wir kehren zurück zur Forststraße und folgen ihr in südwestlicher Richtung.

Spitzfelsen

Nach Durchqueren der Talmulde erhebt sich linker Hand der Spitzfelsen. Dieser Felsen besteht ebenfalls aus Porphyr, doch stellt er insgesamt eine Schlotbrekzie dar, bei der Brocken von dichtem Porphyr und einsprenglingsreichem Porphyr vermischt in einer „Kittmasse“ aus dichtem Porphyr liegen. Die gleiche Erscheinung beobachten wir auch bei den Gesteinsbrocken links und rechts des Weges.

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Vom Spitzfelsen reicht der Blick über das Simmersbachtal bis zum Melkereikopf, zu dessen Füssen ein großer Steinbruch zu erkennen ist. Hier wird der dichte Porphyr abgebaut und u.a. zu Straßenbau- und Betonstein-Material verarbeitet (Steinbruch Wilhelm Bohnert GmbH & Co. KG).

Breitfelsen

Wir verlassen die Forststraße und erreichen über einen steilen Pfad nach kurzer Zeit den Breitfelsen, der sich nur wenig über die Wipfel der Bäume am Hang erhebt. Das Gestein ist auch hier eine Schlotbrekzie, doch bestehen die Bruchstück fast nur aus dichtem, einsprenglingsfreien Porphyr mit schönen Fließtexturen. Die geringe Humusdecke auf dem nur langsam verwitternden Porphyr ist ein recht trockener Standort. Wir finden hier unter Kiefern neben Heidelbeeren und Erika auch Preiselbeeren.

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Der Blick nach Süden zeigt von rechts nach links den Rappenschrofen, dahinter die Waldkuppe des Bärtlekopfes, daneben den Sattel des Simmersbacher Kreuzes, von wo sich Wiesen ins Simmersbachtal hinunter ziehen. Jenseits des Tales liegt das Langeck, dahinter erheben sich Sohlberg und Schliffkopf.

Rappenschrofen

Auf dem Weg zum Rappenschrofen sehen wir im Böschungsanschnitt der Forststraße wieder Porphyr aufgeschlossen. Die Fließtextur, die ja die Richtung der fließenden Schmelze angibt, lässt ohne weiteres erkennen, dass in dem aufgeschlossenen Bereich die Schmelze horizontal geflossen ist. Allerdings deuten die in nächster Nachbarschaft auftretenden Schlotbrekzien darauf hin, dass es sich nicht um ein Fließen an der Oberfläche, sondern in tieferen Teilen des Schlotbereiches gehandelt hat. Der Rappenschrofen besteht aus dichtem Porphyr mit deutlicher Fließtextur. Zum Teil stellt der Felsen eine kompakte Schlotbrekzie dar, d.h. wir stehen hier auf dem versteinerten Pfropfen eines Vulkanschlots. Auch die Felssturzmasse, die sich vor Jahren vom Rappenschrofen gelöst hat und ins Simmersbachtal abgestürzt ist, besteht aus dieser Schlotbrekzie. An diesen Felsentrümmern ist allenthalben zu sehen, dass ein bereits verfestigter Porphyr durch eine nachfolgende Eruption in viele kleine Bruchstücke zersprengt wurde, die dann anschließend von der nachfließenden Lava wieder verkittet wurden. Zu diesem späteren Erguss gehören die Teile des Rappenschrofens, die an der ungestörten Fließtextur zu erkennen sind.

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Vom Rappenschrofen aus haben wir einen ungehinderten Ausblick über das Simmersbachtal auf die gesamte Kulisse der benachbarten Schwarzwaldhöhen von der Hornisgrinde über den Schwarzkopf, den Altsteigerskopf, den Melkereikopf bis zum Sohlberg. Über das Simmersbacher Kreuz hinaus sieht man nach Südosten die runde, bewaldete Kuppe des Großen Hundskopfes jenseits des Renchtales (Entfernung ca. 17 km). Rechts vom Bärtleskopf sieht man ein kleines Stück der Moos, die sich westlich von Oppenau erhebt.

Wir folgen nun der Straße noch etwa 200 m und wenden uns dann rechts. Der Weg führt unterhalb des Kleinen Schrofen vorbei, der ebenfalls eine schöne Aussicht auf das Simmersbacher Kreuz, die Passhöhe zwischen Rench- und Achertal bietet.

Pfennigfelsen

Unser Weg führt uns nach einer Kehre in nordöstlicher Richtung zum Pfennigfelsen. Diese Felsengruppe macht vom Weg aus einen recht unscheinbaren Eindruck, und doch geht von ihr ein beachtliches Blockmeer aus, das sich in nördlicher Richtung hangabwärts zieht. Wir begegnen hier zum ersten Mal der Wollsack-Verwitterung, die den Granit zu großen, gerundeten Quadern erodiert hat. An Kernsprüngen, die diese Blöcke schon weiter zerteilt haben, ist der Fortschritt der Verwitterung zu erkennen. Auch hier werden Kanten und Ecken bevorzugt zerstört, neue gerundete Oberflächen entstehen. Wegen dieser gerundeten Oberflächen verliert eine Felsengruppe aus Wollsäcken bald ihre Standfestigkeit, es kommt zu Felsstürzen und Blockmeer-Bildungen, wie auch hier unterhalb des Pfennigfelsen, wo der Vorgang allerdings schon zum Stillstand gekommen ist, da keine Blöcke mehr nachstürzen. Infolgedessen hat sich schon wieder Wald auf dem Blockmeer verbreitet, so dass es nur noch andeutungsweise erkennbar ist.

Katzenschrofen

Vom Pfennigfelsen gehen wir zunächst zurück, dann weiter in nördlicher Richtung bis links neben der Straße der Felsenturm des Katzenschrofen aufragt. Hier erkennen wir auf der Oberfläche der Granitblöcke die durch Absanden herauspräparierten Feldspat-Einsprenglinge, die der Granit stellenweise in großer Anzahl führt. Es handelt sich bei diesen Feldspäten um Alkalifeldspäte mit der charakteristischen Verzwillingung.

Aufgelassener Steinbruch

Vom Katzenschrofen führt ein kurzer Fußpfad bergab zum Parkplatz an der Straße von Ottenhöfen nach Waldulm. An der ersten Spitzkehre dieser Straße (Richtung Ottenhöfen) liegt ein auflässiger Steinbruch, in dem der Oberkircher Granit ansteht. Hier wurden während des 2. Weltkrieges große Werksteine gewonnen, von denen einige, die für das reichsparteitagsgebäude in Nürnberg vorgesehen waren, noch am Rande der Straße liegen. Auch das Bismarck-Denkmal in Hamburg besteht aus Oberkircher Granit, der sich durch seine Grobkörnigkeit und die zahlreichen Feldspat-Großkristalle auszeichnet.

Der Geologe Sandberger schreib 1861 über diesen Granit: „Die grob porphyrartigen Varietäten gehören sicher zu den schönsten, die überhaupt bekannt sind“.

Palmfelsen

Unser Weg führt uns durch die Felsendes Katzenschrofen über den Rücken des Buchwaldes zum Palmfelsen, auf dem man sich unmittelbar nach Verlassen des Waldes befindet. Der Granit ist hier auf breiter Front in mehr oder weniger deutlich herauspräparierte Wollsäcke aufgelöst. Durch Absanden werden auch hier die großen Feldspäte sichtbar. Den abgerieselten Granitgrus finden wir beim Abstieg am Fuß der Felsengruppe in den Spalten zwischen den Blöcken.

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Vom Palmfelsen genießen wir den großartigen Blick über das Fautenbachtal und die vorgelagerten Hügel mit den Weinbergen über das Rheintal bis hin zu den Vogesen. Der Blick nach Süden zeigt jenseits des Renchtals als beherrschende Kulisse die Moos, im Rheintal erkennen wir Offenburg, Appenweier und Renchen. Genau im Westen liegt Straßburg mit der charakteristischen Silhouette seines Münsters, davor auf der deutschen Rheinseite Kehl. In nordwestlicher Richtung blicken wir auf den Ausgang des Achertals mit Achern. Die im Vordergrund jenseits des Waldulmer Tales liegenden Hügel tragen auf ihren rebbestandenen Hängen den Waldulmer Spätburgunder, einen unter Kennern sehr beliebten, ausgezeichneten Rotwein.

Stierfelsen

Wir steigen vom Palmfelsen ab und erreichen nach Durchqueren der Blaubronner Senke den im Wald gelegenen Stierfelsen, einen besonders von der Talseite her imponierenden Turm aus gewaltigen Wollsäcken. Der Granit führt hier die Feldspat-Einsprenglinge nur vereinzelt oder angehäuft zu Schlieren. Großkristalle bis zu 10 cm Kantenlänge, die durch Absanden deutlich aus dem sonst homogenen Granit hervortreten, sind keine Seltenheit. Übrigens geben sich die auf dem Hang unterhalb des Stierfelsens stehenden Nadelbäume wegen ihres gemeinsamen Auftretens leicht zu erkennen: die graustämmigen Tannen unterscheiden sich deutlich von den Fichten mit dem rötlichbraunen Stamm.

Karschrofen

Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich auf der nach Süden gerichteten Hangseite der Karschrofen, durch die Stämme des lichten Buchenwaldes schon vom Stierfelsen her sichtbar. Auch diese etwas unzugängliche Felsengruppe besteht aus mächtigen Wollsäcken. An einer Stelle ist durch Verrutschen der Blöcke ein Spalt entstanden, durch den man auf die Blaubronner Senke hinabschauen kann. Der Granit zeigt hier eine recht gleichmäßige Verteilung der großen Feldspäte in der grauen Gesteinsmasse.

Bürstenstein

Wir kehren zurück zum Stierfelsen und erreichen von hier aus nach wenigen Minuten den Bürstensein, einen hervorragenden Aussichtspunkt hoch über Waldulm. Auch der am Bürstenstein zu mächtigen Wollsäcken verwitterte Granit zeigt zahlreiche Feldspat-Einsprenglinge, die durch Absanden der Gesteinsoberfläche plastisch aus dem Gestein heraustreten.

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Bei guter Fernsicht haben wir von hier einen phantastischen Blick auf die Rheinebene mit ihren zahlreichen Ortschaften und auf das im Vordergrund liegende Waldulmer Tal mit seinen Weinbergen. Die Hügelkette jenseits dieses Tales wird beherrscht vom Kreuzeichkopf, hinter dem der Katzenkopf und der Rebenkopf liegen.

Steinbruch Bobenholz

Wir wenden uns nun nach Osten und erreichen nach kurzer Zeit den Steinbruch Bobenholz. Hier wurde der Oberkircher Granit bis 1978 abgebaut. Im Dezember 1979 stürzte ein großer Teil der Südwand des Bruches ab, die Blöcke liegen heute auf der Steinbruchsohle verstreut. An diesen Blöcken können wir sehr gut den Granit studieren. Zunächst fallen uns die großen, weißen Kalifeldspat-Einsprenglinge auf, die in großer Anzahl das Gestein durchsetzen. In der großkörnigen Grundmasse erkennen wir die ebenfalls weißen Feldspäte, den rauchgrauen Quarz und die schwarzen Biotitplättchen. Als nächstes beobachten wir eine große Anzahl von größeren und kleineren grauen bis schwarzen Flecken im Granit. Diese gelegentlich als „grauen Mäuse“ bezeichneten Einschlüsse stammen noch aus der Frühzeit des Granits, als eine dioritische Schmelze in das Granitmagma eindrang und sich hier in einzelne „Tropfen“ auflöste. Der Mineralbestand dieser dunklen Einschlüsse unterscheidet sich von dem des umgebenden Granits nur in den Mengenverhältnissen, indem die Einschlüsse wesentlich mehr Biotit enthalten, dafür aber arm an Kalifeldspat sind.

Beim Begehen des Steinbruches ist Vorsicht geboten, insbesondere muss die Steinbruchwand gemieden werden, da plötzlicher Steinschlag nicht auszuschließen ist.

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Vom Bobenholz haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Weinberge um Kappelrodeck, wo die „Hex vom Dasenstein“, ein vorzüglicher Burgunder, angebaut wird.

Von diesem letzten geologischen Aufschluss wandern wir am Hangweg entlang zum Sommereck mit seinem schönen Ausblick auf das obere Achertal und steigen dann zum Ausgangspunkt nach Ottenhöfen oder Kappelrodeck ab.

Hintergrundinformationen

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1) Geologischer Überblick

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2) Entstehung Granitmagma

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3) Aufstieg + Platznahme Schmelze

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4) Granit

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5) Erosion

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6) Porphyr

Offizielle Tourenbeschreibung

Nationalparkregion Achertal

Textquellen

Maus, H.: Geologische Wanderung auf dem Felsenweg, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg, 1980. Herausgeber: Gemeinden Ottenhöfen und Kappelrodeck. Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ottenhöfen. VIELEN DANK.

Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.) (2020): LGRB-Kartenviewer – Layer Geotouristische Übersichtskarten – Unterlayer Lehrpfade.

Quellen Fotos

Beitragsfoto: Katzenschrofen. Mit freundlicher Genehmigung von Helmut Hauser.

VIELEN DANK.

Ottenhöfen: Geologischer Lehrpfad Felsenweg I-Überblick

Ottenhöfen: Geologischer Lehrpfad Felsenweg

Geologischer Überblick

Das Gebiet um Ottenhöfen und Kappelrodeck gehört zum kristallinen Schwarzwald.

Etwa 3-7 km weiter westlich liegt die große Grabenrandstörung, die den Rheingraben vom Schwarzwald trennt. Rheingraben und Schwarzwald sind Strukturelemente eines großen Bruchsystems, das sich quer durch Europa zieht. Es reicht vom Mittelmeer etwas bei Marseille über 20. Breitengrade (ca. 2.000 km) bis in die Gegend von Oslo und nimmt seinen Weg über den Rhone-Graben, die Burgundische Pforte, den Rheingraben, die Wetterau und den Leine-Graben bis zum Oslo-Mjösen-Graben.

Entlang dieser riesigen Bruchzone rückten die beiden Kontinent-Teil im Laufe der Zeit um etwa 5 km auseinander. Zunächst entstand im Bereich des Oberrheingrabens infolge dieser Dehnung nur eine seichte Eindellung, in die das Meer von Süden in Form einer langgestreckten Lagune eindrang. Später brachen Teile dieser Senke, zerlegt in viele einzelne Schollen, tiefer ein, und die Ränder des Grabenbruches wölbten sich zu Schwarzwald und Vogesen auf.

Der Meeresarm zwischen diesen beiden Höhenzügen wurde entsprechend dem weiteren Absinken des Grabens immer wieder mit neuen Sedimenten gefüllt, Sandsteinen, Mergeln, Tonen, Kalksteinen. So wurden im Laufe des Tertiärs im Rheingraben weit über 1.000 m Sedimente abgelagert, während der Meeresboden immer weiter absank und die Grabenränder sich immer höher aufwölbten.

Gegen Ende des Tertiärs, also vor ungefähr 5 Millionen Jahren, verlangsamten sich diese Bewegungen, und das Meer zog sich aus der Senke zwischen Schwarzwald und Vogesen zurück. Doch auch jetzt war der Graben noch nicht zur Ruhe gekommen, so dass der Rhein an manchen Stellen noch über 200 m Kies und Sand ablagern musste, bis das Niveau der Rheinebene entsprechend dem heutigen Zustand ausgeglichen war.

Das heutige Rheintal besitzt gegenüber den höchsten Erhebungen in Schwarzwald und Vogesen einen Höhenunterschied von über 1.000 m. Die tatsächliche Absenkung des Grabens gegenüber den Grabenrändern beträgt jedoch stellenweise über 3.000 m. Dass dieser gewaltige Grabenbruch nicht deutlicher in Erscheinung tritt, liegt einerseits an der Abtragung der Grabenränder, andererseits an der Auffüllung des Grabens durch Fluss- und Meeressedimente.

Textquelle

Maus, H: Geologische Wanderung auf dem Felsenweg, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg, 1980. Herausgeber: Gemeinden Ottenhöfen und Kappelrodeck.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ottenhöfen. VIELEN DANK.

Ottenhöfen: Geologischer Lehrpfad Felsenweg II-Granitmagma

Ottenhöfen: Geologischer Lehrpfad Felsenweg

Die Entstehung eines Granitmagmas

Im Verlaufe der Erdgeschichte kam es wegen großräumlicher Krustenbewegungen immer wieder zu tiefen Eindellungen größerer Bereiche der Erdoberfläche. Diese Senken füllten sich mit dem Abtragungsschutt der umliegenden Gebiete. Konglomerate, Grauwacken, Arkosen, Sandsteine und Ton wurden zu mächtigen Sedimentpaketen aufgehäuft und gerieten durch die Abwärtsbewegung der sinkenden Kruste in Tiefenbereiche, in denen Druck und Temperatur zu Umkristallisationen in den Sedimenten führten. 

Aus dem ehemals lockeren Verwitterungsschutt wurden Schiefer und Gneise, die bei weiterer Druck- und Temperaturzunahme durch zunächst selektive, dann völlige Aufschmelzung in den flüssigen Zustand übergingen. Physikalisch-chemische Gesetzmäßigkeiten führen bei der Anatexis, wie der Aufschmelzungsvorgang in der Fachsprache genannt wird, zu einer Schmelzzusammensetzung, die in etwa der eines Granits entspricht.

Die Temperatur der Schmelze liegt bei etwa 700-900°C, und da ihr Wassergehalt ca. 10 % beträgt, ist sie sehr aktiv, d.h. sie kann nun ihrerseits ihr Nebengestein beeinflussen, indem sie es auflöst oder verändert, wenn Teile der Schmelze eindringen und mit den vorhandenen Mineralien reagieren.

Die chemische Zusammensetzung des Magmas schwankt in nur recht engen Grenzen. Sie enthält etwa 60-65% Kieselsäure, 13% Aluminiumoxid, 8% Kalium- und Natriumoxid, 4% Eisenoxid, 2% Calciumoxid und 8-10% leichtflüchtige Bestandteile wie Wasser, Fluor, Chlor und Kohlendioxid, während alle übrigen Elemente nur zu Bruchteilen von Prozenten beteiligt sind.

Textquelle

Maus, H: Geologische Wanderung auf dem Felsenweg, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg, 1980. Herausgeber: Gemeinden Ottenhöfen und Kappelrodeck.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ottenhöfen. VIELEN DANK.