Haag: Toteiskesselpfad im Haager Land

Der deutschlandweit einmalige Toteiskesselweg verläuft entlang einer reich bewegten Endmoräne der letzten Eiszeit in der Nähe von Haag in Oberbayern. Es gibt zwei Routenvarianten:

  • Route Höhenberg (6 km)
  • Route Limberg (7 km)

Über unbefestigte Wiesen- und Waldwege wandern Sie durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Für jeweils eine Route benötigen Sie insgesamt ca. 2 – 2,5 Stunden.

Die Wanderung beginnt bei der Infotafel am Parkplatz bei Grandl´s Hofcafé. Hier gibt es auch eine Parkmöglichkeit..

Der Weg teilt sich nach Toteiskessel 4 in die Route nach Höhenberg und in die Route nach Limberg. Er führt über unbefestigte Wiesen und Waldwege durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Nummerierte Findlingemarkieren die Toteiskessel.

Informationen zum Wegeverlauf, zu den einzelnen Toteiskesseln und weiteren Besonderheiten finden Sie auf der Rückseite des Faltplanes. Ein breites Spektrum unterschiedlichster Verlandungsstadien (Weiher,Großseggenried, Moor, Sumpfwiese) von Toteiskessel können Sie auf der Route nach Limberg sehen.

Das Limberger Kirchlein ist ein idyllisches Kleinod, das nach Anmeldung bei R. Bockmaier (Wohnhaus rechts der Kirche) besichtigt werden kann.

Die Route nach Höhenberg verläuft zum Teil auf dem historischen Lengmooser Weg. Der Toteiskesselweg bringt diese alte Ortsverbindung wieder in Erinnerung.

Wegstationen
Toteiskessel 1

(Findling aus Granitgneis)

Nur noch wenige Toteislöcher befinden sich inmitten von Wiesen. So wie hier um Kessel 1 könnte die Landschaft um Haag früher überall ausgesehen haben. Die große Geländemulde wird heute als Fischweiher genutzt. Im Zentrumdes Kessels hat sich eine Insel mit Seggengebildet. Im Frühjahr blüht weiß der prächtige Fieberklee. Diese seltene Sumpfpflanze steht unterNaturschutz. Als Heilpflanze wurde sie früher zur Fiebersenkung eingesetzt. Heute ist sie vor allem ein Bestandteil von Bitterschnäpsen.

Toteiskessel 1a

(Findling aus Granitgneis)

In diesem Kessel befindet sich im Süden ein Schnabelseggen- und im Nordwesten ein Blasenseggenried. Seggen sind Sauergräser, die vorwiegend in Mooren, Feuchtwiesen und an Gewässern wachsen.

Toteiskessel 2

(Findling aus Augengneis)

Dieser stark verlandete Toteiskessel fällt während der Sommermonate trocken. Neben einigen Seggenarten gedeiht hier die Flatterbinse. Sie gehört zu den Sauergräsern.

Toteiskessel 2a

(Findling aus Glimmerschiefer)

In dem schön ausgeprägten Toteisloch befindensich vorwiegend Torfmoosdecken, die von Brauner Segge und Blasen-Segge durchwurzelt und verfestigt werden.

Toteiskessel 3

(Findling aus Phyllit)

Zum „Deife owe“ (zum Teufel hinunter) führt der dunkle Hohlweg, den früher sumpfige Mulden unwegsam machten. Einige davon sind noch heute zu sehen, wie der wannenförmige Toteiskessel 3, in dem sich ein Großseggenried (Steife-Segge) entwickelt hat. Der Graben rechts des Weges zum Kessel 3 wurde einst gezogen, um die heute noch funktionstüchtige Deicheldrainage (Holzrohre) zu verlegen, die das Wasser in 2 m Tiefe aus dem Kessel 4 ableitet.

Toteiskessel 4

(Findling aus Granitgneis)

Das seit 1982 als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz gestellte Biotop zeigt mit seiner steilen Böschung und der annähernd kreisrundenForm das typische Erscheinungsbild eines Toteiskessels. An den Kesselrändern
hatten sich Büsche (z.B. Weiden) derart ausgebreitet, dass sie Torfmoos, Strauß-Gilbweiderich (Rote Liste Art), Schnabel-Segge und Fieberklee stark zurückgedrängt haben. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Mühldorf und den Landwirten wurden 2011 und 2012 Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt.

Toteiskessel 4a

(Findling aus Augengneis)

Wer sich nicht scheut auf zum Teil steilen und unbefestigten Wegen zu wandern, kann„Zua Hoi“ (zur Hölle) gehen, so nennen die Landwirte, das tiefe und einsam im Forst gelegene Toteisloch. Hier hat sich ein Seggenried entwickelt.

Toteiskessel 4b

(Findling aus Nagelfluh)

Dieses kleine Toteisloch ist vorwiegend mit Sphagnum (Torfmoos) bestanden. Besonders an Torfmoosen ist, dass sie an sehr nassen Stellen wachsen und ihren Standort verändern. Sie senken den pH-Wert des Wassers  und schaffen ein sehr saures Milieu, in dem nur noch hierfür angepasste Arten (z.B. Seggen) leben können. Torfmoose fanden vielerlei Verwendung: Als Isoliermaterial zur Wärmedämmung, zur Polsterung, in Windeln (aufgrund ihrer hohen Saugfähigkeit), als Wundverband (wirken antiseptisch), als Einstreu im Stall, als Brennmaterial, als Blumenerde zur Verbesserung der Wasserspeicherung imBoden. Sie können zum Schutz der Moore beitragen: Gärtnern Sie Torffrei!

Toteiskessel 5

(Findling aus Glimmerschiefer)

Durch mehrmaliges Ausbaggern hat dieser Weiher eine für Toteiskessel untypische Form erhalten. Er wurde früher als Viehtränke benutzt. Heute dient er immer noch als Lösch- und Fischweiher für den Höhenbergerhof, der oberhalb auf dem Kamm des Moränenhügels liegt. Bei guter Sicht haben Sie dort einen schönen Bergblick.

Toteiskessel 6

(Findling aus Granitgneis)

Während des Frühjahres steht Wasser in der flachen Mulde, im Spätsommer fällt sie trocken und wird von einer mächtigen Laubschicht bedeckt. Bedingt durch die starke Beschattung, der teilweisen Verfüllung mit Lesesteinen und den hohen Laubeintrag sind nur wenige Pflanzenarten in diesem Kessel zu finden. Er bietet aber z.B. Molchen einen Lebensraum.

Toteiskessel 7

(Bearbeiteter Findling aus Augengneis)

In dieser flachen Senke hat sich ein Bruchwald mit Schwarzerle entwickelt (mögliches Endstadium bei der Verlandung eines Toteiskessels). Die Schwarzerle verträgt es in ständiger Nässe zu stehen. In ihrem Unterwuchs befinden sich Großseggenbestände, die von Kanälen mit flachenWasserflächen durchzogen sind. Es gedeihenSumpf-Lappenfarn, Sumpf-Pippau, Wasserdost und eine Fülle von Laub- und Lebermoosen. Der Name Schwarzerle beruht wohl auf der alten Verwendung ihrer Rinde zum Schwarzfärben von Leder sowie der Herstellung schwarzer Tinte aus ihren Fruchtzapfen. Die Kelten verehrten die Erle als Heiligen Baum aufgrund ihrer schützenden Kräfte, die ihr zugesprochen wurden.

Toteiskessel 8

(Findling aus Granitgneis)

Kommen Sie durch den Wald an den Kessel, so fällt sofort das braune bis rotbraune Wasser auf. Es sind die gelösten Huminsäuren, die dem Wasser seine Farbe geben. Sie bilden sich beim Verrotten von abgestorbenen Pflanzenteilen. Auf solche strukturreiche, natürliche Weiher mit ihrenunberührten Ufer- und Röhrichtzonen,
Schwimmblatt- und Verlandungsbereichen sowie offenen Wasserflächen, wie Sie sie hier sehen sind Libellen angewiesen. Sie legen ihre Eier, je nach Art, an Wasserpflanzen oder im Wasser ab. Im zentralen Bereich
des Kessels hat sich ein Feuchtwald mit Faulbaum, Moorbirke und Kieferentwickelt um den sich ein Ringgraben zieht. In den seichten Zonen des südlichen Ringgrabens finden sich Seggenbulte und „grüne schwimmende Teppiche“, die die kleine Wasserlinse bildet.

Toteiskessel 9

(Findling aus fein strukturiertem Augengneis)

Vom nördlichen Kesselrand aus können Sie einen Schwingrasen sehen. Diese schwimmende Torfmoosdecke täuscht Begehbarkeit vor. In diesem Toteiskessel ist ein Übergangsmoor entstanden (Übergang voneinem Niedermoor zu einem Hochmoor). Die Moorvegetation sehen Sie gut im östlichen Bereich des Kessels,wo das Moor-Wollgras wie auch die Bulte der Schnabel-Segge von einer dichten und mächtigenTorfmoosschicht umgeben sind. Auf höheren und trockeneren Bulten wächst Heidekraut. Eine hier vorkommende Torfmoosart steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Im zentralen Bereich des Kessels wurde bis 1990 (Orkan Wiebke) Waldbau betrieben. Heute haben Moorbirke und Faulbaum die Fläche erobert, sodass hier notwendige Maßnahmen zum Schutz des Wollgrasbestandes durchgeführt wurden. Zum Förderung des Wollgrases wurden aufkommende Birken und Faulbäume im östlichen Bereich des Kessels reduziert. Apropos Birke: Schuhe und Behältnisse wurden in der Steinzeit aus ihrem Rindenbast gemacht. Das Pech aus dem Stamm war als Klebstoff und Abdichtungsmittelhoch geschätzt. Auch „Ötzi“ befestigte seinePfeilspitzen mit Birkenpech.

Toteiskessel 10

(Findling aus Flasergneis)

Im Wald kann man noch eindrucksvoll die Endmoräne mit dem steilen Toteistrichtererkennen, während im Grünland durch Planierungsarbeiten das Relief schon häufig verändert wurde.

Toteiskessel 11

(Findling aus Flasergneis)

Toteiskessel können auch trocken sein, wie diese Mulde. Sie ist Teil von mehreren Senken in der Moräne, die sich um das heutige Limberger Kirchlein ziehen. Im Frühjahr ist hier die Schlüsselblume zu finden. Die 1,20 m dicken Mauern aus Feldsteinen entstammen noch der Burg der Ritter von Limberg, die 1270 erstmals erwähnt ist. Sie stand auf einem hohen, ovalen Moränenhügel, der von einem künstlich angelegten Wassergraben geschützt wurde. Es ist möglich, dass natürliche, wassergefüllte Toteiskessel am Fuße des Hügels in den Wassergraben integriert wurden, um den Bauaufwand gering zu halten. Um 1300 verließen die Ritter die Burg. Danach ist die Kirche, die im Jahre 1315 erstmals schriftlich erwähnt wird, vermutlich aus dem Burgpalas errichtet worden.

Toteiskessel 12

(Findling aus Granitgneis, vom Schmelzwasser überschliffen)

In dieser Senke befindet sich eine wunderschöne Feuchtwiese, die in den Monaten März, April und Mai ihre Blütenpracht mit Märzenbecher, Schlüsselblume und Trollblume zeigt. Weiter finden sich Kohldistel,Teich-
Schachtelhalm, Sumpf-Segge, Schlank-Segge, Blut-Weiderich und Gewöhnlicher Weiderich.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Haag

Faltblatt „Toteiskessel im Haager Land“

Hamburg-Hausbruch: Braunkohlebergwerk Robertshall

Fundamentreste der Kohlenwäsche, August 2022

Erdfall zw. Straße und Lehrpfad, August 2022

Sanierungsarbeiten am Bohrloch, August 2022

Es ist v.a. Robert Weiß zu verdanken, dass im Mai 2018 in Hamburg-Hausbruch, ein Bergbau-Erinnerungspfad angelegt wurde.

Hamburg? Bergbau?

Ja. In den Harburger Bergen wurde zwischen  1920 und 1922, zwischen Hausbruch und Ehestorf, untertage Braunkohle abgebaut. In der nur zweieinhalbjährigen Betriebszeit wurden ca. 25 km Stollen aufgefahren und 49.600 Tonnen Braunkohle gefördert. Händisch! Eine unglaubliche Leistung!!

Robert Weiß, ein gebürtiger Hausbrucher, recherchiert bereits seit den frühen 2000er Jahren über die Historie des Bergbaugeschehens, gründete den „Verein Bergwerk Robertshall e.V.“, der im Mai 2018 – zur Erinnerung an die historische Bergbautätigkeit – den Lehrpfad am „Ehestorfer Heuweg“ eröffnete.

Am Startpunkt des 1 km langen Lehrpfades wurde eine Grubenlore und eine große Infotafel zum Braunkohlebergwerk Robertshall aufgestellt. Mittlerweile sind Mitglieder und Helfer vor Ort verzogen oder stehen aus verschiedenen Gründen nicht mehr zur Verfügung, Rolf Weiß selbst palnt Ende 2022 einen Umzug ins Ausland.

Vor Ort gibt es leider kein Interesse / keine Bereitschaft, die Pflegearbeiten am Weg zu übernehmen. Sollte kein passender Träger gefunden werden, bleibe dem Verein schweren Herzens nur der Rückbau der Anlage.

Update August 2025 (eigene Begehung)

Im August 2022 waren von den insgesamt acht Stationstafeln drei, mitsamt der Träger, aus den Verankerungen gerissen, am Boden gelegen. Die Tafel 3 war zerbrochen, eine Hälfte davon lag neben der Lore am Startpunkt, die andere Hälfte war nicht aufindbar. Die Hauptinfotafel am Startpunkt war deutlich beschädigt (Eck links unten abgebrochen), teilweise waren die Tafeln auch aufgeschlitzt. Den Vandalen sei gedankt. Es blutet einem das Herz, diese Zerstörung zu sehen.

Es ist sehr traurig, dass es vor Ort kein Interesse gibt, diesen historisch wertvollen Lehrpfad zu erhalten.

Historischer Überblick

Das Bergwerk Robertshall liegt am Ehestorfer Heuweg auf dem Gebiet des Bundeslandes Hamburg und Niedersachsen. Die Braunkohlevorkommen wurden zufällig im Jahre 1915 von der Hausbesitzerin Paul entdeckt, die es leid war, immerzu Frischwasser aus dem Tal hoch schaffen zu lassen.  Als blickige Geschäftsfrau ließ sie sich die Schürfrechte zu den Bodenschätzen beim Bergamt in Celle eintragen, und verkaufte diese kurze Zeit später an die Dortmunder Gebrüder Stern KG.

Nach Kriegsende waren die Rohstoffvorkommen knapp und teuer, da kamen die im Boden lagernden Braunkohlevorkommen gerade recht. Es wurde ein Liefervertrag mit der in Harburg ansässige Phoenix AG geschlossen, und ab 1919 ein Bergwerk abgeteuft. Die Braunkohlevorräte lagerten in 13 und 19 m Tiefe, so waren sie leicht zu bergen. Die Braunkohleförderung begann im Herbst 1919. Wenig technisiert, bastelte man immerzu weiter an einer Optimierung des Untertagebaus, der Kohlenwäsche und der Übertageförderung nach Harburg. So wandelte sich auch das oberirdische Bild des Bergwerksgebäudes am Ehestorfer Heuweg immerzu.

Zu Spitzenzeiten arbeiteten hier bis zu 120 Mann im 3 Schichtbetrieb. Jedoch war die Qualität der gewonnenen Kohle eher gering, zudem diese zu ca 60 % mit Sand vermischt war und zunächst mit viel Aufwand gewaschen werden musste. Neben der ungleichmäßigen Tagesfördermengen war auch der Abtransport damals mit noch wenig fort entwickelten Lastkraftwagen schwierig.

Ab 1921 wurde daher eine Seilbahnförderanlage quer durch die Haake erbaut, mit welcher endlich für gleichmäßigen Abtransport der Braunkohle gesorgt werden konnte. Jedoch im Sommer 1922 erschlossen sich wieder andere günstigere Steinkohlebezugsquellen, dadurch wurde die Braunkohleförderung in Hausbruch schnell unrentabel. So wurde die Kohleförderung im September 1922 eingestellt und der Liefervertrag im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.

Die Tagesanlagen des Bergwerkes wurden innerhalb von nur zwei Monaten zurück gebaut; untertage hat man die in den Straßenbereichen befindlichen Stollen verschüttet. Die übrigen Stollen überließ man sich selbst. Insgesamt hatte man in drei Förderjahren ca 25 km Stollenstrecke aufgefahren.

Textquelle: Webseite „Bergwerk Robertshall“

© Verein Bergwerk Robertshall e.V.

Braunkohlebergwerk Robertshall (1920 – 1922)

Die Vorgeschichte

Im Jahre 1915 war die alte Frau Paul, die damals in einem kleinen Haus auf dem Wulmsberg wohnte, es leid geworden, ihren Wasserbedarf jeden Tag aus dem Emmetal von Nachbarn, die über einen Brunnen verfügten, holen zu müssen. So beauftragte sie einen Brunnenbohrer, für sie dort oben auf dem Berg einen eigenen Brunnen herzustellen.

Trotzt mehrerer Bohrversuche stieß er aber nicht auf das gesuchte Grundwasser, sondern auf Braunkohle. Bedauernd teilte er der Frau Paul diese schlechte Nachricht mit. Die geschäftstüchtige Witwe jedoch, hocherfreut, eilte sofort nach Celle zum Bergamt, um sich die Schürfrechte an diesem bisher unbekannten Braunkohlevorkommen zu sichern.

Zwei Jahre später, im Jahre 1917, wurde die Gebrüder Stern KG, eine Bergbaufirma aus Dortmund, auf dieses Braunkohlelagergebiet aufmerksam und entsandte einen Ingenieur namens Robert Bilke zu Frau Paul. Schnell wurden sich beide einig. Frau Paul verkaufte die rechte und Bilke untersuchte zusammen mit seinem Freund Professor Hugo Strache aus Wien die Ausbreitung, Mächtigkeit, Lagertiefe und Qualität der Braunkohle. Die erfolgversprechendsten Braunkohlefelder benannte er nach seinem Vornamen Robert und nach dem Vornamen seines Chefs, Louis zu Robertshall bzw. Louishall.

Nach Kriegsende im Jahre 1918 waren Saarland und Ruhrgebiet besetzt, Kohle konnte man von dort nicht mehr beziehen. Dadurch litten viel Fabriken Not und konnten nicht produzieren. Die Vereinigte Gummiwarenfabriken Harburg-Wien (Später Phoenix AG) erfuhren von diesem Braunkohlevorrat in Hausbruch, nahmen Kontakt zu Bilke auf und drohten ihm zugleich mit Enteignung der Förderrechte, sofern er nicht bereit sei, einen Exklusiv-Liefervertrag mit der Fabrik abzuschließen. Am 6. Dezember 1919 wurde in Bilkes Wohnung in Hannover die Firma Bergbaugesellschaft Robertshall GmbH gegründet und sogleich ein Liefer- und Kooperationsvertrag mit der Gummiwarenfabrik aus Harburg gegründet. Dieser vertrag regelte, dass die Bergbaugesellschaft so bald als möglich einen Untertagebau in Hausbruch errichten wird, Braunkohle zu Tage fördert, und am Förderschacht eine Übergabestelle gebaut wird, an welcher die Gummifabrik die Kohle übernimmt und auf eigene Rechnung nach Harburg transportiert.

Bau des Braunkohlebergwerkes Robertshall

Sogleich nach Unterzeichnung der Verträge erteilte das Bergamt Celle dem Direktor Bilke mündlich über Fernsprecher die Schachterlaubnis. Jedoch zeigten die Thermometer in Hausbruch im Winter 1919 / 1920 Temperaturen von unter 20 Grad Minus an, wodurch sich der Baubeginn verzögerte. Erst Mitte Januar konnten die eigens aus dem harz angeworbenen Bergleute ihre Schaufeln schwingen und in Handarbeit den Förderschacht ausheben. Nach 4 Tagen gleichzeitiger Ausschacht- und Zimmerarbeit erreichten die Kumpel die Endtiefe von 17 Metern. Während Übertage fleißige Zimmerleute den Förderschacht sowie eine Baufirma das Dampfkessel- und Bürogebäude errichteten, durchörterte man untertage schon den „Ehestorfer Heuweg“ und stieß auf erste Kohle. In nur 3 Wochen hatten Bilkes fleißige Männer sowie die beteiligten Firmen die wichtigsten Gebäude fertiggestellt, damit die in Harburg dringend benötigte Kohle zu Tage gefördert werden konnte. Die Gummifabrik war aber auch nicht untätig geblieben. In Windeseile baute man eine Feldbahn-Gleisanlage vom Förderschacht am „Rehwechsel“ bis zum „Jägerhof“. Dort sollte die Kohle von Sand gewaschen und auf Lastkraftwagen umgeladen werden, welche das schwarze Gut nach Harburg fahren würden.

Untertage schwangen mittlerweile die Kumpel schon eifrig die Spitzhacke. Es wurden Fahrstrecken aufgewältigt, Stollen mit Holz ausgezimmert und auch schon erste Braunkohle in Grubenloren verladen. Ende Februar 1920 konnte die erste Hausbrucher Braunkohle in die Kessel der Gummifabrik geschaufelt werden. Zunächst aber stockte die Förderung noch erheblich; die eingeplanten ca. 100 Tonnen Heizmaterial pro Tag konnten nicht geliefert werden. Zwar war große menge Kohle vorhanden, auch konnte diese problemlos freigeschlagen und zu Tage gebracht werden, aber das Fördergut war zu sehr mit Sand vermischt. Die Waschvorrichtung am „Jägerhof“ konnte die Kohle nicht in der vorgesehenen Zeit reinigen, so kam es zu einem Rückstau in der Förderkette.

Die Ingenieure der Gummifabrik fanden zu der Lösung, dass die sandvermischte kohle schon direkt am Förderschacht gewaschen und dort zudem ein Kohlesilo zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Kohlenabgabe erbaut werden muss. Ein für den Neubau der Kohlenwäsche und Siloanlage erforderliches Waldgrundstück wurde im April 1920 aufgrund bergrechtlicher Verfügung innerhalb von nur wenigen Tagen vom Landwirt Clemens Behrens aus Oldesloe zwangsenteignet. Nur einen Monat später konnte der Betrieb der eilig errichteten Kohlewäsche und Siloanlage aufgenommen werden. Parallel hierzu wuchs das Bergwerksunternehmen immer weiter; die oberirdischen Gebäude wurden um ein Kantinenhaus (heute noch vorhanden), eine Trafostation und ein Werkstattgebäude mit Zimmerei, Schmiede und Schlosserei ergänzt.

Auch war die Stollenanlage 17 m unter dem Wald schon erheblich gewachsen. Ein Marktscheider aus dem Harz protokollierte im Mai 1920 immerhin schon ca. 3.500 m Strecke. Zu Spitzenzeiten schufteten hier in Hausbuch über 180 Bergleute im Untertagebetrieb und 20 Handwerker im Übertagebetrieb im Dreischichtsystem. Abgesehen von Loren, Förderschacht und Kohlenwaschanlage wurde der gesamte Kohleabbau ausschließlich von Hand geleistet; Maschinen standen nicht zur Verfügung. Die Kohlemächtigkeit der Flöze betrug bis zu 12 Meter. Um die Kohle weitestmöglich abbauen zu können, war es erforderlich, eine zusätzliche 13 m-Sohle aufzuwältigen. Auch wurde das Abbaufeld immer mehr erweitert und in verschiedene Einzelfelder unterteilt. Probebohrungen zeigten förderungswürdige Schichten bis zu 1,5 km vom Hauptförderschacht entfernt, die von Untertage auch von den Kumpel erreicht werden konnten. Insgesamt wurden ca. 20 km Strecken aufgewältigt.

 

Schwierigkeiten bei der Kohleförderung

Trotz der geringen Fördertiefe von nur 13 bzw. 17 Metern unter dem Waldbodenniveau gab es zahlreiche technische Probleme. Die bis zu 1,5 km langen Förderstrecken von den Abbauörtern bis zum Förderschacht, die jeweils mit der Lore im Handschubbetrieb zurückgelegt werden mussten, verschlangen viel Zeit. Um diese Strecken zu verkürzen war vorgesehen, am „Hohlredder“ einen zweiten Förderturm zu errichten, weiterhin wurden 5 Befahrungs- und Wetterschächte erbaut, über die man ein- und ausfahren konnte und damit die laufstrecken verkürzte. Insgesamt war die Abbautätigkeit ohne Hilfe von Maschinen ausschließlich von Hand zu erledigen, da der Streckenausbau und die Statik des Untertagebaues den Einsatz von Maschinen nicht standhalten würden. Trotzdem konnten pro Tag durchschnittlich beachtliche 100 Tonnen Braunkohle zuzüglich ca. 200 t Sandabraum zu Tage gefördert werden.

In ca. 35 m Tiefe entdeckte man weitere, mächtige Braunkohlelager, die durch einen neuen Schrägschacht angegriffen wurden. In dieser Tiefe war jedoch der Wassereinbruch so stark, dass es mit den vorhandenen Pumpen nicht möglich war, die Stollen wasserfrei zu halten und der tiefe Abbau wieder aufgegeben werden musste. Auch der Abtransport brachte Schwierigkeiten mit sich. Die Feldbahnanlage zum „Jägerhof“ war nur eingleisig ausgebaut und entwickelte sich schnell zum Engpass, so dass Robertshall die geförderte Kohle nicht schnell genug loswerden konnte und die Gummifabrik nicht ausreichend Nachschub an Heizmaterial erhielt. So entschloss man sich dazu, im Frühjahr 1921 eine Seilbahnanlage vom Kohlensilo aus quer durch die „Haake“ bis nach Bostelbek zu bauen. Von dort aus wurde die Kohle in Güterwagen der Straßenbahn bis auf das Gelände der Gummifabrik, die sich ab 1924 Phoenix AG nannte, transportiert.

Der Arbeitsschutz wurde in Hausbuch Untertage kleingeschrieben. Die Kumpel arbeiteten im Unterhemd mit einem Filzhut geschützt, es kam auch immer wieder zu Stolleneinbrüchen. Ein altes Archivdokument beschreibt ein Grubenunglück in einem Stollen nahe der Straße „Hohlredder“, bei welchem ein Mann verschüttet wurde. Er konnte sich in eine Luftblase retten und wurde rechtzeitig wieder ausgegraben.

 

Das plötzliche Ende

Im Jahre 1922 war der Ablauf des Bergbaubetriebes soweit optimiert und auch die Kohlelagerstätten lokalisiert, dass die Existenz für einige Jahre gesichert erschien. Insbesondere die Tatsache, dass die Gummifabrik sich die neue Seilbahn auf heutige Währung umgerechnet ca. 10 Millionen Euro kosten ließ, schaffte bei der Mitarbeiterschaft erhebliches Vertrauen auf den Fortbestand ihrer Arbeitsplätze, trotz der damals unsicheren Wirtschaftslage zu Beginn der 1920er Jahre. Die Abnahme der Hausbrucher Kohle war ja ohnehin durch Exklusivlieferverträge an die Gummiwarenfabrik gesichert. Direktor Bilke allerdings konnte in seinen Geschäftsbüchern zu keinem Zeitpunkt schwarze zahlen verzeichnen, obwohl die Kohle ziemlich teuer verkauft wurde.

Im Spätsommer 1922 änderte sich durch ein Ereignis alles. Die Franzosen gaben das seit Ende des Ersten Weltkrieges bestehende Kohlenembargo auf und von einem Tag auf den anderen war die höherwertige und zugleich wesentlich günstigere Ruhrkohle wieder lieferbar. Die Gummifabrik kündigte ihre Abnahmeverträge und der Bergbaubetrieb Robertshall brach wirtschaftlich zusammen. Der Förderbetrieb endete im September 1922.

 

Die Zeit nach dem Bergbau

Das Bergbauunternehmen Robertshall hatte sich vor Beginn der Errichtung aller Anlagen verpflichtet, sämtliche Schächte und Stollen nach Beendigung des Abbaubetriebes wieder sicher zu verfüllen. Als der Bergbaubetrieb stillgelegt war, meldete der Direktor Bilke in einer rekordzeit von nur 20 Tagen dem Bergamt Celle die erfolgreiche Verfüllung sämtlicher Bergwerksstollen, und er ließ Teile der Bergbaufläche für 1 Jahr einzäunen, so wie es das Gesetz vorschrieb. Daraufhin wurde die zu Beginn hinterlegte Sicherheitskaution erstattet und das Bergwerksunternehmen entlastet.

Einige Jahre später jedoch begann vielerorts der Waldboden wegzubrechen. Bilke hatte geschummelt. Anstatt wie vereinbart, ein mittelgroßes Vermögen noch in die Verfüllung der ca. 20 Streckenkilometer zu stecken, hatte er nur die Straßenunterquerungen aufgefüllt und die 6 Zugangsschächte zuschütten lassen. So wurde im Jahre 1928 das Hamburger Bauunternehmen Dyckerhoff & Widmann damit beauftragt, zumindest die straßennahen Bereiche auf sicheren Stand zu untersuchen. Hierbei stellte man eine große Anzahl vorhandener Hohlräume fest, konnte aber keine Sicherungsmaßnahmen ausführen, weil es zur Bergbauanlage Robertshall keine vollständigen Streckenpläne gab. Daraufhin beschloss das Bergamt, in diesem Falle nicht weiter tätig zu werden. Letztendlich wurde das Gelände bis zum heutigen Tage nicht vollständig untersucht oder gesichert. So wurden auch in den letzten Jahren noch immer wieder neue Einsturztrichter festgestellt.

Im Jahre 2000 hatte Rolf Weiß mit einer Studentengruppe des Helms-Museums, Harburg, die damals vorhandenen Einsturztrichter katalogisiert und mit alten Grubenrisszeichnungen verglichen. Anhand dessen ließ sich feststellen, an welchen Stellen verbliebene unterirdische Stollen vorhanden sein könnten. So wurden damals an verschiedenen Stellen mittels Tiefbohrmaschine Erkundungsbohrungen vorgenommen. Nach etlichen Versuchen stieß man letztendlich auf einen noch vorhandenen Stollen, welcher fotografisch dokumentiert worden ist. Eine stichprobenartig erfolgte Bodenradaruntersuchung im Dezember 2017 zeigte, dass sowohl im Gebiet der Straße „Rehwechsel“ als auch im Waldgebiet bis fast hin zur „Stadtscheide“ bis heute noch Bergwerksstollen bzw. Hohlräume untertage vorhanden sind.

Entlang der ehemaligen Bergwerksgebietes finden Sie im Wald einen Bergbau-Erinnerungspfad. Dieser beginnt in Höhe der Straße „Beim Bergwerk“ und endet ca. 400 m weiter in Richtung Ehestorf.

Textquelle: Infotafel am Startpunkt

© Verein Bergwerk Robertshall e.V.

Mehr erfahren auf folgenden Webseiten:

Länderübergreifende Bergwerkssanierung

Unter Begleitung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) wird das einstige Braunkohlebergwerk Robertshall saniert (Verpressen von Beton über Bohrungen).

Die Arbeiten zur Sanierung laufen seit Ende August 2020, verzögern sich aber fortlaufend und waren im August 2022 noch im Gange. Voraussichtliches Ende der Sanierungsarbeiten soll Ende 2022 sein (nach Angabe der Sanierungsfirma im persönlichen Gespräch im August 2022).

Da die Bergwerksanlage sowohl auf „Hamburger“ als auch auf „Niedersächsischen“ Gemarkungen liegt, handelt es sich um eine länderübergreifende Sanierungsmaßnahme.

Wegstationen

Textquelle: Infotafeln am Lehrpfad

© Verein Bergwerk Robertshall e.V.

Station 1: Die Kohlebahn

Seit Februar 1920 existierte auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Ehestorfer Heuweges eine Schmalspur-Bahnstrecke. Mittels dieser ca. 1,5 km langen Bahn wurde die im Braunkohlebergwerk Robertshall geförderte Kohle zu einem Umladeplatz nahe des heutigen Jägerhofes transportiert. Von dort ging es dann mittels Lkw weiter nach Harburg zu den Phoenix-Werken, die in den Nachkriegsjahren dringend auf die Hausbrucher Kohle angewiesen waren.

Zum Einsatz kamen hier mehrere Rohöl-Lokomotiven des Herstellers Deutz. Die Fahrgeschwindigkeiten dieser Schmalspurbahn war nicht so hoch, so dass die Kohle nicht in der erforderlichen Menge befördert werden konnte. Außerdem kam es immer wieder zu Gleisverwerfungen, weil der Untergrund durch die abfließenden Grubenwässer stets aufgeweicht war. Da im Frühjahr 1921 der Ehestorfer Heuweg verbreitert und befestigt werden sollte, beschloss man die Einstellung der Kohlebahn und baute stattdessen eine Materialseilbahnanlage, welche die Kohlen in Körben quer durch den Wald bis nach Bostelbek beförderte.

Station 2: Die Seilbahn

Die Seilbahnanlage zur Förderung der Braunkohle wurde im März 1921 errichtet, um den Transport effizienter zu gestalten. Die sogenannte Bergstation, die sich jedoch nur ca. 10 Höhenmeter über dem Niveau der ca. 3 km entfernten Talstation Bostelbek befand, lag auf der anderen Straßenseite des „Ehestorfer Heuweges“, ca. 50 m entfernt von hier.

Heute sind an der Stelle noch zwei Brückenfundamente zu sehen. Die Seilbahnanlage wurde über 42 Stützpfeiler geführt, dessen Betonfundamente heute noch entlang der Trassenführung im Waldboden zu finden sind. Die Talstation Bostelbek lag im Bereich der Buswendeschleife. Dort wurde seinerzeit die Kohle von der Seilbahn auf Straßenbahnloren mit Frachtziel Phoenix, Harburg, verladen.

Der Bau der Seilbahnanlage kostete umgerechnet ca. 10 Millionen Euro. In den 20 Monaten Betriebsdauer wurden über diesen Weg ca. 36.000 Tonnen Braunkohle nach Bostelbek transportiert. Dies entspricht ca. 240.000 Seilbahnkorbladungen.

Nach Einstellung des Gesamtbetriebes Robertshall wurde die Seilbahnanlage im Frühjahr 1923 an einen Bergwerksbetrieb in Norwegen verkauft und demontiert.

Station 3: Die Tagesanlage

Die Tagesanlage eines Bergwerkes ist der Bereich, der zu Tage liegt, der für den >Außenstehenden sichtbar ist. Die Tagesanlage des Braunkohlebergwerkes Robertshall lag auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Sie bestand aus einem Techniktrakt, in dem sich Schlosserei, Zimmerei und Schmiede sowie Waschkaue befanden, Verwaltungsgebäude, Dampfkesselhaus, Förderturm, Lorenbahnbrücke zum Kohlenwäschehaus, Silogebäude und Seilbahnstation. Von diesem Gebäude steht heute noch der Trog der Kohlenwaschanlage. Außerdem ist auch noch das ehemalige Kantinengebäude vorhanden, welches heute als Wohnhaus genutzt wird.

Die Tagesanlage wurde größtenteils aus Holz bzw. Fachwerk innerhalb von nur wenigen Wochen aufgebaut.

Nach Einstellung des Betriebes wurden die Gebäude zum Abbruch frei gegeben und wurden im Wesentlichen von Anwohnern für den winterlichen Heizholzvorrat verwendet.

Station 4: Die Grubenanlage

Die Grubenanlage ist der wesentliche Bestandteil eines Bergwerks. Sie bestand aus einem Hauptförderschacht, durch welchen die Kumpel ein- und ausfuhren sowie Material und Kohle transportiert wurde. Außerdem gab es noch weitere Luft- und Wetterschächte, die als Ein- und Ausstieg sowie für die Frischluftzufuhr genutzt worden sind. Die Stollenanlage mit ihren Fahr- und Abbaustrecken reichten vom Standort an der Tagesanlage an der Straße „Beim Bergwerk“ bis weit in den Wald hinein.

Die Gesamtausdehnung des Abbaugebietes betrug ca. 700 x 1.000 m. Die Braunkohleflöze wurden in 13 und 17 m Tiefe als abbauwürdig vorgefunden. Die Mächtigkeiten betrugen dort von 2 bis 12 Meter.

Die unterirdischen Stollen mussten nach dem Aufwältigen mit Stammholz abgestützt werden. Das Gehölz wurde dazu oft erst unter Tage vor Ort auf die passenden Längen gesägt und eingebaut.

Für den Materialtransport stand ein Grubenplan zur Verfügung. Zu Spitzenzeiten hatte das Braunkohlebergwerk Robertshall bis zu 160 Kumpel unter Tage beschäftigt, die in den 2,5 Betriebsjahren zusammen gerechnet über 20 km Stollenstrecke von Hand aufgegraben haben.

Station 5: Die Einsturztrichter

Zu den letzten oberirdischen Spuren des Braunkohlebergwerks Robertshall gehören neben Fundament- und Mauerwerksresten eine Vielzahl von Einsturztrichtern, die man links und rechts der Waldwege deutlich erkennen kann.

Die Stollen wurden in Türstockbauweise errichtet, das bedeutet, ein Holzstamm links, einer rechts und einer oben über beide drübergelegt. Damit waren die teilweise durch Sand geführte Strecken für 10 Jahre gegen Einsturz gesichert. Die meisten Strecken hielten jedoch wesentlich länger; einige stehen bis heute noch.

Nach Einstellung des Bergbaubetriebes bestätigte der Direktor des Braunkohlebergwerkes Robertshall, Robert Bilke, dem Bergamt Celle, dass sämtliche Stollen fachgerecht zugeschüttet seien. Auf dem Papier war damit der Zustand von vor Beginn des Bergbaubetriebes wieder hergestellt. Das Bergamt hat es geglaubt. Jedoch schon einige Jahre später erreichten die ersten Beschwerdeschreiben das Bergamt. Von dort aus beauftragte man die Hamburger Tiefbaufirma Dyckerhoff damit, die Stollen zu verfüllen. Da es jedoch keine vollständigen Pläne gab, musste man passen. Und so brachen und brechen bis zum heutigen Tage immer wieder Stollen ein. Mittels Bodenradar konnten auch 2017 noch bestehende Stollen nachgewiesen werden.

Station 6: Die Rollkästen

Der Abbau der Braunkohle erfolgte hier in Hausbruch in einer Tiefe von 13 und 17 m unter der Erdoberkante. Um die Stabilität des Grubenbaus nicht zu gefährden, erstellte man die Stollen seitlich versetzt und verzichtete aus Kostengründen auf verbindende Förderschächte. Man baute stattdessen eine Rutsche, über welche man die geförderte Kohle von der 13 m-Sohle auf bereitstehende Grubenloren der 17 m-Sohle kippte. Von der 17 m-Sohle aus wurden die Loren über den Förderschacht ans Tageslicht geholt. Insgesamt gab es in Hausbruch 12 solcher Rollkastenstandorte, einer davon liegt nur ca. 10 m von diesem Schild entfernt.

Station 7: Die Erkundungen

Etwa 30 m hinter diesem Schild befindet sich der Standort der ersten Erkundungsbohrung, die man im Jahre 1918 unternommen hatte.

Die Bohrarbeiten als auch der Aufbau des Braunkohlebergwerkes Robertshall wurde beratend von Prof. Hugo Strache mit unterstützt. Im Bereich dieser Bohrung wurde am 9. April 1921 im Zuge der Erschließung des Ostfelds IV ein Befahrungs- und Wetterschacht erstellt. Dieser Schacht wird in einigen Protokollen auch als Prof. Strache-Schacht bezeichnet. Der Schacht verfügte über eine Tiefe von ca. 18 m und ist von hand gegraben worden. An dieser Stelle wurde später ein Wetter- und Befahrungsschacht abgeteuft. Oberirdisch war er mit einem Wetterhäuschen abgesichert. Insgesamt wurden 5 solcher Schächte, die sowohl für die Frischluftversorgung als auch zum Ein- und Ausstieg dienten, abgeteuft. Die Schächte wurden nach Betriebseinstellung mit Sand verfüllt. Heute kann man hier noch mehrere Einsturzverläufe entlang der Stollenführung sowie einen Trichter über dem Schacht finden.

Die Bohrungen wurden ausschließlich mit einem Dreibock-Gestänge von Hand getätigt. Insgesamt liegen Bohrprotokolle von über 70 Einzelbohrungen bis zu einer Tiefe von 45 Metern vor, von denen ein Großteil vielversprechend ausgewertet werden konnte.

Station 8: Die Abbaufelder

Die durch die Erkundungsbohrungen gewonnenen Erkenntnisse zur Lage der Braunkohleflöze konnten für die optimierte Auswertung des Abbaugebietes genutzt werden.

Die Ausdehnung der Lagerstätte konnte bis hin zum „Stadtscheideweg“ nachgewiesen werden. Entsprechend lang waren auch die unterirdischen Stollenstrecken gebaut worden. Die teilweise sehr langen Förderwege drosselten die Abbaugeschwindigkeit erheblich, so dass nicht zuletzt auch dadurch der Gesamtbetrieb zu keinem Zeitpunkt wirtschaftlich geführt werden konnte.

Zur Zeit des Abbaubetriebes jedoch war Kohle sehr teuer, und für den Fortbetrieb der Phoenix-Werke in Harburg dringend erforderlich, so dass der Abbau trotzdem vorangetrieben worden ist.

Im Zuge von Erforschungsbohrungen im Jahre 2000 konnten von vorhandenen Stollen Fotografien angefertigt werden. Im Dezember 2017 konnte in der Nähe dieses Standortes mittels Bodenradar das Vorhandensein von nicht eingestürzten Stollen nachgewiesen werden.

Infomaterialien

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Braunkohlebergwerk Robertshall

Grubenrisskarte 17 m-Sohle

Textquellen

Infotafeln am Weg

Hankensbüttel: Auf den Spuren des Erdöls

Begeben Sie sich auf eine Radrundreise „Auf den Spuren des Erdöls“

Hankensbüttel – Emmen – Oerrel – Hankensbüttel

Noch heute wird im Hankensbütteler Raum Erdöl gefördert. Welche Bedeutung dies für den Ort hatte und wie sich die Erdölforderung entwickelt hat, erfahren Sie an 14 Stationen. Informationen zur Erdölgeologie, Produktionsentwicklung sowie zu Fördertechniken, sozialen, politischen und finanziellen Auswirkungen werden erläutert.

Die Erdölförderung gehört im Raum Hankensbüttel seit 1954 zu den wichtigsten deutschen Produktionsstätten. In den Jahren um 1970 war Hankensbüttel das drittstärkste Feld bei der Erdölförderung in Deutschland.

Es weiß heute kaum noch jemand, dass es im Bereich Hankensbüttel-Süd sogar einmal die ergiebigste Bohrstelle gab, die jemals in Deutschland  produktiv war.

Am südwestlichen Ortseingang von Hankensbüttel steht ein alter Tiefpumpenantrieb, der auf diese bergmännische Tradition im Raum Hankensbüttel verweisen soll. Viele Anlagen zur Förderung und Verarbeitung des Erdöls wurden.

Wegbeschreibung

Die Tour startet in Hankensbüttel und führt Richtung Süden über den Ortsteil Emmen nach Oerrel und wieder zurück nach Hankensbüttel.

Sicherheitshinweise

Die Tour verläuft teilweise auch auf Feld- und Waldwegen, deshalb ist eine entsprechende Fahrtechnik erforderlich.

Fahrradfahrer, Reiterinnen, Joggerinnen und Spaziergänger nutzen gerne Wege und Flächen, die in erster Linie land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienen. Oft kommt es dabei zu Missverständnissen zwischen Erholungssuchenden und der Landwirtschaft.

Die Beachtung einfacher Verhaltensregeln kann das entspannte Miteinander auf Feld und Flur erleichtern. Bitten nehmen Sie Rücksicht aufeinander!

Infomaterialien

Keine Infomaterialien vorhanden.

Happurg: Geologischer Rundweg

Der ca. 6 km lange Rundweg zeigt die geologische und kulturelle Geschichte des Gebietes um Happurg und die Houbirg.

Entlang der Wegstrecke befinden sich 11 Infotafeln zur Geologie und zwei Tafeln zur Houbirg und dem Burgstall „Hacburg“.

Der Weg ist mit einem Wegzeichen „GeO“ (gelber Untergrund) ausgeschildert.

Gleich zu beginn folgt ein längerer Anstieg aus Happurg hinaus auf den Bocksberg hinauf.
Oben angekommen, folgt der Rundweg eine Zeit lang der ehemaligen Befestigung der keltischen Höhensiedlung.

Auf dem weiteren Weg entlang des Oppidum gelangen wir zum „Brünnl“, einer Quellfassung und dem Burgstall (Stelle einer ehem. Burg) „Hacburg“.

Später folgen noch die „Hunnenschlucht“, hier ist es teilweise rutschig, und der Dogger-Stollen „Esche 1“.

Gedenkstätte KZ-Außenlager Flossenbürg

In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg, der an dieses Lager erinnert, besteht aus zwei Installationen. Die eine befindet sich am ehemaligen Ort der Unterbringung der KZ-Häftlinge in Hersbruck; die andere am ehemaligen Ort der Zwangsarbeit in Happurg.

KZ-Außenlager Hersbruck

Ab Juli 1944 mussten Häftlinge am Rand der Kleinstadt Hersbruck ein Lager auf dem Gelände einer Reichsarbeitsdienst-Kaserne errichten. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 waren hier rund 9.000 Menschen gefangen, die im fünf Kilometer entfernten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für die Rüstungsindustrie errichten mussten. Nach Kriegsende wurden auf dem Gelände SS-Angehörige interniert, später war dort ein Flüchtlingslager. Anfang der 1950er Jahre ließ die Stadt Hersbruck die Baracken abreißen. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Finanzamt, Parkplätze, sportliche Einrichtungen und eine Wohnsiedlung.

Rüstungsprojekt Doggerstollen Happurg

Ab 1944 wollte die nationalsozialistische Führung die Rüstungsindustrie zum Schutz vor Luftangriffen unter Tage verlagern. Eines von vielen Großprojekten entstand in Happurg. Im Doggerstein der Houbirg sollten auf einer Fläche von 200.000 qm Stollen zur Aufnahme der BMW-Flugzeugmotorenfabrik Allach errichtet werden. Der Einsatz von KZ-Häftlingen war fester Bestandteil der Planungen. Die in Hersbruck untergebrachten Gefangenen mussten ab Juli 1944 ein Stollensystem in den Berg Houbirg graben. Bis zu 2.500 KZ-Häftlinge pro Schicht verrichteten schwerste körperliche Arbeiten im Berg und beim Bau von Bahnlinien. Unfälle, Entkräftung und die Gewalt von SS-Männern und Kapos forderten jeden Tag Dutzende Todesopfer. Das Bauprojekt wurde nicht vollendet. Heute ist die Stollenanlage stark einsturzgefährdet und nicht zugänglich.

Dokumentationsort Happurg

Der Dokumentationsort Happurg ist eine Aussichtsplattform mit Informationselementen. Diese Plattform stellt einen Sichtbezug nach Hersbruck her und macht den langen Weg anschaulich, den die Häftlinge täglich zweimal zwischen Lager und Arbeitseinsatz zurücklegen mussten. Der Dokumentationsort informiert über die Zwangsarbeit und die Funktionen der historischen Orte im räumlich weit ausgreifenden Außenlager-Komplex Hersbruck. In einer Vitrine wird ein Bohrhammer präsentiert, der beim Stollenbau benutzt wurde. Audiostationen mit Aussagen ehemaliger Häftlinge verdeutlichen den Vernichtungscharakter der Zwangsarbeit auf der Großbaustelle und in den Stollen.

Weitere Informationen erhalten Sie aus der Seite der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sowie über den Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Happurg“

Wegstationen
Station 1: Geologisch - geomorphologischer Lehrpfad
Station 2: Die Entstehung des Schichtstufenlandes
Station 3: Jurastufe
Station 4: Doggersandstein
Station 5: Keltisches Oppidum
Station 6: Ablagerungsgeschichte Trias
Station 7: Ablagerungsgeschichte Jura bis Kreide
Station 8: Karstformen
Station 9: Waldinformationen
Station 10: Hydrologie im Karst
Station 11: Doggerwerk „Esche 1" (Mai 44 / April 45)

Infomaterialien

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Doggerstollen Happurg

Eine Bestandsaufnahme 1944-2018 (Ulrich Lang).

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Stollenanlage Happurg-Doggerstollen

Versatzmaßnahme Stollen A bis C

Dokumentationsstätte Konzentrationslager Hersbruck e.V.

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Happurg: Rundweg Happurger Stausee über Doggerstollen und Hohler Fels

Der ca. 8,5 km lange Rundweg führt vom Happurger Stausee über den Doggerstollen, auch Doggerwerk genannt und das Geoptop „Hohler Fels“ wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour am Stausee.

Stausee

Der See wird von den Bächen Rohrbach und vom Kainsbach gespeist. Das 1958 in Betrieb gegangene Pumpspeicherkraftwerk Happurg des Fränkischen Überlandwerks (heute Uniper) erzeugt mit dem Wasser des Sees sowie dem dazugehörigen Oberbecken auf dem Deckersberg elektrische Energie. Die Größe des Sees beträgt im Mittel etwa 43,21 Hektar.

Den Namen hat der See von der angrenzenden Ortschaft Happurg. Erbaut wurde er von dem Nürnberger Architekten und Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg Franz Reichel.

Durch Wassereinbrüche im Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes ist die Kraftwerksfunktion seit Januar 2011 außer Betrieb.

Das Gelände um den See ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Happurg“

 

Geotop „Hohler Fels“

Am „Hohlen Fels“ wurden steinzeitliche Höhlenfunde gemacht. An den Felshängen sind über dem Malm Gamma dickbankige Kalke des Malm Delta (mit Mergelplatte) aufgeschlossen. Oberhalb der Höhle liegt dickbankiger Dolomit mit Hornsteinen. Die Höhlen stehen als Bodendenkmäler unter besonderem Schutz (Denkmal Nr. D-5-6534-0014).

Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Lfu Bayern)


Gedenkstätte KZ-Außenlager Flossenbürg

In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Der Dokumentationsort Hersbruck/Happurg, der an dieses Lager erinnert, besteht aus zwei Installationen. Die eine befindet sich am ehemaligen Ort der Unterbringung der KZ-Häftlinge in Hersbruck; die andere am ehemaligen Ort der Zwangsarbeit in Happurg.

KZ-Außenlager Hersbruck

Ab Juli 1944 mussten Häftlinge am Rand der Kleinstadt Hersbruck ein Lager auf dem Gelände einer Reichsarbeitsdienst-Kaserne errichten. Bis zur Räumung des Lagers im April 1945 waren hier rund 9.000 Menschen gefangen, die im fünf Kilometer entfernten Happurg eine unterirdische Stollenanlage für die Rüstungsindustrie errichten mussten. Nach Kriegsende wurden auf dem Gelände SS-Angehörige interniert, später war dort ein Flüchtlingslager. Anfang der 1950er Jahre ließ die Stadt Hersbruck die Baracken abreißen. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Finanzamt, Parkplätze, sportliche Einrichtungen und eine Wohnsiedlung.

Rüstungsprojekt Doggerstollen Happurg

Ab 1944 wollte die nationalsozialistische Führung die Rüstungsindustrie zum Schutz vor Luftangriffen unter Tage verlagern. Eines von vielen Großprojekten entstand in Happurg. Im Doggerstein der Houbirg sollten auf einer Fläche von 200.000 qm Stollen zur Aufnahme der BMW-Flugzeugmotorenfabrik Allach errichtet werden. Der Einsatz von KZ-Häftlingen war fester Bestandteil der Planungen. Die in Hersbruck untergebrachten Gefangenen mussten ab Juli 1944 ein Stollensystem in den Berg Houbirg graben. Bis zu 2.500 KZ-Häftlinge pro Schicht verrichteten schwerste körperliche Arbeiten im Berg und beim Bau von Bahnlinien. Unfälle, Entkräftung und die Gewalt von SS-Männern und Kapos forderten jeden Tag Dutzende Todesopfer. Das Bauprojekt wurde nicht vollendet. Heute ist die Stollenanlage stark einsturzgefährdet und nicht zugänglich.

Dokumentationsort Happurg

Der Dokumentationsort Happurg ist eine Aussichtsplattform mit Informationselementen. Diese Plattform stellt einen Sichtbezug nach Hersbruck her und macht den langen Weg anschaulich, den die Häftlinge täglich zweimal zwischen Lager und Arbeitseinsatz zurücklegen mussten. Der Dokumentationsort informiert über die Zwangsarbeit und die Funktionen der historischen Orte im räumlich weit ausgreifenden Außenlager-Komplex Hersbruck. In einer Vitrine wird ein Bohrhammer präsentiert, der beim Stollenbau benutzt wurde. Audiostationen mit Aussagen ehemaliger Häftlinge verdeutlichen den Vernichtungscharakter der Zwangsarbeit auf der Großbaustelle und in den Stollen.

Weitere Informationen erhalten Sie aus der Seite der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sowie über den Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Happurg“

Infomaterialien

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Doggerstollen Happurg

Eine Bestandsaufnahme 1944-2018 (Ulrich Lang).

Harburg (Schwaben): Geopark Nördlinger Ries, Lehrpfad Glaubenberg

Das Geotop Glaubenberg liegt in einer ausgeprägten Hügelkette (Megablock-Zone) zwischen Innerem Kraterring und Äußerem Kraterrand, südlich von Großsorheim, nahe der Stadt Harburg.

Vier Ereignistafeln entlang des zugehörigen Lehrpfades zeigen die Prozesse des Meteoriteneinschlags vor 14,5 Millionen Jahren.

Kalkige Relikte des ehemaligen Rieskratersees, Sande eines ehemaligen Flusslaufs oder mächtige Gesteinsschollen verbildlichen die „Biographie“ des Rieses. Ein Panoramablick lädt zum Genuss des Ausblicks über die Kraterlandschaft ein.

Die Entstehung des Rieskraters

Vor 14,5 Millionen Jahren rast ein etwa 1 km großer kosmischer Körper (Asteroid), begleitet von einem 150 m großen Trabanten, auf die Erde zu. Beide schlagen mit einer Geschwindigkeit von über 70.000 km/h auf der Albhochfläche ein und erzeugen zwei Krater mit Durchmessern von 24 km und 4 km:

Das "Nördlinger Ries" und das "Steinheimer Becken".

Bei Drücken von mehreren Millionen bar und Temperaturen über 20.000˚C verdampfen der Asteroid und Teile der Gesteine  bzw. werden aufgeschmolzen. Eine Druckfront (Stoßwelle) bewegt sich mit Überschallgeschwindigkeit durch das tiefere Gestein, verändert es und führt durch eine Schockmetamorphose zur Bildung von Hochdruckmineralen wie Coesit und Stishovit (Quarz) sowie Diamant (Kohlenstoff).

In den ersten Sekunden nach dem Einschlag entsteht eine über 4 km tiefe Kraterhohlform. Die ausgeschleuderten Gesteinsmassen bilden bis in eine Entfernung von 50 km eine geschlossene Auswurfsdecke (Bunte Trümmermassen). Zeitgleich schießt eine heiße Glutwolke über dem Krater in die hohe Atmosphäre. Der tiefe Krater besteht nur wenige Sekunden.

Im Kraterboden werden die kristallinen Gesteine des Grundgebirges freigelegt, der Kraterboden wölbt sich auf. Gleichzeitig brechen vom übersteilen Kraterrand Gesteinsschollen ab und vergrößern dadurch den Krater, der ursprüngliche Kraterrand wir immer undeutlicher, der Krater sebst verflacht.

Nach wenigen Minuten sind alle Gesteinsbewegungen beendet. Die Glutwolke kollabiert und lagert mehrere 100 m mächtige heiße Gesteinsmassen im Krater und auch in isolierten Bereichen außerhalb des Kraters ab (Suevit).

Im Umkreis von 100 km oder mehr war alles pflanzliche und tierische Leben bereits durch die enorme Druck- und Hitzewelle ausgelöscht worden.

Ries-See

Im Krater selbst bildete sich ein abflussloser See, der sog. Ries-See, der überwiegend von Niederschlägen innerhalb des Kraters und seiner nächsten Umgebung gespeist wurde.

Direkt nach dem Impaktereignis füllte sich der Krater zunächst durch sintflutartige Regenfälle. Im Becken sammelten sich mächtige Schlamm- und Schuttströme aus zusammengeschwemmten Gesteinstrümmern der Auswurfmassen. Der aus den gelösten Mineralstoffen der Riestrümmermassen stammende Salzgehalt im See wird durch Niederschläge nur langsam verdünnt, so dass über längere Zeit ein Salz-(Soda-)See bestand.

Ursprünglich reichten die Ablagerungen des Ries-Sees mehr als 100 m über die heutige Riesebene. Der Krater war spätestens ab dem Obermiozän weitgehend aufgefüllt. Erst durch die Erosion während des Eiszeitalters wurde die heutige Kraterform wieder sichtbar.

Infomaterialien

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Nördlinger Ries

Faltblatt „Geotop Glaubenberg“

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Nördlinger Ries

Broschüre „Fenster in die Erdgeschichte“

Harz- und Pechfabrik J. G. Müller

Früherer Standort der Harz- und Pechfabrik (Parkplatz mit Bushaltestelle Löcherberg am 08.07.2023. Auf der gegenüberliegenden Straßeseite (weißes Gebäude) das ehem. Gasthaus Pflug.

An der Parkfläche bei dem kleinen Wartehäuschen befand sich ca. bis 1970 die letzte Harzfabrik des Renchtals und wohl des Schwarzwalds überhaupt.

Im Jahr 1964 hatte H. Schlosser den folgenden Bildbericht verfasst, der über ein verschwundenes heimisches Gewerbe Auskunft gibt:

„In einer vertraut alten Frakturschrift steht seit Jahrzehnten an einem Schuppen die im Bild (1) zu lesende Inschrift mit der liebenswürdigen Übertreibung, dass sich hier eine „Fabrik“ befinde, die Harz und Pech herstellt.

Nun – in der Tat gibt es sie noch. Aber nur noch wenige Tage im Jahr!

Und was man früher als „Fabrikbetrieb“ bezeichnete, entpuppt sich bei Bernhard Huber, der mit seiner Mutter auch das gegenüberliegende „Gasthaus zum Pflug“ betreibt (Bild 2), als ein rein handwerkliches Gewerbe, so, wie es seine Vorfahren bereits vor 150 Jahren in größerem Umfang ausgeübt haben. Was heue davon übrig blieb, ist die Tatsache, dass Bernhard Huber, unterstützt von seiner Familie, als einziger weit und breit noch das für Baumschulen und Obstbauern wichtige Zweigharz und für die Metzger das sogenannte Brühharz herstellt. Alle anderen Spielarten der Harz- und Pechherstellung hat heute weitgehend die chemische Industrie übernommen, die auf der Kohlenwasserstoffbasis mittels Katalysatoren alle Kunstharze (und auch das dabei anfallende Terpentin) herstellt. Die Kunstharze übertreffen oft für bestimmte technische Verwendungszwecke die natürlichen und sind auch mengenmäßig leichter herzustellen. Im Schwarzwald, wo früher die Harzgewinnung eine große Rolle spielte, ist sie fast ausgestorben. Nur in Österreich, wo die Alpen zum Wiener Becken hin abfallen und große Kiefern- und Schwarzföhrenwälder stehen, hat die sogenannte Balsamharzgewinnung noch eine größere Bedeutung. Die sehr aufwendigen Methoden des Anzapfens sind verschieden und verlangen auch für die Lebenserwartung der Bäume ganz bestimmte Voraussetzungen. Das Harz, das beim Anschneiden des Baumes austritt, ist ein Gemenge von organischen Verbindungen, wie Harzalkoholen, Harzestern, Harzsäuren und vor allem von ätherischen Ölen, denen es seinen aromatischen Geruch verdankt.

Kommt es zu einem bis zum Splintholz vorgreifenden Einschneiden des Baumes (Bild 3), so tritt aus den dicht beieinander liegenden Harzkanälen das Harz aus, verschließt die Wunde oder fließt in den darunter angebrachten Auffangtopf. Man bezeichnet das Einschneiden des Baumes auch als „Anpechen“. Pro Jahr und Baum rechnet man im günstigsten Fall mit einem Ertrag von etwa 4 kg. Es kommen dabei nur Bäume mit mindestens 30 cm Durchmesser in Frage. Bei entsprechender Schonung kann ein Baum 20 bis 30 Jahre „angepecht“ werden.

In unserem Falle bezieht Bernhard Huber das eingeschmolzene Baumharz in 250 kg Fässern aus den USA, da in Europa die wenigen Naturharzgewinner diese selbst verarbeiten. In solchen Fässern (Bild 4) wird das Harz aus den Vereinigten Staaten über eine Großhandelsfirma nach dem Renchtal importiert. Es ist ungereinigt eingeschmolzen und muss wieder zerkleinert werden und erneut verflüssigt werden.

Nur in den Kriegsjahren hatte man eine bescheidene Eigengewinnung im Schwarzwald eingerichtet, die aber sofort wieder eingestellt wurde, als Importe zur Verfügung standen.

Baum- (Zweig-) harz und Metzger- (Brüh-) harz sind dagegen die gern verwendeten Produkte der jährlich nur wenige Tage in Anspruch nehmenden Harzveredlung, die uns am Löcherberg heute noch begegnen.

Das Importharz wird in zerkleinertem Zustand gemahlen (Bild 5) und in dem großen, alten Heizkessel gekocht, bis es dünnflüssig wie Wasser geworden ist. In diesem Kessel (Bild 6) haben schon Bernhard Hubers Vorfahren Harz gekocht.

Die flüssige Harzmasse wird in einen Bottich mit heißem Wasser ausgeleert (Bild 7), wo sie wieder die knetartige Konsistenz annimmt, mit der sie ursprünglich aus der Anschnittwunde herausgetreten ist. Die Masse wird in dem Bottich gewaschen und geknetet, bis sie völlig sauber ist (Bild 8 und Bild 9).

Die auf dem Bottichrand geknetete Harzmasse glänzt hellgolden und erinnert daran, dass auch der zu den verschiedensten Schmuckarten verarbeitete Bernstein nichts anderes ist als versteinertes Baumharz (oft mit Tiereinschlüssen) von vor Jahrtausenden untergegangenen Wäldern.

Als man früher noch eigenes Harz direkt vom Baum verwendete, in dem sich auch viel verkrustetes Scharrharz und Kiefernadeln befanden, verkaufte man das Brühwasser als Badewasserzusatz nach Bad Peterstal und Oppenau.

Die oben beschriebene Prozedur erzeugt Brüh- und Zweigharz. Das Brühharz, das auch Metzger- oder Wurzelharz genannt wird, ist dunkler.

In verschiedenen Gewichtsmengen noch warm abgepackt (Bild 10), erstarrt das regenerierte Harz, bis es zur eigentlichen Verwendung vom Obstanbauer wieder portionsweise erwärmt und weichgemacht wird.“

Text und Fotos von: H. Schlosser

 

Nachtrag: Dieser Betrieb wurde um 1970 eingestellt und das „Fabrikgebäude“ wurde abgerissen.

Sandsteinblock mit dem Schriftzug der alten Harz- und Pechfabrik (Bushaltestelle Löcherberg am 08.07.2023).

Hasborn: Entdeckertour Schaumberg-Hasborn

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Schaumberg-Hasborn“

Eine Entdeckertour lädt ein, den Spuren der Hartfüßler zu folgen

Welche Überbleibsel, Erinnerungen hat die Ära der Berg- und Hüttenarbeiter rund um den Schaumberg hinterlassen?  Was ist geblieben von dieser Epoche, die über Jahrhunderte unsere Gesellschaft geprägt hat? Der Schaumberg-Wanderweg lässt sich in zwei Schleifen erwandern.

Die erste größere Schleife von etwa 11 km Länge beginnt und endet in Hasborn, dem Geburtsort des saarländischen Bergarbeiterführers Nikolaus Warken. Sie führt von dort nach Theley, wo man Rötelkaulen und einen Manganacker entdecken kann. Geschichtsinteressierte erfahren etwas über alte Grenzsteine und ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager.

Die zweite Runde ist kürzer, etwa 7 km lang, und führt rund um den Schaumberg, den Hausberg des Saarlandes. Sie lädt ein, die Spuren des Steinkohlebergbaus im St. Wendeler Land zu entdecken. Sie bietet dem Wanderer aus einer Höhe von 604 Metern über dem Meeresspiegel einen grandiosen Blick auf die umgebende Kulturlandschaft  vom Schaumbergturm. Von dort hat man einen 360 Grad Rundumblick über das Saarland und die sich verändernde Energielandschaft. Der Wanderweg führt über einen ehemaligen Bergmannspfad, den die „Hartfüßler“ nutzten, um zum Tholeyer Bahnhof zu kommen, von wo sie zu ihren Arbeitsstätten in den Kohlengruben gebracht wurden. Ergänzende Hördokumente von Zeitzeugen vertiefen das Wissen um die Geschichte der Bergleute.

Wegstationen
Station 1: Altes Rathaus Hasborn-Dautweiler mit Eckstein-Relief

Das alte Rathaus in Hasborn-Dautweiler wurde nach Plänen des Ottweiler Kreisbaumeisters Dr. Ing. Otto Eberbach gebaut und im Jahr 1912 fertiggestellt. Es steht auf einem Platz, auf dem sich früher die Kirche mit dem Friedhof befand und das Zentrum des Dorfes bildete. Nachdem die neue Kirche 1904 am heutigen Standort fertiggestellt und konsekriert war, riss man 1909 die alte Kirche ab und errichtete auf diesem Platz ein neues Schulgebäude. Als 1956 das heutige Schulgebäude im Brühl fertiggestellt war, wurde die nun funktionslose alte Schule stilvoll in ein modernes Gemeindehaus umgebaut. Heute befinden sich Veranstaltungsräume der örtlichen Vereine und die Räumlichkeiten des Ortsvorstehers und des Ortsrates in diesem Gebäude. Das markante Zwiebelturmdach ist eine Nachbildung des Kirchturmdaches der alten Kirche. Das Gebäude hat sein ursprüngliches Aussehen innen wie außen über die Jahre kaum verändert.

Nikolaus Warken (26.12.1851 – 24.08.1920) war der Vorkämpfer, der ‚Eckstein‘ und erste Bergarbeiterführer der beginnenden Gewerkschaftsbewegung an der Saar Ende des 19.  Jahrhunderts. Mit Mut und Zähigkeit kämpfte er für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bergleute, für gerechten Lohn, für soziale Sicherheit und für gesellschaftliche Achtung. Als Vorsitzender dieser ersten Gewerkschaft an der Saar setzte er sich in unermüdlichem Kampf mit viel Mut und Zähigkeit für die Belange seiner Kameraden ein und kämpfte gegen die sozialen Ungerechtigkeiten gegenüber den Bergleuten. Dafür wurde er ‚für immer‘ von den staatseigenen Gruben abgelegt, dafür suchte ihn die Polizei mit Spürhunden, dafür sperrten sie ihn mehrmals ins Gefängnis. Er hat den ‚Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung des  Oberbergamtsbezirks Bonn‘ mit seinen Mitstreitern am 28.06.1889 in Bildstock gegründet und den dortigen Rechtschutzsaal gebaut. Als Vorsitzender hat er durch sein Wirken maßgeblich mit dazu beigetragen, die Stellung der Arbeiter zu verbessern.

Station 2: Eckstein-Denkmal

An der Römerstraße in Hasborn steht das Eckstein-Ehrendenkmal, das an Hasborns berühmten, 1851 bis 1920 lebenden Bürger Nikolaus Warken, ‚den Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit im Saarbergbau‘, erinnern soll. Die Einweihung des Marmordenkmals war 1921. Anlässlich ‚100 Jahre Gewerkschaft an der Saar‘ wurde es 1989 um eine kleine Gedenkstätte, einen kleinen mit Sandsteinplatten gepflasterten und mit Sandsteinpalisaden gerahmten halbrunden Platz, erweitert. Inschriften auf einer Sandsteinstelle und auf dem Boden geben Erläuterungen. 2011 wurde das Grabdenkmal Nikolaus Warkens in die Liste der saarländischen Baudenkmäler aufgenommen.

Station 3: Waldstraße

Kriegerdenkmal in der Waldstraße/Brunnenstraße

Das Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges aus Dautweiler. Die Mehrzahl davon waren Bergleute.

Station 4: Am Grasewäldchen: KW-Weiher und Schacht 4

Grube Göttelborn

Die Grube Göttelborn war eine der wichtigsten saarländischen Gruben, die von den Saarbergwerke AG, später von Ruhrkohle AG (RAG) betrieben wurde. Sie liegt in der Gemarkung des Ortsteiles Göttelborn (Gemeinde Quierschied), zirka 12 Kilometer nördlich von Saarbrücken.

Das Bergwerk Göttelborn wurde bereits 1887 eröffnet und bis zu seiner Schließung im September 2000 um mehrere Schächte erweitert, so dass es heute zu den größten und bekanntesten Grubenstandorten für Steinkohle im Saarland zählt.

Auf dem ehemaligen Grubengelände können heute spannende Zeugnisse aus der Zeit des saarländischen Steinkohlebergbaus besichtigt werden. Zu den spektakulärsten Objekten zählt das mit einer Gesamthöhe von 87 m mächtigste Fördergerüst Europas. Ein weiteres Highlight ist die 427 Meter über NN aufragende Haupthalde, von deren Gipfelplateau sich bei günstiger Witterung ein einzigartiger Panoramablick bis hin zu Schwarzwald, Vogesen und Hunsrück bietet. Nahe der Grube zeugt die größte zusammenhängende Bergwerksiedlung an der Saar von den damaligen Wohnverhältnissen der hier beschäftigten Bergarbeiter und Beamten. Weitere sehenswerte Objekte sind das Relief ‚Das Leben des Bergmanns‘, das Stollenmundloch der Grube, das Portal des ehemaligen Zechenhauses sowie das Landschaftsbauwerk ‚Himmelspfeil‘.

Kraftwerk Weiher

Das Kraftwerk Weiher ist ein deutsches Steinkohlekraftwerk. Es liegt bei Quierschied im Saarland. Betreiber und Eigentümer des Kraftwerks ist die Steag Power GmbH.

Das Kraftwerk hat eine elektrische Leistung von über 680 MW und eine thermische Leistung von 30 MW. Auch wird am Standort Weiher in einer Grubengasanlage Grubengas verstromt, damit können 5000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Architektonisch ist das Kraftwerk Weiher eine Besonderheit, da es einen Freiluftkessel besitzt. Der Kessel ist an vier 120 m hohen Stützen an einem Stahlgerüst frei aufgehängt. Dies hat den Vorteil, dass sich der Kessel bei der Befeuerung nach unten frei ausdehnen kann. Das Kohlelager des Kraftwerks hat eine Kapazität von 150.000 Tonnen. Diese Kohlevorräte reichen bis zu 6 Wochen für die Befeuerung des Kraftwerks aus. Die Kohleversorgung erfolgte, solange das Bergwerk Göttelborn noch in Betrieb war, direkt per Förderband von der unmittelbar neben dem Kraftwerk gelegenen Grube. Das Kühlwasser des Kraftwerks wird über eine 16 km lange Leitung von der Saar bezogen.

Der Schornstein des Kraftwerks ist 232 Meter hoch.

Station 5: Dautweiler Hohl - Johannes Kühn

Der Schaumberg mit seinen 569 Metern Höhe zählt zu den höchsten Erhebungen im Saarland und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Der Berg spielte auf Grund seiner Höhe schon bei den Kelten eine Rolle als Fliehburg, die in römischer Zeit als Wehranlage weiter ausgebaut wurde. Noch heute erkennt man vor dem Gipfel etwa vier Meter hohe Wälle.

Um 1200 erbauten die Grafen des Bliesgaus die ‚Schauenburg‘, die 1522 von Franz von Sickingen erobert wurde und im 30jährigen Krieg total zerstört wurde. Heute ist der Berg Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Eine Ausstellung über die deutsch-französischen Beziehungen befindet sich im Turm.

Der 37,5 Meter hohe Aussichtsturm bietet eine herrliche Aussicht über das Saarland hinweg bis hin zum Pfälzer Wald, den Vogesen und dem Hunsrück.

Herkules,
der Muskelriese,
ich rühme ihn,
der könnte hier gewesen sein und Berge
geschaffen haben
in Spiellaun,
da er sang.

Es meldet keine Sage ihn, doch meine Phantasie.
Die Täler sind gelungen
nach seinen Füßen,
die Berge
nach seinen Händen.

Und in den Bäumen,
in den Bächen Sehnsucht,
als hab er sie gesät
wie Wind
in ihre Wellen,
in die Blätter,
Sehnsucht nach ungetrübten Tagen.

Station 6: Industrie- und Gewerbepark BAB 1 - Am Schaumberg

Die Gemeinde Tholey ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit mehr als 2000  sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Als Erfolgsgeschichte erweist sich dabei insbesondere der ‚Industrie- und Gewerbepark BAB 1 – Am Schaumberg‘, in dem sich einige erfolgreiche Unternehmen angesiedelt haben.

In zwei Bauabschnitten wurden hier 27 Hektar für ansiedelungswillige Betriebe geschaffen. Der erste Bauabschnitt umfasst 12 Hektar – ausgewiesen als Gewerbefläche – und wurde im Oktober 2006 eröffnet.

Hier haben sich mehr als ein Dutzend mittelständische Betriebe angesiedelt. Die Fläche ist mittlerweile fast komplett vermarktet. Zu finden sind die verschiedensten Branchen, vom Elektro- oder KFZ-Handwerk über ein Tonstudio bis zum Stahlhandel. Auch ein Unternehmen aus dem Bereich ‚erneuerbare Energien‘ ist hier zu finden.

Die Unternehmen profitieren an diesem Standort in der Schaumberggemeinde von einer verkehrstechnisch hervorragenden Lage: Das Gebiet liegt an der A1 und ist durch einen Autobahnanschluss für den gesamten südwestdeutschen Raum bestens zu erreichen. Insgesamt hat die Gemeinde Tholey mit Förderung des Landes und der EU im ersten Bauabschnitt rund 5,4 Millionen Euro investiert.

Der in direkter Nachbarschaft zum ersten Bauabschnitt gelegene zweite Bauabschnitt ist etwa 15 Hektar groß. Dieser Bauabschnitt wurde 2012 fertig gestellt und als Industriefläche ausgewiesen, d.h. hier darf beispielsweise sogar im 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet werden.

Dieser Abschnitt wurde in den ‚Masterplan Industrieflächen‘ der saarländischen Landesregierung aufgenommen. Um die Vermarktung kümmert sich die ‚Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH‘ (gw Saar) in Abstimmung mit der Gemeinde Tholey.

Für die Erschließung des Geländes wurden drei Kilometer Rohre verlegt und über eine halbe Million Kubikmeter Erdreich bewegt. Bei der Anlage hatte man sich bewusst für ein ebenes Gelände ohne vorgegebene Parzellierung und Terrassen entschieden. Der zweite Bauabschnitt des Industrieparks BAB 1 – Am Schaumberg ist dadurch vor allem für große Ansiedelungsprojekte interessant, die ihre Industrieflächen nach ihren spezifischen Bedürfnissen erschließen möchten. Investiert wurden hier rund 10,5 Millionen Euro. Als erstes Unternehmen siedelte sich ein renommiertes Unternehmen mit einem neuen Zentrallager an, um von Theley aus Kunden in ganz Deutschland zu beliefern.

Station 7: Hofgut Imsbach mit Landschaftspark

Die Geschichte der Siedlung Imsbach reicht bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Hofgut schon im Jahr 1310. Im 19. Jahrhundert hatte es seine Blütezeit, als es von Napoleon Bonaparte als Geschenk in den Besitz des Reiteroffiziers Colonel Lapointe überging. Dieser nutzte das Gut zur Bewirtschaftung. Nach dem Tod von Colonel Lapointe im Jahre 1855 erbte sein Enkel Louis Albert das Anwesen, das bis 1930 in Familienbesitz blieb. Zusammen mit seiner Frau und dem Großvater wurde der französische Eigentümer in der nahe gelegenen Kapelle beigesetzt. Diese ist auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Hofgutes zu sehen und wurde komplett restauriert. Nach der französischen Revolution ging das Hofgut 1817 natürlich und politisch in den Besitz des oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld über. Von nun an gehörte Imsbach zur Gemeinde Selbach im Amt Nohfelden.

Die heute erkennbare Struktur der Hofanlage und der Gebäude geht auf diese Periode der Familie Lapointe zurück. Seit 1953 ist das Saarland Eigentümer des Hofgutes, das zunächst als Strafanstalt für politische Gefangene diente. Erst 1983 wurde die Hofanlage unter Denkmalschutz gestellt und in den folgenden Jahren aufwendig restauriert.

Ein Hotel mit Restaurant, umgeben von einem Landschaftspflegehof mit Landschaftspark und Streichelzoo, bilden den Ausgangspunkt vieler Wandertouren, wie beispielsweise des gleichnamigen Premiumweges ‚Offizierspfad Imsbach‘ und der Imsbach Promenade.

Station 8: Grenzstein D 9

Entstehung

Die Grenze Saargebiet-Deutsches Reich war ein Produkt des Vertrages von Versailles, in dem die Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg ein neues Staatsgebilde, nämlich das Saargebiet, schufen, das für 15 Jahre der Regierung des Völkerbundes unterstellt wurde. Durch den Artikel 48 des v.g. Vertrages war der Grenzverlauf festlegt worden. Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrages im Januar 1920 setzte der Völkerbundrat einen Abgrenzungsausschuss ein, der die praktische Umsetzung der neuen Grenze zur Aufgabe hatte.

Grenzverlauf im Kreis St. Wendel

Die Grenze entlang des Deutschen Reiches wurde in vier Abschnitte (A, D, e, B) eingeteilt. Interessanterweise treffen nur im heutigen Gebiet des Kreises St. Wendel alle vier Grenzabschnitte zusammen.

Grenzsteine

Die neuen Grenzsteine wurden aus rotem Sandstein gefertigt, wobei auch andere Materialien verwendet wurden, z.B. Tuffsteine die entlang des Grenzabschnitts D zum oldenburgischen Landesteil Birkenfeld vorkamen. Diese Steine waren bereits durch die ältere Grenze vorhanden und mussten lediglich auf die neue Grenzsituation umgearbeitet werden. Der oberirdische Teil eines Steines trägt auf der deutschen Seite die Initialen ‚D‘ und auf der Saargebietsseite ein ‚S‘. Auf den Hauptgrenzsteinen sind auf der ‚linken‘ Seite (Richtungsverlauf S, D) Grenzsteinnummern eingemeißelt. Direkt dahinter befinden sich die Buchstaben der Grenzabschnitte, die am jeweiligen Standort mit den Buchstaben A, B, e, D versehen sind. Ausnahmen bilden die Sondergrenzsteine, die mit tiefgestellten Zahlen versehen sind, die jedoch nur in den Abschnitten D und B vorkommen. Auf dem Kopf des Grenzsteins ist eine Fuge eingearbeitet, die man als ‚Weisung‘ bezeichnet. Sie gibt die Richtung des Grenzverlaufs an.

Station 9: Rötelkaulen

Der Röteldistrikt zwischen Theley und Selbach enthält wohl das ausgedehnteste der im Saarland bekannten Rötellager. In der Hauptsache erstreckt es sich zwischen der Johann-Adams-Mühle und dem Hofgut Imsbach.

Rötel findet sich in Schichten, Flözen und sogenannten ‚Nestern‘ und wurde größtenteils im Tagebau gewonnen. Hierzu wurden 2-3 Meter tiefe Kaulen ausgehoben, die, sobald sie unten an der Sohle nach allen Seiten hin ‚ausgeraubt‘ waren, wieder zugeschüttet wurden. Untertage-Betriebe gab es in Buprich im Peterswald, zwischen Selbach und dem Hofgut Imsbach bei Theley sowie in Gronig auf dem Kahlenberg.

Was ist Rötel?

Rötel ist ein stark färbendes Gemenge aus Ton und rotem Eisenocker mit einem Anteil von bis zu 32% Eisen bzw. Eisenoxid. Er entstand als Perm-Formation, die vor ca. 250 Millionen Jahren dem Kohlezeitalter folgte. Rötel findet sich im unteren Rotliegenden der oberen Kuseler Schichten.
Der zu den Mineralfarben gehörende Rötel besitzt eine natürliche Fettigkeit und haftet gut auf Papier, Holz und Gewebe. Außerdem ist er wasserabweisend. Rötelspuren oder auch entsprechende Anstriche werden durch Feuchtigkeit sogar noch dauerhafter. Seit der Antike wird Rötel als Mal- und Anstreichfarbe benutzt, auch große Meister wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Rubens benutzen Rötel.
Station 10: Manganfundstelle

Mangan ist ein hartes und sprödes Schwermetall, das in einigen Eigenschaften dem Eisen ähnelt. Manganverbindungen werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt. Im Altertum und im Mittelalter wurden sie in der Glasherstellung zur Färbung und Entfärbung verwendet. Im 19. Jahrhundert begann der Einsatz von Mangan als Legierungsprodukt zur Stahlherstellung, wodurch dem Stahl eine festigkeitssteigernde Eigenschaft verliehen wird.

Die hier vorkommenden Manganknollen sind Hartmanganerze, die aus einer Mischung verschiedener Manganoxide und anderer Mineralien bestehen. Man findet sie in unterschiedlicher Dicke meist als dunkle traubenförmige oder zapfenförmige kompakte Massen. Wegen ihres Aussehens nennt man sie Schwarzer Glaskopf und bezeichnet sie in der Fachsprache als Psilomelan (griech. psilos = kahl, melas = schwarz). Der Mangangehalt soll bei ca. 34 Gew. % liegen. Die hiesigen Manganknollen sind in der Regel mit einer dünnen Sandschicht überzogen. Sie entfalten ihre eigentümliche Gestalt erst nach dem Entfernen dieser Sandschicht.

Die Manganknollen bildeten sich wahrscheinlich in einem sauren Sumpfwaldmilieu, wobei die manganhaltigen Anteile aus dem verwitterten vulkanischen Gestein des Schaumbergmassivs (Tholeyit) herausgelöst wurden und sich in einem tiefer gelegenen Bodenhorizont ansammelten.

Station 11: Johann-Adams-Mühle

Geschichte

Die Johann-Adams-Mühle ist eines der letzten erhaltenen Mühlenanwesen im Saarland und liegt idyllisch in einem Wiesental bei Theley. 1589 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt. Die heutigen Mühlengebäude gehen auf das Jahr 1735 zurück.

Im Jahr 1983 erwarb die Gemeinde Tholey das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und renovierte es originalgetreu. Der zweigeschossige, ursprünglich strohbedeckte Fachwerkbau mit hochgezogenem Mühlrad, gilt als einzige Mühle im Saarland, bei der die Mahlstube noch mittelalterliche Züge aufweist und gleichzeitig wieder funktionstüchtig ist. Das Wasser wird wieder über eine 12 Meter lange Brücke aus Eichenholz zum Mühlrad zugeführt. Die Gebäudewände wurden ausgefacht und an Ort und Stelle mit einem eigens hergestellten Lehm-Strohgemisch verfüllt. Ein Reetdach schmückt das Mühlengebäude. Auch die offene Feuerstelle und der Backofen im Wirtschaftsraum wurden originalgetreu restauriert.

Heute ist in dem Mühlenensemble ein Kreismühlenmuseum. Viele liebevoll zusammengetragene Haushaltsgegenstände aus dieser Zeit verdeutlichen die mühsame Arbeit im Haushalt unserer Vorfahren: Kaffeeröster, Waschbrett, Butterfass sind nur einige wenige Beispiele davon. Im 200 Jahre alten Backofen wird noch immer regelmäßig Brot nach alter Rezeptur gebacken. Kurse können auf Anfrage bei der Gemeinde Tholey vereinbart werden. Dort, wo früher Hühner und Schweine untergebracht waren, werden heute Ausstellungen gezeigt und Kreativkurse durchgeführt. Die Landgaststätte Johann-Adams-Mühle im ehemaligen Ökonomiegebäude lädt zur Rast ein.

Station 12: Fuchshübel und Zollhäuser Seelbach

Zollhäuser Selbach

Die Selbacher Zollhäuser an der Straße nach Theley sind noch gut erhalten und die vier Wohneinheiten sind deutlich zu erkennen. Das danebenstehende Haus war das eigentliche Zollamt, wo die deutschen Beamten von 1920-1935 die Zollabfertigung zwischen dem Deutschen Reich und dem Saargebiet erledigten. Die Zollschranken standen unmittelbar vor diesem Haus.
Selbach kam mit den Gemeinden des Amtes Nohfelden am 18. Juli 1946 zum Saarland, und die Selbacher Grenzlinie verlor nach mehreren hundert Jahren Bestand ihre Bedeutung. Nur die Grenzsteine zeugen noch von dem Wechselspiel der Geschichte am Selbacher Grenzabschnitt.

Der Fuchshübel – Keltisches Fürstengrab

Der sogenannte Fuchshübel ist ein beeindruckendes Zeugnis für die frühe Besiedlung des Schaumberger Landes. In der sogenannten Latènezeit (600-0 v.Chr.) siedelten hier bereits Kelten.
Mit etwa 60 m Durchmesser und einer Höhe von 5 Metern ist der Fuchshübel der größte erhaltene Grabhügel des Saarlandes und auch heute noch deutlich im Gelände zu erkennen. Im Jahre 1837 wurde er geöffnet. Der hier Bestattete war offensichtlich ein keltischer Fürst aus der Frühlatènezeit. Auf dem Bestattungsplatz wurde eine mächtige Grabkammer aus Holz errichtet, in der man den Toten auf einem Streitwagen aufbahrte.

Er war bekleidet und als Zeichen seiner hohen Stellung in der Gemeinschaft trug er seinen goldenen Armring und einen goldenen Fingerring. An seine Seite legte man zwei Stoßlanzen mit etwa 35 Zentimeter langen Eisenspitzen. Nahe dem Fußende stellte man eine etruskische Bronzekanne, vielleicht gefüllt mit Wein, ab. Nach Schließung der Grabkammer wurde in sicher jahrelanger Arbeit ein mächtiger, weithin sichtbarer Grabhügel aufgeschüttet. Um diese Größe zu erreichen, mussten etwa acht- bis zehntausend Kubikmeter Erde bewegt werden.

Die Funde aus dem Fuchshübel sind im Rheinischen Landesmuseum in Trier zu sehen.

Station 13: Theley Busunternehmen Vignal

Firma Raoul Vignal, Omnibusverkehr

Nach dem letzten Weltkrieg lagen Industrie und Verkehr lahm. Die Eisenbahn konnte nur notdürftig ihren Betrieb aufrechterhalten, um der Industrie und den Gruben die notwenigen Arbeitskräfte herbeizubringen. Man sorgte zunächst für die Beschaffung der Lebensmittel. Die Arbeitsreserven mussten aber zu den Arbeitsstätten gebracht werden.

Raoul Vignal aus Fumel in Südfrankreich eröffnete einem Omnibusbetrieb zu Krettnich und fuhr die Bergleute von Lockweiler über Primstal zum Bahnhof Tholey und zur Grube Reden. Ausflugs- und Pilgerfahrten kamen dazu. 1965 verlegte man den Betrieb nach Theley. Hier errichtete man einen großen Parkplatz mit Werkstatt und Wohnhaus am Giesberg.

Station 14: Kriegsgefangenenlager Theley

Nur noch eine einzeln stehende Steinbaracke, die vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein als Brennerei genutzt wird, ist vom Kriegsgefangenenlager Theley übriggeblieben. In der Erinnerung der Zeitgenossen lebt das berüchtigte Lager Theley vor allem als Internierungslager der französischen Besatzungsmacht fort. Dass Deutsche dort eingesperrt wurden und Schikanen zu erdulden hatten, überlagerte schnell das Nachdenken über das, was sich vorher an diesem Ort zugetragen hatte. Wie kaum ein anderes der vielen Barackenlager im Saarland steht im heutigen Kreis St.Wendel das Lager Theley für das Elend insbesondere der osteuropäischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.
Das Lager in der Gemarkung ‚Hahnecker‘ am Ortsausgang Theley Richtung Primstal startete zur Zeit des Westwallbaues noch vor Kriegsbeginn Versorgungseinrichtung der Wehrmacht mit Großschlachterei und Verladestation. Frühestens ab Ende 1942 wurde es zum Lager für Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Wieviele Gefangene von Ende 1942 bis zum Einmarsch der Amerikaner am 18.März 1945 tatsächlich im Lager lebten, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Es sollen durchschnittlich etwa 300 gewesen sein. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt übernahm das Landes- beziehungsweise Gauarbeitsamt Westmark die Baracken als »Sammellager« mit dem Zweck, kranke, arbeitsunfähige ausländische Arbeitskräfte zum Rücktransport in ihre Heimatländer zusammenzufassen. Mit dem Rücktransport sollten Krankenhaus- und Pflegekosten gespart werden. Der Leiter des Arbeitsamts Neunkirchen hatte bereits im März 1942 Landrat Dr. Lorscheider über entsprechende Bestimmungen informiert: »Erkrankte ausländische Arbeitskräfte, die nicht innerhalb von drei Wochen wiederhergestellt werden können, werden unverzüglich in die Heimat zurückbefördert.« Das Schreiben legt nahe, dass dies die ‚Geburtsstunde‘ des Sammellagers Theley war.

Station 15: Tholeyit-Felsen Graue Elz

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte. Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, das der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsformation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Station 16: Afrikakapelle

Seit 1958 gehört die Afrikakapelle auf der Nordseite des Schaumberges zum Landschaftsbild unserer Heimat. Ungewöhnlich ist der siebeneckige Grundriss, der die sieben Schmerzen Mariens darstellen soll. Entwerfer dieses ungewöhnlichen Sakralbaues war der Tholeyer Mönch Bonifatius Köck, der vielfach künstlerisch tätig war. Sein bekanntestes Werk sind wohl die bunten Glasfenster der Tholeyer Pfarr- und Abteikirche.

Die Afrikakapelle plante Pater Bonifactius mit siebeneckigem Grundriss und einem zeitgenössischen Innenraum. Religiöser Mittelpunkt der Kapelle ist eine, von deutschen Soldaten in afrikanischer Kriegsgefangenschaft, modellierte Pietà, die von den Soldaten nach ihrer Entlassung in einem Fußmarsch nach Deutschland gebracht wurde. An jedem der sieben Ecken steht ein Pfeiler, der über das zeltartige Dach hinaus in die Höhe ragt. Diese Formgebung erinnert an eine Dornenkrone, dem Symbol für das Leiden Christi und der Menschen. Wie kam es nun zur Errichtung dieser Kapelle?
Pater Willibrord Hauck war ursprünglich Mönch der Abtei St. Matthias in Trier. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Feldgeistlicher zur Wehrmacht eingezogen. Zusammen mit tausenden deutscher Soldaten kam er in das Gefangenenlager Ram- Ram nach Französisch-Marokko. Viele fanden Trost und Hoffnung im Glauben und so legten die Soldaten das Gelöbnis ab, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Tholeyer Abt Dr. Petrus Borne.

Station 17: Blick auf Hasborn-Dautweiler

Hasborn ist ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Tholey und hat aktuell 2.800 Einwohner. Die Entwicklung des Ortes ist vor allem dem Bergbau geschuldet. Zwischen 1885 und 1931 stieg die Anzahl der Bergleute von 68 auf 206. Parallel dazu entwickelte sich die Einwohnerschaft von 816 auf 1.543. Nikolaus Warken (1851 bis 1920) ist der berühmteste Sohn des Ortes. Er wehrte sich am Ende des 19. Jahrhunderts gegen die preußische Autorität und stellte mit vielen Gleichgesinnten in Bildstock 1889 Forderungen gegen die Bergverwaltung auf. Die Zeit war damals aber noch nicht reif und die Obrigkeit zu stark. Nikolaus Warken, genannt Eckstein, gilt als erster Arbeiterführer im Saarland. Der 1934 geborene Dichter Johannes Kühn ist eine weitere überregional bekannte Hasborner Persönlichkeit. Als Sohn einer Bergarbeiterfamilie schrieb er auch mehrere Gedichte zum Thema Bergbau.

Station 18: Blick auf Theley

Theley ist mit mehr als 3.200 Einwohnern der größte Ortsteil der Gemeinde Tholey. Der Ort entwickelte sich von 1885 mit knapp 1.200 Einwohner auf 2.084 im Jahre 1931. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Bergleute von 117 auf 312. In den 1950er Jahren arbeiteten viele Männer aus Theley auf der Grube Kohlwald bei Wiebelskirchen. Man sprach deshalb von der Theleyer Grube.

Station 19: Parkplatz Herzweg

Einmal rund um den Schaumberg (569 m), der wohl bedeutendsten Erhebung des Saarlandes, führt der einfach zu begehende Herzweg. Start und Ziel ist der Parkplatz am ‚Bücherbaum‘ unterhalb des Schaumberges bei Tholey. Von hier aus leiten uns die Wegweiser des Herzweges, vorbei am Schaumbergerhof, bis zur Afrika-Kapelle. Soldaten des Zweiten Weltkriegs hatten in einem Lager im Süden Marokkos das Gelöbnis abgelegt, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Abt Dr. Petrus Borne. Wir wandern weiter in südliche Richtung, treffen auf einige Objekte und Skulpturen des Projektes ‚Gipfelkunst am Schaumberg‘ und genießen hier die schöne Fernsicht. Der Rundweg verläuft auf einer Länge von knapp drei Kilometern ohne größere Steigungen. Unterwegs besteht die Option, über einen mittleren Aufstieg den Aussichtsturm zu erreichen und danach Richtung Tholey wieder auf den Herzweg zu stoßen.

Der Bergmannsbauer

lm St. Wendeler Land gibt es keine Fördertürme, Bergehalden oder Bergschäden, aber viele Spuren des Steinkohlenbergbaus. So entstand in den 1870er Jahren der Bergmannsbauer. Viele Söhne der Dörfer um den Schaumberg folgten dem Ruf des Bergbaus und arbeiteten in den saarländischen Kohlegruben. Zu Hause betrieben sie noch eine eigene kleine Landwirtschaft. Wegen der großen Entfernung konnten sie nur an Samstagen nach Hause gehen und lebten über die Woche in Schlafhäusern. Die Verbindung industrieller Arbeit mit dörflicher Selbstversorgung war bis in die 1960er Jahre ein wichtiges gesellschaftliches Merkmal.

Station 20: Blick auf Windräder Primstal

Auf der Langheck, einer Anhöhe zwischen Primstal und Hasborn, wurden zwischen 2006 und 2011 fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 10 KW errichtet.

Station 21: Bergmannspfad

Der Wareswaldtunnel hat eine lange Geschichte. Bereits im auslaufenden 19. Jahrhundert bemühten sich Gemeinden und Landkreise um eine Verbesserung der Verkehrsbedingungen für die vielen Berg-und Hüttenleute aus den Orten rund um den Schaumberg. Es dauerte aber noch bis zum 1. Oktober 1915, ehe die Bahnlinie von St. Wendel nach Tholey in Betrieb gehen konnte. Vor diesem Hintergrund entstand anschließend der Bergmannspfad, die kürzeste Entfernung von Theley zum drei Kilometer entfernten Bahnhof Tholey. Das Teilstück von der Birkenfelderstraße, Richtung Tholey, bis zum ehemaligen Bahnhofsgebäude ist bis heute begehbar. In diesem Bereich erinnert eine Hinweistafel an die Märsche der Bergleute mit ihren genagelten Schuhen (darum ‚Hartfüßler‘) und den Ranzen auf dem Rücken.

Station 22: Römischer Vicus Wareswald

Am Kreuzungspunkt der Römerstraßen von Metz nach Mainz und von Trier nach Straßburg entstand in der 1. Hälfte des 1. Jhd. n. Chr. eine römisch geprägte Ansiedlung. Auf einem Höhenrücken am Fuße des Schaumbergs gelegen, umfasste die Siedlung in ihrer Blütezeit mehrere Hektar Fläche. Zahlreiche Fundstücke wie Münzen, Schmuck, qualitätvolle Keramik und Bronzestatuetten zeugen vom einstigen Wohlstand der ansässigen Bevölkerung. Das Ende der Siedlung im Wareswald kam um 400 n. Chr. Wohl unter dem Eindruck der seit langem anhaltenden Plünderungszüge germanischer Stämme wurde der Vicus verlassen und verfiel allmählich.

Dank der seit 2001 laufenden Grabungen der TERREX GmbH kann der Besucher nicht nur zahlreiche, wieder aus dem Boden auftauchende Räume, darunter Keller, Badewannen und Fußbodenheizungen bestaunen, sondern auch selbst tatkräftig mitarbeiten, denn die Grabung bietet ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern die Möglichkeit aktiv daran teilzunehmen.

Station 23: Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Tholey wurde möglicherweise noch Ende des 18. Jahrhunderts, spätestens nach 1800 angelegt und bis in die 1930er-Jahre belegt. Zwischen 1935 und 1945 wurde er weitgehend zerstört. Auf dem Friedhof ließ Dr. Walter Sender nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Die Inschrift lautet: ‚Zum Andenken an die aus hiesiger Gemeinde 1933-1945 Deportierten Emilie Kahn geb. Katz , Moses Isaak und Frau Bertha geb. Katz, Veronika und Helena Isaak, Max Götz und Frau Rosa geb. Hirsch, Kinder Anny und Margot Götz, Emma Bär geb. Löb, Julius Bär mit Frau und Kind Frau Brünette Aach geb. Sender – alle aus Tholey‘. Erinnerung an Walter Sender (1885-1961): der Walter-Sender-Platz vor dem Friedhof Eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof erinnert an Walter Sender Aus der Inschrift der Gedenktafel: ‚Walter-Sender-Platz. Der am 10. Mai 1885 in Tholey geborene Walter Sender arbeitete nach dem Ende des 1. Weltkrieges als Rechtsanwalt und begann seine politische Tätigkeit als Sozialdemokrat. Bereits 1925 warnte er vor dem Nationalsozialismus. Nach der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 flüchtete er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Frankreich. Bis zum Kriegsausbruch konnte er in Paris arbeiten. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen versteckte er sich in den Bergen Südfrankreichs. Nur so konnte er als Jude der Verfolgung durch deutsche und französische Faschisten entgehen. Dr. Walter Sender ließ nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Er starb am 29. August 1961 in Luzern.‘

Station 24: Erlebnisbad Schaumberg

Das Erlebnisbad Schaumberg ist ein modernes Freizeit- und Erlebnisbad im südwestdeutschen Raum. Zu den Attraktionen zählen eine 103 Meter lange Black-Hole Tunnelrutsche mit Lichteffekten, das Lagunenbecken mit Strömungskanal, die Whirlpools und die Dampfbäder. Auch Babys fühlen sich in dem 36 °C warmen Kinderbereich pudelwohl. Ein 18 000 Quadratmeter großes Außengelände sorgt während der Sommermonate für Abwechslung.

Die ausgedehnte Saunalandschaft im römischen Ambiente mit finnischen Saunen, Dampfsauna und Blockhaussauna stellt selbst verwöhnte Saunafans zufrieden. Die neue Sauna- und Wellnesslandschaft ‚Sauna Vicus‘ im Erlebnisbad wurde frei nach römischem Vorbild erbaut.
Zu den Attraktionen gehört eine rustikale Kelo-Aufguss-Sauna für bis zu 80 Gäste. Eine Erlebnisdusche in Form eines römischen Tempels lädt danach zum Abkühlen ein.

Im neuen Wellness-Gebäude gibt es insgesamt drei Anwendungsräume für Massagen oder kosmetische Behandlungen. Ein Panoramaruheraum mit herrlichem Blick auf die Landschaft der Schaumbergregion lädt zum Erholen ein. Eine Steinsauna im Erdgeschoss, in der ein mit heißen Steinen beladener Korb in ein Wasserbecken eintaucht, eine Infrarot-Sauna sowie eine große Liegewiese komplettieren das Angebot. Die Räume schmücken Wandmalereien nach Vorbildern aus römischer Zeit.

Station 25: Projekt Totholz

Bundesweites ‚Alt- und Totholzprojekt‘ Totholz ist alles andere als tot und sollte vielmehr als Lebenselexier des Waldes verstanden werden. Umso wichtiger ist es, dass sich Initiativen und Projekte eingehend mit der Totholzthematik beschäftigen, angepasste Bewirtschaftungsstrategien für die Waldwirtschaft entwickeln und sie einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2013 im Saarland das ‚Alt- und Totholzprojekt‘ gestartet worden.

Gefördert wird das Projekt aus Bundesmitteln im Rahmen des Bundesprogrammes zur Umsetzung der Biologischen Vielfalt (BBV). Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des NABU-Landesverbandes, des Saarforst Landesbetriebes, verschiedener Experten unterschiedlicher Fachgebiete mehreren privaten und kommunalen Forstbetrieben. Ziel ist es, neue Strategien und Managementkonzepte zu erarbeiten, um den bislang weitgehend unbeachteten Lebensraum Alt- und Totholz in die bestehende Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche zu integrieren. Es geht also nicht darum, neue Waldschutzgebiete auszuweisen, sondern eine Vision ‚Wirtschafts- und Lebensraumwald 2100‘ gemeinsam mit den Waldbesitzern zu etablieren und als neue ordnungsgemäße Waldwirtschaft zu definieren.

Das Projekt läuft insgesamt 6 Jahre, also bis 2018. Die Gemeinde Tholey ist neben anderen Kommunen Projektpartner und stellt am Schaumberg entsprechende Referenz- und Entwicklungsflächen zur Verfügung. Es sind Abschnitte, in denen Alt- und Totholz zukünftig eine große Bedeutung haben werden. Wer mehr über das Projekt wissen will, kann sich auf der Internetseite www.wertvoller-wald.de informieren.

Station 26: Abteigrenzstein

Dieser Grenzstein zeigt den Abtsstab als Symbol des Eigentums der Abtei Tholey und gehörte zur Begrenzung eines kleinen Waldes, der am Hang des Schaumberges zum umfangreichen Besitz der Abtei gehörte. Der Grenzstein bezeichnete mit ehemals weiteren Steinen den genauen Umfang des Abteiwaldes gegenüber dem Land der Gemeinde und dem Land der Einwohner sowie dem ursprünglichen eigenständigen Bannbezirk des Schaumberger Hofes, der zum Domänenbesitz des Herzogs von Lothringen gehörte. Auf Anordnung des Herzogs von Lothringen wurden 1742 alle Wälder der Abtei vermessen und ausgesteint. In vielen Fällen haben sich derartige Kleindenkmäler erhalten, so z.B. im Engscheider Wald bei Sotzweiler. Die Wälder wurden in Schläge eingeteilt und stellten so den Brennholzbedarf der Abtei sicher. Freilich konnte das kleine Wäldchen am Schaumberg nur im bescheidenen Maße dazu beitragen, lag dafür aber sehr nahe zur Abtei.
Ein Buch mit den Waldvermessungsprotokollen und vielen Karten ist im Abteiarchiv vorhanden.

Station 27: Klapperstorchenstein

Dieser bemerkenswerte Stein aus Tholeyit (basischer Andesit), aus einem 210 m mächtigen Magmagang im Rotliegenden, etwa 250 Mio. Jahre alt, dem anstehenden ortstypischen Magmagestein, steht etwas unterhalb des Schaumbergplateaus am Südhang. Die südliche Hanglage mit vielen Wasserquellen führte zu einer sehr frühen Besiedlung dieser Gegend. Die Menschen der Vor- und Frühgeschichte haben zahlreiche archäologische Zeugnisse wie Hügelgräber und das Fürstengrab von Theley hinterlassen.

Diesen Stein umrankt eine Fruchtbarkeitssage. Auf einigen Karten ist er als Keltenstein bezeichnet, und er wurde bei einer Erneuerung des Serpentinenweges wieder aufgestellt. Ob der Stein bereits im Neolitikum aufgestellt war, ist unklar. Jedoch wurden für lange Zeit die neolithischen Denkmäler fälschlicherweise den Kelten zugeschrieben.

Station 28: Tholeyit

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte.Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalen-artig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, daß der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsfomation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Station 29: Schaumbergturm

Der Schaumberg ist eine der höchsten Erhebungen im Saarland und das Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Er gilt als Hausberg des Saarlandes. Seit mehr als 2000 Jahren ist das Schaumberger Land mit der Gemeinde Tholey als kommunaler Mittelpunkt ein Ort der Geschichte. In den 1950er Jahren nahmen dort tausende Bergleute und ihre Familien an der jährlichen Knappenwallfahrt der Abtei Tholey teil. Seit 1976 ist das Schaumbergplateau eine deutsch-französische Begegnungsstätte. Im Inneren des Turms befinden sich heute mehrere Ausstellungen, auch eine ‚Bergmannsecke‘, mit Erinnerungen an die vielen Bergleute aus der Region.

Info:
Deutsch-Französische Begegnungsstätte Schaumberg GmbH
Schaumbergturm 06853/50 200 90
Gemeinde Tholey 06853/508-0
schaumberg@tholey.de
www.mein-schaumberg.de
Postanschrift: Im Kloster 1, 66636 Tholey
Hausanschrift: Zum Schaumbergturm 1, 66636 Tholey

Station 30: Wälle der mittelalterlichen Burg

Die Besiedlung des Schaumbergplateaus reicht bis in die gallo-römische Zeit zurück, als der Berg vermutlich ein Höhenheiligtum trug.

Viele Epochen der Vor- und Frühgeschichte haben auf und um den Schaumberg herum ihre archäologischen Spuren hinterlassen, die entweder als Bodendenkmäler im Gelände oder als Exponate in vielen Museen zu besichtigen sind.

Im Jahr 634 wird Castrum Theulegium urkundlich erwähnt, dessen Existenz auf dem Schaumberg noch archäologisch nachzuweisen ist, jedoch könnten die heute sichtbaren Wälle und Gräben, die das Schaumbergplateau sichelförmig nach Westen, Nordwesten und Norden umgeben, ein Zeugnis einer der frühesten Burganlagen auf deutschem Boden sein.

Station 31: Wegekreuz am Schaumberg

Wegekreuz am Schaumberg

Station 32: Schaumberger Hof

Ursprünglich befand sich hier das alte Herrenhaus des ehemaligen Amtmann des Oberamtes Schaumberg, Casper Le Payen, das er sich vor mehr als 290 Jahren erbauen ließ. Dieses Gebäude wurde 1960 wegen Baufälligkeit abgerissen. Dort wurde eine Bildungsstätte für die ländliche Jugend errichtet, die Platz bot für 17 Einzel- und Doppelzimmer. In den 70er Jahren wurden die Gebäude als Meditationszentrum genutzt. Unter dem Namen ‚Exercitium Humanum‘ fanden dort bis 1982 Kurse zum Thema ‚Zen-Meditation‘ und ‚Heilfasten‘ statt. Ab 1986 wurde der Schaumberger Hof zu einem Drogentherapiezentrum des Vereins ‚Hilfe für junge Menschen e.V.‘. Von 1986 bis 2016 wurden dort rund 3000 Patienten betreut.

Seit Februar 2016 werden dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht und betreut.

Station 33: Dick Eich und Dowidatgelände

Die knorrige Eiche, wuchtig mit starker Standmacht
gegen Blitze und der Wetter Polterfäuste
ehren wir, bewundern wir.
Durch Jahrhunderte schon ist sie siegreiche Kämpferin.
Wer sie sieht denkt nicht an Säge und Axt,
sie soll dauern, wirken soll ihr Beispiel.

Text: Johannes Kühn

Infomaterialien

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Hasborn

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Hasborn: Vulkaneifel-Pfad „Zwei-Bäche-Pfad“

Natur- und Geopark Vulkaneifel

© Natur- und Geopark Vulkaneifel / Eifel Tourismus GmbH

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Lust auf Gegensätze? Die Wanderung führt rund um Hasborn, Ober- und Niederscheidweiler. Eine echte Überraschungstour und Naturerlebnis pur erwarten den Wanderer.

Im Bereich zwischen dem Lindenhof in Niederscheidweiler und Hasborn bekommt die Wanderung fast alpinen Charakter. Das Land um Ober- und Niederscheidweiler ist von devonischem Grundgestein geprägt. Die Hochfläche wird meist landwirtschaftlich genutzt und die steil abfallenden Hänge sind von wilden Wäldern überzogen. Die zwei benachbarten Bachtäler, das Tal der Alf- und das Sammetbachtal sind für Wanderer und Naturfreunde echte Geheimtipps. Immer wieder begleitet hört man das Gemurmel der beiden Bäche, die nahezu ständige Begleiter sind. 

Infomaterialien

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Vulkaneifel-Pfade

Zwei-Bäche-Pfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Haslach: Der große Hansjakobweg

Haslach: Der große Hansjakobweg

Heinrich Hansjakob

Pseudonym: Hans am See

Heinrich Hansjakob (* 19. August 1837 in Haslach; † 23. Juni 1916 ebenda) war ein katholischer Geistlicher, badischer Heimatschriftsteller, Historiker und Politiker.

Bekannt wurde Hansjakob vor allem als Schriftsteller.

Neben wissenschaftlichen Werken, politischen Schriften und Reiseberichten verfasste er Erzählungen und Romane, die sich hauptsächlich mit der Lokalgeschichte des Mittleren Schwarzwalds und der Mentalität der Menschen in dieser Gegend befassen.

Haslacher Zeit

Heinrich Hansjakob wurde als Sohn des Bäckers und Wirts Philipp Hansjakob und seiner Gattin Cäcilie geborene Kaltenbach in Haslach im Kinzigtal geboren.

Seine Mutter stammte aus dem Furtwanger Ortsteil Rohrbach. Väterlicherseits war die Familie der Hansjakob seit nach dem Dreißigjährigen Krieg an der Kinzig ansässig. Von 1852 bis 1859 besuchte er das Lyzeum in Rastatt.

Anschließend studierte er Theologie, Philosophie und Klassische Philologie an der Universität Freiburg. 1863 wurde er zum Priester geweiht.

1865 wurde er in Tübingen mit einer historischen Abhandlung über die Grafen von Freiburg promoviert.

Textquelle: Wikipedia „Heinrich Hansjakob“ (Stand: Oktober 2024)

Donaueschinger und Waldshuter Zeit

Nach dem Studium war er vom 20. Januar 1864 zunächst für ein Jahr Lehramtspraktikant (Studienreferendar) am Gymnasium Donaueschingen, hier befreundete er sich mit dem Fürstenbergischen Archivardirektor Karl Roth von Schreckenstein und dem Bibliothekar Karl August Barack, unter ihrer Anregung entstand seine Dissertation Die Grafen von Freiburg im Breisgau im Kampfe mit ihrer Stadt.

Im Jahr 1865 wurde er nach Waldshut als Vorstand der Höheren Bürgerschule befördert.

Ab Waldshut führte er mit seiner Schwester Philippine einen eigenen Haushalt.

In seiner Waldshuter Zeit veröffentlichte er im Advent 1866 die Schrift Die Salpeterer, eine politisch-religiöse Sekte und die Biographie Hermann von Vicari, Erzbischof von Freiburg. Beide Schriften riefen die Behörden auf den Plan.

Die letztere wurde beschlagnahmt und verboten. 1869 legte er daher sein Amt als Vorstand der Bürgerschule nieder.

Da er sich nun ungebundener fühlte, äußerte er sich in einer Rede in Engen kritisch zur Regierung unter Minister Jolly, worauf er wegen Beleidigung einen Monat Haft in der Festung Rastatt verbüßte.

Hier verfasste er das Buch Auf der Festung. Ebenfalls in seiner Waldshuter Zeit entstand das Büchlein Der Waldshuter Krieg von 1468; es erschien 1868.

Textquelle: Wikipedia „Heinrich Hansjakob“ (Stand: Oktober 2024)

Pfarrer in Hagnau am Bodensee

Am 1. Dezember 1869 versetzte ihn der Weihbischof Lothar von Kübel auf eigenen Wunsch nach Hagnau am Bodensee.

Von 1869 bis 1883 war er katholischer Pfarrer in Hagnau am Bodensee.

Er riet als „Wasserdoktor am See“ Patienten zur Mäßigung in der Lebensführung, mäßigen Wasseranwendungen und Kompressen.

Der Weinbau in Hagnau war durch Nebenerwerbslandwirtschaft, den Schädlingsbefall durch Mehltau und den harten Winter 1879/1880 bedroht.

Darum gründete Hansjakob am 20. Oktober 1881 den Hagnauer Winzerverein und trug damit zur Rettung des traditionsreichen Weinbaus am Bodensee bei.

Der Winzerverein war die erste Winzergenossenschaft in Baden. Noch heute führt er das Bild Hansjakobs in seinem Logo. Von 1871 bis 1881 war er außerdem Abgeordneter der Katholischen Volkspartei im badischen Landtag.

1873 wurde er wegen Beleidigung eines Staatsbeamten für sechs Wochen in Radolfzell inhaftiert. Im selben Jahr wurde sein erster Sohn geboren, worauf Hansjakob einen Nervenarzt aufsuchte, – man weiß von insgesamt vier unehelichen Kindern.

In den Jahren von 1874 bis 1879 unternahm er Reisen nach Frankreich, Italien, Österreich, Belgien und die Niederlande. 1878 kam es zum Zerwürfnis mit seiner Partei.

Textquelle: Wikipedia „Heinrich Hansjakob“ (Stand: Oktober 2024)

Pfarrer in Freiburg in Breisgau

1884 trat er eine Stelle als Pfarrer der St.-Martins-Kirche in Freiburg an, die er trotz Auseinandersetzungen mit den Kirchenbehörden bis 1913 innehatte.

Hansjakob hatte eine Anlage zu Nervenleiden und litt an Gemütsschwankungen. Zur Behandlung hielt er sich 1894 mehrere Monate lang in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern auf. Seine Symptome („Nerventeufel“) bekämpfte er mit Opiaten. Beck/Froneberg (2015) zufolge blieb er schwer medikamentenabhängig und kaum noch arbeitsfähig.

Ab 1897 lebte er in der ehemaligen Kartause Freiburg, die zu dem Zeitpunkt schon zu einem Pfrundhaus umgewidmet worden war, einem Wohn- und Ruhesitz für 200 Pfründner, d. h. Pensionäre, die durch ein Vermächtnis das Recht erworben hatten, dort im Alter einzuziehen und gepflegt zu werden.

Textquelle: Wikipedia „Heinrich Hansjakob“ (Stand: Oktober 2024)

Freihof in Haslach

Den Freihof in seiner Heimatstadt Haslach ließ er nach seiner Pensionierung in Form eines Bauernhauses erbauen.

Er lebte dort vom 22. Oktober 1913 bis zu seinem Tode am 23. Juni 1916. der Freihof wurde als Museum erhalten.

Heinrich Hansjakob starb am 23. Juni 1916 im Alter von 78 Jahren in seinem Geburtsort.

Beigesetzt wurde er in der Gruft seiner zu Lebzeiten vom guten Freund und Architekten Max Meckel und dem Bildhauer Joseph Dettlinger erbauten Grabkapelle im nahen Hofstetten.

Textquelle: Wikipedia „Heinrich Hansjakob“ (Stand: Oktober 2024)

Der Weg führt durch schattenreiche Wälder und über aussichtsreiche Höhen mit malerischen Ausblicken.

Auf den Erzählspuren Heinrich Hansjakobs führt der „Große Hansjakobweg“ durch eine der schönsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands.

Erleben Sie, wie einst Heinrich Hansjakob selbst, Land und Leute auf dem Rundwanderweg. Wer den weißen Rauten mit dem schwarzen Hut in der Mitte folgt, orientiert sich an den richtigen Wegezeichen und wandelt auf den Spuren des badischen Pfarrers, Schriftstellers und Politikers Heinrich Hansjakob, der von 1837 – 1916 lebte.

Der große Hansjakobweg besucht einige Schauplätze seiner Geschichte und ist die gesamte Strecke entlang mit Erklärungstafeln versehen.

Sehenswürdigkeiten: Brandenkopf, Hansjakobmuseum Haslach, Dorfkirche Hausach, Flößermuseum Wolfach.

Streckenlänge: ca. 93 km

Höhenmeter: ca. 3.582 Höhenmeter

Schwierigkeitsgrad: mittel

ACHTUNG: Streckenänderung seit 2017 gegenüber vorliegender Flyer bzw. Wanderkarten. Nach Überquerung der Bundesstraße (Ampelanlage) in Gutach Turm führt der Weg nun direkt auf’s Schänzle, einen wunderschönen Aussichtspunkt und von dort wieder auf die alte Wegeführung. Die ursprüngliche Wegeführung durch das Anwesen an der Bundesstraße ist deshalb gesperrt.

Etappen
Etappe 1: Haslach-Wolfach (18,6 km)

Die Tour beginnt in der historischen Fachwerkaltstadt Haslach.

Vom ehemaligen Kapuzinerkloster (Tourist Info) geht es nach Hausach. Auf dem Weg lädt das Ausflugsziel Heiliger Brunnen zur Rast ein. In Hausach lohnt sich ein Blick auf die Dorfkirche.

Von dort geht es über Kirnbach nach Wolfach.

Textquelle: Schwarzwald Tourismus GmbH (Stand: Oktober 2024)

Etappe 2: Wolfach-Oberharmersbach (18,9 km)

In Wolfach sind vor allem die historische Altstadt und die Glashütte „Dorotheenhütte“ sehenswert.

Auf dem Weg nach Oberharmersbach gelangt man auf den Brandenkopf (947 m), den höchsten Punkt des Hansjakobswegs.

Hier bieten sich auf dem 22 Meter hohen Aussichtsturm beeindruckende Fernblicke.

Textquelle: Schwarzwald Tourismus GmbH (Stand: Oktober 2024)

Etappe 3: Oberharmersbach-Zell a.H. (12,7 km)

Auf dem Weg nach Zell am Harmersbach werden zahlreiche alte Schwarzwaldhöfe und Bildstöckchen, die Geschichten erzählen, passiert.

Am urigen Höhenwirtshaus „Vogt auf Mühlstein“, die Residenz der einstigen Vögte, kommt man dabei auch vorbei.

Über Heugraben und Rebberg geht es weiter in Richtung Zell a. H.-Neuhausen bis zum Storchenturm.

Textquelle: Schwarzwald Tourismus GmbH (Stand: Oktober 2024)

Etappe 4: Zell a.H.-Steinach (14,1 km)

In Zell a.H. sind besonders die historische Altstadt, der Storchenturm und das Heimatmuseum „Fürstenberger Hof“ sehenswert.

Kurz nach dem Städtle erreicht man die Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ mit angeschlossenem Kapuzinerkloster.

In Steinach wird man von einer der schönsten barocken Pfarrkirchen des Kinzigtals begrüßt.

Textquelle: Schwarzwald Tourismus GmbH (Stand: Oktober 2024)

Etappe 5: Steinach-Biereck (15,9 km)

Die Tagesetappe bietet eindrucksvolle Aussichten übers Kinzigtal.

Unterwegs stößt man auf Felsengebilde, welche heidnische Stätten gewesen sein sollen.

Tagesziel ist die „Biereck“ mit Gasthaus und Unterkunft, wo früher ein Schellenmarkt zum Tausch und Kauf von Kuhglocken stattfand.

Textquelle: Schwarzwald Tourismus GmbH (Stand: Oktober 2024)

Etappe 6: Biereck-Haslach (12,0 km)

Mit Start beim Gasthaus Biereck, Hotel Munde, führt der Weg unterhalb der ehemalige Heidburg zum Flachenberg.

Dort bietet sich ein einmaliger Panoramablick zum Rohardsberg und sogar zum Kandelmassiv.

Vor Hofstetten trifft man auf die Hansjakobkapelle mit der Grabstätte Heinrich Hansjakobs.

Textquelle: Schwarzwald Tourismus Kinzigtal (Stand: Oktober 2024)

Infomaterialien

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Kurt Klein: Der große Hansjakob Weg II

Wanderführer Kinzigtal, Wolf- und Harmersbachtal (Morstadt Verlag)

Haslach: Teufelskanzel (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 22)

Haslach: Teufelskanzel (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 22)

Einfach sagenhaft

Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

Beschilderung der Sagenrundwege

  • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
  • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

Teufelskanzel

Die Tour beginnt bei der Tourist Information Haslach. Vom Alten Kapuzinerkloster geht es über den Stationenweg, den Heiligen Brunnen und die Sandhaasenhütte zum Urenkopf, dem höchsten Berg der Gemarkung Haslach. Dort lädt der Aussichtsturm zu einer kurzen Rast ein, um den herrlichen Ausblick über Haslach, das mittlere Kinzigtal, Hausach, Fischerbach und die Seitentäler mit Hofstetten, Mühlenbach und Steinach zu genießen. Bei gutem Wetter schweift der Blick bis zu den Vogesen, dem Schauinsland und der Schwäbischen Alb. Anschließend geht es über das Rotweinbänkle, die Teufelskanzel und die Mühlenkapelle wieder zurück in Haslachs historische Altstadt, wo Sie Straßencafés, Restaurants und Eisdielen zum Einkehren erwarten.

Ortenauer Sagenrundweg

Beim Sagenrundweg wird es einem nicht langweilig, trifft man doch unterwegs auf drei bekannte Haslacher Geschichten und Sagen. Am Rotkreuz geht es um die Geschichte der „Waldteufelseiche“, beim Heiligen Brunnen um die Ermordung eines Einsiedlers und bei der Teufelskanzel um ein Seelenhandel mit dem Teufel. Der Sagenrundweg ist zusätzlich mit dem Gespenstersymbol gekennzeichnt. Auf den drei Sagentafeln, ebenfalls in Form eines Gespenstes, sind die drei Geschichten und Sagen an Ort und Stelle der Sagen nachzulesen.

Textquelle: Ortenau Tourismus

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

Haslach: Zu Haslach gräbt man Silbererz

Diese GeoTour macht mit ihren vielen Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis.

Selber losziehen, selber entdecken und intensiv erleben lautet das Motto der GeoTouren im Ortenaukreis. Gehen Sie dem einstigen Silberabbau rund um das Besucherbergwerk „Segen Gottes“ im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund.

Mit dieser GeoTour erschließen sich Zusammenhänge: zwischen dem Bergwerk, den spannenden Gesteinen und glitzernden Mineralien sowie unserer wunderschönen Landschaft.

Es gibt keine Infotafeln im Gelände! Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre.

Infomaterialien

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GeoTour Haslach

Begleitbroschüre „Zu Haslach gräbt man Silbererz“

Hausach: Hausach und der Silberbergbau

Die aussichtsreiche Rundwanderung um Hausach-Dorf vermittelt die landschaftlichen Schönheiten des Mittleren Schwarzwaldes und die Geschichte des Silberbergbaus im Kinzigtal.

Vermutlich haben bereits Kelten und Römer Bergbau im Kinzigtal betrieben. So könnte auch die 74 n. Chr. gebaute Römerstraße von Straßburg nach Rottweil durch Hausach geführt haben. Nachweislich wurden im Mittleren Schwarzwald bereits zu Beginn des 11. Jh. Blei-Silber-Erze, Kupfer, Kobalt sowie Eisenerz abgebaut. Der von den Dorfer Erzbrüdern angelegte Bergbaulehrpfad informiert auf zahlreichen Tafeln über Geologie und den im Mittelalter betriebenen Silberbergbau im Kinzigtal. In der urkundlich ältesten Kinzigtäler Grube „Unsere Liebe Frau“ im Hauserbach waren 1515 allein 300 Bergleute beschäftigt. Ihnen diente die Dorfkirche St. Mauritius in Hausach-Dorf als Bergmannskirche. Sie ist eine der ältesten Kirchen im Kinzigtal und war bis zum Neubau der Stadtkirche in Hausach 1894 die gemeinsame Pfarrkirche.

Das Bergbaufreilichtmuseum „Erzpoche“ in Hausach-Dorf zeigt auf, unter welch schwierigen Bedingungen früher das geförderte Erz weiterverarbeitet wurde. Besichtigt werden können ein Schmelzofen, eine Erzwäsche sowie eine „Erzpoche“ – ein mit Wasserkraft betriebenes Gerät, das zum Zerkleinern der Erze diente. Vor dem Dorfbauernhof wurde der Dorfer Bergmannsbrunnen neu errichtet. Ein historischer Förderwagen für den Erztransport sowie ein Mannschaftswagen sind Teil des Freilichtmuseums.

Infomaterialien

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Hausach

Hausach und der Silberbergbau – keine Infomaterialien vorhanden!

Hausach: Hausacher Bergbauwanderweg

Themenrundweg um das Hauserbachtal, der mit vielen interessanten Hinweisen rund um den Bergbau beschildert ist.

Rund um Hausach sind an die 60 Gruben und Stollen nachgewiesen, in denen die Bergleute in früheren Jahrhunderten insbesondere nach Silber und Blei gesucht und oftmals auch solches gefunden und abgebaut haben.

In dem kleinen Freilichtmuseum Erzpoche wird gezeigt, unter welch schwierigen Umständen das geförderte Erz weiter verarbeitet wurde. Dieses kleine Freilichtmuseum ist Ausgangs- und Endpunkt des Bergbauwanderwegs, der selbstverständlich in beide Richtungen begangen werden kann.

Beginnt man in nördicher Richtung, führt der Weg zunächst an der Dorfkirche vorbei, die als Bergmannskirche genutzt wurde. Im Ortsteil Hausach-Dorf erinnern liebevoll gestaltete kleine Denkmale, wie z.B. ein Bergmannsbrunnen, an die bergmännische Vergangenheit.

Der Weg führt weiter über die Burg Husen, vorbei an einem Kohlenmeiler und der nicht zugänglichen Grube Elisabeth (Eingang ist sichtbar) bis zur Kreuzbergkapelle. Von dort über den Reutebauernhof hinunter ins Hauserbachtal. Dort lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Hauserbacherkapelle.

Vorbei an mächtigen Schwarzwaldgehöften und einem Wildgehege führt die wenig befahrene Talstraße zurück zum Bergbaufreilichtmuseum.

Infomaterialien

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Hausach

Hausacher Bergbauwanderweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Hausach: Quellen, Gänge und Gesteine

GeoTour mit vielen Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen zum Thema „Steine und Geologie“ – spannendes Outdoorerlebnis

Kleine aber feine, kühl-schattige und quellenreiche GeoTour mit vielen Stationen. Die Tour in großer Stille und mit wunderbarem Tannenduft verläuft in einer Höhe von bis zu 800 m am Brandenkopf, aber ohne größere Steigungen. Ideal für den Sommer und ideal für Kinder und Senioren, auch für Bollerwagen geeignet.

Hauptthemen

Gänge, Landschaft und Geologie, Quellen, typische Gesteine des Mittleren Schwarzwalds, Granophyr

Weitere Themen

Historischer Bergbau und Landschaft, Geo-Pflanzen, Geo-Tiere

Gesteinsarten

Ortho-Gneis, Para-Gneis, Granophyr, Gang-Quarze, Badischer Bausandstein, Schwerspat, Erze

Es gibt keine Infotafeln im Gelände! Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre.

Infomaterialien

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GeoTour Hausach

Begleitbroschüre „Quellen, Gänge und Gesteine“

Heidelberg: Bierwanderung zur Klosterbrauerei in der Benediktinerabtei Stift Neuburg

Heidelberg: Bierwanderung zur Klosterbrauerei in der Benediktinerabtei Stift Neuburg

Wanderung von der Heidelberger Altstadt über die „Alte Brücke“, den Philosophenweg und den Oberen Guckkastenweg nach Ziegelhausen zur Brauerei zum Klosterhof der Benediktinerabtei Stift Neuburg.

Liebhaber des Hausgebrauten, was willst Du mehr? Drei Hausbrauereien und wunderbare Aussichten auf Heidelberg und das Neckartal.

Wegstationen
Station 1: Vetter's Brauhaus
Station 2: Brauerei zum Klosterhof
Station 3: Kulturbrauerei Heidelberg

Infomaterialien

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Bierwanderung zur Klosterbrauerei Neustift

Keine Infomaterialien vorhanden!

Heigenbrücken: Kulturweg 3 „Der Heigenbrückener Sandstein“

Archäologisches Spessartprojekt

Kulturwege

Die Kulturwege sind – gemeinsam mit den archäologischen Projekten – das Aushängeschild des Archäologischen Spessartprojekts.

Seit 1999 entsteht ein immer dichteres Netz von Kulturwegen, auf denen die Kulturlandschaft Spessart erlebbar und begreifbar wird.

Zu jedem Kulturweg erscheint ein Folder mit einer Wegbeschreibung und Kurzbeschreibung der Stationen. Eine Auswahl der Kulturwegefolder finden Sie in der Geschäftsstelle des Spessartbundes (Treibgasse 3, 63739 Aschaffenburg).

© Archäologisches Spessartprojekt e.V.

Mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2021.

VIELEN DANK.

In der Forschung ist der Heigenbrückener Sandstein, ein geologischer Abschnitt des Unteren Buntsandsteins, heute als Calvörde-Formation bekannt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Steine dieser Abfolge in Heigenbrücken gebrochen. Deshalb verleiht dieser besondere Sandstein dem Kulturrundweg den Titel.

Von der Gründung an war Heigenbrücken jedoch ein Glasmacherdorf, erstmals 1477 in einer Urkunde erwähnt. Nachdem der Mainzer Kurstaat die Produktion der Spessart-Glashütten im 18. Jahrhundert eingeschränkt hatte, mussten sich die Einwohner neue Erwerbsquellen suchen. Erst die Ausbeutung des Buntsandsteins, und dann der Bau der Eisenbahn seit 1850, verbesserten die Verdienstmöglichkeiten der Heigenbrückener. Die mit der Bahnverbindung aus dem Rhein-Main-Raum eintreffenden Touristen machten Heigenbrücken mit der Zeit zu einem der ersten Zentren des Tourismus im Spessart.

 

Wegbeschreibung

Der Kulturweg führt von Heigenbrücken hinauf auf den Pollasch. Über die Hirschhörner geht es wieder bergab, an Tunnel und Steinbruch vorbei, zurück an das Rathaus.

Folgen Sie der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund auf einer Länge von ca. 6 km.

Station 1: Start

In der Forschung ist der Heigenbrückener Sandstein, ein geologischerAbschnitt des Unteren Buntsandsteins, heute als Calvörde-Formation bekannt. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Steine dieser Abfolge in Heigenbrücken gebrochen. Deshalb verleiht dieser besondere Sandstein dem Kulturweg den Titel. Auf dem Gemeindewappen von Heigenbrücken ist der Buntsandstein mit der Abbbildung des Tunnels vertreten, durch den seit 1854 die Bahnlinie Frankfurt-Würzburg verläuft…

PDF-Download Infotafel 1

Station 2: Glasmacher

Wohl mit der Innovationswelle im Gefolge der Kreuzzüge gelangten neue Techniken des Glasmachens nach Mitteleuropa, die sich rasch verbreiteten. Wir verdanken den Forschungen von Gerhard Kampfmann, Ludwig Wamser und Stefan Krimm die Erkenntnis, dass im Spessart schon im 13. Jahrhundert Glas geblasen wurde. Die Kurfürsten von Mainz und die Grafen von Rieneck förderten die Glasmacher, die sie ihre „Herren“ nannten…

PDF-Download Infotafel 2

Station 3: Am Pollasch

Am Pollasch – Steinbruch, Aussichtspunkt und Ehrenmal des Spessartbundes

Natur- und Kulturlandschaft

Was viele Einheimische und Besucher im Spessart als unberührte Natur empinden ist tatsächlich eine seit Jahrtausenden vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft. Am so genannten „Pollasch“ wird dies für die Zeit der letzten 200 Jahre besonders deutlich. Der Wald im Spessart gehörte seit dem 11. Jahrhundert zum Erzstift Mainz. Im 14. Jahrhundert gab es erste Hinweise auf eine Bewirtschaftung der Wälder durch Förster. Heute ist der Wald Eigentum des Freistaats Bayern und wird durch den Forstbetrieb Heigenbrücken der Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet…

PDF-Download Infotafel 3

Station 4: Hirschhörner

Die Hirschhörner sind ein gusseiserner Wegweiser, der um 1900 von Wandervereinen für die touristische Erschließung des Spessarts aufgestellt worden ist. Hergestellt wurde der Wegweiser bei Rexroth in Lohr. Die namengebenden „Hirschhörner“ wurden später hinzugefügt…

PDF-Download Infotafel 4

Station 5: Tunnelbau

Mit dem Eisenbahnanschluss im Jahre 1854 und dem damit verbundenen Tunnelbau veränderte sich die Verkehrslage für Heigenbrücken erheblich zum Besseren – in etwa vergleichbar mit dem Autobahnanschluss für Weibersbrunn mehr als 100 Jahre später. Pendlerfahrten verbesserten die Arbeitsmöglichkeiten der Einheimischen. Gleichzeitig hatten nun viel mehr Menschen Gelegenheit, Heigenbrücken zu besuchen, was mit der in den 1880er Jahren einsetzenden Wander- und Tourismusbewegung begann. Nach einer kurzen Anfahrt mit dem Zug absolvierten Wandergruppen vom Untermain und dem Rhein-Main-Raum ausgedehnte Wanderungen, nach denen sie sich in den örtlichen Gasthäusern kräftigten…

PDF-Download Infotafel 5

Station 6: Buntsandsteinbruch

Über 65 % der Fläche des Spessarts besteht aus Buntsandstein. Damit ist diese geologische Gegebenheit verantwortlich für den typischen Waldcharakter des Spessarts. Der geringe Nährstoffgehalt des verwitternden Sandsteins läßt ohne Düngung keinen lohnenden Akkerbau zu. Was bleibt, ist die Nutzung als Waldstandort, da die natürliche Sukzession im Spessart Buchenwald hervorbringt. Eichen würden in unserer Region kaum eigenständig wachsen, da sie in der Konkurrenz den Buchen unterlegen sind. Sie würden in einer vom Menschen unbeeinflußten Waldzusammensetzung nur eine sehr geringe Fläche einnehmen…

PDF-Download Infotafel 5

Infomaterialien

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Heigenbrücken

Faltblatt „Der Heigenbrückener Sandstein“

Heilbronn: Geo- und Naturpfad

Der neue Heilbronner Geo- und Naturpfad am Jägerhaus (seit Oktober 2020) eröffnet außergewöhnliche Einblicke in die Erd- und Landschaftsgeschichte

Die Bedeutung der Steinbrüche am Jägerhaus motivierte bereits die Gründer der Heilbronner Museumsfreunde 1984 zur Errichtung eines geologischen Lehrpfads. Jetzt wurde der Pfad unter Federführung der Museen als 4 Kilometer langer Rundweg vollständig neu konzipiert und somit materiell und inhaltlich runderneuert.

Die beeindruckenden Gesteinsschichten, das Vorkommen seltener Pflanzengemeinschaften und die facettenreiche Kulturgeschichte machen die ehemaligen Steinbrüche am Jägerhaus zu einem einzigartigen Geotop in Nordwürttemberg. Rund fünf Millionen Jahre Klima- und Landschaftsgeschichte sind hier sichtbar und jetzt neu erlebbar.

Die dortigen Gesteine entstanden vor rund 230 Millionen Jahren. Damals war das heutige Süddeutschland Teil einer ausgedehnten Tiefebene. Von umgebenden Hochländern transportierte das fließende Wasser Sande und Tone ins Innere der Tiefebene – das Ausgangsmaterial für die Gesteine entlang des Lehrpfads. Deren Abbau ist seit dem 14. Jahrhundert belegt. 1968 wurde der Betrieb eingestellt und das Gelände 1972 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Heute ist der ehemalige Steinbruch Rückzugsraum für viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten.

Die 14 neuen, interaktiven Stationen des Lehrpfads erklären die geologischen Aspekte und eröffnen außergewöhnliche Einblicke in die Natur und Kultur der Heilbronner Region. Als Pendant des Skulpturenpfads am Wartberg ist Heilbronn um eine weitere kulturelle Attraktion reicher, die sich gleichermaßen an Naturfreunde, geologisch Interessierte und Familien richtet.

Führungen

Die Städtischen Museen bieten geführte Rundgänge am Geo- und Naturpfad an. Aktuelle Termine und Details zur Anmeldung bzw. Buchung erfahren Sie auf der Internetseite oder unter der Telefonnummer 07131/562295.

© Städtische Museen Heilbronn. Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Hinweise zum „Geo- und Naturpfad“

  • Die Städtischen Museen Heilbronn haben ein kleines Infoheftchen (32 Seiten) als Wegbegleiter für die Hosentasche herausgegeben.
  • Der Pfad ersetzt den 1984 errichteten „Geologischen Lehrpfad Keuperweg„, der als Streckenwanderung mit 13 Infotafeln ausgewiesen war.

Weitere Infos bei …

Holger Nass

Holger Nass

Museumspädagoge

 

Stadt Heilbronn | Schul-, Kultur- und Sportamt | Städtische Museen Heilbronn

Deutschhofstraße 6, D-74072 Heilbronn

Telefon: 07131 56- 3260 (Mo, Di, Mi, Fr)

Holger.Nass@heilbronn.de

www.museen-heilbronn.de

www.facebook.com/StaedtischeMuseenHeilbronn

www.instagram.com/museenheilbronn

Wegstationen
Station 1: Einführung
Station 2: Verblüffende Geologie
Station 3: Sandkorn mit Migrationshintergrund
Station 4: Fenster in die Landschaftsgeschichte
Station 5: Minerale als Klimazeugen
Station 6: "Goldgrube" Sandsteinbruch
Station 7: Kaltluftdusche
Station 8: Zeitsprung von zwei Millionen Jahren
Station 9: Gesteine wie Blätterteig
Station 10: Vegetationsgegensätze
Station 11: Abwechslungsreich
Station 12: Uralter Wirtschaftswald
Station 13: Achtung Steinschlag!
Station 14: Kulturlandschaft auf Schilfsandstein

Naturschutzgebiet „Alter Steinbruch Jägerhaus“

Als ehemals bedeutendster Steinbruch Württembergs lieferte der Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus über ein halbes Jahrtausend wertvolles Baumaterial, das nicht nur in Heilbronn, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus hohes Ansehen genoss.

Nach Aufgabe der Nutzung 1968 drohte dem Steinbruch wie vielen anderen die Verfüllung. 1972 wurde er durch das Regierungspräsidium Stuttgart als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 1986 erfolgte die Erweiterung des Schutzgebietes auf eine Größe von knapp 30 ha.

Schutzzweck ist die Erhaltung des aufgelassenen Steinbruchgeländes als naturkundlich und kulturhistorisch bedeutsames Gebiet, die Beibehaltung der charakteristischen Eigenart als wertvoller Lebensraum für die heimische, wild lebende Tier- und Pflanzenwelt, die Sicherung des Gebietes für die nicht an Erholungseinrichtungen gebundene stille Erholung der Allgemeinheit sowie die Beibehaltung der Artenzusammensetzung des Waldes.

Das Naturschutzgebiet ist durch einen Rundweg auf den ehemaligen Zu- und Abfahrten erschlossen.

Beschreibung Steinbruch

In der alten Abbauwand erkennt man die mächtigen Sandstein-Lagen, die durch dünne Tonstein- und Mergellagen untergliedert werden.

Beim Abbau wurden große Blöcke mit schweren Stahlkeilen abgebaut. In jüngerer Zeit kamen dann auch Diamant-besetzte Sägen und Fräßmaschinen zum Einsatz.

Paläogeographie

Nach Ablagerung der Gipskeuper-Abfolgen in weiten Schlammebenen veränderten sich die klimatischen Bedingungen, und das Landschaftsbild wurde nun durch ein riesiges System miteinander verflochtener großer Flüsse („braided river“) dominiert. Die Flüsse schnitten sich metertief in die zuvor abgelagerten Tonsteine und Mergel des Gipskeupers ein. Diese relativ weichen Schichten waren leicht auszuräumen. Dadurch entstanden oft sehr breite Rinnen, in denen die Flüsse, je nach Fließgeschwindigkeit, ihre mitgeführte Geröll- und Suspensionsfracht ablagerten.

Die Hauptmasse des so abgelagerten Materials besteht aus kleinen Gesteinsbruchstücken, Quarz- und Feldspatkörnern. Daneben finden sich Glimmerplättchen sowie auch Schwerminerale. Anreicherungen von Eisen-Hydroxiden sind als dunkle Flecken zu erkennen. Dieses zunächst nicht verfestigte Sedimentgestein wurde durch darüber abgelagerte Schichten allmählich verdichtet und entwässert. Mit Sand und Schluff gemeinsam abgelagerte Tonminerale verkitteten die Körnchen zu einem tonigen Sandstein, den Schilfsandstein.

Hierauf beruht die bei den Steinmetzen beliebte gute Verarbeitbarkeit des Schilfsandsteins. Allerdings ist das tonige Bindemittel auch die Ursache für die nicht sehr ausgeprägte Verwitterungsbeständigkeit. Mit seiner guten Verarbeitbarkeit und seinem warmgelben Farbton war der Heilbronner Schilfsandstein über viele Jahrhunderte ein geschätzter Werkstein.

Er wurde in ganz Deutschland als Bau- und Bildhauerstein geschätzt und sogar exportiert. Bekannte Beispiele sind viele historische Gebäude in Heilbronn, aber auch der Kölner Dom oder sogar der Bahnhof von Amsterdam (Hansch et al. o.J.).

Nach über 500 Jahren endete um 1960 der Steinbruchbetrieb am Jägerhaus. Seit 1972 ist der Jägerhaus-Steinbruch Naturschutzgebiet.

Infomaterialien

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Heilbronn

Presseinformation zum neu konzipierten Lehrpfad vom 15.09.2020

Heilbronn: Geologischer Lehrpfad Keuperweg

Über viele Jahrhunderte hinweg wurde in der Region um Heilbronn Schilfsandstein gebrochen. Er galt als geschätzter Werkstein und wurde exportiert.

Der Geologische Lehrpfad „Keuperweg“ wurde im Jahr 1984 von den Heilbronner Museumsfreunden als Streckentour mit 13 Infotafeln errichtet.

Eine besondere Empfehlung ist ein Abstecher in das absolut ruhig gelegene Naherholungsgebiet „Alter Steinbruch Jägerhaus“, das ein wichtiges kulturgeschichtliches und geologisches Anschauungsobjekt darstellt.

Wichtiger Hinweis

Der Pfad wurde inzwischen neu konzipiert, inhaltlich runderneuert und als Rundweg ausgewiesen. Der „neue“ Lehrpfad wurde im Oktober 2022 als „Geo- und Naturpfad Heilbronn“ eröffnet.

Naturschutzgebiet „Alter Steinbruch Jägerhaus“

Als ehemals bedeutendster Steinbruch Württembergs lieferte der Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus über ein halbes Jahrtausend wertvolles Baumaterial, das nicht nur in Heilbronn, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus hohes Ansehen genoss.

Nach Aufgabe der Nutzung 1968 drohte dem Steinbruch wie vielen anderen die Verfüllung. 1972 wurde er durch das Regierungspräsidium Stuttgart als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 1986 erfolgte die Erweiterung des Schutzgebietes auf eine Größe von knapp 30 ha.

Schutzzweck ist die Erhaltung des aufgelassenen Steinbruchgeländes als naturkundlich und kulturhistorisch bedeutsames Gebiet, die Beibehaltung der charakteristischen Eigenart als wertvoller Lebensraum für die heimische, wild lebende Tier- und Pflanzenwelt, die Sicherung des Gebietes für die nicht an Erholungseinrichtungen gebundene stille Erholung der Allgemeinheit sowie die Beibehaltung der Artenzusammensetzung des Waldes.

Das Naturschutzgebiet ist durch einen Rundweg auf den ehemaligen Zu- und Abfahrten erschlossen.

Beschreibung Steinbruch

In der alten Abbauwand erkennt man die mächtigen Sandstein-Lagen, die durch dünne Tonstein- und Mergellagen untergliedert werden.

Beim Abbau wurden große Blöcke mit schweren Stahlkeilen abgebaut. In jüngerer Zeit kamen dann auch Diamant-besetzte Sägen und Fräßmaschinen zum Einsatz.

Paläogeographie

Nach Ablagerung der Gipskeuper-Abfolgen in weiten Schlammebenen veränderten sich die klimatischen Bedingungen, und das Landschaftsbild wurde nun durch ein riesiges System miteinander verflochtener großer Flüsse („braided river“) dominiert. Die Flüsse schnitten sich metertief in die zuvor abgelagerten Tonsteine und Mergel des Gipskeupers ein. Diese relativ weichen Schichten waren leicht auszuräumen. Dadurch entstanden oft sehr breite Rinnen, in denen die Flüsse, je nach Fließgeschwindigkeit, ihre mitgeführte Geröll- und Suspensionsfracht ablagerten.

Die Hauptmasse des so abgelagerten Materials besteht aus kleinen Gesteinsbruchstücken, Quarz- und Feldspatkörnern. Daneben finden sich Glimmerplättchen sowie auch Schwerminerale. Anreicherungen von Eisen-Hydroxiden sind als dunkle Flecken zu erkennen. Dieses zunächst nicht verfestigte Sedimentgestein wurde durch darüber abgelagerte Schichten allmählich verdichtet und entwässert. Mit Sand und Schluff gemeinsam abgelagerte Tonminerale verkitteten die Körnchen zu einem tonigen Sandstein, den Schilfsandstein.

Hierauf beruht die bei den Steinmetzen beliebte gute Verarbeitbarkeit des Schilfsandsteins. Allerdings ist das tonige Bindemittel auch die Ursache für die nicht sehr ausgeprägte Verwitterungsbeständigkeit. Mit seiner guten Verarbeitbarkeit und seinem warmgelben Farbton war der Heilbronner Schilfsandstein über viele Jahrhunderte ein geschätzter Werkstein.

Er wurde in ganz Deutschland als Bau- und Bildhauerstein geschätzt und sogar exportiert. Bekannte Beispiele sind viele historische Gebäude in Heilbronn, aber auch der Kölner Dom oder sogar der Bahnhof von Amsterdam (Hansch et al. o.J.).

Nach über 500 Jahren endete um 1960 der Steinbruchbetrieb am Jägerhaus. Seit 1972 ist der Jägerhaus-Steinbruch Naturschutzgebiet.

Infomaterialien

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Heilbronn

Geologischer Lehrpfad Keuperweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Heimbach: St. Gallus Rundweg

Der St. Gallus Rundweg wurde 2009 vom Bürgerverein zum 1250 jährigen Jubiläum von Heimbach angelegt. Er führt durch die Vorbergzone mit Wäldern, Reben, Wiesen und lohnenswerten Aussichten rund um den Ort. Entlang der Wegstrecke informieren 20 Infotafeln über Besonderes und Wissenswertes.

Kurze Wegbeschreibung

Der Rundweg beginnt am Rathaus in Heimbach. Gleich am Start sieht man das alte und neue Schloss mit dem Steinbruchdenkmal an der Schlossmauer. Weiter führt der Weg in den Ort mit einigen Kleindenkmälern aus Sandstein. Durch die Vorbergzone geht es weiter vorbei an Steinbrüchen zum ehemaligen Vierdörferwald. Wieder aus dem Wald heraus hat man einen schönen Blick auf das Dorf und gelangt gleich in die Rebanlagen, wo Kreuze und Bildstöcke den Wegesrand säumen, hinab in das Tal. Nach dem Überqueren der Kreisstraße geht es auf der anderen Talseite wieder hinauf in die Reben bis zur Burg Landeck und wieder in den Wald zurück nach Heimbach. Es gibt zwei Möglichkeiten den Weg abzukürzen, beide Varianten sind ausgeschildert.

Infomaterialien

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Heimbach

St. Gallus Rundweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Heinitz: Zwölf-Weiher-Weg

Heinitz liegt südwestlich der Neunkircher City und steht mit seinen ehemaligen Gruben Heinitz (ab 1847), Dechen (ab 1855) und Geisheck (ab 1881) für die bedeutende Bergwerksvergangenheit der Hüttenstadt Neunkirchen.

Auf dem Gelände der 1962 stillgelegten Grube Heinitz befindet sich der Zwölf-Weiher-Weg. Der acht Kilometer lange Rundweg führt durch Täler, Wälder und Wiesen und vorbei an den zwölf Weihern, denen die Strecke ihren Namen verdankt.

Die Weiher waren für das Bergwerk künstlich angelegt worden, um Wasser zum Kühlen der Dampfmaschinen zu haben und den Staub unter Tage zu bekämpfen. Auch entstanden mehrere Absink- bzw. Schlammweiher.

Heute sind sie einzigartige Biotope. Dementsprechend kann man hier viele seltene Tiere und Pflanzenarten beobachten

Infomaterialien

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Zwölf-Weiher-Weg

Faltblatt (nicht mehr verfügbar)

Textquellen

Faltblatt „Zwölf-Weiher-Weg“

Hengen: Dolinenlehrpfad

Der Pfad verläuft ohne große Höhenunterschiede mit sechs Stationen entlang einiger Dolinen zwischen Hengen und Böhringen.

Auf 8 km Länge erfährt der Wanderer an den Dolinen Wissenswertes über Geologie, Heimatgeschichte, Flora und Fauna.

Info

Stand 2021 befindet sich der Dolinenweg bzw. seine Infotafeln leider nicht mehr in bestem Zustand.

Infomaterialien

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Hengen

Dolinenlehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Herbsthausen: Herbsthäuser Bierwanderweg

Herbsthausen: Herbsthäuser Bierwanderweg

Der Herbsthäuser Bierwanderweg ist als Rundweg um die Brauerei ausgelegt und führt in die schöne Natur rund um Herbsthausen.

Von der Brauerei Herbsthausen geht es auf dem Radweg „Der Sportive“ zunächst ein kurzes Stück in südliche Richtung, dann in westlicher Richtung durch freies Feld mit Aussicht auf Rot bis nach Rot (schöne ländliche Dorfszenerie, Fachwerkhäuser, Kapelle am Ortsrand). Oberhalb von Rot ein kleiner See mit Rastplatz.

Nach der Ortschaft Rot führt der Wanderweg entlang des Wachbaches durch Wiesengelände zum Stausee. Dann weiter durch einen kleinen Wald nach Dörtel. In Dörtel entlang des Wachbaches auf der dort vorhandenen Straße bis zum Ortsende. Von dort in südöstlicher Richtung hoch zum Parkplatz an der Kaiserstraße.

Nach überqueren der Kaiserstraße auf befestigtem Weg in den Wald, Gewann „Hofholz“ zur Hubertushütte mit schönem Rastplatz. Von dort in südwestlicher Richtung duch Hochwald, Gewann „Kammerforst“ zur B 290.

Nach überqueren der B 290, vorbei am Wasserturm, zurück zur Herbsthäuser Brauerei.

Infomaterialien

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Herbsthäuser Bierwanderweg

Infoblatt Wegbeschreibung

Herrischried: Entlang der Hochsaler Wuhr bis zum Hochrhein

Wanderung entlang der Hochsaler Wuhr von Herrischried bis zum Hochrrhein in Laufenburg.

Der Streckenverlauf wurde auf Grundlage der in der OSM-Karte dargestellten Wege so konstruiert, dass die Strecke möglichst nahe an der Wuhr verläuft. Abweichungen des tatsächlichen Streckenverlaufs sind also möglich. Erkennbar private Grundstücke bitte umgehen.

Die Wuhren
Lebensadern des Hotzenwaldes

Zum Bild der Kulturlandschaft des Hotzenwaldes gehören die Wuhren oder Wühren, die kilometerweit an den Hängen entlang führen. Das Wuhr oder die Wuhre (bzw. Wühre) ist ein künstlich angelegter Wasserlauf. Dieser Ausdruck leitet sich aus dem mittelhochdeutschen wuor, wuore her und bedeutet einen Damm zum Abhalten oder Ableiten des Wassers. Sie sind 0,3 bis 1,0 m breit und 0,2 bis 0,5 m tief und verlaufen mit 1 – 2% Gefälle und bringen das Wasser auch über Wasserscheiden hinweg. Bei ihrer Entstehung wurden sie als Wasserkraft für die Triebwerke im Tal, in späteren Zeiten aber auch zum Wiesenwässern benutzt.

Im Gemeindegebiet von Rickenbach befinden sich die drei größten Hotzenwälder Wuhre.

Entstehung

Sicher ist die Annahme, dass der Bau dieser künstlich angelegten Wasserläufe nur von einer starken Hand oder durch einen herrschaftlichen Erlass angeordnet wurde. Wir wissen von dem Säckinger Historiker Dr. Fridolin Jehle, dass das Kloster in Säckingen als Königskloster die „blühendste Entfaltung in seiner Geschichte“ schon im 10. Jahrhundert erreicht hatte. Es diente den deutschen Königen als Königspfalz. Mit seinem großen Besitz bis weit in die Schweiz hinein konnte das Stift Säckingen die Ansprüche königlicher Hofhaltung zufrieden stellen. Um die Mühlen für das Säckinger Versorgungszentrum zu betreiben, wurde das Wasser des Heidenwuhrs zum Antrieb benötigt.

Die Laufenburger Urkunde vom 4. September 1207 enthält einen Schiedsspruch zwischen dem Grafen von Habsburg und dem Stift Säckingen. Die Grafen besaßen die Waldungen um Laufenburg als Lehen und hatten zu viel Holz an die Eisenschmelzöfen und Hammerwerke abgegeben. Dies wurde in dem Schiedsspruch untersagt.

Wir dürfen also annehmen, dass die Wuhren des Hotzenwaldes und die Eisenschmelzen im Tal in der Zeit um 1000 bis 1100 geschaffen wurden. Diese Wuhren beziehen ihr Wasser aus einem Gebiet, in dem die Klein-Maier des Stiftes Säckingen das Sagen hatten. Diese könnten hinter dem Bau dieser Wuhren gestanden haben.

Die große Zeit der Säckinger Reichsabtei klang aus mit dem letzten uns bekannten Hoftag in Säckingen im Jahre 1173. Damals verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa die Schutzvogtei über das Kloster Säckingen an Albrecht von Habsburg. Als Vögte besaßen die Habsburger die militärische und hochgerichtliche Gewalt im Klostergebiet. Mit dieser Position bauten sie zielstrebig ihre Territorialhoheit zu Lasten des Klosters aus. Säckingen und Laufenburg, auf Klostergebiet entstanden, wurden habsburgische Landesstädte. Aus dem Säckinger Siedlungsraum auf dem Hotzenwald hatte sich die Grafschaft Hauenstein unter Vorderösterreichischer Herrschaft gebildet, so dass hier ein großes Territorium unter einer Herrschaft stand, die ein solches Vorhaben durchsetzen konnte.

Aufbau

Als erstes nach dem Einstieg zum Heidenwuhr sehen Sie die Stellfalle. Mit dieser wird der Wasserzulauf in das Heidenwuhr geregelt. Normalerweise fließen maximal 300l/sec. in das Wuhr. Insbesondere bei Hochwasser kann hier der Zulauf dezimiert werden. Es muss aber immer eine Mindestwasserführung gewährleistet werden, damit die Fische und andere Lebewesen nicht zugrunde gehen. Das Überwasser wird über das Streichwehr in den Seelbach abgeleitet.

Neben der gewerblichen Nutzung war die landwirtschaftliche Nutzung zur Wiesenwässerung von großer Bedeutung. Am Heidenwuhr ist noch ein steinernes Auswuhr erhalten, das in früheren Zeiten der Wiesenbewässerung diente. Es gab genaue Anordnungen, wie ein solches Auslaufbauwerk beschaffen sein musste und welche Materialen verwendet werden durften. Klar zu erkennen sind in den Bodensteinen die beiden Falze für das Schlussbrett. Alle übrigen Auswuhre und Stellfallen wurden im Lauf der Jahre von der Bachgenossenschaft beseitigt, wenn die Wässerungsrechte zurückgekauft waren.

Um die Wässerungsrechte gab es immer wieder Streitigkeiten, die von der Obrigkeit, also dem Waldvogt oder später durch das Großherzogliche Bezirksamt in sog. Schiedsbriefen beigelegt werden mussten. Der älteste bekannte Schiedsbrief stammt von 1457 bzw. dessen Abschrift von 1591. Darin wurden Regelungen getroffen für die Ausleitung des Wassers und zur Unterhaltung des Wuhres. Zur Überwachung wurde ein sog. „Geschworener Knecht“ bestellt.

Von Hütten her kommen starke Zuflüsse in das Wuhr. Insbesondere nach Starkregen oder Schneeabgang führt dies zu Hochwasser im Wuhr. Dies kann zu einer Gefahr für die unterhalb liegenden Grundstücke und Gebäude im Ortsteil Willaringen führen. Um dem vorzubeugen wurde Ende der 1990er Jahre ein Notüberlauf gebaut, der das Wasser in die unterhalb liegende Felsenhalde abschlägt, welche das ursprüngliche Gewässerbett war.

Unterhalt

Der Unterhalt der Wuhren ist seit Jahrhunderten sehr aufwendig und liegt in der Verantwortung des Wühreaufseher. Seine wichtigste Aufgabe war schon immer, das Wasser im Wuhr zu halten. Dies geschah in früheren Zeiten durch die Überwachung der Wässerungszeiten sowie bis heute durch das Abdichten des Dammes. Nach starken Regenfällen muss der Wuhraufseher das Wuhr auf Steine und Äste kontrollieren und diese entfernen, damit sich das Wasser nicht aufstauen und den talseitigen Damm überspülen kann. Im Herbst werden deshalb Böschungen gemäht, weil in das Wasser hängende Grasbüschel, Äste oder Zweige sehr schnell vereisen und so das Wuhr zufrieren kann. Auch im Winter, vor allem nach starken Schneefällen, muss das Wuhr kontrolliert werden, damit keine Schneeverwehungen das Wuhr aufstauen und dadurch das Wasser unkontrolliert seinen Weg über die Böschung ins Tal findet und unter Umständen großen Schaden anrichtet.

Durch Niederschläge und sonstige Einträge werden Sand, Erde und Laub in das Wuhr gespült. Deshalb muss der Sandfang regelmäßig geleert werden. Die beckenartige Erweiterung des Wuhres, die im hinteren Teil bis zu 2m tief ist, dient der Verringerung der Fließgeschwindigkeit. Es entsteht eine drehende Bewegung des Wassers. Feststoffpartikel, die schwerer sind als Wasser, setzen sich ab. Durch regelmäßige Entnahme des Sediments wird das einfache System aufrechterhalten.
Hochsaler Wuhr

Das Hochsaler Wuhr ist urkundlich bereits 1453 erwähnt, es ist 19 km lang, mit den Seitenwuhren sogar 27 km. Es wird zwischen Herrischried und Segeten aus der Murg abgeleitet. Unterhalb der Hetzlenmühle verläuft die Wühre dann an Hogschür und am Hang der Hohneck vorbei, überschreitet in 790 m Höhe westlich von Oberwihl die Wasserscheide zwischen der Murg und dem Andelsbach. Bei Rotzel verzweigt es sich in zwei Arme: die Rotzler- und die Hochsaler Wühre, an den früher mehrere Eisenhammerwerke und Mühlen lagen. Das Rotzelwuhr vereinigt sich mit dem Andelsbach und fließt bei Laufenburg in den Rhein. Das Hochsaler Wuhr verzweigt sich dann nochmals in zwei Arme. Der eine fließt bei Luttingen, der andere bei Laufenburg in den Hochrhein.

Hännemer Wuhr

Das Hännemer Wuhr – oder Hänner Wuhr – wird erstmals 1477 erwähnt, es ist 11,5 km lang und wird nördlich Hottingen in ca. 720 m Höhe aus der Hauensteiner Murg abgeleitet. Das Wuhr durchquert die Gemarkungen Hottingen und Hänner, vereinigt sich in Oberhof mit dem Sägebach, berührt die Gemarkung Binzgen und mündet bei Laufenburg in den Rhein. Ab der Grenze zwischen Oberhof und Niederhof wird von dem Hauptwuhr ein weiteres Wuhr, der Schreiebach, abgeleitet. Er fließt durch die Gemarkungen Niederhof und Rhina dem Hochrhein zu.

Heidenwuhr

Das Heidenwuhr erfuhr seine erste schriftliche Erwähnung 1457. Im Bereich des Hornberges entspringen in ca. 955 m Höhe einige kleine Bäche, die sich bei Atdorf zum Schneckenbach vereinen und südwärts an Strick vorbeifließen. Oberhalb des Dammes der Kreisstraße K 6538 bei der Abzweigung nach Glashütten wird der Bach aus seinem natürlichen Bett in ein künstliches Ableitungsbauwerk geleitet. Unterhalb der Kreisstraße beginnt dann in ca. 790 m Höhe das künstliche Bachbett. Dort steht ein Pegelhaus zur Abflussmessung des Schneckenbaches (zurzeit außer Betrieb). Danach wird an einer Stellfalle der Wasserzufluss in das Heidenwuhr begrenzt. Normalerweise fließen maximal 300l/sec. in das Wuhr, der Rest fließt über ein Streichwehr dem Seelbach zu, an Rickenbach und Willaringen vorbei, um dann bei Wickartsmühle über den Strahlbrusch (Wasserfall) in die Hauensteiner Murg zu gelangen

Das ca. 14 km lange Heidenwuhr überwindet zwischen Jungholz und Kühmoos die Wasserscheide zur Murg und fließt nunmehr dem Hochrhein zu. Es trägt nur in seinem Oberlauf bis zur Egger Säge diesen Namen. Von dort bis zur Einmündung in den Bergsee heißt der Wasserlauf „Schöpfebach“. Er fließt in einem natürlichen Bett, teilweise unter einer großen zusammenhängenden Blockhalde, den sogenannten “Wollsäcken“. Vom Ausfluss aus dem Bergsee bezeichnet man den renaturierten Unterlauf bis in die Stadtmitte von Bad Säckingen als „Gewerbebach“, der südlichste Abschnitt fließt als „Gießen“ in den Hochrhein.

Zum Wassersystem des Heidenwuhrs gehört auch der auf Bad Säckinger Gemarkung gelegene Bergsee. Er entstand erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Initiative der Bachgenossen. Im Bereich des Wildgeheges wurde 1802/03 durch den Scheffelfelsen ein Durchstich geschaffen um das Wasser in den Bergsee zu leiten, der bisher als Fischweiher gedient hatte. Er wurde so in einen ‚Wassersammler‘ umgewandelt. Um das Fassungsvermögen zu erhöhen, wurde mehrmals das Stauvolumen erhöht. Er ist heute 450m lang, 325m breit und bis zu 12m tief.

Infomaterialien

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Wuhrenwanderung

Keine Infomaterialien vorhanden.

Hinterzarten: Heimatpfad Hochschwarzwald – Mühlen und Sägen in der Schlucht

Hinterzarten: Heimatpfad Hochschwarzwald – Mühlen und Sägen in der Schlucht

Der Heimatpfad Hochschwarzwald ist ein Freilichtmuseum mit Kulturdenkmälern. Der Verein Heimatpfad Hochschwarzwald e.V. bemüht sich um die Erhaltung von altem Handwerk und denkmalgeschützten Anlagen. Der Heimatpfad macht die Wurzeln der Schwarzwälder Kulturgeschichte erleb- und sichtbar.

Wichtige Zeugnisse des bäuerlichen Lebens können hier wie eine lebendige Schau der örtlichen Heimatgeschichte erwandert werden. So hat jedes Objekt des Heimatpfades eine ganz besondere Ausstrahlung. Allein dies ist schon einen Besuch wert. Doch darüber hinaus geben sie jede Menge Anlass zum Erkunden, Entdecken und Nachdenken.

Infomaterialien

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Hinterzarten

Mühlenweg – keine weiteren Infomaterialien vorhanden!

Hinterzarten: Hochmoor Rundweg

Das Hinterzartener Moor bieteteinen Einblick in die typische Vegetation im Naturschutzgebiet „Hinterzartener Moor“. Zu Beginn der Tour besteht die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher über den nicht leicht zu befahrenen Moorquerweg (Steg) zu machen. Besonders empfehlenswert ist im Frühjahr sind die Orchideen- und Wollblüte.

Infomaterialien

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Hinterzarten

Hochmoor Rundweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Keine Textquellen vorhanden!

Hirrlingen: Naturkundepfad

Der Naturkundepfad wurde zum 50jährigen Vereinsjubiläum der Interessengemeinschaft Vogelschutz Hirrlingen e.V. eingeweiht.

An der Wanderstrecke wird über die Themen Geschichte, Geologie, Naturschutz, Flora und Fauna, Wiederbewaldung, Biotope oder verschiedene Vogelarten informiert.

Der Wegeverlauf geht durchs Naturschutzgebiet „Hintere Halde“ hinab zum Fluss Starzel.
Dabei werden Themen wie „Der Römerweg“, „Mahdegraben – Grenze zwischen Hohenzollern und Württemberg“ sowie der Fluss als Gewässer behandelt.

Vorbei am Kapffelsen und der Doline geht es zum Höhepunkt des Naturkundepfades, der begehbaren Sonnenuhr. In den Pfad sind interaktive Elemente eingebunden: ein Blick durchs Baumstammfernrohr lässt Teile des Pfades Revue passieren.

Die Tour kann auch in einzelne Abschnitte gegliedert werden: Der Waldlehrpfad ist mit einer Länge von 3 km in den Naturkundepfad integriert. Auf diesem Weg lernt man die heimischen Bäume mit ihren besonderen Merkmalen kennen.

Infomaterialien

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Hirrlingen

Begleitbroschüre „Naturkundepfad“

Hirschau: Industriepfad

Erlebnis Geologie

Seit 1833 wird im Raum Hirschau – Schnaittenbach Kaolin, Quarz und Feldspat abgebaut.

Im Lauf der Jahrzehnte entstanden so riesige Tagebaue und als Quarzsandberg der berühmte „Monte Kaolino“. Kaolin benötigte man früher vor allem für die Porzellanherstellung. Heute gehen etwa 60% der Produktion in die Papiererzeugung. Die gleichen Rohstoffe werden auch einige Kilometer weiter in Böhmen gewonnen. Der Grund dafür liegt in der Geologie dieser Region.

Durch Abtragung des gemeinsamen Grundgebirges „Moldanubikum“ wurde das in seine Mineralbestandteile zerlegte Material in Wannen abgelagert, in denen sich Kaolin bildete: die Voraussetzung für die Blüte der Porzellanindustrie in der Oberpfalz, Oberfranken und Böhmen.

Zur Einführung auf dem Industriepfad „Kaolinrevier“ begrüßen „Sprechende Granitsteine“ die Besucher auf Deutsch, Tschechisch und Englisch. Alle Informationen entlang des Pfades sind in diesen drei Sprachen beschriftet.

Erlebnis „Landschaft im Wandel“

Der Bergbau verändert die Landschaft. Dies ist auf einem Rundkurs von etwa sechs Kilometern Länge zu erleben. Auf 12 Stationen gibt es nicht nur Informationstafeln, sondern auch Schaukästen mit Kaolinprodukten, Litfaßsäulen und interaktiven Spielen. „Landschaft im Wandel“ bedeutet auch, zu erfahren, wie die Natur auf den Bergbau reagiert und wie die Tagebaue schließlich wieder rekultiviert werden. Was passiert mit dem Grund- und Oberflächenwasser? Wird aus dem Bergbaugebiet schließlich einmal eine Seenlandschaft? Auch in den tschechischen Kaolinrevieren werden die gleichen Fragen gestellt. Gerade für Schülergruppen aus Bayern und Tschechien kann der mehrsprachig konzipierte Pfad hier wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung der eigenen Region geben – ohne dabei seinen Erlebnis- und Spielcharakter zu verlieren.

Erlebnis „Natur und Gewerbe“

Auch die Tiere und Pflanzen stellen sich auf die Welt der Tagebaue ein; neue Biotope haben sich gebildet. So finden sich im Gebiet des Naturpfads seltene Tierarten wie etwa die Kreuzkröte, die ansonsten in Süddeutschland kaum verbreitet ist. Ihr weit zu hörender Ruf „Ärr-Ärr“ erinnert die Besucher in den Frühjahrs- und Sommermonaten vielleicht eher an die Tropen als an Ostbayern. An einer Station wird das alte Waldgewerbe wieder lebendig: Die Waldbienenwirtschaft und ein Holzkohlenmeiler zeigen, wie die Menschen früher den Wald als Erwerbsquelle nutzten.

Wegstationen
Station 1: GeoPark, Geologie, Lagerstätten, Produkte
Station 2: Grundwassermessstelle
Station 3: Renaturierung von kleinen Fließgewässern. Das Sekundärbiotop
Station 4: Der Wald, die vor- und frühgeschichtliche Erzgewinnung und Eisenverhüttung in Ostbayern
Station 5: Der Wald, das Wasser, die Eisenerzgewinnung und die Verhüttung im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit
Station 6: Historische Waldgewerbe Kohlenmeiler, Harzen, Waldbienenwirtschaft
Station 7: Rohstoffsicherung Natur und Landschaft
Station 8: Gestern – Heute – Morgen. Die Entwicklung des Reviers von den Anfängen bis heute. Die Bergbaufolgelandschaft. Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Station 9: Aufbereitung einst, (die „Faberschlemm“) und heute
Station 10: Kulturlandschaft des Raumes Hirschau – Schnaittenbach
Station 11: Absetzteiche, die natürliche Wasserklärung des Brauchwassers
Station 12: Das Kaolinrevier im Jahr 2006
Station 13: Granitsteinbruch Krausöd, ein bedeutendes Geotop
Station 14: Messstelle Abflusspegel Weitzendorfer Bach

Infomaterialien

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Industriepfad Hirschau

Keine Infomaterialien vorhanden!

Hirschberg: Zur Spatschlucht

Abwechslungsreiche geologische und kultur-historische Wanderung

Schluchten, Pinge und Schächte

Vom Pappelbachtal über den Höhenrücken der „Oberen Griet“ bis in das „Weittal“ sieht man wie an einer Perlenschnur aufgereiht die Spuren des Schwerspatabbaus. An Erdeinbrüchen, den sogenannten Pingen, und Schürfgräben lässt sich der ober- und unterirdische Abbau gut verfolgen.

Zunächst wurder der Tagebau betrieben bevor man zum Untertagebau überging. Der abgebaute Schwerspat wurde auf dem Schiffsweg nach Holland gebracht, wo er bei der Farbherstellung verwendet wurde. 1939 wurde der Schriesheimer Schwerspatabbau eingestellt, da sämtlicher Schwerspat abgebaut war.

Im Hermannsgrund wurde im Tagebau Feldspat abgebaut. Besonders reines Gesteinsmaterial wurde in Frankenthal und Mannheim bei der Porzellanherstellung gebraucht. Weniger reines Material wurde zu Keramikglasuren verarbeitet. Auch hier wurde 1939 der Abbau eingestellt.

Wegbeschreibung

Parkplatz Kehrrang

Vom Parkplatz folgen wir der OWK-Markierung II (gelb) zunächst durch die Weinberge, dann den Wald aufwärts. Oberhalb der Schriesheimer Hütte (bewirtet an Sa/So) kommen wir auf den geologischen Lehrpfad „L“ von Schriesheim.

Steinberg (km 4,0)

Ihm folgen wir nach rechts in ein altes Bergbaugebiet, wo seit Beginn des 19. Jahrhunderts in großen Mengen Schwer- und Feldspat abgebaut wurde.

Obere Griet (km 1,8)

Einbrüche und tiefe Schürfgräben sind unübersehbare Zeugen des einstigen Spatabbaus. Die Wanderung führt am Rand des Schürfgrabens über die „Obere Griet“ zur Flur „Lange Schar“. Von hier gehen wir vor zum Martinsbach und von dort weiter zur Spatschlucht.

Spatschlucht (km 1,1)

Die Spatschlucht ist seit 1937 Naturdenkmal. Sie entstand durch den Tagebau. Der Lehrpfad führt mitten durch die Schlucht in den Hermannsgrund. Oberhalb vom Hermannsgrund verlassen wir den Lehrpfad und folgen dem Burgensteig Bergstraße (blaues Burgsymbol) zum Schanzenköpfle.

Schanzenköpfle (km 2,9)

An dem Erdhügel und dem Ringgraben erkennen wir die einstige Befestigungsanlage. Auf der Kuppe sind noch einzelne Mauerreste vorhanden. Unser Wanderweg führt um das Schanzenköpfle herum einen schmalen Waldpfad steil bergab zur Hirschburg.

Hirschburg (km 0,7)

Auch von dieser Burg sind nur noch wenige Reste vorhanden. Von den Trümmern fällt besonders ein massives Gewölbe auf, vermutlich Teile des früheren Bergfrieds. Von der Burg folgen wir dann dem Burgensteig Bergstraße zunächst durch den Wald und dann durch die Weinberge zurück an unseren Startpunkt.

Parkplatz Kehrrang (km 1,2)

Infomaterialien

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Hirschberg

Zur Spatschlucht – keine Infomaterialien vorhanden!

Höchenschwand: Schinkenweg

Höchenschwand: Schinkenweg

Kulinarisches Highlight und symbolhaftes Markenzeichen des Schwarzwaldes ist der bekannte „Schwarzwälder Schinken“.

Der 12 km lange Schinkenweg informiert, wie tiefgreifend sich das bäuerliche Leben im Schwarzwald verändert hat. Jahrhundertelang produzierten die Höfe eigenen Schinken, fast alles wurde selbst hergestellt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfasste der wirtschaftlich-technische Fortschritt auch die Bergbauern. Heute sind die Höfe in den europäischen Agrarmarkt eingebunden.

Eine kleine Entdeckungsreise mit Einkehrmöglichkeiten auf dem Schinkenweg.

Schon gewusst?

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Schwarzwälder Schinken

Schwarzwälder Schinken ist ein Rohschinken, der seine einzigartigen Aromen durch das Pökeln und Räuchern über Tannen- und Fichtenholz erhält.

Im Schwarzwald wird er übrigens vom Stück in kleine Streifen geschnitten und gleich pur genossen.

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Schutzstatus

Seit 1997 ist „Schwarzwälder Schinken“ eine geschützte geographische Angabe (g.g.A.) der Europäischen Union.

Diese EU-geschützte traditionelle Spezialität wird ausschließlich im Schwarzwald hergestellt – nach einem seit Generationen festgeschriebenen Verfahren. Seit 2005 musste er dort auch geschnitten und verpackt werden.

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Herkunft

Das Fleisch für die Schinken muss nicht aus dem geografisch abgegrenzten Gebiet Schwarzwald stammen, sondern kann frei aus Deutschland und anderen Herkünften bezogen werden. Die Schweinekeulen stammen von Schweinen aus Baden-Württemberg (10 %), aus anderen deutschen Bundesländern (70 %) und aus dem EU-Ausland (20 %).

Quelle: Wikipedia (Stand: 2020)

Infomaterialien

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Höchenschwand

Schinkenweg – keine weiteren Infomaterialien vorhanden!

Hochstätt: Wanderung mitten durch die Eiszeitlandschaft

Als vor etwa 15.000 Jahren Inn- und Chiemseegletscher aneinanderstießen, wurden riesige Eisblöcke abgespalten und von Moränen verschüttet. Daraus entstanden die vielen Seen der Eggstätt Hemhofer Seenplatte, darunter auch der Langbürgner See, der durch seine bizarre Form jedem Betrachter der Landkarte sofort auffällt. Sein Name erinnert an eine vorgeschichtliche Burganlage. Wer den Langbürgner See umrundet, gewinnt ständig neue Ausblicke und sieht ihn nie ganz.

Infomaterialien

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Hochstätt

Wanderung mitten durch die Eiszeitlandschaft – keine Infomaterialien vorhanden!

Hof: „Geologie erleben“ im Stadtpark – Geopfad Theresienstein

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Der Geopfad Theresienstein im Hofer Stadtpark führt zu Punkten, die mit der spannenden Erdgeschichte Hofs zu tun haben. Die Sehenswürdigkeiten werden durch Infotafeln erläutert.

Wer hat nicht schon als Kind davon geträumt, mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zu reisen, um feuerspeiende Vulkane zu erklimmen, Erdbeben zu erleben und nach verborgenen Schätzen im Berg zu suchen. Nichts leichter als das! Mitten durch den Hofer Stadtpark Theresienstein können Sie sich auf eine Reise in die abenteuerliche Vergangenheit begeben.

Der 6 km lange „Geopfad Theresienstein“ führt zu magischen Orten, Infotafeln erklären das erdgeschichtliche Geschehen.

Autorentipp

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Geologischer Garten und Erlebniswelt Boden

Wer noch mehr mehr über die Erdgeschichte erfahren und rund 50 Gesteine aus der Region (Frankenwald und Fichtelgebirge) kennen lernen will, sollte sich den Geologischen Garten und die Erlebniswelt Boden anschauen. Diese befinden sich im Zoologischen Garten (direkt am Ausgangspunkt der Tour). Natürlich gibt es hier auch Tiere zu sehen…

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Botanischer Garten

Abstecher in den Botanischen Garten möglich (kostenloser Eintritt)

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Einkehrmöglichkeiten

In der Nähe des Geopfads gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, z. B. (in der Reihenfolge der Tourbeschreibung) Zoogaststätte, Restaurant Olympia, Meinels Bas (mit Biergarten), Gaststätte Theresienstein (mit Biergarten), Essboutique.

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Brauerei Meinel

Ebenfalls direkt am Weg: Brauerei Meinel

Infomaterialien

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Hof

„Geologie erleben“ im Stadtpark – Geopfad Theresienstein – keine Infomaterialien vorhanden!

Hof: Geologischer Garten im Zoologischen Garten

© Bayerisches Landesamt für Umwelt

Im Geologischen Garten sind zahlreiche Gesteine ausgestellt, Informationstafeln erläutern die Hofer Erdgeschichte und den Zusammenhang zwischen dem geologischen Untergrund und dem Boden. Interaktive Elemente laden ein, sich auch spielerisch mit den Themen Geologie und Boden auseinander zu setzen.

Der Geologische Garten bildet die Stadt Hof mit ihrer Umgebung ab. Die historische Altstadt ist aus Pflastersteinen nachgebaut, die Wasserkanäle stellen die Saale und ihre Zuflüsse dar. Die großen ummauerten Grünflächen sind die Landschaften der umliegenden Region mit ihren Gesteinen:

Die Gesteine des Fichtelgebirges

Das Fichtelgebirge im Süden von Hof ist von Phylliten, Glimmerschiefern und Graniten geprägt. Diese Granite leisten der Abtragung großen Widerstand. Es bilden sich daher kuppelartige Bergformen – Granitdome wie Ochsenkopf, Schneeberg, Kösseine oder Kornberg. Ist der Granit von Rissen durchzogen, verwittert dieser zu freistehenden Felstürmen, die wie aufeinander gestapelte Matratzen aussehen.

Die Gesteine der Münchberger Masse

Zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge liegt eine fremdartige Gesteinsscholle – die Münchberger Masse. Sie wird von Gneisen und Amphiboliten aufgebaut sowie äußerst seltenen Gesteinen wie Eklogit. Manche dieser Gesteine entstehen nur unter besonders hohen Drücken und Temperaturen. Wie die exotische Gesteinsmasse hier her kam, ist bis heute ein Rätsel!

Die Gesteine in Frankenwald und Vogtland

Der Frankenwald mit seinem typisch grauen Schiefergestein bildet eine sanfte Hochfläche, die an der so genannten Frän­kischen Linie gegenüber der Umgebung um mehrere hundert Meter heraus gehoben wurde. Bäche, die von der Hochfläche hinunter zur Saale und zum Main fließen, haben daher tiefe Täler eingeschnitten. Neben dem Schiefer kommen immer wieder auch exotische Gesteine vor, die hier eigentlich nicht hingehören.

Die Gesteine verraten, dass die Hofer Gegend eine abenteuerliche Geschichte erlebt hat: Im Laufe der Jahrmillionen lag sie mal auf der Südhalbkugel, mal am Äquator. Es kam zu Vulkanausbrüchen, Gebirgsbildungen und Meeresüberflutungen.

Der Geologische Garten und die Ausstellung „Erlebniswelt Boden“ wurden 1994 als Beitrag zur Landesgartenschau angelegt. Die Ausstellung wurde 2011 und der Geologische Garten 2014 von der Stadt Hof und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt neu gestaltet. Bei der Neugestaltung des Geologischen Gartens war auch der Geopark Schieferland beteiligt. Gefördert wurden beide Teile durch das Bayerische Umweltministerium.

Hof und das „Variszische Gebirge“

Die Alpen mit ihren schneebedeckten Bergen kennt jeder. Aber dass die sanften Hügel von Frankenwald und Fichtelgebirge einmal genauso hohe Gipfel aufwiesen, mag erstaunen. Denn vor 300 Millionen Jahren gab es schon einmal ein Gebirge bei uns – das Variszische Gebirge. Über die Jahrmillionen haben Wind und Wetter die einst spitzen Gipfel in eine Mittelgebirgslandschaft verwandelt. Reste dieses Gebirges findet man nicht nur bei uns, sondern weltweit.

Der österreichische Geologe Eduard Suess schrieb 1888 in seinem berühmten Werk „Das Antlitz der Erde“:

Nirgends treten die Umrisse einzelner alter Gebirgskerne so deutlich hervor als bei Hof. Es ist daher entsprechend, dass der Name des Ge­birges nach Curia Variscorum (lat. Hof im Vogtland) das Variszische Gebirge genannt wird.

So wurde Hof namensgebend für eine heute noch prägende Gebirgsbildung, bei der Fichtelgebirge, Münchberger Masse, Frankenwald und Vogtland entstanden.

„Erlebniswelt Boden“

In der Ausstellung „Erlebniswelt Boden“ gibt es verschiedene Elemente zum Schauen, Staunen und Spielen. Sie ist daher auch für Kinder bestens geeignet.

Informationstafeln vermitteln einen kleinen Überblick über das Thema Boden.

Infomaterialien

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Hof

Faltblatt „Geologischer Garten“

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Hof

Steckbrief „Geologischer Garten und Erlebniswelt Boden im Zoologischen Garten Hof“

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Hof

Infotafeln „Erlebniswelt Boden“

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Hof

Broschüre „Gesteine Geologischer Garten“

Textquellen

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Hohenschwangau: Wanderung über den Kulturpfad Schutzengelweg auf den Tegelberg

Tegelbergbahn-Talstation – Schutzengelweg – Rohrkopfhütte – Tegelberghaus und Panoramagaststätte – Tegelbergbahn-Bergstation – mit der Kabinenbahn zurück zur Tegelbergbahn-Talstation

Leichte Wanderung auf den Tegelberg durch Bayerns größtes Naturschutzgebiet, das Ammergebirge. Entlang des Weges informieren Schautafeln über die lokalen Gegebenheiten. Zurück geht es bequem mit der Gondel.

Bergrutsch

Am 30.08.1975 erfolgte auf der Westseite des Rohrkopfs infolge vorausgegangener Starkniederschläge ein Bergrutsch. Dabei glitt an hangparallel einfallenden Schicht- und Kluftflächen unterkretazischer Gesteine eine ca. 15 m bis 20 m mächtige Gesteinsmasse translationsförmig ab, die ca. 4 ha Hochwald mit sich riß…

mehr erfahren  (PDF zum Bergrutsch)

Infomaterialien

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Hohenschwangau

Kulturpfad Schutzengelweg – keine Informationen vorhanden!

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Hohenschwangau

Der Bergrutsch am Lenkerskopfgraben bei Füssen

Holzkirchen: Radtour Geo-Lehrpfad Nordroute

Zwei Radtouren

Mit insgesamt 24 Stationen verläuft der Geo-Lehrpfad über zwei „Rundkurse“ mit zentralen Start- und Endpunkten am Bahnhof Holzkirchen (Nordroute: 16 km) und am Herdergarten (Südroute: 19 km).

Auf den Thementafeln werden u.a. glazialmorphologische Phänomene wie die Rückzugsstadien der Endmoränen, ehemalige Schmelzwasserrinnen und die Entstehung des Teufelsgrabens erläutert, aber auch Themen wie Wald und Naturschutz, Boden und Landwirtschaft, Grundwassergewinnung, Geothermie, geographische Lage von Holzkirchen, Verwendung von Kalktuffen und aktuelle Geländenutzungen erläutert.

Interessante Exponate ergänzen die Themenstandorte.

Steingalerie (E 1)

Die Steingalerie im Herdergarten bietet die Gelegenheit, eine große Auswahl von Geröllen und Kieselsteinen im Holzkirchner Untergrund kennen zu lernen und ihre Herkunft zu erkunden.

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Koordinatenstein (E 2)

Der Koordinatenstein weist mit einer Weltkugel-Gradnetz-Skulptur auf die geographische Lage von Holzkirchen hin.

mehr erfahren

Steinsäule (E 3)

Die Steinsäule am Hahnhof verdeutlicht verschiedene Geröllformen und Abrollungsgrade von Gesteinen.

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Nordroute

Mit dem Rad auf den Spuren der Erdgeschichte rund um den Markt Holzkirchen. Der nördliche Teil des 2021 eröffneten Holzkirchner Geo-Lehrpfads erschließt die kleinen Weiler und Dörfer nördlich des Marktes Holzkirchen – ein Highlight ist der eindrucksvolle Teufelsgraben – ein eiszeitliches Trockental.

Start der Tour ist am Bahnhof in Holzkirchen.

Wegstationen
Station 1: Bahnhof (Übersicht)

Der Lehrpfad ist eine Einladung, die Spuren der Eiszeit in der Landschaft zu entdecken.

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Station 2: Vegetationsgeschichte

Die Parabraunerden und Braunerden zwischen Holzkirchen und dem Ortsteil Roggersdorf wurden auf denMoränen der Rißeiszeit gebildet.

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Station 3: Wald in Holzkirchen

Von Natur aus wäre das Holzkirchener Gemeindegebiet vollständig bewaldet.

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Station 4: Teufelsgraben

Der tiefe markante Taleinschnitt, in dem heute aber kein Fluß mehr fließt, war bereits seit frühester Zeit Anlass für Sagen um seine Entstehung.

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Station 5: Grundwasser - der Schatz aus der Tiefe

Die Gemeinde Holzkirchen bezieht neben dem Brunnen Baumgartenstraße den wesentlichen Teil des Trinkwasserbedarfs von 1 Mio m³ pro Jahr aus den Tiefbrunnen im Teufelgraben.

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Station 6: Würmeiszeitliche Säugetiere

Kiesgruben sind wichtige Fundgruben, die ein großes Geröllspektrum offenbaren und in denen gelegentlich Fossilien zu finden sind.

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Station 7: "Rolling Stones" aus dem Oberengadin

Östlich der Bahnunterführung lag während des Würm-Maximums der Zusammenfluss dreier sehr breiter flacher Rinnen.

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Station 8: Schotterebene Mölgg-Aberg

Beim Blick nach Südwesten in Richtung Erlkam ist eine Geländestufe erkennbar.

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Station 9: Kalktuff-Kirche in Föching

Die in den Jahren 1664-1671 erbaute Kirche St. Johann Baptist in Föching liegt im würmeiszeitlich geprägten „Warngau-Föchinger-Trockental“.

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Station 10: Warngau-Föchinger Trockental

Nach diesem Standort mündeten während der Maximalausdehnung des würmzeitlichen Gletscherlobus die Schmelzwässer aus dem Bamgartener Tal in die des Warngau-Föchinger Tals.

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Station 11: Geothermie Holzkirchen

Unter der eiszeitlich geprägten Oberfläche liegen deutlich ältere Gesteinsschichten.

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Station 12: Malm-Skulptur

Die Skulptur „Ewigkeit: Als zeitgenössischer Künstler stellt TOBEL sich in Opposition zum Zeitgeist.

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Infomaterialien

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Geo-Lehrpfad Holzkirchen

Die Infotafeln und teilweise auch weitere Informationen stehen auf der Webseite „Geo-Lehrpfad Holzkirchen“ als PDF zu Download zu Verfügung.

Holzkirchen: Radtour Geo-Lehrpfad Südroute

Zwei Radtouren

Mit insgesamt 24 Stationen verläuft der Geo-Lehrpfad über zwei „Rundkurse“ mit zentralen Start- und Endpunkten am Bahnhof Holzkirchen (Nordroute: 16 km) und am Herdergarten (Südroute: 19 km).

Auf den Thementafeln werden u.a. glazialmorphologische Phänomene wie die Rückzugsstadien der Endmoränen, ehemalige Schmelzwasserrinnen und die Entstehung des Teufelsgrabens erläutert, aber auch Themen wie Wald und Naturschutz, Boden und Landwirtschaft, Grundwassergewinnung, Geothermie, geographische Lage von Holzkirchen, Verwendung von Kalktuffen und aktuelle Geländenutzungen erläutert.

Interessante Exponate ergänzen die Themenstandorte.

Steingalerie (E 1)

Die Steingalerie im Herdergarten bietet die Gelegenheit, eine große Auswahl von Geröllen und Kieselsteinen im Holzkirchner Untergrund kennen zu lernen und ihre Herkunft zu erkunden.

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Koordinatenstein (E 2)

Der Koordinatenstein weist mit einer Weltkugel-Gradnetz-Skulptur auf die geographische Lage von Holzkirchen hin.

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Steinsäule (E 3)

Die Steinsäule am Hahnhof verdeutlicht verschiedene Geröllformen und Abrollungsgrade von Gesteinen.

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Südroute

Radtour über einen Lehrpfad zu den geologischen Ursprüngen des Holzkirchner Umlands und den Eiszeitspuren des Miesbacher Oberlands.

Der südliche Teil des 2021 eröffneten Holzkirchner Geo-Lehrpfads führt ins Hügelland zwischen Holzkirchen, Kleinhartpenning und Großhartpenning, bevor er über Sufferloh und Thann wieder die Marktgemeinde erreicht. Zwölf Schautafeln bieten einen guten Überblick über die geologisch Entwicklung des Alpenvorlands mit einem Fokus auf die letzten Eiszeiten.

Start der Tour ist am Herdergarten in Holzkirchen.

Wegstationen
Station 1: Herdergarten (Übersicht)

Die eiszeitliche Landschaftsgeschichte als Hauptthema.

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Station 2: Baumgartener Trockental

Das Baumgartener Trockental als Folge von Schmelzwässern des würmzeitlichen Tölzer Gletscherlobus.

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Station 3: Geographische Lage

Jeder Punkt der Erdoberfläche kann in einem Gradnetz mit geographischen Koordinaten eindeutig bestimmt werden.

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Station 4: Blick auf Endmoräne

Endmoränen, Eiszeiten in der Erdgeschichte und Eiszeittheorien.

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Station 5: "Rückzugsort" mit Aussicht

Der Aussichtspunkt befindet sich auf einer Altmoräne aus der Riß-Kaltzeit.

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Station 6: Hackensee

Von diesem Standort aus ist nicht sofort zu erkennen, dass man sich in der Grabenstruktur des Teufelgrabens befindet, …

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Station 7: Endmoräne Asberg

Richtung Norden erstrecken sich die würmeiszeitlichen Schmelzwasserschotter.

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Station 8: Vegetation, Boden und Landwirtschaft

Die ursprüngliche natürliche Vegetation im Jungmoränengebiet war hier der Waldmeister-Tannen-Buchenwald, …

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Station 9: Moränenwall Sufferloh

Sufferloh liegt auf dem äußersten Endmoränenwall des Tölzer Lobus.

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Station 10: Gletschertor Thann

Was ist ein Gletschertor?

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Station 11: Der Kogl - eine Altmoräne

Östlich von diesem Standpunkt erhebt sich der Kogl.

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Station 12: Gebirgs- und Vorlandgletscher

Der Isar-Loisach-Gletscher im Hochwürm.

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Infomaterialien

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Geo-Lehrpfad Holzkirchen

Die Infotafeln und teilweise auch weitere Informationen stehen auf der Webseite „Geo-Lehrpfad Holzkirchen“ als PDF zu Download zu Verfügung.

Homberg: Vulkanregion Vogelsberg – Geotour „Felsenmeer“

Geologische Besonderheiten und Naturdenkmale prägen den Rundwanderweg mit geologischem Schwerpunkt.

Sie erwandern zahlreiche Naturdenkmäler, eine noch intakte Naturlandschaft mit zahlreichen Hecken und Wäldchen (bezaubernd ein 500 m langer Heckenhohlweg) und nicht zuletzt alte und neue Zeugnisse des Bergbaus sowie historisch belegte Ereignisse wie der von Merian beschriebene „Erdfall“ des Jahres 1571.

Infotafeln am Wegesrand weisen auf interessante Stätten und Begebenheiten hin.

Wegeinfo

Mit einer Länge von 6,6 km und ausgesprochen wenigen Höhenmetern ist die Geotour Felsenmeer eine leichte und daher auch für Familien mit Kindern geeignete  Erlebnistour.

Die meist naturbelassenen Wege sind größtenteils gut begehbar und in beide Richtungen ausgeschildert. Empfehlenswert ist die Wanderung im Uhrzeigersinn.

Ein neu geschaffenes Aussichtsplateau ermöglicht den Blick in Europas größten Basaltsteinbruch.

Etwa in der Hälfte der Wanderstrecke befindet sich beim Naturdenkmal „Dicke Steine“ ein idealer Rastplatz, der per PKW über den Stadtteil Nieder-Ofleiden problemlos erreichbar ist.

Wegstationen
Station 1: Kirschenallee und Magerrasen

Zahlreiche Kirschenbäume säumen hangwärts den beschaulichen Grasweg – im Frühjahr eine Augenweide. Und auch die bereits abgestorbenen Bäume im
Bereich der alten Magerrasenflächen erfüllen ihren Zweck – als Lebensraum von Insekten und Kleinstlebewesen.

Station 2: Ehemalige Kieselgurgruben

Anfang der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts begann eine Firma aus Mannheim auf dem „Hohen Berg“ mit dem Abbau der damals wertvollen Kieselgur. Die ehemaligen Gruben sind heute noch aufgrund der eindrucksvollen Bodenvertiefungen
gut erkennbar.

Station 3: Kieselgurflöz

Die grauweiße Kieselgurschicht in einer Abbauwand des Basaltsteinbruchs ist gut erkennbar. Kieselgur ist ein feinkörniges und hochporöses Pulversediment aus Millionen Schalen von Kieselalgen und wurde vorwiegend als Trägermaterial für
Nitroglyzerin benötigt.

Station 4: Europas größter Basaltsteinbruch ...

… wird nun schon seit über 100 Jahren von der MHI (Mitteldeutsche Hartstein-Industrie) betrieben und ständig weiter ausgebaut. Heute findet hier alle drei Jahre mit der Steinexpo die weltgrößte internationale „Demonstrationsmesse für die Baustoffindustrie“ statt.

Station 5: Die alte Schafstränke...

… wird bereits im 16. Jh. in Zusammenhang mit den Mortwiesen erwähnt. Sie befindet sich nur wenige Meter hinter dem beeindruckenden Naturdenkmal einer uralten knorrigen Linde. Ganz in der Nähe der Tränke soll mal ein Höfchen oder Häus’gen gestanden haben.

Station 6: Naturdenkmal „Dicke Steine“

Die mehrere Meter mächtigen Blöcke in wulstigen Formen liegen zusammengetürmt auf einer Fläche von 20 x 30 Metern seitlich eines Grillplatzes. Die wuchtigen Steine aus Tertiärquarzit sind durch millionenjahrelange Witterungseinflüsse regelrecht durchlöchert.

Station 7: Millionen Jahre Erdgeschichte...

… lassen sich an der Wand einer stillgelegten Sandgrube ablesen. Unten liegen geschichtete Tertiärsande (älter als 23 Mio. Jahre). Die sog. Fließerde ganz oben ist
in den letzten Eiszeiten entstanden. In diese Zeit können wir auch Mammut und letztendlich den Menschen einordnen.

Station 8: Naturdenkmal „Felsenmeer“

Das Trümmerfeld aus hunderten mächtiger Steinbrocken war ursprünglich eine ausgedehnte Bank aus Tertiärquarzit, die durch Auswaschungen und Verwerfungen
schließlich auseinanderbrach. Ein herrlicher naturbelassener Weg führt zwischen den Steinhalden hindurch.

Station 9: Flugwache

Bereits um 1905 wurde an der höchsten Stelle des „Hohen Berges“ ein kleiner Aussichtsturm mit herrlicher Rundumsicht errichtet. Während der Kriegsjahre
wurde von hier aus der alliierte Flugverkehr kontrolliert und an den Fliegerhorst Gießen weitergemeldet.

Station 10: Insektenhotel

Von der NABU errichtet, bietet das Insektenhotel Wildbienen und Solitärwespen Unterschlupf. In Hohlräumen in Holz, Stängeln und sogar in den speziellen Dachziegeln legen sie Brutkammern an.Stechattacken braucht der Beobachter nicht zu befürchten, die Tiere sind harmlos und friedlich.

Station 11: Der Erdfall

Zahlreiche Infotafeln weisen auf geologische und geschichtliche Besonderheiten hin – wie hier die Beschreibung Merians von dem überraschenden Erdfall im Jahre 1571, der quasi über Nacht etliche Äcker auf dem Hohen Berg in die Tiefe riss.

Infomaterialien

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Homberg

Faltblatt Geotour „Felsenmeer“

Textquellen

Webseite „Region Vogelsberg Touristik GmbH“

Hombourg: Land der Bergleute

Auf der Tour erwandert man die eindrucksvolle Wald- und Industrielandschaft zwischen L’Hôpital, Freyming-Merlebach und Hombourg-Haut.

Landschaftsprägend sind die mächtigen Halden und Sandgruben um die Schächte Sainte Fontaine und Cuvelette.

Auch die zahlreichen Bergarbeitersiedlungen (Cités) und die Erdöl-Plattform Carling – St-Avold sind stille Zeugen der früheren Bergbautätigkeit.

Der Strecke verläuft durch längere Waldabschnitte. Empfehlenswert ist auch der Aufstieg zur mittelalterlichen Bischofsstadt Hombourg-Haut.

Infomaterialien

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Hombourg

Land der Bergleute – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Horgen (CH): Auf den Spuren des Bergwerk Käpfnach

Der Lehrpfad zeigt die wechselvolle Geschichte des Kohleabbaus in Käpfnach und im Aabachtobel.

Die Wegstrecke führt entlang von Relikten aus der Abbauzeit aber auch vorbei an Geländeveränderungen, welche auf den Bergwerkbetrieb zurück zu führen sind.

Im Begleitfaltblatt finden sich neben einer Kurzbeschreibung der einzelnen Stationen auch ein Stollen- und Streckenplan, der die Dimension des früheren Bergwerks aufzeigt.

Bergwerk-Denk-mal!

Spuren des Horgner Industrie-Denkmals sind auf einem grossen Teil des Gemeindegebiets von Horgen zu finden. Allerdings sind viele dieser Spuren durch bauliche Veränderungen oder bedingt durch Verwitterung nur noch schlecht sichtbar oder gar nicht mehr. Dank der Unterstützung der Firma DOW, Horgen, konnte der «Bergwerk-Denk-mal!»-Weg eingerichtet werden. Die erste Etappe führt vorbei an sieben Tafeln, die mit Bildern und Texten über Relikte und die Bedeutung verschiedener Orte informieren

Infotafeln Bergwerk-Denk-mal!

Wegstationen
Station 1: Rotweg-Stollen

Dieser Haupt- und heutige Besucherstollen wurde im Jahre 1828 erstellt und mit Unterbrüchen bis 1910 für den Kohle- und Schutttransport genutzt. Die moderne Werkstatt mit dem darüber liegenden Mehrzweckraum dient dem heutigen Besucherbetrieb.

Station 2: Zementfabrik

Die markanten Kamine gehören zu den Brennöfen der „Zementi“. Hier wurden zwischen 1874 und 1934 Zement sowie Zementprodukte hergestellt. Dazu wurden bis zur Stilllegung des Bergwerkes im Jahre 1910 Kalkmergel und Kohle aus den Käpfner Stollen verwendet.

Station 3: Brennofen der Ziegelei

Im Jahre 1663 wurde die Käpfner Kohle durch den Ziegler Landis wieder entdeckt, als er Lehm abbaute für die Ziegelherstellung. Er nutzte die Kohle als Energiequelle in seinen Brennöfen. Heute sind nur noch Mauerreste sichtbar, versteckt unter einem Neubau.

Station 4: Kohlenmagazin mit Bergbaumuseum

Im ehemaligen, 1784 erbauten Kohlenmagazin wurde am 4. Dezember 1989 das Bergbaumuseum eingerichtet. Hier können die Besucherinnen und Besucher die Geschichte des Bergwerks anhand vieler Exponate sowie historischer Filmaufnahmen vom Bergwerkbetrieb erleben.

Station 5: Pulverhüsli

Im Pulvermagazin oberhalb des Bergbaumuseums wurde ab dem Jahre 1850 der Sprengstoff gelagert. Das Gebäude wurde so gebaut, dass bei einer Explosion das Dach in die Luft gehoben worden wäre, ohne dass horizontal wegfliegende Mauerteile grösseren Schaden hätten anrichten können.

Station 6: "Zschokke"-Stollen

Auf der Führung beginnt oder endet hier die 1,4 km lange Fahrt durch den Besucherstollen. Es ist der Eingang zum zweiten Hauptstollen, der ab 1805 vorgetrieben wurde. Der Stollenmund ist integriert in das darüber liegende einstige Verwaltungsgebäude des Bergwerks.

Station 7: "Medis"-Stollen

Vermutlich startete der Kohleabbau im 17. Jahrhundert an diesem Abhang, über Tage und ohne Bergbaukenntnisse. An der gleichen Stelle wurden ab ca. 1700 die ersten Stollen vorgetrieben. Vom „Medis“-Stollenmund ist heute nur noch eine Geländemulde sichtbar.

Station 8: "Dachs"-Stollen

Wie der „Medis“-Stollen stammt dieser Hauptstollen aus den Anfängen des Käpfner Kohleabbaus um 1700. Heute ist auch er nicht mehr zugänglich. Allerdings sind der Geländeeinschnitt sowie der oberste Bereich des Stollenmundes noch gut zu sehen.

Station 9: "Gwandlen"-Stollen II

Der gut erhaltene Stollenmund wurde in drei Abbauphasen gebraucht. Zuerst diente er einem kleinen, privaten Abbauversuch. Später belüftete er das Käpfner Abbaugebiet. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Abtransport des Schuttmaterials benutzt.

Station 10: Feldbahn zur grossen Aabach-Deponie

Beinahe an der Stelle der heutigen Gwandlenbrücke führten die Geleise der Feldbahn über einen Holzviadukt vom Gwandlen-Stollen II zur grossen Aabach-Deponie hinüber. Daran erinnert heute noch ein rekonstruierter Schienenabschnitt mit einer Kipplore.

Station 11: Kohleflöz mit Stollenentwässerung

An der bergseitigen Wegböschung findet sich die einzige Stelle, an der das Kohleflöz – nur wenige Zentimeter dick – an der Oberfläche sichtbar und mühelos zugänglich ist. Das Wasserrohr entwässert ein kleines Abbaugebiet aus den Jahren 1860 bis 1868.

Station 12: Grosse Aabach-Deponie

Der beim Kohlenabbau anfallende Gesteinsschutt wurde teilweise an beiden Uferhängen des Aabachs deponiert. Diese Flächen sind heute meist bewaldet und nur noch bei vegetationslosen Stellen am hellgrauen Mergel- und Sandsteinmaterial erkennbar. Die grösste Deponie ist die vorliegende Aabach-Deponie.

Station 13: "Gottshalden"-Stollen

Die Abbaugebiete während des Zweiten Weltkrieges lagen beidseits des Aabachtobels. Von 1943 bis 1947 wurde die Kohle vom gegenüberliegenden Stollenmund (heute verstürzt) über eine Brücke durch diesen Stollen seewärts Richtung Gottshalden transportiert.

Letsch, Emil: Die schweizerischen Molassekohlen östlich der Reuss: Karte von Käpfnach und Umgebung, Winterthur, 1899. ETH-Bibliothek Zürich. 

https://doi.org/10.3931/e-rara-20722

Kohlevorkommen Käpfnach-Gottshalden-Aabachtobel

Das mehrere Quadratkilometer große Käpfnacher Kohlenflöz entstand vor 16 Millionen Jahren und wird stratigraphisch der Oberen Süßwassermolasse zugeordnet.

Durch die Alpenbildung bildet das Flöz im Raum Käpfnach ein flaches, von West nach Ost streichendes Gewölbe. Die Gewölbeachse senkt sich von Westen Richtung Osten ganz leicht mit ungefähr 5,2 ‰.

Am gegenüberliegenden östlichen Zürichseeufer konnte das Flöz bisher nicht nachgewiesen werden (Stand: 1982).

Flözmächtigkeiten

Bei Käpfnach betragen die mittleren Mächtigkeiten ca. 20 cm, bei der Kehrichtverbrennungsanstalt Waidli sogar maximale 48 cm und in Sihlbrugg nur noch 3 cm bis 10 cm. In südöstlicher Richtung gegen das Aabachtobel hin und besonders auf der rechten Bachseite nimmt im allgemeinen die Mächtigkeit ab. Die gewinnbare Kohle schwindet stellenweise auf 9 cm zusammen, um noch weiter östlich, im Raume Gottshalden, noch mehr abzunehmen.

Im Vergleich zu den Kohleflözen in Norddeutschland ist die räumliche Ausdehnung des Käpfnacher sehr bescheiden.

Einem Rechenschaftsbericht des Kantons Zürich von 1856 ist zu entnehmen, dass im Käpfnacher Flöz Kohlenstoffgehalte von 45-69 % und Sauerstoffgehalte von 19-30 % gemessen wurden. Damit entsprechen diese Kohlen etwa den Braunkohlen.

Nebengestein

Über dem Flöz ist ein grau bläulicher Tonmergel ausgebildet. Seine Mächtigkeit nimmt in südlicher Richtung zu und steigt auf 6-7 m an. Zum Teil ist dieser Tonmergel von tauben Flözchen durchzogen, d. h. bituminöse Schichten, die keine Kohle einschliessen. Der Tonmergel bildet das Rohmaterial für die Fabrikation von Portlandzement. Über dem Tonmergel folgt überall ein toniger Sandstein.

Unter dem Flöz tritt zuerst ein sich fettig anfühlender, oft von Konkretionen durchsetzter, dunkler, eisenhaitiger Mergelton, ein sogenannter Schrammberg. auf. Seine Mächtigkeit nimmt von N nach S von 35 auf wenige cm ab. Dieser Mergelton lässt sich zu Ziegelwaren verarbeiten. Unter dem Schrammberg tritt der sogenannte Strassberg, ein braunschwärzlicher Mergel auf, der reich an organischen Substanzen und z. T. mit glänzenden Kohlenstreifchen durchsetzt ist. Dieser Mergel bildet den Hauptbestandteil des Doggermergels. Darunter tritt entweder ein gelblich- bis dunkelgrauer, mit organischen Einschlüssen durchsetzter Kalkstein oder ein gräulicher Mergelkalk auf, der zur Zementherstellung  Verwendung fand.

Ein toniger Sandstein bildet schliesslich die Unterlage des Mergelkalkes.

Bergwerk

Mit einer gesamten Ausbaulänge von 80 km (Stollen und Strecken) ist das Bergwerk Käpfnach das grösste seiner Art in der Schweiz.

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus der Chronik von Johannes Stumpf 1548:

„dieser Steinkohlen haben sich unserer Tage auch etliche erzeigt bey dem Zürichsee umb die Herrschaft Wädischwyl und Horgen, aber nicht so reichlich; deshalb man deren wenig acht hat“

Erst über hundert Jahre später, im Jahre 1663, wurden die Kohlevorkommen in Käpfnach durch die ansässigen Ziegler Landis neu entdeckt.

Staatlicher Abbau 1784-1899

Im dritten Christmonat des Jahres 1784 erscheint der oberbayrische Hofrat und Salzdirektor Klaiss in Begleitung von drei Knappen aus dem Bergwerk Elgg im Aabachtobel, um auf Geheiss der Zürcherischen Obrigkeit ein förmliches Steinkohlebergwerk einzurichten. Im Gebiet des heutigen Mühletals, also im unteren Teil des Aabachtobels, werden sofort zwei Stollen aufgefahren.

Steigende Fördermengen wurden in den 1850er bis 1870er Jahren durch bis zu 160 Bergleute erzielt, die grösste Ausbeute wurde im Jahr 1874 mit einer Fördermenge von 10.430,7 t erreicht.

Neben Kohle wurden Mergel und Kalkstein abgebaut und in der bergwerkseigenen Zementfabrik verarbeitet.


Schließung

Nach der Schliessung 1910 folgten zwei kriegsbedingte Betriebsphasen von 1917 bis 1921 und 1941 bis 1947. Allein im Zweiten Weltkrieg wurden unter Leitung des Bergbauingenieurs Max Zschokke über 55.000 t Kohle gewonnen.

Heute sind noch Reserven von ca. 300.000 t vorhanden, die indes nicht rentabel abgebaut werden könnten.

Ausdehnung und Ergiebigkeit des Bergwerkes

Ein erster Stollen wurde aus dem Gebiet der unteren Bergwerkstrasse in südwestlicher Richtung bis in die Region des heutigen Kalkofenquartiers vorgetrieben.

Von diesem Hauptstollen aus wurde mit seitlichen Querverbindungen in südöstlicher Richtung bis ca. im Jahre 1805 das Gebiet zwischen dem Mühletal und der Bergwerkstrasse bis hinauf ins Kalkofenquartier abgebaut.

1805 wurde dann ein zweiter Hauptstollen mit dem gleichen Ausgangspunkt an der unteren Bergwerkstrasse in mehr westlicher Richtung, ungefähr ins Gebiet der heutigen Churfirstenstrasse aufgefahren.

Durch Querverbindungen zum ersten Stollen wurde nun das Feld zwischen den beiden Hauptstollen, also im Bereich, wo heute die Einfamilienhausüberbauung ZeIgenstrasse steht, abgebaut.

Getrennt von diesen beiden Hauptangriffen wurde ab dem Jahre 1828 von dort, wo heute das Seewasserwerk steht, ein dritter Hauptstollen in Richtung Waidli/Töchterinstitut vorgetrieben.

Querstollen zum Hauptstollen 2 ermöglichten den Abbau des heutigen Gebietes Rotweg/Waidli.

Ein letzter, nicht sehr grosser Hauptstollen erschloss schliesslich ab dem Jahre 1882 aus dem Gebiet Hirsacker die Region Teufenbach/Rotweg.

Bergwerkverein Käpfnach

Seit 1982 verfolgt der Verein Bergwerk Käpfnach das Ziel, über die Geschichte des Bergbaus in Horgen zu informieren und das Bergwerk als überregional bedeutendes Denkmal der Industriekultur zu erhalten.

Der Verein unterhält ein kleines Museum. Ein kleiner Teil der Stollenanlagen steht Besuchern offen und kann auf einer 1,4 km langen Stollenbahn befahren werden.

Infomaterialien

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Auf den Spuren des Bergwerks Käpfnach

Faltblatt zum Themenweg durch Käpfnach und Aabachtobel

Hinterzarten: Heimatpfad Hochschwarzwald – Mühlen und Sägen in der Schlucht

Hornberg: Großer Mühlenweg

Auf dem wanderfreundlichen Rundweg durch das Reichenbach- und Schwanenbachtal kommen wir an zahlreichen traditionellen Schwarzwälder Höfmühlen vorbei. Unterwegs erwarten uns schöne Aussichtspunkte und ein romantisches Felsenlabyrinth.

Die abgelegenen Schwarzwälder Bauernhöfe betrieben früher oft eine eigene Hofmühle, um autark existieren zu können. Die meisten Mühlen wurden jedoch erst nach der Aufhebung des Mühlenbanns erbaut. Bis dahin durfte Getreide nur in der vom Grundherrn bestimmten Kameralmühle gemahlen werden oder der Müller musste den Mühlenzins entrichten. Mit der verbesserten Verkehrsanbindung und fortschreitender Technik verschwanden viele dieser Mühlen wieder bzw. verfielen. Um das kulturelle Erbe zu erhalten, wurden zahlreiche Schwarzwälder Mühlen restauriert. Einige davon werden am Deutschen Mühlentag, immer am Pfingstmontag, für interessierte Besucher geöffnet und ihre Einrichtungen vorgeführt.

Der Hornberger Mühlenwanderweg verbindet zahlreiche Mühlen im Reichenbach- und Schwanenbachtal. Er beginnt an der im Jahr 1837 erbauten Straßerhofmühle am Ortsrand von Hornberg. Im Ortsteil Unterreichenbach folgt die Heilerbauernhofmühle aus dem 19. Jahrhundert. Die Unterschembachhofmühle beim Kenzengut wurde vermutlich schon 1770 erbaut. In ihrer Nähe befindet sich die Heizemehofmühle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von der verfallenen Vogtsbauernhofmühle in Oberreichenbach sind nur noch spärliche Reste sichtbar. Voll funktionsfähig ist dagegen die nach 1840 erbaute Untersteighofmühle in Schwanenbach. Eine der größten Schwarzwälder-Hofmühlen der Region ist die 1806 erbaute Zuckerbauernhofmühle. Die aus dem 19. Jahrhundert stammende Hasenbauernhofmühle wurde erst 1995 -1997 wieder aufgebaut.

Infomaterialien

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Hornberg

Großer Mühlenweg – keine weiteren Infomaterialien vorhanden!

Hornberg: Hornberger-Schießen-Weg

Hornberg: Hornberger-Schießen-Weg

Sicher haben Sie schon von der Redensart „Es geht aus wie das Hornberger Schießen“ gehört. Doch was steckt genau dahinter?

Erleben Sie auf dem bequemen Hornberger Schießen Weg von der Stadtmitte bis hoch zum Hornberger Schloss auf unterhaltsame Weise, wie es sich zugetragen haben könnt. Unterwegs machen Spielstationen auch für Kinder den Weg zu etwas Besonderem, zudem gibt´s Picknick-Möglichkeiten. Der Weg ist auch für Familien mit Kinderwagen gut geeignet. Auf dem Schlossberg erwartet Sie ein toller Ausblick auf die Stadt, das Viadukt der Schwarzwaldbahn und in das Gutachtal. Ferner eine Multi-Media-Präsentation zum berühmten „Hornberger Schießen“.

Die 14 Stationen erfahren Sie Interessantes und Schmunzelhaftes über das Ereignis im Jahre 1564, welches Hornberg weit über die Grenzen hinweg bekannt gemacht hat. Außerdem vermitteln Ihnen die Stationen Wissenswertes über die mehr als 900-jährige Gesichte der Stadt Hornberg.

Wie kam es zu der berühmten Redensart?

Die Hornberger erwarteten im Jahre 1564 den Besuch des Herzogs Christoph von Württemberg. Sie wollten ihm zu Ehren mit ihren Kanonen ordentlich Salut bei seiner Ankunft schießen.

Der Nachtwächter hielt auf dem Wachturm Ausschau. Dreimal kündigte er fälschlicherweise das Kommen des Herzogs an. Aber es waren nur eine Vieherde, ein Krämerkarren und eine Postkutsche, die bei der Anfahrt durch das Gutachtal Staub aufwirbelten.

So nahm Nachtwächter Lauble jedes Mal an, es sei der Tross des Herzogs und blies in sein Horn. Und jedes Mal ließen die Landsknechte die Kanonen zur Begrüßung donnern.

Als der Herzog tatsächlich kam, war alles Pulver verschossen. Der Landesherr passierte schließlich das Stadttor und die Bewohner und Landsknechte riefen in ihrer peinlichen Not laut „Piff Paff!“ Der Herzog fühlte sich verhöhnt und wollte die Landsknechte in den Turm werfen lassen. Als ihm der Schultheiß die Ursache dieses absonderlichen Empfanges schilderte, ließ er sich aber besänftigen. Es wurde nun doch noch ein recht frohes Fest, bei welchem der hohe Gast herzhaft mitfeierte.

Doch die Kunde von diesem Erlebnis verbreitete sich schnell in allen deutschen Landen. Den Hornbergern zum Spott, den anderen zur Freude blieb das Sprichwort: „Es geht aus wie das Hornberger Schießen“.

Infomaterialien

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Stadt Hornberg

Faltblatt „Hornberger Schießen Weg“

Hornberg: Naturlehrpfad

Mit Hilfe von zahlreichen Infotafeln werden Ihnen die häufigsten heimischen Pflanzen und ihre Bedeutung am natürlichen Standort erklärt.

Neben den waldbildenden Bäumen finden sich z.B. die breitblättrige Heimsimse, der Feldthymian oder der Faulbaum am Wegesrand.

Der Naturlehrpfad ist von Mai bis November ausgeschildert.

Infomaterialien

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Hornberg

Naturlehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Hubquelle

Hubquelle

Hubquelle (36°C)

Ottersweier-Hub

Die Hubquelle liegt auf dem früheren Gelände des Hubbades, heute Pflege- und Betreuungszentrum „Hub“ des Klinikums Mittelbaden.

Die Thermalquellen „in der Hub“ entstanden mutmaßlich aufgrund tektonischer Bewegungen bei einem Erdbeben um 1470.

Im Brunnenhaus läuft das Wasser in einen Trinkbrunnentrog aus rotem Sandstein. Früher wurde das Wasser über Deicheln ins Badehaus geleitet.

 

Der Anfang der 2020er Jahre noch vorhandene Doppelauslauf im Brunnenhaus wurde zwischenzeitlich durch ein schmuckloses Edelstahlrohr getauscht.

 

Das 36°C warme Thermalwasser tritt, artesisch gespannt, aus einer 44 m tiefen Bohrung hinter dem Gebäude frei bis an die Oberfläche auf, also ohne Pumpenbetrieb.

Foto: Brunnenbohrung hinter dem Brunnenhaus Hubquelle (Juni 2023)

Das kostbare Wasser wird heute leider nicht mehr genutzt.

Der Überlauf aus dem Trinkbrunnen verschwindet direkt in einen Straßengully vor dem Brunnenhaus in die Kanalisation.

Foto: Auslauf Thermalwasser in den Straßengully vor dem Brunnenhaus Hubquelle (März 2024)

Tschüß und Adé.

Heilwasser für die inneren Organe

Natrium:    653 mg/l

Calcium:    225 mg/l

Chlorid:     1.002 mg/l

Sulfat:       479 mg/l

Fluorid:     2,92 mg/l

Lithium:    4,59 mg/l

Kalium:     35,5 mg/l

Arsen:       0,08 mg/l

Das Bad Hub (Hubbad oder „die Hub“)

Die Hub ist seit 1475 urkundlich als Bad nachgewiesen.

Der erste Badbesitzer war Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz (1425-1476). Die von ihm ausgestellte Badeordnung ist eine der erste Badeordnungen in Deutschland überhaupt.

1722 erwirbt die badische Markgräfin Sibylla Augusta, die Ehefrau des „Türkenlouis“. Das Bad Hub wurde so Privatbesitz des Hauses Baden.

1810 kauft Friedrich Gottfried Kampmann (1771-1844) aus Straßburg das Bad Hub und lässt es im folgenden Jahr von Friedrich Weinbrenner (1766-1826) völlig neu gestalten.

 

Weinbrennerhaus

Das nach ihm benannte Weinbrennerhaus (1811) ist das bedeutendste Gebäude der Hub. Es bildet eine vierflügelige Anlage im klassizistischen Stil mit einem Innenhof.

In den 70 Fremdenzimmern konnten im Sommer über 100 Kurgäste aufgenommen werden.

Nachdem der Badebetrieb nach 1870 zum Erliegen kam, wurde 1873 von den Großkreisen Karlsruhe und Baden in der Hub eine Kreispflegeanstalt eingerichtet.

2006 wurde das Weinbrennerhaus von der Stiftung Hub übernommen, nach alten Plänen grundlegend saniert und zum Palliativzentrum umgebaut.

Foto: Weinbrennerhaus des ehem. Hubbades (Februar 2026)

Eine weiterer Thermalbrunnen in der Hub befindet sich im Innenhof des Weinbrennerhauses mit seinen klösterlich anmutenden Kreuzgängen.

Foto: Thermalwasser-Trinkbrunnen im Innenhof des Weinbrennerhauses (Juni 2023)

Diesem Ambiente angemessen läuft das Thermalwasser hier aus einen kunstvoll gestalteten gusseisernen Trinkbrunnen.

Der Zweiröhrenbrunnen aus dem 18. Jahrhundert steht direkt vor dem Eingang zum ehemaligen Kursaal. Seit der Umwidmung des Hubbades zu einem Pflegeheim (1873) befindet sich in diesem Gebäudetrakt eine Kirche.

 

Das Thermalwasser läuft in einem – im doppelten Sinne – gesunden Strahl in zwei kleine runde Becken.

Foto: Thermalwasser-Trinkbrunnen im Innenhof des Weinbrennerhauses (Juni 2023)

Erbauer des Brunnens ist laut Aufschrift das

 

Gas & Wasserleitungs Geschäft

Strassbourg VOLTZ & WITTMER

Hüfingen: Historischer Pfad Fürstenberg

Der „His­to­ri­sche Lehr­pfad Fürs­ten­berg“ gibt ei­nen Ein­blick über Geo­lo­gie, Pflan­zen­welt, Be­bau­ung, Be­sied­lung, Le­ben und Wir­ken auf dem 918 m ho­hen Berg. Die Wegstrecke beträgt 1-2 Kilometer.

Die sie­ben an­schau­li­chen Ta­feln des Lehr­pfa­des la­den al­le Al­ter­grup­pen, Fa­mi­li­en und Schul­klas­sen ein, die Berg­kup­pe des Fürs­ten­ber­ges zu „er­wan­dern“. Da­bei wird den Be­su­chern die Ge­schich­te des Fürs­ten­ber­ges durch zahl­rei­che In­for­ma­tio­nen und Bil­der le­ben­dig ver­mit­telt. Es gibt ei­ne Men­ge schö­ner Plätz­chen mit Ru­he­bän­ken zum Spie­len, Pick­ni­cken oder ein­fach um die See­le bau­meln zu las­sen.

Vom Fürs­ten­berg aus hat man ei­nen herr­li­chen Rund­blick über die Baar, den Schwarz­wald bis zu den Al­pen.

Der His­to­ri­sche Pfad Fürs­ten­berg ist frei zu­gäng­lich.

Infomaterialien

Textquellen

Husseren-les-Châteauex: Sentier des Carrières (F)

Der „Steinbruchweg“ verläuft zwischen dem Parkplatz des Klosters „Marbach“ und dem Parkplatz der „Drei Schlösser“.

Entlang der Wegstrecke informieren mehrere Infotafeln über die Besonderheiten der Steinbrüche und die Funktionalität des Waldes.

Infomaterialien

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Husseren-les-Châteaux

Faltblatt „Découvrir Le Sentier des Carrières“

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Faltblatt „Découvrir Le Sentier des Carrières“

Hinterzarten: Heimatpfad Hochschwarzwald – Mühlen und Sägen in der Schlucht

Ichenheim: Mühlenradweg

Die Tour führt durch weite Riedlandschaften mit grünen Wiesen und alten Bäumen, vorbei an Badeseen, durch malerische Dörfer und dunkle Wälder.
Vier der sechs alten Wassermühlen, die der Tour den namen geben, liegen idyllisch an der Schutter. Eine, die Altenheimer Mühle, liegt am Mühlbach, der vom Altrhein aber auch von Grundwasser gespeist wird und deshalb auch im Sommer sehr viel Wasser führt. Die Willstätter Mühle liegt direkt an der Kinzig.
Die Tour ist in beiden Richtungen ausgeschildert.

Infomaterialien

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Mühlenradweg

Infoflyer (PDF)

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Infoflyer „Mühlenradweg“

Idar-Oberstein: Edelsteinschleiferweg

Idar-Oberstein: Edelsteinschleiferweg

Die Wanderung steht ganz im Zeichen der Edelsteine und verläuft in einigen Bereichen auf alten Schleiferpfaden, auf denen einst die Edelsteinschleifer zur Arbeit unterwegs waren. Sie bietet eindrucksvolle Aussichtspunkte zur Stadt, über den Hunsrück und ins Nahetal.

Der Weg beginnt an der Historischen Weiherschleife, der letzten mit Wasserkraft angetriebenen Edelsteinschleifmühle am Idarbach – ein Besuch lohnt sich! An einem ersten Aussichtspunkt bieten sich Ausblicke über die Weiherschleife, die dahintersteil aufsteigenden Felswände eines Steinbruchs und zur Wildenburg . Später folgen die Aussichtpunkte am Schachenkopf und Hasenklopp sowie der Picknickplatz „Dietzenplatte“.

Am Aussichtspunkt Enzweiler hat man einen außergewöhnlichen Blick ins Nahetal.

Hinter Algenrodt beginnt der Weg zum Besucherstollen der Edelsteinminen Steinkaulenberg. Unterwegs führt er an vielen ehemaligen Stolleneingängen vorbei. Der Wanderweg verläuft über die Abraumhalden früherer Edelsteinminen. Die Edelsteinminen Steinkaulenberg sind die einzigen in Europa für Besucher zugänglichen Edelsteinstollen. Im weiteren Wegverlauf befindet sich der geologischen Lehrpfad, der viel Wissenswertes über die Geologie der Saar-Hunsrück-Nahe-Region vermittelt.

Tipp

Planen Sie einen Besuch in der historischen Weiherschleife und den Edelsteinminen „Steinkaulenberg“ ein – es lohnt sich!

Infomaterialien

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Idar-Oberstein

Edelsteinschleiferweg – keine Infomaterialien vorhanden!

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Ihringen: Bienenfresserpfad

Natürlich bietet dieser Pfad nicht nur die Bekanntschaft mit dem Bienenfresser, sondern auch landschaftliche Höhepunkte: Langgestreckte Hohlgassen bei Ihringen und Vogtsburg-Bickensohl bringen etwas Abkühlung und Aussichtspunkte bei Kiechlinsbergen lassen im Dunst die Spitze des Straßburger Münsters erahnen. Dazwischen wird – nicht ohne Mühe eines Auf- und Abstiegs – das Krottenbachtal im zentralen Kaiserstuhl bei Vogtsburg-Oberrotweil durchquert.

Infomaterialien

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Ihringen

Bienenfresserpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Ihringen: Kaiserstuhlpfad

Ihringen: Kaiserstuhlpfad

Der Kaiserstuhlpfad führt durch die einzigartige Landschaft im Naturgarten Kaiserstuhl auf weitgehend naturbelassenen Wegen. Sie durchwandern Weinberge, Laubwälder, Lösshohlgassen und Naturschutzgebiete. Von den Aussichtspunkten Katharinenberg, dem Eichelspitzturm und dem Neunlindenturm ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke zum Schwarzwald und den Vogesen. Der Kaiserstuhlpfad bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und wechselndes Höhenprofil. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Ausdauer ist erforderlich.

Wegverlauf

Endingen – Erletal – Katharinenkapelle – Eichelspitzturm – Vogelsang-Pass – Neunlindenturm – Eichgasse – Vogtsburg-Bickensohl – Jägerbuck – Dulltalhütte – Lenzengasse – Ihringen.

Der Kaiserstuhlpfad führt durch die einzigartige Landschaft im Naturgarten Kaiserstuhl auf weitgehend naturbelassenen Wegen. Sie durchwandern Weinberge, Laubwälder, Lösshohlgassen und Naturschutzgebiete. Von den Aussichtspunkten Katharinenberg, dem Eichelspitzturm und dem Neunlindenturm ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke zum Schwarzwald und den Vogesen. Der Kaiserstuhlpfad bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und wechselndes Höhenprofil. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Ausdauer ist erforderlich.

Besonderheiten

Der Kaiserstuhl ist ein Vulkankomplex aus größtenteils miozänen basaltähnlichen Ergussgesteinen, die im Kreuzungsbereich des Oberrheingrabens mit dem aus Südosten kommenden Bonndorfer Graben aus dem Erdmantel aufgestiegen sind.

Der Kaiserstuhlpfad führt über Weinberge, Laubwälder, Lösshohlgassen und Naturschutzgebiete auf weitgehend naturbelassenen Wege durch diese einzigartige Landschaft. Von den Aussichtspunkten Katharinenberg, dem Eichelspitzturm und dem Neunlindenturm ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke zum Schwarzwald und den Vogesen.

Der Kaiserstuhlpfad bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und wechselndes Höhenprofil. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Ausdauer ist erforderlich.

Infomaterialien

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Ihringen

Faltblatt „Kaiserlich wandern im Naturgarten Kaiserstuhl“

Ihringen: Winklerbergpfad – Vulkanfelsgarten

Faszinierende Spuren eines vor 15 Millionen Jahren erloschenen Vulkans sind in den Steillagen des Winklerbergs zum Greifen nah: An Felswänden sind zwei Lavaströme und poröse Auswurfgesteine aus dem Vulkangestein Tephrit sichtbar.

Es ist besonders bunt, orangerot bis schwarzgrau und enthält schwarze, leicht spiegelnde Augit-Kristalle, weiße Calcite und rostrot verwitterte Olivine. Lavamassen, die beim Flug durch die Luft eine kugelige Form angenommen haben, liegen nun als Lavabomben eingebettet im bunten Tephrit.

Wegbeschreibung

Der direkte Aufstieg vom Winklerbergeck aus ist etwas mühsam. Gutes Schuhwerk ist angeraten; es gibt u.a. Zaun-und Mauereidechsen zu entdecken und Kakteen wie sie sonst nur am Mittelmeer vorkommen. Auch Geologen und Mineralogen mit geschultem Auge kommen nicht zu kurz.

Infomaterialien

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Ihringen

Faltblatt „Vulkanfelsgarten Winklerberg – Natur und Wein in höchster Qualität“

Illingen: Erlebnisweg „Nach der Schicht“

Hier kann der Wanderer eintauchen in das nicht immer einfache, oft auch entbehrungsreiche Leben der Bergmannsfamilie Penth, die vor rund 100 Jahren in Welschbach gelebt haben könnte. Anhand von zahlreichen Informationstafeln und Erlebnisstationen bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichsten Alltagssituationen der damaligen Zeit.

Mit der Einstellung des Steinkohlebergbaus an der Saar am 30. Juni 2012 endete eine Ära, die das Saarland mehr als zwei Jahrhunderte wirtschaftlich, sozial und kulturell geprägt hat. Seitdem ist es ein landesweites Anliegen, die Erinnerungskultur und die Geschichte des Bergbaus auch für die zukünftigen Generationen lebendig zu halten. Bei vielen musealen Einrichtungen und Ausstellungen steht die „Arbeit unter Tage“ im Vordergrund.

Die Gemeinde Illingen möchte mit dem Erlebnisweg „Nach der Schicht“ das Leben der Bergleute und ihrer Familien in den Mittelpunkt stellen – zu Zeiten, als der Bergmann auf der Schicht im Bergwerk seinen Lebensunterhalt verdient und in der knapp bemessenen Zeit nach der Schicht als sogenannter Bergmannsbauer noch ein Stückchen Land zur Selbstversorgung bewirtschaftet hat. Anhand von Informationstafeln und Erlebnisstationen erhält man einen Einblick in den nicht immer einfachen, oft auch entbehrungsreichen Alltag der Bergmannsfamilie Penth. Die Familie, die in Welschbach vor rund 100 Jahren gelebt haben könnte, ist zwar fiktiv, nicht aber ihre Lebensgeschichte und die damaligen Verhältnisse.

Infomaterialien

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Illingen

Faltblatt „Erlebnisweg Nach der Schicht“

Immendingen: Donauversinkung und Vulkanismus am Höwenegg

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz an der Donauversinkung in Immendingen.

Donauversinkung

Gleich zwei außergewöhnliche Naturphänomene lassen sich auf dieser Runde bestaunen. Die Donauversickerung und der nördlichste Hegauvulkan.

Weltweit einzigartig: ein Fluss der in zwei Meere fließt, ins Schwarze Meer und in die Nordsee! Und im Sommer kann man trockenen Fußes durch das Flussbett wandern.

Höwenegg

Beeindruckend auch der Hegauvulkan Höwenegg mit seinem See in faszinierender Farbgebung.

Wegbeschreibung

Vom Startpunkt aus geht es zunächst am Ufer der Donau entlang, donauabwärts. Dabei passiert man die Hauptversickerungsstellen und kann, je nach Wasserstand, einzelne Schlucklöcher sehen oder auch das komplett ausgetrocknete Flussbett.

Am Einödviadukt geht es rechts durch den Wald und bald darauf kommt man zum Gasthof Hauser an der ehemaligen Bahnstation in Hattingen. Dort die Straße überqueren und durch das Kirchtal, bis der Weg nach ca. 800 m vom Kirchtal nach links abzweigt.

Aus dem Wald kommend gelangt am bald darauf zu einem Aussichtspunkt mit Rastplatz. Wieder geht es ein Stück durch den Wald. Nach kurzer Zeit tut sich ein großes Loch am Weg auf: die Doline Michelsloch, eine typische Karsterscheinung die durch Lösungsprozesse im Untergrund entsteht. Wasser löst das Gestein auf, so dass es zu Einstürzen kommt.

In einem Bogen am Waldrand entlang weitergehen, dann wieder in den Wald. Am Aussichtspunkt bietet sich ein schöner Blick in das angrenzende Hegau mit seinen charakteristischen Vulkankegeln.

Es folgt ein Abstieg und eine Straßenquerung. Leicht aufwärts bis zum Grill- und Rastplatz und hier nach links weiter.

Ein kleine Stück leicht bergauf und plötzlich steht man vor dem grün-blau schimmernden „See“ am Vulkankrater Höwenegg. Dieser wird ein Stück umrundet und der Rückweg führt über den Parkplatz Höwenegg und durch den Wald zum Ausgangspunkt der Tour.

Der Weg ist durchgängig mit grünen Wegweisern beschildert und dem Donauwellen-Zeichen markiert (grün-blaue Wellen).

Donauversinkung

Die Donauversinkung (auch Donauversickerung) ist eine unterirdische unvollständige Flussanzapfung der Oberen Donau. Auf den Versickerungsstrecken zwischen Immendingen und Möhringen und bei Fridingen (Landkreis Tuttlingen) verschwindet Wasser der Donau an verschiedenen Stellen im Flussbett, wobei die Hauptversinkungsstelle am Gewann Brühl zwischen Immendingen und Möhringen liegt, etwa bei Flusskilometer 2755. Der Bereich ist Teil des Naturparks Obere Donau.

Der Ausdruck Versinkung wird bevorzugt, weil das Wasser sich nicht flächig im Erdreich verteilt, sondern in unterirdischen Hohlräumen als gerichteter Strom abfließt. Es handelt sich um eine unterirdische Bifurkation, da das verschwundene Wasser als Schwarze Donau die Europäische Hauptwasserscheide durchquert, im Aachtopf als Quelle der Radolfzeller Aach wieder zu Tage tritt und über den Bodensee und den Rhein in die Nordsee fließt.

Hydrographie

Das von der Versinkung abgezapfte Donauwasser verschwindet in einem Karstwassersystem der Wohlgeschichteten Kalk-Formation des Weißen Jura (ox2) und tritt in verschwammten, liegenden Bankkalken des Weißen Jura (ki 4) im rund zwölf Kilometer entfernten Aachtopf wieder aus. Es fließt sodann als Radolfzeller Aach bei Radolfzell in den Bodensee. Somit fließt ein Teil des Donauwassers auch in den Rhein. Diese geografische Situation ist eine markante Besonderheit der großen Europäischen Wasserscheide, die die Einzugsgebiete der Nordsee und des Schwarzen Meeres trennt.

Da das Wasser durch eine Vielzahl von kleinen bis sehr kleinen Rissen und Klüften abfließt, befindet sich die Verkarstung an diesen Stellen noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Das anschließende Höhlensystem bis zum Aachtopf, also der unterirdische Donau-Abzweig, ist dagegen vermutlich schon weit entwickelt. Das ergibt sich aus der engen zeitlichen Korrelation der Wassertemperaturen von Donau und Aachquelle, die eher auf einen unterirdischen Fluss als auf ein verästeltes Kluftsystem schließen lässt.

Geschichte

Die erste historisch belegte vollständige Versinkung fand 1874 statt. Seitdem ist die Anzahl der Versinkungstage pro Jahr im Schnitt stark angestiegen, wenn auch mit kleinen Ausreißern. Während Messungen von 1884 bis 1904 jährlich durchschnittlich 80 Vollversinkungstage ergaben und das Jahr 1921 mit 309 Vollversinkungstagen einen bis heute ungebrochenen Rekord hält, wurden 1922 lediglich 29 Tage gemessen, 1923 allerdings wieder 148 Tage. Von 1933 bis 1937 steigerte sich die Zahl auf 209 und von 1938 bis 1945 auf 270 Tage.

Der Zusammenhang zwischen Donauversinkung und Aachtopf wurde am 9. Oktober 1877 nachgewiesen, indem der Geologe Adolph Knop von der Technischen Hochschule Karlsruhe das Wasser in der Donauversinkung mit 10 Kilogramm Natriumfluorescein, 20 Tonnen Salz und 1200 Kilogramm Schieferöl versetzte. 60 Stunden darauf traten alle drei Substanzen als „prachtvoll grünleuchtendes“ Salzwasser mit deutlich kreosotartigem Geschmack im Aachtopf auf. Später wurde die Verbindung einzelner Versinkungsstellen erforscht. So wurde etwa 1908 in Fridingen ein Schacht angelegt, um durch Versuche herauszufinden, wohin das Wasser dieser Versinkung abfließt.

1927 wurde vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich ein zwischen den Ländern Württemberg und Preußen als Landesherr der Hohenzollernschen Lande einerseits und dem Land Baden andererseits schwelender Streit um die quantitative Beeinträchtigung des Donauwassers ausgetragen, der als Donauversinkungsfall bekannt wurde.

Textquelle: Wikipedia

Vulkanlandschaft Höwenegg

Der Vulkankomplex des Höwenegg bei Immendingen ist mit seinem geheimnisvollen „Kratersee“ nicht nur ein Juwel unter den Naturwundern der Schwäbischen Alb, sondern auch als Naturschutzgebiet und Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere geschützt.

Anders als andere Vulkanrelikte und Maare auf der Alb  gehört der Höwenegg nicht zum „Schwäbischen Vulkan“ (Uracher Vulkangebiet), sondern ist noch Teil des südlich der Alb liegenden Hegauvulkanismus. Ursache für die vulkanische Aktivität ist die Lage des Gebietes im Kreuzungspunkt zweier tektonischer Störungszonen. Der gesamte Hegau ist als Nationaler Geotop ausgezeichnet.

Der Hauptkrater ist der größte von insgesamt sechs Ausbruchstellen, aus denen Basalt und Basalttuff gefördert wurde. Seit Beginn des 20. Jh. bis 1980 wurde hier Basalt abgebaut.
Im ehemaligen Abbaubereich entstand der heute sichtbare See, der jedoch nicht identisch mit einem Kratersee aus der Tertiärzeit ist. Die feinkörnigen dunklen Basaltgesteine die im Bereich der unteren Abbauwand erkennbar sind, werden von bis zu 30 m mächtigen Basalttuffen überlagert.

Ein Ausbruch fand vor 10 Mio Jahre im oberen Miozän (Tertiär) statt. Im Kraterbereich bildete sich ein See, der von zahlreichen Tieren besucht wurde. Fossilienfunde von dreizehigen Urpferden, Antilopen und Nashörnern belegen das damalig subtropische Klima. Im Seesediment wurden die Fossilien hervorragend konserviert. Die weltberühmten Funde können im Naturkundemuseum Karlsruhe und Stuttgart bewundert werden. Aber auch im Heimatmuseum Immendingen gibt es eine kleine aber sehenswerte Sammlung.

Achtung

Es ist es nicht möglich an die Wasserfläche des Sees zu gelangen. Der ehemalige Abbaubereich ist nicht sicher, immer wieder brechen Teile der Wand ab und stürzen herab. Es besteht erhebliche Verletzungsgefahr. Deshalb ist der gesamte Seebereich durch einen Zaun geschützt. An der östlichen Seite eröffnet sich jedoch ein wunderbarer Blick.

Textquelle: UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Infomaterialien

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Donaubergland

Broschüre „Erdgeschichte live – Unsere TOP 10 im Donaubergland“

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Donauversickerung

Faltblatt „Der Fluss ohne Wasser“

Textquellen

Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH Tuttlingen

UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Immendingen: Geotour Donaubikeland – Tour 14

Mittelschwere Tagestour mit einem langem Anstieg auf den Witthoh zwischen Möhringen und Windegg-Witthoh (e-Bike geeignet)

Verlauf:  Immendingen – Tuttlingen/Möhringen – Emmingen/Windegg – Eigeltingen – Aach – Engen – Bargen – Mauenheim – Immendingen

Sehenswürdigkeiten am Weg:

Donauversickerung

Windegg-Witthoh (Aussicht auf die Hegau-Vulkane)

Aachquelle

Landschaftsgrenze Alb-Hegau

Eiszeitpark Engen

Höwenegg (Vulkan)

Infomaterialien

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Donaubergland

Broschüre „Erdgeschichte live – Unsere TOP 10 im Donaubergland“

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Donauversickerung

Faltblatt „Der Fluss ohne Wasser“

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Donaubikeland

Broschüre „Das Donaubikeland – 16 Radtouren im Donaubergland“

Immendingen: Höwenegg-Runde

Der Höwenegg gehört zu den Hegauvulkanen.

Durch den Basaltabbau bis Ende der 1970er Jahre hat sich ein Krater gebildet, in dem sich Oberflächenwassser zu einem kleinen, grün schimmernden See gesammelt hat. Das Gebiet steht heute unter Naturschutz.

Bekannt ist der Höwenegg auch durch Fossilienfunde, die bei Ausgrabungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu Tage kamen. Das berühmteste davon ist das 3-zehige Urpferd – das Hipparion.

Vulkanlandschaft Höwenegg

Der Vulkankomplex des Höwenegg bei Immendingen ist mit seinem geheimnisvollen „Kratersee“ nicht nur ein Juwel unter den Naturwundern der Schwäbischen Alb, sondern auch als Naturschutzgebiet und Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere geschützt.

Anders als andere Vulkanrelikte und Maare auf der Alb  gehört der Höwenegg nicht zum „Schwäbischen Vulkan“ (Uracher Vulkangebiet), sondern ist noch Teil des südlich der Alb liegenden Hegauvulkanismus. Ursache für die vulkanische Aktivität ist die Lage des Gebietes im Kreuzungspunkt zweier tektonischer Störungszonen. Der gesamte Hegau ist als Nationaler Geotop ausgezeichnet.

Der Hauptkrater ist der größte von insgesamt sechs Ausbruchstellen, aus denen Basalt und Basalttuff gefördert wurde. Seit Beginn des 20. Jh. bis 1980 wurde hier Basalt abgebaut.

Im ehemaligen Abbaubereich entstand der heute sichtbare See, der jedoch nicht identisch mit einem Kratersee aus der Tertiärzeit ist. Die feinkörnigen dunklen Basaltgesteine die im Bereich der unteren Abbauwand erkennbar sind, werden von bis zu 30 m mächtigen Basalttuffen überlagert.

Ein Ausbruch fand vor 10 Mio Jahre im oberen Miozän (Tertiär) statt. Im Kraterbereich bildete sich ein See, der von zahlreichen Tieren besucht wurde. Fossilienfunde von dreizehigen Urpferden, Antilopen und Nashörnern belegen das damalig subtropische Klima. Im Seesediment wurden die Fossilien hervorragend konserviert. Die weltberühmten Funde können im Naturkundemuseum Karlsruhe und Stuttgart bewundert werden. Aber auch im Heimatmuseum Immendingen gibt es eine kleine aber sehenswerte Sammlung.

Achtung

Es ist es nicht möglich an die Wasserfläche des Sees zu gelangen. Der ehemalige Abbaubereich ist nicht sicher, immer wieder brechen Teile der Wand ab und stürzen herab. Es besteht erhebliche Verletzungsgefahr. Deshalb ist der gesamte Seebereich durch einen Zaun geschützt. An der östlichen Seite eröffnet sich jedoch ein wunderbarer Blick.

Textquelle: UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Infomaterialien

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Donaubergland

Broschüre „Erdgeschichte live – Unsere TOP 10 im Donaubergland“

Textquellen

UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Imsbach: Eisenweg der Bergbauerlebniswelt

Eine Wanderung auf dem montanhistorischen Rundwanderweg, dem  „Eisenweg“ heißt Begegnung mit Relikten von fast 2.000 Jahren Bergbaugeschichte in den Wäldern um Imsbach.

Zwei rund 1,5 km lange und bis zu mehrere Meter mächtige Erzgänge lieferten im Laufe vieler Jahrhunderte reichlich Eisen. Anfänglich wurde es in Imsbach,  später dann bei der nahegelegenen Eisenschmelz und in Hochstein bei Winnweiler verhüttet.

Eisenerz hatte auch für das Wirtschaftsleben der Menschen im Mittelalter eine zentrale Bedeutung. Es kann deshalb vermutet werden, dass der Schutz der Erzvorkommen mit ein Grund dafür war, dass auf einer Höhe unmittelbar über den Erzgruben eine Burg erbaut wurde, die Burg Hohenfels. Nach ihrer Zerstörung im 13. Jh. sind heute nur noch wenige Reste der einst mächtigen Anlage erhalten.

Der Eisenerzbergbau bei Imsbach aber überdauerte das Ende der Burg um rund ein halbes Jahrtausend, bis Ende des 19. Jh. die hier gewinnbaren Erzvorräte weitestgehend erschöpft waren.

Infomaterialien

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Imsbach

Eisenweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Imsbach: Kupferweg 1

Die Umgebung von Imsbach ist nicht nur landschaftlich von hohem Reiz. In den tiefen Tälern am Rand des Donnersbergmassivs finden sich zahlreiche Relikte des Erzbergbaus, die bei einer Wanderung auf dem etwa 3 Kilometer langen Kupferweg 1 besichtigt werden können.

Auf den Spuren des Bergbaus führt dieser Wanderweg entlang alter Bergmannshäuser bis hin zu ehemaligen Bergbau-Stollen, deren Geschichte anhand von Schautafeln nachgelesen werden kann.

Tipp

Ein Besuch des Pfälzisches Bergbaumuseums und der Besucherbergwerke lohnt sich.

Infomaterialien

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Imsbach

Faltblatt „Bergbauerlebniswelt Imsbach: Faszination Bergbau“

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Imsbach

Tourenbeschreibung „Kupferweg 1“

Imsbach: Kupferweg 2

Der Kupferweg II führt an allen wichtigen Gruben des ehemaligen Kupfer-Kobalt-Silber-Mangan-Bergbaus bei Imsbach vorbei und vermittelt somit einen umfassenden Eindruck von Umfang und Ausdehnung der zum Teil Jahrhunderte alten Gruben.

Tipp

Ein Besuch des Pfälzisches Bergbaumuseums und der Besucherbergwerke lohnt sich.

Infomaterialien

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Imsbach

Faltblatt „Bergbauerlebniswelt Imsbach: Faszination Bergbau“

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Imsbach

Tourenbeschreibung „Kupferweg 2“

Irlbach: Amberg-Sulzbacher Land, GEO-Radtour 1

Kaum ein Landstrich vereint mehr geologische Strukturen als das Amberg-Sulzbacher Land. Auf zwei geologischen Radtouren kann man sich auf die Spuren der Erdgeschichte begeben. Entlang der Strecken wurden an den Geotopen informative und großformatige Schautafeln angebracht.

So erradeln sich die Pedalritter allerhand Wissenswertes über die Region. Zum Beispiel, dass das Hahnbacher Becken eigentlich ein Sattel ist, dass bei Pennading einst eine Wüste war, oder dass sich zur Zeit der Dinosaurier ein fränkisch-oberpfälzischer Mississippi bei Amberg in das Jurameer ergoss.

Beschreibung

Im Osten reicht mit dem Naabgebirge ein Teil des kristallinen Grundgebirges hinein. Nach Westen schließt sich das Oberpfälzer Hügelland an. Im Süden und Westen bestimmt die Juralandschaft mit ihren hochaufragenden Riffen und beeindruckenden Felslabyrinthen das Bild. Wegen seiner abwechslungsreichen Landschaftsformationen ist die Gegend ein beliebtes Ziel für erlebnishungrige Radfahrer. Auf zwei geologiche Radtouren kann man sich auf die Spuren der Erdgeschichte begeben.

    Die erste Tour, „Geologische Streifzüge im Bruchschollenland“, behandelt Themen wie den Bleierzbergbau im Raum Freihung, die Vilsquelle oder die farbenprächtigen Sandgruben von Atzmannsricht.

    Die zweite Tour, „Berge und Täler im Laufe der Erdgeschichte“, informiert unter anderem über den Naabgebirgsgranit und die Fensterbachstörung.

    Entlang der Strecken wurden an den Geotopen informative und großformatige Schautafeln angebracht. Sie erläutern und erklären auf leicht verständliche Weise geologische Prozesse. So erradeln sich die Pedalritter allerhand Wissenswertes über die Region. Zum Beispiel, dass das Hahnbacher Becken eigentlich ein Sattel ist, dass bei Pennading einst eine Wüste war, oder dass sich zur Zeit der Dinosaurier ein fränkisch-oberpfälzischer Mississippi bei Amberg in das Jurameer ergoss.

    Infomaterialien

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    Amberg-Sulzbacher Land: GEO-Radtour 1

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    Jagstberg: Geopfad

    Entwicklung der Natur und Kulturlandschaft mit zahlreichen Zeugnissen, Spuren des wirtschaftenden Menschen und natürliche Prozesse der Wasserwirkung durch Verwitterung, Abtragung und Aufschüttung.

    Rundweg mit 32 Stationen.

    Wegstationen

    Infos siehe Broschüre „Geopfad Jagstberg“

    Station 1: Schwemmfächer an der St. Anna-Kapelle
    Station 2: Bausteine aus der Region
    Station 3: Wildbachverbauung am Klingenaustritt
    Station 4: Seitenerosion im Unteren Muschelkalk
    Station 5: Rautenklinge
    Station 6: Kalktuff in der Roten Klinge
    Station 7: Rutschung im Mittleren Muschelkalk
    Station 8: Lesesteinhaufen bei der St. Anna-Kapelle
    Station 9: Historischer Weinberg am Altenberg
    Station 10: Bildstock aus der Barockzeit
    Station 11: Lesesteinriegel am Hang der Rautenklinge
    Station 12: Bildstock aus der Barockzeit
    Station 13: Engtal - Breittal am Galgenberg
    Station 14: Kerbensprung
    Station 15: Gesteinswechsel
    Station 16: Abrisscholle am Beginn des Rutschgebietes im Riedhölzle
    Station 17: Quellen aus dem Lettenkeupersandstein
    Station 18: Kerbtälchen
    Station 19: Bachschwinde mit Schluckloch (Ponor) in einem Erdfallgebiet
    Station 20: Eiszeitliche Trockentalmulde
    Station 21: Kartsquelle Bergholz
    Station 22: Alte Bogenbrücke über die Hansenklinge
    Station 23: Trockentalklinge unterhalb von Bachschwinde und Erdfällen am Heßlachshof
    Station 24: Fernwasser
    Station 25: Jagstaue
    Station 26: Wacholderheide am Dünnersberg
    Station 27: Gleitscholle
    Station 28: Historischer Kalktuff-Steinbruch
    Station 29: Karstquelltopf im alten Steinbruch
    Station 30: Bildstock aus der Barockzeit
    Station 31: Stillwasser der Jagst
    Station 32: Streuobstwiese mit Ackerterrassen

    Infomaterialien

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    Jagstberg

    Broschüre „Geopfad Jagstberg“

    Kalchreuth-Wolfsfelden: „Boden erleben“ im Nürnberger Reichswald – Bodenlehrpfad Kalchreuth-Wolfsfelden

    Bei einer Wanderung im Nürnberger Reichswald machen wir Sie mit der „Haut der Erde“ bekannt. Der Pfad führt Sie durch die erdgeschichtlichen Phasen des Keupers und Juras.

    Auf dem 1,5 Kilometer langen ausgeschilderten Weg lernen Sie an zehn Stationen die hier vorkommenden Böden und ihre Entstehungsgeschichte kennen. Dabei entdecken Sie entlang des Weges ehemalige Tongruben und Steinbrüche und erfahren Interessantes über die Nutzungsgeschichte des Bodens.

    Landschaftlich reizvoll gelegen, führt Sie der Lehrpfad durch die erdgeschichtlichen Phasen des Keupers und des Jura. Da hier vor allem Kalkstein anzutreffen ist, wurde auch die Ortschaft Kalchreuth danach benannt (Kalchreuth = Kalkrodung).

    Einen Ausführlichen Steckbrief zu diesem Bodenerlebnispfad finden Sie hier.

    Infos zu allen Bodenlehrpfaden in Bayern unter: https://www.lfu.bayern.de/boden/bodenlehrpfade/index.htm

     

    Wegbeschreibung

    Auf den folgenden 1,5 km unseres Lehrpfades finden Sie unter anderem 8 Bodenaufschlüsse, die Sie gerne mit den eigenen Händen untersuchen dürfen! Der Lehrpfad ist ausgeschildert. Zurück führt der Rundweg über die so genannte Teufelbadsstube.

    Es warten 10 Stationen zum mitmachen und lernen auf Sie:

    Wegstationen
    Station 1: Gestein – der Baustoff für den Boden

    Wie entstand dieses Gestein?

    Die Entstehung des Gesteins an diesem Standort begann vor etwa 200 Mio. Jahren. Damals war die Region von wechselnden Flusslandschaften geprägt. Zunächst lagerte sich feines Tonmaterial ab und verfestigte sich zu Tonstein. Während der Eiszeiten wurde dann Material von hangaufwärts gelegenen Sandsteinen abgetragen und über dem Tonstein abgelagert. So entstand an diesem Standort ein zweigeteilter Schichtenaufbau
    aus Sand über Ton.

    Aus Gestein wird Boden

    Aus dem Gestein entstand unter Einwirkung von Klima, Pflanzenbewuchs und Bodenorganismen ein für den Standort typisches Bodenprofil – hier eine Braunerde. Als Bodenprofil bezeichnen wir die differenzierte Abfolge von Bodenhorizonten von der Geländeoberfläche bis in etwa einen Meter Tiefe. Die Unterteilung eines Bodenpro-fils in Horizonte gelingt anhand von geologischen und bodenkundlichen Merkmalen, z. B. dem Humusgehalt, der Korngröße oder der Farbe. Jedes Bodenprofil kann aufgrund seiner Horizontabfolge einem bestimmten Bodentyp zugeordnet werden (z. B. Braunerde).

    Station 2: Kleine Körner – große Aufgaben

    Sand oder Ton – was sind Bodenarten?

    Ein wichtiges Kennzeichen von Boden ist die Größe und Zusammensetzung der Bodenpartikel – die Bodenart. Wir unterteilen den Feinboden (Partikel < 2 mm) in Sand-, Schluff- und Tonpartikel. In der Natur kommen die Bodenpartikel fast immer als Mischung nebeneinander vor.

    Bedeutung der Bodenart

    Viele wichtige Bodeneigenschaften hängen maßgeblich von der Bodenart ab. So sind beispielsweise sandige Böden gut durchlüftet und das Niederschlagswasser kann leicht versickern. Je höher der Schluff- und der Tonanteil in einem Sandboden, desto höher das Rückhaltevermögen für Wasser und Nährstoffe.

    Der Pelosol – ein Tonboden

    Das kräftig rote Tongestein ist an der Geländeoberfläche zu plastischem Ton verwittert. Das tonige Substrat reagiert stark auf den Wechsel von Nässe und Trockenheit. Durch Quellung und Schrumpfung der Tonminerale bei Nässe bzw. Trockenheit bilden sich vertikal verlaufende Klüfte im Bodenprofil. Entlang dieser Trockenrisse kann Regenwasser in den ansonsten sehr undurchlässigen Boden eindringen, bis die Klüfte sich durch Aufquellen wieder verschließen.

    Station 3: Was macht der Kalk im Boden?

    Was ist Mergel?

    Das Gestein an diesem Standort ist durch Ablagerung von Tonteilchen zusammen mit Kalk entstanden. Dieses kalk- haltige Lockergestein nennt man Mergel.

    Wie entsteht eine Pararendzina?

    Die Pararendzina ist der klassische Bodentyp im kalkhaltigen Lockergestein. Im Laufe von vielen Jahrtausenden löste jedoch das Regenwasser den Kalk (CaCO3). Dies geschieht auch heute noch. Je lockerer das Gestein ist und je mehr Niederschläge auftreten, desto schneller schreitet die Entkalkung des Bodens voran.

    Was ist Bodenversauerung?

    Alle Böden versauern durch Niederschlagswasser und die Aktivität der Pflanzenwurzeln auf natürliche Weise. Durch Luftschadstoffe aus Verkehr, Industrie und Besiedelung nimmt der Säuregehalt im Regenwasser zu. Böden können in begrenztem Maß die Säurezufuhr durch Austauschprozesse abpuffern. Ist diese Pufferfähigkeit erschöpft, bilden sich im Bodenwasser starke Säuren, z. B. Schwefel- oder Salpetersäure.

    Warum ist ein saurer Boden problematisch?

    Eine wichtige Aufgabe des Bodens ist die Filterung von Schadstoffen und damit der Schutz des Grund-wassers. Je saurer ein Boden ist, desto weniger gut kann er diese Funktion erfüllen. Auch das Pflanzenwachstum ist an sauren Standorten beeinträchtigt.

    Station 4: Boden und Wasser – eine erfolgreiche Verbindung

    Die Rolle des Wassers im Boden

    In unserer gemäßigten Klimaregion bestimmen die regelmäßigen Niederschläge maßgeblich die Stoffkreisläufe. Auch im Boden spielt Wasser bei allen Prozessen, v.a. aber für das Bodenleben eine herausragende Rolle.

    Wasser geht nicht verloren

    Wenn die Niederschläge auf den Boden auftreffen, versickern sie bei guter Durchlässigkeit des Bodens in tiefere Bodenschichten und werden schließlich zu Grundwasser. Auf Ton-böden, stark geneigten oder versiegelten Flächen fließt Regen vorwiegend oberirdisch ab und versickert nicht. Der oberirdische Abfluss gelangt so ungefiltert in unsere Fließgewässer und kann dort die Planzen- und Tierwelt in ihrem Ökosystem empfindlich stören.

    Stauwasser im Boden – der Pseudogley

    An diesem Standort hat sich ein stauwasserbeeinflusster Boden, ein sogenannter Pseudogley gebildet. Regenwasser kann zwar in die wasserdurchlässige obere Schicht eindringen. In der darunter liegen-den, schlecht durchlässigen Ton-schicht, kommt es aber bei Niederschlagsüberschuss zum Wasser-stau. Man erkennt den Pseudogley an den typischen rot-grauen Rost- und Bleichflecken (Marmorierung). Dieser Boden hat eine besonders hohe Filterwirkung für Niederschlagswasser, weil es besonders langsam versickern kann.

    Station 5: Pflanzen und Tiere im Boden

    Wie kommt Leben in den Boden?

    Auf unbewachsenem Boden siedeln sich bei günstigen klima-tischen Bedingungen zunächst die niederen Organismen wie Bakterien, Algen und Pilze an. Im Laufe von Jahren entsteht dann eine standorttypische vielschichtige Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren.

    Was lebt im Boden?

    Das Bodenleben (Edaphon) besteht aus Bakterien, Algen, Pilzen sowie den Bodentieren. Sie spielen eine ganz wichtige Rolle beim Recycling von organischem Material. Durch ihre Tätigkeit im Boden werden aus dem abgestorbenen organischen Material, z. B. Laub, wieder pflanzenverfügbare Nährstoffe.

    Der Podsol – ein saurer Boden

    Aus verwittertem Sandstein entwickelte sich an diesem Standort ein sogenannter Podsol. Er ist im Ober-boden stark versauert. Die Eisen-, Mangan- und Aluminiumverbindungen wurden hier ausgewaschen und weiter unten im Profil, wo der pH-Wert noch etwas höher ist, als rot-braune Flecken wieder abgelagert.

    Station 6: Boden als Grundlage stabiler Wälder

    Böden im Wald

    Waldböden sind durch den Menschen weniger verändert als beispielsweise land-wirtschaftlich genutzte Böden. Im Wald zeigt sich am besten, wie Böden und Vegetation sich gegenseitig beeinflussen: So bestimmen die Bodeneigenschaften maßgeblich die Lebensbedingungen und damit das Vorkommen und das Wachstum der Bäume und Sträucher. Andererseits steuert der Wald durch seine Laub- und Nadelstreu, durch seine Verdunstung und vielem mehr die Entwicklung der Böden. Unter natürlichen Bedingungen entwickelt sich im Laufe von Jahrhunderten eine standorttypische Vegetation, die an Klima und Böden optimal angepasst ist.

    Der Mensch verändert den Wald

    An diesem Standort würde unter natürlichen Bedingungen aufgrund der sauren, nähr-stoffarmen Bodenverhältnisse ein Buchen-Eichenwald wachsen. Der gewaltige Bau- und Brennholzbedarf der Stadt Nürnberg in den vergangenen Jahrhunderten hat aber dazu geführt, dass vorwiegend Nadelbäume wie Kiefer und Fichte gepflanzt wurden. Doch die Nadelholzmonokulturen erwiesen sich als sehr anfällig gegenüber Schnee, Sturm und In-sekten. Daher haben die Förster im Reichswald in den letzten 30 Jahren weit über 25 Millionen Laubbäume gepflanzt.

    Waldumbau und Klimawandel

    Der Umbau des Reichswaldes in stabile Mischwälder ist eine Kernaufgabe des Forst-betriebs Nürnberg der Bayerischen Staats-forsten. Im gleichen Sinne werden private Waldbesitzer von der Bayerischen Forstverwaltung beraten und finanziell unterstützt. Der Klimawandel mit Temperaturerhöhung und zunehmend extremen Witterungs-ereignissen stellt die Förster heute vor neue Herausforderungen. Daher minimiert der Forstbetrieb Nürnberg das Risiko eines Total-ausfalls mit Baumarten, die optimal an den Standort angepasst sind. Die Voraussetzung für einen Baumartenwandel ist jedoch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.

    Station 7: Boden als Temperaturregulator

    Temperaturen wie im Keller

    Im Gegensatz zur Luft sind die Temperaturen im Boden relativ ausgeglichen. Bereits in weniger als einem Meter Tiefe werden ganzjährig keine Minusgrade mehr erreicht. Diese relativ geringen Temperaturschwankungen ermöglichen es, den Pflanzen und Tieren im Boden zu leben.

    Fels als Wohn- und Lagerraum

    Der Mensch nutzt die temperaturausgleichende Funktion von Gestein und Boden seit Jahrtausenden. Erste Höhlen-behausungen schützten vor Wind und Wetter. Die frostfreie Lagerung von Lebensmitteln und Tierfutter war in früheren Zeiten nur in (Erd-)Kellern möglich. Umgekehrt konnte man im Sommer nur dort wärmeempfindliche Lebensmittel lagern (Bierkeller).

    Wärme aus der Erde – moderne Energie

    Heute nutzen wir die nachlieferbare Wärme aus der Erde – die Geothermie – mit Hilfe von Erdwärmekollektoren und Erdwärmesonden.

    Steinbruch aus Rhätsandstein

    An diesem Standort sehen Sie einen ehemaligen Steinbruch. Der Rhätsandstein wurde hier von Hand abgebaut. Rhätsandstein ist relativ leicht zu bearbeiten und weist dabei ausrei-chende Festigkeit auf. Auch die lockeren Gesteinsbereiche wurden abgebaut und als sogenannter Stubensand zum Fegen der Wohnräume verwendet.

    Besuchen Sie auch dieses Geotop aus Rhätsandstein, die Löwengrube bei Altdorf!

    Station 8: Die organische Substanz – verstecktes CO2 im Boden

    Wie entsteht Humus?

    Nur etwa 7 % des Bodens bestehen aus organischer Subs-tanz. Der größte Anteil davon sind abgestorbene Tier- und Pflanzenreste. Die Bodenlebewesen zersetzen diese Bestand-teile, vermengen sie mit dem mineralischen Bodenmaterial und bauen so die dauerhafte bodentypische organische Substanz auf, den Humus.

    Warum brauchen wir Humus?

    Humusreiche Böden sind wertvolle Pflanzenstandorte, weil sie Vorräte an Pflanzennährstoffe bereithalten. Außerdem speichert Humus Wasser und versorgt damit die Pflanzen über trockene Perioden hinweg. Hinzu kommt, dass humus-reiche Böden große Mengen an Schadstoffen binden und so-mit unser Grundwasser schützen.

    Böden binden CO2

    Die Böden sind neben den Ozeanen und den fossilen Energie-trägern einer der größten Kohlenstoffspeicher der Erde. Im Boden ist der Kohlenstoff vor allem im Humus gebunden. Klimaveränderungen und Temperaturzunahme beschleunigen den Humusabbau.

    Humus im Boden

    Die unterschiedliche Färbung der Bodenhorizonte eines Bodenprofils ist ein wichtiges Indiz für geologische und bodenkundliche Prozesse am Standort. Die dunkelbraune Färbung eines natürlichen Oberbodens weist auf vorhandenen Humus hin. Je dunkler die Färbung und je dicker die Schicht, desto humusreicher ist der Boden. In den darunterliegenden Schichten nimmt der Humus ab und die mineralischen Bestandteile zu.

    Station 9: Wald als Grundlage des Lebens

    Ökologische Bedeutung des Reichswaldes

    Der Reichswald besitzt auf großer Fläche naturschutzfachlich hochwertige Gebiete. Wegen seines Reichtums an Spechten, Greifvögeln und anderer seltener Vogelarten genießt das Gebiet im europäischen Raum hohe Anerkennung. Daher ist fast der gesamte Reichswald europäisches Vogelschutzgebiet (SPA = Special Protection Area). Zusätzlich sind im Reichswald weitere europäische Schutzgebiete (FFH=Fauna-Flora-Habitat-Gebiete), Naturschutzgebiete und Naturwald-reservate ausgewiesen. Spezielle Formen der Bewirtschaftung und besondere Maßnahmen tragen den unterschiedlichen Schutzkategorien Rechnung.

    Reichswald im Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen

    Wälder in Ballungsräumen sind ein wichtiger Ort für Erholung und Freizeit. Sie wirken ausgleichend auf Lufttemperatur, schlucken Lärm und filtern Staub aus der Luft. Außer-dem schützen Wälder unsere Gewässer vor Verschmutzung und Hochwasser. Sie sind großflächig als Wasserschutzgebiete ausgewiesen und liefern sauberes Trinkwasser für die Bürger der Metropolregion. Gleichzeitig produzieren unsere Wälder nachhaltig den wertvollen und nachwachsenden Rohstoff Holz – in der umweltfreundlichsten „Fabrik der Welt“. Ohne eine Bewirtschaftung kann aber der Wald seine vielfältigen Funktionen nicht umfassend erfüllen.

    Integrativer Ansatz in der Bewirtschaftung

    Die vielfältigen Anforderungen an den Wald in der Metropolregion erfordern ein differenziertes Vorgehen in der Waldbewirtschaftung zur Optimierung des Gesamtnutzens. Es gilt da-bei, die Ziele des Naturschutzes, der Erholung und der Nutzung durch abgestimmte Kompromisse zufrieden zu stellen.

    Station 10: Bodenschätze gestern und heute

    Tiegeltonlöcher

    An diesem Standort sind die Abbauspuren des Tiegeltons im Sebalder Reichswald zu sehen. Der Waldboden ist übersät mit Gruben von einigen Metern Durchmesser.

    Was ist Tegel?

    Unter Tegel versteht man ein graues, toniges Bodenmaterial, das geologisch zu den Tonen des Rhät gehört und in früherer Zeit für Gussformen zur Erz- und Messinggießerei verwendet wurde. Die so produzierten Metalltiegel haben dem Tegel seinen Namen gegeben. Im Mittelalter hatten die Vorkommen des Tiegeltons im Sebalder Reichswald für das Metallhandwerk in Nürnberg her-ausragende Bedeutung.

    Bodenschätze in Bayern

    In Bayern machen Sand, Kies, Lehm, Ton und Natursteine 85 % aller abgebauten mineralischen Rohstoffe aus. Allein durch den Abbau von Lehm und Ton werden in Bayern jährlich ca. 0,51 Mrd. Euro erwirtschaftet. Mineralische Rohstoffe haben für uns heute mehr denn je wirtschaftliche Bedeutung. Die sogenannten Seltenen Erden werden z. B. für die Informationstechnologie dringend benötigt.

    Infomaterialien

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    Kalchreuth-Wolfsfelden

    Steckbrief „Bodenlehrpfad Kalchreuth-Wolfsfelden“

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    Kalchreuth-Wolfsfelden

    Stationstafeln „Bodenlehrpfad Kalchreuth-Wolfsfelden“

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    Kalchreuth-Wolfsfelden

    Faltblatt „Bodenlehrpfad Kalchreuth-Wolfsfelden“

    Kalibergwerk Buggingen

    Kalibergwerk Buggingen

    Überblick

    Das Kalisalzbergwerk Buggingen war das größte Bergwerk Süddeutschlands. Es bestand von 1922 bis 1973. Mit bis zu 1.200 Beschäftigten war es ein bedeutender Arbeitgeber der Region.

    Eine geförderte Tonne Rohsalz enthielt 28 % Kalisalz und 48 % Steinsalz. Insgesamt förderte das Werk 17 Millionen Tonnen Rohsalz. Das Kali wurde in einer eigenen Fabrik zu Düngemitteln verarbeitet, ferner wurden Brom und Streusalz erzeugt. Letzter Besitzer war die Kali + Salz AG mit Sitz in Kassel.

    Beginn des Kalibergbaus

    1904 wurde durch Tiefbohrungen bei Mülhausen Kalisalz gefunden. Dadurch entstand linksrheinisch das Kalirevier im Elsass.

    Der Berliner Bankier Fritz Eltzbacher erhielt 1910 die Konzession zur Suche nach Salzlagerstätten auf der badischen Rheinseite. Nahe Buggingen wurden in den Jahren 1911 bis 1913 auf den Gewannen „Breitlache“, „Hölzleeck“ und „Ob dem Mühlengraben“ Bohrungen niedergebracht. Bei Hartheim (10 km nördlich von Buggingen) wurde eine am 2. März 1911 begonnene erste Tiefbohrung bei 1143 m abgebrochen. In der am 11. Januar 1912 begonnenen Tiefbohrung Buggingen 1 westlich des Bahnhofs wurde in 712 m Teufe ein 4 m mächtiges Kalilager erbohrt. Eine Bohrung im „Kuntel“ blieb erfolglos. Die angetroffenen Salze gehörten zu den qualitativ wertvollsten damals bekannten Kalisalzen.

    Nach diesen Voruntersuchungen folgten langwierige Verhandlungen zur Gründung des Bergwerks, da sich zunächst viele Grundstückseigner weigerten, ihr Gelände zu verkaufen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, kamen die Verhandlungen gänzlich zum Erliegen. 1916 erhielt Eltzbacher die Konzession zur Gewinnung von Kalisalz. Am 22. April 1922 wurden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwarb 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

    Unter der Leitung von Bergwerksdirektor Theodor Albrecht wurde am 7. August 1922 der Bau des Schachtes Baden (Schacht 1) begonnen. 1924 wurde das Abteufen des Schachtes Markgräfler (Schacht 2) 60 m südlich von Schacht 1 begonnen. Im Juli 1925 erreichte Schacht 1 das Kalilager in 786 m Teufe, im Oktober 1926 Schacht 2 bei 779 m. Von 1923 bis 1927 folgte der Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohnungen usw.). Einzelne Werkswohnhäuser an der Grißheimer Straße wurden bereits im Mai 1923 bezogen, das Verwaltungsgebäude wurde zwei Jahre später fertiggestellt.

    1928 wurde die regelmäßige Förderung von Rohsalz und die Kalidüngerproduktion aufgenommen. 1930 betrug die Jahresfördermenge 250.000 t Rohsalz. Bereits im Jahr 1933 übernahm die Preussag die Anteile der Burbach AG.

    Geologie

    Das Kalivorkommen verteilt sich auf mehrere tektonische Schollen des Oberrheingrabens.

    Während in den meisten elsässischem Gruben zwei Kaliflöze aufgeschlossen waren (unteres Hauptlager = 4,20 m und oberes Lager = 1,20 m Mächtigkeit, tritt in der Bugginger Scholle nur das Hauptlager mit 4,20 m Mächtigkeit auf. Nur in der Grißheimer Scholle wurde auch das obere Lager mit 0,6 m Mächtigkeit erbohrt.

    Das Hauptlager wird durch vier Dolomit-Mergeleinlagen, sogenannte „Löser“ in fünf ungleich große „Bänke“ geteilt. Die einzelnen Bänke bestehen aus einer Wechsellagerung von teilweise intensiv rot gefärbten Sylvingesteine und weißgrauen Steinsalze, denen dünne, dunkelgraue Ton-, Anhydrit-, Dolomitstreifen eingelagert sind. Diese Ausbildung ist im gesamten rechtsrheinischen Vorkommen und in den meisten Aufschlüssen im Elsass stets gleich. Nur am Ausbiss der Lagerstätte ändern sich Mächtigkeit und Struktur (Versteinerung einiger Bänke).

    Aus den bituminösen Gebirgsschichten strömt brennbares Grubengas in die Grubenräume.

    Abbau

    Nach Fertigstellung der beiden Bugginger Schächte wurde zunächst die 793 m-Sohle nach Norden und Süden vorgetrieben, anschließend die 754 m-Sohle. Dazwischen wurden die ersten Abbaue angelegt. Hier mussten schnell große Vorräte erschlossen werden, um eine hohe Förderquote zu erhalten.

    In den ersten Jahren wanderten die Abbaue beiderseits der 793 m-Sohle langsam nach Norden, bis sie 1936 die Basaltzone erreichten. Da eine Durchörterung zu gefährlich erschien, wurde das Kalilager vorerst lediglich nach Osten und Westen ausgerichtet.

    Historische Bugginger Gewinnungsmethode

    Als Hauptförderstrecke mit Seilbahnförderung und späterer schlagwettergeschützter Diesel-Lokomotivförderung wurde eine 793 Meter Sohle im Liegenden Steinsalz aufgefahren.

    Als tiefste Hauptförderstrecke des Unterwerksbaues ist die 940 m-Sohle im Lager aufgefahren.

    Für die Abförderung des Salzes und die Zuführung des Versatzes (Verfüllmaterial) waren Teilsohlen im Lager aufgefahren deren Abstände die einfallende Streblängen von 100 bis 120 Meter gewährleisteten und durch geneigte (einfallende) Bandstrecken mit den zwei Hauptsohlen (940 und 793 Meter-Sohlen) in Verbindung standen. Dabei waren 1954 3000 Gummigurt-, und 4000 Stahlgliederband – Nutzmeter bei Neigungen von 15 bis 35 Grad im Einsatz.

    Zur Abförderung des Salzes aus dem Streb waren Schüttelrutschen im Einsatz auf die das Haufwerk mittels Schwerkraft (50%) und Handarbeit gelangten, später kamen auch Schrapper zum Einsatz.
    Die Zuführung des Versatzes übernahmen Gummigurtförderer die am Kopf des einfallenden Strebes an eine Schüttelrutsche übergaben.

    Die Abbaue oberhalb der 793 Meter-Sohle wurden über die 647 Meter-Lagersohle bewettert, die durch einen Querschlag im Steinsalz mit dem ausziehenden Schacht Markgräfler verbunden war.

    Die Abbaue im Unterwerksbau in westlicher Richtung unterhalb der Hauptförderstrecke 793 Meter- Sohle wurden durch eine Lagerstrecke auf  dem 793 m Niveau bewettert, auch diese Strecke war durch einen Querschlag im Steinsalz mit dem ausziehenden Schacht Markgräfler verbunden.

    Grubenunglück

    Am 7. Mai 1934 kam es zu einem Grubenbrand, wobei 86 Bergleute ums Leben kamen. Eine Woche danach starb der damalige Bergwerksdirektor Dr.-Ing. Theodor Albrecht im Alter von 45 Jahren. Vermutlich war es Selbstmord.

    Der 7. Mai 1934 war ein Montag. Morgens um 6 Uhr fuhren 150 Kumpel in die Grube ein. Kurz danach brach das Feuer aus und setzte das geruchlose, tödliche Methangas frei. 26 der Toten hatten im Kernort Buggingen gewohnt, darunter waren 18 Aktive des Bugginger Fußballvereins, der zunächst nicht mehr zu Spielen antreten konnte. Betroffen war aber die ganze Region. Mehr als die Hälfte der geborgenen Kumpel stammte aus Nachbarorten rund um Buggingen, die anderen hatten in Gemeinden zwischen Lörrach und Freiburg gewohnt. Ein Opfer wurde bereits am 12. Mai bestattet, bei allen anderen war dies, wegen der schwierigen Bergungsarbeiten, erst zwischen dem 5. und dem 9. Juni 1934 möglich.

    Zur Ursache des Grubenunglücks knapp 800 Meter unter der Erde gibt es verschiedenste Angaben:

    Heißgelaufene Schüttelrutsche

    Eine heißgelaufene Schüttelrutsche soll die Leitungen überhitzt und die Holzstützen des Stollens in Brand gesetzt haben. Über offene Sicherheitstüren sollen sich Gas und Rauch schnell ausgebreitet und die Arbeiter erstickt haben.

    Quelle: Presseartikel der Badischen Zeitung vom 07.05.2014.

    Elktrischer Kurzschluss

    Nach einem regulären Schichtbeginn um 06:00 Uhr kam es gegen 10:00 in ca. 850 m Entfernung zum einziehenden Schacht 1 (Baden) zu einem elektrischen Kurzschluss. Der Lichtbogen entzündete die als Verzug dienenden Reisigbündel und den Holzausbau. Während sich die Belegschaft des Reviers 2 retten konnte, gelang dies der Belegschaft des Reviers 1 nicht. Aufgrund festgelegter Wettertüren wurde ihr Arbeitsbereich umgehend verqualmt, die Bergleute starben mutmaßlich binnen einer halben Stunde an Kohlenmonoxidvergiftungen. Bereits um 10:20 waren zwei Grubenwehrtrupps mit Atemschutz im Einsatz, denen jedoch lediglich die Bergung eines Toten gelang. Nachdem vergeblich versucht wurde, durch Umkehren der Wetterrichtung die Brandausbreitung zu stoppen und keine Hoffnung auf Überlebende bestand, wurde gegen 16:30 das Grubengebäude abgedämmt.

    Quelle: Wikipedia

    In Erinnerung

    Ein Jahr nach dem Grubenunglück, am 5. Mai 1935, wurde auf dem Bugginger Friedhof oberhalb des großen Platzes, wo 55 Kumpel in Einzelgräbern beerdigt wurden, ein Ehrenmal für alle Opfer eingeweiht. Und ein Jahr nach der Werkschließung 1974 gründeten 89 ehemalige Kumpel den Bergmannsverein Buggingen.

    Zum Gedenken an alle Kumpel, die das Glück, wieder aufzufahren, nicht hatten, sondern unter Tage gestorben sind, bauten Vereinsmitglieder einen Schaustollen und ein neues Kalimuseum in Buggingen.

    In der gesamten Betriebszeit sind 190 Arbeiter ums Leben gekommen.

    Wiederaufnahme der Bergbautätigkeiten

    Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der zu eingeschränkter Förderung und Produktion geführt hatte, kam das Werk unter französische Verwaltung. 1948 wurde die Förderung von der Badischen Kaligesellschaft mit französischer Beteiligung fortgeführt, bevor das Werk 1953 von der Gewerkschaft Baden übernommen wurde.

    1951 wurde die Basaltzone durchörtert. Östlich davon lag eine nach Osten absinkende, bis zu 1000 m tiefe Mulde, in welche die 793 m-Sohle nach Norden hin abfallend fortgeführt wurde. Im Südfeld, das zwischen 1944 und 1967 gebaut wurde, herrschten komplizierte Lagerungsbedingungen vor, die den Abbau erschwerten.

    Im Jahr 1962 wurde mit 1186 Beschäftigten (in der Grube ca. 700), darunter 203 Gastarbeitern aus mehreren Nationen, der höchste Belegschaftsstand erreicht (Buggingen hat knapp 2000 Einwohner). Bis zum 7. Dezember 1962 wurde die untertägige Verbindung zu den Bugginger Schächten 1 und 2 hergestellt.  

    Um neue Kalivorräte zu erschließen, nahm am 19. November 1964 der bei Heitersheim liegende Schacht 3 seine regelmäßige Förderung auf. Eine Werkseisenbahn brachte das in Heitersheim geförderte und gemahlene Rohsalz zur Weiterverarbeitung nach Buggingen. Nordwestlich von Schacht 3, im Diapir-West-Feld, war das Kalisalz steil gelagert, woraus sich für das Bergwerk gänzlich andere Abbaumethoden ergaben. Aus diesem Feld kam in den letzten Betriebsjahren der Hauptanteil der Förderung.

    Durch Veränderung der Abbaumethode und nach Inbetriebnahme von Schacht 3 im Jahr 1964 erreichte das Kaliwerk 1966 mit 744.350 t die höchste Rohsalz-Jahresförderung in seiner Geschichte.

    Bereits am Ende desselben Jahres kündigte sich durch erste Absatzprobleme der Niedergang der deutschen Kaligruben an. Verursacht wurden diese insbesondere durch die nordamerikanische Konkurrenz.

    1965 gelangten die Preussag-Anteile an die AG Wintershall.

    1967 wurde die 1950 eingestellte Steinsalzförderung und die 1929 beziehungsweise 1940 eingestellte Brom-Produktion wieder aufgenommen.

    1970 gaben Wintershall und das Land Baden-Württemberg ihre Anteile an die Kali + Salz AG ab, die nun Alleineigentümer des Werkes war.

    Schwierigkeiten beim Abbau

    Aus der Teufenlage und dem Aufbau des Bugginger Kalilagers ergaben sich besondere bergbauliche Probleme, die nur mit hohem technischem und finanziellem Aufwand bewältigt werden konnten:

    Grubenklima

    Im Bereich der südlichen Oberrheinebene liegt die Geothermische Tiefenstufe bei 25 m. In den tiefsten Grubenteilen herrschten deshalb über 52 °C. Die reine Arbeitszeit der Bergleute durfte hier höchstens 6 Stunden betragen, im Gegensatz zur andernorts üblichen 8-Stunden-Schicht.

    Schlagwettergefährdung

    Da die bituminösen Gesteinsschichten permanent Grubengas ausströmten, wurden die oberrheinischen Kalilager als einzige Deutschlands als „schlagwettergefährdet“ eingestuft. Der Schlagwetterschutz erforderte neben einer kräftigen Frischwetterversorgung (bis 6.000 m³ pro Minute) aufwändigere elektrische Apparaturen, Spezial-Sprengstoffe und ständige Kontrollen.

    Gebirgsdruck

    Das Hangende des Kalilagers ist wegen seines geringen geologischen Alters nicht vollständig verfestigt und setzt dem in dieser Tiefe herrschenden Auflastdruck nur einen vergleichsweise geringen Widerstand entgegen. Alle Hohlräume (Abbaue, Förderstrecken usw.) mussten deshalb mit besonders massivem Ausbau versehen werden. Zunächst wurde Holzausbau, nach dem großen Grubenbrand zunehmend Stahlausbau eingesetzt.

    Dennoch konnte das ständige Zusammensacken der Strecken nicht vollständig vermieden werden. Verformungen oder gar Zusammenbrüche waren deshalb an der Tagesordnung. Diejenigen Bereiche der Grube, die nicht mehr für Abbau-, Lager- oder Transportarbeiten offengehalten werden mussten, wurden deshalb mit Bergen (Gestein ohne Rohstoffe, taubes Gestein) und Produktionsrückständen aus der Chlorkaliumfabrik versetzt, um Senkungen der Erdoberfläche zu begrenzen. Insbesondere die über das Grubengebäude führende Bahnstrecke der Rheintalbahn musste auf diese Weise geschützt werden.

    Den periodischen Druckphasen des Strebabbaus war nur mit massivem Ausbau, schnellem Verhieb
    und parallel laufendem Vollversatz der Hohlräume zu begegnen. Dies gelang nicht immer erfolgreich, besonders das Offenhalten von Kopf- und Fußstrecken der Strebe machte größte Mühe.

    Neue Abbaumethoden

    Über die Gewinnung von jungen bankigen Kaliflözen lag noch keine Erfahrung vor. Die verschiedensten Abbauversuche erstreckten sich über Jahre. Sowohl der im Zechsteinsalz-Bergbau bewährte Kammerbau als auch Versuche des Strebbaues mit streichendem Verhieb erwiesen sich als ungünstig. Auch der Einsatz von Schrämmaschinen scheiterte. Übrig blieb der „Streichende Strebbau mit schwebendem Verhieb“.

    Aber auch hier war es schwierig die richtige Gewinnungsmethode zu finden. Nach Versuchen das Flöz in ganzer Höhe oder bankweise hereinzugewinnen, musste man letztlich aus Sicherheitsgründen auf die Gewinnung der obersten Bank verzichten (15% Verlust) und baute nur 360 m des Flözes im Stück ab. Eine höhere Verhiebgeschwindigkeit – ein 100 langer Abbaustreifen von 4 Meter Breite wurde in nur 10 Tagen verhauen, der Einsatz von Stahlstempeln und das restlose Rauben des Ausbaues vor der Versatzeinbringung, ließen nun das Hangende allmählich und gleichmäßig auf den Versatz absinken und zum Auflegen kommen. Die stehengelassene D-Schicht des Flözes als Hangendschicht bewies nun bessere Standfestigkeit. Gelegentliche Abrisse des Hangenden im Versatzfeld waren meist die Folge des periodischen Gebirgsdruckes, der nach 25 bis 50 Metern streichenden Verhiebs (Abbau von 6 bis 12 Strebbreiten) auftrat.

    Arbeit im Wandel

    Die Arbeitsmethoden der Bugginger Bergleute und die entsprechenden Maschinen blieben teilweise über lange Zeit nahezu unverändert. Zum Teil aber wandelten sie sich grundlegend, insbesondere gegen Ende der 1960er Jahre. Als Beispiel soll die Arbeit des Hauers und seines Lehrhauers umrissen werden. Dieses Team führte die Bohr- und Sprengarbeiten durch.

    Lange Zeit bestand die Aufgabe eines Hauers im Abbau darin, zunächst mit seiner elektrisch betriebenen, schlagwettergeschützten Säulendrehbohrmaschine ein Muster von 5 bis 8 m tiefen Sprenglöchern in das Kalilager zu bohren. Der Lehrhauer musste dabei unter anderem den vom Hauer bestimmten Bohransatzpunkt mit seiner Hacke anritzen, das Gestänge ansetzen und es während der ersten Umdrehungen stabil halten.

    Anschließend wurden die Bohrlöcher mit Sprengstoff-Patronen besetzt, mit Zünder und Zündkabel (bis etwa 1940 Zündschnur) versehen und abgedichtet. Zum Transport dienten Blechkisten, ab 1966 Sprengstoffkartons. Der Hauer löste schließlich durch das Anbrennen der Zündschnur beziehungsweise durch Betätigung der Zündmaschine aus sicherer Entfernung die Sprengung aus.

    Mit der Verlagerung des Abbaufeldes nach Norden in das teilweise steilstehende Heitersheimer Revier wandelte sich gegen Ende der Betriebszeit, etwa ab 1970, das Abbauverfahren und damit die Arbeit des Hauerteams entscheidend. Die Lagerungsverhältnisse erlaubten den Einsatz von Großgeräten, die hier die über mehr als 40 Jahre benutzten Säulenbohrmaschinen ersetzten.

    Der Hauer bediente einen fahrbaren Bohrwagen mit Bohrlafette, das Markieren und „Anhacken“ durch den Lehrhauer war meist nicht mehr notwendig. Der Sprengstoff wurde nun nicht mehr in Patronenform in das Bohrloch gedrückt, sondern in loser Form eingeblasen. Dazu standen spezielle Besatzfahrzeuge zur Verfügung.

    Stilllegung und Rückbau

    Trotz vorheriger Zusagen der Wintershall AG, das Bergwerk erhalten zu wollen, stimmte 1972 der Aufsichtsrat der Kali + Salz AG der Stilllegung des Kalisalzbergwerks mit stufenweiser Reduzierung von Förderung und Belegschaft zu. Im September 1972 wurde die Schließung des Kaliwerkes zum Mai 1973 bekanntgegeben. Begründet wurde dies mit der durch die schwierige Abbausituation verursachten Unwirtschaftlichkeit (30 Millionen Mark Verlust).

    Viele der Arbeiter und Angestellten hatten sich bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Stilllegungspläne einen neuen Arbeitsplatz gesucht. Die Betriebskonzentration auf Schacht 3 hatte zur weiteren Verkleinerung der Belegschaft geführt. Bis zum 30. April 1973 mussten schließlich noch etwa 300 Mitarbeiter entlassen werden (von ehemals 1.186 im Jahre 1962). Viele von ihnen fanden in Metallverarbeitungsbetrieben der Umgebung neue Arbeit, einige waren in andere Bergwerke gewechselt, als die Förderung am 13. April 1973 eingestellt wurde.

    Die Stilllegungs- und Abrissarbeiten begannen zunächst mit der weitgehenden Räumung der Untertageanlagen. Danach wurde vom Heitersheimer Werksteil aus das Bugginger Hauptwerk größtenteils abgerissen. Die Schächte wurden verfüllt und mit Betonplatten abgedeckt.

    Im April 1996 traten aus Schacht 3 die Grubengase Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickstoff aus. Das Landesbergbauamt ließ den Schacht von Spezialisten der technischen Abteilung der Ruhrkohle AG und von der Deutschen Montan Technologie öffnen, um das Gas ausströmen zu lassen. Anschließend wurde eine Protegohaube montiert, um eventuell austretendes Gas kontrolliert abführen zu können.

    Während bei Heitersheim mit Ausnahme des imposanten Fördergerüstes relativ viel erhalten wurde, blieben nur wenige Teile der Bugginger „Fabrik“ erhalten, unter anderem das Pförtnerhaus, das Verwaltungsgebäude, die Kantine sowie die weithin sichtbare Abraumhalde Monte Kalino am Nordende des ehemaligen Werkes.

    Das Bugginger Werksgelände wurde an private Investoren verkauft. Im Dorfbild fallen die typischen Bergmannssiedlungen und die Werkswohnhäuser auf. Am Ende der Werkstraße gibt es eine private Sammlung von Teilen der ehemaligen Grubenbahn einschließlich Signalen und Lore. Ein Feldweg verläuft auf der ehemaligen Trasse.

    Ausstehende Sanierung der Abraumhalde

    Chronik

    1904

    1904

    In Tiefbohrungen bei Mülhausen wird Kalisalz gefunden. Dadurch entsteht das linksrheinische Kalirevier im Elsass.

    1910

    1910

    Der Berliner Bankier Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Suche nach Salzlagerstätten auf der badischen Rheinseite.

    1911-1913

    1911-1913

    Nahe Buggingen werden in den Gewannen „Breitlache“, „Hölzleeck“ und „Ob dem Mühlengraben“ Bohrungen niedergebracht. Bei Hartheim (10 km nördlich von Buggingen) wird eine am 2. März 1911 begonnene erste Tiefbohrung bei 1143 m abgebrochen.

    1912

    1912

    In der am 11. Januar begonnenen Tiefbohrung Buggingen 1 westlich des Bahnhofs wurde in 712 m Teufe ein 4 m mächtiges Kalilager erbohrt. Eine Bohrung im „Kuntel“ bleibt erfolglos. Die angetroffenen Salze gehören zu den qualitativ wertvollsten damals bekannten Kalisalzen.

    1916

    1916

    Der Bankier Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Gewinnung von Kalisalz.

    1922

    1922

    Am 22. April 1922 werden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwirbt 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

    Unter der Leitung von Bergwerksdirektor Theodor Albrecht wird am 7. August der Bau des Schachtes Baden (Schacht 1) begonnen.

    1923-1927

    1923-1927

    Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohnungen usw.). Einzelne Werkswohnhäuser an der Grißheimer Straße werden bereits im Mai 1923 bezogen, das Verwaltungsgebäude wird zwei Jahre später fertiggestellt.

    1924

    1924

    Abteufen des Schachtes Markgräfler (Schacht 2) 60 m südlich von Schacht 1.

    1925

    1925

    Im Juli wird in Schacht 1 in 786 m Teufe das Kalilager erreicht.

    1926

    1926

    Im Oktober wird in Schacht 2 in 779 m Teufe das Kalilager erreicht.

    1928

    1928

    Aufnahme der regelmäßigen Förderung von Rohsalz und der Kalidüngerproduktion.

    1930

    1930

    Die Jahresfördermenge beträgt 250.000 t Rohsalz.

    1933

    1933

    Die Preussag übernimmt die Anteile der Burbach AG.

    1934

    1934

    Am 7. Mai 1934 kam es zu einem Grubenbrand, wobei 86 Bergleute ums Leben kamen. Eine Woche danach starb der damalige Bergwerksdirektor Dr.-Ing. Theodor Albrecht im Alter von 45 Jahren. Vermutlich war es Selbstmord.

    1945

    1945

    Das Bergwerk wird nach Ende des 2. Weltkrieges von der französischen Militärregierung zwangsverwaltet.

    1950

    1950

    Der Grubenbetrieb hat, bei Teufen von 600 bis 860 m, eine Ausdehnung von 2,4 km in Süd-Nord Richtung und 1,0 km in Ost-West Richtung.

    1951

    1951

    Durchörterung der bereits 1936 vom Abbau erreichten Basaltzone. Östlich davon wird eine nach Osten absinkende, bis zu 1000 m tiefe Mulde aufgeschlossen. Bis dahin schien die Basaltdurchörterung als zu gefährlich, deshalb wird der Abbau nur nach Osten und Westen ausgerichtet.

    1953

    1953

    Die Gewerkschaften Baden und Markgräfler betreiben wieder das Bergwerk. Die alten Besitzverhältnisse von 1933 gelten für die Preussag und das Land Baden-Württemberg wieder.

    1955

    1955

    Nach Abschluss umfangreicher Untersuchungen durch Bohrungen und reflexionsseismischer Methoden wird eine größere Ausdehnung des rechtsrheinischen Kalisalzlagers festgestellt. Die Untersuchungen bis 2400 m Endteufe schlossen auch die (erfolglose) Suche nach Erdöl ein.

    1961

    1961

    Abteufen von Schacht 3 bei Heitersheim bis auf 1.115 m. Tagesanlagen werden aufgebaut, eine neue Werksbahn nach Buggingen errichtet.

    1962

    1962

    Fertigstellung der untertägigen Verbindung vom Schacht 3 zu den Bugginger Schächten 1 und 2.

    Mit 1186 Beschäftigten (in der Grube ca. 700), darunter 203 Gastarbeitern aus mehreren Nationen, wird der höchste Belegschaftsstand erreicht.

    1964

    1964

    Inbetriebnahme von Schacht 3. Der Schacht dient überwiegend als Transport – Wetter- und Seilfahrtsschacht. Nordwestlich von Schacht 3 war im Diapir-West-Feld das Kaliflöz bis 70 Grad steil gelagert. Da das steilstehende Flöz nicht mehr dem vollen Gebirgsdruck der überlagernden Schichten ausgesetzt war, ist der Einsatz neuer, zum Teil mechanisierter Abbaumethoden bei vermindertem Ausbau möglich. Aus diesem Feldesteil kommt in den letzten Betriebsjahren der Hauptanteil der Gewinnung. Das im neuen Abbaufeld gewonnene Rohsalz wird unterirdisch über eine 3,5 lange Richtstrecke auf einer Bandanlage zum Schacht Markgräfler abtransportiert.

    1965

    1965

    Die Preussag-Anteile gehen an die Wintershall AG über.

    1966

    1966

    Das Kaliwerk erreicht mit 744.350 t die höchste Rohsalz-Jahresförderung in seiner Geschichte.

    1970

    1970

    Die Wintershall AG und das Land Baden-Württemberg geben ihre Anteile an die Kali + Salz AG ab. Die Kali + Salz AG ist nun alleinige Eigentümerin.

    1973

    1973

    Das Bergwerk Buggingen wird stillgelegt. Gründe für die Stilllegung: Der Niedergang der Deutschen Kaliwerke und die Unwirtschaftlichkeit (30 Millionen DM Verlust).

    Kamsdorf: Montanlehrpfad Kamsdorfer Reviere

    Start- und Zielpunkt der ca. 6 km langen Rundtour befinden sich nahe der Straße am Ortsausgang von Kamsdorf Richtung Könitz unterhalb vom Revierhaus. Hier wurden auch Parkmöglichkeiten geschaffen und ein kleiner Rastplatz eingerichtet.

    An wichtigen Stationen des Lehrpfades sind Informationstafeln aufgestellt, die Erläuterungen zur Geologie, zum Bergbau und zur Montangeschichte geben. Der Montanlehrpfad ist mit dem Wegweiser „Bergbaurundweg“ und dem traditionellen Bergbausymbol „Schlägel und Eisen“ beschildert.

    Stationen des Pfades

    Unmittelbar auf dem Rastplatz ist die erste Schautafel zu sehen, die eine Übersicht zum Bergbaugebiet und zu seiner Geschichte vermitteln soll.

    Wird nun bergan dem alten Grubensteig gefolgt, so trifft man schon nach wenigen Metern auf das ehemalige Revierhaus mit seinem schiefergedeckten Krüppelwalmdach und dem aufgesetzten Uhrtürmchen. Auf der linken Seite ist im eingezäunten Grundstück der Ersatzschacht zu erkennen.

    An der Straße von Kamsdorf nach Bucha wurden am Rand des Großtagebaues Kamsdorf weitere Parkmöglichkeiten, sowie ein Aussichtshügel neu geschaffen. Von hier können große Teile des Tagebaues eingesehen werden. Bei guter Sicht sind auch die Gipsbrüche bei Krölpa und die Leuchtenburg bei Kahla zu erblicken. Auf den Schautafeln ist die historische Entwicklung der Tagebautechnik in Kamsdorf und der gegenwärtige Stand des Großtagebaues Kamsdorf erläutert. Des weiteren werden hier die Sehenswürdigkeiten des Rundblickes bezeichnet.

    Der Bergbaulehrpfad führt weiter zu dem, am nordwestlichen Ortsrand von Goßwitz gelegenen ehemaligen Tagebau Sommerleite. Das vor der Verfüllung und Rekultivierung bewahrte Restloch ist vor allem als geologisch-lagerstättenkundlicher Aufschluß bedeutsam und steht unter Schutz. Die hier aufgestellte Informationstafel vermittelt insbesondere geologische Zusammenhänge und klärt über die Geschichte des Goßwitzer Bergbaues auf.

    Der weitere Verlauf des Lehrpfades tangiert im Bereich des Ziegenberges bis zum Pochwerk im Wutschental das Gebiet, von dem der Kamsdorfer Bergbau einst ausging. Die zwei Stollenmundlöcher der Zechen „Erzengel“ und „Grüner Baum“ zeugen von dieser Bergbauperiode. Die Schautafel dieser Station zeigt den ältesten Grubenriß Kamsdorfs und informiert über den weitgehend in Vergessenheit geratenen Bergbau am Ziegenberg. Im Wutschental weisen die heute noch gebräuchlichen Staßennamen „Pochwerk“ und „Schmelzhütte“ auf die im 19. Jahrhundert hier betriebenen Anlagen hin.

    Der Weg führt dann zurück durch Kamsdorf zum Ausgangspunkt, vorbei am südlich gelegenen ehemaligen Tagebau „Walter Ulbricht“, der nördlich im Feld liegenden Halde der Zeche Glückstern und dem Zollhaus zum Park- und Rastplatz am Revierhaus.

    Besucherbergwerk „Vereinigte Reviere Kamsdorf“

    Entlang einer nahezu west-östlich verlaufenden Linie, die von Gehren über Königsee, Rottenbach, Bad Blankenburg, Saalfeld, Goßwitz, Ranis, Oberoppurg nach Triptis und Weida verläuft, treffen zwei geologische Hauptstrukturelemente Thüringens aufeinander: vom Norden her das Thüringer Becken und vom Süden das Thüringer Schiefergebirge. Die Saalfelder Region ist deshalb geologisch sehr vielgestaltig. Mit Ausnahme der Ablagerungen der Jura- und Kreidezeit sind Gesteine aus allen geologischen Zeitaltern anzutreffen. Im Schiefergebirge sind dies zum Beispiel Tonschiefer, Grauwacken, Alaunschiefer, Knotenkalke und Quarzite, allesamt während der variskischen Gebirgsbildung gefaltet und geschiefert. Das Thüringer Becken dagegen enthält Kalksteine, Schiefertone, Sandsteine, Dolomite und Gipse, die überwiegend flach gelagert sind.

    Im Saalfelder Raum hat diese Vielfalt der anstehenden Gesteine immer Anlass für ihre Gewinnung gegeben. Hier wurde einfaches Baumaterial genauso gefördert, wie erzhaltige Rohstoffe zur Produktion von Metallen und Farbstoffen. Insbesondere trifft das auf die Gesteinsschichten des Oberperm zu, die die Basisfolge des Thüringer Beckens bilden und die wegen ihres Erzinhaltes den bezeichnenden Namen „Zechstein“ erhalten haben.

    Textquelle: Kamsdorfer Verein zur Pflege der Bergbautradition e.V.

    Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

    Auf den Spuren des Altbergbaus in der Orlasenke

    Die Orlasenke umschließt die etwa 3-5 km breite und 32 km lange Geländesenke im Zechsteinband zwischen dem Thüringer Schiefergebirge im Süden und der Saale-Elster-Buntsandsteinplatte im Norden. Hier liegt zwischen Saalfeld und Könitz das geschichtlich bedeutendste Bergbaugebiet Ostthüringens mit einer beispiellosen Dichte und Vielfalt an historischen Bergbaurelikten.

    Bis in die Bronzezeit lassen sich hier die Anfänge des Bergbaus zurückverfolgen. Nach dem 30jährigen Krieg erlangte vor allem die Eisenerzgewinnung große Bedeutung. Dank der oberflächennahen Lage konnte der Bergbau anfangs mit einfachsten Mitteln betrieben werden. Zahlreiche Pingen und Halden prägen – meist unter Buschwerk und Bäumen verborgen – noch heute die Landschaft um Könitz. Auf der das Gebiet durchziehenden „Eisenstraße“ wurde ein Großteil der Erze zu Hütten und Hammerwerken im Thüringer Wald abtransportiert.

    Heute erschließt der Montanlehrpfad Kamsdorf das weiträumige historische Bergbaugelände. Neben den schon erwähnten Halden und Pingen gehören dazu Stollen und deren Mundlöcher, Tagebaue sowie bergbauliche Gebäude wie das 1822 erbaute Revierhaus, das Schachtgebäude und das Maschinenhaus des „Ersatzschachtes“ von 1904. Es steht als einziges erhalten gebliebenes Schachtensemble der letzten Epoche des Eisenerz- und Eisenkalktiefbaus unter Denkmalschutz und ist als Besucherbergwerk „Vereinigte Reviere Kamsdorf“ für die Öffentlichkeit zugänglich.

    Textquelle: Kulturlandschaftsportal Thüringen

    Infomaterialien

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    Kamsdorfer Erzrevier

    Publikation von Michael Pfefferkorn

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    Besucherbergwerk „Vereinigte Reviere Kamsdorf“

    Publikation „Deutscher Kulturrat“

    Kandern-Egerten: Geologischer Erlebnispfad im Wollbachtal (Kalkofen-Erlebnisweg)

    Kandern-Egerten: Geologischer Erlebnispfad im Wollbachtal (Kalkofen-Erlebnisweg)

    Im oberen Wollbachtal in Kandern-Egerten befindet sich seit 1929 ein alter Kalkbrennofen, in dem früher aus den Kalksteinen des Mitteljura Branntkalk hergestellt. Der Brennofen wurde  Ende der 1960er Jahre renoviert.

    In Ergänzung zu den Renovierungsarbeiten im und am Kalkofen wurde der geologische Erlebnispfad angelegt, um die geologischen Besonderheiten dieses Gebietes zu vermitteln.

    Der Pfad führt über einen historischen, heute überwachsenen Hohlweg. Besondere Sehenswürdigkeiten sind neben den Zeugnissen des früheren Bergbaus auch eine Kalksteinwand mit Lösungshohlkehlen, die alte Karstwasserstände eines alten Höhlensystems anzeigen.

    Der Pfad verläuft entlang der Rheintal-Flexur, der südlichen Fortsetzung der  Schwarzwald-Randverwerfung. Aufgrund der tektonisch bedingten Lagerungsverhältnisse streichen im Wollbachtal auf engstem Raum Gesteine desr Trias (Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper) und des Jura aus.

    Der Lehrpfad erschließt v.a. Gesteine des Mitteljura (z.B. oolithische Kalksteine der Hauptrogenstein-Formation im Steinbruch hinter dem Kalkofen und eisenschüssige Kalksteine der Murchisonae-Oolith-Formation im weiteren Streckenverlauf). Letztere wurden, wie mehrere Stollenmundlöcher zeigen –  wenn auch nur für kurze Zeit – bergbaulich erschlossen.

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    Zu den ältesten Gesteinen gehört der Trochitenkalk (Untere Hauptmuschelkalk-Formation, mo1), der vor ca. 240 Millionen Jahren unter Meerbedeckung entstanden ist.

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    Nach einer Aufschlusslücke folgt der untere Mitteljura mit leicht eisenschüssigen Kalksteinen.

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    Die Schichtenfolge im Wollbachtal endet mit dem Hauptrogenstein (Hauptrogenstein-Formation, bjHR, früher Braunjura epsilon).

    Die Wege sind größtenteils unbefestigte, befahrbare Waldwege. Am nördlichen Ende verläuft ein ca. 300 m langer Abschnitt auf einem Trampelpfad über eine Wiese und einen historischen Karrenweg.

    Infomaterialien

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    Kandern-Egerten

    Geologischer Erlebnispfad – keine Infomaterialien vorhanden!

    Textquellen

    Keine Textquellen vorhanden.

    Kappelrodeck: Dasenstein (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 3)

    Kappelrodeck: Dasenstein (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 3)

    Einfach sagenhaft

    Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

    Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

    Beschilderung der Sagenrundwege

    • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
    • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

    Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

    Dasenstein

    Die Tochter des Burgherrn von Rodeck verliebte sich einst in einen einfachen Bauernburschen vom darunterliegenden Dorf. Der Burgherr war hiermit keinesfalls einverstanden. So stellte er seine Tochter vor die Wahl, entweder die Beziehung zu dem armen Burschen abzubrechen oder von Haus und Hof verstoßen zu werden. Sie beharrte in ihre Liebe und musste Familie und Burg verlassen. Da ihr Liebster sich aber nicht mehr um sie kümmerte und sie auch sonst keine Unterkunft finden konnte, stieg sie auf der anderen Seite des Tales berg an. In einer Felsengruppe entdeckte das verstoßene Ritterfräulein eine Höhle. Hier hauste sie als Einsiedlerin in der armseligen Bleibe des„Dasensteins“. Noch zu Lebzeiten kam sie in den Verruf der Zauberei. Nach ihrem Tod wurde sie als „Hex vom Dasenstein“ gefürchtet.

    In den Wäldern rund um Kappelrodeck sollen sich so allerhand dramatische Geschichten abgespielt haben. So erzählt man von einem Zwerg, der das Schloss Rodeck vor feindlichen Übergriffen gerettet hat oder von einem Roten Weiblein, das noch heute auf dem Hexenschrofen umhergehen soll. Vielleicht begegnest du dem Weiblein?

    Entdecke noch weitere Sagen und Mythen entlang der Strecke.

    Textquelle: Ortenau Tourismus

    Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

    Infomaterialien

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    Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

    Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

    Kappelrodeck: Dasenstein (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 3)

    Kappelrodeck: Multimedia Sagenwanderung Hex vom Dasenstein

    Die Sage der „Hex vom Dasenstein“ ganz neu erleben. Komm mit uns auf eine Reise durch die Geschichte. Alles was man hierfür benötigt ist ein WLAN-fähiges Smartphone oder Tablet.

    • Folge den Spuren der Hex‘, indem du dich an den jeweiligen Hinweistafeln einloggst. Hierfür stehen am Wanderweg ausgeschilderte Hotspots zur Verfügung. Eine Mobilfunkverbindung wird nicht benötigt.
    • Die Wanderung ist für Familien und Kinder geeignet
    • Wegstrecke: 2,5 km

     Viel Spaß ! Hex, hex!!!

    Eine sagenhafte Geschichte

    Die Geschichte der „Hex vom Dasenstein“ beginnt mit einer berühmten Sage aus dem Jahr 1356, welche sich in den Weinbergen von „Kappel“ zugetragen haben soll.

    Ein schönes Burgfräulein von edler Gestalt verliebte sich dereinst in einen Bauernsohn. Der Burgherr von Schloss Rodeck duldete diese Liebe nicht und jagte die eigene Tochter hinab ins Tal. Ohne Haus und Grund wurde sie auch vom Bauernsohn verschmäht und so hauste sie fortan im Dasenstein. Rund um ihre Felsenhöhle pflanzte sie Wein. So manchen Streich soll sie den Leuten mitgespielt haben. Und bald war sie die „Hex vom Dasenstein“. So wurden die edlen Weine aus der Rotweingemeinde nach ihr benannt.

    Noch heute heißt es nach zu viel Genuss vom sagenhaften Wein „Er hat ne Hex!“ – Wie wahr. Denn Hex bleibt Hex – ein sagenhafter Wein.

    Die Sage der Hex vom Dasenstein

    Auf Rodeck litt vor langer Zeit,
    ein Burgfräulein viel Herzeleid.
    Es liebte einen Bauernknab‘,
    drum jagt‘ der Ritter es hinab.

    Die Arme haust‘ im Dasenstein
    Und pflanzte ringsumher sich Wein.
    Doch als sie häßlich war und alt
    man eine Hexe sie gar schalt.

    Drum übte sie manch tollen Streich,
    beim Dasenstein im Rebbereich.
    Und hauste in dem Felsenloch
    nach vielen Jahren immer noch.

    Der Wein von dort nach ihr genannt
    ist heut bekannt im ganzen Land.
    Das ist die „HEX VOM DASENSTEIN“.
    Ein köstlicher Burgunderwein.

    Er hat’ne Hexe‘ sagt man wohl,
    trinkt einer mehr noch als er soll.
    So herrscht die „HEX VOM DASENSTEIN“
    auch heute noch im Kappler Wein.

    Infomaterialien

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    Kappelrdodeck

    Sagenweg Hex vom Dasenstein – keine Infomaterialien vorhanden!

    Kappelrodeck: Schnapsbrunnentour

    Kappelrodeck: Schnapsbrunnentour

    Der Schnapsbrunnenpfad startet am Marktplatz in Kappelrodeck und ist mit dem Symbol des Bundesverbandes der Kleinbren­ner gestaltet.

    Vom Marktplatz aus geht es durch den „Grünen Winkel“ bis zum Café „Zuckerbergschloss“. Durch den Park gelangen wir zur Waldstraße. Wir gehen links Richtung Ganzeck. Hier erreichen wir den ersten „Schnapsbrunnen“.

    Der Weg führt nun abwärts durch die Weinberge zum „ Oberen Baslerhof“ (mit Probierstube im Fass) und weiter Richtung Hauptstraße.

    Wir überqueren diese und gelangen über den Unteren zum Oberen Lammhof. Von dort geht es weiter zum Simmehof.

    Danach gehen wir zur Fahrstraße, von der sich kurz bergauf ein Abstecher zu der liebevoll angelegten „Lourdes Grotte“ lohnt.

    Auf der Straße bergab kommen wir zum letzten Schnapsbrunnen unserer Tour bei Familie Baßler.

    Unsere Wanderung führt uns weiter zum Dasenstein mit herrlichem Ausblick über Kappelrodeck und in die Rheinebene und zurück zum Ausgangspunkt am Marktplatz.

     

    Tipp

    Kulinarische Schnapsbrunnentour

    Immer am 1. Sonntag im September findet die „Kulinarische Schnapsbrunnentour“ statt. Im Jahr 2022 – nach Coronapause – bereits in der 9. Auflage. Dann bieten die vier am Weg liegenden Höfe ein buntes Rahmenprogramm mit Verkostungen von Edelbränden und Likören, Cocktailbar, Wein-und Sekttheke – und auch für das leibliche Wohl ist mit vielen selbstgemachten erstklassigen Genüssen gesorgt.

    Hintergrund

    Der Obstbau hat in Kappelrodeck eine jahrhunderte lange Tradition. Er ist schon immer ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Betriebe der Gemeinde. Das geerntete Obst wird größtenteils über die Schnapsbrennereien verwertet.

    Allein in Kappelrodeck und Waldulm gibt es über 400 Kleinbrenner. Eine Besonderheit in der Region sind die „Schnapsbrunnen“. Diese erfreuen den Wanderer unterwegs mit Probiermöglichkeiten der selbst hergestellten Erzeugnisse (zu einem kleinen Kostenbeitrag). Im Sommer werden die Flaschen im Brunnen mit klarem Gebirgswasser gekühlt. Auch alkoholfreie Getränke werden bereitgehalten, sodass auch für die Kinder bestens gesorgt ist.

    Infomaterialien

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    Kappelrodeck

    Schnapsbrunnentour – keine weiteren Infomaterialien vorhanden!

    Karichschmiermann

    Karichschmiermann

    Lange Zeit zieht ein Händler mit einem Schubkarren durch die Straßen des Dorfes und die der Umgebung. Beladen mit einem Holzfass mit „Ölschmiere“ aus der Raffinerie im Ort, das schöpflöffelweise verkauft wird.

    An die langjährige Tradition des „Karichschmiermann“, diese über lange Zeit so typische Figur in der Gegend, erinnert heute eine Holzskulptur im Ortszentrum von Merkwiller-Pechelbronn.

    Bei der Ausführung der Skulptur ließ sich der Holzbildhauer Frank Welker aus Niedersteinbach von dem Gemälde des Malers Louis-Philippe Kamm inspirieren, das im Sitzungssaal des Rathauses von Merkwiller ausgestellt ist. Das 1928 gemalte Gemälde des „Meisters von Drachenbronn“ stellt Louis Hebting (1854-1933) dar. Die Schubkarre wurde von dem stellvertretenden Bürgermeister Jean-Claude Ball angefertigt, der die Figur auch bei Veranstaltungen verkörpert.

    Louis Hebting (1854-1933)

    Der letzte Ölschmiereverkäufer war der in Preuschdorf geborene Landwirt Louis Hebting, der in Schoenenbourg eine kleine Landwirschaft betrieb. Die Arbeit auf dem Feld musste aber seine Frau verrichten, denn …

    Louis Hebting zog mit einer Schubkarre, die mit einem mit Fett gefüllten Holzfass beladen war, als Hausierer zu Fuß von Dorf zu Dorf, um das schwarze Erdölfett zu verkaufen, das zum Schmieren von Achsen und Wagenrädern diente.

    Er war in der gesamten Region des Outre-Forêt bekannt und wurde zur Symbolfigur des Karichschmiermann.

    Das Schmierfett besorgte er sich in der Raffinerie in Pechelbronn und lagerte es zuhause ein. Dann ging er auf die Straßen und durchquerte die Dörfer Hunspach, Seebach, Kutzenhausen, manchmal sogar bis nach Cleebourg oder Lembach.

    Laut zahlreichen Zeugenaussagen soll er dies bis zu seinem Lebensende getan haben, als sein Schwiegersohn sich gezwungen sah, seinen kleinen Handwagen zu zerstören, um ihn daran zu hindern, wieder auf die Straße zu gehen.

    D’r Karichschmiermann. Holzskulptur von Frank Welker (2017) im Januar 2024.

    Foto von Louis Hebting: Didivo67, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Karlsbad: Wüstensand und Meeresstrand

    Diese GeoTour macht mit ihren Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis für die ganze Familie.

    Hauptthemen

    Pfinzgraben, Grenze Buntsandstein-Muschelkalk, Plattensandstein, histor. Kalkwerk, histor. Steinbrüche undLehmgruben, Ziegeleien, Mühlen und Mühlsteine, Geologie und Landschaft, Landschaftsgeschichte

    Weitere Themen

    Pfinz, ehem. Kleinbahn Ittersbach – Pforzheim, Wüstungen, „Geo-Tiere“

    Gesteins-/Mineralienarten

    Plattensandstein, Tongestein des Röttons (sehr selten), Muschelkalk-Kalkstein, Kalksteine, Dolomite und Mergel des Unteren Muschelkalks, Badischer Bausandstein (nur Bauwerke), Löß (nur indirekt), Calcit, Azurit(selten), Malachit (selten), Stubensandstein (nur Mühlstein) und Schilfsandstein (nur Bauwerke) aus demKeuper

    Es gibt keine Infotafeln im Gelände! Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre.

    Infomaterialien

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    GeoTour Karlsbad

    Begleitbroschüre „Wüstensand und Meeresstrand“

    Karlsbrunn: Rundweg Carrière Barrois-Grube Warndt

    Carrière du Barrois

    Ein außergewöhnliches Landschaftsbild bietet die „Carrière de Freyming-Merlebach“ unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze, die entlang der früheren Abbaukante verläuft. Die ca. 300 Hektar große Sandgrube hat eine Ost-West-Ausdehnung von ca. vier Kilometer, ihre Nord-Süd-Ausdehnung beträgt teilweise über einen Kilometer.

    Die Entstehung der Sandgrube beginnt 1750 mit der Gewinnung von Eisenerz für die Schmieden in Sainte-Fontaine und die Glashütten in Freyming-Merlebach. Ihre heutige Gestalt geht jedoch auf den Steinkohlenbergbau zurück. In Lothringen liegen die Kohleflöze meist halbsteil oder steil. Bei flacher Lagerung herrschte meist der Bruchbau vor, bei dem man das Deckgebirge, das sogenannte Hangende, hinter der Abbaufront einstürzen ließ. Bei halbsteiler und steiler Lagerung kam dagegen oftmals die Methode des hydraulischen Versatzes bzw. des Spülversatzes zur Minimierung von Grubensenkungen zur Anwendung. Hierbei wurde zum Verfüllen der durch den Kohleabbau entstandenen untertägigen Hohlräume eine Mischung aus Sand und Wasser mittels Rohrleitungen in die zu verfüllenden Bereiche gespült. Hierzu wurde der gewonnene Sandstein zunächst zu Sand zermahlen.

    In der „Carrière de Freyming-Merlebach“ sind im Zeitraum von 1920 bis 2005 bis zu 124 Millionen Kubikmeter Sandstein industriell abgebaut worden. Gleichzeitig ist das im Rahmen des früheren Steinkohlenbergbaus angefallene Bergematerial gegenüber der Felswand im Süden der Sandgrube aufgeschüttet worden, welche hierdurch wieder teilverfüllt wurde. Dieses Material wird nun für Erdarbeiten und den Wegebau genutzt.

    Nach dem Ende des Abbaus begann die staatliche Grubengesellschaft „Houillères du Bassin de Lorraine (H.B.L.)“ mit den Arbeiten zur Sicherung des Geländes. Diese umfassten u.a. Erdarbeiten, die Ableitung des Niederschlagswassers, die Bepflanzung und die Sicherung der Felswände. Seither steigt das Grundwasser an und bildet Wasserflächen in der ehemaligen Sandgrube.

    Mittlerweile hat sich die „Carrière de Freyming-Merlebach“ zu einem wertvollen Biotop entwickelt und ist Lebensraum mehrerer seltener Tierarten. So bieten beispielsweise die Wasserflächen der Knoblauchkröte einen Lebensraum, während die bis zu 100 Meter hohen Sandsteinfelsen entlang der früheren Abbaukante dem Uhu und dem Wanderfalken als Habitat dienen.

    Eine spektakuläre Aussicht in den sogenannten „Warndt-Canyon“ hat man von der Aussichtsplattform oberhalb der Steilwand. In der ehemaligen Sandgrube selbst kann man mittlerweile Wandern und Radfahren.

    Textquelle: Webseite „Ministerium für Bildung und Kultur Saarland“

    Grube Warndt

    Die Grube Warndt war ein Steinkohlebergwerk bei dem Großrosselner Ortsteil Karlsbrunn, welche durch die Saarbergwerke AG errichtet wurde. Sie war das jüngste Bergwerk im Saarrevier.

    Hier liegen die Flöze des Merlebacher Sattels im Saarkohlebecken und dem Lothringer Kohlebecken. Das Bergwerk Warndt verfügte über abbauwürdige Kohlenvorräte von rund 190 Millionen Tonnen, gerechnet bis zu einer Tiefe von −1100 Metern NN. Die Mächtigkeit der Flöze variierte zwischen einem und sechs Metern.

    Geschichte

    Schon 1938 plante man eine Großschachtanlage im Warndt zur Förderung von Steinkohle. Doch der Zweite Weltkrieg verhinderte einen Abbaubeginn. Mit dem Saarvertrag von 1956 wurde der Bau und Betrieb einer Schachtanlage im Warndtkohlengebiet erlaubt. Die von Frankreich gepachteten Abbaufelder wurden an Deutschland zurückgegeben, darunter auch das Pachtfeld St. Charles-Vuillemin (Feld Großrosseln-Emmersweiler) mit dem Schacht St. Charles.

    Die Arbeiten an der neuen Grube begannen am 14. März 1958 und der Warndtschacht wurde noch im selben Jahr abgeteuft. Die Beton-Turmförderanlage wurde 1960/61 von der Mannheimer Niederlassung der Philipp Holzmann AG erbaut, 1963 nahm die Grube dann die Förderung auf. Die Schächte der Grube Velsen wurden 1964 als Außenschächte übernommen. Abgebaut wurde Fettkohle der Sulzbacher Schichten, die als Kokskohle zur Versorgung der saarländischen Stahlindustrie genutzt wurde.

    Der Warndtstollen wurde 1963 bis 1965 mit 13 m² Querschnitt und einer Länge von 2100 m aufgefahren. 1964 wurde die Verbundstrecke Warndt-St. Charles angefahren. 1981 wurde ein weiterer Stollen aufgefahren, der mit einer Länge von 2550 m bis zum früheren Schacht Ludweiler führte. 1998 wurde ein 2500 m langer Transport-Stollen aufgefahren, der das Bergematerial, das in der Aufbereitungsanlage Warndt beim Waschen der Kohle anfiel, in das französische Merlebach befördern sollte.

    Eine Zusatzvereinbarung zu dem Vertrag von 1957 erlaubte 1978 den französischen Kohlegruben, bis zum Jahre 2006 in einem für das Bergwerk Warndt schwer zugänglichen Bereich des Feldes Merlebach weiterhin Fettkohle abzubauen. Dafür wurde je Tonne verwertbare Förderung ein Pachtzins gezahlt.

    Schon 1981 war der Aufsichtsratsbeschluss der Saarbergwerke zur Zusammenlegung der Gruben Warndt und Luisenthal erfolgt. 1988 wurden beide Gruben vereinigt und der Verbund West geschaffen. Am 18. Juli 1994 erfolgte dann der Durchschlag der Verbundstrecke Warndt/Luisenthal. Die Strecke ist rund 3,2 Kilometer lang und verläuft in 1100 Metern Tiefe. Schon im November desselben Jahres erfolgte die erste Förderung von Luisenthaler Kohle in Warndt.

    Im September 2003 verkündete die RAG aus wirtschaftlichen Gründen das Ende des Kohleabbaus in der Grube Warndt für Anfang 2006. Zum 1. Januar 2004 wurden die beiden verbliebenen Bergwerke Warndt/Luisenthal und Ensdorf zu einer organisatorischen Einheit mit zwei Förderstandorten („Bergwerk Saar“) zusammengefasst. Am 17. Juni 2005 stellte man im Warndt die Kohleförderung ein, am 1. Januar 2006 wurde der „Verbund West“ komplett stillgelegt. Im Anschluss wurde der Warndtschacht mit Beton verfüllt.

    Schächte

    Hauptförderschacht war der Warndtschacht (−1160 m NN Teufe) in Dorf im Warndt, der auch als Seilfahrt- und Materialschacht diente. Der 931 m tiefe Schacht Lauterbach war ein ausziehender Wetterschacht. Hier steht noch das Teufgerüst von 1979. Schacht Gustav 2 der früheren Grube Velsen in Großrosseln wurde als Wetter- und Seilfahrtschacht genutzt. Die Teufe beträgt −1095 m. Das Fachwerkstrebengerüst stammt von 1915.

    Mit der Rückgabe des auf deutschem Staatsgebiet liegenden, aber an Frankreich verpachteten Abbaufeldes St. Charles-Vuillemin zum 1. Januar 1962 erhielt die Grube Warndt den Schacht St. Charles, welcher als Schacht St. Charles IV 1949 bis 1953 vom lothringischen Minenbetreiber Houllier du Bassin de Lorraine (HBL) auf Großrosselner Gemarkung abgeteuft worden war.

    Aktuelle Nutzung

    Große Teile der Tagesanlagen sind erhalten. Lediglich die Kohlenaufbereitung, der Grubenbahnhof und die Gleise wurden abgerissen bzw. entfernt. Teile der Tagesanlagen werden von Gewerbebetrieben genutzt. Im Bereich der ehemaligen Gleisanlagen, des Grubenbahnhofs und des Kohlenlagers entstand ein Solarkraftwerk. 2009/10 entstand durch den Landesbetrieb SaarForst ein Biomasseheizkraftwerk. Zudem betreibt SaarForst dort den zentralen Brennstoffhof.

    Textquelle: Wikipedia

    Infomaterialien

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    Carrière Barrois Grube Warndt

    Keine Infomaterialien vorhanden!

    Karlsruhe-Weiherfeld: Bodenkundlicher Lehrpfad

    Januar 2024

    Sämtliche Infotafeln und Beschilderungen am Lehrpfad sind leider nicht mehr vorhanden.

    Vielen Dank für den Hinweis an Markus L.

    Thema und Zielgruppe

    Der Bodenlehrpfad will die Bürger über die Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage für Mensch, Tier und Pflanzen sowie über seine Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte informieren. Der Mensch verwendet den Boden für die Land- und Forstwirtschaft sowie für den Gartenbau. Boden wird aber auch als Baugrund und Rohstoffquelle genutzt. Darum ist es wichtig, sorgsam mit ihm umzugehen, denn zerstörte Böden sind unwiederbringlich verloren.

    Standort

    Der Bodenlehrpfad „Weiherfeld“ erschließt die Niederterrassenlandschaft im Süden von Karlsru-he zwischen den Ortsteilen Weiherfeld und Rüppurr. Der Bodenlehrpfad ist als Rund- bzw. als Radwanderweg angelegt, misst ca. 6 km und kann zu Fuß in etwa zwei Stunden erwandert werden. Die Strecke ist eben und bequem zurückzulegen. Auf die Wegführung zwischen den Anlaufstellen weist jeweils ein Schild mit einem kleinen Maulwurf hin. Er ist von Karlsruhe aus mit dem Bus (Haltestelle „Belchenplatz“) oder mit der Straßen-bahn (Haltestelle „Dammerstock“) zu erreichen. Für Besucher, die mit dem Auto anfahren, stehen mehrere Parkplätze zur Verfügung.

    Stationen

    Am Startpunkt befindet sich eine Einführungstafel, die einen Überblick über die dort vorkom-menden Böden und ihren Eigenschaften gibt. Danach folgen insgesamt 10 weitere Anlaufstellen zum Thema Boden.

    Wegstationen
    Station 1: Einführung

    Unter Boden verstehen wir die äußerste belebte Verwitterungsschicht der festen Erdrinde, die in Wechselwirkung mit den lebenden Organismen dieses Bereichs steht (Kuron in: Mückenhausen 1985).

    Ohne Boden wäre höheres Leben auf dem Festland nicht möglich. Der Boden ist Produktionsgrundlage für Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft. Er speichert Niederschlagswasser und ermöglicht das Pflanzenwachstum. Im Wasserkreislauf erfüllt er die Funktion des Filters für gelöste Substanzen und Schwebstoffe und schützt unsere Grundwasservorkommen vor möglichen schädlichen Verunreinigungen.

    Wir nutzen den Boden als Baugrund für unsere Wohn- und Arbeitsstätten, für die Anlage von Verkehrsverbindungen und als Rohstoffquelle für Baumaterialien. Darum ist es wichtig, sorgsam mit dem Gut Boden umzugehen, denn zerstörte Böden sind unwiederbringlich verloren.

    Wie entstehen Böden?
    Die Faktoren der Bodenbildung sind Klima, Vegetation, Grund- oder Stauwasser, Relieflage, Bodentiere, Ausgangsgestein und die Zeit. Prozesse, die sich im Boden abspielen sind Humusbildung, Verlehmung, Rostbildung, Tonverlagerung und Vergleyung (Ausfällung von Eisen, Mangan u.a. durch das Grundwasser). Die Faktoren und Prozesse der Bodenbildung lassen verschiedene Böden entstehen. Das räumliche Nebeneinander von Böden nennt man Bodenlandschaft.

    Wie lassen sich Böden unterscheiden?
    Durch Zerreiben von Bodenmaterial zwischen den Fingern kann man die Bodenart bestimmen (Sand, Schluff, Ton). Daneben dienen Farbe, Kalkgehalt, Rostflecken, Bodengefüge u.v.m. als Kriterien für die Charakterisierung von Bodenhorizonten. Mehrere übereinander liegende Horizonte ergeben ein Bodenprofil. Dieses Profil legt den Namen des Bodens fest, den sogenannten Bodentyp.

    Station 2: Reliktischer Gley

    Der Ackerboden zwischen Reiherbach und Straße wird als reliktischer Gley bezeichnet. Seine Entwicklung ist eng mit den Schwankungen des Grundwasserspiegels verknüpft.

    Bei tiefliegendem Grundwasser wird gelöstes Eisen zu rostfarbenen Verbindungen umgewandelt. Stehen die Bodenhorizonte unter Wasser, bilden sich grünliche bis graue Reduktionsfarben. Durch Grundwasserabsenkung unterliegt dieser Boden heute nicht mehr den natürlichen Bedingungen zur Zeit seiner Entstehung (reliktische Bodenbildung), so daß er heute als Acker genutzt werden kann.

    Station 3: Landschaftsgeschichte

    Während der Würmeiszeit, vor ca. 120 000 bis 10 000 Jahren, wurden im Oberrheingraben mächtige Kies- und Sandlager aufgeschottert. Sie bilden die sogenannte Niederterrasse. Aus vegetationsfreien Gebieten wurden durchWestwinde Flugsande und Löß angeweht.

    Als durch Klimaverbesserungen im Spätglazial vor 20 000 Jahren die Gletscher langsam zurückschmolzen, begannen der Rhein und die Schwarzwaldflüße (bspw. die Alb) sich in die Niederterrasse einzuschneiden. Im Holozän (10 000 Jahre bis heute) wurde im Zuge einer Klimaerwärmung die Bodenentwicklung und das  pflanzenwachstum gefördert. Humoser Boden wurde gebildet, abgetragen und bei Hochwasser in die Auenbereiche umgelagert.

    Zu einer Zeit hoher Wasserführung, dem Atlantikum (vor ca. 5 500 bis 2 500 Jahre), brachen die Schwarzwaldflüsse durch die Niederterrasse zum Rhein durch. Große Teile dieser Rinnensysteme wurden inaktiv und verlandeten. Dieser Prozeß zeigt sich in der Bildung von Altwasserablagerungen und der Entstehung von Mooren.

    Station 4: Niedermoor

    In der Umgebung der Tafel sehen wir die Salmenwiesen mit Niedermoorbildungen. Bei Hochwasser wurden diese Flächen teilweise überflutet. Die mitgeführte Schwebfracht (Bodenpartikel) setzte sich ab und bildete stellenweise eine ca. 40 cm mächtige Auflage aus sandigem und tonigem Auelehm (überdecktes Niedermoor). Darunter folgen stark zersetzte Torfhorizonte (Moorbildungen) mit sandigen Zwischenschichten.

    Niedermoore entstehen in Tälern, Senken und abgeschnittenen Flußläufen, die permanent mit Wasser bedeckt sind. Abgestorbene Pflanzenreste sammeln sich unter Wasser an und zersetzen sich kaum. Das Gewässer wird langsam aufgefüllt und verlandet schließlich. Typisch für Niedermoore ist der hohe Grundwasserspiegel.

    Niedermoore besitzen eine wichtige Funktion als Standort für natürliche Vegetation. Böden dieser Art sind auch als erd- und landschaftsgeschichtliche Urkunde schützenswert, weil sie von früheren, natürlichen Bodenverhältnissen zeugen.

    Station 5: Entwässerungsmaßnahmen

    Auf den Flächen im Bereich des Lehrpfads sind häufig Drainagegräben zu sehen. Das Grundwasser stand hier sehr nahe an der Geländeoberfläche. Um die erforderliche Trag- und Trittfestigkeit für eine landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten, war es nötig, das Grundwasser abzusenken. Dies kann durch verschiedene Entwässerungsmaßnahmen erreicht werden (Erstellung einer künstlichen Vorflut, Schöpfwerke, Binnenentwässerung, Rohrdränung).

    Station 6: Podsolige Bänderbraunerde

    In höheren Lagen (im grundwasserfreien Bereich) treffen wir terrestrische (trockene) Böden an. Dazu gehört die Braunerde, deren Färbung durch Brauneisen hervorgerufen wird. Sie findet sich bevorzugt an Standorten mit quarzreichen, sandigen Sedimenten mit geringen Nährstoffvorräten und saurem Bodenmilieu. Sie ist dann häufig als podsolige (sauer gebleichte) Braunerde ausgebildet. Böden dieser Prägung besitzen ein geringes Filter- und Puffervermögen gegenüber Schwermetallen (z.B. Kupfer, Zink, Mangan, Blei, Cadmium, Quecksilber).

    Das vorliegende Profil wird aus sandig-kiesigen Bodenarten aufgebaut. Die feinen Tonanreicherungsbänder entstehen durch die schwach ausgeprägte Tonverlagerung aus dem oberen Profilteil.

    Station 7: Brauner Auenboden-Auengley

    Aueböden entstehen im Bereich der Flußniederungen, wenn humoses Bodenmaterial bei Hochwasser abgelagert wird (Schwemmlandboden). Der abgebildete Boden wurde in einer kleinen Rinne, die sich in die Niederterrasse eingeschnitten hat, abgelagert. Am Tafelstandort ist dies am unterschiedlichen Höhenniveau links und rechts des Weges deutlich zu sehen.

    Station 8: Altablagerung

    Nach dem Motto „Vergraben und Vergessen“ wurden vor Inkrafttreten des Abfallgesetzes der BRD (1972) Hausmüll, Bauschutt und ähnliche Abfallprodukte an zahlreichen Stellen bedenkenlos abgelagert. Als Standorte dienten häufig Feuchtgebiete mit Grundwasseranschluß, Senken, Tälchen und Abgrabungen (z.B. Kiesabbauflächen). Probleme für den Boden und das Grundwasser waren somit vorprogrammiert.

    Das Müllsickerwasser aus der Deponie kann in Böden und Oberflächengewässern zur Beeinträchtigung der Umwelt führen. Bei sachgerechter Anlage von Deponien wird heute durch Basisabdichtung und geeignete Oberflächenabdeckung das Umfeld geschützt. Durch Rekultivierung kann eine weitgehende Integration ins Landschaftsbild erfolgen.

    Im Gewann Forstlach wurde zwischen Oberholzgraben und Bahnlinie in den Jahren 1955-68 Bauschutt, Erdaushub und Hausmüll abgelagert.

    Station 9: Parabraunerde

    Die Parabraunerde ist durch die Verlagerung von Tonsubstanz (Lessivierung) aus dem oberen in den tieferen Profilbereich charakterisiert. Dadurch entsteht ein an Ton verarmter (Al) und ein an Ton angereicherter (Bt) Horizont. In einem pHBereich von 6,5 bis 4,5 ist die Bewegung der Tonteilchen besonders groß.

    Das vorliegende Profil weist unter der Humusauflage und dem humosen Oberboden eine Schicht aus sandiglehmigem, an Ton verarmtem, Substrat auf. Die Tonanreicherung im stark kiesigen Unterboden erfolgte bevorzugt in sandigen Partien. Ab 80 cm ist eine Wechselfolge aus Sanden und Kiesen zu sehen, die früher zeitweise im Einflußbereich des Grundwassers stand.

    Parabraunerden besitzen i.d.R. eine wichtige Funktion als Standort für Kulturpflanzen.

    Station 10: Auftragsboden

    Dieser Boden zählt zu den Kultosolen, die durch die unmittelbare Arbeit des Menschen entstanden sind. Infolge der Technisierung von Land- und Bauwirtschaft ist die Verbreitung der anthropogen (von Menschen) umgestalteten Böden stark angewachsen.

    Beim vorliegenden Profil handelt es sich um einen Auftragsboden, der über einer Abgrabung liegt. Hier wurde stellenweise Erdaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch deponiert. Dies ist an der unruhigen Bodenoberfläche links und rechts des Weges zu erkennen. Auch solche Ablagerungen können Schadstoffe enthalten, die unsere Böden und das Grundwasser gefährden.

    Station 11: Flächenverbrauch

    Im Zuge der Erschließung von Siedlungs- oder Verkehrsflächen werden natürliche Freiflächen zunehmend zerstört oder versiegelt. 1950 betrug der Anteil von Siedlungsflächen in den alten Bundesländern 7,5 %. 1985 waren es schon 12,5 %. Während dieser Zeit steigerte sich der tägliche Verbrauch von Freiflächen für Siedlungszwecke von 94 ha auf 120 ha. Dabei war die Zunahme in Ballungszentren doppelt so hoch als in ländlich geprägten Regionen.

    Um diesem Siedlungsdruck entgegenzuwirken, ist es wichtig, neue Baumaßnahmen sorgfältig zu planen, um wertvollen Boden nicht unnötig zu zerstören. Versiegelte oder nicht mehr genutzte Flächen sollten zurückgebaut bzw. mit geeignetem Bodenmaterial rekultiviert werden. Dadurch ist es vereinzelt möglich, nicht mehr genutzte Böden in ihren Funktionen zu regenerieren.

    Infomaterialien

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    Karlsruhe-Weiherfeld

    Faltblatt „Bodenkundlicher Lehrpfad Weiherfeld“

    Textquellen

    Lehrpfade und Lehrgärten, Arbeitsmaterialie Agenda-Büro Nr. 47, LUBW, September 2008.

    Karlsruhe: Gewässererlebnispfad an der Alb

    Januar 2024

    Sämtliche Infotafeln und Experimentierstationen am Gewässerlehrpfad sind leider nicht mehr vorhanden.

    Vielen Dank für den Hinweis an Markus L.

    Thema und Zielgruppe

    Der Teil der Alb, die durch Karlsruhe fließt, steht im Spannungsfeld zwischen Naherholung und Naturschutz. Nach seiner Renaturierung haben wieder viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten hier einen neuen Lebensraum gefunden. Der Gewässererlebnispfad soll dabei helfen zu verstehen, was Renaturierung bedeutet und warum es wichtig ist, die Alb auch als Naturschutzzone zu betrachten. Daneben bietet er aber auch Gelegenheit am und im Wasser zu spielen und zu forschen. Der Gewässererlebnispfad will vor allem Spaziergänger ansprechen, die unerwartet und unvorbereitet auf ihn stoßen und solche Besucher, die sich ohne Vorkenntnisse mit dem Thema beschäftigen wollen. Es sollen unterschiedliche Gruppen angesprochen werden, besonders Kinder etwa von zehn bis 14 Jahren, Familien und Kindergruppen. Ziel ist es, sowohl Informationen über den Fluss zu ver-mitteln, als auch eine gefühlsmäßige Bindung zum Fluss aufzubauen.

    Standort

    Der Erlebnispfad befindet sich in der Günther-Klotz-Anlage einer weitläufigen Grün- und Freizeitanlage an der Alb im Südwesten von Karlsruhe. Die Anlage ist über Straßenbahnen (Stationen „Europahalle“ oder „Kühler Krug“) und Auto gut erreichbar. Die Länge des Weges, welcher auch gut mit Kinderwagen befahren werden kann, beträgt etwa 1,5 km.

    Stationen

    Tafeln mit einfachen Texten sollen die Aufmerksamkeit wecken und erste Informationen zum Thema geben. Nur wenige Tafeln geben abstrakte Informationen, etwa über die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Die meisten stehen in Verbindungen mit Einrichtungen und Geräten die zum aktiven Handeln und Begreifen führen sollen. In diesem Zusammenhang geben die Ta-feln kurze Hinweise zum Thema und Anregungen für Beobachtungen und einfache Versuche.

    Gleichzeitig sollen dadurch die Aktivitäten auf bestimmte Punkte konzentriert werden, um die Belastung des Biotops Alb auf den übrigen Strecken gering zu halten. Jede Station ist in sich abgeschlossen und kann daher auch als einzelne Station gezielt besucht werden.

    Beginnt der Besucher den Erlebnispfad am Südende, findet er die Eingangstafel, die das das Thema „Karlsruhe und die Alb“ behandelt. Nach 100 Metern stromabwärts gelangt er zur “ Station Sinne“. Hier gibt es eine Furt aus Trittsteinen, auf denen man die Alb bei niedrigen und mittleren Wasserständen überqueren kann. Daneben befindet sich ein Ohr aus Holz in das Rohre münden, die in unterschiedlicher Höhe über dem Boden enden. Je nach Wasserstand kann man die Geräusche des Wassers über der Flusssohle, knapp unter der Oberfläche oder außerhalb des Wassers hören. Eine dreiteilige Tafelbastion komplettiert die Station. Auf dem Weg zur nächsten Station passiert man eine Doppeltafel, die sich mit den Themen „Renaturierung der Alb“ und „Europäische Wasserrahmenrichtlinie“ auseinandersetzt. Die nächste Station nennt sich „Tiere in der Alb“ und besteht aus einem schwenkbaren Galgen, an dem ein Eimer befestigt ist. Daneben sind an einem kurzen Ständer eine Metallschale und darüber in einem Rahmen zwei Lupen höhenverstellbar befestigt. Hier kann man nach Kleintieren suchen und sie mit Hilfe der Lupen untersuchen. Eine Drehtafel auf der die häufigsten Kleintiere abgebildet und beschrieben sind, hilft beim Identifizieren.

    An der „Station Mühlen“ wird anschließend die Wasserführung und Strömung der Alb und die Mühlentradition an der Alb erklärt. Hier mündet eine Wasserrinne. Diese verläuft über 20 Meter hin zu einer Wasserspirale, mit der man aus einem Wasserbecken Wasser befördern kann. Das Wasser treibt zunächst ein Mühlrad an und fließt dann über die Rinne zum Strand, wo es verschiedene Strömungsbilder formt.

    Auf der nächsten Station sind im Flussbett große Steine eingebracht worden. Die Tafel erläutert, welche Strömungsphänomene man an den Steinen beobachten kann. Zu dieser Station mit dem Thema „Strömung“ gehört auch ein Steg, der so genannte Baumelsteg, der sich etwa 50 Meter flussabwärts befindet. Dort kann man die Beine in das Wasser baumeln lassen und die Strömung fühlen. Bald danach ist auch das Ende des Pfades erreicht, der gleichzeitig auch der Anfang für die entgegengesetzte Richtung darstellt.

    Infomaterialien

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    Karlsruhe

    Broschüre „Gewässererlebnispfad an der Alb“

    Textquellen

    Lehrpfade und Lehrgärten, Arbeitsmaterialie Agenda-Büro Nr. 47, LUBW, September 2008.

    Karlsruhe: Tour de Vogel

    Karlsruhe: Tour de Vogel

    Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die drei Hausbrauereien von Rudi Vogel auf einer Tour zu verbinden. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch per Inliner.

    Eine dieser Varianten ist eine Radtour mit einer Streckenlänge von ca. 26 km.

    Die Tour führt vom Ur-Vogel, dem Stammhaus in der Kapellenstraße in Karlsruhe, wo 1985 die erste Vogelsche Hausbrauerei eröffnet wurde, nach Durlach, zur Hausbrauerei in der Amalienebadstraße (seit 2004).

    Über Aue und Wolfartsweier führt der weitere Weg dann entlang der Bundesstraße B 3 nach Ettlingen, wo seit 1998 kein großes, dafür aber ein sehr köstliches Kino, nicht nur auf durstige Radler, wartet. Am Ortseingang von Ettlingen bietet sich noch ein kleiner Abstecher zum Bismarckturm an. Es besteht aber auch die Möglichkeit, auf direktem Weg zur Hausbrauerei in der Rheinstraße 4 zu radeln, wo seit unzähligen Wochen schon das gleiche Programm läuft. Und das ist gut so. Prost!

    Hier geht’s noch schneller zum Vogelbräu.

    Infomaterialien

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    Der Vogel kann auch anders

    Flüssiges Gold in Pfälzer Eiche

    Kell: Krippenweg

    Kell: Krippenweg

    Wenige Kilometer nördlich des Laacher Sees liegt auf einer Hochfläche über dem Brohltal der Ort Kell (Ortsteil von Andernach). In der Adventszeit verwandelt sich ein Teil des dort verlaufenden Traumpfades Höhlen- und Schluchtensteig Kell in einen Krippenweg.

    Jedes Jahr werden dort zahlreiche Krippen gezeigt, die größte füllt eine komplette Wanderhütte aus, die kleinste ist in das winzige Flügelpaar eines Schwans gebettet. Die Motive aus Lappland, Russland, Arabien, Peru, Bolivien, Bethlehem oder aus Afrika zeigen, wie vielfältig die Weihnachtsgeschichte dargestellt werden kann. Krippen stehen im Schutz von Felsen, in Baumwurzeln, gepolstert mit Moos oder in Astgabeln.

    Der Krippenweg wir jedes Jahr in der Adventszeit von privater Seite bestückt. An Sonn- und Feiertagen herrscht besonders großer Andrang, deshalb wird empfohlen, diese Stoßzeiten zu meiden.

    Achtung: Die Krippen können vom ersten Adventswochende bis zum 06. Januar bestaunt werden.

    Beschreibung Anfahrt

    Infomaterialien

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    Krippenweg Kell

    Keine Infomaterialien vorhanden.

    Kemnath: Geo-Erlebnisweg Kemnather Land

    GEOPARK Bayern-Böhmen

    Cesko-Bavorský GEOPARK

    Aufbruch ins Erdinnere

    Tajemstvi zemského nitra

    Land der Teiche und Vulkane

    Der geologisch-naturkundliche Lehrpfad führt Sie aus dem Deckgebirge des Kemnather Hügellandes im Naturpark Steinwald mit Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper hinauf zum unterschiedlich alten Grundgebirge des Zwergauer Höhenrückens und den 731 m hohen Basaltkegel des Armesbergs.

    Auf dem Bergkamm mit Rundumsicht führt der Weg an der 160 m hohen Steilkante der Fränkischen Linie hinunter nach Waldeck mit der mächtigen Burgruine auf dem Basaltkegel des Schlossbergs 641 m und hinüber zum kahlen Kegel des Kuschbergs und zurück nach Kemnath.

    Der „GEO-Erlebnisweg Kemnather Land“ ist ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgruppe „Geologischer Lehrpfad“ des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath und Umgebung e.V. (HAK) mit dem Geopark Bayern-Böhmen sowie der Stadt Kemnath und der Gemeinde Kulmain. Er ist hervorgegangen aus dem „Geologischen Lehrpfad Kemnather Land“. Die Wegemarkierungen haben gemeinsam mit dem HAK durchgeführt die Wegewarte der Ortsgruppen von Fichtelgebirgsverein und Oberpfälzer Waldverein.

    Wegstationen
    Station 1: Deißental (Lebensraum Teich)

    Die Teiche rund um Kemnath sind Lebensraum vieler gefährdeter Tiere und Pfl anzen.

    Station 2: Ziegelhütte (Sand soweit das Auge reicht)

    Der aufgelassene Steinbruch gibt Einblicke in die Ablagerungen eines Keuper-Flusses.

    Station 3: Letten (Auf weiter Flur)

    Flurnamen geben oft Aufschluss über den geologischen Untergrund.

    Station 4: Neusteinreuth (Am Matheri - die zerbrochene Erde)

    Der Blick in die Landschaft zeigt die Fränkische Linie.

    Station 5: Armesberg Staatswald (Wald im Wandel)

    Um die Zukunft zu meistern, muss sich der Baumbestand unserer Wälder wandeln.

    Station 6: Gregerhaus (Land der Vulkane)

    Mehr als 20 Vulkane gibt es im Vulkanland rund um Kemnath. Wir zeigen welche und erklären warum.

    Station 7: Armesberg Michaelskapelle (Die verschwundene Kapelle)

    1841 wurden die Michaeliskapelle und das Priesterhaus am Fuße des Basaltberges ein Raub der Flammen.

    Station 8: Armesberg Steingarten (Erdgeschichte in Stein)

    Entdecken Sie neun charakteristische Gesteine des Kemnather Landes.

    Station 9: Armesberg Ausblick (Ein Kleid aus Steinen)

    Blockhalden haben ihr eigenes Mikroklima und Ökosystem.

    Station 10: Godas (Aufgelesen)

    Seit Generationen lesen die Landwirte die Steine aus den Ackerböden. Woher kommen die vielen neuen Steine?

    Station 11: Zislarhut (Blick zum nachbarn)

    Der Standort ermöglicht einen weiten Blick bis hinüber ins Hohe Fichtelgebirge.

    Station 12: Zisslerhaus (Wo man einst wohnte)

    Vermutlich bereits 1541 erbaut, ist der Zisslerhof schon lange eine Ruine, jedoch mit besonderer Atmosphäre.

    Station 13: Bergholz (Das tiefe Tal)

    Eindrucksvoll tieft sich die Fichtelnaab zwischen Steinwald und dem „Zwergauer Schieferrücken“ ein. Wie ist das mächtige Tal entstanden?

    Station 14: Zwergau (Der große Wald)

    Der Hessenreuther Wald ist das größte geschlossene Waldgebiet Nordbayerns und eine geologische Besonderheit.

    Station 15: Kührangen (Dreigespann)

    Das Landschaftsbild prägen die drei markantesten Vulkane der Region: Waldecker Schlossberg, Anzenstein und Rauher Kulm.

    Station 16: Waldeck Fränkische Linie (In einem Schritt durch die Jahrmillionen)

    Bayernweit einmalig: die freigelegte Fränkische Linie.

    Station 17: Waldeck galgenberg (Blick in den Vulkan)

    Einst eine Richtstätte bietet der Galgenberg heute Einblicke in die Eruptionsgeschichte eines Vulkans.

    Station 18: Schlossberg (Blick in den Untergrund)

    Am Gipfel des Schlossberges gibt es Informationen zu seiner steinernen Unterwelt.

    Station 19: Alt-Waldeck (Was blüht, kreucht und fleucht denn da?)

    Die Wiesenflächen auf den längst überwachsenen Ruinen des alten Marktes Waldeck sind Lebensraum vieler Pflanzen.

    Station 20: Schönreuth (Schloss zwischen den Vulkanen)

    Zu den bekanntesten Bewohnern von Schloss Schönreuth gehörte der Opern- und Rocksänger Peter Hofmann.

    Station 21: Anzenstein (Flatternde Vulkanbesucher)

    Zu den besonderen Besuchern des Anzensteins gehört Europas größter
    Tagfalter, der Schwalbenschwanz.

    Station 22: Ulme (Vosicht Störung!)

    Das Orientierungsbaum-Kreuz-Ensemble markiert eine Störung.

    Station 23: Herrenholz (Häuslebauer aufgepasst!)

    Im alten Steinbruch finden wir einen wichtigen Kemnather Baustein.

    Station 24: Steigholz (Auf alter Straße)

    Am Steigholz entlang führte einst eine Altstraße nach Erbendorf. Sogar das alte Pflaster ist noch erkennbar.

    Station 25: Luderweiher (Überflieger!)

    Zahlreiche Libellenarten gehören zu den Besuchern des Luderweihers.

    Station 26: Steinberg (Auf den Spuren der Steinzeitmenschen)

    Rund um Kemnath gibt es zahlreiche prähistorische Fundpunkte.

    Infomaterialien

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    Geopark Bayern-Böhmen

    Faltblatt „GEO-Erlebnisweg Kemnather Land – Land der Teiche und Vulkane“

    Kempenich: Geopfad Route O (Tuffsteinweg)

    Geopfade Vulkanregion Laacher See

    © Zweckverband Ferienregion Laacher See

    Mit freundlicher Genehmigung.

    Vielen Dank.

    Am Startpunkt macht der Geo-Spiel-Garten mit den in der Region vertretenen Erdzeitaltern vertraut.

    Von dort dem Schild Richtung Weibern folgen, nach der Straßenunterführung rechts abbiegen und entlang der Steinbrüche in den Ort Weibern wandern. An einem ehemaligen Steinmetzbetrieb stoßen Sie auf die L114. Hier biegen Sie rechts ab und finden am Ortseingang das „Tuffsteinschaufenster“. An dem alten Steinbruchkran gehen Sie links zum Steinsägehaus. Von dort aus weiter zum Steinbruch „In den Lärchen“ O2. Danach können Sie entweder über den Riedener Berg O3 und O4 nach Weibern wandern, oder aber Sie gehen wieder zurück in den Ort mit deinen schönen Tuffsteinhäusern und zu dem als Tuffstein-Museum genutzten „Steinmetzbahnhof“ O5.

    Auf der Tuffsteinstraße geht es weiter zur Sandkaul. Der Wegweisung auf dem schwarzen Basaltstein Richtung Humersberg folgen. Über Feld- und Waldwege weiter bis zur Bernharduskapelle. Rechts vor der Kapelle abbiegen und nach der Markierung gehen. In Kempenich dann entlang der Landstraße Richtung Bad Neuenahr, nach ca. 150 m rechts abbiegen.

    Über Treppen ist ein Abstecher zu einem Phonolith Aufschluss möglich. Oben wieder angelangt führt nach einigen Metern eine Brücke über die Bundesstraße, halten Sie sich links, überqueren Sie die Straße und laufen Sie über Feldwege mit markanten Baumreihen bis zur Sandgrube in Engeln. Nach der Runde durch den Wald des Engelner Kopfes biegen Sie im Ort wieder Richtung Bahnhof ab.

    Infomaterialien

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    Kempenich

    Geopfad Route O (Tuffsteinweg) – keine Infomaterialien vorhanden!

    Textquellen

    Zweckverband Ferienregion Laacher See

    Kinzig: Von Kniebis nach Offenburg

    Kinzig: Von Kniebis nach Offenburg

    Die Tour startet in Kniebis, einem Ortsteil von Freudentstadt, wo nördlich der Ortslage auch der „Forbach“ entspringt (die Quelle ist gefasst).

    Nach ca. 5,5 km passiert man die Quelle der „Kleinen Kinzig“. Westlich der Ortsrandlage von Loßburg erreciht man dann auch die Quelle der (Großen) „Kinzig“, wo im „Zauberland am Kinzigsee“ auf 680 m.ü.d.M die (zu touristischen Zwecken) gefasste Kinzigquelle zu besichtigen ist. Die Gewässerrinnen vor Ort und ein Blick auf die Karte verraten jedoch, dass die Quelle weiter oberhalb liegt (im Gewann „Sandwiese“, ca. 780 m ü. NN). Die Tour führt auch dort vorbei, die Quelle liegt jedoch etwas abseits des Weges.

    INFO

    Talsperre Kleine Kinzig

    Die Talsperre Kleine Kinzig (Kleine-Kinzig-Talsperre) ist eine 1985 in Betrieb genommene Talsperre in Reinerzau bei Freudenstadt im Schwarzwald, (Baden-Württemberg). Sie dient der Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Gestaut wird die Kleine Kinzig; die Talsperre gehört dem Zweckverband Kleine Kinzig.

    Der Staudamm ist ein Steinschüttdamm mit Asphaltbeton-Innendichtung (bituminöse Kerndichtung). Der Damm aus Granit und Buntsandstein wurde von Mai 1981 bis Oktober 1982 geschüttet. Der Ersteinstau dauerte vom 13. Dezember 1982 bis Juni 1984.

    Die Hochwasserentlastung ist in einem Turm mit kreisrundem Überlauf im Stauraum untergebracht, an den sich ein Stollen anschließt. Die installierte Leistung des Elektrizitätswerkes beträgt 580 kW. Die Talsperre liefert jährlich zwischen 3 und 8 Millionen m³ Trinkwasser.

    Der Stausee ist ca. 3 km lang, 450 m breit und hat eine maximale Tiefe von 60 m. Die Talsperre hat eine Vorsperre mit einem 15 m hohen Damm aus Hangschuttmaterial. Die Talsperre Kleine Kinzig ist nicht zu verwechseln mit der Kinzigtalsperre bei Steinau in Hessen.

    Kinzig

    Die Kinzig ist ein Fluss in Baden-Württemberg, der den Mittleren Schwarzwald und die Oberrheinische Tiefebene auf einer Länge von 93 km durchfließt. Sie ist mit einer Wasserführung von fast 28 m³/s nicht nur der größte der dem Rhein zufließenden Flüsse des Schwarzwaldes, sondern hat auch mit ihren Nebenflüssen das größte Talsystem des Gebirges geschaffen. Früher galt das Kinzigtal als Grenze zwischen Nord- und Südschwarzwald, seltener auch zwischen Nord- und Mittlerem Schwarzwald. Der regional auch einen Geländeeinschnitt bezeichnende Name des Flusses soll keltischen Ursprungs sein.

    Mit der Murg bildete die Kinzig in der Würmeiszeit ein gemeinsames Flusssystem (Kinzig-Murg-Fluss).

    Verlauf

    Die Kinzig entspringt im waldreichen Nordosten des Mittleren Schwarzwaldes auf der Gemarkung der Gemeinde Loßburg im Landkreis Freudenstadt.

    Ihr Tal verläuft zunächst zwischen Buntsandsteinplateaus nahe dem östlichen Gebirgsrand in südliche Richtung. Dabei verlässt sie wenig südlich von Alpirsbach den Landkreis Freudenstadt und streift den Landkreis Rottweil. Der folgende größte Teil ihres Laufes liegt im Ortenaukreis. In der Stadt Schiltach knickt die Kinzig nach Westen ab. Die Hänge des nun stärker gewundenen Tals sind besonders in den unteren, vielfach von Wiesen geprägten Teilen unruhig reliefiert. Bei Hausach wird mit der Einmündung des Gutachtales das Tal breit, eher geradlinig und dicht besiedelt. Es ist hier zwischen Farrenkopf und Brandenkopf über 550 Meter tief eingesenkt und wird nun von vielfältig gegliederten, schmalen Bergkämmen gesäumt. Bei Haslach knickt die Kinzig nach Nordwesten ab, verlässt dann nach weiteren 25 Kilometern bei Offenburg, Höhe Zunsweier, den Schwarzwald und mündet schließlich bei Kehl in den Rhein.

    In ihrem oberen Lauf ist die Kinzig ein typischer Gebirgsfluss. Wegen der Hochwassergefahr wurde die Kinzig im breiten mittleren und unteren Laufabschnitt in ein Bett mit Doppeltrapezprofil und hohen Deichen gezwängt. Im Bereich des Doppeltrapezprofiles wurden bereits an mehreren Stellen Renaturierungen durchgeführt, so z. B. unterhalb der Schutter-Mündung, im Bereich der Autobahnbrücke bei Griesheim und an der Erlenbach-Mündung bei Biberach.

    Flößerhandwerk

    Die Kinzig hatte in früheren Zeiten große Bedeutung für die Flößerei. Die früheste Erwähnung dieses Handwerkes auf der Kinzig stammt aus dem Jahre 1339. Die Flößerstädte Wolfach und Schiltach unterhielten eigene Floßgesellschaften, die die Flößerei bis zum Rhein und weiter bis nach Holland organisierten, die sogenannten Schifferschaften. Sie erhielten von den jeweiligen Landesherren das alleinige Recht zum Holzexport – ein lukratives Geschäft, das den Städten zu Wohlstand verhalf. Sebastian Münster schreibt in seiner Cosmographia universalis: „Das volck so bey der Kyntzig wohnet, besonders umb Wolfach ernehret sich mit großen Bawhöltzern, die sie durch das Wasser Kyntzig gen Straßburg in den Rhein flötzen und groß Gelt jährlich erobern“. Ihre Blütezeit erlebte die Flößerei auf der Kinzig im 15. und 16. Jahrhundert und dann nochmals im 18. Jahrhundert, als der Holzbedarf rapide anstieg, weil die Niederlande und England begannen, ihre mächtigen Kriegs- und Handelsflotten aufzubauen. Mit den Möglichkeiten der neu eingeführten Eisenbahn konnte man aber nicht mithalten, und so fuhr das letzte aus Handelsgründen gebaute Floß 1896 auf der Kinzig. Noch heute erinnern Flößerfeste, Flößermuseen in Gengenbach, Wolfach und Schiltach, sowie zahlreiche technische Anlagen wie Stauwehre an diese Zeit.

    Textquelle: Wikipedia

    Infomaterialien

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    Kinzig

    Keine Infomaterialien vorhanden.

    Textquellen

    Kinzigtal: Flößerpfad

    Kinzigtal: Flößerpfad

    Der Flößerpfad thematisiert die lange Geschichte der Flößerei und der Waldwirtschaft im Kinzigtal und seinen Seitentälern. Er verbindet die historisch bedeutenden Flößerorte entlang der Oberen Kinzig von Loßburg über Alpirsbach, Schenkenzell und Schiltach bis Wolfach.

    An insgesamt 34 Flößer-Stationen mit Informationstafeln werden verschiedene Themen und Exponate erläutert. Online abrufbares Geschichten-Buch ergänzt das Informationsangebot. Das Begleitbüchlein „Holz im Fluss“ beinhaltet  alles Wissenswerte über die spannende Geschichte der Flößerei im Kinzigtal. Das „Flößerbüchle“ ist 104 Seiten stark und beinhaltet zahlreiche Abbildungen sowie eine Übersichtskarte zum Flößerpfad. Es steht auch als PDF auf der Webseite des Flößerpfades zum Download bereit.

    Audiobeschreibungen Alpirsbach-Wolfach (Version Erwachsene)

    Schon gewusst?

    N

    Die Flößerei ist im Schwarzwald seit dem frühen Mittelalter überliefert und war dort ein weitverbreiteter Beruf. Mit Wieden zusammengebundene Baumstämme wurden über die Flüsse zum Bestimmungsort bewegt. Die notwendigen Wassermassen wurden in sogenannten Floßstuben oder Schwallungen angestaut und dann zusammen zur Trift mit dem Floß freigegeben.

    N

    Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Wasserwege über Murg, Nagold, Enz, Kinzig, Neckar und Rhein bis nach Holland erweitert. Die kleinen Seitenbäche wurden zum Teil ebenfalls floßbar gemacht.

    N

    Für Städte wie Gernsbach, Schiltach und Wolfach wurde die Flößerei zum Haupterwerbszweig und in sogenannten Schifferschaften organisiert. Bis heute existiert die im 15. Jahrhundert gegründete älteste Forstgenossenschaft, die Murgschifferschaft.

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    Im 18. Jahrhundert führte der niederländische Holzbedarf zur Blüte des Holzhandels, aber auch zum Kahlschlag weiter Regionen des Nordschwarzwaldes. Die langen und geradegewachsenen Tannen waren ideal geeignet als Baumaterial für Schiffe und als Rammpfähle, die in den sumpfigen Böden der Niederlande als Fundament für Städte wie Amsterdam und Rotterdam dienten. Besonders große und wertvolle, bis zu 200 Jahre alte Tannen, wurden „Holländer“ genannt. Bis heute zeugen Wiederaufforstungen mit Fichtenmonokulturen von der Zerstörung des natürlichen Mischwaldes.

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    Während dieser Blütezeit des Holländerholzhandels schwammen kapitale Rheinflöße von Koblenz stromabwärts. Diese gehörten mit 200 bis 400 Metern Länge, 40 bis 80 Metern Breite zu den größten jemals gebauten Flößen. Der Grund konnte so z. B. aus etwa 1700 Stämmen und die Oberlast aus etwa 2000 Stämmen bestehen. Zu ihrer Steuerung wurden 400 bis 500 Mann benötigt, für die riesige Mengen Lebensmittel mitgeführt und Unterkünfte, Küchen, eine Wäscherei, eine Bäckerei, ein Schlachthaus und Viehställe auf dem Floß errichtet wurden.

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    Wegen des Ausbaus des Schienen- und Straßennetzes wurde die Flößerei gegen Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend eingestellt. Nach 1945 waren nur noch sporadisch Flöße auf dem Rhein unterwegs. 1967 wurde hier die Flößerei gänzlich eingestellt.

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    In den Städten Wolfach, Schiltach und Gengenbach wird die Tradition der Flößer und die Herstellung von Flößen praktisch in Vereinen und auch in Museen wachgehalten. Über die Zeit der Flößerei im Nordschwarzwald berichten auch Sagen und Erzählungen. Eine Erzählung um den Holländer-Michl ist „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff.

    Infomaterialien

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    Kinzigtal

    Flößerbüchle

    Kirchenlamitz: Steinbruchweg

    GEOPARK Bayern-Böhmen

    Cesko-Bavorský GEOPARK

    Aufbruch ins Erdinnere

    Tajemstvi zemského nitra

    Am Ausgangspunkt sind in einem über 2 Meter hohen Granitstein eine Übersichtsskizze und die wichtigsten Daten des Weges eingemeißelt.

    Der von hier aus sanft ansteigende Weg führt, vorbei an alten Mauern und großen Abraumhalden, zu sechs Steinbrüchen: (Lenks-Bruch, Alberts-Bruch, Schoberts-Bruch (Steinhauerhütte), Geyers-Bruch, Blauer Bruch, Schloßbrunnen-Bruch), einer Pulverkammer, einem Schutzunterstand und einer Verladerampe am Fuße des Epprechtsteins, an der ehemaligen Lokalbahnlinie Kirchenlamitz Ost – Weißenstadt.

    Informationstafeln machen den Wanderer an den einzelnen Stationen mit der Entstehung des Werkstoffes Granit, seiner Gewinnung, seiner Verarbeitung und seinem Transport vertraut. Auch auf die am Epprechstein vorkommenden Mineralien, Pflanzen und Tiere wird ausführlich hingewiesen.

    Ab der letzten Station, der Verladerampe, führt der Steinbruch-Rundwanderweg auf dem (auf der ehemaligen Bahntrasse verlaufenden) neu angelegten Sechsämter-Radwegund auf einem Fußweg zurück zum Ausgangspunkt.

    Festes Schuhwerk wird empfohlen!In die Wanderung kann ein Besuch der Burgruine Epprechtstein (ab Luisentisch ca. 15 Minuten) mit einbezogen werden.

    ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken

    Der in Berlin geborene Naturforscher und Forschungsreisende Alexander von Humboldt (1769-1859) war Universalgenie und Kosmopolit. Seine große Süd- und Mittelamerikareise von 1799 bis 1804 wurde als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Südamerikas gefeiert. Naturwissenschaftliche Disziplinen wie z.B. die physische Geographie, Klimatologie und Ozeanographie sehen in Humboldt ihren Begründer. Humboldt entwickelte als einer der ersten unser heutiges Verständnis des Zusammenwirkens der Kräfte in der Natur – die Ökologie, auch wenn der Begriff dafür erst später entstanden ist.  Nicht nur sein Alterswerk, der fünfbändige "Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung" machten ihn weltberühmt.

    Alexander von Humboldt trat 1792, im Alter von 23 Jahren, seinen Dienst für den preußischen König als Bergmeister für Oberfranken an, wo er rastlos von Revier zu Revier reiste und sich um die vielen Gruben und Hüttenwerke der Region kümmerte. In Steben gründete er ohne Wissen seiner Vorgesetzten schon im Folgejahr eine Berufsschule für Bergleute. Zur Verbesserung der Arbeitssituation unter Tage entwickelt er eine Sicherheits-Grubenlampe und eine Atemmaske. Nach dem Tod seiner Mutter Ende 1796 finanziell unabhängig, verlässt er Ende des Jahres den Staatsdienst, um sich ganz der Forschung zu widmen. Ein einmaliges Forscherleben nimmt seine große Fahrt auf.

    Die "GEO-Tour ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" zeigt an verschiedenen Standorten im Fichtelgebirge und im Frankenwald - jeweils Teilregionen der Geoparks Bayern-Böhmen und Schieferland - das Wirken des jungen Bergbeamten ALEXANDER VON HUMBOLDT im Dienste des preußischen Königs zwischen 1792 und 1796.

    An 18 Standorten informieren Schautafeln über jeweils einen Aspekt.

    Hier geht es zu den Stationen der GEO-Tour
    "ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" (Tafelstandorte)

    Die GEO-Tour "ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" ist unter Federführung des GEOPARK Bayern-Böhmen ein Gemeinschaftsprojekt von Geopark Bayern-Böhmen, Geopark Schieferland in Kooperation mit den Städten und Gemeinden Arzberg, Bad Berneck, Bad Steben, Bayreuth, Bischofsgrün, Geroldsgrün, Goldronach, Lichtenberg, Ludwigsstadt, Tettau, Thiersheim und Wunsiedel, unter Mitwirkung der Projektpartner Goldbergbaumuseum Goldkronach und Deutsches SCHIEFERTAFEL-Museum Ludwigsstadt.

    GEO-Tour Station 1: LAUENSTEIN
    Humboldt in Falkenstein

    Humboldt im Amt Lauenstein

    Alexander von Humboldt betritt das zum Bayreuther Fürstentum gehörende Amt Lauenstein am 12. Juli 1792 am Falkenstein. Es ist der Beginn seiner dreiwöchigen "Inspektionsreise" im Auftrag des Ministers Friedrich Anton von Heinitz. Humboldt schreibt:

    Ludwigstadt, den 12. Juli 1792
    Hinter (Probst-)Zella trat ich heute in das Bayreuthische Amt Lauenstein ein. Ein nackter hervorstehender Fels am Falkenstein bezeichnet die Grenze.[...]

    Humboldt besucht zunächst den am Falkenstein liegenden "Stielerschen Hammer". Er hat an diesem jedoch noch ein recht reichhaltiges weiteres Programm: "Müllerscher Kupferhammer" bei Lauenstein, "Dittmarscher Eisenhammer"(heute Unter-Neuhüttendorf) und "Wernershammer" (heute Ober-Neuhüttendorf), ein Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (der heutige Oertelsbruch), die Fuchseisenfabrik, die alte Saigerhütte zu Ludwigsstadt, eine Löffelfabrik und das eingegangene Vitriolwerk in Katzwich bei Ebersdorf und einiges mehr. Humboldt resümiert, dass der Bergbau und das Hüttenwesen im amt Lauenstein eine wichtige Bereicherung für die Krone Preußens sein würde, sobald Streitigkeiten hinsichtlich der Mansfeldischen Lehen (u.a. Kaulsdorf mit dem Roten Berg bei Saalfeld) geklärt sein würden. Dort lagen wichtige Lagerstätten für Eisenstein (Siderit) und Kobalt

    Besonders ausführlich beschreibt Humboldt noch am ersten Abend den Stielerschen Hammer.

    Der Stielersche Hammer

    "Zuerst nahm ich Stielers Hammer am Falkenstein in Augenschein. Er besteht aus dem oberen und unteren Hammer und hat 2 Blauöfen und 2 Frischfeuer. Das Werk, welches, da der Stielersche Konkurs noch schwebt, den Kreditoren gehört, wurde anfangs von dem Berg-Commissair Knieling administriert, und endlich an ihn verpachtet...."

    Humboldt beschreibt, dass Knieling überlege, die Pacht aufzugeben oder das Werk zu kaufen, um es an seinen Sohn zu übergeben und um selbst sich ganz dem Bergbau in Naila zu widmen. Er schildert weiter, dass das in Stielers Hammer als auch in den benachbarten Hammerwerken verschmolzene Eisenerz (Eisenstein) aus Kamsdorf stammt. Im weiteren Verlauf des Berichtes schildert Humboldt ausführlich Bau- und Funktionsweise der Blauöfen, macht Angaben zu den erforderlichen Mengen an Kohlen, Flussmitteln, Erz sowie der Menge an damit gewonnenem Roheisen. Was ist ein Blauofen? Ein Blauofen ist eine Weiterentwicklung des Rennofens und ist bereits eine Entwicklungsstufe hin zu den späteren Hochöfen. Für ihren Betrieb werden bereits durch Wasserkraft angetriebene Blasebläge eingesetzt. Die Bezeichnung "Blauofen" leitet sich vom englischen Ausdruck "blow" (blasen) ab, wobei dies eher eine phonetische Übertragung als eine Übersetzung ist. Humboldt lässt sich ausführlich die Funktionsweise und die Vorteile der Blauöfen erläutern. Humboldt beschreibt auch den Stabhammer: "Ein Stabhammer wiegt hier 310-315 Pfund. Die Geschwindigkeit, welche man hier am vorteilhaftesten hält, maß ich auf 90 Schläge in 1 Minute."

    Falkenstein (Geschichte bis 1945)

    Der Stielers Hammer (auch Schreiders Hammer nach seinem späteren Besitzer) wurde von dem „Oberberg- und Hütteninspekteur“ Stieler 1765 errichtet. Dieser hatte 1757 bereits das Alaun- und Vitriolwerk Katzewich bei Ebersdorf erworben. Zeitweilig pachtete er auch den Wernerschen Hammer. 1766 erbaut Stieler das Blaufeuer, 1768 den Blechhammer und zwei Wohnhäuser. Schon bald gerät Stieler in finanzielle Nöte, das zugesagte Gelder nicht wie erhofft flossen und auch nicht genügend Kohlen zur Verfügung standen.

    1775 (oder 1776) stirb Stieler und das Hammerwerk kommt in Zwangsverwaltung in als Pacht in die Hände des Bergkommissarius Knieling.

    1799 wurd der vom Fröbershammer in Bischofsgrün stammende Ernst Christian Müller neuer Besitzer. Durch Erlass erhält Müller 1801 „Umgeldfreiheit von dem konsumierenden Bier“, worin sich vermutlich die Rechtsgrundlage für die spätere Entwicklung des Eisenhammers zur Brauerei, Gastronomie- und Hotelbetrieb begründet. Aufgrund des Erlasses errichtet Müller ein Brauhüttengebäude. Schon 1821 existiert ein Lokal mit Biergarten und Kegelbahn (bis 1825).

    1809 kauf der vom Schwarzenhammer bei Thierstein stammende Nikol Heinrich Schreiter (Schreider) den gesamten Besitz, bestehend aus den beiden Eisenhämmern, den beiden Wohnhäusern mit Nebengebäuden, das Brauhüttengebäude sowie Grund und Boden). Der Schreiders Hammer erlebt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nun seine Blütezeit.

    In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts gehen die meisten Eisenhämmer in der Umgebung ein. Der Eisenhammer in Falkenstein hält sich jedoch bis 1875. Mit dessen Ende wird die vorhandene Brauerei mit dem bestehenden Ausflugslokal unter Isidor Schreider ausgebaut. Diese erleben mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Stockheim – Ludwigsstadt – Probstzella – Eichicht 1885 einen enormen Aufschwung. Nach dem Tod von Isidor Schreider 1897 übernimmt dessen Sohn Karl das Anwesen. Brauerei und Ausflugslokal werden zu einem weit nach Bayern und nach Thüringen hinein bekannten Unternehmen und Ausflugsort.

    Falkenstein (Geschichte ab 1945)

    Der Niedergang der "Bayerischen Bierbrauerei Karl Schreider" ist mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt. Historisch war die alte Landesgrenze Bayern-Thüringen der unter dem Ausflugslokal fließende Steinbach. In einem Grenzabkommen vom 3./4. Juli 1945 zwischen Sowjets und Amerikanern wurde der Grenzverlauf neu geregelt, so dass das gesamte Lokal sowie die Wirtschaftsgebäude der Brauerei Schreider in die amerikanische Besatzungszone fielen (sogenanntes "Bierdeckelabkommen").

    Aufgrund der Randlage und des fehlenden Absatzmarktes in Thüringen musste der Betrieb der Brauerei 1968 eingestellt werden. 1987 wurde der Gebäudekomplex der Brauerei abgerissen, 1991 die alte Mühle. Der Gaststättenbetrieb wurde verpachtet und noch einige wenige Jahre fortgeführt.

    Nach der Wende erwarb das Ehepaar Lenk das baufällige ehemalige Ausflusgslokal. Heute erstrahlt es als prvat genutztes Wohnhaus als "Villa Falkenstein" in neuem Glanz. Seit 2005 finden hier kulturelle Veranstaltungen stattf.

    Am 12. Juli 2019, am 227. Jahrestag der Ankunft Humboldts in Franken, eröffnete der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz in der Villa Falkenstein die GEO-Tour Alexander von Humboldt in Oberfranken.

    Tipps

    Steinbach an der Heide

    2,5 Kilometer ostsüdöstlich liegt Steinbach an der Heide, zu dem Falkenstein gehört. Das Dorf liegt hoch über dem Tal der Loquitz in einer Senke und bietet teils weite Fernsichten. Prägend ist die alte erhaltene Dorfstruktur und der in der Ortsmitte gelegene Dorfgarten, der in seiner Art einzigartig ist. Anstelle eines Dorfplatzes bildet dieser das Zentrum des Runddorfes.

    Burg Lauenstein

    Die Burg Lauenstein ist die nördlichste Burg Bayerns. Sie geht in ihrer Anlage bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sie wurde 1622 von Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth erworben und war seitdem Sitz des Amtmannes für das Amt Lauenstein. Heute ist die Burg im Besitz des Freistaates Bayern und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

    Thüringer Warte

    Die Thüringer Warte ist ein 26,5 Meter hoher Aussichtsturm auf Gipfel des 678 m hohen Ratzenbergs. Der Turm liegt rund 200 Meter von der thüringisch-bayerischen Landesgrenze entfernt. Im Inneren informiert eine Dauerausstellung über die ehemalige innerdeutsche Grenze. Der Trum wurde 1963 errichtet.

    GEO-Tour Station 2: LUDWIGSSTADT
    Humboldt in Ludwigsstadt

    Humboldt und der Schiefer

    An seinem ersten Tag im Amt Lauenstein, am 12. Juli 1792, besichtigte Alexander von Humboldt auch den Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt. Dieser war damals jedoch nicht in Betrieb. Bei seiner Weiterreise am folgenden Tag in das Stebener Revier besuchte Humboldt die Schieferbrüche bei Lehesten und kam zu dem Schluss, dass die Lehestener Dachschiefer in der gleichen geologischen Formation liegen würden, wie die Ludwigsstädter. Er sah in einer Wiederaufnahme der Ludwiggstäder Brüche großes Potenzial für die wirtschafltiche Entwicklung im Amt Lauenstein. Der Oertelsche Dachschieferbruch gehört heute zu den "100 schönsten Geotopen" von Bayern.

    Der Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (Oertelscher Bruch)

    Der von Alexander von Humboldt bei Ludwigsstadt beschriebene Dachschieferbruch liegt am Edelhof, ca. einen Kilometer westlich von Ludwigsstadt. Nach seinem späteren Besitzer Ernst Oertel wird er heute als "Oertelscher Bruch" bezeichnet - nicht zu verwechseln mit dem Oertelsbruch bei Schmiedebach.

    Eröffnet wurde der Dachschieferbruch 1779 als Dach- und Tafelschieferbruch. Der dortige Schiefer ist von guter Qualität, d.h., er spaltet gut und ist aufgrund eines nur geringen Pyrit-Gehaltes nicht "nägelfressend". Allerdings wurde der Abbau dadurch erschwert, dass die abbauwürdigen Lager in den Berg einfallen und daher große Abbraummengen anfielen. Ein Untertage-Abbau war zur damaligen Zeit - auch später als Eugen Oertel den Bruch erwarb - technisch noch nicht möglich. Humboldt hatte daher die Anlage eines neuen Bruches in einem anderen Tal vorgeschlagen. Aufgrund der Schierigkeiten beim Abbau erwarb Eugen Oertel verschiedene kleinere Brüche zwischen Lehesten und Schmiedebach (ebenfalls in der Folge als "Oertelscher Bruch" bezeichnet. Dieser entwickelte sich zur Wende des 19./20. Jahrhunderts zum größten Schieferbruch des europäischen Kontinentes.

    Humboldt und sein Einsatz für den Ludwigsstädter Schiefer

    Alexander von Humboldt sah in einer Wiederbelebung des Ludwigsstädter Schieferabbaus eine Möglichkeit, den Zustand des Bergbaus und Hüttenwesens im Amt Lauenstein zu verbessern. Dies geht nicht nur aus seinem Befahrungsbericht von 1792/1793 hervor, sondern auch aus Dokumenten "den Betrieb des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt betreffend, 1794 - 1802". In einem Schreiben vom 10. März 1794 an den König bittet Humboldt um ein Darlehn von 50 Gulden, um mit einer neuen Gewerkschaft den Bruch wiederzuleben. Darin heißt es:

    Kaulsdorf auf Nailaer Revier den 10. März 1794
    Der Oberbergmeister v. Humboldt bittet allerunterthänigst um ein Darlehen von Fünfzig Gulden zur Aufnahme des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt.

    Euer K.M. habe ich gewagt schon mehrmals den traurigen und nahrungslosen Zustand des Amtes Lauenstein allerunterthänigst vorzustellen. Von der Natur stiefmütterlich behandelt, unfähig sein eigenes Bedürfen an Korn und Fleisch zu befriedigen, kann es sich durch die Industrie seiner Bewohner doch kaum vor der Furcht einer allmäligen Verarmung sichern.

    [...] Bey solchen Verhältnißen habe ich es mir zur Pflicht gemacht, solange mir die Direktion des Bergbaues in hiesigen Fürstenthümern anvertraut ist, wenigstens von meiner Seite alle Mittel aufzubieten, welche den Wohlstand der dürftigen, aber arbeitssamen hiesigen Volksklaße vermehren kann. [...] In der Nähe der Stadt Ludwigstadt wurde ehemals ein Dachschieferbruch betrieben, der einen dünnen, nicht Nägel freßenden sehr tauglichen Schiefer lieferte [...] und ein ansehnliches Gewerbe veranlaßte.

    [...] Die widrigen natürlichen Verhältnisse des Bruchs / da die Schiefer ausfallen / mehr aber noch die völlige incuria der Nailaer Bergbeamten waren daran Schuld, daß die Gewerken ihr Unternehmen mit einem ansehnlichen Verluste aufgaben.

    [...] Das Dekken mit Schindeln ist strenge verboten, Thon zu tauglichen Ziegeln ist nicht vorhanden und das Lehestener und Wurzbacher Produkt steigt bei abnehmender Güte jährlich im Preise, Ursache genung um zu dem Ludwigstädter Schieferbruch zurückzukehren!

    Der Amtmann Fränkel zu Lauenstein, dessen unbegrenzte Thätigkeit und dessen Verdienst um den zunehmenden Gewerbefleiß der Unterthanen E.K.M. hinlänglich bekannt sind, will daher seinen bisherigen Verlust von ein paar Hundert Gulden gern verschmerzen, und mit einer neuen Gewerkschaft zusammentreten. Diese neue Gewerkschaft von dem Bergamte geleitet bedarf aber mäßig angeschlagen, eines Vorschußes von 150 fl. zur Aufnahme des Schieferbruchs.

    Der kleine Fond an Bergbau-Hilfsgeldern der Nailaer Revier, von denen der Fried. Wilhelm Erbst.[ollen], die Königszeche betrieben werden soll, macht es mir unmöglich, mehr als 100 fl. für Schieferbrüche zusammenzubringen. 50 fl. denke ich aus dem Stücketat bis 1. Jan. 1794 und 50 fl. aus dem Etat 1794/5 zu bringen.

    Darf ich es daher wagen E.K.M. noch um einen Zuschuß von fünfzig Gulden extra aus dem fond ad extraortinaria [Sonderfond] aller unterthänigst zu bitten.

    Wird unser Unternehmen begünstigt, so wird die neue Gewerkschaft die 50 fl. in der Folge, doch unverzinst, herausgeben.

    Kaulsdorf, d. 10. März 1794
    A. v. Humboldt"

    1798 wird der Abbau aufgrund der widrigen Abbauverhältnisse jedoch an anderer Stelle fortgesetzt. Diese liegt im Bereich der kleinen Baumgruppe links der heutigen Skilift-Trasse auf dem Anwesen Rosengasse 13. Da dieses Schieferlage jedoch bereits einer höheren geologischen Stufe im Kulm angehört und nicht so mächtig wie die Lehesten Vorkommen ist, wurde der Abbau hier auch bald wieder eingestellt.

    Auch am Eisenberg liegen heute größere ehemalige Dachschiefergruben (u.a. Ferdinand- und Liebesbruch). Diese wurden um 1830 in Betrieb genommen. Die abgebauten Schiefer gehören der gleichen geologischen Formation wie die Lehestener Schiefer an.

    Tipps

    Deutsches Schiefertafelmuseum Ludwigsstadt

    Ludwigsstadt war eines der Zentren der Schiefertafel-Fabrikation in Deutschland. Daran erinnert das 1981 Gründung zunächst in Steinbach an der Heide gegründete Museum, das sich seit 1993 in einem ehemaligen Fabrikgebäude direkt an der B 85 in Ludwigsstadt befindet. Zur Zeit gibt es die folgenden Dauerausstellungen: Geologie im Raum Ludwigsstadt und Thüringen, Geschichtliches zum Schieferbergbau, Arbeit im Schieferbruch, Arbeit in den Spalthütten, Schiefertafel- und Schiefergriffelherstellung, Wetzsteingewinnung aus Schiefer, Schieferwerksteine und elektrotechnische Isolierplatten aus Schiefer, Grabsteine und Kunstgewerbeartikel aus Schiefer, Schiefer als Rohstoff für die Industrie, Schieferdeckhandwerk, Sozialgeschichte der Schieferindustrie.

    Internet: www.schiefermuseum.de

    Geotop: Dachschieferbruch Oertelsbruch am Trogenbach

    Das Geotop gehört zu den "100 schönsten Geotopen in Bayern". Lesen Sie Informationen hierzu auf den Internetseiten des Landesamtes für Umwelt hier.

     

    Schieferpark Lehesten

    Der Thüringische Schieferpark Lehesten ist ein historischer Schiefertagebau und ein technisches Denkmal mit einer Fläche von etwa 105 Hektar. Dort wurde zunächst in mehreren kleineren Brüchen seit etwa 1300 Schiefer abgebaut. Der sogenannte "Staatsbruch" war bis 1999 im Abbau. Dieser war einst einer der größten Schieferabbaue Europas, der seit 1920 staatlich betrieben wurde. Hier arbeiteten zeitweilig bis zu 2.500 Beschäftigte. Seit 2001 ist der "Staatsbruch" Naturschutzgebiet. Nach Beendigung des Schieferabbaus 1999 gründete die Vereinigte Thüringer Schiefergruben GmbH den heutigen Schieferpark Lehesten als Technisches Denkmal. Angeboten werden Hotel- und Ferienwohnungen, Führungen durch die denkmalgeschützten Industriegebäude sowie Vorführungen des historischen Schieferabbaus und die Bearbeitung des Schiefers. Ein Teil des Geländes ist jederzeit frei zugänglich. Mit Geopfad "Historischer Schieferabbau in Lehesten".

    GEO-Tour Station 3: TETTAU
    Humboldt in Tettau

    Humboldt und das Porzellan

    Die Königlich Privilegierte Porzellanfabrik Tettau feierte 1994 ihr 200jähriges Bestehen, doch endete die Produktion nach 225 Jahren Ende Mai 2019. Die Gründung der Porzellanfabrik wurde durch ein positives Gutachten Alexander von Humboldts ermöglicht. Humboldt sah nach dem Eingehen der meisten Eisenhämmer im Tettautal in der Porzellanfabrik eine neue Erwerbsmöglichkeit für die Bevölkerung. Die Concession zur Errichtung einer ächten Porzellain-Fabrik" hatten im Oktober 1793 der Porzellanfabrikant Georg Christian Friedmann Greiner und der Kaufmann Johann Friedrich Paul Schmidt gestellt. Der Lauensteiner Amtmann Johann Valentin Fränkel sowie der dafür zuständige Minister Freiherr von Hardenberg standen dem Antrag wohlwollend gegenüber, forderten jedoch Alexander von Humboldt zu einer Stellungnahme auf.

    Das von Humboldt erstellte Gutachten ist heute nicht mehr erhalten. Lediglich ein Schreiben vom 9. April 1794 existiert, in dem Humboldt die Kgl. Oberforstmeisterei Lichtenberg auffordert, die Zuteilung der erforderlichen Brennholzmengen für die Porzellanfarik zu genehmigen. Dies war eine der grundlegenden Voraussetzungen, damit die Porzellanfabrik ihren Betrieb aufnehmen konnte.

    Die Gründung einer neuen Porzellanfabrik in Tettau wird jedoch nicht von allen Seiten positiv gesehen. So versuchen sechs Glasmeister von Alexanderhütte mit Eingaben an die Kammer in Bayreuth diese zu verhindern. Die Glasmeister hatten 1785 die Konzession zum Bau einer Glasfabrik auf dem "Oberen Hammer" erhalten. Doch hatten zwischenzeitlich Schmidt und Greiner das ehemalige Thünaische Jagdschloss neben der Tettauer Kirche erworben und darin mit dem Aufbau der Porzellanfabrik begonnen. Am 28. Dezember 1794 wurde ihnen vom preußischen König die Konzession erteilt.

    Vom Jagdschloss zur Porzellanfabrik

    Das ehemalige Jagdschloss und ein inzwischen errichtetes Fabrikgebäude brannten 1897 nieder. Vom einstigen Jagdschloss ist nur noch der Eingang zu den Kellerräumen zu sehen, der sich unmittelbar neben der GEO-Tour-Infotafel befindet.

    Die Porzellanfabrik blieb bis 1852 im Besitz der Familie Greiner. Danach wechselte das Unternehmen mehrmals den Eigentümer. Ab 1897 bis 1915 führt es die Bezeichnung Porzellanfabrik Tettau, vorm. Sontag & Söhne GmbH geführt. Zwischen 1899 bis 1901 entstehen auch neue Fabrikgebäude. 1915 wird das Porzellanunternehmen eine Aktiengesellschaft, 1957 eine GmbH innerhalb der Firmengruppe Seltmann Weiden.

    Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Porzellanfabrik rund 200, während des 20. Jahrhunderts bis zu 600 Mitarbeiter. 2010 waren noch über 100 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. Dekore von Königlich Tettau stammen selbst von Künstler wie Paul Klee, Franz Marc und August Macke.

    Tipps

    Tropenhaus "Klein Eden" am Rennsteig

    Das Tropenhaus "Klein Eden" ist eine Forschungs- und Aufzuchtstation mit exotischen Früchten und tropischen Speisefischen in Bio-Qualität. Auf einer Fläche von 3.500 m2 ist es auch ein Referenzprojekt für energieeffiziente Abwärmenutzung im Niedrigtemperaturbereich. Im Bereich der Forschung beschäftigt man sich insbesondere mit der Frage, welche tropischen Nutzpflanzen sich für den Anbau und die Produktion unter Glas in Mitteleuropa eigenen und wie sich Wachstums- und Produktionsprozesse für biologische Nahrungsmittel standardisieren und optimieren lassen.

    Besucherhaus und Sonderausstellungen lassen sich individuell besuchen, das Forschungshaus inklusive der Technik und Fischzucht sind jedoch nur im Rahmen von Führungen möglich. Bitte informieren Sie sich über die entsprechende Internetseite der Einrichtung.

    Europäisches Flakonglasmuseum Kleintettau

    Der Geschichte der Glasherstellung, der Ansiedlung der Glasmacher in Kleintettau mit Gründung der Dorfglashütte und der Herstellung von Flakonglas- und gefäßen widmet sich das Europäische Flakonglasmuseum.

    Internet: www.glasbewahrer.de

    GEO-Tour Station 4: SCHAUBERG
    Humboldt in Schauberg

    Humboldt macht "Blau"

    Die Blaufarbenfabrik Schauberg wurde bereits 1712 gegründet und war lange prägend für die Geschichte des Ortes. 1770 wird Christoph Samuel Pensel als Eigentümer genannt, so dass in späteren Schriften auch von der "Penzelschen Fabrik" die Rede ist.

    Im "Fränkischen Archiv" wird 1790 über diese wie folgt berichtet:

    Diese Fabrik ist nicht nur die einzige ihrer Art in den Brandenburgischen Landen in Franken, sondern auch eine der imposantesten derselben, idem sie bey gehörigem ordentlichen Betrieb und Absatz der blauen Farben oder Schmalten bey 40 000 fl. jährlich umsetzen kann. [...]

    Die ohnlängst eingetrettene Acquisition des Rittergutes Kaulsdorff zur Lehens-Curie des Hochfürstlichen Brandenburgischen Hauses, kan dieser Blaufarbenfabrik einen schwunghafteren Betrieb geben, da auf dem Kaulsdorfer Bezirk die vortreflichsten Koboldtanbrüche sowol von der Chursächsischen Bergamtsrevier Großcamsdorff, als von dem Saalfeldischen sogenannten rothen Berg dahin streichen, und der Centner Koboldt erst vor 3 jahren zu 60 Rthl. verkauft worden ist. Da auch ausserdeme der regierende Markgraf zu Auffindung eines tauglichen Koboldts in den hiesigen Landen, einen Preiß von 100 Dukaten ausgesetzt hat, und auch würklich schon seitdeme verschiedene Anbrüche davon sowol in der Nailaer als Wonsiedler Bergamtsrevier erschürfft worden sind: so läßt sich vermuthen, daß diese Fabrik aus Mangel an Koboldten niemals kalt stehen darf.

    Die Fabrik braucht jährlich 700 - 800 Klafter Holz und kann mehr als 2 000 Centner Farbe oder Schmalten machen, die meistens nach Ohlland auf dem Main und Rhein gehen."

    Lesen Sie hier den vollständigen Text aus der genannten Schrift.

    Mit dem Übergang der fränkischen Fürstentümer an das preußische Königshaus wurde auch die Blaufarbenfabrik Schauberg für Preußen interessant. Aus Mangel an Kobalt stand das Werk 1792 jedoch still. Erst nach Beilegung des Jahre lang schwelenden Konflikes um die Kobalterze vom Roten Berg bei Kamsdorf/Kaulsdorf konnte das Penzelsche Blaufarbenwerk wieder in Betrieb gehen.

    Was ist Schmalte bzw. Smalte?

    Smalte ist ein durch Kobaltoxid blau gefärbtes Kalium-Silikatglas (CoO – K2O – SiO2). Das Kobalt-Erz aus Kaulsdorf war der sogenannte „schwarze Erdkobalt“ (Asbolan), ein Co-Mn-Erz, das zur rosafarbenen „Kobaltblüte“ (Erythrin) verwittert. Die Mischung aus Kobalterz, Quarzsand und Pottasche ergibt im Schmelzofen das blaue Farbglas. Im erkalteten Zustand fein vermahlen, wird dieses Glas zur Smalte.

    Smalte war zur damaligen Zeit ein begehrtes Farbpigment zur Herstellung blauer Porzellandekore und zum Färben von Gläsern.

    Vom Blaufarbenwerk zur heutigen Keramik-Fabrik

    Mitte 1815 beginnt Friedrich Pensel mit der Produktion von Porzellan und Fayencen in Schauberg. Ende 1816 erwerben die Brüder Balthasar und Friedemann Greiner aus Tettau das Werk und stellen 1817 endgültig auf die Porzellanfabrikation um. Nach mehreren Besitzerwechseln übernimmt der aus dem Sudetenland stammende Porzellanfabrikant Richard Rösler 1948 den Betrieb. Seitdem wird es als Unternehmen Rösler Porzellan und Keramik GmbH & Co. KG bzw. als Rösler Ceramtec GmbH bis heute fortgeführt.

    Tipps

    Rösler Ceramtec GmbH

    Werksverkauf:
    Montag bis Donnerstag von 07:00 - 15:00 Uhr
    Freitag von 07:00 - 12:00 Uhr

    Betriebsführungen für Reisegruppen gegen Voranmeldung

    GEO-Tour Station 5: LICHTENBERG
    Humboldt in Lichtenberg

    Humboldt zieht Bilanz

    Lichtenberg liegt zu Zeiten Humboldts im Bergamt (Revier) Naila. Es ist Humboldts "Sorgenkind". Der Bergbau liegt schon seit Jahrzehnten darnieder, viele Lagerstätten sind nahezu erschöpft. Trotzdem gelingt es Humboldt, einige Bergwerke wieder rentabel zu machen. Hier in Lichtenberg soll u.a. der Bau des rund einen Kilometer langen Friedrich-Wilhelm-Stollens die Lichtenberger Friedensgrube entwässern. Die Pläne dazu waren schon älter und stammen von Christian Ernst Trommler, früherer Bergrath im Revier Naila (siehe unten).

    Schon zu Beginn des Jahres 1795 erwägt Alexander von Humboldt, den preußischen Staatsdienst zu verlassen. Am 27. Februar kündigt er in einem Schreiben an Minister von Heinitz an, dass er seine derzeitige Lage verändern wolle und im Begriff sei "fast alle öffentliche Verhältnisse aufzugeben". Als Heinitz darauf nicht reagierte (offensichtlich erreichte diesen das Schreiben erst verspätet), schrieb Humboldt an den preußischen König selbst und bat diesen um Entlassung aus seinem Dienstverhältnis. Unter diesem Eindruck verfasst Humboldt am 28. April 1795 während seiner Generalbefahrung des Reviers Naila seinen Befahrungsbericht. Dieser fällt sehr ausführlich aus, da Humboldt ihn bereits als Übergabebericht für seinen Nachfolger verfasst. Er legt in diesem dar, welche wichtigen Maßnahmen er in diesem Revier durchgeführt bzw. in die Wege geleitet hat, charakterisiert seine Mitarbeiter und gibt seinem Nachfolger Hinweise für das weitere Vorgehen.

    Lesen Sie hier den Beginn des Generalberichtes von 1795.

    Humboldt gliedert seinen Bericht wie folgt:

    Durch Anklicken der fett geschriebenen Begriff öffen Sie eine ausführliche Kommentierung von Humboldts Texten in einem separaten Fenster. Die Einträge werden erst nach und nach gefüllt.

    Friedrich-Wilhelm-Stollen

    Der Friedrich-Wilhelm-Stollen wurde 1793 von Alexander von Humboldt als Erbstollen projektiert und 1794 in Angriff genommen. Erbstollen bedeutet, dass der Stollen der Entwässerung vornehmlich der Friedensgrube in Lichtenberg dienen sollte. Humboldt verfolgte dabei aber auch das Ziel, weitere Erzvorkommen zu erschließen. Andererseits wird vermutet, dass Humboldt bereits mit der langen Bauzeit für den Stollen gerechnet haben soll und in diesem vor allem auch eine lange „Arbeitsplatzgarantie“ für die Bergleute gesehen haben könnte. Fertiggestellt wurde der Stollen unter erheblichem finanziellem Aufwand erst im Jahr 1831 nach einer Bauzeit von 38 Jahren. Der Vortrieb des Stollens wurde jedoch mehrmals unterbrochen.

    Der Stollen wurde sehr aufwändig aufgefahren, so ist er für die damalige Zeit ungewöhnlich breit ("dass zwei Männer bequem nebeneinander gehen können"1) und hoch ("mehr als Mannshöhe" 1; 2,50 Meter). Angeblich soll an einen Abtransport von Gestein und Erzen mit Booten gedacht worden sein.

    Im Frühjahr 1795 ist der Stollen bereits „"volle 60 Lr. [Lachter]"(ca. 120 Meter) weit vorgetrieben, so Humboldt in seinem Generalbericht. Doch geht danach der Bau nur schleppend voran, da sich das zu durchfahrene Gestein als überaus widerstandsfähig erweist. 1808 erreicht der Stollen eine Länge von rund 700 Metern. Zum Jahresende stellte man den Vortrieb jedoch zunächst ein, da die Rentabilität im Hinblick auf die fast gänzlich abgebaute Friedensgrube nicht mehr gegeben zu sein schien. Spätestens 1819 scheint es mit dem Bau des Stollens weitergegangen zu sein. Am Ende hatte der Friedrich-Wilhelm-Stollen eine Länge von 975 Metern erreicht.

    Bereits während des Baus des Friedrich-Wilhelm-Stollens wurden mehrere Erzgänge (Eisen, Kupfer) durchquert. Mit deren Abbau begann man jedoch erst nach Fertigstellung des Abbaus. Es wurden folgende Gangzonen angefahren (Quelle: mineralienatlas.de):

    • bei 309,5 Meter - Gang Nr. I (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
    • bei 321 Meter - Gang II (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
    • bei 435,5 Meter - Gang Nr. III (wenig Kupferkies in Kalkspat, Quarz), 46 cm
    • bei 592 Meter - Gang IV (derber Kupferkies, Quarz und Kalkspat), bis 15 cm mächtig
    • bei 627 Meter - Gang V („Gang Eleonore“; Kupferkies, Kalkspat, Quarz), 18 bis ? 52 cm mächtig.

    Auf der Strecke zwischen 628 und 743 Metern werden weitere vier Gänge angefahren, die jedoch alle sehr geringmächtig und kaum erzführend sind. Nach 968,5 Metern wird bereits im Bereich der Friedensgrube der "Friedensgruber Gang" (Gang X) angefahren, der hier jedoch nur als Kalkspat-führende Kluft entwickelt ist. Über den "Kotzauer Schacht" und einen Querschlag wird ein Zugang zur 37 Meter über der Sohle des Friedrich-Wilhelm-Schachtes zum Friedensgrubener Gang geschaffen.

    Der Betrieb des Friedrich-Wilhelm-Stollens währt nur bis 1857. Erst rund 100 Jahre später wird er für den Abbau von Flussspat für nochmals rund zehn Jahre in Betrieb genommen.

    Das Besucher-Bergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen

    Der Friedrich-Wilhelm-Stollen ist seit 1995 als Besucherstollen auf gut 200 Metern Länge wieder begehbar. Danach verhindert ein Verbruch das Weiterkommen, doch arbeitet der das Besucher-Bergwerk betreibende Förderverein daran, weitere Streckenabschnitte begehbar zu machen. Zumindest ist ein Durchbruch zum hinteren Teil des Stollens bereits erfolgt.

    Das ehemalige Zechenhaus dient bereits seit Schließung des Bergwerkes 1857 bis heute als Gaststätte. Webseite zum Besucher-Bergwerk: www.friedrich-wilhelm-stollen.de

    Tipps

    Infostelle Naturpark Frankenwald

    Die Infostelle des Naturparks Frankenwald befindet sich im alten Bahnhofsgebäude Blechschmidtenhammer, nur wenige Meter vom Besucher-Bergwerk bzw. der GEO-Tour-Tafel entfernt. Dort erhalten Sie nicht nur Informationen zum Naturpark, sondern auch zum Geopark Schieferland.

    Webseite: www.frankenwald-tourismus.de

    Naturlehrpfad Höllental

    Rundweg von ca. 5 Kilometern Länge durch das wildromantische Höllental vorbei an Bergbaurelikten (z.B. Rebecca-Stollen), sehenswerten Felsen und zur Quelle des Höllensprudels in Hölle. Start ist am Naturpark-Infozentrum.

    GEO-Tour Station 6: BAD STEBEN
    Humboldt in Bad Steben

    Humboldt macht Schule

    Am 8. Juni 1832 wurde Steben der Titel "Königlich Bayerisches Staatsbad" verliehen und trägt seitdem den Namen Bad Steben. Bedeutung hatte Steben zuvor als Zentrum des Bergbaus im Frankenwald. Bad Steben ist ein günstiger Ausgangsort für Entdeckungen auf Alexander von Humboldts Spuren im Revier Naila.

    Steben war während seiner fränkischen Zeit für Humboldt mehr als "nur" ein Aufenthaltsort, in dem er sich bei seiner Anwesenheit im Bergamt Naila häufig aufhielt:

    Steben hat einen so wesentlichen Einfluss auf meine Denkart gehabt, ich habe so große Pläne dort geschmiedet, mich dort so meinen Gefühlen überlassen, [...] war dort besonders im Winter 1794 und Herbst 93 in so einem immerwährenden Zustand der Spannung, dass ich des Abends nie die Bauernhäuser am Spitzberg in Nebel gehüllt und einzeln erleuchtet sehen konnte, ohne mich der Tränen zu enthalten. Diesseits des Meeres finde ich mir so einen Ort nicht wieder!"

    Brief Alexander von Humboldts an Karl Freiesleben, 14. Dezember 1795

    Der Name Steben ist vor allem mit der Einrichtung der Bergschule im November 1793 verbunden. Sie ist eine der ersten Berufsschulen überhaupt. Vorbild war für Humboldt die bereits 1777 in Freiberg in Sachsen gegründete Bergschule. Im Gegensatz zur dortigen Schule, die insbesondere der Ausbildung des gehobenen Führungspersonals im Bergbau diente, stand die Bergschule Steben allen Bergleuten offen bzw. allen Jungen, die den Beruf eines Bergmannes erlernen wollten.

    Zu den Sehenswürdigkeiten in Bad Steben mit Bezug zu Alexander von Humboldt gehören:

    • "Humboldt-Haus" in der Badstraße 2 (Privatbesitz, daher keine Besichtigung)
    • Rathaus (ehemaliges Schulhaus)
    • "Altes Bergamt" (seit 1966 allerdings nur das Nachfolgehaus mit Hotel "Altes Bergamt")
    • Humboldt-Büste im Kurpark
    • Kurpark mit ehemals elf Bergwerken
    • Erzrevier Obere Mordlau.

     

    Humboldt-Haus (Badstraße 2)

    Das 1781 erbaute "Humboldt-Haus" ist heute noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Es wurde in den vergangenen Jahren aufwändig saniert, ist als Privathaus jedoch nicht öffentlich zugänglich. Neben der Eingangstür erinnert eine Gedenktafel an die Anwesenheit Alexander von Humboldts in den Jahren 1792 bis 1795 in diesem Hause. Die Tafel wurde anlässlich des 100. Todestages Humboldts gestiftet. Das Gebäude war ursprünglich das markgräfliche Jagdhaus. Erbauen ließ es der markgräfliche Wildmeiser Johann Leonhard Och, dessen Initialien sich über der Eingangstür finden.

    Ehemaliges Bergamt (Badstraße 6)

    Das Gebäude des einstigen Bergamtes besteht heute nicht mehr. Es wurde 1966 abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Der Name des nicht mehr bewirtschafteten Hotels "Zum alten Bergamt" erinnert noch daran. Erbaut wurde das Haus als erstes staatliches Kurhotel ("Bade- und Traiteurhaus") 1784 auf Veranlassung des Landeshauptmannes Philipp Ludwig von Weiterhausen. Das Gebäude wird tatsächlich nicht genutzt und steht jahrelang leer, da für die Aufnahme begüterter Gäste Stallungen nicht vorhanden sind und den Pächtern die Viehhaltung untersagt wird. 1796 zog in das Gebäude das Bergamt ein und 1806 wird auch die Bergschule aus dem heute als Rathaus genutzten Haus hierher verlegt.

    Humboldt-Büste (Kurpark in Richtung Badstraße)

    Die im Kurpark aufgestellte Büste von Alexander von Humboldt stammt von den Steinmetzen Uli und Michael Baumgärtel aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Diese schufen die Büste im Jahr 2007 im Rahmen des 1. Internationalen Biedermeiertreffens im Bad Stebener Kurpark vor den Augen zahlreicher Zuschauer. Gestiftet wurde die Büste durch private Sponsoren anlässlich des "175-jährigen Jubiläums Staatsbad Bad Steben" in Erinnerung an den wohl bekanntesten Bewohner des Ortes. Die Idee dazu hatte der ortsansässige Geschichtsverein.

    Die Büste zeigt den Kopf Alexander von Humboldts, ruhend auf drei Bänden seines berühmten Werkes "Kosmos". Als Naturwerkstein wurde ein Sandstein verwendet ("Buntsandstein").

    Rathaus/ehemals Bergschule (Hauptstraße 2)

    Das Gebäude des heutigen Rathauses hat eine wahrlich umfangreiche Geschichte. Wann es erbaut worden ist, ist nicht bekannt. Ende des 18. Jahrhunderts wohnte hier der "Berggeschworene", also ein Beamter des Bergamtes, dem die Aufsicht über den Bergbau in einem Teil des Bergamtsbezirkes oblag. Im November 1793 eröffnete in diesem Gebäude Alexander von Humboldt die Bergschule - dies ohne das Wissen seiner Vorgesetzten. Erst mit seinem "Pro Memoria" vom 13. März 1794 meldet er dem Oberbergdepartement in Bayreuth die Gründung der Schule. Als Lehrer setzt Humboldt den Berggeschworenen Georg Heinrich Spörl ein. Dieser unterrichtet die Jungen ab 12 Jahren in seinem Zimmer, einem großen hellen Raum, das vermutlich im Südteil des Gebäudes lag.

    Die Bergschule zog 1806 in das leerstehende "Bade- und Traiteurhaus" in der Badstraße um. 1823 wurde in dem nun frei gewordenen Gebäude durch den Berggeschworenen Spörl und den Landphysikus die ersten Moorbäder in Steben verabreicht. Vermutlich wurden die Moorbäder im heutigen Ratskeller verabreicht, dies bis zur Fertigstellung des "Klenzebaus" im Jahr 1838.

    1856 wurde das Anwesen mitsamt dem Gebäude verkauft und als Fabrikgebäude des Appels Spielwaren-Unternehmens verwendet. Nach Schließung der Fabrik diente das Gebäude als Wohnhaus, die Ratskeller als Freibank zum Verkauf des Fleisches von notgeschlachtetem Vieh. 1928 erwarb die Gemeinde das Haus und baute es zum Rathaus um.

    Der "Gesundbrunnen zu Steben" / Das Staatsbad Bad Steben

    Zu Zeiten Humboldts waren die Stebener Quellen bereits bekannt. Schon 1690 erschien ein erster wissenschaftlicher Bericht von dem Hof- und Stadtmedikus Gottfried von Stein. 1784 wurde ein erstes Badehaus errichtet, das "Bade- und Traiteurhaus", in dem 1806 das Bergamt Steben untergebracht wurde. Der Badebetrieb entwickelte sich vor allem mit dem Verkauf der Stebener Quellen für 600 Gulden an das Königreich Bayern 1832. König Ludwig I. (1825-1848) befasste sich höchstpersönlich mit den Plänen für einen Ausbau der Kuranlagen. 1838 wird das erste Kurhaus, errichtet nach den Bauplänen des König Ludwigs Hofarchitekten Leo von Klenze, eröffnet. In diesem findet sich heute die Touristinformation sowie die Trinkhalle.

    Eine Beziehung des Stebener Quellen zu Alexander von Humboldt gibt es nur sehr indirekt. Der von ihm eingestellte erste Lehrer an der Bergschule, der Berggeschworene Georg Heinrich Spörl (1764-1830), war später für den "Gesundbrunnen zu Steben" verantwortlich. Von ihm stammt u.a. auch eine im Jahr 1810 erschienene Beschreibung der Quellen mit einem Rückblick auf deren Geschichte. Das Titelblatt weist ihn als "Berggeschworenen und ersten Lehrer an derKöniglich freien Bergschule zu Steben" aus. Finden Sie das Buch von Georg Heinrich Spörl im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek digital hier.

    GEO-Tour Station 7: GEROLDGSGRÜN
    Humboldt in Geroldsgrün

    Humboldt und der "Alte Mann"

    Ein "Alter Mann" ist im Bergbau der Teil eines Bergwerkes, der schon in einer früheren Phase des Bergbaus abgebaut wurde. Oft wurden die alten Abbaue verfüllt oder sich selbst überlassen, so dass sie verstürzten, unzugänglich und vergessen wurden. Dies birgt dann große Gefahren für die späteren Bergleute.

    Im Sommer 1793 - nur kurze Zeit nach dem Dienstantritt Humboldts im Oberbergdepartement in Bayreuth - ereignete sich im Bergwerk "Friedlicher Vertrag" bei Geroldsgrün ein Grubenunglück im Zusammenhang mit dem Einbruch eines älteren, unbekannten Stollens. Dieser mit Wasser geflutete Stollen war durch einen neuen Stollen unterfahren worden, so dass der ältere Stollen einbrach und den darunterliegenden mit Unmengen an Wasser und Schlamm flutete. Humboldt eilte umgehend von Kaulsdorf zum Unglücksort. Gottseidank geschah der Gebirgsbruch in der Nacht, so dass niemand zu Schaden kam.

    Humboldts Besuch des alten Bergbaus bei Dürrenwaid 1792

    Alexander von Humboldt besucht das alte Bergbaugebiet um Dürrenwaid bei Geroldsgrün im Rahmen seiner Inspektionsreise 1792 am 16. Juli. In seinem einleitenden Text erwähnt Humboldt, dass es um Dürrenwaid vier Roteisensteingruben (Siderit) gibt: "Vogel Strauß", "Bergmännisch Glück auf", "Glück halt an" und "Frisch Glück".

    "Den heutigen Tag wandte ich an, um die roten Eisensteingruben zu befahren und die Spuren des alten Bergbaus bei Dürrenwaid p. zu besichtigen."

    Wie an den Tagen zuvor ist Humboldts Programm wieder reichlich. Er besucht die folgenden Bergwerke und Gruben (vgl. Lage in der nebenstehenden Karte im Bayernatlas):

    • Vogel Strauß Fdgr.
    • Friedlicher Vertrag Fdgr.
    • Schwarzer Mohr Erbst.
    • Gevattergraben
    • Hoher Ofen zu Marxgrün

    Die Beschreibungen der einzelnen von Humboldt besuchten Grubenbauten sind sehr fachlich formuliert. Er charakterisiert neben Fördermengen, die geologische Struktur der Gruben und der Lagerstätten (soweit bekannt). Interessant ist die folgende Passage über den Besuch des offensichtlich aufgelassenen Bergwerkes "Schwarzer Mohr":

    "[...] An der Dürrenwaider Stufe aus dem Trommlerschen Kabinette1) ist keine Gebirgsart2) zu sehen, so wenig, als an den derben Bleiglänzen im Markgr. Kabinette zu Bayreuth. Man erkennt bloß Quarz als Gangart daran.
    Dagegen ist ein 16 Mark3) wiegender silberner Becher in Gestalt eines Birnbaums mit einer großen Birne in jenem Kabinette vorhanden, ein Becher, welcher, wie die Inschrift besagt, 1538 aus dem ersten Dürrenwaider Silber verfertigt wurde. Die Gestalt ist eine Anspielung auf die Geschichte der ersten Entdeckung dieser Silbergrube. Ein Bauer, der auf einen Birnbaum stieg, verlor sein Hackemesser, welches den silberführenden Gang, in dem es in die Erde hieb, entblößte."

    1) Christian Ernst Trommler (1719-1788) wurde 1748 Bergmeister für das Revier Naila, seit 1766 Bergrat, leitete 1762 bis 1772 das Nailaer und das Wunsiedler Revier. Trug eine zu seiner Zeit vielbeachtete Mineraliensammlung einheimlischer Fundstücke zusammen. Auf diese bezieht sich Humboldt hier.
    2) Gebirgsart = Gesteinsart
    3) Mark = aus dem Mittelalter stammende (lokal unterschiedliche) Gewichtseinheit, hier vermutlich "Nürnberger Mark" = 237,52 Gramm.

    Auf www.mineralienatlas.de heißt es:

    "1817 und im März 1863 wird wie folgt berichtet: Zwei ehemals im 'markgräflichen Naturalienkabinet zu Bayreuth' aufbewahrte 'silberne Pocale' wurden von der Ausbeute des 'Dürrenwaider Silbergwerkes' gefertigt. Einer davon "wieget 16 Mark" und trägt die Aufschrift: 'Von dem ersten Silber im Burggrafthum Nürnberg zu Lichtenberg erfunden und gemacht 1538. - Am Fuße desselben, der einen gewundenen Baum vorstellet, stehen die Worte: Klettert ein Bauer einen Baum hinan, so eine Holzaxt auf dem Rücken im Leibgurt stecken hat, durch deren Herabfallung der Gang des Silbererzes, aus welchem dieser Becher gemacht, entblößt worden sein soll.'" (abgerufen am 12.08.2019, Link anzeigen). Leider ist auf dieser Seite nicht die Quelle angegeben.

    Humboldt nimmt die Legende zum Anlass darüber nachzudenken, ob die Silbergänge tatsächlich früher bis an die Erdoberfläche reichten. In seinem Bericht empfiehlt er, die Umgebung der Lagerstätte genauer zu untersuchen und den einen oder anderen Schurf anzulegen, um eine bessere Vorstellung von der Lagerstätte zu erhalten. Ohne dies wäre der Abbau ein Wagnis.

    Humboldt besucht auch den Gevattergraben, das wohl bekannteste Goldvorkommen des Frankenwaldes. Der Überlieferung nach soll dort nicht nur Gold sondern auch Silber gewaschen worden sein. Humboldt charakterisiert den Gevattergraben wie folgt:

    "Ebenfalls in diesem Gegengebirge, aber am mitternächtlichen [nach Norden geneigten] Abhang desselben liegt der Gevattersgraben, der wegen seiner Gold- und Silberwäsche bekannt ist. Der Graben oder kleine Bach ist kaum 2 Fuß breit und wenige Zoll tief. Er dient wohl nur bloß der Wäsche selbst, denn man leitete (ein Zeichen, daß der Gewinnst beträchtlich war) von Streitbach [gemeint ist Steinbach] um Großenreith die Wasser in Spundstücken hinzu [...] Noch vor 15 Jahren waren sächsische Bergleute, andere sagten Venetianer, hier und wuschen wirklich Gold. Die Nachrichten sind alle sehr fabelhaft und unbestimmt. Daß aber hier Gold und Silber wirklich gewaschen wurde, ist außer Zweifel."

    Humboldt beschreibt die zu beiden Seiten des Grabens sichtbaren Halden und die Spuren der Schürfarbeiten. Er stellt sich dabei die Frage nach der eigentlichen Herkunft der Edelmetalle: "Sollte das über dem Kalkstein liegende aufgelöste tonartige Gebirge Goldkörner als Geschiebe geführt haben?". Immerhin schien es kein größeres Gewässer zu geben, das das Gold zusammengespült hatte.

    Die von Humboldt aufgeworfene Frage ist nicht trivial und zeigt sein geologisch-lagerstättenkundliches Verständnis. Erst in den 1980er Jahren konnten Explorations- und Forschungsaktivitäten der Firma Preussag bzw. der Universität Kiel Licht hinter die Frage bringen. Danach überdecken die Sedimente des Gevattergrabens eine NNW-SSO verlaufende Störungszone (Bruchzone), in deren Spalten und Klüften das Gold sitzt (z.T. in Quarzgängen). Die Bergleute gruben sich über Jahrhunderte bis zu 15 Meter tief in die von der Oberfläche her verwitterte Störungszone, wuschen das Material durch und warfen das taube Gestein auf die Schultern des Grabens.

    Im Gevattergraben soll bereits im 14. Jahrhundert Gold gewaschen worden sein. Urkundliche Erwähnung findet die Goldsuche jedoch erst im Lehenbuch von 1477:

    "Heinrich Knoch von Gera, hat empfangen die Fundtgruben zu unserer lieben Frauen und sonst noch ein Lehen dabey, zu St. Johannes genannt, auf dem Gevatterbach bey Steinbach am Waldt gelegen mit seinen Lehen, Erbstohlen und aller Gerechtigkeit nach Bergwerksrecht."1

    Die Alexander-von-Humboldt-Höhle

    Zahlreiche Naturerscheinungen auf der Erde tragen den Namen von Alexander von Humboldt. Das einzige nach Humboldt benannte Naturobjekt in Deutschland ist die Alexander-von-Humboldt-Höhle am Rauheberg, etwa drei Kilometer westsüdwestlich von Geroldsgrün. Sie ist über den Geopfad Geroldsgrün (Rauhebergrunde) gut zu erreichen. Die Höhle ist allerdings nicht öffentlich zugänglich.

    Die Alexander-von-Humboldt-Höhle ist die einzige bekannte Tropfsteinhöhle im Frankenwald. Sie liegt auf der Nordseite des 663 Meter hohen Rauheberges oberhalb des Langenaubach-Tales zwischen zwei aufgelassenen Kalksteinbrüchen. Die Kalksteine entstammen großen Kalkstein-Rutschmassen aus der geologischen Zeit des Oberdevons. In dieser Formation befindet sich auch die Humboldt-Höhle. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt etwas mehr als 400 Meter, sie ist bis zu 30 Meter breit und bis zu 3 Meter hoch.

    Die Alexander-von-Hmuboldt-Höhle hieß früher Rauh(e)berg- oder auch Langenau-Höhle. Ein erster Höhlenplan stammt von Hans Leheis (1904 - 1982), einem Heimatforscher aus Geroldsgrün. Dieser wurde u.a. in einer Publikation von Philipp Kohlmann im Berichtsband Nr. VIII der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth (1953/54) abgedruckt. Von Hans Leheis stammt der Vorschlag, die Höhle zu Ehren des Naturforschers umzubenennen (wohl 1963). Von den 1960er Jahren bis 1982 gab es in der Höhle regelmäßige Führungen, die jedoch zum Schutz der Höhle eingestellt wurden.

    Die Höhle wird erstmals 1761 als Grube "Lamm Gottes" erwähnt. Durch Verwitterung-/Verkarstungsprozesse lagerte sich in der Höhle Brauneisen ab, das zu verschiedenen Zeiten abgebaut wurde (u.a. 1795/96, 1804). Interessante Ausführungen zur Höhle finden sich auf www.mineralienatlas.de.

    Tipps

    Auf dem Geopfad Geroldsgrün durch alte Bergbaureviere

    Die Umgebung von Geroldsgrün mit seinen Bergbaurevieren und der Humboldt-Höhle können Sie entlang der drei Routen des Geopfades Geroldsgrün erkunden. Finden Sie die Beschreibung des Geoweges im entsprechenden Faltblatt. [Download 0,5 MB]

     

    Max-Marien-Heilquelle

    Seit fast dreihundert Jahren ist im Talgrund des Langenautals eine Heilquelle bekannt, die Max-Marien-Quelle. Dabei handelt es sich um einen Calcium-Hydrogen-Carbonat-Säuerling. Sie befindet sich gegenüber dem ehemaligen Forsthaus in Langenau. Die Max-Marien-Quelle wurde 1981 neu gefasst und kann vor Ort aus einem Trinkbrunnen entnommen werden. Das Wasser wird auch in der Kuranlage in Bad Steben ausgeschenkt. Von Langenau kann man gut in die Rauheberg-Runde des Geroldsgrüner Geopfades einsteigen.

    Summe der gelösten Mineralstoffe: 2.129 mg/l
    Gelöste gasförmige Stoffe: Freies CO2 2.020 mg/l, Radon 5 Bq/l

    GEO-Tour Station 8: HAIDBERG / ZELL IM FICHTELGEBIRGE
    Humboldt in Haidberg / Zell im Fichtelgebirge

    Humboldt und der Magnetberg

    "Auf einer geognostischen Tour, welche ich mit zween Freunden, Herrn Münzmeister Gödeking und Herrn Oberbergmeister Killinger durch das Oberpfälzische und angränzende Gebirge machte, stieß ich auf eine Gebirgskuppe von Serpentinstein, dessen Fallungswinkel ich mit der Bussole bestimmen wollte. Kaum näherte ich dieselbe dem anstehenden Gestein, so sah ich den Südpol meiner Magnetnadel mit Heftigkeit aus ihrer Lage und in den wahren Norden gerissen [...] Einzelne Punkte sind so magnetisch, daß sie in einer Entfernung von 22 Fuß die Magnetnadel aus ihrer natürlichen Lage reissen. Welchen Bestandteil des Serpentinsteins adhäriert aber jene wunderbare magnetische Kraft? Das ist eine Frage, die sich einem von selbst aufdringt".

    So beschreibt Alexander von Humboldt die Entdeckung der besonderen magnetischen Eigenschaft der Gesteine am Haidberg in einer Veröffentlichung im "Intelligenzblatt der Allgemeinen Jenaer Literaturzeitung" (Nr. 169) bereits im Dezember 1796. In einem Brief vom 14. November 1796 an Carl Freiesleben heißt es sogar:

    "Ich eile Dir zu melden, mein guter Karl, daß ich die größte Entdeckung meines Lebens gemacht. [...] habe eine ganze Gebirgsmasse entdeckt, welche eine ungeheure magnetische Polarität zeigt."

    Mit dieser Entdeckung gilt Alexander von Humboldt als einer der Entdecker der natürlichen Magnetisierung von Gesteinen. Zu seiner Zeit gab es allerdings noch keine Möglichkeit, die für die Magnetisierung verantwortlichen Mineralien (u.a. Magnetit, Fe3O4) zu identifizieren. Das gelang erst mit der Entwicklung geeigneter Mikroskope im 19. Jahrhundert.

    Neue Entdeckung: Anzeige für Physiker und Geognosten

    Bereits in der Dezember-Ausgabe 1796 des Intelligenzblattes der Allgemeinen Literaturzeitung erscheint eine mit "F.A. v. Humboldt" gezeichnete "Anzeige für Physiker und Geognosten" mit dem hier nachlesbaren Text. Dieser entspricht im Wesentlichen dem Text, den Humboldt in dem oben genannten Brief an Carl Freiesleben verfasst und besonders gekennzeichnet hatte. Humboldt bat Freiesleben, den Text schnellstmöglich unter dessen Namen zu verbreiten und schlug dafür das "Bergmännische Journal" vor. Humboldt schlug vor:

    [...} Du könntest ja den Brief so anfangen: H.v.H[umboldt] meldet mir, daß er auf einer Reise durch das oberpfälzische und angrenzende Gebirge eine Entdekkung gemacht, die für die Geognosie ebenso wichtig als für die allgemeine Naturlehre...".

    Humboldt benennt in dem besagten Brief an Freiesleben nicht den Fundort, obwohl er schreibt: "Den Ort will ich Dir, aber Dir allein genau angeben, wenn Du mir unverbrüchliches Stillschweigen versprichst". Humboldt nennt Freiesleben den genauen Ort erst in einem in Weimar abgefassten Brief vom 18. April 1797:

    "[...] Der Magnetberg (Haidberg, aber nenne ihn ja niemand, bei Gefrees, denn bis Jun[ius 17]97 halte ich ihn geheim, die Bergleuthe haben schon 150 f. damit gewonnen) besteht aus ächtem, auf der Oberfläche weiß verwitternden, mit Aimant gemengtem, lauchgrünem Serpentin [...]"

    Mit Brief vom 21. Dezember 1796 übersendet Humboldt seinem "Verehrungswerthen Lehrer" Abraham Gottlob Werner unter anderem eine Gesteinsprobe des Magnetberges. Er schreibt:

    "[...] ist von der merkwürdigen Gebirgskuppe, welche ich in der beiliegenden Anzeige beschrieben und welche ich am 14tn Nov[ember] entdeckt habe. Sie sind der erste Mineraloge, welcher diese Seltenheit besitzt. Wem aber hätte ich dieselben auch früher anbieten sollen als Ihnen, dem ich für meine wisschenschaftliche Kultur so unendlich viel verdanke."

    Der Haidberg aus heutiger Sicht

    Der Serpentinit des Haidberges gehört geologisch in die Phyllit-Prasinit-Serie der sogenannten Münchberger Masse. Diese stellt eine aus mehreren tektonischen Decken zusammengesetzte fernüberschobene Gebirgsmasse dar. Die Phyllit-Prasinit-Serie ist die unterste Deckeneinheit.

    Das Serpentinit-Gestein besteht aus unterschiedlichen Serpentinmineralen, das sind Schichtsilikate mit der Formel(Mg,Fe,Ni)6Si4O10(OH)8, wobei die Elemente Mg/Fe/Ni in unterschiedlichen Anteilen vorkommen. Die Serpentinminerale sind durch Umwandlung aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Amphibol hervorgegangen. Neben den Serpentinmineralen kommt häufig Magnetit vor (Fe3O4), der für den Magnetismus des Gesteins verantwortlich ist.

    Das Ausgangsgestein für den Serpentinit ist Peridotit, der dem lithosphärischen Erdmantel entstammt. Die Serpentinisierung erfolgt bei relativ niedrigen Temperaturen von 300 - 500 °C am Übergang der ozeanischen Kruste zum Erdmantel.

    Alexander von Humboldt beschreibt die magnetische Wirkung des Serpentinits, die sehr deutlich die Kompassnadel beeinflusst. Dabei schreibt er richtig die magnetische Wirkung dem Gestein zu. Dabei stellt er bereits die Frage, ob "der Serpentinstein mit magnet[ischem] Eisenstein [Magnetit] durchzogen" ist. Humboldt stellt auch die (teils unterschiedliche) Polarität der Magnetisierung im Gestein fest. Eine solche Polarität ist ihm vom Magnetit nicht bekannt. Diese lässt sich mit den damaligen Messmöglichkeiten tatsächlich auch nicht nachweisen. Die starke Magnetisierung der Serpentinite musste daher eine "im Gestein ruhende" Ursache haben.

    Heute ist bekannt, dass Gesteine, die Magnetit enthalten, eine schwache Magnetisierung dadurch erhalten, dass sich beim Überschreiten der Curie-Temperatur von 578 °C die Magnetisierung im Erdmagnetfeld der Erde ausrichtet. Diese gerichtete Magnetisierung ist heute Grundlage, um die ehemalige Ortslage von Gesteinen zur Zeit ihrer Magnetisierung zu ermitteln ("Paläomagnetismus"). Durch "Einfrieren" der Inklinaton der magnetischen Feldlinien im Gestein lässt sich so bestimmen, auf welchem Breitengrad die Magnetisierung erfolgt ist.

    Diese natürliche Magnetisierung der Gesteine ist i.d.R. zu schwach, um sie mit einem Kompass feststellen zu können. Am Haidberg ist zudem festzustellen, dass die Polarität als auch die Intensität der Magnetisierung sehr unterschiedlich sein kann. Geophysiker gehen daher davon aus, dass die Magnetisierung des Serpentinits durch Blitzschläge hervorgerufen wurde. Diese beträgt ein Vielfaches der natürlichen Magnetisierung. Das Signal kann bis zu 10.000 Jahre im Gestein erhalten bleiben.*

    Literatur: Gustav Angenheister (1973): Die Interpretation der magnetischen Störfelder (Anomalien) von mehreren Serpentinit-Körpern in fünf Arealen im Westen der Böhmischen Masse. ─ Geologica Bavarica, 67: 35-63; München (Bayerisches Geologisches Landesamt).

    Machen Sie Ihr eigenes Experiment

    Wenn Sie einen Kompass besitzen, dann nehmen Sie in mit zum Haidberg. Halten Sie ihn an mehreren Stellen an das Gestein. Vor allem am Eingang zum ehemaligen Steinbruch finden sich in der Mauerung des Tores einige magnetische Serpentinite. Sollten Sie am Wegesrand einen Serpentinit finden, dann halten Sie diesen an den Kompass. Reagiert die Magnetnadel, bewegen Sie das Gestein zuerst langsam, dann schneller am Kompass vorbei. Mit etwas Geschick können Sie die Magnetnadel ins Schwingen bringen, im besten Fall sogar zum Kreisen. Bitte beachten Sie, dass der Haidberg unter Naturschutz steht, und schlagen Sie keine Gesteine aus dem Anstehenden heraus.

    Tipps

    Saalequelle im Münchberger Stadtwald/Waldstein

    Die (Sächsische) Saale entspringt einem ehemaligen Bergwerk, über das bereits Alexander von Humboldt ein Gutachten verfasst hat. Um es zu erreichen, fahren Sie nach Zell. Im Ort biegen Sie am Ende der Straße nach rechts Richtung Gefrees. Etwa 100 Meter nach den letzten Häusern nach links abbiegen und der Ausschilderung folgen. Nach ca. 1,5 Kilometern liegt im Wald ein Parkplatz, von dem aus die Saalequelle nach 400 Metern gut zu erreichen ist.

    Hier finden Sie die Lage der Saalequelle im Bayernatlas.

     

    Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz

    Das Bauernhofmuseum Kleinlosnitz bietet Ausstellungen und Veranstaltungen sowie eine Gaststube mit Biergarten im Oberen Hof, die während der Öffnungszeiten des Museums oder nach Anmeldung geöffnet ist.

    Kontakt Museum Hier öffnen

    GEO-Tour Station 9: BAD BERNECK
    Humboldt in Bad Berneck

    Humboldt in matten Wettern

    Im Herbst 1795 wurde Alexander von Humboldt zum Oberbergrat befördert. Hierdurch entfielen viele zeitraubende Aufgaben in den einzelnen Bergrevieren vor Ort. Er konnte sich nun mit technischen Verbesserungen in den Bergwerken, mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Untersuchungen befassen. Zu zwei besonderen Erfindungen Humboldts in dieser Zeit gehören der "Lichterhalter" ("Licht-Erhalter") und die "Respirationsmaschine", ein Atemgerät bei nicht ausreichendem Sauerstoff in der Grubenluft.

    Humboldt experimentierte mit dem Lichterhalter in mehreren Bergwerken. Er und seine Mitstreiter begaben sich mit der Lampe bewusst in Teile der Grube mit "matten", d.h. sauerstoffarer Grubenluft. Vielfach entfachten sie zusätzlich Feuer, um den restlichen Sauerstoff zu verbrauchen, um dann den Lichterhalter zu testen. Nicht selten führte der Sauerstoff zum Unwohlsein. Am 13. oder 16. Oktober 1796 bestand Alexander von Humboldt im Bergwerk "Beständiges Glück" in Bad Berneck darauf, die Versuche in einem abgelegenen Teil des Bergwerkes alleine durchzuführen. Schon nach wenigen Augenblicken verlor er das Bewusstsein und es ist nur dem raschen Hinzueilen seiner Begleiter zu verdanken, dass Humboldt überlebte.

    Lesen Sie hier einen Text aus der Veröffentlichung "Ueber die unterirdischen Gasarten und die Mittel ihren Nachtheil zu vermindern" von 1799, in der Humboldt die Ereignisse dieses Tages schildert.

    In der geannten Veröffentlichung schreibt Humboldt zwar: "[..:] Bis auf wenige Mattigkeit spürte ich des andern Tages von dem unangenehmen Vorfalle keine Folgen mehr", doch finden sich an anderer Stelle auch gegenteilige Angaben, z.B. in einem Brief an Abraham Gottlob Werner vom 21. Dezember 1796:

    "Die Erfindung meines Lichterhalters ist nun vollendet. Meine Gesundheit hat bei dieser Arbeit gelitten."

    Auch in dem Brief, den er am 18. Oktober 1796 an Karl Freiesleben schreibt, berichtet Humboldt über den Vorfall. Lesen Sie diesen Text hier.

    Das Bergwerk "Beständiges Glück"

    Das Areal des Bergwerkes "Beständiges Glück" ist heute Teil des Dendrologischen Gartens von Bad Berneck. Erkennbar ist noch das rekonstruierte Stollenmundloch und die vorgelagerte große Halde. Vor dem Stollenmundloch informiert eine Schautafel über die Geschichte des Bergwerkes.

    Das Bergwerk wurde 1486 eröffnet. Bis 1841, also 355 Jahre lang, förderte man hier "Alaunschiefer", d.h. schwefelkieshaltige Tonschiefer zur Herstellung von Alaun. Das Bergwerk bestand aus zwei Stollen, dem Oberen Stollen und dem Unteren Stollen. Das rekonstruierte Stollenmundloch gehört zum Oberen Stollen, der jedoch nach nur kurzem Verlauf verschüttet ist. Ein alter Grubenplan, der auch auf der Infotafel abgebildet ist, zeigt einige 10er Meter nach dem Stolleneingang eine gewölbeartige Weitung des Stollens. Es wird vermutet, dass es sich um das "Festgewölbe" handelt, in dem 1806 für den in Bayreuth weilenden Feldmarschall von Blücher ein Fest veranstaltet wurde. <br<
    Die volle Regimentsmusik war bestellt und in einem Seitenschacht postiert ... im Inneren der Grube strahlte eine feentempelartige Beleuchtung ... Die Weitungen unten dienten zum Tanzsaale, während die Nebenräume, alle kostbar meubliert, dekoriert und illuminiert, zu Speisegemächern umgewandelt waren."
    (Quelle: Chronist Adler; Infotafel Dendrologischer Garten Bad Berneck; Jahr o.A.)

    Der Eingang zum Unteren Stollen liegt auf dem Grundstück des Hotels Blüchersruh. Der Stollen ist noch rund 170 Meter begehbar, auch existieren Schächte in weitere Sohlen. Dieser Stollen diente vor allem der Entwässerung ("Erbstollen").

    Neben den Stollen gab es mehrere Schächte, die der Luftzufuhr ("Bewetterung"), der Einfahrt der Bergleute, der Förderung des Abraummaterials oder dem Einlass von Tageslicht dienten. Die Schächte sind weitgehend verfallen. Sie sind an der Oberfläche als trichterförmige Vertiefungen ("Pingen") vielfach im Areal noch erkennbar.

    Der Dendrologische Garten (Rotherspark)

    1861 verlegte der Waldsassener Textilfabrikant Wilhelm Rother (1818 - 1898) seinen Wohnsitz dauerhaft nach (Bad) Berneck. Er war schon Jahre zuvor ein begeisterter Kurgast des Ortes. Als Bürger von Berneck erwies sich Rother als Förderer des Kurortes, seit 1866 war er auch Mitglied des Kurkomitees. Auf den Halden des zwei Jahrzehnte zuvor stillgelegten Bergwerkes "Beständiges Glück" ließ Rother auf eigene Kosten einen Park ("Blüchersruhe") mit heimischen und exotischen Laub- und Nadelgehölzen anlegen. Dieser stellt heute eine überregionale Besonderheit dar.

    Wilhelm Rother wurde 1867 Ehrenbürger von Berneck. Er starb 1898. Der Stadt Berneck hinterließ Rother testamentarisch mehr als eine halbe Million Goldmark, u.a. mit der Auflage, "dass die ganzen Zinsen und Renten des Nachlasses ausschließlich zum Vorteil und zur Hebung der Kuranstalten verwendet werden sollen". An den Förderer der Stadt Berneck erinnert im umbenannten "Rotherspark" der 1900 aufgestellte Granitobelisk aus Kösseine-Granit. Bestattet ist Wilhelm Rother auf dem alten Friedhof hinter der evangelischen Kirche.

    Tipps

    Thiesen Wetterstation

    Carl Thiesen finanzierte dem Kurort eine für die damalige Zeit technologisch aufwendige und damit äußerst kostspielige Wetterstation. Diese steht heute noch oberhalb des Marktplatzes.

    GEO-Tour Station 10: BRANDHOLZ
    Humboldt in Brandholz

    Humboldt im Goldrausch

    Am Abend des 20. Juli 1792 verfasst Alexander von Humboldt bereits Teile seines Berichtes über die Befahrung der Fürstenzeche in Brandholz und fügt diesem in einem zweiten Teil unter der Überschrift "Aussichten zur fortzusetzenden Wiedergewältigung der Fürstenzechen Baue" hinzu. Bei Niederschrift dieses Berichtes ist Humboldt möglicherweise schon in das Wunsiedler Revier weitergereist.

    Am Abend des 23. Juli notiert Humboldt (jetzt bereits in Arzberg) am Rand eines Briefes an Carl Freiesleben:

    "Die Fürstenzeche in Goldkronach hat mich sehr intriguirt [= neugierig gemacht]. Ich habe Akten, Risse p. studiert, bin das ganze ein 50 Lr. (= Lachter, 1 Lr. ∼ 2 Meter) tiefe Gebäude mit Ueberhauen aus dem 14ten Jahrhundert! durchfahren. Nun habe ich alles ins Reine. Es ist ein ungeheurer Bau, eine Grube auf 1.300 Lr. Länge."

    Die Fürstenzeche im Jahr 1792

    In seinem Bericht der Inspektionsreise beschreibt Humboldt den Zustand der Fürstenzeche. Diese war bereits unter Burggraf Friedrich V. 1365 als Fürstenzeche eröffnet worden und hatte ihre Blütezeit bis zum Einfall der Husiten 1430. Bis dahin hatte man die goldreichsten und gut erschließbaren Bereiche der Lagerstätte schon weitgehend abgebaut, so dass die Ausbeute immer geringer und und der Abbau immer schwieriger wurde. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde der Bergbau auf Gold sogar subventioniert (es wurde eine "Zubuße" gegeben).

    Humboldt erwähnt in seinem Bericht, dass die "Wiedergewältigung" der Fürstenzeche (sie befand sich demnach 1792 nicht in Betrieb) seit wenigen Monaten ("1 Quartal") auf allerhöchsten Befehl (vermutlich durch Minister Hardenberg) eingestellt worden war und dass man "[...] bloß das Ganze durch Einwechslung der Türstöcke in befahrbarem Stande" hielt. Humboldt studiert bereits zu diesem Zeitpunkt alte Bergwerksakten, u.a. die "lehrreichen Beschreibungen des Herrn Berghauptmann von Bothmer". Carl Ludwig Freiherr von Bothmer (1736–1803) war Berghauptmann im Fürstentum Bayreuth. Dessen Berichte können nur wenige Jahre zuvor verfasst worden sein.

    Humboldt erwähnt in seinem Bericht die folgenden Stollen, Schächte und erzführenden Gänge:

      • Tannenschacht
      • Schmuzler
      • Schmiedtenstollen/Schmidtenstollen
      • Jacobschacht
      • Ferberschacht
      • Nasses Lichtloch
      • Rautenkranzer Gang (aber noch keine Rautenkranz-Zeche)
      • Knechtgang
      • Spießglasgang (= Spießglanz, Antimonit)
      • Weißer Kiesgang

    .

    Damit werden viele Lokalitäten genannt, deren Zeugnissen man noch heute bei einer Wanderung entlang des Humboldtweges begegnen kann.

    Aus Humboldts Beschreibungen geht der sehr komplexe Aufbau der Goldlagerstätte am Goldberg hervor. Ursache dafür ist die starke tektonische Zergliederung des Gebirges im Nahfeld der Bruchzone der "Fränkischen Linie" (deren Einfluss Humboldt natürlich noch nicht kennen konnte). Humboldt widerspricht in seinem Bericht der Auffassung, dass "die Golderze auf der Fürstenzeche nicht auf ordentlichen Gängen, sondern [an] das Gestein durchschwärmenden Trümmern" gebunden wären. Diese Ansicht hätte vielfach zu einer wenig rentablen Wiedergewältigung der Zeche geführt.

    Tipps

    Goldbergbaumuseum Goldkronach

    Das Goldbergbaumuseum in Goldkronach präsentiert in mehreren Abteilungen die Stadtgeschichte Goldkronachs, die Geologie der Umgebung und der Goldlagerstätte, die Geschichte des Bergbaus, das Blattgold-Kunsthandwerk sowie Alexander von Humboldt im Fichtelgebirge.

    Internet: www.goldbergbaumuseum.de

    GEO-Tour Station 11: GOLDKRONACH
    Humboldt in Goldkronach

    Humboldt und das Goldstädtchen

    Goldkronach gehört zu den Orten in Oberfranken, in denen Alexander von Humboldt heute wohl noch am gegenwärtigsten ist. So bezeichnet sich das kleine Städtchen vielfach auch als "Humboldt-Stadt". In Goldkronach hat auch der Verein Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. seinen Sitz. Dessen Anliegen ist es, insbesondere an Humboldts Wirken in Goldkronach von 1792 bis 1795 zu erinnern. Einen Link auf die Internet-Präsenz des Vereins finden Sie weiter unten.

    Als Sitz des Bergamtes Goldkronach und die einst reichen Goldlagerstätte am Goldberg hatte Goldkronach besondere Bedeutung für Alexander von Humboldt. Erstmals kam Humboldt am 20. Juli 1792 im Rahmen seiner Inspektionsreise nach Goldkronach. Von hier aus befuhr er die Fürstenzeche und blieb bis zur Weiterreise ins Wunsiedler Revier (20. Juli in Arzberg). Nach seinem offiziellen Dienstantritt im Oberbergdepartement Ende Mai 1793 war Goldkronach Ziel von Humboldts erstem Geländebesuch. Hier hält er sich im Juni mehrere Tage auf. Sein Quartier ist die alte Quickmühle (Amalgamiermühle) in Goldmühl. Von dort schreibt er am 10. Juni 1793 seinem Freund Carl Freiesleben:

    "Ich komme eben aus der Grube. Ich bin 2 Meilen geritten und an 3 Stunden auf der Fürstenzeche gefahren, wundern Sie Sich also nicht, liebster Freiesleben, wenn ich Ihnen einen verworrenen Brief schreibe. Mit dem Bergbau geht alles schneller, als ich dachte. [...] In bin seit wenigen Tagen hier, um den eingestellten Bau auf der Fürstenzeche [...] vorzurichten. Das allgemeine Vertrauen, welches der gemeine Bergmann mir übberall zeigt, macht mir meine Arbeit lieb, denn sonst ist meine Lage sonderbar genug, ich thue eingentlich Dienste als Geschworener, nicht als O[ber]bergmeister. Von meinen Vorrichtungen schriebe ich Ihnen jezt nichts. Ich bin zu müde, die Hitze ist unerträglich und die Grubenwetter matt.[...] Die alte Mühle, die ich bewohne, war eine Quikmühle schon im 13ten Jahrhundert. Die Zoppte stürzt sich wild durch die Felsklippen durch. Wenn es glükken sollte, die ausgewanderten Bergleute wiederzurufen, dieser romantischen Gegend nur einen kleinen Theil ihres alten Glanzes wiederzugeben ..."

    Humboldtorte

    Die alte Mühle in Goldmühl

    In den Jahren 1793 und 1794 diente die ehemalige Quickmühle in Goldmühl (heute Ortsteil von Bad Berneck) Alexander von Humboldt als Quartier. Die Mühle wurde um 1557 (nicht wie Humboldt schrieb "schon im 13ten Jahrhundert") als Schneidsäge mit sechs Wasserrädern erbaut. Die Wasserräder trieben ein Pochwerk, eine Mahlmühle und Blasebälge für eine Schmelzhütte an. In den ersten Jahren diente sie auch als Amalgamierwerk ("Quickmühle"), d.h., aus dem durch das Pochen zerkleinerten Erz wurde das Gold mit Hilfe von Quecksilber herausgelöst. Mahl- und Quickmühle arbeiteten bis 1563, danach wird die Mühle zunächst nur noch als Schmelzhütte betrieben, kommen eine Drahtzieherei (um 1600) und eine Getreidemühle (1689) hinzu (Holl & Schulz-Lüpertz 2012). Das heutige Wohnhaus stammt von 1769 (dem Geburtsjahr Humboldts!) und wird als solches noch heute privat genutzt. Die neben der Haustür angebrachte Gedenktafel sehen Sie nebenstehend.

    Hotel "Alexander von Humboldt" (vormals Gasthaus "Zum weißen Schwan")

    Das heutige Hotel steht an dem Ort, an dem zu Humboldts Zeit das Haus des Musikus und Handelsmannes Johann Georg Todschinder stand. In diesem hatte Humboldt möglicherweise seinen Amtssitz. Daran erinnert die an der Fassade angebrachte Gedenktafel:

    "An diesem Platze stand das Haus, in welchem Alexander von Humboldt in den Jahren 1792 - 1795 als koenigl. Preußischer Bergamtsassessor und Oberbergmeister zeitweilig amtierte"

    Ganz sicher belegt ist dies jedoch nicht. Das heutige Hotelgebäude wurde nach dem großen Stadtbrand von 1836 errichtet. Diesem Brand waren viele Gebäude des Ortes zum Opfer gefallen. Ursprünglich hieß das hier untergebrachte Gasthaus "Zum weißen Schwan". Es wurde im Jahr 1868 in einem Festakt in "Alexander von Humboldt-Hotel" umbenannt.

    Ehemaliges Forsthaus (heute Goldbergbaumuseum)

    Das heutige Goldbergbaumuseum an Durchgangsstraße (Bayreuther Straße 21) trägt im Wappenrelief über der Eingangstür die Jahreszahl 1740. In ihm befand sich zu Zeiten Humboldts (bis in die heutige Zeit) eine Forstdienststelle. Oberförster war damals Adolph Ferdinand Böhner, Schwiegervater von Georg Friedrich Püttner (Büttner bei Humboldt). Dieser war einer der Freiberger Kommilitonen von Humboldt. In einem Brief vom 11. Juli 1793 an einen anderen Freiberger Studienfreund, den Russen Vladimir Jurevič Sojmonov, erwähnt Alexander von Humboldt, dass er bei Böhner den gemeinsamen Studienfreund Püttner getroffen habe. Vielfach wird erwähnt, Humboldt hätte in dem Haus auch kurzzeitig gewohnt. Dies geht aus dem erwähnten Brief jedoch nicht hervor. Dort schreibt Humboldt von Forstmeister Böhner, in dessen Nachbarschaft er wohne.

    Ein Besuch des Goldbergbaumuseums sollte man nicht versäumen. Es ist zurzeit allerdings nur von April bis Ende November an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Neben der Geologie und Bergbaugeschichte im Raum Goldkronach beinhaltet das Museum auch einen eigenen Raum zu Alexander von Humboldt.

    Einstiges Wohnhaus Marktplatz 11 (heute Bäckerei)

    Dort wo heute auf der Nordseite des Marktplatzes ein Gebäude mit einer Bäckerei besteht, stand bis zum Stadtbrand von 1836 das Wohnhaus des Schichtmeisters, Bergverwalters und Knappschaftsschreibers Christian Ernst Tornesi. Dieser wohnte hier mit seiner Familie in den Jahren von 1738 bis 1754. Christian Ernst Tornesi kam 1731 aus dem Unterharz nach Goldkronach. Am 7. April 1748 wurde hier als eines von neun Kindern sein Sohn Otto Heinrich Tornesi geboren, der später ein geschätzter Kollege von Alexander von Humboldt und 1798 dessen Nachfolger im Oberbergdepartement werden sollte (siehe dazu weiter unten). Die ganze Familie siedelte 1754 nach Bayreuth über. Christian Ernst Tornesi war dort zum Inspektor und Verwalter für das Zucht- und Arbeitshaus in St. Georgen berufen worden. Dem Zuchthaus war eine Marmorfabrik angeliedert, in dem die Häftlinge arbeiten mussten und die Tornesi ebenfalls leitete.

    Schloss Goldkronach und Humboldt-Kulturforum

    Das Goldkronacher Schloss ist ein ehemaliges Ritterschloss aus dem 16./18. Jahrhundert. Es ist heute in Privatbesitz und Sitz des Alexander-von-Humboldt Kulturforums. Eine kleine Sonderausstellung zu Alexander von Humboldt sowie die von Hans Dressel (†) stammende Humboldt-Büste können bei Veranstaltungen der Kulturforums oder Führungen des GEOPARK Bayern-Böhmen besichtigt werden.

    Nationles Geotop Goldberg

    Seit 2019 gehört der Goldberg bei Goldkronach, das Zentrum des einstigen Goldbergbaus, zu den Nationalen Geotopen Deutschlands. Zu verdanken ist dies seiner montanhistorischer Bedeutung, auch im Hinblick auf das Wirken Alexander von Humboldts, und der dort vorhandenen Infrastruktur.

    Tipps

    Humboldt-Weg und Besucher-Bergwerke

    Der rund sechs Kilometer lange Rundweg führt auf Waldwegen und -pfaden, innerorts auf befestigten Wegen, vorbei an vielen ehemaligen Zeugnissen des Bergbaus seit dem Mittelalter. Startpunkte sind am Infohaus zu den Besucher-Bergwerken auf dem Goldberg, am Parkplatz des Friedhofes, am Wanderparkplatz in Brandholz. Auch der Start in Goldkronach am Marktplatz ist empfehlenswert (Wegstrecke ca. zwei Kilometer länger). Dieser beginnt am Marktplatz und führt ca. 100 Meter nach der Bäckerei am Marktplatz 11 in Richtung Sichersreuth bzw. am Ende der Stadtkirche über einen Wanderpfad zunächst zum Parkplatz am Friedhof (eine Abkürzung direkt auf die Straße an der Ottenleite ist möglich).

     

    Goldbergbaumuseum

    Öffnungszeiten:
    April bis Ende November Sonn- und Feiertage, 13 bis 17 Uhr
    Für Gruppen sind gesonderte Termine möglich.

     

    Kulturforum Alexander von Humboldt Schloss Goldkronach
    www.humboldt-kulturforum.de

    Goldbergbaumuseum Goldkronach
    www.goldbergbaumuseum.de

    Goldbergknappen

    http://www.goldbergknappen.de/html/rundgang_beginn.html

    GEO-Tour Station 12: BISCHOFSGRÜN
    Humboldt in Bischofsgrün

    Humboldt und die Perlen

    Alexander von Humboldt besucht Bischofsgrün bzw. den Fröbershammer erstmals am 21. Juli 1792. Er notiert in seinem Inspektionsbericht, dass es dort zwei Frischfeuer, einen Zainhammer (für die Nagelschmiede) und eine Knopfhütte gibt. Der Knopfhütte widmet er besondere Aufmerksamkeit.

    Humboldt führt aus, dass die Knopfhütte nur in fünf Wintermonaten betrieben wird und dem Kommerzienrat Loewel gehört. Aus dem Hinweis, dass man "die Arbeiter [im Sommer] zum Holzhauen und zur Feldwirtschaft braucht" geht hervor, dass die einheimischen Bauern die Arbeit in der Knopfhütte verrichteten. Zum Zeitpunkt seines Besuches (Juli) wurde in der Knopfhütte jedoch wohl nicht gearbeitet. Humboldt hat sich demnach die Knopfhütte vor Ort ausführlich schildern lassen. Als Rohstoff für die Glasknöpfe - die Batterlessteine / Paterle - nennt Humboldt einen Grünstein mit wenig Feldspat und vieler innig beigemengter Hornblende von Schneeberg und Ochsenkopf. Er selbst habe das Gestein noch nirgends im Lande anstehend gefunden", es liege dort "in Butzen umher".

    Bei dem von Humboldt angsprochenen Gestein handelt es sich um ein vulkanisches Gestein, dass in einer rund 5 Kilometer langen und bis zu 20 Meter breiten NNW-SSO-verlaufenden Förderspalte quer durch den Ochsenkopf vorkommt, den sogenannten Proterobas. Vorkommen am Schneeberg gibt es allerdings nicht.

    Humboldt berichtet über das Schmelzen des Gesteins, den Knopfofen sowie das Arbeiten am Ofen. Am Ofen arbeiten 25 Mann (!) vor je einer Öffnung und zogen die geschmolzene Masse (das Glas) mit einer langen Zange ("Kluft" bei Humboldt, auch "Kluppe" genannt) aus dem im Ofen stehenden Schmelztiegel, um es anschließend (durch Drehen) zu "modeln".

    Hergestellt werden im Jahr Knöpfe im Wert von 4.000 - 5.000 Gulden. Bei einem Preis von 6 Kreuzer je "Schnur" mit je 20 Dutzend Knöpfen sind dies ... Knöpfe.

    Die schwarzen Proterobas-Knöpfe wurden mit Emailfarbe bemalt und anschließend die Farbe eingebrannt. Als Farbstoffe wurden verwendet: weiß - Brauneisenstein mit Arsenikkalk, gelb - Birkenkohle, blau - Smalte (mit Kobald gefärbetes Kaliumsilikatglas).

    Humboldt berichtet, dass Glasknöpfe bereits seit 200 bis 300 Jahren in der Region hergestellt werden und ihren Ursprung in "in der Warmen Steinach" - also in Warmensteinach - hat. Derzeit gäbe es im Bayreutherischen fünf Fabriken, die ihre Erzeugnisse nach Schlesien und Polen, teils für den "Sklavenhandel nach Afrika [?] geben."

    Humboldt schließt seinen Bericht über die Knopfhütte mit einer Bemerkung zur Abwanderung von Arbeitern aus dem Bayreuther Fürstentum in die nahegelegee obere Pfalz und nach Böhmen:

    "Bayreuther Arbeiter sind in die obere Pfalz und nach Böhmen übergelaufen und die Konkurrenz der dort neu angelegten Fabriken, die wohlfeileres [= günstigeres] Holz haben, hat den Absatz vermindert und die Ware wohlfeiler gemacht."

    Dies lässt erkennen, dass der Mangel an Holz in der Region wirtschaftliche Folgen hatte.

    Der Fröbershammer

    Humboldt berichtet auch über die Frischfeuer und den Zainhammer, die "vortrefflich eingerichtet" sind und "sehr gute Ware" liefern. Er merkt jedoch an, dass der Verlust an Eisen durch das Frischen beträchtlich ist (3/8). Als wahrscheinliche Ursache benennt er das "Anlaufen" (siehe unten).

    In einem Frischfeuer wird das Roheisen bei starker Hitze wieder aufgeschmolzen. Mit einem Blasebalg wird Luft über die Eisenschmelze geführt, um dem im Eisen von der Herstellung noch vorhandenen Kohlenstoff zu verbrennen. Zwischendurch wird das flüssige Eisen immer wieder umgerührt. Ziel ist es, möglichst wenig Kohlenstoff im Eisen zu haben, um es weniger spröde und damit gut schmiedbar zu bekommen. Das Frischen dauert 5 bis 6 Stunden.

    Der von Humboldt verwendete Begriff des "Anlaufens" ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass man das Eisen mit einer Stange unter Drehen aus der flüssigen Schmelzmasse herausgenommen hat. Während des Drehens setzte sich das Eisen an der Stange fest. Anschließend wurde es abgeschreckt und geschmiedet. Dann wurde das Eisen wieder in die Schmelzmasse gehalten und die nächste Schicht lagerte sich an. Der Vorgang wurde so lang fortgesetzt, wie sich das Eisen schmieden ließ und dem Schmied nicht zu schwer. Am Grund des Ofens setzte sich das minderwertige "Theileisen" ab. Durch das Schmieden werden noch vorhandene Schlackenreste aus dem Eisen entfernt.

    Das Frischen des Eisens ist ein sehr viel Energie verbrauchender Vorgang. Humboldt berichtet, dass je Frischfeuer am Fröbershammer je Woche 42 Zentner Eisen gefrischt werden, wobei dafür 84 Kübel Holzkohlen verbraucht wurden. Hierzu benötigte man 17 bis 21 Klafter Holz (ganz grob 1 Klafter Holz = 3 Kubikmeter). Für beide Frischfeuer waren das pro Woche rund 102 bis 126 Kubikmeter Holz!

    Lesen Sie hier den gesamten Text Humboldts über die Frischfeuer und den Zainhammer zu Bischofsgrün. Es sei hier als Beispiel der von ihm verwendeten Fachtermini und Darstellungsweise aufgezeigt.

    Tipps

    Glaswanderweg

    Der Glaswanderweg ist ein industriehistorisch interessanter und naturräumlich reizvoller Themenwanderweg mit einer Länge von 42 Kilometern zwischen Weidenberg und Bischofsgrün. Er ist in die Abschnitte

    • Weidenberg - Sophienthal - Zainhammer
    • Zainhammer - Warmensteinach - Grünstein
    • Grünstein - Neugrün - Fichtelberg - Karches
    • Karches - Bischofsgrün

    gegliedert. Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite www.glas-im-fichtelgebirge.de.

    Waldglashütte am Ochsenkopf

    Archivalische Notizen aus dem 17. Jahrhundert beschreiben eine „Glas- und Knopfhütte am Fichtelberg“, entlegen an der Landesgrenze zwischen den Fürstentümern Brandenburg-Kulmbach und Obere Pfalz. Archäologische Ausgrabungen unter Trägerschaft der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e. V. zwischen 2004 und 2006 haben die Relikte der alten Proterobas-Glashütte wieder zum Vorschein gebracht. Die begleitenden archäologischen Untersuchungen sind ein allererster Schritt hin zu einer wissenschaftlichen und interdisziplinären Aufarbeitung der Siedlungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Kunstgeschichte im zentralsten deutschen Mittelgebirge.

    Die am südlichen Hang des Ochsenkopfes im heutigen Landkreis Bayreuth ausgegrabene Glashütte lässt sich weit zurückverfolgen. Lorenz Glaser bittet 1616 um die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Hütte auf oberpfälzischen Grund an der Mooslohe. Der Standort zwischen Proterobas- und Quarzitgängen an dem aus den Kalten Brunnen fließenden Bächlein ist ideal gelegen.

    Die Waldglashütte erreichen Sie am besten vom Parkplatz nahe der Bleaml-Alm auf dem Forstweg Richtung Ochsenkopf. An der ersten Abzweigung (ca. 400 Meter nach Eintritt in das Waldgebiet) nach rechts und dem Forstweg noch etwa 200 Meter folgen.

    GEO-Tour Station 13: LUISENBURG / WUNSIEDEL
    Humboldt in Luisenburg / Wunsiedel

    Humboldt und die Luisenburg

    Bislang wurde im Zusammenhang mit dem Felsenlabyrinth der Luisenburg als berühmtester Besucher Johann Wolfgang von Goethe genannt. Dieser duchstieg Teile des Felsenmeeres 1785, noch vor der ersten Ausbauphase zu einem bürgerlichen Landschaftsgarten, und bei einem zweiten Besuch 1820. Zu diesem Zeitpunkt war das Labyrinth schon nahezu in seiner heutigen Form begehbar. Über Besuche Alexander von Humboldts ist tatsächlich nur sehr wenig bekannt. Die Kenntnis davon stützt sich auf eine Reisebeschreibung des polnische Grafen de Lagarde-Messence in von 1819, in der es heißt: "[...] dort findet man ein rechtmerkwürdiges Moos, das in der Finsternis schimmert. Als Herr von Humboldt, Bergwerksmeister seines Zeichens, durch diese Berge ging, machte er die Analyse davon [...]". Aufzeichnungen Humboldts selbst hierzu sind jedoch heute nicht mehr verfügbar.

    In Humboldts Inspektionsbereicht von 1792 findet sich die folgende Textstelle:
    "Daß das relative Alter dieser Granit-Abänderungen sehr verschieden ist, läßt sich schon daraus abnehmen, daß man auch die eine nicht selten ("an der Luxburg") als Bruchstück in anderen eingewachsen findet."

    Einige Absätze weiter heißt Humboldt:

    "Der Granit auf dem höchsten Kuppengebirge liegt teils söhlig (aie auf der Luxburg), teils schießt er (wie auf dem Schneeberge) unter 10° gegen Abend [nach Westen] ein."

    Humboldt bezieht sich mit seinen Beobachtungen zweimal auf die Luxburg, die 1805 zu Ehren des Besuches der preußischen Königin Luise in Luisenburg umbenannt wurde. Es ist daher davon auszugehen, dass Humboldt diese Erscheinungen mit eigenen Augen gesehen hat. Anders wäre es auch verwunderlich gewesen, denn bereits ab 1790 begann die Begehbarmachung des Labyrinthes.

    Humboldt und der Granit

    Humboldt ist zu einer fränkischen Zeit noch dem "Lager der Neptunisten" zuzuordnen. Er folgt damit der Lehrmeinung seines Lehrers in Freiberg, Abraham Gottlob Werner. Danach wurde der Granit in einer frühen Phase der Bildung der Erdkruste aus einem Urozean, d.h. aus einem wässrigen Medkum, ausgefällt. Als ein Indiz dafür galt auch die "Schichtung" des Granits:

    "Da, wo noch das alte Ausgehende1) des Granits zu sehen ist, d.i. auf einzelnen, turmähnlichen Kuppen, findet sich der Granit äußerst regelmäßig, wie dichter Kalkstein geschichtet, und zwar in Lagern zu 2 Fuß 8 Zoll."

    1) Das Ausgehende meint hier "die obersten Schichten". Humboldt beschreibt hier Felstürme, Felsbastionen, an denen die horizontalen Lagerklüfte gut zu erkennen sind.

    Seine erste Niederschrift ergänzt Humboldt bei einer Überarbeitung des Manuskriptes (zwischen August 1792 und April 1793) wie folgt:

    "Ich glaube nämlich, daß aller Granit ursprünglich (da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten) d.h. im Ausgehenden geschichtet war und daß geschichteter Granit nur darum ein so seltenes (von einigen nicht reisenden Geognosten geleugnetes) Phänomen ist, weil wir überall gleichsam in den Vertiefungen der zerstörten Erdrinde wohnen und das alte Ausgehende des Granits nur auf den höchsten besuchten Punkten der Erdoberfläche zu suchen ist."

    Für Humboldt ist der Granit nur in seinen obersten Abschnitten geschichtet: "[...] da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten." Auch wenn es im Inspektionsbericht nicht weiter ausgeführt ist, dürfte Humboldt den Granit in der Tiefe als strukturlose Masse betrachtet haben. Ob er Vorstellungen darüber hatte, wie es hierzu gekommen sein soll, ist ebenfalls nicht ausgeführt.

    Bei Seußen nahe Arzberg macht Humboldt eine weitere Beobachtung in den granitischen Gesteinen des Fichtelgebirges, die ihm so bemerkenswert erscheint, dass er sie noch während seiner Inspektionsreise im Juli 1792 an den Herausgeber des Bergmännischen Journals schreibt (vermutlich am 23. Juli). Der Brief erscheint daraufhin noch in der Juli-Ausgabe des Journals.

    "Auf einer Reise durch das Wunsiedler Bergamt entdeckte mein lehrreicher Begleiter Herr Hof-Kammerrath Tornesi, [...] zwei vollkommene Granitkugeln am Wege unweit Seisen [= Seußen]! Dies Phänomen wird Ihnen gewiß nicht weniger auffallend scheinen, als es mir war. Beide Granitkugeln waren von 14-16 Zoll im Durchmesser [35-40 cm][...]. Sie bestehen aus einem deutlichen feinkörnigen Granite mit vielem tombackbraunen Glimmer, und zeigen konzentrisch-schalige absonderte Stücke, von denen wir zwei Schalen ablößten. Beide waren noch ihrer natürlichen Lagerstätte, eingewachsen in einem grobkörnigen Granite, der sich durch den (am Fichtelberg nicht seltenen) kristallisierten Feldspat auszeichnete und der Verwitterung nahe war: ein Beweis also, daß selbst der Granit [...] die Fähigkeit [hat] sich kugelartig zu ballen!"

    Was Humboldt in die Eigenschaft des Granits "sich kugelartig zu ballen" hineininterpretiert, lässt sich nicht ohne Weiteres erschließen. Es ist vermutlich vor allem eine Beobachtung, die er der geognostischen Gemeinschaft kundtun will. Humboldt erwähnt die Kugeln auch in seinem Inspektionsbericht:

    "[...] kommen auch Granitkugeln mit 2- 3fach konzentrisch, schalig abgesonderten Stücken in einem verwitterten Granite bei Seäßen vor".

    In einer nachträglichen Ergänzung kommentiert Humboldt:

    "Ihre Art des Vorkommens zeigt, daß sie nicht sekundär sind. In anderen Teilen europäischer Gebirge sind sie noch nie entdeckt worden und unseren Gebirgen [...] ausschließlich eigen."

    Die Beobachtung Humboldts zeigt sein Interesse und Gespür für das "Nichtalltägliche", die Besonderheiten, die es gilt weiter zu erforschen. Die von Humboldt beschriebene Erscheinung erklärt sich heute als Folge von Verwitterungsprozessen (was sich bei Humboldts Beschreibung ja bereits andeutet). Die "Kugeln" sind in einer Verwitterungsdecke infolge des richtungslosen Gefüges des magmatischen Gesteins entstanden. Ausgehend von einer quaderförmigen, durch Klüfte begrenzten Rohform sind die Gesteinskanten rasch verwittert. In die kugelige Form sind Verwitterungslösungen unterschiedlich weit eingedrungen (oder auch thermische Einwirkungen, Frost oder Temperatur) und haben die konzentrischen Schalen abgelöst.

    Tipps

    Besuchen Sie das Felsenlabyrinth der Luisenburg - eine der wichtigsten geologischen Lokalitäten im GEOPARK Bayern-Böhmen.

    GEO-Tour Station 14: KLAUSEN / SEUßEN
    Humboldt in Klausen / Seußen

    Humboldt und das Klima

    Alexander von Humboldt besucht das Püttnersche Alaunwerk Treue Freundschaft in der Klausen bei Seußen erstmals am 24. Juli 1792 im Rahmen seiner "Inspektionsreise". In seinem Bericht schildert er ausführlich das Werk und die Produktionsschritte der Herstellung von Alaun.

    Schon in seinem Bericht beschreibt er die bituminöse Blätterkohle, in der "oft noch unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten" haben, zu finden sind. Humboldt erwähnt diese Fossilien auch in einem Brief an den Verleger des "Bergmännichen Journals" Hoffmann, der diesen bereits in der Juli-Ausgabe 1792 abdruckt. Dort heißt es:

    [...]Bei Klausen an der Oberpfälzischen Grenze liegt das 21 Lachter mächtige Braunkohlenflöz unter einem Gerölle von mehr oder weniger verwitterten Basaltkugeln. Einige sind mit den Fingern zerreiblich, und doch erkennt man noch die 6-9 fach concntrisch schaligen abgesonderten Stücke. In der Braunkohle finden sich unversehrte Aeste von Tannenzweigen, die fast ihre natürliche Farbe erhalten haben, und so also gegen die Feuerrevolution zeugen. [...]"

    Mit dem Zeugnis gegen die Feuerrevolution spielt Humboldt auf die Diskussion zwischen Neptunisten und Plutonisten an (siehe dazu Station Luisenburg und Steinhaus). Nachdem Basalte die Braunkohlen überlagern, war Humboldt der Meinung, dass - wären diese aus glutflüssiger Lava erstarrt - die Lava die Pflanzenfossilien in der Farbe verändert, vermutlich verbrannt hätten. Aus heutiger Sicht ist bereits die Interpretation der Lagerungsverhältnisse nicht richtig. Die Basaltblöcke sind in einer lehmigen Grundmasse durch den Prozess des Bodenfließens hangabwärts auf die Braunkohlenlager verfrachtet worden.

    Die Sache mit der Ekliptik

    Im November 1794 schreibt Alexander von Humboldt einen Brief an den Mathematiker Johann Friedrich Pfaff. Darin kündigt er ein größeres Werk unter dem Titel "Ideen zu einer künftigen Geschichte und Geographie der Pflanzen oder historische Nachricht von der allmäligen Ausbreitung der Gewächse über den Erdboden und ihren allgemeinsten geognostischen Verhältnissen" an, das "in 20 Jahren" erscheinen soll. In dem Brief erläutert Humboldt, dass selbst in hohen geographischen Breiten Pflanzenfossilien vorkommen, die unter "Tropenwärme" vor Ort gewachsen sind. "Unter den vielen möglichen Gründen, welche eine Tropenwärme [...] hervorbringen können, studiere ich den besonders über die veränderte Schiefe der Ekliptik ...". Humboldt bittet Pfaff um eine Stellungnahme darüber, ob die Ekliptik in der Vergangenheit nicht auch 48° (gegenüber heute 23 1/2°) betragen haben könnte. Die Antwort von Pfaff ist nicht erhalten, da Humboldt in aller Regel die an ihn gerichteten Briefe vernichtete. In einem Vortrag vor der Akademie zu Berlin am 24. Januar 1823 stellt Humboldt eine völlig andere Hypothese zum Wachstum wärmeliebender Pflanzen weit außerhalb der heutigen Tropen auf. Lesen Sie diese Textpassage hier

    Humboldt schließt seinen Brief wie folgt:

    "Auf meinen rauhen Felsenhöhen hänge ich solchen Träumereien nach. Beraubt von den nothwendigsten Hilfsmitteln muß ich mich an lebendige Orakel wenden ...".

    Was ist Alaun?

    Alaun ist chemisch ein wasserhaltiges Doppelsulfat (SO44-), ein Salz der Schwefelsäure, vermischt mit Tonerde, einer kleinen Menge Potasche (Kalium) und Ammonium. Verwendung fand Alaun u.a.

    • in der Färberei als Beizmittel vor dem Aufbringen von Farbstoffen,
    • in der Gerberei, um weißgares Leder herzustellen,
    • zum Leimen von Papier, um es tintenfest zu machen,
    • zum Härten von Gips und Gelatine,
    • zum Stillen innerer Blutungen und Durchfälle
    • zum Blutstillen bei Schnittwunden (Rasur)
    • als Deodorant

    Alaun kommt in der Natur i.d.R. nicht als Mineral vor, sondern muss in mehreren Schritten aus Schwefel-führenden Gesteinen ausgelaugt werden. In Frage kommen dafür Braunkohlen oder Schwefelkies-haltige Alaunschiefer.

    Das ehemalige Alaunwerk auf der Klausen

    Bereits 1732 gab es in Hohenberg a.d. Eger die Braunkohlengrube "Freundschaft". Dort verbrannte man die Kohle und laugte sie anschließend zur Herstellung von Alaun aus. In Arzberg entstand 1765 eine Alaunhütte am Schachtweg "in der Biih" (= bei der Alaunhütte), die ihre Braunkohle ebenfalls aus Hohenberg bezog, jedoch bereits 1770 ihren Betrieb wieder einstellte.

    Für das Gebiet der Klausen erwirbt der in Seußen ansässige Oberförster Balthasar Christoph Reiz die Mutungsrechte für die Zeche "Treue Freundschaft", die 1762 ihren Betrieb aufnimmt. Vor Ort entsteht ein Alaunwerk, in dem aus der Schwefelkies-haltigen Braunkohle bis 1837 (75 Jahre lang) Alaun produziert wird. Erwähnung finden die Schwefelkies-haltigen Braunkohlen allerdings schon in der von dem markgräflichen Bergrat Johann Wilhelm Kretschmann stammenden "Sammlung zu einer Berg Historia" als "Schefel Kieße von der Clausen, eine Stunde von Redwitz nach Arzberg zu, wobei eine Art Stein Kohlenn, so alaunisch seyn ...".

    Eine erste Beschreibung des Alaunwerkes stammt von 1786:

    "Das Werk besteht aus 2 Hauptgebäuden, wovon jedes 2 Stockwerke hoch ist. In denselben wird zu ebener Erde in 5 kleinen Blechpfannen die Lauge gekocht und in 5 größeren Bleipfannen abgekühlt [...]. Hinter dem Gebäude befindet sich eine Hütte mit 10 hölzernen Kufen verschiedener Größe, in welchen sich die Sole sammelt. 11 Personen liefern wöchentlich 8 Zentner Alaun und etwas rote Farberde". (Nach: J.K. Bundschuh, Geographisches Lexikon von Franken, Ulm 1799-1804).

    Alexander von Humboldt und das Alaunwerk auf der Klausen

    Alexander von Humboldt widmet dem Alaunwerk auf der Klausen 1792 einen ausführlichen Bericht. Er stellt darin fest, dass das Gestein, "aus welchem man hier den Alaun gewinnt, [...] weder Alaunschiefer noch Alaunerde, sondern wahre Braunkohle" ist. Die Lagerstätte des Flözes bezeichnet er als "überaus merkwürdig".

    Aus Humboldts Beschreibung der Lagenstätte lässt sich der folgende geologische Aufbau ableiten:

    • Humus
    • 2 - 3 m Verwitterungslehm mit 37 - 42 cm großen Basaltkugeln
    • 4 - 5 m weiße und braune Letten
    • darunter (ab ca. 8 m) folgt das Braunkohlenflöz

    Die Mächtigkeit des Flözes ist offensichtlich unbekannt, es soll jedoch noch in 42 m Tiefe erbohrt worden sein. Humboldt hält fest, dass die Lagerstätte im Nordwesten von Gneisen begrenzt wird (man findet sie in mehreren Aufschlüssen heute noch entlang des nördlichen Uferweges. In der Braunkohle beschreibt Humboldt "unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten [haben], und unverwitterte Schwefelkiese."

    Der Beschreibung Humboldts zufolge erreichten die Bergleute das Braunkohlenflöz von der Oberfläche her über mehrere mit großem Aufwand gezimmerte Schächte. Über diese wurde das "mit dem Keilhauer Gewonnene durch Haspel herausgefördert." Der eigentliche Abbaustollen lag bis in 28 Meter Tiefe und hatte eine Länge von rund 220 Metern in südlicher Richtung. Der größte Teil des Stollens war ausgezimmert.

    Zur Zeit von Humboldts Besuch arbeiteten 12 Bergleute auf der Grube, das Alaunsieden erfolgte nur während der wärmeren Jahreszeit. Das mit verwittertem und unverwittertem Schwefelkies durchsetzte Alaunerz, die Braunkohle, wurde auf die "Bühne" verbracht, ein aus Balken und Brettern bestehendes Bauwerk oberhalb der Grube, die mundartlich so genannte "Biih". Auf der "Biih" wurden die Braunkohlen vor der eigentlichen Alaunproduktion erst eineinhalb bis zwei Jahre gelagert, um dort zu "wittern". Danach beginnt das Auslaugen (12-15 Jahre!). Während der Lagerung und später beim Begießen und Wenden der Braunkohlen oxidiert der Luftsauerstoff den Schwefelkies (Pyrit) in der Braunkohle. Die dabei freigesetzte Schwefelsäure löst aus den tonigen Begleitsedimenten der Braunkohle Aluminium, Kieselsäure und Bitumen heraus. Diese Lauge wird in einen Schuppen nahe der Alaunhütte geleitet, wo sie in mehreren, im Boden eingelassenen Vorratskästen (1,50 m im Durchmesser, 1,20 m tief) zwischengelagert wird.

    Im nächsten Schritt wird die Lauge in drei "Läuterpfannen" 36 Stunden lang "gesotten" (gekocht). Während des Siedens setzen sich die bituminösen Bestandteile und die Kieselsäure als teerartige Masse ab, die getrocknet schwarz-glänzend ist und einen muscheligen Bruch hat. Die geläuterte Lauge wird zum Abkühlen in größere Pfannen geleitet, danach in zwei Garpfannen unter Zugabe von Pottasche (Kaliumkarbonat) 24 Stunden eingedampft.

    Humboldt nennt in seinem Bericht, dass wöchentlich 5 Zentner Alaun produziert werden. Der Holzbedarf dafür beträgt 10 Klafter. Humboldt bilanziert daraus die jährliche Produktion von 100 - 120 Zentner Alaun mit einem Holzverbrauch von 200 - 240 Klaftern (bei 5 - 6 Monaten Betrieb). Kritisch äußert er sich über den hohen Holzverbrauch, den er u.a. einer unsachgemäßen Befeuerung und falschen Bauweise der Pfannen zuschreibt.

    Das "Püttnersche Alaunwerk" auf der Klausen

    Humboldt benennt das Alaunwerk auf der Klausen als das "Püttnersche Alaunwerk". Es gehörte demnach der Kaufmanns- und Bankierfamilie Jakob Friedrich Püttner (1720-1798) aus Hof, die auch Eigentümer der Vitriol- und Alaunhütte "Goldene Adlerhütte" bei Wirsberg war. Dessen Enkel, Georg Friedrich Püttner, war Kommilitone Humboldts in Freiberg und übernahm später das Vitriolwerk bei Wirsberg und die Alaushütte auf der Klausen.

    Hüttenmeister zur Zeit des Besuches von Humboldt war der Johann Christian Ullmann, "... ein sehr verständiger Mensch, aber ehemaliger Bermann aus Johanngeorgenstadt, der sich wohl besser auf Bergbau als Pyrotechnik verstehen mag." (Humboldt). Von 1808 an leitete das Püttnersche Alaunwerk der aus der Niederlausitz stammende August Reinsch (1778 - 1869), der ausgebildeter Apotheker war. Er war zuvor als Laborant auf der "Goldenen Adlerhütte" tätig. Reinsch übernahm nach dem Tod des Obersteigers J.C. Benker 1805 die Leitung der 1795 von Alexander von Humboldt in Arzberg gegründeten Bergschule. Reinsch übernimmt einige Jahre vor 1833 das Alaunwerk zu eigener Pacht. Für das Jahr 1829 werden noch 5 Bergarbeiter und 10 Alaunsieder genannt. Das Alauswerk wird 1833 von den Püttnerschen Gewerken an den Seußener Gutsbesitzer Christian Paul Aecker verkauft. Reinsch geht als "Berg- und Hüttenfaktor" (Verwalter) des Schwefelkiesbergwerkes am Silberberg nach Bodenmais (heute Besucher-Bergwerk).

    Der Niedergang des Alaunwerkes auf der Klausen

    Der neue Eigentümer seit 1833 des Alauswerkes, Christian Paul Aecker aus Seußen, betrieb das Werk nach einer Angabe von Carl Wilhelm von Gümbel nur bis zum Jahr 1837. 1834 heißt es in einem Text jedoch bereits, das sich " [...] sämtliche Grubenbaue der 'Treuen Freundschaft'bei Seußen ohne alle Beaufsichtigung und Unterhaltung befinden, wodurch eine sehr üble Gruben- und Hüttenwirtschaft [entstanden] ist". 1853 kam es durch das Bergamt zu einer "Freierklärung", da die Erben des mittlerweile verstorbenen Christian Paul Aecker den Verpflichtungen des Bergamtes nicht nachkamen.

    Vom Alaunwerk zum Freizeitsee

    1870 entsteht an Stelle der aufgelassenen Bergbaugrube der Klausenteich, jedoch wird die Staumauer durch ein Hochwasser im Juni 1913 zerstört. Erst 1935 wird der Teich durch den Klausenwirt Georg Sölch neu angelegt. Dieser wird 1912 zusammen mit seiner Familie als Bewohner des Gebäudes Nr. 1 des Anwesens "Treue Freundschaft" genannt. Im anderen Gebäude (1a) lebten sechs weitere Familien. Das von dem Ökonomen und Bierwirt Wirtshaus bestand bis zur Flutung des Feisnitzsee 1972/73 als Kühlwasserreservoir für das Braunkohlen-Kraftwerk Arzberg.

    Tipps

    Machen Sie einen Rundgang um den Feisnitz- bzw. Haid-Speichersee (Wegstrecke rund 2,2 Kilometer) oder besuchen Sie den 32 Meter hohen Aussichtsturm, die Waldenfelswarte, auf dem 633 Meter hohen Kohlberg. Von diesem haben Sie eine einzigartige Aussicht in das Fichtelgebirge, nach Böhmen und in die nördliche Oberpfalz (einfache Wegstrecke ab Parkplatz 1,6 Kilometer).

    GEO-Tour Station 15: ARZBERG
    Humboldt in Arzberg

    Die Lagerstätten in Arzberg und Umgebung waren zurzeit Humboldts und darüber hinaus die ergiebigsten im Wunsiedler Revier. Abgebaut wurden die an den Wunsiedler Marmor gebundenen Eisenerze. Und dies bereits seit dem Mittelalter. Erst 1941 kam der Bergbau in Arzberg mit der Stilllegung der Zeche "Kleiner Johannes" zum Ende. Über die Geschichte des Bergbaus, das Wirken Alexander von Humboldts in Arzberg und die Geologie des Fichtelgebirges informiert die heute auf dem Gelände der ehemaligen Zeche bestehende Infostelle von Naturpark Fichtelgebirge und GEOPARK Bayern-Böhmen.

    Entsprechend der Bedeutung von Arzberg hielt sich Alexander von Humboldt häufiger wohl auch in Arzberg auf, doch gibt es nachweislich nur wenige Briefe, die von hier stammen. Humboldt wohnte während seiner Aufenthalte in Arzberg im Müssel'schen Haus, dem heutigen Bergbräu. Eine Gedenktafel in der Hausfassade erinnert daran. Sie wurde bereits am 12. September 1880 dort angebracht. Der damalige Arzberger Bürgermeister gab bei der Einweihung der Gedenktafel das Versprechen, "dass er sowohl als auch alle seine Nachfolger dasselbe würdig für alle Zeiten schützen und der Nachwelt zum ewigen Andenken an den großen Gelehrten, auf den Deutschland, Europa, ja die ganze zivilisierte Welt stolz ist, erhalten wollen".

    Wie in Steben richtet Alexander von Humboldt in Arzberg eine Bergschule ein. Ende Juni schrieb Humboldt von seinen Plänen an das Oberbergdepartement in Bayreuth. Man sei "dort oben in der Kultur zurück", und die Schule sei hier nötiger als irgendwo. Nach langem Suchen wäre die Wahl auf den Obersteiger Johann Caspar Bencker (†1805) als Schulleiter gefallen. Dieser sei ein verdienstvoller und sehr erfahrener Grubenbeamter, der gewiss auch als Lehrer einiges leisten würde. Im Herbst 1795 schreibt Humboldt in seinem Generalbericht über das Wunsiedler Revier, dass der Etat für die Schule bereits eingeplant sei. Begonnen wurde mit dem Unterricht jedoch erst 1796. Es handelte sich um eine Winterschule mit Unterricht von November bis Mai für "Bergjungen" ab dem 12. Lebensjahr. Weder in Arzberg noch in Wunsiedel ist allerdings ein Gebäude für die Bergschule nachweisbar. Es ist daher anzunehmen, dass der Unterricht in der Wohnung des Bergschullehrers abgehalten wurde. Im Jahr 1804 wurde die Arzberger Bergschule nach Goldkronach verlegt.

    Lesen Sie hier die Textpassage aus Humboldts Generalbericht von 1795, in der er auf die geplante Bergschule in Arzberg eingeht.

    Aus den Briefen und Berichten Alexander von Humboldts geht hervor, dass er in Arzberg häufig persönlich in die Bergwerke eingefahren ist. Schon während seiner Inspektionsreise 1792 besuchte er eine Reihe dieser Gruben:

    "Die Gruben, welche ich befahren, waren Susannen-Glück und Goldkammer Fundgrube, Silberkammer Fundgrube, Anna Christiana Fundgrube, Gottes Geschick Fundgrube und Friedrich Christian Fundgrube. Die beiden Hauptgruben gehören dem Faktor Müßel, dessen Vater sein Vermögen dem Bergbau fast schon ganz aufgeopfert hatte, als er diese Werke aufnahm, welche ihm und den Nachkommen einen reichlichen Ersatz geben und die [Berg-] Baulust zu Arzberg aufs neue sehr rege gemacht haben".

    St. Georg-Stollen im Röslautal

    In seinem Generalbericht schreibt Humboldt auch über den St. Georg-Stollen im Tal der Röslau (= Gsteinigt). Konkret geht es um Verbesserungsvorschläge für den weiteren Ausbau des Entwässerungsstollens für die Arzberger Bergwerke (= Erbstollen). Über dem Eingang des 2008 wiederhergestellten Mundlochs stehen die Jahreszahlen 1722-1795-1817-2008. Sie kennzeichnen die wichtigsten Ausbau- und Sanierungsetappen des Stollens.

    Der St. Georg-Stollen wurde 1722 im Tal der Röslau so tief wie möglich angelegt und bis 1727 bis zur Eisensteinzeche Morgenstein vorangetrieben. In einem Befahrungsbericht vom August 1770 wird erwähnt, dass der Stollen im Bereich der Zeche Morgenstern fast völlig verbrochen ist. Bis zur Grube "Gold- und Silberkammer" scheint er jedoch durchgängig gewesen zu sein. [3] Die Gold- und Silberkammer ist die wohl bedeutendste Grube des Wunsiedler Reviers.

    Im Jahr 1817 wurde in dem Stollen erstmals eine "Wasserkunst" eingebaut. Darunter versteht man im Bergbau eine technische Vorrichtung zur Entwässerung von Grubenbauten. Diese wurde bereits von Alexander von Humboldt ins Gespräch gebracht. So schreibt Humboldt 1795 in seinem Generalbericht:

    "Mein hartes Eindringen in den Faktor [= Unternehmer] Müssel, nach Vorschriften des B.[erg]Amts nun so zu bauen, daß die Gewältigung mit dem Kunstgezeuge möglich wäre [...]."

    Im nächsten Satz heißt es:

    [...] und hielt es für besser, jetzt loszubrechen, als eine so wichtige den Arzberger Bergbau allein erhaltende Arbeit verzögert zu sehen."

    Für den Einbau einer Wasserkunst will Humboldt die technischen Voraussetzungen schaffen. So schlägt er zunächst die Beseitigung von Krümmungen im bestehenden Stollen vor.

    "Bei einem so langen Gestänge, zu dem man sich ja ohnedies nur aus Noth verstehen mußte, weil kein anderes Mittel die Arzberger Gruben zu sichern übrig blieb, bei einem so langen Gestänge muß jede Krümmung vermieden werden."

    Mit dem Einbau der Wasserkunst sollte es möglich werden, insbesondere die Abbausohlen der ertragreichen Gold- und Silberkammer Gruben tiefer zu legen. Erst nach Humboldts Weggang wird die technische Anlage 1797 bis ins Detail geplant. Umgesetzt wurde sie jedoch erst im Jahr 1817. Angetrieben wurden die eingebaute Wasserhebemaschinen (mit 20 Pumpwerken, verbunden über ein Gestänge im St. Georg-Stollen) durch ein unterschlächtiges Wasserrad im Röslautal. Der Schacht der Grube Gold- und Silberkammer konnte bis 1841 auf 120 Meter unter Gelände abgeteuft werden. Noch heute sind im Uferbereich die Reste der ehemaligen Radstube zu erkennen.

    Lesen Sie hier Humboldts Originaltext zum Sankt-Georg-Stollen.

    Der St. Georg-Stollen besteht noch heute. Während des 2. Weltkrieges diente ein Teil von ihm den Arzbergern zeitweilig als Luftschutzraum. Nach dem Krieg wurde das Mundloch verschlossen und war kaum noch als solches zu erkennen. Im Jahr 2008 wurde der Stolleneingang wieder freigelegt und nach der alten Aufnahme von 1913 in seiner heutigen Form saniert. Seit 2009 gehört das Gsteinigt mit seinen geologischen und montanhistorischen Zeugnissen zu den "100 schönsten Geotopen von Bayern".

    Humboldt-Orte in Arzberg

    Müssel-Haus / Bergbräu

    Bei seinen Aufenthalten in Arzberg wohnte Alexander von Humboldt auf dem Kirchberg im Hause der Patrizierfamilie Müssel.

    Infostelle Altes Bergwerk Kleiner Johannes

    Die Infostelle befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Eisenerz-Bergwerkes Kleiner Johannes. Sie zeigt in mehreren Räumen einen Querschnitt durch die wichtigsten Gesteine und Mineralien des Fichtelgebirges sowie die Geschichte des Bergbaus in Arzberg. Auf dem Gelände befindet sich eine kleine Ausstellung mit Gesteinsexponaten aus dem Fichtelgebirge, der Nachbau der ehemaligen Förderanlage sowie ein Schaustollen. Eine 2017 ergänzte Ausstellung zur ehemaligen Specksteingrube Johannes bei Göpfersgrün ist nur zu besonderen Zeiten möglich.

    Anschrift: Altes Bergwerk, Altes Bergwerk 1, 95659 Arzberg
    Telefon: (0)9233 40 40 (Stadt Arzberg)
    GPS: 50.059242, 12.192009

    Öffnungszeiten der Infostelle:
    Von Josefi (19.3.) bis Barbara (4.12.),
    jeweils von 8 - 17 Uhr

    Das Bergbaurevier Arzberg-Röthenbach

    Die Verhältnisse im einstigen Arzberg-Röthenbacher Revier sind in der Monografie von Ernst Schmidtill (1963) ausführlich beschrieben. Die Lagerstätte, die an den Marmorzug gebunden ist, ist zwischen Röthenbach und Arzberg zweigeteilt in einen südlichen und einen nördlichen Erzzug (entsprechend zweier Marmorzüge). Das Profil der unten gezeigten Karte zeigt zwei voneinander getrennte Marmorlagen, die durch einen Phyllitrücken getrennt sind. Marmor und Phyllite fallen mit 70 - 80° nach Südwesten ein. Der Phyllitrücken ist bei Röthenbach etwa 60 Meter mächtig, östlich davon nur noch rund 30 Meter. Bei Arzberg ist er überhaupt nicht mehr vorhanden.

    Mehr erfahren

    Tipps

    Volkskundliches Gerätemuseum Bergnersreuth

    Das Museum Bergnersreuth ist ein Freilichtmuseum in einem alten Bauerngehöft. Neben den Dauerausstellungen zu den landwirtschaftlichen Geräten gibt es Abteilungen zur Bodenqualität und -bearbeitung. Original erhalten sind teils die Wohnstuben der ehemaligen Bewohner. Das Museum ist auch Station der GEO-Tour Boden des GEOPARK Bayern-Böhmen.

    Anschrift: Wunsiedler Str. 14, 95659 Arzberg
    Telefon: (0 92 33) 52 25
    Internet: www.bergnersreuth.de

    Öffnungszeiten:
    Dienstag - Sonntag: jeweils von 10-17 Uhr (Montg geschlossen)

    GEO-Tour Station 16: STEINBERG / Steinhaus Thiersheim
    Humboldt in Steinberg / Steinhaus Thiersheim

    Humboldt, die Kohle und der Vulkan

    Das Steinhaus liegt am Fuße des "Steinberg-Vulkans". Dieser gehört zusammen mit dem "Neuhauser Schloßberg" und dem bereits in Tschechien liegenden "Plattenberg" (Blatná) zu einem vulkanischen "Dreigespann" an der bayerisch-tschechischen Grenze. Zwischen dem Steinberg und dem Plattenberg hat sich die Eger in einem markanten Tal eingetieft.

    Der Steinberg wird von Alexander von Humboldt im Zusammenhang mit der Suche nach Steinkohlen erwähnt. Der hohe Bedarf an Brennmaterial für das Montanwesen weckte schon vor Humboldts Amtszeit in Franken das Interesse der Bergbehörde an diesem fossilen Energieträger, doch war die Suche danach wohl eher unsystematisch. Humboldt stellt die Kohleprospektion auf neue Füße. Der Fokus lag dabei in den Gebieten zwischen Bayreuth und Kulmbach (Kulmbach/Kessel, Schlemme/Schlämm, Lanzendorf: Lettenkohlen/Keuper), Neustadt am Kulm (Lettenkohlen/Keuper) und in der Umgebung des Steinberges (Tertiär).

    Am 22. Oktober 1794 schreibt Alexander von Humboldt an der Oberbergdepartement in Bayreuth:

    "Da durch einzelne, unvollendete Versuche auf Steinkohlen bisher die Frage, ob wir bauwürdige Flöze im Lande haben, nicht entschieden und viel Geld versplittert worden ist, so hatte ich mich entschlossen, die Sache methodisch anzugreifen.[...] und gab ihm [dem Berggeschworenen Sievert] eine ausführliche Anweisung, alle Punkte, wo nur Sage oder Hofnung auf Steinkohlen wäre, einzeln zu untersuchen und ein Verzeichniß davon anzufertigen. Ich hielt es für ökonomisch wichtig genug, wenn man nur eine sichere Liste solcher Orte niederlegen könnte, wo nicht mehr zu suchen ist, statt dass man sonst immer auf dieselben Punkte zurückkehrt. Ich habe, indem ich dies Verfahren dem Hochl.[öblichen] K[öniglichen O.B. Dep. gehorsamst anzeige, die Ehre, den Anfang der Sieverschen Arbeit in der Anlage einzureichen, weit entfernt indes von der Besorgnis, dass alle Versuche, welche

    bei Culmbach,
    bei Lanzendorf und Schlemme,
    unter den Basalten der Arzberger Refier und vielleicht bei Sulz im Ansbachischen anzustellen sind, gleich fruchtlos sein werden."

    In einem weiteren Schreiben am 19. März 1795 schlägt Humboldt tiefere Bohrungen (20 - 24 Lachter, ca. 40 - 48 m) u.a. "an den Basalten des Wunsiedler Refiers" (am Steinberg) vor. Die Bohrung am Steinberg wird in der Folgezeit auch durchgeführt. Jedoch ohne einen erhofften Erfolg.

    Im Herbst 1796 erreicht Humboldt eine Anfrage des Oberbergdepartements zu einer weiteren Erkundungsbohrung bei Kothigenbibersbach. Humboldt rät davon ab. Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut der Briefes Humboldts an das Oberbergdepartement.

    Der Vulkan und der Basalt

    Auch wenn es der Titel unserer Tafel suggeriert, Alexander von Humboldt sah im Steinberg keinen Vulkan. Dass es sich dabei um einen Basaltberg handelte, war ihm bewusst. Das geht aus seinen Briefen ans Oberbergdepartement hervor. Humboldt war während seine Zeit in Franken jedoch noch Anhänger der Lehrmeinung Gottlob Abraham Werners. Dieser war in Deutschland der wichtigste und einflussreichste Vertreter der "Neptunisten". Diese sahen im Basalt ein aus einem Urozean ausgefälltes Gestein, das in keinem Zusammenhang mit Gesteinsschmelzen oder Vulkanen stehen würde. Vulkane waren für die Neptunisten dagegen das Ergebnis im Untergund brennender Kohlelager. Humboldt maß daher dem Basalt des Steinberges keine besondere Bedeutung bei.

    Tipps

    Hutschenreuther Gedenkstein

    Besuchen Sie den Carolus Magnus Hutschenreuther-Gedenkstein. Dieser erinnert an das Auffinden von Kaolin in der Nähe des Steins durch den Begründer der C. M. Hutschenreuther Porzellanfabrik in Hohenberg a.d. Eger (1822). Tatsächlich hatte ihm das Kaolin sein Verwandter und späterer Schwiegervater, der Oberförster Ernst Ludwig Reuß, bei einem Besuch in Hohenberg gezeigt. Hutschenreuther blieb in Hohenberg und richtete 1814 in Räumen der Hohenberger Burg, die ihm Reuß zur Verfügung gestellt hatte, eine Porzellanmalerei ein. Das Jahr 1814 gilt daher auch als Geburtsjahr der Porzellanindustrie im Fichtelgebirge. In Sichtweise zum Gedenkstein liegt eine ehemalige Farberde-Grube (mit kleiner Infotafel).

    Geotop Heiligenberg

    Über den "Mittelweg" ("M") erreichen Sie das auf der Nordostseite des Steinberges liegende Geotop "Heiligenberg". Dort können Sie die Basalte des Steinberges in anstehenden Felsen sehen. Von hier aus hat man auch eine Aussicht ins Egerer Becken.

    © GEOPARK Bayern-Böhmen

    Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

    Infomaterialien

    agsdi-file-pdf

    Fichtelberg

    Bergwerksweg – keine Infomaterialien vorhanden!

    Kirnbach: Bollenhut Talwegle

    Kirnbach: Bollenhut Talwegle

    Der Bollenhut. Das Markenzeichen des Schwarzwalds. Zuhause ist der weltbekannte Strohhut nur in den drei evangelischen Kinzigtal-Gemeinden Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach.

    Der Weg informiert an acht Tafeln über die Bollenhut-Tracht, aufgelockert durch Eicheholz-Skulpturen. Weiter über den Bollenhut Sommerberg- oder Winterberg-Weg kann die Tour zu einem Rundweg erweitert werden.

    Start oder Ziel des Kirnbacher Bollenhut Talwegles sind jeweils das Gasthaus Kirnbacher Hof am Talanfang oder das Gasthaus Sonne in der Ortsmitte.

    Von dort aus geht es auf dem Schotterweg auf 3,5 km und in ca. 1,5 Stunden immer entlang des Kirnbachs. Am Weg gibt es viel zu entdecken, auch für die Kinder. Die kleine Traudl stellt Kindern während der Wanderung viele Fragen rund um den Bollenhut. Die Erwachsenen erfahren auf insgesamt acht Informationstafeln alles über die Kirnbacher Kurrende, die Bollenhut Tracht und natürlich das Kirnbachtal.

    Entlang des Wegs finden Besucher zudem zahlreiche Holzskulpturen des Kettensägekünstlers Simon Echle.

    Am Ortseingang von Kirnbach ist die Freiluftinstallation „Das Original“ mit lebensgroßen Metallstelen mit Bildern mit original Kirnbacher Trachtenträgern und Trachtenträgerinnen des Designers und Künstlers Jochen Scherzinger zu bewundern. Das eindrucksvolle Kunstwerk kennzeichnet Kirnbach als eine der Ursprungsgemeinden des original Bollenhutes.

    Schon gewusst?

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    Bollen

    Der Strohhut trägt 14 auffallende, kreuzförmig angeordnete Bollen aus Wolle. Sichtbar sind aber nur elf Bollen, weil drei von darüberliegenden verdeckt werden. Die Bollen haben fünf unterschiedliche Größen. Eine Bedeutung der Bollen und deren Anzahl ist nicht bekannt.

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    Farben

    Bei unverheirateten Frauen sind die Bollen rot, bei verheirateten schwarz. Der Bollenhut und der Zopfschmuck (Spiegele) wird erstmals an der Konfirmation getragen, jetzt ist das Mädchen eine junge Frau.

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    Gewicht

    Der ursprünglich etwa 500 Gramm schwere Bollenhut kann heute bis zu zwei Kilogramm schwer sein.

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    Herstellung

    Der Bollenhut wird von Hutmacherinnen in Handarbeit gefertigt. Die Herstellung der Bollen ist eine einfache Bastelarbeit. Um eine mittig gelochte runde Kartonscheibe wird Wollgarn gewickelt und danach rundherum aufgeschnitten.

    Im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach wird regelmäßig auch traditidtionelle Handwerkskunst vorgeführt, z.B. auch die Herstellung eines Bollenhutes. Ein Besuch im Freilichtmuseum ist nicht nur deshalb sehr empfehlenswert.

    Unter dem Bollenhut wird eine seidene Haube getragen, die unter dem Kinn gebunden wird. Kleine Mädchen und alte Frauen tragen nur die Haube. Gegenwärtig wird der Bollenhut und die zugehörige Tracht noch an Festtagen und bei Brauchtumsveranstaltungen getragen.

    Ganzjährig zu besichtigen ist der Bollenhut mit dazugehöriger Tracht z. B. im Schwarzwälder Trachtenmuseum in Haslach im Kinzigtal.

    Infomaterialien

    agsdi-file-pdf

    Kirnbach

    Bollenhut Talwegle – keine weiteren Infomaterialien vorhanden!

    Klausen: Rund um den Feisnitz-Stausee bei Arzberg

    Klausen: Rund um den Feisnitz-Stausee bei Arzberg

    GEOPARK Bayern-Böhmen

    Cesko-Bavorský GEOPARK

    Aufbruch ins Erdinnere

    Tajemstvi zemského nitra

    Zeche „Treue Freundschaft

    Im Gebiet des heutigen Stausees befand sich von 1792 bis 1832 die Zeche „Treue Freundschaft“, in der Alaunerz gefördert wurde. Bergbaumäßig wurde das Rohmaterial, schwefelkieshaltige bituminöse Braunkohle, in vier bis sechs Meter tiefen Schächten abgebaut und in Werken weiterverarbeitet.

    Um 1870 entstand im Bereich der Tagebaugrube ein kleiner Teich, Klausenteich genannt. Von diesem führte ein Kanal mit leichtem Gefälle nach Elisenfels, wo das Wasser in einer Turbinenanlage Strom für die dortigen Spinnereien erzeugte.

    Dieser Teich wurde 1913 von einem Hochwasser zerstört. 1935 wurde dieser Teich von dem Gastwirtsbesitzer der Klause wieder neu angelegt. Beim Bau des jetzigen Speichers verschwanden die damaligen Anlagen und es entstand nördlich des Vordammes die Gaststätte „Seeklause“. In einem Uferbogen des Sees liegt jetzt ein Campingplatz. Der Speichersee wird derzeit von einem Fischereiverein bewirtschaftet.

    Rundweg

    Der Parkplatz am Feisnitzspeicher ist Ausgangspunkt für gemütliche Wanderungen rund um den Vor- und Hauptspeicher. Der leicht begehbaren Uferweg ist auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet.

    Weitere Wanderwege

    Weiterhin führen vom Fichtelgebirgsverein markierte Wanderwege zum Aussichtsturm der „Waldenfels-Warte“ auf dem 632 Meter hohen Kohlberg, zum Basaltgebiet des Ruhberges und in das Röslautal zum Naturschutzgebiet „Gsteinigt“ das zwischen Elisenfels und Arzberg liegt.

    Das Alaunwerk Treue Freundschaft

    Das Alaunwerk auf der Klausen war seit 1792 ein Tochterunternehmen des Vitriolwerkes Goldene Adlerhütte von Johann Gottlieb Püttner bei Wirsberg. Das Alaunwerk in der Klausen führte Friedrich August Reinsch von 1808 bis etwa 1837 als Pächter. Treue Freundschaft stand von 1762 bis 1837 in hoher Blüte. Auch der große Hüttenbrand vom 16. Juni 1813 konnte das Werk nicht beeinträchtigen. Die in Tag- und Schachtbau gewonnene blättrige Braunkohle wurde zur Alaungewinnung verbrannt. Die Rückstände wurden in Bottichen gesotten und ausgelaugt. 1786 standen dort zwei zweistöckige Hauptgebäude. 1829 beschäftigte das Werk fünf Bergarbeiter und 10 Alaunsieder.

    Aus Mangel an Wasser, mit dem man sehr sparsam umgehen musste, konnte das Verwittern auf der Bühne nicht durch Begießen beschleunigt werden; die Bühne hatte indes eine freie luftige Lage. Zu ebener Erde wurde in fünf kleinen Blechpfannen die Lauge ausgekocht und in fünf größeren Bleipfannen abgekühlt, die insgesamt ein Gewicht von 388 Zentnern hatten. Hinter dem Gebäude befand sich eine Hütte mit zehn hölzernen Kufen verschiedener Größe, in denen sich die Sole sammelte. Elf Personen lieferten wöchentlich acht Zentner Alaun und etwas rote Farberde.

    Das Alaunwerk erhielt von den Gründern den Namen Treue Freundschaft, wurde aber im Volksmund „Klausen“ genannt. Alexander von Humboldt schrieb sehr ausführlich über dieses Alaunwerk in seinem Bericht über den Zustand des Bergbaus und Hüttenwesen in den Fürstentümern Bayreuth und Ansbach im Jahre 1792. Das Püttnersche Alaunwerk, Treue Freundschaft in der Klausen bei Seußen, den 24. Juli 1792. Humboldt erkannte schon bei seiner ersten Besichtigung, dass dort nicht Alaunschiefer abgebaut wurde, sondern Braunkohle.

    Humboldt hob hervor, dass die bis 28 Meter tiefen Schächte viel Aufwand an Zimmerung erforderten. Der planvolle Grubenausbau mit Türstockzimmerung wurde aus Kiefernholz hergestellt. Die Streckenförderung erfolgte auf hölzernen Laufkarren. Das zutage geförderte Material wurde zunächst auf einer höher gelegenen „Biih“ ausgebreitet. 1799 wurde berichtet, dass der Transport des Rohmaterials bereits mechanisch-maschinell geschah und eine Wasserleitung in Holzrohren zur Bühne verlegt war.

    „ .. der stark schwefelkieshaltigen, bituminösen Blätterkohle …dass man in dem alaunführenden Braunkohlenlager auf der Klausen unweit von Arzberg findet. Der Blätterschiefer enthält eine reiche Flora, die von dem subtropischen Charakter der damaligen Vegetation und dem erheblich wärmeren Klima dieser Periode Zeugnis ablegt.“

    „Am Westausgang des Tals bei Klausen tertiäre Kohle bei etwa 515 Meter Höhe abgebaut“. Später wurden die Gebäude der Treuen Freundschaft, Alaunhütte, Magazin und Wohnbau, als Bierwirtschaft und Gemeindehaus benutzt. Dort befand sich auch bis 1972 das Feuerwehrhaus und der Schlauchtrockenmast. Heute hebt sich nur noch die Bühne als bewaldeter Hügel von der Umgebung ab.

    Textquelle: dewiki

    ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken

    Der in Berlin geborene Naturforscher und Forschungsreisende Alexander von Humboldt (1769-1859) war Universalgenie und Kosmopolit. Seine große Süd- und Mittelamerikareise von 1799 bis 1804 wurde als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Südamerikas gefeiert. Naturwissenschaftliche Disziplinen wie z.B. die physische Geographie, Klimatologie und Ozeanographie sehen in Humboldt ihren Begründer. Humboldt entwickelte als einer der ersten unser heutiges Verständnis des Zusammenwirkens der Kräfte in der Natur – die Ökologie, auch wenn der Begriff dafür erst später entstanden ist.  Nicht nur sein Alterswerk, der fünfbändige "Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung" machten ihn weltberühmt.

    Alexander von Humboldt trat 1792, im Alter von 23 Jahren, seinen Dienst für den preußischen König als Bergmeister für Oberfranken an, wo er rastlos von Revier zu Revier reiste und sich um die vielen Gruben und Hüttenwerke der Region kümmerte. In Steben gründete er ohne Wissen seiner Vorgesetzten schon im Folgejahr eine Berufsschule für Bergleute. Zur Verbesserung der Arbeitssituation unter Tage entwickelt er eine Sicherheits-Grubenlampe und eine Atemmaske. Nach dem Tod seiner Mutter Ende 1796 finanziell unabhängig, verlässt er Ende des Jahres den Staatsdienst, um sich ganz der Forschung zu widmen. Ein einmaliges Forscherleben nimmt seine große Fahrt auf.

    Die "GEO-Tour ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" zeigt an verschiedenen Standorten im Fichtelgebirge und im Frankenwald - jeweils Teilregionen der Geoparks Bayern-Böhmen und Schieferland - das Wirken des jungen Bergbeamten ALEXANDER VON HUMBOLDT im Dienste des preußischen Königs zwischen 1792 und 1796.

    An 18 Standorten informieren Schautafeln über jeweils einen Aspekt.

    Hier geht es zu den Stationen der GEO-Tour
    "ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" (Tafelstandorte)

    Die GEO-Tour "ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" ist unter Federführung des GEOPARK Bayern-Böhmen ein Gemeinschaftsprojekt von Geopark Bayern-Böhmen, Geopark Schieferland in Kooperation mit den Städten und Gemeinden Arzberg, Bad Berneck, Bad Steben, Bayreuth, Bischofsgrün, Geroldsgrün, Goldronach, Lichtenberg, Ludwigsstadt, Tettau, Thiersheim und Wunsiedel, unter Mitwirkung der Projektpartner Goldbergbaumuseum Goldkronach und Deutsches SCHIEFERTAFEL-Museum Ludwigsstadt.

    GEO-Tour Station 1: LAUENSTEIN
    Humboldt in Falkenstein

    Humboldt im Amt Lauenstein

    Alexander von Humboldt betritt das zum Bayreuther Fürstentum gehörende Amt Lauenstein am 12. Juli 1792 am Falkenstein. Es ist der Beginn seiner dreiwöchigen "Inspektionsreise" im Auftrag des Ministers Friedrich Anton von Heinitz. Humboldt schreibt:

    Ludwigstadt, den 12. Juli 1792
    Hinter (Probst-)Zella trat ich heute in das Bayreuthische Amt Lauenstein ein. Ein nackter hervorstehender Fels am Falkenstein bezeichnet die Grenze.[...]

    Humboldt besucht zunächst den am Falkenstein liegenden "Stielerschen Hammer". Er hat an diesem jedoch noch ein recht reichhaltiges weiteres Programm: "Müllerscher Kupferhammer" bei Lauenstein, "Dittmarscher Eisenhammer"(heute Unter-Neuhüttendorf) und "Wernershammer" (heute Ober-Neuhüttendorf), ein Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (der heutige Oertelsbruch), die Fuchseisenfabrik, die alte Saigerhütte zu Ludwigsstadt, eine Löffelfabrik und das eingegangene Vitriolwerk in Katzwich bei Ebersdorf und einiges mehr. Humboldt resümiert, dass der Bergbau und das Hüttenwesen im amt Lauenstein eine wichtige Bereicherung für die Krone Preußens sein würde, sobald Streitigkeiten hinsichtlich der Mansfeldischen Lehen (u.a. Kaulsdorf mit dem Roten Berg bei Saalfeld) geklärt sein würden. Dort lagen wichtige Lagerstätten für Eisenstein (Siderit) und Kobalt

    Besonders ausführlich beschreibt Humboldt noch am ersten Abend den Stielerschen Hammer.

    Der Stielersche Hammer

    "Zuerst nahm ich Stielers Hammer am Falkenstein in Augenschein. Er besteht aus dem oberen und unteren Hammer und hat 2 Blauöfen und 2 Frischfeuer. Das Werk, welches, da der Stielersche Konkurs noch schwebt, den Kreditoren gehört, wurde anfangs von dem Berg-Commissair Knieling administriert, und endlich an ihn verpachtet...."

    Humboldt beschreibt, dass Knieling überlege, die Pacht aufzugeben oder das Werk zu kaufen, um es an seinen Sohn zu übergeben und um selbst sich ganz dem Bergbau in Naila zu widmen. Er schildert weiter, dass das in Stielers Hammer als auch in den benachbarten Hammerwerken verschmolzene Eisenerz (Eisenstein) aus Kamsdorf stammt. Im weiteren Verlauf des Berichtes schildert Humboldt ausführlich Bau- und Funktionsweise der Blauöfen, macht Angaben zu den erforderlichen Mengen an Kohlen, Flussmitteln, Erz sowie der Menge an damit gewonnenem Roheisen. Was ist ein Blauofen? Ein Blauofen ist eine Weiterentwicklung des Rennofens und ist bereits eine Entwicklungsstufe hin zu den späteren Hochöfen. Für ihren Betrieb werden bereits durch Wasserkraft angetriebene Blasebläge eingesetzt. Die Bezeichnung "Blauofen" leitet sich vom englischen Ausdruck "blow" (blasen) ab, wobei dies eher eine phonetische Übertragung als eine Übersetzung ist. Humboldt lässt sich ausführlich die Funktionsweise und die Vorteile der Blauöfen erläutern. Humboldt beschreibt auch den Stabhammer: "Ein Stabhammer wiegt hier 310-315 Pfund. Die Geschwindigkeit, welche man hier am vorteilhaftesten hält, maß ich auf 90 Schläge in 1 Minute."

    Falkenstein (Geschichte bis 1945)

    Der Stielers Hammer (auch Schreiders Hammer nach seinem späteren Besitzer) wurde von dem „Oberberg- und Hütteninspekteur“ Stieler 1765 errichtet. Dieser hatte 1757 bereits das Alaun- und Vitriolwerk Katzewich bei Ebersdorf erworben. Zeitweilig pachtete er auch den Wernerschen Hammer. 1766 erbaut Stieler das Blaufeuer, 1768 den Blechhammer und zwei Wohnhäuser. Schon bald gerät Stieler in finanzielle Nöte, das zugesagte Gelder nicht wie erhofft flossen und auch nicht genügend Kohlen zur Verfügung standen.

    1775 (oder 1776) stirb Stieler und das Hammerwerk kommt in Zwangsverwaltung in als Pacht in die Hände des Bergkommissarius Knieling.

    1799 wurd der vom Fröbershammer in Bischofsgrün stammende Ernst Christian Müller neuer Besitzer. Durch Erlass erhält Müller 1801 „Umgeldfreiheit von dem konsumierenden Bier“, worin sich vermutlich die Rechtsgrundlage für die spätere Entwicklung des Eisenhammers zur Brauerei, Gastronomie- und Hotelbetrieb begründet. Aufgrund des Erlasses errichtet Müller ein Brauhüttengebäude. Schon 1821 existiert ein Lokal mit Biergarten und Kegelbahn (bis 1825).

    1809 kauf der vom Schwarzenhammer bei Thierstein stammende Nikol Heinrich Schreiter (Schreider) den gesamten Besitz, bestehend aus den beiden Eisenhämmern, den beiden Wohnhäusern mit Nebengebäuden, das Brauhüttengebäude sowie Grund und Boden). Der Schreiders Hammer erlebt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nun seine Blütezeit.

    In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts gehen die meisten Eisenhämmer in der Umgebung ein. Der Eisenhammer in Falkenstein hält sich jedoch bis 1875. Mit dessen Ende wird die vorhandene Brauerei mit dem bestehenden Ausflugslokal unter Isidor Schreider ausgebaut. Diese erleben mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Stockheim – Ludwigsstadt – Probstzella – Eichicht 1885 einen enormen Aufschwung. Nach dem Tod von Isidor Schreider 1897 übernimmt dessen Sohn Karl das Anwesen. Brauerei und Ausflugslokal werden zu einem weit nach Bayern und nach Thüringen hinein bekannten Unternehmen und Ausflugsort.

    Falkenstein (Geschichte ab 1945)

    Der Niedergang der "Bayerischen Bierbrauerei Karl Schreider" ist mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt. Historisch war die alte Landesgrenze Bayern-Thüringen der unter dem Ausflugslokal fließende Steinbach. In einem Grenzabkommen vom 3./4. Juli 1945 zwischen Sowjets und Amerikanern wurde der Grenzverlauf neu geregelt, so dass das gesamte Lokal sowie die Wirtschaftsgebäude der Brauerei Schreider in die amerikanische Besatzungszone fielen (sogenanntes "Bierdeckelabkommen").

    Aufgrund der Randlage und des fehlenden Absatzmarktes in Thüringen musste der Betrieb der Brauerei 1968 eingestellt werden. 1987 wurde der Gebäudekomplex der Brauerei abgerissen, 1991 die alte Mühle. Der Gaststättenbetrieb wurde verpachtet und noch einige wenige Jahre fortgeführt.

    Nach der Wende erwarb das Ehepaar Lenk das baufällige ehemalige Ausflusgslokal. Heute erstrahlt es als prvat genutztes Wohnhaus als "Villa Falkenstein" in neuem Glanz. Seit 2005 finden hier kulturelle Veranstaltungen stattf.

    Am 12. Juli 2019, am 227. Jahrestag der Ankunft Humboldts in Franken, eröffnete der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz in der Villa Falkenstein die GEO-Tour Alexander von Humboldt in Oberfranken.

    Tipps

    Steinbach an der Heide

    2,5 Kilometer ostsüdöstlich liegt Steinbach an der Heide, zu dem Falkenstein gehört. Das Dorf liegt hoch über dem Tal der Loquitz in einer Senke und bietet teils weite Fernsichten. Prägend ist die alte erhaltene Dorfstruktur und der in der Ortsmitte gelegene Dorfgarten, der in seiner Art einzigartig ist. Anstelle eines Dorfplatzes bildet dieser das Zentrum des Runddorfes.

    Burg Lauenstein

    Die Burg Lauenstein ist die nördlichste Burg Bayerns. Sie geht in ihrer Anlage bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sie wurde 1622 von Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth erworben und war seitdem Sitz des Amtmannes für das Amt Lauenstein. Heute ist die Burg im Besitz des Freistaates Bayern und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

    Thüringer Warte

    Die Thüringer Warte ist ein 26,5 Meter hoher Aussichtsturm auf Gipfel des 678 m hohen Ratzenbergs. Der Turm liegt rund 200 Meter von der thüringisch-bayerischen Landesgrenze entfernt. Im Inneren informiert eine Dauerausstellung über die ehemalige innerdeutsche Grenze. Der Trum wurde 1963 errichtet.

    GEO-Tour Station 2: LUDWIGSSTADT
    Humboldt in Ludwigsstadt

    Humboldt und der Schiefer

    An seinem ersten Tag im Amt Lauenstein, am 12. Juli 1792, besichtigte Alexander von Humboldt auch den Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt. Dieser war damals jedoch nicht in Betrieb. Bei seiner Weiterreise am folgenden Tag in das Stebener Revier besuchte Humboldt die Schieferbrüche bei Lehesten und kam zu dem Schluss, dass die Lehestener Dachschiefer in der gleichen geologischen Formation liegen würden, wie die Ludwigsstädter. Er sah in einer Wiederaufnahme der Ludwiggstäder Brüche großes Potenzial für die wirtschafltiche Entwicklung im Amt Lauenstein. Der Oertelsche Dachschieferbruch gehört heute zu den "100 schönsten Geotopen" von Bayern.

    Der Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (Oertelscher Bruch)

    Der von Alexander von Humboldt bei Ludwigsstadt beschriebene Dachschieferbruch liegt am Edelhof, ca. einen Kilometer westlich von Ludwigsstadt. Nach seinem späteren Besitzer Ernst Oertel wird er heute als "Oertelscher Bruch" bezeichnet - nicht zu verwechseln mit dem Oertelsbruch bei Schmiedebach.

    Eröffnet wurde der Dachschieferbruch 1779 als Dach- und Tafelschieferbruch. Der dortige Schiefer ist von guter Qualität, d.h., er spaltet gut und ist aufgrund eines nur geringen Pyrit-Gehaltes nicht "nägelfressend". Allerdings wurde der Abbau dadurch erschwert, dass die abbauwürdigen Lager in den Berg einfallen und daher große Abbraummengen anfielen. Ein Untertage-Abbau war zur damaligen Zeit - auch später als Eugen Oertel den Bruch erwarb - technisch noch nicht möglich. Humboldt hatte daher die Anlage eines neuen Bruches in einem anderen Tal vorgeschlagen. Aufgrund der Schierigkeiten beim Abbau erwarb Eugen Oertel verschiedene kleinere Brüche zwischen Lehesten und Schmiedebach (ebenfalls in der Folge als "Oertelscher Bruch" bezeichnet. Dieser entwickelte sich zur Wende des 19./20. Jahrhunderts zum größten Schieferbruch des europäischen Kontinentes.

    Humboldt und sein Einsatz für den Ludwigsstädter Schiefer

    Alexander von Humboldt sah in einer Wiederbelebung des Ludwigsstädter Schieferabbaus eine Möglichkeit, den Zustand des Bergbaus und Hüttenwesens im Amt Lauenstein zu verbessern. Dies geht nicht nur aus seinem Befahrungsbericht von 1792/1793 hervor, sondern auch aus Dokumenten "den Betrieb des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt betreffend, 1794 - 1802". In einem Schreiben vom 10. März 1794 an den König bittet Humboldt um ein Darlehn von 50 Gulden, um mit einer neuen Gewerkschaft den Bruch wiederzuleben. Darin heißt es:

    Kaulsdorf auf Nailaer Revier den 10. März 1794
    Der Oberbergmeister v. Humboldt bittet allerunterthänigst um ein Darlehen von Fünfzig Gulden zur Aufnahme des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt.

    Euer K.M. habe ich gewagt schon mehrmals den traurigen und nahrungslosen Zustand des Amtes Lauenstein allerunterthänigst vorzustellen. Von der Natur stiefmütterlich behandelt, unfähig sein eigenes Bedürfen an Korn und Fleisch zu befriedigen, kann es sich durch die Industrie seiner Bewohner doch kaum vor der Furcht einer allmäligen Verarmung sichern.

    [...] Bey solchen Verhältnißen habe ich es mir zur Pflicht gemacht, solange mir die Direktion des Bergbaues in hiesigen Fürstenthümern anvertraut ist, wenigstens von meiner Seite alle Mittel aufzubieten, welche den Wohlstand der dürftigen, aber arbeitssamen hiesigen Volksklaße vermehren kann. [...] In der Nähe der Stadt Ludwigstadt wurde ehemals ein Dachschieferbruch betrieben, der einen dünnen, nicht Nägel freßenden sehr tauglichen Schiefer lieferte [...] und ein ansehnliches Gewerbe veranlaßte.

    [...] Die widrigen natürlichen Verhältnisse des Bruchs / da die Schiefer ausfallen / mehr aber noch die völlige incuria der Nailaer Bergbeamten waren daran Schuld, daß die Gewerken ihr Unternehmen mit einem ansehnlichen Verluste aufgaben.

    [...] Das Dekken mit Schindeln ist strenge verboten, Thon zu tauglichen Ziegeln ist nicht vorhanden und das Lehestener und Wurzbacher Produkt steigt bei abnehmender Güte jährlich im Preise, Ursache genung um zu dem Ludwigstädter Schieferbruch zurückzukehren!

    Der Amtmann Fränkel zu Lauenstein, dessen unbegrenzte Thätigkeit und dessen Verdienst um den zunehmenden Gewerbefleiß der Unterthanen E.K.M. hinlänglich bekannt sind, will daher seinen bisherigen Verlust von ein paar Hundert Gulden gern verschmerzen, und mit einer neuen Gewerkschaft zusammentreten. Diese neue Gewerkschaft von dem Bergamte geleitet bedarf aber mäßig angeschlagen, eines Vorschußes von 150 fl. zur Aufnahme des Schieferbruchs.

    Der kleine Fond an Bergbau-Hilfsgeldern der Nailaer Revier, von denen der Fried. Wilhelm Erbst.[ollen], die Königszeche betrieben werden soll, macht es mir unmöglich, mehr als 100 fl. für Schieferbrüche zusammenzubringen. 50 fl. denke ich aus dem Stücketat bis 1. Jan. 1794 und 50 fl. aus dem Etat 1794/5 zu bringen.

    Darf ich es daher wagen E.K.M. noch um einen Zuschuß von fünfzig Gulden extra aus dem fond ad extraortinaria [Sonderfond] aller unterthänigst zu bitten.

    Wird unser Unternehmen begünstigt, so wird die neue Gewerkschaft die 50 fl. in der Folge, doch unverzinst, herausgeben.

    Kaulsdorf, d. 10. März 1794
    A. v. Humboldt"

    1798 wird der Abbau aufgrund der widrigen Abbauverhältnisse jedoch an anderer Stelle fortgesetzt. Diese liegt im Bereich der kleinen Baumgruppe links der heutigen Skilift-Trasse auf dem Anwesen Rosengasse 13. Da dieses Schieferlage jedoch bereits einer höheren geologischen Stufe im Kulm angehört und nicht so mächtig wie die Lehesten Vorkommen ist, wurde der Abbau hier auch bald wieder eingestellt.

    Auch am Eisenberg liegen heute größere ehemalige Dachschiefergruben (u.a. Ferdinand- und Liebesbruch). Diese wurden um 1830 in Betrieb genommen. Die abgebauten Schiefer gehören der gleichen geologischen Formation wie die Lehestener Schiefer an.

    Tipps

    Deutsches Schiefertafelmuseum Ludwigsstadt

    Ludwigsstadt war eines der Zentren der Schiefertafel-Fabrikation in Deutschland. Daran erinnert das 1981 Gründung zunächst in Steinbach an der Heide gegründete Museum, das sich seit 1993 in einem ehemaligen Fabrikgebäude direkt an der B 85 in Ludwigsstadt befindet. Zur Zeit gibt es die folgenden Dauerausstellungen: Geologie im Raum Ludwigsstadt und Thüringen, Geschichtliches zum Schieferbergbau, Arbeit im Schieferbruch, Arbeit in den Spalthütten, Schiefertafel- und Schiefergriffelherstellung, Wetzsteingewinnung aus Schiefer, Schieferwerksteine und elektrotechnische Isolierplatten aus Schiefer, Grabsteine und Kunstgewerbeartikel aus Schiefer, Schiefer als Rohstoff für die Industrie, Schieferdeckhandwerk, Sozialgeschichte der Schieferindustrie.

    Internet: www.schiefermuseum.de

    Geotop: Dachschieferbruch Oertelsbruch am Trogenbach

    Das Geotop gehört zu den "100 schönsten Geotopen in Bayern". Lesen Sie Informationen hierzu auf den Internetseiten des Landesamtes für Umwelt hier.

     

    Schieferpark Lehesten

    Der Thüringische Schieferpark Lehesten ist ein historischer Schiefertagebau und ein technisches Denkmal mit einer Fläche von etwa 105 Hektar. Dort wurde zunächst in mehreren kleineren Brüchen seit etwa 1300 Schiefer abgebaut. Der sogenannte "Staatsbruch" war bis 1999 im Abbau. Dieser war einst einer der größten Schieferabbaue Europas, der seit 1920 staatlich betrieben wurde. Hier arbeiteten zeitweilig bis zu 2.500 Beschäftigte. Seit 2001 ist der "Staatsbruch" Naturschutzgebiet. Nach Beendigung des Schieferabbaus 1999 gründete die Vereinigte Thüringer Schiefergruben GmbH den heutigen Schieferpark Lehesten als Technisches Denkmal. Angeboten werden Hotel- und Ferienwohnungen, Führungen durch die denkmalgeschützten Industriegebäude sowie Vorführungen des historischen Schieferabbaus und die Bearbeitung des Schiefers. Ein Teil des Geländes ist jederzeit frei zugänglich. Mit Geopfad "Historischer Schieferabbau in Lehesten".

    GEO-Tour Station 3: TETTAU
    Humboldt in Tettau

    Humboldt und das Porzellan

    Die Königlich Privilegierte Porzellanfabrik Tettau feierte 1994 ihr 200jähriges Bestehen, doch endete die Produktion nach 225 Jahren Ende Mai 2019. Die Gründung der Porzellanfabrik wurde durch ein positives Gutachten Alexander von Humboldts ermöglicht. Humboldt sah nach dem Eingehen der meisten Eisenhämmer im Tettautal in der Porzellanfabrik eine neue Erwerbsmöglichkeit für die Bevölkerung. Die Concession zur Errichtung einer ächten Porzellain-Fabrik" hatten im Oktober 1793 der Porzellanfabrikant Georg Christian Friedmann Greiner und der Kaufmann Johann Friedrich Paul Schmidt gestellt. Der Lauensteiner Amtmann Johann Valentin Fränkel sowie der dafür zuständige Minister Freiherr von Hardenberg standen dem Antrag wohlwollend gegenüber, forderten jedoch Alexander von Humboldt zu einer Stellungnahme auf.

    Das von Humboldt erstellte Gutachten ist heute nicht mehr erhalten. Lediglich ein Schreiben vom 9. April 1794 existiert, in dem Humboldt die Kgl. Oberforstmeisterei Lichtenberg auffordert, die Zuteilung der erforderlichen Brennholzmengen für die Porzellanfarik zu genehmigen. Dies war eine der grundlegenden Voraussetzungen, damit die Porzellanfabrik ihren Betrieb aufnehmen konnte.

    Die Gründung einer neuen Porzellanfabrik in Tettau wird jedoch nicht von allen Seiten positiv gesehen. So versuchen sechs Glasmeister von Alexanderhütte mit Eingaben an die Kammer in Bayreuth diese zu verhindern. Die Glasmeister hatten 1785 die Konzession zum Bau einer Glasfabrik auf dem "Oberen Hammer" erhalten. Doch hatten zwischenzeitlich Schmidt und Greiner das ehemalige Thünaische Jagdschloss neben der Tettauer Kirche erworben und darin mit dem Aufbau der Porzellanfabrik begonnen. Am 28. Dezember 1794 wurde ihnen vom preußischen König die Konzession erteilt.

    Vom Jagdschloss zur Porzellanfabrik

    Das ehemalige Jagdschloss und ein inzwischen errichtetes Fabrikgebäude brannten 1897 nieder. Vom einstigen Jagdschloss ist nur noch der Eingang zu den Kellerräumen zu sehen, der sich unmittelbar neben der GEO-Tour-Infotafel befindet.

    Die Porzellanfabrik blieb bis 1852 im Besitz der Familie Greiner. Danach wechselte das Unternehmen mehrmals den Eigentümer. Ab 1897 bis 1915 führt es die Bezeichnung Porzellanfabrik Tettau, vorm. Sontag & Söhne GmbH geführt. Zwischen 1899 bis 1901 entstehen auch neue Fabrikgebäude. 1915 wird das Porzellanunternehmen eine Aktiengesellschaft, 1957 eine GmbH innerhalb der Firmengruppe Seltmann Weiden.

    Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Porzellanfabrik rund 200, während des 20. Jahrhunderts bis zu 600 Mitarbeiter. 2010 waren noch über 100 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. Dekore von Königlich Tettau stammen selbst von Künstler wie Paul Klee, Franz Marc und August Macke.

    Tipps

    Tropenhaus "Klein Eden" am Rennsteig

    Das Tropenhaus "Klein Eden" ist eine Forschungs- und Aufzuchtstation mit exotischen Früchten und tropischen Speisefischen in Bio-Qualität. Auf einer Fläche von 3.500 m2 ist es auch ein Referenzprojekt für energieeffiziente Abwärmenutzung im Niedrigtemperaturbereich. Im Bereich der Forschung beschäftigt man sich insbesondere mit der Frage, welche tropischen Nutzpflanzen sich für den Anbau und die Produktion unter Glas in Mitteleuropa eigenen und wie sich Wachstums- und Produktionsprozesse für biologische Nahrungsmittel standardisieren und optimieren lassen.

    Besucherhaus und Sonderausstellungen lassen sich individuell besuchen, das Forschungshaus inklusive der Technik und Fischzucht sind jedoch nur im Rahmen von Führungen möglich. Bitte informieren Sie sich über die entsprechende Internetseite der Einrichtung.

    Europäisches Flakonglasmuseum Kleintettau

    Der Geschichte der Glasherstellung, der Ansiedlung der Glasmacher in Kleintettau mit Gründung der Dorfglashütte und der Herstellung von Flakonglas- und gefäßen widmet sich das Europäische Flakonglasmuseum.

    Internet: www.glasbewahrer.de

    GEO-Tour Station 4: SCHAUBERG
    Humboldt in Schauberg

    Humboldt macht "Blau"

    Die Blaufarbenfabrik Schauberg wurde bereits 1712 gegründet und war lange prägend für die Geschichte des Ortes. 1770 wird Christoph Samuel Pensel als Eigentümer genannt, so dass in späteren Schriften auch von der "Penzelschen Fabrik" die Rede ist.

    Im "Fränkischen Archiv" wird 1790 über diese wie folgt berichtet:

    Diese Fabrik ist nicht nur die einzige ihrer Art in den Brandenburgischen Landen in Franken, sondern auch eine der imposantesten derselben, idem sie bey gehörigem ordentlichen Betrieb und Absatz der blauen Farben oder Schmalten bey 40 000 fl. jährlich umsetzen kann. [...]

    Die ohnlängst eingetrettene Acquisition des Rittergutes Kaulsdorff zur Lehens-Curie des Hochfürstlichen Brandenburgischen Hauses, kan dieser Blaufarbenfabrik einen schwunghafteren Betrieb geben, da auf dem Kaulsdorfer Bezirk die vortreflichsten Koboldtanbrüche sowol von der Chursächsischen Bergamtsrevier Großcamsdorff, als von dem Saalfeldischen sogenannten rothen Berg dahin streichen, und der Centner Koboldt erst vor 3 jahren zu 60 Rthl. verkauft worden ist. Da auch ausserdeme der regierende Markgraf zu Auffindung eines tauglichen Koboldts in den hiesigen Landen, einen Preiß von 100 Dukaten ausgesetzt hat, und auch würklich schon seitdeme verschiedene Anbrüche davon sowol in der Nailaer als Wonsiedler Bergamtsrevier erschürfft worden sind: so läßt sich vermuthen, daß diese Fabrik aus Mangel an Koboldten niemals kalt stehen darf.

    Die Fabrik braucht jährlich 700 - 800 Klafter Holz und kann mehr als 2 000 Centner Farbe oder Schmalten machen, die meistens nach Ohlland auf dem Main und Rhein gehen."

    Lesen Sie hier den vollständigen Text aus der genannten Schrift.

    Mit dem Übergang der fränkischen Fürstentümer an das preußische Königshaus wurde auch die Blaufarbenfabrik Schauberg für Preußen interessant. Aus Mangel an Kobalt stand das Werk 1792 jedoch still. Erst nach Beilegung des Jahre lang schwelenden Konflikes um die Kobalterze vom Roten Berg bei Kamsdorf/Kaulsdorf konnte das Penzelsche Blaufarbenwerk wieder in Betrieb gehen.

    Was ist Schmalte bzw. Smalte?

    Smalte ist ein durch Kobaltoxid blau gefärbtes Kalium-Silikatglas (CoO – K2O – SiO2). Das Kobalt-Erz aus Kaulsdorf war der sogenannte „schwarze Erdkobalt“ (Asbolan), ein Co-Mn-Erz, das zur rosafarbenen „Kobaltblüte“ (Erythrin) verwittert. Die Mischung aus Kobalterz, Quarzsand und Pottasche ergibt im Schmelzofen das blaue Farbglas. Im erkalteten Zustand fein vermahlen, wird dieses Glas zur Smalte.

    Smalte war zur damaligen Zeit ein begehrtes Farbpigment zur Herstellung blauer Porzellandekore und zum Färben von Gläsern.

    Vom Blaufarbenwerk zur heutigen Keramik-Fabrik

    Mitte 1815 beginnt Friedrich Pensel mit der Produktion von Porzellan und Fayencen in Schauberg. Ende 1816 erwerben die Brüder Balthasar und Friedemann Greiner aus Tettau das Werk und stellen 1817 endgültig auf die Porzellanfabrikation um. Nach mehreren Besitzerwechseln übernimmt der aus dem Sudetenland stammende Porzellanfabrikant Richard Rösler 1948 den Betrieb. Seitdem wird es als Unternehmen Rösler Porzellan und Keramik GmbH & Co. KG bzw. als Rösler Ceramtec GmbH bis heute fortgeführt.

    Tipps

    Rösler Ceramtec GmbH

    Werksverkauf:
    Montag bis Donnerstag von 07:00 - 15:00 Uhr
    Freitag von 07:00 - 12:00 Uhr

    Betriebsführungen für Reisegruppen gegen Voranmeldung

    GEO-Tour Station 5: LICHTENBERG
    Humboldt in Lichtenberg

    Humboldt zieht Bilanz

    Lichtenberg liegt zu Zeiten Humboldts im Bergamt (Revier) Naila. Es ist Humboldts "Sorgenkind". Der Bergbau liegt schon seit Jahrzehnten darnieder, viele Lagerstätten sind nahezu erschöpft. Trotzdem gelingt es Humboldt, einige Bergwerke wieder rentabel zu machen. Hier in Lichtenberg soll u.a. der Bau des rund einen Kilometer langen Friedrich-Wilhelm-Stollens die Lichtenberger Friedensgrube entwässern. Die Pläne dazu waren schon älter und stammen von Christian Ernst Trommler, früherer Bergrath im Revier Naila (siehe unten).

    Schon zu Beginn des Jahres 1795 erwägt Alexander von Humboldt, den preußischen Staatsdienst zu verlassen. Am 27. Februar kündigt er in einem Schreiben an Minister von Heinitz an, dass er seine derzeitige Lage verändern wolle und im Begriff sei "fast alle öffentliche Verhältnisse aufzugeben". Als Heinitz darauf nicht reagierte (offensichtlich erreichte diesen das Schreiben erst verspätet), schrieb Humboldt an den preußischen König selbst und bat diesen um Entlassung aus seinem Dienstverhältnis. Unter diesem Eindruck verfasst Humboldt am 28. April 1795 während seiner Generalbefahrung des Reviers Naila seinen Befahrungsbericht. Dieser fällt sehr ausführlich aus, da Humboldt ihn bereits als Übergabebericht für seinen Nachfolger verfasst. Er legt in diesem dar, welche wichtigen Maßnahmen er in diesem Revier durchgeführt bzw. in die Wege geleitet hat, charakterisiert seine Mitarbeiter und gibt seinem Nachfolger Hinweise für das weitere Vorgehen.

    Lesen Sie hier den Beginn des Generalberichtes von 1795.

    Humboldt gliedert seinen Bericht wie folgt:

    Durch Anklicken der fett geschriebenen Begriff öffen Sie eine ausführliche Kommentierung von Humboldts Texten in einem separaten Fenster. Die Einträge werden erst nach und nach gefüllt.

    Friedrich-Wilhelm-Stollen

    Der Friedrich-Wilhelm-Stollen wurde 1793 von Alexander von Humboldt als Erbstollen projektiert und 1794 in Angriff genommen. Erbstollen bedeutet, dass der Stollen der Entwässerung vornehmlich der Friedensgrube in Lichtenberg dienen sollte. Humboldt verfolgte dabei aber auch das Ziel, weitere Erzvorkommen zu erschließen. Andererseits wird vermutet, dass Humboldt bereits mit der langen Bauzeit für den Stollen gerechnet haben soll und in diesem vor allem auch eine lange „Arbeitsplatzgarantie“ für die Bergleute gesehen haben könnte. Fertiggestellt wurde der Stollen unter erheblichem finanziellem Aufwand erst im Jahr 1831 nach einer Bauzeit von 38 Jahren. Der Vortrieb des Stollens wurde jedoch mehrmals unterbrochen.

    Der Stollen wurde sehr aufwändig aufgefahren, so ist er für die damalige Zeit ungewöhnlich breit ("dass zwei Männer bequem nebeneinander gehen können"1) und hoch ("mehr als Mannshöhe" 1; 2,50 Meter). Angeblich soll an einen Abtransport von Gestein und Erzen mit Booten gedacht worden sein.

    Im Frühjahr 1795 ist der Stollen bereits „"volle 60 Lr. [Lachter]"(ca. 120 Meter) weit vorgetrieben, so Humboldt in seinem Generalbericht. Doch geht danach der Bau nur schleppend voran, da sich das zu durchfahrene Gestein als überaus widerstandsfähig erweist. 1808 erreicht der Stollen eine Länge von rund 700 Metern. Zum Jahresende stellte man den Vortrieb jedoch zunächst ein, da die Rentabilität im Hinblick auf die fast gänzlich abgebaute Friedensgrube nicht mehr gegeben zu sein schien. Spätestens 1819 scheint es mit dem Bau des Stollens weitergegangen zu sein. Am Ende hatte der Friedrich-Wilhelm-Stollen eine Länge von 975 Metern erreicht.

    Bereits während des Baus des Friedrich-Wilhelm-Stollens wurden mehrere Erzgänge (Eisen, Kupfer) durchquert. Mit deren Abbau begann man jedoch erst nach Fertigstellung des Abbaus. Es wurden folgende Gangzonen angefahren (Quelle: mineralienatlas.de):

    • bei 309,5 Meter - Gang Nr. I (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
    • bei 321 Meter - Gang II (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
    • bei 435,5 Meter - Gang Nr. III (wenig Kupferkies in Kalkspat, Quarz), 46 cm
    • bei 592 Meter - Gang IV (derber Kupferkies, Quarz und Kalkspat), bis 15 cm mächtig
    • bei 627 Meter - Gang V („Gang Eleonore“; Kupferkies, Kalkspat, Quarz), 18 bis ? 52 cm mächtig.

    Auf der Strecke zwischen 628 und 743 Metern werden weitere vier Gänge angefahren, die jedoch alle sehr geringmächtig und kaum erzführend sind. Nach 968,5 Metern wird bereits im Bereich der Friedensgrube der "Friedensgruber Gang" (Gang X) angefahren, der hier jedoch nur als Kalkspat-führende Kluft entwickelt ist. Über den "Kotzauer Schacht" und einen Querschlag wird ein Zugang zur 37 Meter über der Sohle des Friedrich-Wilhelm-Schachtes zum Friedensgrubener Gang geschaffen.

    Der Betrieb des Friedrich-Wilhelm-Stollens währt nur bis 1857. Erst rund 100 Jahre später wird er für den Abbau von Flussspat für nochmals rund zehn Jahre in Betrieb genommen.

    Das Besucher-Bergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen

    Der Friedrich-Wilhelm-Stollen ist seit 1995 als Besucherstollen auf gut 200 Metern Länge wieder begehbar. Danach verhindert ein Verbruch das Weiterkommen, doch arbeitet der das Besucher-Bergwerk betreibende Förderverein daran, weitere Streckenabschnitte begehbar zu machen. Zumindest ist ein Durchbruch zum hinteren Teil des Stollens bereits erfolgt.

    Das ehemalige Zechenhaus dient bereits seit Schließung des Bergwerkes 1857 bis heute als Gaststätte. Webseite zum Besucher-Bergwerk: www.friedrich-wilhelm-stollen.de

    Tipps

    Infostelle Naturpark Frankenwald

    Die Infostelle des Naturparks Frankenwald befindet sich im alten Bahnhofsgebäude Blechschmidtenhammer, nur wenige Meter vom Besucher-Bergwerk bzw. der GEO-Tour-Tafel entfernt. Dort erhalten Sie nicht nur Informationen zum Naturpark, sondern auch zum Geopark Schieferland.

    Webseite: www.frankenwald-tourismus.de

    Naturlehrpfad Höllental

    Rundweg von ca. 5 Kilometern Länge durch das wildromantische Höllental vorbei an Bergbaurelikten (z.B. Rebecca-Stollen), sehenswerten Felsen und zur Quelle des Höllensprudels in Hölle. Start ist am Naturpark-Infozentrum.

    GEO-Tour Station 6: BAD STEBEN
    Humboldt in Bad Steben

    Humboldt macht Schule

    Am 8. Juni 1832 wurde Steben der Titel "Königlich Bayerisches Staatsbad" verliehen und trägt seitdem den Namen Bad Steben. Bedeutung hatte Steben zuvor als Zentrum des Bergbaus im Frankenwald. Bad Steben ist ein günstiger Ausgangsort für Entdeckungen auf Alexander von Humboldts Spuren im Revier Naila.

    Steben war während seiner fränkischen Zeit für Humboldt mehr als "nur" ein Aufenthaltsort, in dem er sich bei seiner Anwesenheit im Bergamt Naila häufig aufhielt:

    Steben hat einen so wesentlichen Einfluss auf meine Denkart gehabt, ich habe so große Pläne dort geschmiedet, mich dort so meinen Gefühlen überlassen, [...] war dort besonders im Winter 1794 und Herbst 93 in so einem immerwährenden Zustand der Spannung, dass ich des Abends nie die Bauernhäuser am Spitzberg in Nebel gehüllt und einzeln erleuchtet sehen konnte, ohne mich der Tränen zu enthalten. Diesseits des Meeres finde ich mir so einen Ort nicht wieder!"

    Brief Alexander von Humboldts an Karl Freiesleben, 14. Dezember 1795

    Der Name Steben ist vor allem mit der Einrichtung der Bergschule im November 1793 verbunden. Sie ist eine der ersten Berufsschulen überhaupt. Vorbild war für Humboldt die bereits 1777 in Freiberg in Sachsen gegründete Bergschule. Im Gegensatz zur dortigen Schule, die insbesondere der Ausbildung des gehobenen Führungspersonals im Bergbau diente, stand die Bergschule Steben allen Bergleuten offen bzw. allen Jungen, die den Beruf eines Bergmannes erlernen wollten.

    Zu den Sehenswürdigkeiten in Bad Steben mit Bezug zu Alexander von Humboldt gehören:

    • "Humboldt-Haus" in der Badstraße 2 (Privatbesitz, daher keine Besichtigung)
    • Rathaus (ehemaliges Schulhaus)
    • "Altes Bergamt" (seit 1966 allerdings nur das Nachfolgehaus mit Hotel "Altes Bergamt")
    • Humboldt-Büste im Kurpark
    • Kurpark mit ehemals elf Bergwerken
    • Erzrevier Obere Mordlau.

     

    Humboldt-Haus (Badstraße 2)

    Das 1781 erbaute "Humboldt-Haus" ist heute noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Es wurde in den vergangenen Jahren aufwändig saniert, ist als Privathaus jedoch nicht öffentlich zugänglich. Neben der Eingangstür erinnert eine Gedenktafel an die Anwesenheit Alexander von Humboldts in den Jahren 1792 bis 1795 in diesem Hause. Die Tafel wurde anlässlich des 100. Todestages Humboldts gestiftet. Das Gebäude war ursprünglich das markgräfliche Jagdhaus. Erbauen ließ es der markgräfliche Wildmeiser Johann Leonhard Och, dessen Initialien sich über der Eingangstür finden.

    Ehemaliges Bergamt (Badstraße 6)

    Das Gebäude des einstigen Bergamtes besteht heute nicht mehr. Es wurde 1966 abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Der Name des nicht mehr bewirtschafteten Hotels "Zum alten Bergamt" erinnert noch daran. Erbaut wurde das Haus als erstes staatliches Kurhotel ("Bade- und Traiteurhaus") 1784 auf Veranlassung des Landeshauptmannes Philipp Ludwig von Weiterhausen. Das Gebäude wird tatsächlich nicht genutzt und steht jahrelang leer, da für die Aufnahme begüterter Gäste Stallungen nicht vorhanden sind und den Pächtern die Viehhaltung untersagt wird. 1796 zog in das Gebäude das Bergamt ein und 1806 wird auch die Bergschule aus dem heute als Rathaus genutzten Haus hierher verlegt.

    Humboldt-Büste (Kurpark in Richtung Badstraße)

    Die im Kurpark aufgestellte Büste von Alexander von Humboldt stammt von den Steinmetzen Uli und Michael Baumgärtel aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Diese schufen die Büste im Jahr 2007 im Rahmen des 1. Internationalen Biedermeiertreffens im Bad Stebener Kurpark vor den Augen zahlreicher Zuschauer. Gestiftet wurde die Büste durch private Sponsoren anlässlich des "175-jährigen Jubiläums Staatsbad Bad Steben" in Erinnerung an den wohl bekanntesten Bewohner des Ortes. Die Idee dazu hatte der ortsansässige Geschichtsverein.

    Die Büste zeigt den Kopf Alexander von Humboldts, ruhend auf drei Bänden seines berühmten Werkes "Kosmos". Als Naturwerkstein wurde ein Sandstein verwendet ("Buntsandstein").

    Rathaus/ehemals Bergschule (Hauptstraße 2)

    Das Gebäude des heutigen Rathauses hat eine wahrlich umfangreiche Geschichte. Wann es erbaut worden ist, ist nicht bekannt. Ende des 18. Jahrhunderts wohnte hier der "Berggeschworene", also ein Beamter des Bergamtes, dem die Aufsicht über den Bergbau in einem Teil des Bergamtsbezirkes oblag. Im November 1793 eröffnete in diesem Gebäude Alexander von Humboldt die Bergschule - dies ohne das Wissen seiner Vorgesetzten. Erst mit seinem "Pro Memoria" vom 13. März 1794 meldet er dem Oberbergdepartement in Bayreuth die Gründung der Schule. Als Lehrer setzt Humboldt den Berggeschworenen Georg Heinrich Spörl ein. Dieser unterrichtet die Jungen ab 12 Jahren in seinem Zimmer, einem großen hellen Raum, das vermutlich im Südteil des Gebäudes lag.

    Die Bergschule zog 1806 in das leerstehende "Bade- und Traiteurhaus" in der Badstraße um. 1823 wurde in dem nun frei gewordenen Gebäude durch den Berggeschworenen Spörl und den Landphysikus die ersten Moorbäder in Steben verabreicht. Vermutlich wurden die Moorbäder im heutigen Ratskeller verabreicht, dies bis zur Fertigstellung des "Klenzebaus" im Jahr 1838.

    1856 wurde das Anwesen mitsamt dem Gebäude verkauft und als Fabrikgebäude des Appels Spielwaren-Unternehmens verwendet. Nach Schließung der Fabrik diente das Gebäude als Wohnhaus, die Ratskeller als Freibank zum Verkauf des Fleisches von notgeschlachtetem Vieh. 1928 erwarb die Gemeinde das Haus und baute es zum Rathaus um.

    Der "Gesundbrunnen zu Steben" / Das Staatsbad Bad Steben

    Zu Zeiten Humboldts waren die Stebener Quellen bereits bekannt. Schon 1690 erschien ein erster wissenschaftlicher Bericht von dem Hof- und Stadtmedikus Gottfried von Stein. 1784 wurde ein erstes Badehaus errichtet, das "Bade- und Traiteurhaus", in dem 1806 das Bergamt Steben untergebracht wurde. Der Badebetrieb entwickelte sich vor allem mit dem Verkauf der Stebener Quellen für 600 Gulden an das Königreich Bayern 1832. König Ludwig I. (1825-1848) befasste sich höchstpersönlich mit den Plänen für einen Ausbau der Kuranlagen. 1838 wird das erste Kurhaus, errichtet nach den Bauplänen des König Ludwigs Hofarchitekten Leo von Klenze, eröffnet. In diesem findet sich heute die Touristinformation sowie die Trinkhalle.

    Eine Beziehung des Stebener Quellen zu Alexander von Humboldt gibt es nur sehr indirekt. Der von ihm eingestellte erste Lehrer an der Bergschule, der Berggeschworene Georg Heinrich Spörl (1764-1830), war später für den "Gesundbrunnen zu Steben" verantwortlich. Von ihm stammt u.a. auch eine im Jahr 1810 erschienene Beschreibung der Quellen mit einem Rückblick auf deren Geschichte. Das Titelblatt weist ihn als "Berggeschworenen und ersten Lehrer an derKöniglich freien Bergschule zu Steben" aus. Finden Sie das Buch von Georg Heinrich Spörl im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek digital hier.

    GEO-Tour Station 7: GEROLDGSGRÜN
    Humboldt in Geroldsgrün

    Humboldt und der "Alte Mann"

    Ein "Alter Mann" ist im Bergbau der Teil eines Bergwerkes, der schon in einer früheren Phase des Bergbaus abgebaut wurde. Oft wurden die alten Abbaue verfüllt oder sich selbst überlassen, so dass sie verstürzten, unzugänglich und vergessen wurden. Dies birgt dann große Gefahren für die späteren Bergleute.

    Im Sommer 1793 - nur kurze Zeit nach dem Dienstantritt Humboldts im Oberbergdepartement in Bayreuth - ereignete sich im Bergwerk "Friedlicher Vertrag" bei Geroldsgrün ein Grubenunglück im Zusammenhang mit dem Einbruch eines älteren, unbekannten Stollens. Dieser mit Wasser geflutete Stollen war durch einen neuen Stollen unterfahren worden, so dass der ältere Stollen einbrach und den darunterliegenden mit Unmengen an Wasser und Schlamm flutete. Humboldt eilte umgehend von Kaulsdorf zum Unglücksort. Gottseidank geschah der Gebirgsbruch in der Nacht, so dass niemand zu Schaden kam.

    Humboldts Besuch des alten Bergbaus bei Dürrenwaid 1792

    Alexander von Humboldt besucht das alte Bergbaugebiet um Dürrenwaid bei Geroldsgrün im Rahmen seiner Inspektionsreise 1792 am 16. Juli. In seinem einleitenden Text erwähnt Humboldt, dass es um Dürrenwaid vier Roteisensteingruben (Siderit) gibt: "Vogel Strauß", "Bergmännisch Glück auf", "Glück halt an" und "Frisch Glück".

    "Den heutigen Tag wandte ich an, um die roten Eisensteingruben zu befahren und die Spuren des alten Bergbaus bei Dürrenwaid p. zu besichtigen."

    Wie an den Tagen zuvor ist Humboldts Programm wieder reichlich. Er besucht die folgenden Bergwerke und Gruben (vgl. Lage in der nebenstehenden Karte im Bayernatlas):

    • Vogel Strauß Fdgr.
    • Friedlicher Vertrag Fdgr.
    • Schwarzer Mohr Erbst.
    • Gevattergraben
    • Hoher Ofen zu Marxgrün

    Die Beschreibungen der einzelnen von Humboldt besuchten Grubenbauten sind sehr fachlich formuliert. Er charakterisiert neben Fördermengen, die geologische Struktur der Gruben und der Lagerstätten (soweit bekannt). Interessant ist die folgende Passage über den Besuch des offensichtlich aufgelassenen Bergwerkes "Schwarzer Mohr":

    "[...] An der Dürrenwaider Stufe aus dem Trommlerschen Kabinette1) ist keine Gebirgsart2) zu sehen, so wenig, als an den derben Bleiglänzen im Markgr. Kabinette zu Bayreuth. Man erkennt bloß Quarz als Gangart daran.
    Dagegen ist ein 16 Mark3) wiegender silberner Becher in Gestalt eines Birnbaums mit einer großen Birne in jenem Kabinette vorhanden, ein Becher, welcher, wie die Inschrift besagt, 1538 aus dem ersten Dürrenwaider Silber verfertigt wurde. Die Gestalt ist eine Anspielung auf die Geschichte der ersten Entdeckung dieser Silbergrube. Ein Bauer, der auf einen Birnbaum stieg, verlor sein Hackemesser, welches den silberführenden Gang, in dem es in die Erde hieb, entblößte."

    1) Christian Ernst Trommler (1719-1788) wurde 1748 Bergmeister für das Revier Naila, seit 1766 Bergrat, leitete 1762 bis 1772 das Nailaer und das Wunsiedler Revier. Trug eine zu seiner Zeit vielbeachtete Mineraliensammlung einheimlischer Fundstücke zusammen. Auf diese bezieht sich Humboldt hier.
    2) Gebirgsart = Gesteinsart
    3) Mark = aus dem Mittelalter stammende (lokal unterschiedliche) Gewichtseinheit, hier vermutlich "Nürnberger Mark" = 237,52 Gramm.

    Auf www.mineralienatlas.de heißt es:

    "1817 und im März 1863 wird wie folgt berichtet: Zwei ehemals im 'markgräflichen Naturalienkabinet zu Bayreuth' aufbewahrte 'silberne Pocale' wurden von der Ausbeute des 'Dürrenwaider Silbergwerkes' gefertigt. Einer davon "wieget 16 Mark" und trägt die Aufschrift: 'Von dem ersten Silber im Burggrafthum Nürnberg zu Lichtenberg erfunden und gemacht 1538. - Am Fuße desselben, der einen gewundenen Baum vorstellet, stehen die Worte: Klettert ein Bauer einen Baum hinan, so eine Holzaxt auf dem Rücken im Leibgurt stecken hat, durch deren Herabfallung der Gang des Silbererzes, aus welchem dieser Becher gemacht, entblößt worden sein soll.'" (abgerufen am 12.08.2019, Link anzeigen). Leider ist auf dieser Seite nicht die Quelle angegeben.

    Humboldt nimmt die Legende zum Anlass darüber nachzudenken, ob die Silbergänge tatsächlich früher bis an die Erdoberfläche reichten. In seinem Bericht empfiehlt er, die Umgebung der Lagerstätte genauer zu untersuchen und den einen oder anderen Schurf anzulegen, um eine bessere Vorstellung von der Lagerstätte zu erhalten. Ohne dies wäre der Abbau ein Wagnis.

    Humboldt besucht auch den Gevattergraben, das wohl bekannteste Goldvorkommen des Frankenwaldes. Der Überlieferung nach soll dort nicht nur Gold sondern auch Silber gewaschen worden sein. Humboldt charakterisiert den Gevattergraben wie folgt:

    "Ebenfalls in diesem Gegengebirge, aber am mitternächtlichen [nach Norden geneigten] Abhang desselben liegt der Gevattersgraben, der wegen seiner Gold- und Silberwäsche bekannt ist. Der Graben oder kleine Bach ist kaum 2 Fuß breit und wenige Zoll tief. Er dient wohl nur bloß der Wäsche selbst, denn man leitete (ein Zeichen, daß der Gewinnst beträchtlich war) von Streitbach [gemeint ist Steinbach] um Großenreith die Wasser in Spundstücken hinzu [...] Noch vor 15 Jahren waren sächsische Bergleute, andere sagten Venetianer, hier und wuschen wirklich Gold. Die Nachrichten sind alle sehr fabelhaft und unbestimmt. Daß aber hier Gold und Silber wirklich gewaschen wurde, ist außer Zweifel."

    Humboldt beschreibt die zu beiden Seiten des Grabens sichtbaren Halden und die Spuren der Schürfarbeiten. Er stellt sich dabei die Frage nach der eigentlichen Herkunft der Edelmetalle: "Sollte das über dem Kalkstein liegende aufgelöste tonartige Gebirge Goldkörner als Geschiebe geführt haben?". Immerhin schien es kein größeres Gewässer zu geben, das das Gold zusammengespült hatte.

    Die von Humboldt aufgeworfene Frage ist nicht trivial und zeigt sein geologisch-lagerstättenkundliches Verständnis. Erst in den 1980er Jahren konnten Explorations- und Forschungsaktivitäten der Firma Preussag bzw. der Universität Kiel Licht hinter die Frage bringen. Danach überdecken die Sedimente des Gevattergrabens eine NNW-SSO verlaufende Störungszone (Bruchzone), in deren Spalten und Klüften das Gold sitzt (z.T. in Quarzgängen). Die Bergleute gruben sich über Jahrhunderte bis zu 15 Meter tief in die von der Oberfläche her verwitterte Störungszone, wuschen das Material durch und warfen das taube Gestein auf die Schultern des Grabens.

    Im Gevattergraben soll bereits im 14. Jahrhundert Gold gewaschen worden sein. Urkundliche Erwähnung findet die Goldsuche jedoch erst im Lehenbuch von 1477:

    "Heinrich Knoch von Gera, hat empfangen die Fundtgruben zu unserer lieben Frauen und sonst noch ein Lehen dabey, zu St. Johannes genannt, auf dem Gevatterbach bey Steinbach am Waldt gelegen mit seinen Lehen, Erbstohlen und aller Gerechtigkeit nach Bergwerksrecht."1

    Die Alexander-von-Humboldt-Höhle

    Zahlreiche Naturerscheinungen auf der Erde tragen den Namen von Alexander von Humboldt. Das einzige nach Humboldt benannte Naturobjekt in Deutschland ist die Alexander-von-Humboldt-Höhle am Rauheberg, etwa drei Kilometer westsüdwestlich von Geroldsgrün. Sie ist über den Geopfad Geroldsgrün (Rauhebergrunde) gut zu erreichen. Die Höhle ist allerdings nicht öffentlich zugänglich.

    Die Alexander-von-Humboldt-Höhle ist die einzige bekannte Tropfsteinhöhle im Frankenwald. Sie liegt auf der Nordseite des 663 Meter hohen Rauheberges oberhalb des Langenaubach-Tales zwischen zwei aufgelassenen Kalksteinbrüchen. Die Kalksteine entstammen großen Kalkstein-Rutschmassen aus der geologischen Zeit des Oberdevons. In dieser Formation befindet sich auch die Humboldt-Höhle. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt etwas mehr als 400 Meter, sie ist bis zu 30 Meter breit und bis zu 3 Meter hoch.

    Die Alexander-von-Hmuboldt-Höhle hieß früher Rauh(e)berg- oder auch Langenau-Höhle. Ein erster Höhlenplan stammt von Hans Leheis (1904 - 1982), einem Heimatforscher aus Geroldsgrün. Dieser wurde u.a. in einer Publikation von Philipp Kohlmann im Berichtsband Nr. VIII der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth (1953/54) abgedruckt. Von Hans Leheis stammt der Vorschlag, die Höhle zu Ehren des Naturforschers umzubenennen (wohl 1963). Von den 1960er Jahren bis 1982 gab es in der Höhle regelmäßige Führungen, die jedoch zum Schutz der Höhle eingestellt wurden.

    Die Höhle wird erstmals 1761 als Grube "Lamm Gottes" erwähnt. Durch Verwitterung-/Verkarstungsprozesse lagerte sich in der Höhle Brauneisen ab, das zu verschiedenen Zeiten abgebaut wurde (u.a. 1795/96, 1804). Interessante Ausführungen zur Höhle finden sich auf www.mineralienatlas.de.

    Tipps

    Auf dem Geopfad Geroldsgrün durch alte Bergbaureviere

    Die Umgebung von Geroldsgrün mit seinen Bergbaurevieren und der Humboldt-Höhle können Sie entlang der drei Routen des Geopfades Geroldsgrün erkunden. Finden Sie die Beschreibung des Geoweges im entsprechenden Faltblatt. [Download 0,5 MB]

     

    Max-Marien-Heilquelle

    Seit fast dreihundert Jahren ist im Talgrund des Langenautals eine Heilquelle bekannt, die Max-Marien-Quelle. Dabei handelt es sich um einen Calcium-Hydrogen-Carbonat-Säuerling. Sie befindet sich gegenüber dem ehemaligen Forsthaus in Langenau. Die Max-Marien-Quelle wurde 1981 neu gefasst und kann vor Ort aus einem Trinkbrunnen entnommen werden. Das Wasser wird auch in der Kuranlage in Bad Steben ausgeschenkt. Von Langenau kann man gut in die Rauheberg-Runde des Geroldsgrüner Geopfades einsteigen.

    Summe der gelösten Mineralstoffe: 2.129 mg/l
    Gelöste gasförmige Stoffe: Freies CO2 2.020 mg/l, Radon 5 Bq/l

    GEO-Tour Station 8: HAIDBERG / ZELL IM FICHTELGEBIRGE
    Humboldt in Haidberg / Zell im Fichtelgebirge

    Humboldt und der Magnetberg

    "Auf einer geognostischen Tour, welche ich mit zween Freunden, Herrn Münzmeister Gödeking und Herrn Oberbergmeister Killinger durch das Oberpfälzische und angränzende Gebirge machte, stieß ich auf eine Gebirgskuppe von Serpentinstein, dessen Fallungswinkel ich mit der Bussole bestimmen wollte. Kaum näherte ich dieselbe dem anstehenden Gestein, so sah ich den Südpol meiner Magnetnadel mit Heftigkeit aus ihrer Lage und in den wahren Norden gerissen [...] Einzelne Punkte sind so magnetisch, daß sie in einer Entfernung von 22 Fuß die Magnetnadel aus ihrer natürlichen Lage reissen. Welchen Bestandteil des Serpentinsteins adhäriert aber jene wunderbare magnetische Kraft? Das ist eine Frage, die sich einem von selbst aufdringt".

    So beschreibt Alexander von Humboldt die Entdeckung der besonderen magnetischen Eigenschaft der Gesteine am Haidberg in einer Veröffentlichung im "Intelligenzblatt der Allgemeinen Jenaer Literaturzeitung" (Nr. 169) bereits im Dezember 1796. In einem Brief vom 14. November 1796 an Carl Freiesleben heißt es sogar:

    "Ich eile Dir zu melden, mein guter Karl, daß ich die größte Entdeckung meines Lebens gemacht. [...] habe eine ganze Gebirgsmasse entdeckt, welche eine ungeheure magnetische Polarität zeigt."

    Mit dieser Entdeckung gilt Alexander von Humboldt als einer der Entdecker der natürlichen Magnetisierung von Gesteinen. Zu seiner Zeit gab es allerdings noch keine Möglichkeit, die für die Magnetisierung verantwortlichen Mineralien (u.a. Magnetit, Fe3O4) zu identifizieren. Das gelang erst mit der Entwicklung geeigneter Mikroskope im 19. Jahrhundert.

    Neue Entdeckung: Anzeige für Physiker und Geognosten

    Bereits in der Dezember-Ausgabe 1796 des Intelligenzblattes der Allgemeinen Literaturzeitung erscheint eine mit "F.A. v. Humboldt" gezeichnete "Anzeige für Physiker und Geognosten" mit dem hier nachlesbaren Text. Dieser entspricht im Wesentlichen dem Text, den Humboldt in dem oben genannten Brief an Carl Freiesleben verfasst und besonders gekennzeichnet hatte. Humboldt bat Freiesleben, den Text schnellstmöglich unter dessen Namen zu verbreiten und schlug dafür das "Bergmännische Journal" vor. Humboldt schlug vor:

    [...} Du könntest ja den Brief so anfangen: H.v.H[umboldt] meldet mir, daß er auf einer Reise durch das oberpfälzische und angrenzende Gebirge eine Entdekkung gemacht, die für die Geognosie ebenso wichtig als für die allgemeine Naturlehre...".

    Humboldt benennt in dem besagten Brief an Freiesleben nicht den Fundort, obwohl er schreibt: "Den Ort will ich Dir, aber Dir allein genau angeben, wenn Du mir unverbrüchliches Stillschweigen versprichst". Humboldt nennt Freiesleben den genauen Ort erst in einem in Weimar abgefassten Brief vom 18. April 1797:

    "[...] Der Magnetberg (Haidberg, aber nenne ihn ja niemand, bei Gefrees, denn bis Jun[ius 17]97 halte ich ihn geheim, die Bergleuthe haben schon 150 f. damit gewonnen) besteht aus ächtem, auf der Oberfläche weiß verwitternden, mit Aimant gemengtem, lauchgrünem Serpentin [...]"

    Mit Brief vom 21. Dezember 1796 übersendet Humboldt seinem "Verehrungswerthen Lehrer" Abraham Gottlob Werner unter anderem eine Gesteinsprobe des Magnetberges. Er schreibt:

    "[...] ist von der merkwürdigen Gebirgskuppe, welche ich in der beiliegenden Anzeige beschrieben und welche ich am 14tn Nov[ember] entdeckt habe. Sie sind der erste Mineraloge, welcher diese Seltenheit besitzt. Wem aber hätte ich dieselben auch früher anbieten sollen als Ihnen, dem ich für meine wisschenschaftliche Kultur so unendlich viel verdanke."

    Der Haidberg aus heutiger Sicht

    Der Serpentinit des Haidberges gehört geologisch in die Phyllit-Prasinit-Serie der sogenannten Münchberger Masse. Diese stellt eine aus mehreren tektonischen Decken zusammengesetzte fernüberschobene Gebirgsmasse dar. Die Phyllit-Prasinit-Serie ist die unterste Deckeneinheit.

    Das Serpentinit-Gestein besteht aus unterschiedlichen Serpentinmineralen, das sind Schichtsilikate mit der Formel(Mg,Fe,Ni)6Si4O10(OH)8, wobei die Elemente Mg/Fe/Ni in unterschiedlichen Anteilen vorkommen. Die Serpentinminerale sind durch Umwandlung aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Amphibol hervorgegangen. Neben den Serpentinmineralen kommt häufig Magnetit vor (Fe3O4), der für den Magnetismus des Gesteins verantwortlich ist.

    Das Ausgangsgestein für den Serpentinit ist Peridotit, der dem lithosphärischen Erdmantel entstammt. Die Serpentinisierung erfolgt bei relativ niedrigen Temperaturen von 300 - 500 °C am Übergang der ozeanischen Kruste zum Erdmantel.

    Alexander von Humboldt beschreibt die magnetische Wirkung des Serpentinits, die sehr deutlich die Kompassnadel beeinflusst. Dabei schreibt er richtig die magnetische Wirkung dem Gestein zu. Dabei stellt er bereits die Frage, ob "der Serpentinstein mit magnet[ischem] Eisenstein [Magnetit] durchzogen" ist. Humboldt stellt auch die (teils unterschiedliche) Polarität der Magnetisierung im Gestein fest. Eine solche Polarität ist ihm vom Magnetit nicht bekannt. Diese lässt sich mit den damaligen Messmöglichkeiten tatsächlich auch nicht nachweisen. Die starke Magnetisierung der Serpentinite musste daher eine "im Gestein ruhende" Ursache haben.

    Heute ist bekannt, dass Gesteine, die Magnetit enthalten, eine schwache Magnetisierung dadurch erhalten, dass sich beim Überschreiten der Curie-Temperatur von 578 °C die Magnetisierung im Erdmagnetfeld der Erde ausrichtet. Diese gerichtete Magnetisierung ist heute Grundlage, um die ehemalige Ortslage von Gesteinen zur Zeit ihrer Magnetisierung zu ermitteln ("Paläomagnetismus"). Durch "Einfrieren" der Inklinaton der magnetischen Feldlinien im Gestein lässt sich so bestimmen, auf welchem Breitengrad die Magnetisierung erfolgt ist.

    Diese natürliche Magnetisierung der Gesteine ist i.d.R. zu schwach, um sie mit einem Kompass feststellen zu können. Am Haidberg ist zudem festzustellen, dass die Polarität als auch die Intensität der Magnetisierung sehr unterschiedlich sein kann. Geophysiker gehen daher davon aus, dass die Magnetisierung des Serpentinits durch Blitzschläge hervorgerufen wurde. Diese beträgt ein Vielfaches der natürlichen Magnetisierung. Das Signal kann bis zu 10.000 Jahre im Gestein erhalten bleiben.*

    Literatur: Gustav Angenheister (1973): Die Interpretation der magnetischen Störfelder (Anomalien) von mehreren Serpentinit-Körpern in fünf Arealen im Westen der Böhmischen Masse. ─ Geologica Bavarica, 67: 35-63; München (Bayerisches Geologisches Landesamt).

    Machen Sie Ihr eigenes Experiment

    Wenn Sie einen Kompass besitzen, dann nehmen Sie in mit zum Haidberg. Halten Sie ihn an mehreren Stellen an das Gestein. Vor allem am Eingang zum ehemaligen Steinbruch finden sich in der Mauerung des Tores einige magnetische Serpentinite. Sollten Sie am Wegesrand einen Serpentinit finden, dann halten Sie diesen an den Kompass. Reagiert die Magnetnadel, bewegen Sie das Gestein zuerst langsam, dann schneller am Kompass vorbei. Mit etwas Geschick können Sie die Magnetnadel ins Schwingen bringen, im besten Fall sogar zum Kreisen. Bitte beachten Sie, dass der Haidberg unter Naturschutz steht, und schlagen Sie keine Gesteine aus dem Anstehenden heraus.

    Tipps

    Saalequelle im Münchberger Stadtwald/Waldstein

    Die (Sächsische) Saale entspringt einem ehemaligen Bergwerk, über das bereits Alexander von Humboldt ein Gutachten verfasst hat. Um es zu erreichen, fahren Sie nach Zell. Im Ort biegen Sie am Ende der Straße nach rechts Richtung Gefrees. Etwa 100 Meter nach den letzten Häusern nach links abbiegen und der Ausschilderung folgen. Nach ca. 1,5 Kilometern liegt im Wald ein Parkplatz, von dem aus die Saalequelle nach 400 Metern gut zu erreichen ist.

    Hier finden Sie die Lage der Saalequelle im Bayernatlas.

     

    Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz

    Das Bauernhofmuseum Kleinlosnitz bietet Ausstellungen und Veranstaltungen sowie eine Gaststube mit Biergarten im Oberen Hof, die während der Öffnungszeiten des Museums oder nach Anmeldung geöffnet ist.

    Kontakt Museum Hier öffnen

    GEO-Tour Station 9: BAD BERNECK
    Humboldt in Bad Berneck

    Humboldt in matten Wettern

    Im Herbst 1795 wurde Alexander von Humboldt zum Oberbergrat befördert. Hierdurch entfielen viele zeitraubende Aufgaben in den einzelnen Bergrevieren vor Ort. Er konnte sich nun mit technischen Verbesserungen in den Bergwerken, mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Untersuchungen befassen. Zu zwei besonderen Erfindungen Humboldts in dieser Zeit gehören der "Lichterhalter" ("Licht-Erhalter") und die "Respirationsmaschine", ein Atemgerät bei nicht ausreichendem Sauerstoff in der Grubenluft.

    Humboldt experimentierte mit dem Lichterhalter in mehreren Bergwerken. Er und seine Mitstreiter begaben sich mit der Lampe bewusst in Teile der Grube mit "matten", d.h. sauerstoffarer Grubenluft. Vielfach entfachten sie zusätzlich Feuer, um den restlichen Sauerstoff zu verbrauchen, um dann den Lichterhalter zu testen. Nicht selten führte der Sauerstoff zum Unwohlsein. Am 13. oder 16. Oktober 1796 bestand Alexander von Humboldt im Bergwerk "Beständiges Glück" in Bad Berneck darauf, die Versuche in einem abgelegenen Teil des Bergwerkes alleine durchzuführen. Schon nach wenigen Augenblicken verlor er das Bewusstsein und es ist nur dem raschen Hinzueilen seiner Begleiter zu verdanken, dass Humboldt überlebte.

    Lesen Sie hier einen Text aus der Veröffentlichung "Ueber die unterirdischen Gasarten und die Mittel ihren Nachtheil zu vermindern" von 1799, in der Humboldt die Ereignisse dieses Tages schildert.

    In der geannten Veröffentlichung schreibt Humboldt zwar: "[..:] Bis auf wenige Mattigkeit spürte ich des andern Tages von dem unangenehmen Vorfalle keine Folgen mehr", doch finden sich an anderer Stelle auch gegenteilige Angaben, z.B. in einem Brief an Abraham Gottlob Werner vom 21. Dezember 1796:

    "Die Erfindung meines Lichterhalters ist nun vollendet. Meine Gesundheit hat bei dieser Arbeit gelitten."

    Auch in dem Brief, den er am 18. Oktober 1796 an Karl Freiesleben schreibt, berichtet Humboldt über den Vorfall. Lesen Sie diesen Text hier.

    Das Bergwerk "Beständiges Glück"

    Das Areal des Bergwerkes "Beständiges Glück" ist heute Teil des Dendrologischen Gartens von Bad Berneck. Erkennbar ist noch das rekonstruierte Stollenmundloch und die vorgelagerte große Halde. Vor dem Stollenmundloch informiert eine Schautafel über die Geschichte des Bergwerkes.

    Das Bergwerk wurde 1486 eröffnet. Bis 1841, also 355 Jahre lang, förderte man hier "Alaunschiefer", d.h. schwefelkieshaltige Tonschiefer zur Herstellung von Alaun. Das Bergwerk bestand aus zwei Stollen, dem Oberen Stollen und dem Unteren Stollen. Das rekonstruierte Stollenmundloch gehört zum Oberen Stollen, der jedoch nach nur kurzem Verlauf verschüttet ist. Ein alter Grubenplan, der auch auf der Infotafel abgebildet ist, zeigt einige 10er Meter nach dem Stolleneingang eine gewölbeartige Weitung des Stollens. Es wird vermutet, dass es sich um das "Festgewölbe" handelt, in dem 1806 für den in Bayreuth weilenden Feldmarschall von Blücher ein Fest veranstaltet wurde. <br<
    Die volle Regimentsmusik war bestellt und in einem Seitenschacht postiert ... im Inneren der Grube strahlte eine feentempelartige Beleuchtung ... Die Weitungen unten dienten zum Tanzsaale, während die Nebenräume, alle kostbar meubliert, dekoriert und illuminiert, zu Speisegemächern umgewandelt waren."
    (Quelle: Chronist Adler; Infotafel Dendrologischer Garten Bad Berneck; Jahr o.A.)

    Der Eingang zum Unteren Stollen liegt auf dem Grundstück des Hotels Blüchersruh. Der Stollen ist noch rund 170 Meter begehbar, auch existieren Schächte in weitere Sohlen. Dieser Stollen diente vor allem der Entwässerung ("Erbstollen").

    Neben den Stollen gab es mehrere Schächte, die der Luftzufuhr ("Bewetterung"), der Einfahrt der Bergleute, der Förderung des Abraummaterials oder dem Einlass von Tageslicht dienten. Die Schächte sind weitgehend verfallen. Sie sind an der Oberfläche als trichterförmige Vertiefungen ("Pingen") vielfach im Areal noch erkennbar.

    Der Dendrologische Garten (Rotherspark)

    1861 verlegte der Waldsassener Textilfabrikant Wilhelm Rother (1818 - 1898) seinen Wohnsitz dauerhaft nach (Bad) Berneck. Er war schon Jahre zuvor ein begeisterter Kurgast des Ortes. Als Bürger von Berneck erwies sich Rother als Förderer des Kurortes, seit 1866 war er auch Mitglied des Kurkomitees. Auf den Halden des zwei Jahrzehnte zuvor stillgelegten Bergwerkes "Beständiges Glück" ließ Rother auf eigene Kosten einen Park ("Blüchersruhe") mit heimischen und exotischen Laub- und Nadelgehölzen anlegen. Dieser stellt heute eine überregionale Besonderheit dar.

    Wilhelm Rother wurde 1867 Ehrenbürger von Berneck. Er starb 1898. Der Stadt Berneck hinterließ Rother testamentarisch mehr als eine halbe Million Goldmark, u.a. mit der Auflage, "dass die ganzen Zinsen und Renten des Nachlasses ausschließlich zum Vorteil und zur Hebung der Kuranstalten verwendet werden sollen". An den Förderer der Stadt Berneck erinnert im umbenannten "Rotherspark" der 1900 aufgestellte Granitobelisk aus Kösseine-Granit. Bestattet ist Wilhelm Rother auf dem alten Friedhof hinter der evangelischen Kirche.

    Tipps

    Thiesen Wetterstation

    Carl Thiesen finanzierte dem Kurort eine für die damalige Zeit technologisch aufwendige und damit äußerst kostspielige Wetterstation. Diese steht heute noch oberhalb des Marktplatzes.

    GEO-Tour Station 10: BRANDHOLZ
    Humboldt in Brandholz

    Humboldt im Goldrausch

    Am Abend des 20. Juli 1792 verfasst Alexander von Humboldt bereits Teile seines Berichtes über die Befahrung der Fürstenzeche in Brandholz und fügt diesem in einem zweiten Teil unter der Überschrift "Aussichten zur fortzusetzenden Wiedergewältigung der Fürstenzechen Baue" hinzu. Bei Niederschrift dieses Berichtes ist Humboldt möglicherweise schon in das Wunsiedler Revier weitergereist.

    Am Abend des 23. Juli notiert Humboldt (jetzt bereits in Arzberg) am Rand eines Briefes an Carl Freiesleben:

    "Die Fürstenzeche in Goldkronach hat mich sehr intriguirt [= neugierig gemacht]. Ich habe Akten, Risse p. studiert, bin das ganze ein 50 Lr. (= Lachter, 1 Lr. ∼ 2 Meter) tiefe Gebäude mit Ueberhauen aus dem 14ten Jahrhundert! durchfahren. Nun habe ich alles ins Reine. Es ist ein ungeheurer Bau, eine Grube auf 1.300 Lr. Länge."

    Die Fürstenzeche im Jahr 1792

    In seinem Bericht der Inspektionsreise beschreibt Humboldt den Zustand der Fürstenzeche. Diese war bereits unter Burggraf Friedrich V. 1365 als Fürstenzeche eröffnet worden und hatte ihre Blütezeit bis zum Einfall der Husiten 1430. Bis dahin hatte man die goldreichsten und gut erschließbaren Bereiche der Lagerstätte schon weitgehend abgebaut, so dass die Ausbeute immer geringer und und der Abbau immer schwieriger wurde. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde der Bergbau auf Gold sogar subventioniert (es wurde eine "Zubuße" gegeben).

    Humboldt erwähnt in seinem Bericht, dass die "Wiedergewältigung" der Fürstenzeche (sie befand sich demnach 1792 nicht in Betrieb) seit wenigen Monaten ("1 Quartal") auf allerhöchsten Befehl (vermutlich durch Minister Hardenberg) eingestellt worden war und dass man "[...] bloß das Ganze durch Einwechslung der Türstöcke in befahrbarem Stande" hielt. Humboldt studiert bereits zu diesem Zeitpunkt alte Bergwerksakten, u.a. die "lehrreichen Beschreibungen des Herrn Berghauptmann von Bothmer". Carl Ludwig Freiherr von Bothmer (1736–1803) war Berghauptmann im Fürstentum Bayreuth. Dessen Berichte können nur wenige Jahre zuvor verfasst worden sein.

    Humboldt erwähnt in seinem Bericht die folgenden Stollen, Schächte und erzführenden Gänge:

      • Tannenschacht
      • Schmuzler
      • Schmiedtenstollen/Schmidtenstollen
      • Jacobschacht
      • Ferberschacht
      • Nasses Lichtloch
      • Rautenkranzer Gang (aber noch keine Rautenkranz-Zeche)
      • Knechtgang
      • Spießglasgang (= Spießglanz, Antimonit)
      • Weißer Kiesgang

    .

    Damit werden viele Lokalitäten genannt, deren Zeugnissen man noch heute bei einer Wanderung entlang des Humboldtweges begegnen kann.

    Aus Humboldts Beschreibungen geht der sehr komplexe Aufbau der Goldlagerstätte am Goldberg hervor. Ursache dafür ist die starke tektonische Zergliederung des Gebirges im Nahfeld der Bruchzone der "Fränkischen Linie" (deren Einfluss Humboldt natürlich noch nicht kennen konnte). Humboldt widerspricht in seinem Bericht der Auffassung, dass "die Golderze auf der Fürstenzeche nicht auf ordentlichen Gängen, sondern [an] das Gestein durchschwärmenden Trümmern" gebunden wären. Diese Ansicht hätte vielfach zu einer wenig rentablen Wiedergewältigung der Zeche geführt.

    Tipps

    Goldbergbaumuseum Goldkronach

    Das Goldbergbaumuseum in Goldkronach präsentiert in mehreren Abteilungen die Stadtgeschichte Goldkronachs, die Geologie der Umgebung und der Goldlagerstätte, die Geschichte des Bergbaus, das Blattgold-Kunsthandwerk sowie Alexander von Humboldt im Fichtelgebirge.

    Internet: www.goldbergbaumuseum.de

    GEO-Tour Station 11: GOLDKRONACH
    Humboldt in Goldkronach

    Humboldt und das Goldstädtchen

    Goldkronach gehört zu den Orten in Oberfranken, in denen Alexander von Humboldt heute wohl noch am gegenwärtigsten ist. So bezeichnet sich das kleine Städtchen vielfach auch als "Humboldt-Stadt". In Goldkronach hat auch der Verein Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. seinen Sitz. Dessen Anliegen ist es, insbesondere an Humboldts Wirken in Goldkronach von 1792 bis 1795 zu erinnern. Einen Link auf die Internet-Präsenz des Vereins finden Sie weiter unten.

    Als Sitz des Bergamtes Goldkronach und die einst reichen Goldlagerstätte am Goldberg hatte Goldkronach besondere Bedeutung für Alexander von Humboldt. Erstmals kam Humboldt am 20. Juli 1792 im Rahmen seiner Inspektionsreise nach Goldkronach. Von hier aus befuhr er die Fürstenzeche und blieb bis zur Weiterreise ins Wunsiedler Revier (20. Juli in Arzberg). Nach seinem offiziellen Dienstantritt im Oberbergdepartement Ende Mai 1793 war Goldkronach Ziel von Humboldts erstem Geländebesuch. Hier hält er sich im Juni mehrere Tage auf. Sein Quartier ist die alte Quickmühle (Amalgamiermühle) in Goldmühl. Von dort schreibt er am 10. Juni 1793 seinem Freund Carl Freiesleben:

    "Ich komme eben aus der Grube. Ich bin 2 Meilen geritten und an 3 Stunden auf der Fürstenzeche gefahren, wundern Sie Sich also nicht, liebster Freiesleben, wenn ich Ihnen einen verworrenen Brief schreibe. Mit dem Bergbau geht alles schneller, als ich dachte. [...] In bin seit wenigen Tagen hier, um den eingestellten Bau auf der Fürstenzeche [...] vorzurichten. Das allgemeine Vertrauen, welches der gemeine Bergmann mir übberall zeigt, macht mir meine Arbeit lieb, denn sonst ist meine Lage sonderbar genug, ich thue eingentlich Dienste als Geschworener, nicht als O[ber]bergmeister. Von meinen Vorrichtungen schriebe ich Ihnen jezt nichts. Ich bin zu müde, die Hitze ist unerträglich und die Grubenwetter matt.[...] Die alte Mühle, die ich bewohne, war eine Quikmühle schon im 13ten Jahrhundert. Die Zoppte stürzt sich wild durch die Felsklippen durch. Wenn es glükken sollte, die ausgewanderten Bergleute wiederzurufen, dieser romantischen Gegend nur einen kleinen Theil ihres alten Glanzes wiederzugeben ..."

    Humboldtorte

    Die alte Mühle in Goldmühl

    In den Jahren 1793 und 1794 diente die ehemalige Quickmühle in Goldmühl (heute Ortsteil von Bad Berneck) Alexander von Humboldt als Quartier. Die Mühle wurde um 1557 (nicht wie Humboldt schrieb "schon im 13ten Jahrhundert") als Schneidsäge mit sechs Wasserrädern erbaut. Die Wasserräder trieben ein Pochwerk, eine Mahlmühle und Blasebälge für eine Schmelzhütte an. In den ersten Jahren diente sie auch als Amalgamierwerk ("Quickmühle"), d.h., aus dem durch das Pochen zerkleinerten Erz wurde das Gold mit Hilfe von Quecksilber herausgelöst. Mahl- und Quickmühle arbeiteten bis 1563, danach wird die Mühle zunächst nur noch als Schmelzhütte betrieben, kommen eine Drahtzieherei (um 1600) und eine Getreidemühle (1689) hinzu (Holl & Schulz-Lüpertz 2012). Das heutige Wohnhaus stammt von 1769 (dem Geburtsjahr Humboldts!) und wird als solches noch heute privat genutzt. Die neben der Haustür angebrachte Gedenktafel sehen Sie nebenstehend.

    Hotel "Alexander von Humboldt" (vormals Gasthaus "Zum weißen Schwan")

    Das heutige Hotel steht an dem Ort, an dem zu Humboldts Zeit das Haus des Musikus und Handelsmannes Johann Georg Todschinder stand. In diesem hatte Humboldt möglicherweise seinen Amtssitz. Daran erinnert die an der Fassade angebrachte Gedenktafel:

    "An diesem Platze stand das Haus, in welchem Alexander von Humboldt in den Jahren 1792 - 1795 als koenigl. Preußischer Bergamtsassessor und Oberbergmeister zeitweilig amtierte"

    Ganz sicher belegt ist dies jedoch nicht. Das heutige Hotelgebäude wurde nach dem großen Stadtbrand von 1836 errichtet. Diesem Brand waren viele Gebäude des Ortes zum Opfer gefallen. Ursprünglich hieß das hier untergebrachte Gasthaus "Zum weißen Schwan". Es wurde im Jahr 1868 in einem Festakt in "Alexander von Humboldt-Hotel" umbenannt.

    Ehemaliges Forsthaus (heute Goldbergbaumuseum)

    Das heutige Goldbergbaumuseum an Durchgangsstraße (Bayreuther Straße 21) trägt im Wappenrelief über der Eingangstür die Jahreszahl 1740. In ihm befand sich zu Zeiten Humboldts (bis in die heutige Zeit) eine Forstdienststelle. Oberförster war damals Adolph Ferdinand Böhner, Schwiegervater von Georg Friedrich Püttner (Büttner bei Humboldt). Dieser war einer der Freiberger Kommilitonen von Humboldt. In einem Brief vom 11. Juli 1793 an einen anderen Freiberger Studienfreund, den Russen Vladimir Jurevič Sojmonov, erwähnt Alexander von Humboldt, dass er bei Böhner den gemeinsamen Studienfreund Püttner getroffen habe. Vielfach wird erwähnt, Humboldt hätte in dem Haus auch kurzzeitig gewohnt. Dies geht aus dem erwähnten Brief jedoch nicht hervor. Dort schreibt Humboldt von Forstmeister Böhner, in dessen Nachbarschaft er wohne.

    Ein Besuch des Goldbergbaumuseums sollte man nicht versäumen. Es ist zurzeit allerdings nur von April bis Ende November an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Neben der Geologie und Bergbaugeschichte im Raum Goldkronach beinhaltet das Museum auch einen eigenen Raum zu Alexander von Humboldt.

    Einstiges Wohnhaus Marktplatz 11 (heute Bäckerei)

    Dort wo heute auf der Nordseite des Marktplatzes ein Gebäude mit einer Bäckerei besteht, stand bis zum Stadtbrand von 1836 das Wohnhaus des Schichtmeisters, Bergverwalters und Knappschaftsschreibers Christian Ernst Tornesi. Dieser wohnte hier mit seiner Familie in den Jahren von 1738 bis 1754. Christian Ernst Tornesi kam 1731 aus dem Unterharz nach Goldkronach. Am 7. April 1748 wurde hier als eines von neun Kindern sein Sohn Otto Heinrich Tornesi geboren, der später ein geschätzter Kollege von Alexander von Humboldt und 1798 dessen Nachfolger im Oberbergdepartement werden sollte (siehe dazu weiter unten). Die ganze Familie siedelte 1754 nach Bayreuth über. Christian Ernst Tornesi war dort zum Inspektor und Verwalter für das Zucht- und Arbeitshaus in St. Georgen berufen worden. Dem Zuchthaus war eine Marmorfabrik angeliedert, in dem die Häftlinge arbeiten mussten und die Tornesi ebenfalls leitete.

    Schloss Goldkronach und Humboldt-Kulturforum

    Das Goldkronacher Schloss ist ein ehemaliges Ritterschloss aus dem 16./18. Jahrhundert. Es ist heute in Privatbesitz und Sitz des Alexander-von-Humboldt Kulturforums. Eine kleine Sonderausstellung zu Alexander von Humboldt sowie die von Hans Dressel (†) stammende Humboldt-Büste können bei Veranstaltungen der Kulturforums oder Führungen des GEOPARK Bayern-Böhmen besichtigt werden.

    Nationles Geotop Goldberg

    Seit 2019 gehört der Goldberg bei Goldkronach, das Zentrum des einstigen Goldbergbaus, zu den Nationalen Geotopen Deutschlands. Zu verdanken ist dies seiner montanhistorischer Bedeutung, auch im Hinblick auf das Wirken Alexander von Humboldts, und der dort vorhandenen Infrastruktur.

    Tipps

    Humboldt-Weg und Besucher-Bergwerke

    Der rund sechs Kilometer lange Rundweg führt auf Waldwegen und -pfaden, innerorts auf befestigten Wegen, vorbei an vielen ehemaligen Zeugnissen des Bergbaus seit dem Mittelalter. Startpunkte sind am Infohaus zu den Besucher-Bergwerken auf dem Goldberg, am Parkplatz des Friedhofes, am Wanderparkplatz in Brandholz. Auch der Start in Goldkronach am Marktplatz ist empfehlenswert (Wegstrecke ca. zwei Kilometer länger). Dieser beginnt am Marktplatz und führt ca. 100 Meter nach der Bäckerei am Marktplatz 11 in Richtung Sichersreuth bzw. am Ende der Stadtkirche über einen Wanderpfad zunächst zum Parkplatz am Friedhof (eine Abkürzung direkt auf die Straße an der Ottenleite ist möglich).

     

    Goldbergbaumuseum

    Öffnungszeiten:
    April bis Ende November Sonn- und Feiertage, 13 bis 17 Uhr
    Für Gruppen sind gesonderte Termine möglich.

     

    Kulturforum Alexander von Humboldt Schloss Goldkronach
    www.humboldt-kulturforum.de

    Goldbergbaumuseum Goldkronach
    www.goldbergbaumuseum.de

    Goldbergknappen

    http://www.goldbergknappen.de/html/rundgang_beginn.html

    GEO-Tour Station 12: BISCHOFSGRÜN
    Humboldt in Bischofsgrün

    Humboldt und die Perlen

    Alexander von Humboldt besucht Bischofsgrün bzw. den Fröbershammer erstmals am 21. Juli 1792. Er notiert in seinem Inspektionsbericht, dass es dort zwei Frischfeuer, einen Zainhammer (für die Nagelschmiede) und eine Knopfhütte gibt. Der Knopfhütte widmet er besondere Aufmerksamkeit.

    Humboldt führt aus, dass die Knopfhütte nur in fünf Wintermonaten betrieben wird und dem Kommerzienrat Loewel gehört. Aus dem Hinweis, dass man "die Arbeiter [im Sommer] zum Holzhauen und zur Feldwirtschaft braucht" geht hervor, dass die einheimischen Bauern die Arbeit in der Knopfhütte verrichteten. Zum Zeitpunkt seines Besuches (Juli) wurde in der Knopfhütte jedoch wohl nicht gearbeitet. Humboldt hat sich demnach die Knopfhütte vor Ort ausführlich schildern lassen. Als Rohstoff für die Glasknöpfe - die Batterlessteine / Paterle - nennt Humboldt einen Grünstein mit wenig Feldspat und vieler innig beigemengter Hornblende von Schneeberg und Ochsenkopf. Er selbst habe das Gestein noch nirgends im Lande anstehend gefunden", es liege dort "in Butzen umher".

    Bei dem von Humboldt angsprochenen Gestein handelt es sich um ein vulkanisches Gestein, dass in einer rund 5 Kilometer langen und bis zu 20 Meter breiten NNW-SSO-verlaufenden Förderspalte quer durch den Ochsenkopf vorkommt, den sogenannten Proterobas. Vorkommen am Schneeberg gibt es allerdings nicht.

    Humboldt berichtet über das Schmelzen des Gesteins, den Knopfofen sowie das Arbeiten am Ofen. Am Ofen arbeiten 25 Mann (!) vor je einer Öffnung und zogen die geschmolzene Masse (das Glas) mit einer langen Zange ("Kluft" bei Humboldt, auch "Kluppe" genannt) aus dem im Ofen stehenden Schmelztiegel, um es anschließend (durch Drehen) zu "modeln".

    Hergestellt werden im Jahr Knöpfe im Wert von 4.000 - 5.000 Gulden. Bei einem Preis von 6 Kreuzer je "Schnur" mit je 20 Dutzend Knöpfen sind dies ... Knöpfe.

    Die schwarzen Proterobas-Knöpfe wurden mit Emailfarbe bemalt und anschließend die Farbe eingebrannt. Als Farbstoffe wurden verwendet: weiß - Brauneisenstein mit Arsenikkalk, gelb - Birkenkohle, blau - Smalte (mit Kobald gefärbetes Kaliumsilikatglas).

    Humboldt berichtet, dass Glasknöpfe bereits seit 200 bis 300 Jahren in der Region hergestellt werden und ihren Ursprung in "in der Warmen Steinach" - also in Warmensteinach - hat. Derzeit gäbe es im Bayreutherischen fünf Fabriken, die ihre Erzeugnisse nach Schlesien und Polen, teils für den "Sklavenhandel nach Afrika [?] geben."

    Humboldt schließt seinen Bericht über die Knopfhütte mit einer Bemerkung zur Abwanderung von Arbeitern aus dem Bayreuther Fürstentum in die nahegelegee obere Pfalz und nach Böhmen:

    "Bayreuther Arbeiter sind in die obere Pfalz und nach Böhmen übergelaufen und die Konkurrenz der dort neu angelegten Fabriken, die wohlfeileres [= günstigeres] Holz haben, hat den Absatz vermindert und die Ware wohlfeiler gemacht."

    Dies lässt erkennen, dass der Mangel an Holz in der Region wirtschaftliche Folgen hatte.

    Der Fröbershammer

    Humboldt berichtet auch über die Frischfeuer und den Zainhammer, die "vortrefflich eingerichtet" sind und "sehr gute Ware" liefern. Er merkt jedoch an, dass der Verlust an Eisen durch das Frischen beträchtlich ist (3/8). Als wahrscheinliche Ursache benennt er das "Anlaufen" (siehe unten).

    In einem Frischfeuer wird das Roheisen bei starker Hitze wieder aufgeschmolzen. Mit einem Blasebalg wird Luft über die Eisenschmelze geführt, um dem im Eisen von der Herstellung noch vorhandenen Kohlenstoff zu verbrennen. Zwischendurch wird das flüssige Eisen immer wieder umgerührt. Ziel ist es, möglichst wenig Kohlenstoff im Eisen zu haben, um es weniger spröde und damit gut schmiedbar zu bekommen. Das Frischen dauert 5 bis 6 Stunden.

    Der von Humboldt verwendete Begriff des "Anlaufens" ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass man das Eisen mit einer Stange unter Drehen aus der flüssigen Schmelzmasse herausgenommen hat. Während des Drehens setzte sich das Eisen an der Stange fest. Anschließend wurde es abgeschreckt und geschmiedet. Dann wurde das Eisen wieder in die Schmelzmasse gehalten und die nächste Schicht lagerte sich an. Der Vorgang wurde so lang fortgesetzt, wie sich das Eisen schmieden ließ und dem Schmied nicht zu schwer. Am Grund des Ofens setzte sich das minderwertige "Theileisen" ab. Durch das Schmieden werden noch vorhandene Schlackenreste aus dem Eisen entfernt.

    Das Frischen des Eisens ist ein sehr viel Energie verbrauchender Vorgang. Humboldt berichtet, dass je Frischfeuer am Fröbershammer je Woche 42 Zentner Eisen gefrischt werden, wobei dafür 84 Kübel Holzkohlen verbraucht wurden. Hierzu benötigte man 17 bis 21 Klafter Holz (ganz grob 1 Klafter Holz = 3 Kubikmeter). Für beide Frischfeuer waren das pro Woche rund 102 bis 126 Kubikmeter Holz!

    Lesen Sie hier den gesamten Text Humboldts über die Frischfeuer und den Zainhammer zu Bischofsgrün. Es sei hier als Beispiel der von ihm verwendeten Fachtermini und Darstellungsweise aufgezeigt.

    Tipps

    Glaswanderweg

    Der Glaswanderweg ist ein industriehistorisch interessanter und naturräumlich reizvoller Themenwanderweg mit einer Länge von 42 Kilometern zwischen Weidenberg und Bischofsgrün. Er ist in die Abschnitte

    • Weidenberg - Sophienthal - Zainhammer
    • Zainhammer - Warmensteinach - Grünstein
    • Grünstein - Neugrün - Fichtelberg - Karches
    • Karches - Bischofsgrün

    gegliedert. Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite www.glas-im-fichtelgebirge.de.

    Waldglashütte am Ochsenkopf

    Archivalische Notizen aus dem 17. Jahrhundert beschreiben eine „Glas- und Knopfhütte am Fichtelberg“, entlegen an der Landesgrenze zwischen den Fürstentümern Brandenburg-Kulmbach und Obere Pfalz. Archäologische Ausgrabungen unter Trägerschaft der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e. V. zwischen 2004 und 2006 haben die Relikte der alten Proterobas-Glashütte wieder zum Vorschein gebracht. Die begleitenden archäologischen Untersuchungen sind ein allererster Schritt hin zu einer wissenschaftlichen und interdisziplinären Aufarbeitung der Siedlungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Kunstgeschichte im zentralsten deutschen Mittelgebirge.

    Die am südlichen Hang des Ochsenkopfes im heutigen Landkreis Bayreuth ausgegrabene Glashütte lässt sich weit zurückverfolgen. Lorenz Glaser bittet 1616 um die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Hütte auf oberpfälzischen Grund an der Mooslohe. Der Standort zwischen Proterobas- und Quarzitgängen an dem aus den Kalten Brunnen fließenden Bächlein ist ideal gelegen.

    Die Waldglashütte erreichen Sie am besten vom Parkplatz nahe der Bleaml-Alm auf dem Forstweg Richtung Ochsenkopf. An der ersten Abzweigung (ca. 400 Meter nach Eintritt in das Waldgebiet) nach rechts und dem Forstweg noch etwa 200 Meter folgen.

    GEO-Tour Station 13: LUISENBURG / WUNSIEDEL
    Humboldt in Luisenburg / Wunsiedel

    Humboldt und die Luisenburg

    Bislang wurde im Zusammenhang mit dem Felsenlabyrinth der Luisenburg als berühmtester Besucher Johann Wolfgang von Goethe genannt. Dieser duchstieg Teile des Felsenmeeres 1785, noch vor der ersten Ausbauphase zu einem bürgerlichen Landschaftsgarten, und bei einem zweiten Besuch 1820. Zu diesem Zeitpunkt war das Labyrinth schon nahezu in seiner heutigen Form begehbar. Über Besuche Alexander von Humboldts ist tatsächlich nur sehr wenig bekannt. Die Kenntnis davon stützt sich auf eine Reisebeschreibung des polnische Grafen de Lagarde-Messence in von 1819, in der es heißt: "[...] dort findet man ein rechtmerkwürdiges Moos, das in der Finsternis schimmert. Als Herr von Humboldt, Bergwerksmeister seines Zeichens, durch diese Berge ging, machte er die Analyse davon [...]". Aufzeichnungen Humboldts selbst hierzu sind jedoch heute nicht mehr verfügbar.

    In Humboldts Inspektionsbereicht von 1792 findet sich die folgende Textstelle:
    "Daß das relative Alter dieser Granit-Abänderungen sehr verschieden ist, läßt sich schon daraus abnehmen, daß man auch die eine nicht selten ("an der Luxburg") als Bruchstück in anderen eingewachsen findet."

    Einige Absätze weiter heißt Humboldt:

    "Der Granit auf dem höchsten Kuppengebirge liegt teils söhlig (aie auf der Luxburg), teils schießt er (wie auf dem Schneeberge) unter 10° gegen Abend [nach Westen] ein."

    Humboldt bezieht sich mit seinen Beobachtungen zweimal auf die Luxburg, die 1805 zu Ehren des Besuches der preußischen Königin Luise in Luisenburg umbenannt wurde. Es ist daher davon auszugehen, dass Humboldt diese Erscheinungen mit eigenen Augen gesehen hat. Anders wäre es auch verwunderlich gewesen, denn bereits ab 1790 begann die Begehbarmachung des Labyrinthes.

    Humboldt und der Granit

    Humboldt ist zu einer fränkischen Zeit noch dem "Lager der Neptunisten" zuzuordnen. Er folgt damit der Lehrmeinung seines Lehrers in Freiberg, Abraham Gottlob Werner. Danach wurde der Granit in einer frühen Phase der Bildung der Erdkruste aus einem Urozean, d.h. aus einem wässrigen Medkum, ausgefällt. Als ein Indiz dafür galt auch die "Schichtung" des Granits:

    "Da, wo noch das alte Ausgehende1) des Granits zu sehen ist, d.i. auf einzelnen, turmähnlichen Kuppen, findet sich der Granit äußerst regelmäßig, wie dichter Kalkstein geschichtet, und zwar in Lagern zu 2 Fuß 8 Zoll."

    1) Das Ausgehende meint hier "die obersten Schichten". Humboldt beschreibt hier Felstürme, Felsbastionen, an denen die horizontalen Lagerklüfte gut zu erkennen sind.

    Seine erste Niederschrift ergänzt Humboldt bei einer Überarbeitung des Manuskriptes (zwischen August 1792 und April 1793) wie folgt:

    "Ich glaube nämlich, daß aller Granit ursprünglich (da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten) d.h. im Ausgehenden geschichtet war und daß geschichteter Granit nur darum ein so seltenes (von einigen nicht reisenden Geognosten geleugnetes) Phänomen ist, weil wir überall gleichsam in den Vertiefungen der zerstörten Erdrinde wohnen und das alte Ausgehende des Granits nur auf den höchsten besuchten Punkten der Erdoberfläche zu suchen ist."

    Für Humboldt ist der Granit nur in seinen obersten Abschnitten geschichtet: "[...] da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten." Auch wenn es im Inspektionsbericht nicht weiter ausgeführt ist, dürfte Humboldt den Granit in der Tiefe als strukturlose Masse betrachtet haben. Ob er Vorstellungen darüber hatte, wie es hierzu gekommen sein soll, ist ebenfalls nicht ausgeführt.

    Bei Seußen nahe Arzberg macht Humboldt eine weitere Beobachtung in den granitischen Gesteinen des Fichtelgebirges, die ihm so bemerkenswert erscheint, dass er sie noch während seiner Inspektionsreise im Juli 1792 an den Herausgeber des Bergmännischen Journals schreibt (vermutlich am 23. Juli). Der Brief erscheint daraufhin noch in der Juli-Ausgabe des Journals.

    "Auf einer Reise durch das Wunsiedler Bergamt entdeckte mein lehrreicher Begleiter Herr Hof-Kammerrath Tornesi, [...] zwei vollkommene Granitkugeln am Wege unweit Seisen [= Seußen]! Dies Phänomen wird Ihnen gewiß nicht weniger auffallend scheinen, als es mir war. Beide Granitkugeln waren von 14-16 Zoll im Durchmesser [35-40 cm][...]. Sie bestehen aus einem deutlichen feinkörnigen Granite mit vielem tombackbraunen Glimmer, und zeigen konzentrisch-schalige absonderte Stücke, von denen wir zwei Schalen ablößten. Beide waren noch ihrer natürlichen Lagerstätte, eingewachsen in einem grobkörnigen Granite, der sich durch den (am Fichtelberg nicht seltenen) kristallisierten Feldspat auszeichnete und der Verwitterung nahe war: ein Beweis also, daß selbst der Granit [...] die Fähigkeit [hat] sich kugelartig zu ballen!"

    Was Humboldt in die Eigenschaft des Granits "sich kugelartig zu ballen" hineininterpretiert, lässt sich nicht ohne Weiteres erschließen. Es ist vermutlich vor allem eine Beobachtung, die er der geognostischen Gemeinschaft kundtun will. Humboldt erwähnt die Kugeln auch in seinem Inspektionsbericht:

    "[...] kommen auch Granitkugeln mit 2- 3fach konzentrisch, schalig abgesonderten Stücken in einem verwitterten Granite bei Seäßen vor".

    In einer nachträglichen Ergänzung kommentiert Humboldt:

    "Ihre Art des Vorkommens zeigt, daß sie nicht sekundär sind. In anderen Teilen europäischer Gebirge sind sie noch nie entdeckt worden und unseren Gebirgen [...] ausschließlich eigen."

    Die Beobachtung Humboldts zeigt sein Interesse und Gespür für das "Nichtalltägliche", die Besonderheiten, die es gilt weiter zu erforschen. Die von Humboldt beschriebene Erscheinung erklärt sich heute als Folge von Verwitterungsprozessen (was sich bei Humboldts Beschreibung ja bereits andeutet). Die "Kugeln" sind in einer Verwitterungsdecke infolge des richtungslosen Gefüges des magmatischen Gesteins entstanden. Ausgehend von einer quaderförmigen, durch Klüfte begrenzten Rohform sind die Gesteinskanten rasch verwittert. In die kugelige Form sind Verwitterungslösungen unterschiedlich weit eingedrungen (oder auch thermische Einwirkungen, Frost oder Temperatur) und haben die konzentrischen Schalen abgelöst.

    Tipps

    Besuchen Sie das Felsenlabyrinth der Luisenburg - eine der wichtigsten geologischen Lokalitäten im GEOPARK Bayern-Böhmen.

    GEO-Tour Station 14: KLAUSEN / SEUßEN
    Humboldt in Klausen / Seußen

    Humboldt und das Klima

    Alexander von Humboldt besucht das Püttnersche Alaunwerk Treue Freundschaft in der Klausen bei Seußen erstmals am 24. Juli 1792 im Rahmen seiner "Inspektionsreise". In seinem Bericht schildert er ausführlich das Werk und die Produktionsschritte der Herstellung von Alaun.

    Schon in seinem Bericht beschreibt er die bituminöse Blätterkohle, in der "oft noch unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten" haben, zu finden sind. Humboldt erwähnt diese Fossilien auch in einem Brief an den Verleger des "Bergmännichen Journals" Hoffmann, der diesen bereits in der Juli-Ausgabe 1792 abdruckt. Dort heißt es:

    [...]Bei Klausen an der Oberpfälzischen Grenze liegt das 21 Lachter mächtige Braunkohlenflöz unter einem Gerölle von mehr oder weniger verwitterten Basaltkugeln. Einige sind mit den Fingern zerreiblich, und doch erkennt man noch die 6-9 fach concntrisch schaligen abgesonderten Stücke. In der Braunkohle finden sich unversehrte Aeste von Tannenzweigen, die fast ihre natürliche Farbe erhalten haben, und so also gegen die Feuerrevolution zeugen. [...]"

    Mit dem Zeugnis gegen die Feuerrevolution spielt Humboldt auf die Diskussion zwischen Neptunisten und Plutonisten an (siehe dazu Station Luisenburg und Steinhaus). Nachdem Basalte die Braunkohlen überlagern, war Humboldt der Meinung, dass - wären diese aus glutflüssiger Lava erstarrt - die Lava die Pflanzenfossilien in der Farbe verändert, vermutlich verbrannt hätten. Aus heutiger Sicht ist bereits die Interpretation der Lagerungsverhältnisse nicht richtig. Die Basaltblöcke sind in einer lehmigen Grundmasse durch den Prozess des Bodenfließens hangabwärts auf die Braunkohlenlager verfrachtet worden.

    Die Sache mit der Ekliptik

    Im November 1794 schreibt Alexander von Humboldt einen Brief an den Mathematiker Johann Friedrich Pfaff. Darin kündigt er ein größeres Werk unter dem Titel "Ideen zu einer künftigen Geschichte und Geographie der Pflanzen oder historische Nachricht von der allmäligen Ausbreitung der Gewächse über den Erdboden und ihren allgemeinsten geognostischen Verhältnissen" an, das "in 20 Jahren" erscheinen soll. In dem Brief erläutert Humboldt, dass selbst in hohen geographischen Breiten Pflanzenfossilien vorkommen, die unter "Tropenwärme" vor Ort gewachsen sind. "Unter den vielen möglichen Gründen, welche eine Tropenwärme [...] hervorbringen können, studiere ich den besonders über die veränderte Schiefe der Ekliptik ...". Humboldt bittet Pfaff um eine Stellungnahme darüber, ob die Ekliptik in der Vergangenheit nicht auch 48° (gegenüber heute 23 1/2°) betragen haben könnte. Die Antwort von Pfaff ist nicht erhalten, da Humboldt in aller Regel die an ihn gerichteten Briefe vernichtete. In einem Vortrag vor der Akademie zu Berlin am 24. Januar 1823 stellt Humboldt eine völlig andere Hypothese zum Wachstum wärmeliebender Pflanzen weit außerhalb der heutigen Tropen auf. Lesen Sie diese Textpassage hier

    Humboldt schließt seinen Brief wie folgt:

    "Auf meinen rauhen Felsenhöhen hänge ich solchen Träumereien nach. Beraubt von den nothwendigsten Hilfsmitteln muß ich mich an lebendige Orakel wenden ...".

    Was ist Alaun?

    Alaun ist chemisch ein wasserhaltiges Doppelsulfat (SO44-), ein Salz der Schwefelsäure, vermischt mit Tonerde, einer kleinen Menge Potasche (Kalium) und Ammonium. Verwendung fand Alaun u.a.

    • in der Färberei als Beizmittel vor dem Aufbringen von Farbstoffen,
    • in der Gerberei, um weißgares Leder herzustellen,
    • zum Leimen von Papier, um es tintenfest zu machen,
    • zum Härten von Gips und Gelatine,
    • zum Stillen innerer Blutungen und Durchfälle
    • zum Blutstillen bei Schnittwunden (Rasur)
    • als Deodorant

    Alaun kommt in der Natur i.d.R. nicht als Mineral vor, sondern muss in mehreren Schritten aus Schwefel-führenden Gesteinen ausgelaugt werden. In Frage kommen dafür Braunkohlen oder Schwefelkies-haltige Alaunschiefer.

    Das ehemalige Alaunwerk auf der Klausen

    Bereits 1732 gab es in Hohenberg a.d. Eger die Braunkohlengrube "Freundschaft". Dort verbrannte man die Kohle und laugte sie anschließend zur Herstellung von Alaun aus. In Arzberg entstand 1765 eine Alaunhütte am Schachtweg "in der Biih" (= bei der Alaunhütte), die ihre Braunkohle ebenfalls aus Hohenberg bezog, jedoch bereits 1770 ihren Betrieb wieder einstellte.

    Für das Gebiet der Klausen erwirbt der in Seußen ansässige Oberförster Balthasar Christoph Reiz die Mutungsrechte für die Zeche "Treue Freundschaft", die 1762 ihren Betrieb aufnimmt. Vor Ort entsteht ein Alaunwerk, in dem aus der Schwefelkies-haltigen Braunkohle bis 1837 (75 Jahre lang) Alaun produziert wird. Erwähnung finden die Schwefelkies-haltigen Braunkohlen allerdings schon in der von dem markgräflichen Bergrat Johann Wilhelm Kretschmann stammenden "Sammlung zu einer Berg Historia" als "Schefel Kieße von der Clausen, eine Stunde von Redwitz nach Arzberg zu, wobei eine Art Stein Kohlenn, so alaunisch seyn ...".

    Eine erste Beschreibung des Alaunwerkes stammt von 1786:

    "Das Werk besteht aus 2 Hauptgebäuden, wovon jedes 2 Stockwerke hoch ist. In denselben wird zu ebener Erde in 5 kleinen Blechpfannen die Lauge gekocht und in 5 größeren Bleipfannen abgekühlt [...]. Hinter dem Gebäude befindet sich eine Hütte mit 10 hölzernen Kufen verschiedener Größe, in welchen sich die Sole sammelt. 11 Personen liefern wöchentlich 8 Zentner Alaun und etwas rote Farberde". (Nach: J.K. Bundschuh, Geographisches Lexikon von Franken, Ulm 1799-1804).

    Alexander von Humboldt und das Alaunwerk auf der Klausen

    Alexander von Humboldt widmet dem Alaunwerk auf der Klausen 1792 einen ausführlichen Bericht. Er stellt darin fest, dass das Gestein, "aus welchem man hier den Alaun gewinnt, [...] weder Alaunschiefer noch Alaunerde, sondern wahre Braunkohle" ist. Die Lagerstätte des Flözes bezeichnet er als "überaus merkwürdig".

    Aus Humboldts Beschreibung der Lagenstätte lässt sich der folgende geologische Aufbau ableiten:

    • Humus
    • 2 - 3 m Verwitterungslehm mit 37 - 42 cm großen Basaltkugeln
    • 4 - 5 m weiße und braune Letten
    • darunter (ab ca. 8 m) folgt das Braunkohlenflöz

    Die Mächtigkeit des Flözes ist offensichtlich unbekannt, es soll jedoch noch in 42 m Tiefe erbohrt worden sein. Humboldt hält fest, dass die Lagerstätte im Nordwesten von Gneisen begrenzt wird (man findet sie in mehreren Aufschlüssen heute noch entlang des nördlichen Uferweges. In der Braunkohle beschreibt Humboldt "unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten [haben], und unverwitterte Schwefelkiese."

    Der Beschreibung Humboldts zufolge erreichten die Bergleute das Braunkohlenflöz von der Oberfläche her über mehrere mit großem Aufwand gezimmerte Schächte. Über diese wurde das "mit dem Keilhauer Gewonnene durch Haspel herausgefördert." Der eigentliche Abbaustollen lag bis in 28 Meter Tiefe und hatte eine Länge von rund 220 Metern in südlicher Richtung. Der größte Teil des Stollens war ausgezimmert.

    Zur Zeit von Humboldts Besuch arbeiteten 12 Bergleute auf der Grube, das Alaunsieden erfolgte nur während der wärmeren Jahreszeit. Das mit verwittertem und unverwittertem Schwefelkies durchsetzte Alaunerz, die Braunkohle, wurde auf die "Bühne" verbracht, ein aus Balken und Brettern bestehendes Bauwerk oberhalb der Grube, die mundartlich so genannte "Biih". Auf der "Biih" wurden die Braunkohlen vor der eigentlichen Alaunproduktion erst eineinhalb bis zwei Jahre gelagert, um dort zu "wittern". Danach beginnt das Auslaugen (12-15 Jahre!). Während der Lagerung und später beim Begießen und Wenden der Braunkohlen oxidiert der Luftsauerstoff den Schwefelkies (Pyrit) in der Braunkohle. Die dabei freigesetzte Schwefelsäure löst aus den tonigen Begleitsedimenten der Braunkohle Aluminium, Kieselsäure und Bitumen heraus. Diese Lauge wird in einen Schuppen nahe der Alaunhütte geleitet, wo sie in mehreren, im Boden eingelassenen Vorratskästen (1,50 m im Durchmesser, 1,20 m tief) zwischengelagert wird.

    Im nächsten Schritt wird die Lauge in drei "Läuterpfannen" 36 Stunden lang "gesotten" (gekocht). Während des Siedens setzen sich die bituminösen Bestandteile und die Kieselsäure als teerartige Masse ab, die getrocknet schwarz-glänzend ist und einen muscheligen Bruch hat. Die geläuterte Lauge wird zum Abkühlen in größere Pfannen geleitet, danach in zwei Garpfannen unter Zugabe von Pottasche (Kaliumkarbonat) 24 Stunden eingedampft.

    Humboldt nennt in seinem Bericht, dass wöchentlich 5 Zentner Alaun produziert werden. Der Holzbedarf dafür beträgt 10 Klafter. Humboldt bilanziert daraus die jährliche Produktion von 100 - 120 Zentner Alaun mit einem Holzverbrauch von 200 - 240 Klaftern (bei 5 - 6 Monaten Betrieb). Kritisch äußert er sich über den hohen Holzverbrauch, den er u.a. einer unsachgemäßen Befeuerung und falschen Bauweise der Pfannen zuschreibt.

    Das "Püttnersche Alaunwerk" auf der Klausen

    Humboldt benennt das Alaunwerk auf der Klausen als das "Püttnersche Alaunwerk". Es gehörte demnach der Kaufmanns- und Bankierfamilie Jakob Friedrich Püttner (1720-1798) aus Hof, die auch Eigentümer der Vitriol- und Alaunhütte "Goldene Adlerhütte" bei Wirsberg war. Dessen Enkel, Georg Friedrich Püttner, war Kommilitone Humboldts in Freiberg und übernahm später das Vitriolwerk bei Wirsberg und die Alaushütte auf der Klausen.

    Hüttenmeister zur Zeit des Besuches von Humboldt war der Johann Christian Ullmann, "... ein sehr verständiger Mensch, aber ehemaliger Bermann aus Johanngeorgenstadt, der sich wohl besser auf Bergbau als Pyrotechnik verstehen mag." (Humboldt). Von 1808 an leitete das Püttnersche Alaunwerk der aus der Niederlausitz stammende August Reinsch (1778 - 1869), der ausgebildeter Apotheker war. Er war zuvor als Laborant auf der "Goldenen Adlerhütte" tätig. Reinsch übernahm nach dem Tod des Obersteigers J.C. Benker 1805 die Leitung der 1795 von Alexander von Humboldt in Arzberg gegründeten Bergschule. Reinsch übernimmt einige Jahre vor 1833 das Alaunwerk zu eigener Pacht. Für das Jahr 1829 werden noch 5 Bergarbeiter und 10 Alaunsieder genannt. Das Alauswerk wird 1833 von den Püttnerschen Gewerken an den Seußener Gutsbesitzer Christian Paul Aecker verkauft. Reinsch geht als "Berg- und Hüttenfaktor" (Verwalter) des Schwefelkiesbergwerkes am Silberberg nach Bodenmais (heute Besucher-Bergwerk).

    Der Niedergang des Alaunwerkes auf der Klausen

    Der neue Eigentümer seit 1833 des Alauswerkes, Christian Paul Aecker aus Seußen, betrieb das Werk nach einer Angabe von Carl Wilhelm von Gümbel nur bis zum Jahr 1837. 1834 heißt es in einem Text jedoch bereits, das sich " [...] sämtliche Grubenbaue der 'Treuen Freundschaft'bei Seußen ohne alle Beaufsichtigung und Unterhaltung befinden, wodurch eine sehr üble Gruben- und Hüttenwirtschaft [entstanden] ist". 1853 kam es durch das Bergamt zu einer "Freierklärung", da die Erben des mittlerweile verstorbenen Christian Paul Aecker den Verpflichtungen des Bergamtes nicht nachkamen.

    Vom Alaunwerk zum Freizeitsee

    1870 entsteht an Stelle der aufgelassenen Bergbaugrube der Klausenteich, jedoch wird die Staumauer durch ein Hochwasser im Juni 1913 zerstört. Erst 1935 wird der Teich durch den Klausenwirt Georg Sölch neu angelegt. Dieser wird 1912 zusammen mit seiner Familie als Bewohner des Gebäudes Nr. 1 des Anwesens "Treue Freundschaft" genannt. Im anderen Gebäude (1a) lebten sechs weitere Familien. Das von dem Ökonomen und Bierwirt Wirtshaus bestand bis zur Flutung des Feisnitzsee 1972/73 als Kühlwasserreservoir für das Braunkohlen-Kraftwerk Arzberg.

    Tipps

    Machen Sie einen Rundgang um den Feisnitz- bzw. Haid-Speichersee (Wegstrecke rund 2,2 Kilometer) oder besuchen Sie den 32 Meter hohen Aussichtsturm, die Waldenfelswarte, auf dem 633 Meter hohen Kohlberg. Von diesem haben Sie eine einzigartige Aussicht in das Fichtelgebirge, nach Böhmen und in die nördliche Oberpfalz (einfache Wegstrecke ab Parkplatz 1,6 Kilometer).

    GEO-Tour Station 15: ARZBERG
    Humboldt in Arzberg

    Die Lagerstätten in Arzberg und Umgebung waren zurzeit Humboldts und darüber hinaus die ergiebigsten im Wunsiedler Revier. Abgebaut wurden die an den Wunsiedler Marmor gebundenen Eisenerze. Und dies bereits seit dem Mittelalter. Erst 1941 kam der Bergbau in Arzberg mit der Stilllegung der Zeche "Kleiner Johannes" zum Ende. Über die Geschichte des Bergbaus, das Wirken Alexander von Humboldts in Arzberg und die Geologie des Fichtelgebirges informiert die heute auf dem Gelände der ehemaligen Zeche bestehende Infostelle von Naturpark Fichtelgebirge und GEOPARK Bayern-Böhmen.

    Entsprechend der Bedeutung von Arzberg hielt sich Alexander von Humboldt häufiger wohl auch in Arzberg auf, doch gibt es nachweislich nur wenige Briefe, die von hier stammen. Humboldt wohnte während seiner Aufenthalte in Arzberg im Müssel'schen Haus, dem heutigen Bergbräu. Eine Gedenktafel in der Hausfassade erinnert daran. Sie wurde bereits am 12. September 1880 dort angebracht. Der damalige Arzberger Bürgermeister gab bei der Einweihung der Gedenktafel das Versprechen, "dass er sowohl als auch alle seine Nachfolger dasselbe würdig für alle Zeiten schützen und der Nachwelt zum ewigen Andenken an den großen Gelehrten, auf den Deutschland, Europa, ja die ganze zivilisierte Welt stolz ist, erhalten wollen".

    Wie in Steben richtet Alexander von Humboldt in Arzberg eine Bergschule ein. Ende Juni schrieb Humboldt von seinen Plänen an das Oberbergdepartement in Bayreuth. Man sei "dort oben in der Kultur zurück", und die Schule sei hier nötiger als irgendwo. Nach langem Suchen wäre die Wahl auf den Obersteiger Johann Caspar Bencker (†1805) als Schulleiter gefallen. Dieser sei ein verdienstvoller und sehr erfahrener Grubenbeamter, der gewiss auch als Lehrer einiges leisten würde. Im Herbst 1795 schreibt Humboldt in seinem Generalbericht über das Wunsiedler Revier, dass der Etat für die Schule bereits eingeplant sei. Begonnen wurde mit dem Unterricht jedoch erst 1796. Es handelte sich um eine Winterschule mit Unterricht von November bis Mai für "Bergjungen" ab dem 12. Lebensjahr. Weder in Arzberg noch in Wunsiedel ist allerdings ein Gebäude für die Bergschule nachweisbar. Es ist daher anzunehmen, dass der Unterricht in der Wohnung des Bergschullehrers abgehalten wurde. Im Jahr 1804 wurde die Arzberger Bergschule nach Goldkronach verlegt.

    Lesen Sie hier die Textpassage aus Humboldts Generalbericht von 1795, in der er auf die geplante Bergschule in Arzberg eingeht.

    Aus den Briefen und Berichten Alexander von Humboldts geht hervor, dass er in Arzberg häufig persönlich in die Bergwerke eingefahren ist. Schon während seiner Inspektionsreise 1792 besuchte er eine Reihe dieser Gruben:

    "Die Gruben, welche ich befahren, waren Susannen-Glück und Goldkammer Fundgrube, Silberkammer Fundgrube, Anna Christiana Fundgrube, Gottes Geschick Fundgrube und Friedrich Christian Fundgrube. Die beiden Hauptgruben gehören dem Faktor Müßel, dessen Vater sein Vermögen dem Bergbau fast schon ganz aufgeopfert hatte, als er diese Werke aufnahm, welche ihm und den Nachkommen einen reichlichen Ersatz geben und die [Berg-] Baulust zu Arzberg aufs neue sehr rege gemacht haben".

    St. Georg-Stollen im Röslautal

    In seinem Generalbericht schreibt Humboldt auch über den St. Georg-Stollen im Tal der Röslau (= Gsteinigt). Konkret geht es um Verbesserungsvorschläge für den weiteren Ausbau des Entwässerungsstollens für die Arzberger Bergwerke (= Erbstollen). Über dem Eingang des 2008 wiederhergestellten Mundlochs stehen die Jahreszahlen 1722-1795-1817-2008. Sie kennzeichnen die wichtigsten Ausbau- und Sanierungsetappen des Stollens.

    Der St. Georg-Stollen wurde 1722 im Tal der Röslau so tief wie möglich angelegt und bis 1727 bis zur Eisensteinzeche Morgenstein vorangetrieben. In einem Befahrungsbericht vom August 1770 wird erwähnt, dass der Stollen im Bereich der Zeche Morgenstern fast völlig verbrochen ist. Bis zur Grube "Gold- und Silberkammer" scheint er jedoch durchgängig gewesen zu sein. [3] Die Gold- und Silberkammer ist die wohl bedeutendste Grube des Wunsiedler Reviers.

    Im Jahr 1817 wurde in dem Stollen erstmals eine "Wasserkunst" eingebaut. Darunter versteht man im Bergbau eine technische Vorrichtung zur Entwässerung von Grubenbauten. Diese wurde bereits von Alexander von Humboldt ins Gespräch gebracht. So schreibt Humboldt 1795 in seinem Generalbericht:

    "Mein hartes Eindringen in den Faktor [= Unternehmer] Müssel, nach Vorschriften des B.[erg]Amts nun so zu bauen, daß die Gewältigung mit dem Kunstgezeuge möglich wäre [...]."

    Im nächsten Satz heißt es:

    [...] und hielt es für besser, jetzt loszubrechen, als eine so wichtige den Arzberger Bergbau allein erhaltende Arbeit verzögert zu sehen."

    Für den Einbau einer Wasserkunst will Humboldt die technischen Voraussetzungen schaffen. So schlägt er zunächst die Beseitigung von Krümmungen im bestehenden Stollen vor.

    "Bei einem so langen Gestänge, zu dem man sich ja ohnedies nur aus Noth verstehen mußte, weil kein anderes Mittel die Arzberger Gruben zu sichern übrig blieb, bei einem so langen Gestänge muß jede Krümmung vermieden werden."

    Mit dem Einbau der Wasserkunst sollte es möglich werden, insbesondere die Abbausohlen der ertragreichen Gold- und Silberkammer Gruben tiefer zu legen. Erst nach Humboldts Weggang wird die technische Anlage 1797 bis ins Detail geplant. Umgesetzt wurde sie jedoch erst im Jahr 1817. Angetrieben wurden die eingebaute Wasserhebemaschinen (mit 20 Pumpwerken, verbunden über ein Gestänge im St. Georg-Stollen) durch ein unterschlächtiges Wasserrad im Röslautal. Der Schacht der Grube Gold- und Silberkammer konnte bis 1841 auf 120 Meter unter Gelände abgeteuft werden. Noch heute sind im Uferbereich die Reste der ehemaligen Radstube zu erkennen.

    Lesen Sie hier Humboldts Originaltext zum Sankt-Georg-Stollen.

    Der St. Georg-Stollen besteht noch heute. Während des 2. Weltkrieges diente ein Teil von ihm den Arzbergern zeitweilig als Luftschutzraum. Nach dem Krieg wurde das Mundloch verschlossen und war kaum noch als solches zu erkennen. Im Jahr 2008 wurde der Stolleneingang wieder freigelegt und nach der alten Aufnahme von 1913 in seiner heutigen Form saniert. Seit 2009 gehört das Gsteinigt mit seinen geologischen und montanhistorischen Zeugnissen zu den "100 schönsten Geotopen von Bayern".

    Humboldt-Orte in Arzberg

    Müssel-Haus / Bergbräu

    Bei seinen Aufenthalten in Arzberg wohnte Alexander von Humboldt auf dem Kirchberg im Hause der Patrizierfamilie Müssel.

    Infostelle Altes Bergwerk Kleiner Johannes

    Die Infostelle befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Eisenerz-Bergwerkes Kleiner Johannes. Sie zeigt in mehreren Räumen einen Querschnitt durch die wichtigsten Gesteine und Mineralien des Fichtelgebirges sowie die Geschichte des Bergbaus in Arzberg. Auf dem Gelände befindet sich eine kleine Ausstellung mit Gesteinsexponaten aus dem Fichtelgebirge, der Nachbau der ehemaligen Förderanlage sowie ein Schaustollen. Eine 2017 ergänzte Ausstellung zur ehemaligen Specksteingrube Johannes bei Göpfersgrün ist nur zu besonderen Zeiten möglich.

    Anschrift: Altes Bergwerk, Altes Bergwerk 1, 95659 Arzberg
    Telefon: (0)9233 40 40 (Stadt Arzberg)
    GPS: 50.059242, 12.192009

    Öffnungszeiten der Infostelle:
    Von Josefi (19.3.) bis Barbara (4.12.),
    jeweils von 8 - 17 Uhr

    Das Bergbaurevier Arzberg-Röthenbach

    Die Verhältnisse im einstigen Arzberg-Röthenbacher Revier sind in der Monografie von Ernst Schmidtill (1963) ausführlich beschrieben. Die Lagerstätte, die an den Marmorzug gebunden ist, ist zwischen Röthenbach und Arzberg zweigeteilt in einen südlichen und einen nördlichen Erzzug (entsprechend zweier Marmorzüge). Das Profil der unten gezeigten Karte zeigt zwei voneinander getrennte Marmorlagen, die durch einen Phyllitrücken getrennt sind. Marmor und Phyllite fallen mit 70 - 80° nach Südwesten ein. Der Phyllitrücken ist bei Röthenbach etwa 60 Meter mächtig, östlich davon nur noch rund 30 Meter. Bei Arzberg ist er überhaupt nicht mehr vorhanden.

    Mehr erfahren

    Tipps

    Volkskundliches Gerätemuseum Bergnersreuth

    Das Museum Bergnersreuth ist ein Freilichtmuseum in einem alten Bauerngehöft. Neben den Dauerausstellungen zu den landwirtschaftlichen Geräten gibt es Abteilungen zur Bodenqualität und -bearbeitung. Original erhalten sind teils die Wohnstuben der ehemaligen Bewohner. Das Museum ist auch Station der GEO-Tour Boden des GEOPARK Bayern-Böhmen.

    Anschrift: Wunsiedler Str. 14, 95659 Arzberg
    Telefon: (0 92 33) 52 25
    Internet: www.bergnersreuth.de

    Öffnungszeiten:
    Dienstag - Sonntag: jeweils von 10-17 Uhr (Montg geschlossen)

    GEO-Tour Station 16: STEINBERG / Steinhaus Thiersheim
    Humboldt in Steinberg / Steinhaus Thiersheim

    Humboldt, die Kohle und der Vulkan

    Das Steinhaus liegt am Fuße des "Steinberg-Vulkans". Dieser gehört zusammen mit dem "Neuhauser Schloßberg" und dem bereits in Tschechien liegenden "Plattenberg" (Blatná) zu einem vulkanischen "Dreigespann" an der bayerisch-tschechischen Grenze. Zwischen dem Steinberg und dem Plattenberg hat sich die Eger in einem markanten Tal eingetieft.

    Der Steinberg wird von Alexander von Humboldt im Zusammenhang mit der Suche nach Steinkohlen erwähnt. Der hohe Bedarf an Brennmaterial für das Montanwesen weckte schon vor Humboldts Amtszeit in Franken das Interesse der Bergbehörde an diesem fossilen Energieträger, doch war die Suche danach wohl eher unsystematisch. Humboldt stellt die Kohleprospektion auf neue Füße. Der Fokus lag dabei in den Gebieten zwischen Bayreuth und Kulmbach (Kulmbach/Kessel, Schlemme/Schlämm, Lanzendorf: Lettenkohlen/Keuper), Neustadt am Kulm (Lettenkohlen/Keuper) und in der Umgebung des Steinberges (Tertiär).

    Am 22. Oktober 1794 schreibt Alexander von Humboldt an der Oberbergdepartement in Bayreuth:

    "Da durch einzelne, unvollendete Versuche auf Steinkohlen bisher die Frage, ob wir bauwürdige Flöze im Lande haben, nicht entschieden und viel Geld versplittert worden ist, so hatte ich mich entschlossen, die Sache methodisch anzugreifen.[...] und gab ihm [dem Berggeschworenen Sievert] eine ausführliche Anweisung, alle Punkte, wo nur Sage oder Hofnung auf Steinkohlen wäre, einzeln zu untersuchen und ein Verzeichniß davon anzufertigen. Ich hielt es für ökonomisch wichtig genug, wenn man nur eine sichere Liste solcher Orte niederlegen könnte, wo nicht mehr zu suchen ist, statt dass man sonst immer auf dieselben Punkte zurückkehrt. Ich habe, indem ich dies Verfahren dem Hochl.[öblichen] K[öniglichen O.B. Dep. gehorsamst anzeige, die Ehre, den Anfang der Sieverschen Arbeit in der Anlage einzureichen, weit entfernt indes von der Besorgnis, dass alle Versuche, welche

    bei Culmbach,
    bei Lanzendorf und Schlemme,
    unter den Basalten der Arzberger Refier und vielleicht bei Sulz im Ansbachischen anzustellen sind, gleich fruchtlos sein werden."

    In einem weiteren Schreiben am 19. März 1795 schlägt Humboldt tiefere Bohrungen (20 - 24 Lachter, ca. 40 - 48 m) u.a. "an den Basalten des Wunsiedler Refiers" (am Steinberg) vor. Die Bohrung am Steinberg wird in der Folgezeit auch durchgeführt. Jedoch ohne einen erhofften Erfolg.

    Im Herbst 1796 erreicht Humboldt eine Anfrage des Oberbergdepartements zu einer weiteren Erkundungsbohrung bei Kothigenbibersbach. Humboldt rät davon ab. Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut der Briefes Humboldts an das Oberbergdepartement.

    Der Vulkan und der Basalt

    Auch wenn es der Titel unserer Tafel suggeriert, Alexander von Humboldt sah im Steinberg keinen Vulkan. Dass es sich dabei um einen Basaltberg handelte, war ihm bewusst. Das geht aus seinen Briefen ans Oberbergdepartement hervor. Humboldt war während seine Zeit in Franken jedoch noch Anhänger der Lehrmeinung Gottlob Abraham Werners. Dieser war in Deutschland der wichtigste und einflussreichste Vertreter der "Neptunisten". Diese sahen im Basalt ein aus einem Urozean ausgefälltes Gestein, das in keinem Zusammenhang mit Gesteinsschmelzen oder Vulkanen stehen würde. Vulkane waren für die Neptunisten dagegen das Ergebnis im Untergund brennender Kohlelager. Humboldt maß daher dem Basalt des Steinberges keine besondere Bedeutung bei.

    Tipps

    Hutschenreuther Gedenkstein

    Besuchen Sie den Carolus Magnus Hutschenreuther-Gedenkstein. Dieser erinnert an das Auffinden von Kaolin in der Nähe des Steins durch den Begründer der C. M. Hutschenreuther Porzellanfabrik in Hohenberg a.d. Eger (1822). Tatsächlich hatte ihm das Kaolin sein Verwandter und späterer Schwiegervater, der Oberförster Ernst Ludwig Reuß, bei einem Besuch in Hohenberg gezeigt. Hutschenreuther blieb in Hohenberg und richtete 1814 in Räumen der Hohenberger Burg, die ihm Reuß zur Verfügung gestellt hatte, eine Porzellanmalerei ein. Das Jahr 1814 gilt daher auch als Geburtsjahr der Porzellanindustrie im Fichtelgebirge. In Sichtweise zum Gedenkstein liegt eine ehemalige Farberde-Grube (mit kleiner Infotafel).

    Geotop Heiligenberg

    Über den "Mittelweg" ("M") erreichen Sie das auf der Nordostseite des Steinberges liegende Geotop "Heiligenberg". Dort können Sie die Basalte des Steinberges in anstehenden Felsen sehen. Von hier aus hat man auch eine Aussicht ins Egerer Becken.

    © GEOPARK Bayern-Böhmen

    Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

    Infomaterialien

    agsdi-file-pdf

    Klausen

    Rund um den Feisnitzsee – keine Infomaterialien vorhanden.

    Klingenberg: Kulturweg „Vom Ton, Steinen und Scherben“

    Archäologisches Spessartprojekt

    Kulturwege

    Die Kulturwege sind – gemeinsam mit den archäologischen Projekten – das Aushängeschild des Archäologischen Spessartprojekts.

    Seit 1999 entsteht ein immer dichteres Netz von Kulturwegen, auf denen die Kulturlandschaft Spessart erlebbar und begreifbar wird.

    Zu jedem Kulturweg erscheint ein Folder mit einer Wegbeschreibung und Kurzbeschreibung der Stationen. Eine Auswahl der Kulturwegefolder finden Sie in der Geschäftsstelle des Spessartbundes (Treibgasse 3, 63739 Aschaffenburg).

    © Archäologisches Spessartprojekt e.V.

    Mit freundlicher Genehmigung am 14.10.2021.

    VIELEN DANK.

    Die Geschichte Klingenbergs wird zunächst – und natürlich – mit Wein und mit dem Main in Verbindung gebracht. Deutlich sichtbar, aber nicht offensichtlich, wird die Stadt jedoch auch vom etwa 60 Jahre andauernden Boom des Tonwerkes geprägt.

    Der Kulturweg nähert sich diesem „auf Ton gegründeten“ Klingenberg, seinen steinernen Zeugen und dem, was heute davon noch zu sehen ist. Dies beginnt am Bahnhof und der Mainbrücke, die mit dem Geld des Tonwerkes finanziert wurde und führt in den Rosengarten, der von Bauwerken dieser Klingenberger „Gründerzeit“ umgeben ist.

    Der ausgebaute Weg in die Seltenbachschlucht ist ebenso ein Produkt dieser Zeit. Ob die „Altepurg“ dort im Mittelalter auch wegen dem Schutz der Tonvorkommen errichtet wurde, bleibt Spekulation. Die 2011 geschlossene Tongrube erzählt ihre Geschichte, die mit der dort beheimateten Greifvogelplegestation des LBV in die Zukunft führt.

    Der Aussichtsturm (auch mit Geldern aus dem Tonwerk gebaut) im Ringwall und der Abstieg über den Sonnenweg vorbei an der Clingenburg führen zur letzten Station im Museum in der Altstadt, wo die Geschichte Klingenbergs in bunten Facetten zu besichtigen ist.

     

    Wegbeschreibung

    Der Kulturweg führt über eine Länge von ca. 7,5km durch die Klingenberger Kulturlandschaft. Es sind kurze und steile Anstiege zu überwinden.

    Der Weg ist nicht für Kinderwagen geeignet.

    Folgen Sie der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund.

    Station 1: Start am Bahnhof

    Die Geschichte Klingenbergs wird zunächst – und natürlich – mit Wein und mit dem Main in Verbindung gebracht. Deutlich sichtbar, aber nicht offensichtlich, wird die Stadt jedoch auch vom etwa 60 Jahre andauernden Boom des Tonwerkes geprägt.

    PDF-Download Infotafel 1

    Station 2: Rosengarten

    Der städtische Rosengarten war früher ein Schlosspark, Brückengarten genannt, der sich von der Erlenbacher Straße über den Seltenbach bis fast zum Mainufer auf einer Fläche von etwa 8.000 qm erstreckte…

    PDF-Download Infotafel 2

    Station 3: Seltenbachschlucht

    Die Seltenbachschlucht war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum begehbar. Erst 1901 ließ die „rührige Stadtverwaltung“ das Tal durch Wege und Stege gangbar machen – mit dem Geld aus dem Tonbergbau und für den aufkommenden Tourismus, für den 1903 auch der Aussichtsturm errichtet wurde…

    PDF-Download Infotafel 3

    Station 4: Tonwerk

    Das Klingenberger Tonvorkommen bildete sich vor ca. 28-35 Millionen Jahren. Es ist in seiner Zusammensetzung weltweit einzigartig. Es wird angenommen, dass Ablagerungen eines oberirdischen Sees zur Bildung dieses Verwitterungsproduktes, welches aus Kieselsäure, Tonerde, Eisenoxyd, Quarz und Feldspat besteht, geführt haben. Die Breite des Tonlagers von Ost nach West beträgt ca. 200 m und von Nord nach Süd ca. 400 m…

    PDF-Download Infotafel 4

    Station 5: Aussichtsturm

    Ringwall

    Der Aussichtsturm und das Wanderheim stehen inmitten eines mittelalterlichen Ringwalls, dessen äußerer Wall heute noch gut zu erkennen ist…

    PDF-Download Infotafel 5

    Station 6: Heimatmuseum / Altstadt

    Das Weinbau- und Heimatmuseum wird vom Förderverein Historisches Klingenberg betrieben. Im Erdgeschoss wird die Plege der Reben im Weinberg, die Traubenernte, das Keltern des Lesegutes und der Ausbau des Weines bis zum Abfüllen in die die Flasche dargestellt…

    PDF-Download Infotafel 6

    Infomaterialien

    agsdi-file-pdf

    Kligenberg

    Faltblatt „Vom Ton, Steinen und Scherben“

    Kniebis: Mühlenweg

    Kniebis: Mühlenweg

    {

    Auf dem Kniebis gab es wenig Getreide, man litt oft Not,

    es reichte das Mehl oft kaum für das Tägliche Brot.

    Und nur kurze Zeit auf dem Abendwiesen-Hügel,

    drehten sich versuchsweise Windmühlen-Flügel!

    So ist leider schon seit langer Zeit vorbei die Mühlenherrlichkeit!

    Doch pflegen wir die Erinnerung noch,

    das alte Müller-Handwerk, es lebe hoch!

    5
    Mystery Person
    W. Biedermann
    Freudenstadt-Kniebis
    Deutscher Mühlentag 2005

    Der Mühlenweg ist ein geschichtlicher Lehrpfad über die menschlichen Eingriffe in die Naturlandschaft und lehrt uns, bei allem berechtigten Fortschritt, stets umweltfreundlich mit „dem schönsten Wiesengrund“ am Forbach umzugehen.

    … so der Hinweis auf einer Infotafel vor Ort.

    Der Weg führt an insgesamt drei historischen Mühlenstandorten vorbei. Gleich am Start die „Hainoltsche Mühle“ aus dem 16. Jahrhundert, weiter bachabwärts die „Mühle Klumpp“ und die „Beimühle“, beide aus dem 19. Jahrhundert.

    Leider sind alle drei Mühlen heute nicht mehr vorhanden, auch sind keine baulichen Reste mehr zu erkennen. Anlässlich des Deutschen Mühlentages 2005 wurden an den Mühlenstandorten aber Infotafeln aufgestellt.

    Infotafel am früheren Standort der Hainoltschen Mühle am 31.05.2023. Im Hintergund die Kirche oberhalb des Klostergeländes. Der Forbach verläuft direkt rechts, außerhalb des Fotos.

    Als 1772 die Kniebiser Holzhauersiedlung „Ochsenhardt“ entstand, erwarben einige der Neusiedler eine der „Naßwiesen“ am Forbachufer. Diese waren begehrt, denn sie lieferten wertvolles Grünfutter und auch Heu für die langen Winter. Ein großer Bewässerungsgraben führte der östlichen Hangkante des Tals entlang und Ziehgräben sorgten für ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem.

    Seit dem Jahr 1799 war diese Bewässerung durch ein gesetzliches Bewässerungsrecht geregelt. Jeder Grundstückseigentümer in diesem Gebiet, z.B. Halst, Mutschler, Klumpp bekam nach der Größe seines Grundstücks sein Wasser zugeteilt. So versuchte man die üblichen „Streitigkeiten“ zu vermeiden!

    Als 1855 Müller Carl Weber, Besitzer der Klumppschen Hauptmühle, eine zweite Mahlmühle, die sogenannte „Beimühle“ baute, wurde der Bewässerungskanal zum Mühlkanal. Die anderen Grundstücksbesitzer stimmten diesem Mühlenbau erst zu, als sie ihr gesetzlich verbrieftes Bewässerungsrecht gesichert sahen.

    Wegstationen
    Station 1: Hainoltsche Mühle (1564 bis 1586)

    Zur Zeit der Reformation ist das Kniebiser Klostergut an den Württembergischen Herzog übergangen. Dieser verpachtete das Klostergut 1564 an den aus Dornstetten stammenden Gastmeister Hans Hainolt. Er baute sich eine kleine Bauernmühle. Als Herzog Ludwig 1583 eine Aufstellung aller „Klöster und Stifte“ in Württemberg veranlasste, lautete der Kniebiser Eintrag: „Ein Klösterlein samt Kirche; eine geringfügige Mühle und Pfisterei mit zwei Scheunen und Stallung, alles mit den zugehörigen Gütern an einen Gastgeber um 27 Gulden verpachtet; dieser zieht zugleich den alten und neuen Zoll ein“.

    1568 starb die 18-jährige Gastgeber- und Müllerstochter Maria Hainolt. Ihr Grabstein kann noch heute im Vorhof („Paradies“) des ehemaligen Klosters besichtigt werden. Nach 22-jähriger Tätigkeit als Gastmeister, Müller und Zoller, kehrte Hans Hainolt nach Dornstetten zurück. Von seiner Bauernmühle hören wir später nichts mehr.

    Textquelle: Infotafel vor Ort (Juni 2023)

    Station 2: Mühle Klumpp (1830)

    Bau

    Die Kniebiser Mühle wurde 1830 vom Müller Michael Klumpp (1799-1849), geboren in der Mitteltaler Mühle und seiner Ehefrau Friedericke, geborene Wolf-Trück (1805-1867), Ochsenwirttochter vom Kniebiser Klostergrund, erbaut.

    In der Württembergischen Urkarte von 1836 sind folgende Gebäude und Anlagen eingetragen:

    1. Mahlmühle und Wohnhaus (9 m breit und 15,61 m lang)
    2. Wasserstube mit oberschlächtigem Mühlrad
    3. Keller in den Nordsteilhang eingebaut
    4. Ein Holzschopf für Holzvorräte für die langen Winter
    5. Ein etwas abseits am Weg gestellter Schweinestall
    6. Sehr großer, eingezäunter Gemüsegarten
    7. Der steile alte Mühlweg zur Freudenstädter Landstraße
    8. Großer Mühlsee, gespeist von einem Nebenarm des Forbachs (Mühlkanal)

    Familie Klumpp

    Die Müllerin hat hier 13 Kinder geboren, fünf davon wanderten 1854 nach Amerika aus. Sohn Louis Klumpp wurde 1843 hier in der Mühle geboren, er machte aus dem „Ruhestein“ einen Luftkurort.

    Übergabe der Mühle

    1848 übergaben die Mühlenerbauer ihrer ältesten Tochter Rosine Klumpp und ihrem Schwiegersohn Carl Weber, 1822 in Friedrichstal geboren, nach deren Verheiratung die Mahlmühle.

    Die Mühlenerbauer übernahmen das Gasthaus „Zum Waldhorn“. Schon ein Jahr später starb Müller Michael Klumpp. Der „umtriebige“ Müller Carl Weber baute 1855 talabwärts eine „Beimühle“, eine zweite Mahlmühle. 1863 errichtete Carl Weber einen großen Anbau an die Hauptmühle.

    Familie Weber

    Müllerin Rosine hat hier in der Mühle 16 Kinder geboren, acht von ihnen starben kurz nach der Geburt. Der älteste Müllersohn August starb mit 18 Jahren. So musste der zweitölteste Sohn Georg Weber nach seiner Verheiratung 1876 die Mühle übernehmen.

    Heute

    Der vor Ort ausgestellte Mühlstein, gestiftet von Müllermeister Georg Trück, stammt von der Altmühle in Baiersbronn. Es handelt sich um einen Champagner-Mühlstein. Der Kern besteht aus normalem Sandstein, der äußere, zusammengesetzte Teil aus französischem Süßwasserquarz. Die Eisenreifen verhindern das Auseinanderspringen des Quarzes.

    Textquelle: Infotafel vor Ort (Juni 2023)

    Station 3: Beimühle Weber (1855)

    Vom Bauantrag zum Bau

    Müller Carl Weber begründete seinen Bauantrag vom 09.02.1855 für eine „Beimühle“ damit, dass er bei seiner Hauptmühle zeitweise so wenig Wasser habe, dass er sein Mühlengewerbe oft nicht ausüben könne. An dem jetzt gewählten Platz sammle sich in seiner Wiese das ganze Jahr so viel Wasser, dass er wohl immer mahlen könne. Zudem habe er kürzlich in Hallwangen ein  Mühlenwerk mit einem Mahlgang günstig erwerben können und wolle dieses nun auf den Kniebis umsetzen.

    Es dauerte Monate bis alle bürokratischen Hindernisse überwunden waren und die „Beimühle“ gebaut werden konnte. Die großen Erwartungen an die neue Mühle erfüllten sich für den umtriebigen Müller Carl Weber aber leider nicht.

    Pleiten, Pech und Pannen

    Beim Bau der Beimühle erlebte Müller Carl Weber nicht nur eine Panne.

    Im Dezember 1854 verfertigt Zimmermann und Oberamts-Mühlschauer Christian Burckhardt, geb. 1801 „In der Aach“, 1824 in Reichenbach verheiratet, den Plan mit der Mühleneinrichtung. Den Plan für das Gebäude machte Oberamts-Werkmeister Pfeifer aus Freudenstadt.

    Die erste Panne:

    Im Januar 1855 zeichnete Geometer Ettwein aus Freudenstadt die Mühle an falscher Stelle ein!

    Bemerkung: Der an Ort und Stelle eingenommene Augenschein hat ergeben, dass der von dem Geometer eingezeichnete Bauplatz nicht genutzt werden kann, in dem das Auslaufwasser der Beimühle nicht mehr in das Wässerungswehr B fallen würde, wodurch Waldhornswirt Klumpps Wittwe in ihrem Wässerungsrecht beeinträchtigt würde. Es ist A der richtige Bauplatz. Dieser Fehleintrag ist bei der Bauschau vor Ort am Freitag, den 9. Februar 1855 augekommen. Neben den beamteten Abgeordneten aus Freudenstadt nehmen vom Kniebis teil: Müller Carl Weber, seine Schwiegermutter Waldhornswittwe Friedericke Klumpp, der Angrenzer Jakob Mutschler und für den verhinderten Christian Halst seine Mutter.

    Das Königliche Oberamt Freudenstadt macht das Bauvorhaben öffentlich bekannt. Vom 14. bis 30. April 1855 können Einsprüche geltend gemacht werden. Jakob Mutschler erhebt schriftlich Einspruch, da er sein Wässerungsrecht beeinträchtigt sieht und der Müller überhaupt viel zu oft ungefragt den Weg durch seine Wiese nehme. Auch hat er den Verdacht, Weber werde seine alte Mühle aufgeben und nur noch mit der Beimühle mahlen. Der Einspruch wird vom Oberamt zurückgewiesen, nachdem Weber noch einmal schriftlich die Wässerungsrechte des Mutschlers garantiert und auch versichert, die alte Mühle werde nach wie vor betrieben.

    Baugenehmigung:

    Die Königlich Württembergische Regierung des Schwarzwaldkreises in Reutlingen teilt dem Oberamt Freudenstadt mit, dass die Baugenehmigung erteilt werden kann. Stadtschultheiß Reichert zitiert alle Betroffenen über den Anwalt des Freudenstädter Kniebis Fahrner, Forstmann, auf Samstag, den 18. August 1855 ins Freudenstädter Rathaus, um die Baugenehmigung um 9 Uhr persönlich zu erteilen.

    Carl Weber, Jakob Mutschler, Christian Halst und Friedericke Klumpp unterschreiben die ordnungsgemäße Unterrichtung über die erteilte Baugenehmigung. Oberamts-Werkmeister Pfeifer arbeitet daraufhin neun detaillierte Bauvorschriften aus. Nun geht Maurermeister Schittenhelm an die Arbeit. Ende Oktober steht das Gebäude und die aus Hallwangen herbeigeschaffte Mühleneinrichtungen sind soweit eingebaut.

    Die zweite große Panne am 8. November 1855:

    Ende Oktober teilt Anwalt Fahrner dem Stadtschultheiß Reichert unvorsichtigerweise mit, die neue Mühle sei eigentlich betriebsbereit. Daraufhin ordnet dieser die bauliche „Nachvisitation“ auf Donnerstag, den 9. November 1855 an. Als die Visitatoren bei der Beimühle erscheinen, fällt Weber aus allen Wolken. Er sagt, es tue ihm leid, dass der Anwalt Fahrner diese Mitteilung gemacht habe, denn seine Handwerksleute hätten wegen der ungünstigen Witterung viele Arbeiten unausgeführt gelassen. Die Visitatoren müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. Am 1. Dezember 1855 verpflichtet sich Weber, dass bis zum 15. Mai 1856 die Beimühle endgültig behördentauglich fertig sei. Am 13. Juni 1856 fand dann die behördliche Endabnahme zu aller Zufriedenheit statt.

    Beschreibung der Mühle

    Das Mühlengebäude war 7,40 m lang und 6,50 m breit. Hinzu kam die Radstube mit 1,70 m Breite. Drei der Umfassungswände der Mühle bestanden aus ausgemauerten Riegelwänden, die Wasserradseite war mit Steinen aufgemauert. Der Fußboden war auf Ripphölzern mit gefälzten Dielen ausgelegt, das Dach mit Ziegeln bedeckt. Mit Rücksicht auf den nahen Wald wurde auf eine Feuerstelle in der Mühle verzichtet.

    Das „oberschlächtige“ Wasserrad hatte einen Durchmesser von 5,44 m, die Schaufeln waren 32 cm breit. Beim „oberschlächtigen“ Wasserrad füllen sich die Zellen von ober her mit Wasser, halten es bis zur tiefsten Stelle und trieben so mit dem „Schuss“ des Wassers und dessen Gewicht das Rad an. Die Radstube war aus Sicherheitsgründen mit Brettern verschließbar gemacht.

    Abbruch

    Die Beimühle wurde vom Holzhauer Jakob Günter (1852-1935), der die Mahlmühle von dem glücklosen Müller Georg Weber gekauft hatte, noch vor dem Jahr 1900 abgebrochen.

    Die Eckpunkte des Grundrisses der einstigen Mühle wurden 2004 mit je einem neu gepflanzten Baum markiert. Ein Gedenkstein mit Infotafel und Sitzbank am Bach erinnert heute sichtbar an alten Mühlenstandort.

     

    Textquelle: Infotafel vor Ort (Juni 2023)

     

    Mühle Klumpp (Hauptmühle)

    Beimühle (Carl Weber)

    Wegbeschreibung

    Der Weg ist leider nur an den drei ehem. Mühlenstandorten als „Mühlenweg“ ausgeschildert (Infotafeln). An der Strecke fehlen richtungsweisende Wegweiser.

    Startpunkt

    Der Mühlenweg beginnt bei der Klosterruine, am früheren Standort der Hainoltschen Mühle.

    Der „Alten Paßstraße“ nach unten folgend, führt der Weg zum Schwimmbad an der B 28 (Straßburger Straße). Rechts vom Parkplatz führt, beim Seitentor des Bades am Volleyballfeld, ein schmaler, nicht leicht zu erkennender Pfad (Beschilderung „Klostersteig“), im Zickzack nach unten zum Forbach, den man über einen Holzsteg queren kann.

    „Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt reisen„. Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe steht auf dem Steg geschrieben. Wie wahr!

    Der unmittelbar folgende Abschnitt auf der rechten Seite des Forbachs ist ausgesprochen idyllisch. In Höhe des Waldschwimmbades informiert eine Infotafel („Klostersteig“) über das heutige Freibad, das Anfang der 1930er Jahre aus dem „Alten Mühlensee“ hervorgegangen ist.

    Mühle Klumpp (Kniebiser Mühle | Hauptmühle)

    Schon bald gelangt man zu einem zweiten Steg, wo wir auf die andere Bachseite wechseln. Hier befand sich die „Mühle Kumpp“, auch bekannt als „Kniebiser Mühle“. Mehrere Infotafeln informieren über den früheren Mühlenstandort und gedenken auch der Erbauer-Familie Klumpp und deren Nachfolger, der Familie Carl Weber (Schwiegersohn).

    Beimühle

    Vorbei an der Kläranlage führt der Wanderweg in Parallellage zur B 28 nach rechts auf den Kasernenbrunnenweg, wo nach ca. 200 m ein scharfer Abzweig nach rechts wieder nach unten zum Forbach führt, wo im 19. Jahrhundert die zweite Mühle, die sogenannte „Beimühle“ stand.

    Mehrere Schilder informieren über den Mühlenweg und den Standort. Eine Sitzbank an einem Gedenkstein mit Infotafel zur Mühle direkt am Bach lädt zum Verweilen ein.

    Paltz der Besinnung / Abendwiesen

    Über die Naßwiesen in der „rechten“ Talaue führt der Rückweg steil nach oben zum „Platz der Besinnung“. Hier standen von 1948 bis 1972 die großen Kniebis-Sprungschanzen. Ein Gedenkstein an der von zwei Skiern eingerahmten Infotafel „Sprungschanzen und Wintersport am Kniebis“ erinnert an den guten Andreas Moser, der 1967 beim Skiliftbau tödlich verungückte.

    Ein scharfer Abzweig nach rechts führt am unteren Waldrand über die Lichtung der „Abendwiesen“, wo Sitzgelegenheiten zum „Mühle“ spielen einladen. Wie passend. Hinter der „Abendwiese“ führt die Strecke auf einem kurzen Stück wieder in den Wald.

    Retro-Tankstelle

    Denn schon erreicht man die Fußgängerbrücke über die Bundesstraße B 28, wo in Sichtweite schon ein weiterer Höhepunkt der Zeitreise ansteht.

    Nicht ganz so alt wie die früheren Mühlen, doch auch sehr nostalgisch: Die weit über die Region bekannte Retro-AVIA-Tankstelle, die selbst seitens der Stadt Freudenstadt als „Sehenswürdigkeit“ beworben wird. So heißt es dort auf der Webseite …

    „Lassen Sie sich zurück in die 60er Jahre versetzen und gestatten Sie der AVIA Tankstelle auf dem Kniebis einen Besuch ab. Diese Tankstelle ist ein absolutes Highlight und wurde nicht ohne Grund schon öfters als Filmkulisse genutzt. Im Stil eines amerikanischen Diners und mit Tankwart fühlt man sich ganz schnell in eine andere Zeit versetzt.“

    Eine Tankstelle als Sehenswürdigkeit bei einer Wanderung, das dürfte es nicht allzu häufig geben. Diese erste und einzige „bewirtschaftete“ Rastmöglichkeit an dem kurzen Rundweg sollte man sich nicht entgehen lassen.

    Ein schmaler, steiler Zickzack-Weg vor der Tankstelle führt wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour an der Klosterruine.

    Infomaterialien

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    Mühlenweg Kniebis

    Keine weiteren Infomaterialien vorhanden.

    Textquellen

    Infotafeln am Mühlenweg (Stand: Juli 2023)

    Kohlberg: Zum größten Vulkanschlot der Schwäbischen Alb

    Geologie

    Kohlberg ist geprägt durch seine weithin sichtbare Lage am Hang des Jusi. Mit 673 m ü. NN ist der Kohlberger Hausberg sehr markant und weithin sichtbar.

    Der Jusi – oder auch Jusenberg ist der größte Vulkanschlot der Schwäbischen Alb.

    Er bildet den Abschluss eines schmalen, knapp 4 km langen Bergrückens, der mit der Hochfläche der Schwäbischen Alb verbunden ist.

    Vom Basaltmassiv des Jusi hat man an klaren Tagen einen Ausblick auf den Nordschwarzwald mit der Hornisgrinde, den Schönbuch und die Fildern, ins Neckartal, auf den Schwäbischen Wald und die Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen (Kaiserberge).

    Im Miozän reichten die Schichten der Schwäbischen Alb noch etwa bis Stuttgart. Über einen Zeitraum von 5 bis 6 Millionen Jahren wurden diese Schichten aber an mehr als 350 Stellen durch Explosionen vulkanischer Gase unterbrochen. Aufgeschmolzenes Gestein des Erdmantels, das Magma, stieg allmählich aus über 100 km tiefe auf und kam wenige Kilometer unter der Erdoberfläche zur Ruhe. Von hier aus suchten Gase ihren Weg an die Erdoberfläche. Die zunehmende Druckentlastung verstärkte deren Sprengkraft. Das Verdampfen des Grundwassers hat diesen Effekt noch weiter gesteigert. So entstanden Schlote mit Durchmesser von wenigen zehn Metern, einigen hundert und über tausend Meter beim Jusi. Im Tuffgestein findet man auch Bruchstücke älterer Gesteine aus dem schwarzen und braunen Jura, dem Keuper, Muschelkalk, Buntsandstein und sogar Granit und Gneis. Im Schlot ist auch Magma –Melilithit – eingedrungen, der früher an der Westseite des Jusi abgebaut wurde.

    Durch die vulkanische Tätigkeit in der schwäbischen Alb sind keine Vulkankegel, wie der Vesuv oder der Ätna entstanden. Da beim explosiven Ausbruch Gesteinsmaterial in die Atmosphäre und Umgebung geschleudert wurde, konnte der Schlot oben nicht mehr vollständig gefüllt werden. Es entstanden Vertiefungen, die sich mit Wasser gefüllt haben – die Maare. Im Gipfelbereich des Jusi sind noch die zusammengeschwemmten geschichteten Tuffe (Tuffite) zu sehen.

    Der Vulkantuff ist es auch, der die ganz besondere Qualität des Kohlberger Trinkwassers heute noch ausmacht.

    Der Gustav-Ströhmfeld-Weg als geologischer Lehrpfad vermittelt anschaulich und erfahrbar diesen Teil der Erdgeschichte. Er gilt zu Recht als einer der schönsten Wanderwege der Schwäbischen Alb.

    © Gemeinde Kohlberg. Mit freundlicher Genehmigung.

    Urach-Kirchheimer Vulkangebiet ("Der Schwäbische Vulkan")

    Quelle: Wikipedia

    Schwäbische Vulkan

    Der sogenannte Schwäbische Vulkan ist ein durch tertiärzeitliche vulkanische Aktivität geologisch beeinflusstes Gebiet auf dem Plateau des mittleren Abschnittes der Schwäbischen Alb und dessen nördlichem Vorland.

    In einem Umkreis von 56 km wurden dort bisher über 350 Vulkanschlote (Diatreme) identifiziert. Zahlreiche verborgene Schlote konnten nur mithilfe geophysikalischer Methoden kartiert werden. Da die vulkanischen Aktivitäten nur im Miozän (vor 17–11 Mio. Jahren) stattfanden, sind nach dieser langen Zeit Vulkanmerkmale nur noch in einigen Fällen wahrnehmbar, in noch weniger Fällen prägend für das Landschaftsbild und ganz selten sind Schlotspitzen an der Oberfläche sichtbar. Am „Scharnhauser Vulkanschlot“, rund 23 Kilometer nördlich des heutigen Albtraufs, wurden Gesteinsfragmente des Weißjura (Malm beta) vorgefunden, wo alle drei Jurastufen längst abgetragen sind. Im Miozän muss sich das Albplateau folglich noch bis kurz vor Stuttgart erstreckt haben.

    Landschaft

    Seit dem Erlöschen des Vulkanismus im Miozän ist es zu keinen weiteren Aktivitäten mehr gekommen. Nach dieser langen Zeit sind Vulkanmerkmale nur in einigen Fällen wahrnehmbar und in noch weniger Fällen prägend für das Erscheinungsbild der Landschaften. An der Oberfläche sichtbare Schlotspitzen sind selten. Rhenanische Erosion, Verwitterung und Abtragung des Reliefs des Albplateaus um bis zu 200 m, nördlich des heutigen Albtraufs oft 300 m oder mehr, haben die Tops der Vulkanschlote abgeräumt und die Landschaft überprägt. Ein Übriges haben menschliche Einflüsse bewirkt – Besiedlung, technisierte Landwirtschaft, extensive Flächennutzungen und Arbeitsmigration in das Vorland.

    Nach der Stilllegung der wenigen Vulkan-Steinbrüche die es gab, sind auch deren Spuren durch Bewuchs, Zerfall oder Zuschüttung verwischt. Die wasserstauenden Schlottuffeigenschaften sind für die Siedlungen der verkarsteten Schwäbischen Alb seit der flächendeckenden Albwasserversorgung ab 1870 unwichtig geworden. Im Alb-Vorland bildet das vulkanische Gestein oft kuppen- oder kegelförmige Erhebungen, weil die Mitteljura-Schichten weniger verwitterungs- und erosionsresistent als der Schlottuff sind. An den sonnenexponierten Hängen dieser Vulkanit-Härtlinge befinden sich oft Weingärten und Streuobstwiesen.

    Entstehung

    Die Vulkangänge entwickelten sich entlang tiefer, tektonisch zerrütteter Klüfte und Spalten, d. h. bevorzugt in tektonischen Schwächezonen (Täler und Karstklüfte). Die Wege erweiterten sich zu fast lotrecht verlaufenden Gängen und Durchschlagsröhren. Die Schlote weisen Durchmesser zwischen wenigen zehn Metern und 1,2 Kilometern auf. Die Tuffe bestehen vorwiegend aus meist sehr kleinen Lapilli, mit einem kristallinen Kern von Olivin oder Melilith, oder beiden (Mineralen), umgeben von einer Glashaut.

    Die ersten Vulkanaktivitäten dürften in vielen Fällen ähnlich abgelaufen sein:

    Mehr oder weniger zahlreiche Einzeleruptionen pro Schlot, mehrere Tage bis Monate dauernd. Ablagerung von Auswurfmaterial als Kraterwall und lateral über einige Kilometer, auch einige vulkanische Bomben. Es gab keine Lavaablagerungen. Die Spuren an den Oberflächen sind längst abgetragen. Die juvenilen Pyroklasten in den Schloten – Asche, Lapilli – und kantige sowie gerundete Xenolithe sind im Laufe der Zeit verdichtet und abgesackt (Herkunft der Xenolithe: Oberer Erdmantel, variszisches Grundgebirge, mesozoisches Deckgebirge).

    Heute liegen über den meisten Schloten dünne Jura-Deckschichten und darüber noch zumeist dünne, nährstoffarme Verwitterungsdecken, auf denen sich viele, diesen Verhältnissen gut angepasste Pflanzengemeinschaften angesiedelt haben: artenreiche Weidegräser, seltene, wertvolle Blumen wie z. B. Orchideen. Auf dem Albteil des Urach-Kirchheimer Vulkangebiets sind heute flächig ausgedehnte Buchenwälder prägend.

    Beim Durchschlagen der (grund-)wasserführenden Schichten kam es zu heftigen Wasserdampfexplosionen, die Trichter bildeten. Dabei stürzte ein Teil der Tuffe zusammen mit Trümmern der durchschlagenen Juradeckschichten in die Schlotöffnungen zurück, und infolge von Tuffentgasung sackten die Trichterfüllungen ab. In den oberen, unverfüllten Teilen der Trichter bildeten sich wassergefüllte Maare. Bei späteren Ausbrüchen weiteten sich Schlotgänge und führten zu weiteren Dampfexplosionen, bis das Wasser überall aufgebraucht war. Nach den sehr langen Prozessen von Abtragung, Verwitterung, Sedimentation und Kompaktion findet man heute Tuffite in den Schlotresten in geschichteter und ungeschichteter Form vor (Pyroklasten und Nicht-Pyroklasten). So werden die Reste noch heute vorgefunden.

    Im Fall der beiden Pseudo-Zeugenberge Jusi und Aichelberg hat Cloos bis zu 300 m große „Sinkschollen“ aus nicht mehr existierenden stratigraphisch höheren Juraschichten im Schlottuff festgestellt, die zwar mehr oder weniger zerrüttet, aber noch in ihrem ursprünglichen Schichtverband erhalten seien. Lorenz hat jedoch die von Cloos behauptete mechanische Genese dieser Sinkschollen – sie hätten sich langsam „aus ihrem ursprünglichen Gesteinsverbund“ gelöst und seien dann langsam im „aufsteigenden Gas-Aschen/Lapilli-Strom“ abgesunken – als unhaltbar verworfen. Wegen ihrer enormen Größe seien diese Schollen vielmehr in calderaartigen Erweiterungen der initialen Förderschlote ausgebrochen und dann mit abgesackt.

    Nur in einigen wenigen Vulkanschloten intrudierte in Nachschüben auch Magmaschmelze in schmalen Kanälen bis in die heutigen Aufschlussbereiche der Tuffe. Cloos beschreibt eine Intrusion im Jusi. Die Intrusionen enthalten viele verschiedene Mineralien, u. a. auch Olivin und Melilith. In der Geokarte sind 22 Eruptionspunkte mit massigen Olivin-Melilithen eingezeichnet.

    Der ursprünglich postulierte Zusammenhang zwischen Wärmeanomalie und dem Vulkanismus des Urach-Kirchheimer Gebiets (Thermalbäder von Beuren und Bad Urach) muss „auf andere Ursachen in erdgeschichtlich jüngerer Vergangenheit zurückgeführt werden.“

    Rundweg auf den Jusi

    Start der Tour ist am Wanderparkplatz Raupental unterhalb des Jusibergs.

    Die Wanderung beginnt mit dem steilen Aufstieg zum Jusi-Gipfel. Der Weg bietet schöne Aussichten mit Blick nach Nordosten zur Burgruine Hohenneuffen, zur Burg Teck und zu den Dreikaiserbergen.

    Infomaterialien

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    Kohlberg

    Rundweg auf den Jusi – keine Infomaterialien vorhanden!

    Hinterzarten: Heimatpfad Hochschwarzwald – Mühlen und Sägen in der Schlucht

    Königsbronn: Industrie- und Geschichtspfad

    Es waren Zisterzienser Mönche, die die Entwicklung der Schwerindustrie in Königsbronn in Gang gebracht haben. Die ehemalige Klosteranlage liegt wenige Schritte vom Brenztopf entfernt und bildet neben den Stationen zur Industriegeschichte einen zweiten Schwerpunkt des Themenpfades.

    Darüber hinaus hat Königsbronn weitere Besonderheiten zu bieten, wie die Burgruine Herwartstein, den Itzelberger See oder die Gedenkstätte, die dem Hitler-Attentäter Georg Elser gewidmet ist. Auch diese Stationen sind ausgeschildert und laden zur Erkundung ein.

    Ausgangspunkt der Tour ist der Brenzursprung, um den sich gleich mehrere der insgesamt 19 Stationen des Industrie- und Geschichtspfades gruppieren – darunter das Rathaus mit seiner Rokoko-Fassade, die Hammerschmiede und das Turbinenhaus.

    Sehenswürdigkeiten

    © Gemeinde Königsbronn

    Brenzursprung

    4 Meter tiefer Quellsee mit klarem, blaugrünem Wasser. Die Quelle tritt unter einem mächtigen Felsen hervor. Die Schüttung beträgt 400 Liter in der Sekunde (34560 cbm pro Tag). Die Wassertemperatur beträgt das ganze Jahr über 7°C. Der Brenzursprung ist eine der schönsten und größten Quellen der Schwäbischen Alb.

    Seit dem Jahr 2000 wird die Wasserkraft der Brenzquelle wieder genutzt.

    Rathaus Königsbronn

    Das Rathaus Königsbronn ist das Wahrzeichen der Gemeinde.

    1775 erhielt das heutige Rathaus seine Spätbarocke Fassade und eine kostbare Innenausstattung, die jedoch bis auf das Fürstenzimmer im Dachgeschoß leider verloren gegangen ist.

    Zum 100 jährigen Rathaus – Jubiläum wurde die Barocke Fassade vollkommen neu renoviert. Das geschah 1985 im Zuge der Ortskernsanierung.

    Klosterhof-Areal

    Das Zisterzienserkloster Königsbronn, welches sich durch wertvolle Privilegien, Schenkungen und Patronatsrechte, dieses u.A. in der Reichsstadt Reutlingen und zu Pfullendorf besaß, umfangreich entwickelte und zu beachtlichem Wohlstand kam, vor seiner am 29. und 30. April 1552 erfolgten völligen Einäscherung und Zerstörung durch Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach, (dem Verbündeten des Kurfürsten Moritz von Sachsen, der im Krieg gegen den Kaiser stand) als Strafe dafür, daß sich das in kaiserlicher Huld stehende Kloster der Reformation, die Herzog Ulrich v. Württemberg durchzuführen bestrebt war, entzog, indem es sich auf die Rechte des Österreichischen Königs Ferdinand stützte.

    Flammofen

    Aus dem ursprünglichen „Alten Gießhaus“, das bereits 1667 in Königsbronn stand, wurde später das Flammofengebäude der schwäbischen Hüttenwerke. Von 1820 bis 1920 wurde der Flammofen innerhalb des Flammofengebäudes betrieben. Aus dem 19. Jahrhundert stammt der hölzerne Kran mit Laufkatze, mit einer Tragkraft von ca. 5 Tonnen. Dieser Kran, der die Arbeit mit dem Eisenguss im 19. und 20. Jahrhundert verrichtete, kann im Flammofengebäude bis heute noch per Hand bedient werden.

    Im Zuge der Industrialisierung wurde der Ofen zur Herstellung der ersten Hartgusswalzen in Mitteleuropa eingesetzt. Die dafür eingesetzte Technik wurde aus Großbritannien übernommen und bildete den Grundstein eines effektiveren Herstellungsprozesses. Bis heute werden im angrenzenden Hüttenwerk Walzen gegossen und bearbeitet.

    Mit dem Besuch im Flammofengebäude kann der Film „Feuer und Flamme für Eisenguss“ zur Herstellung von Gießereiprodukten wie Glocken, Öfen und Grabplatten angesehen werden.

    Itzelberger See

    Der Itzelberger See ist ein beliebtes Naherholungsgebiet im Teilort Itzelberg. Im Sommer ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Mit Minigolf, Kiosk und Fahrten mit dem Tretboot. Ein Runderwanderweg führt um den ca. 8,4 Hektar großen See herum.

    Der Itzelberger See wurde von den Mönchen des Klosters künstlich angelegt. Fische waren die Fastenspeise. Über Jahrhunderte hat das Wasser seine Bedeutung für die Fischzucht erhalten.

    Ein eindrucksvolles Landschaftsbild gewährt die Vogelschutzinsel am Einlauf der Brenz in den Itzelberger See. Dieses Feuchtbiotop entstand während der großen Entschlammungsaktion des Itzelberger Sees.

    1957 entschlossen sich die Gemeinderäte aus Königsbronn und der damals noch selbständigen Gemeinde Itzelberg, den See zu entschlammen. Dies wurde notwendig, nachdem sich im Seebecken eine zwei Meter hohe Schlammdecke angesammelt hatte und der Wasserstand teilweise nur noch eine Tiefe von 30 Zentimeter erreichte. Im Nord- und Westufer des Itzelberger Sees lag zu jener Zeit ein 4 Hektar großes Sumpfgebiet, die „Mooswiesen“.

    Im Zuge der Entschlammung wurde ein großer Teil der Sumpfwiesen mit dem Schlamm aufgefüllt, der in ausgetrocknetem Zustand mit großen Baggern aus dem See entnommen wurde. Seinerzeit wurden über 170.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Seebecken entfernt. Von dem ehemaligen Moor blieb nur ein zwei Hektar großer Restteil übrig, aus dem sich die Vogelschutzinsel bildete. Es entstand ein ideales Brut- und Rückzugsgebiet für Vögel und Amphibien.

    Mittlerweile findet man an dieser Vogelschutzinsel den Eisvogel, Stockenten, das grünfüßige Teichhuhn, Kanadagänse, aber auch Bisam und Fischreiher sind anzutreffen. In den Wintermonaten rasten viele Wasservögel, besonders Tafelenten, Kolbenenten und Möwen, auf dem See die dann im Frühjahr in ihre Brutgebiete weiterreisen.

    Im Uferbereich entdeckt man gelegentlich auch Spuren von Füchsen, die frühmorgens über den Nebenflussarm der Brenz auf die Vogelschutzinsel schwimmen und dort im dichten Unterholz nach Beute suchen. Auch der Marder und die Elster finden auf dem unzugänglichen Inselbereich ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

    Feilenschleiferei

    Das Gebäude wurde um 1800 von Eberhardt Blezinger (Enkel von Johann Georg Blezinger) als Drahtzuggebäude erbaut. 1823 gingen Gebäude und Werkstatt in den Besitz der Königlichen Hüttenwerke über. Ab 1836 als Mittlere Dreherei genutzt, wurden hier die ersten Hartgusswalzen hergestellt.

    Das damals hölzerne Wasserrad wurde 1888 durch eine Stahlkonstruktion der Fa. Voith ersetzt und ist bis heute erhalten geblieben.

    1902 verkauften die Hüttenwerke die Dreherei und das Wohnhaus an die Familie Burr, welche die Werkstatt fortan als Feilenschleiferei nutzte. Das Wasserrad wurde, nach mehreren gescheiterten Versuchen den Wasseranstau zu erhöhen, 1920 stillgelegt. Der Antrieb der Schleifsteine erfolgte nun über einen Elektromotor. Die Nutzung der Werkstatt dauert noch bis 1970, danach wurde die Fertigung eingestellt.

    Im Mai 2010 erwarb der Kulturverein Königsbronn die Werkstatt, um diese als Industriemuseum wieder zu beleben.

    Seit 2011 laufen umfassende Sanierungsarbeiten am und im Gebäude, die von der Gemeinde und dem Kulturverein Königsbronn mit Unterstützung des LEADER Förderungsprogramms durchgeführt werden.

    Durch die großzügige Spende des Königsbronner Apothekers, Herrn Horst Schmidt, an den Kulturverein war es letztlich erst möglich die umfassande Sanierung des Gebäudes und des Wasserrades durchzuführen.

    Die Instandsetzung des historischen Wasserrades, nach den Originalplänen, konnte mit tatkräftiger Hilfe der Fa. Voith (Ausbildungszentrum) erreicht werden. Ebenso waren die ortsansässigen Firmen und Handwerker eine große Hilfe.

    Weiter unterstützte das LRA Heidenheim, insbesondere der Fachbereich Forsten, das Projekt unter anderem mit einer großen Lärchenholzlieferung und einem mobilen Sägewerk.

    Hammerschmiede

    Hammerschmiede

    Die Hammerschmiede, mit ihrem besonderen Ambiente, bietet Raum für die Durchführung einer Vielzahl von Veranstaltungen verschiedenster Art. Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge, Seminare, Ausstellungen, Hochzeiten oder private Veranstaltungen – mit der mobilen Bühne und der umfangreichen Ausstattung wird jede Veranstaltung ein voller Erfolg.

    Ein Schmuckstück entstand

    Von Königsbronn aus entstand im 15. und 16. Jahrhundert der Brenz folgend, Europas erstes Zentrum der Schwerindustrie. Seit 5. Juli 1529 wird die Wasserkraft des Brenzursprungs industriell genutzt. Unter dem bedeutenden Abt des Königsbronner Zisterzienserklosters Melchior Ruf wurde hier die erste Eisenschmiede gebaut. Weitere folgten im Laufe der Jahrhunderte.

    Bereits 1652 erfolgte der Bau einer neuen Schmiede. Unter dem außergewöhnlichen Unternehmer Johann Georg Blezinger entstand hier 1772 ein über Deutschland hinaus bestauntes „Wunderwerk der Technik“ – ein gusseiserner Wasserkasten, von dem aus die 9 Wasserräder der beiden Hammerschmieden betrieben wurden. 1788 / 89 brach man eine dieser Anlagen für eine neue Schmiede ab.

    1860 / 61 wurde auch dieser Bau durch einen weiteren Neubau ersetzt, es entstand das heute noch bestehende Gebäude der Hammerschmiede. Bereits wenige Jahre später wurde dieses Werk zur Walzendreherei umfunktioniert und Mitte des 20. Jahrhunderts als Produktionsstätte aufgegeben.

    Die Hammerschmiede wurde ab 1956 zur Brenzturnhalle umgebaut. Später, nach einer kurzzeitigen Nutzung als Asylbewerberunterkunft wurde sie von einem Arbeitskreis ehrenamtlich nutzbar gemacht.

    2008 beschloss der Gemeinderat, dieses einzigartige Gebäude im Rahmen der Ortskernsanierung umfangreich zu renovieren. Nach knapp einjähriger grundlegender Sanierung entstand nun zwischen der Brenz und dem ehemaligen Triebswerkskanal ein besonderes Schmuckstück – die „Hammerschmiede“.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen allen Veranstaltungen in diesen historischen Räumlichkeiten einen harmonischen Verlauf.

    Georg Elser Gedenkstätte

    Georg Elser versuchte mit seinem Attentat auf Adolf Hitler in das Rad der Geschichte einzugreifen. Die Elser Gedenkstätte beinhaltet die größte Dokumentation über den Königsbronner Widerstandskämpfer.

    Neben wertvollen zeitgeschichtlichen Dokumenten sind auch die Verhörprotokolle vom Dezember 1939 einzusehen und gewähren einen umfassenden Einblick in die Hintergründe des Attentats.

    Infomaterialien

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    Königsbronn

    Faltblatt „Feilenschleiferei und Schmiede“

    Königsbronn: Karstquellenweg

    Der Karstquellenweg verbindet in 15 Stationen die wichtigsten Wasseraufbrüche des oberen Brenz- und Kochertals. Der Weg ist einheitlich beschildert. An wichtigen Knotenpunkten finden Sie grüne Wegweiser. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie vom Wegzeichen „gelber Ring“ geführt.

    Über die europäische Wasserscheide hinweg verbindet er die beiden benachbarten und befreundeten Orte Oberkochen und Königsbronn. Den interessierten Wanderer will er zur Beobachtung der geologischen und geschichtlichen Besonderheiten eines der schönsten Teile der Ostalb anregen.

    Wegstationen
    Station 1: Tiefental (510 m NN)

    Das ca. 5 km lange Tiefental ist ein Trockental von besonderem Reiz und deshalb auch Landschaftsschutzgebiet.

    Der Talgrund ist weitgehend waldfrei. Etwa 2,5 km talaufwärts entspringt die nie versiegende „Hubertusquelle“ an der Schichtgrenze Weißjura Gamma/Delta (570 m NN).

    Ein kleiner aufgestauter Weiher wird von ihr gespeist. Nach wenigen 100 m versichert das Wasser im Schotterbett des Tiefentals.

    An der Einmündung des Tiefentals in das Urbrenztal entspringt bei hohem Wasserstand die „Fleinsquelle“. Sie zeigt, dass das Tiefental überwiegend zum Kocher entwässert.

    Station 2: Kocherquelle (499 m NN)

    Aus mehreren Quellen, die sich immer tiefer in den Berghang einschneiden, entspringt der „Schwarze“ Kocher.

    Nach 180 km Lauf mündet der Fluss bei Bad Friedrichshall in den Neckar. Der Kocherursprung liegt auf der Albuchseite des Urbrenztales. Er ist mit einer mittleren Schüttung von 680 l/Sek. die größte Karstquelle in Oberkochen.

    Die Schüttung schwankt von minimal 50 l/Sek. Bis maximal 4000 l/Sek. Die Kocherquelle entspringt aus dem Hangschutt und den Bankkalken des Weißjura Beta.

    Zwischen 1551 und 1634 stand ein Eisenhüttenwerk am Ursprung des Schwarzen Kocher. Ein Kocherkanal mit Staustufe für die Blasebälge und die Eisenhämmer ist direkt unterhalb des Ursprungbereichs noch erkennbar.

    Im 30 jährigen Krieg wurde das Hüttenwerk zerstört. Danach wurde an gleicher Stelle eine Schlackenwäsche betrieben. Schwarzer Kocher heißt der Fluss wegen der dunklen Farbe der Fluss-Sohle von früheren Schlackenresten und üppigem Bewuchs.

    Das Einzugsgebiet des Kochers ist zu 100% bewaldet. Sein Wasser ist dementsprechend von guter Qualität.

    Station 3: Ölweiher (500 m NN)

    Mehrer tiefe und seitliche Quellen speisen den Ölweiher. Die Wasserkraft wurde durch Aufstau schon frühzeitig für eine Ziegelei; sowie für eine Öl- und Schleifmühle genutzt.

    Der Abfluss erreicht als wichtiger Nebenbach nach ca. 150 m unterirdischem Lauf den Kocher. Der Ölweiher ist in Privatbesitz.

    Die Parkanlage mit wertvollem Baumbestand bildet einen interessanten Lebensraum für Pflanzen- und Tierwelt.

    Ca. 120 m höher als der Ölweiher entspringt im Hang der „Brunnenhalde“ die Brunnenquelle. Sie entwässert die wenig erforschte Brunnenhöhle.

    Station 4: Katzenbachquelle (518 m NN)

    Im Wiesengrund entspringt der Katzenbach als typische Schichtgrenzquelle.

    Wasserführende Kalke des Weißjura Beta liegen über stauenden Mergeln des Weißjura Alpha im „seichten Karst“. So bezeichnet man die Zone der Alb, in der die wasserstauende Schicht über der Talsohle liegt.

    Im „tiefen“ Karst dagegen befindet sich die wasserstauende Schicht unterhalb der Talsohle (z. B. Brenztopf).

    Der Katzenbach fließt, teilweise verdeckt, dach kurzem Lauf als „Zollbach“ bei der Bahnhofsbrücke in den Kocher

    Station 5: Luggenlohbrunnen (508 m NN)

    Die Fassung dieses Brunnens (im Zaun) liefert 50 % des Oberkochener Wasserbedarfs (d. h. jährlich bis 300 000 cbm).

    Das Wasser wird an der Schichtgrenze zwischen den Weißjura Alpha-Mergeln (unten) und den geklüfteten, wasserführenden Beta-Kalksteinbänken gewonnen.

    Die Schüttung des Brunnens liegt im Durchschnitt bei 10 l/Sek. Das Einzugsgebiet (der Volkmarsberg) ist völlig bewaldet. Dies gewährleistet stets einwandfreies Wasser. Bedingt durch das Kalkgestein ist es allerdings sehr „hart“.

    Station 6: Neubrunnen (520 m NN)

    Erste ständig schüttende Quelle im Wolfertstal.

    Der früher offene Brunnen fließt heute seitlich in den Gutenbach (Veränderung infolge der Leitungen der Landeswasserversorgung).

    Der Ursprung liegt an einer geologischen Verwerfung. Zum unterirdischen Wasserstau mit Quellaustritt kommt es durch den Versatz wasserführender Kalkschichten gegen stauende Mergel.

    Station 7: Hungerbrunnen im Wolferstal (525 m NN)

    Ursprung des „Gutenbachs“.

    Die Quelle ist stark verändert durch Erdauffüllungen und die hier verlaufenden Leitungen der Landeswasser- versorgung. Nach der Schneeschmelze und bei hohen Niederschlägen entspringen mehrere Quellen, die oft rasch wieder versiegen.

    Das ist für „Hungerbrunnen“ typisch. Sie entstehen im Karst (zerklüftetes wasserdurchlässiges Kalkgebirge) und führen nur zeitweise Wasser.

    Sie heißen Hungerbrunnen, weil nasse Jahre früher oft Hungerjahre waren.

    Station 8: Langertbrunnen (529 m NN)

    Wegen des Ursprungs in der „Schlacht“ (Gschlacht = gelind, mild) auch Schlachtquelle.

    Das Wasser fließt nach kurzem Lauf in den Gutenbach im Wolfertstal. Der Ursprung liegt an der Schichtgrenze von Weißjura Alpha (Mergeltone) gegen die aufliegenden wasserdurchlässigen Beta-Kalke (wohlgebankte Kalke).

    Die Quelle versiegt bei niedrigem Grundwasserstand (Hungerbrunnen). Quelle und Umgebung sind durch den Bau der Heidestraße stark verändert.

    500 m talaufwärts entspringt die Obere Schlachtquelle (590 m NN) an der Schichtgrenze Weißjura Gamma (Mergel) gegen Delta (Kalke). Sie fließt ganzjährig, versichert aber gleich unterhalb der Schlachthülbe.
    Einzugsgebiet beider Quellen ist der „Langert“.

    Station 9: Brenztopf (500 m NN)

    Die Brenzquelle gehört zu den größten und schönsten Quelltöpfen der Schwäbischen Alb (vergleichbar mit dem Blau- oder Aachtopf).

    Die mittlere Schüttung beträgt 1200 l/Sek. Das Einzugsgebiet umfasst Teile des nördlichen Albuchs und reicht bis nach Irmannsweiler, Bartholomä, Amalienhof und Zang. Hier in der Zone des „Tiefen Karstes“ steigt das Quellwasser aus mehreren Metern Tiefe empor.

    Der Zufluss des Wassers zur Quelle erfolgt durch unterirdische Klüfte, Spalten und Hohlräume im Karstgebirge. Die Brenzquelle ist schon seit Jahrhunderten mit einer Stauwehr versehen.

    Die Wasserkraft wurde seit 1529 zum Betrieb eines Eisenhammerwerks genutzt. 1890 wurde eine der ersten Voith-Turbinen eingebaut. Der Wasserreichtum von Königsbronn durch die Brenz und Pfeffer war unter anderem bestimmend für die Gründung des Zisterzienserkloster (1302) und des Aufbaus der eisenverarbeitenden Industrie.

    Im November 2000 wurde die alte aus dem Jahr 1927 stammende Turbine nach einer Restaurierung wieder in Betrieb genommen.

    Station 10: Itzelberger See (496 m NN)

    Der Itzelberger See ist künstlich aufgestaut. Er wurde von den Mönchen des Klosters Königbronn als Fischteich angelegt.

    Außerdem wurde die Wasserkraft am Auslauf des Sees für den Betrieb eines Eisenhammerwerks, das erstmals 1471 urkundlich erwähnt wurde, genutzt.

    Die Brenz fließt mitten durch den See. Die Ufer der Brenz und insbesondere die in den 60iger Jahren geschaffene Vogelschutzinsel stellen für Flora und Fauna wertvolle Lebensräume dar.

    Station 11: Wasserwerk Itzelberg (495 m NN)

    Das Hauptpumpwerk der Härtsfeld-Albuch-Wasserversorgung (erbaut 1892) fördert aus drei Tiefbrunnen in der Brenzaue zwischen Königsbronn und Itzelberg aus bis zu 70 m Tiefe eine Wassermenge von über 80 l/Sek.

    Das Karstwasser wird bis auf 720 m NN auf die Hochflächen von Albuch und Härtsfeld beiderseits des Brenztals gepumpt. Die Kolbenpumpen werden direkt von einer mit Wasserkraft aus dem See gespeisten Turbine angetrieben.

    43 Ortschaften mit über 25000 Einwohnern werden mit bis zu 3000 cbm Trinkwasser pro Tag versorgt.

    Im Jahr 2006 wurde das Wasserwerk Itzelberg grundlegend saniert und erweitert.

    Station 12: Pfefferquelle (505 m NN)

    Die Pfefferquelle ist eine typische Topfquelle des „Tiefen Karstes“ mit Ursprung unter dem Talbodenniveau.

    An der Grenze von Berghang und Taleinfüllung werden die Karstwässer aus der Tiefe nach oben gedrückt. Das Einzugsgebiet umfasst die Markung Ochsenberg, Nietheim, Niesitz und Ebnat auf dem Härtsfeld.

    Der unterirdische Pfeffer entwässert die abflusslose „Ebnater Karstwanne“.
    Die mittlere Schüttung beträgt 110 l/Sek. (13 l/Sek. Bis maximal 700 l/Sek.). Die Pfefferquelle wurde vor Jahrhunderten mit einer Stauwehr zur Nutzung der Wasserkraft versehen.

    Unmittelbar benachbart steht einer der ältesten Industriebetriebe Deutschlands, das Eisenhüttenwerk Königsbronn. Es wurde 1365 durch die Mönche des Klosters Königsbronn gegründet und besteht noch heute.

    Der Pfeffer mündet nach ca. 450 m in die Brenz.

    Station 13: Leerausquelle (515 m NN)

    Die Leerausquelle ist ein Hungerbrunnen, der nur ab und zu Wasser führt.

    Der Bach versiegt nach der Schneeschmelze meistens wieder, „er geht leer aus“, daher auch der Name.

    Die Leerausquelle ist eine Überlaufquelle des Pfefferursprungs.

    Station 14: Ziegelbachquelle (506 m NN)

    Der Ziegelbach fließt zur Brenz. Sein Einzugsgebiet ist der Wollenberg.

    Eine unterirdische Verbindung mit dem 62 m tiefen Wollenloch in ca. 3 km Entfernung wurde durch Färbeversuche nachgewiesen.

    In den „Seewiesen“ zwischen Ziegelhütte und Seegartenhof befindet sich ein großer, nicht genutzter Trinkwasservorrat im Talgrund. Bis 45 m Tiefe sind durch Bohrungen Flußschotter der Urbrenz nachgewiesen, die das Karstgrundwasser speichern.

    Infomaterialien

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    Königsbronn

    Karstquellenweg – keine Infomaterialien vorhanden!

    Königsfeld (Rh.-P.): Geopfad Route V (Vinxtbachtaler)

    Geopfade Vulkanregion Laacher See

    © Zweckverband Ferienregion Laacher See

    Mit freundlicher Genehmigung.

    Vielen Dank.

    Vom Bürgerhaus ausgehend durch den historischen Ortskern, folgen Sie der Geo-Pfad-Markierung. Weiter wandern Sie über idyllische Feldwege mit herrlicher Fernsicht und zahlreichen Keramikskulpturen.

    Über die anschließenden Waldwege wird das Waldgut Schirmau erreicht. Der Weg führt links hinter dem Waldgut zum Aussichtsturm „Weiselstein“. Weiter geht es durch die Felder und Wiesen bis zum Ort Schalkenbach. Auf dem Weg zurück nach Königsfeld treffen Sie auf weitere Skulpturen und alte Wegkreuze. An der L83 überqueren Sie Vinxtbach und Straße. Nach rechts über den Gehweg der L83 kommen Sie linkerhand ansteigend durch das Königsfelder Neubaugebiet und zum Ausgangspunkt zurück.

    Zu dieser Kernroute werden zwei Erweiterungsrouten angeboten.

    Deren Verlauf ist ebenfalls beschildert (Geo-D oder Geo-S) und im Kartenmaterial dargestellt.

    Infomaterialien

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    Königsfeld (Rh.-P.)

    Geopfad Route V (Vinxtbachtaler) – keine Infomaterialien vorhanden!

    Textquellen

    Zweckverband Ferienregion Laacher See

    Hinterzarten: Heimatpfad Hochschwarzwald – Mühlen und Sägen in der Schlucht

    Königsfeld: Höfe- und Mühlenwanderwege

    Die beiden Höfe- und Mühlenwanderwege und ein historischer Höfe- und Mühlenwanderweg sind eingebunden in das Wanderparadies Königsfeld. Rund 250 km ausgeschilderte Wander- und Rundwanderwege bieten ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Wanderungen, Radwanderungen und Spaziergänge.

    Naturfreunde genießen die abwechslungsreiche Landschaft und verbinden auf den neuen Höfe- und Mühlenwanderwegen Geschichte und Natur auf besonders reizvolle Weise.

    Entdecken Sie in Königsfeld Tradition und Gastlichkeit und tanken Sie neue Lebenskraft im Heilklima dieser schönen Naturwald-Gemeinde, die sich als bundesweit erste Solar-Kommune für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen engagiert. 

    Textquelle: Faltblatt „Königsfeld im Schwarzwald: Höfe- und Mühlenwanderwege“

    Infomaterialien

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    Königsfeld im Schwarzwald

    Faltblatt „Höfe- und Mühlenwanderwege“

    Textquellen

    Faltblatt „Höfe- und Mühlenwanderwege“

    Korbach: Geopfad

    Auf dem Geopfad Korbach können Sie den Spuren der Erdgeschichte folgen. Erleben Sie, wie die heutige Landschaft entstanden ist – 350 Mio. Jahre Landschaftsgeschichte werden lebendig! Entdecken Sie Karstphänomene auf der Korbacher Hochfläche. Wandern Sie durch die Überreste mittelalterlichen Bergbaus. Suchen Sie Orchideen und seltene Trockenrasen-Pflanzen. Erfahren Sie Wissenswertes über die Eiszeiten rund um Korbach. Lernen Sie, die Fingerabdrücke des Menschen zu lesen, die er in der Landschaft hinterlassen hat. Wer einmal gelernt hat, die Spuren der Erdgeschichte zu lesen, wird nie wieder einen langweiligen Spaziergang erleben!

    Der GeoPfad Korbach verbindet als rund 20 km langer Rundweg die Korbacher Spalte mit dem Eisenberg bei Goldhausen, Deutschlands größter Goldlagerstätte mit Besucherbergwerk und Lehrpfad Goldspur. Die Wegeführungerfolgt überwiegend auf Feld- und Forstwegen, im Bereich des Naturschutzgebiets „Schanzenberg“ auf schmalen Naturpfaden (bitte nicht verlassen!). Für Radfahrer ist die Strecke nicht überall geeignet.

    Hinweise

    Die Wegeführung des GeoPfads Korbach erfolgt überwiegend auf Feld- und Forstwegen, im Bereich des Naturschutzgebiets „Schanzenberg“ auf schmalen Naturpfaden (bitte nicht verlassen!). Für Radfahrer ist die Strecke nicht überall geeignet. Steigungen und wichtige Wegepunkte sind im Strecken-Höhenprofil dargestellt.

    Infomaterialien

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    Geopfad Korbach

    Keine Infomaterialien vorhanden.

    Kreuth: „Boden erleben“ in den Tegernseer Bergen – Bodenerlebnispfad Schwarzenbachtal

    © Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

    Mit freundlicher Genehmigung.

    Vielen Dank.

    Auf diesem Rundgang können Sie die Schönheit der Landschaft genießen und dabei Wissenswertes über die Böden im Ökosystem der Alpen und über die Funktion des Bergwalds erfahren.

    Das Schwarzenbachtal befindet sich rund 7 km südwestlich des Tegernsees im Mangfallgebirge, das einen Teil der Bayerischen Kalkalpen bildet. Der Weg führt Sie über ca. 6 km beiderseits des Schwarzenbachs durch eine Abfolge kalkalpiner Gesteine, aus denen sich ein buntes Mosaik von Böden entwickelt hat. An sechs begehbaren Bodenaufschlüssen können Sie den Boden im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Der Bodenerlebnispfad soll bei Jung und Alt ein wenig Begeisterung und Verständnis für die Vielfalt unter unseren Füßen wecken. Von der Tafel 7 (Moor) sind es noch etwa 300 m ohne nennenswerte Steigung zur Schwarzentennalm – sie bietet eine Möglichkeit zur Einkehr.

    Einen Ausführlichen Steckbrief zu diesem Bodenerlebnispfad finden Sie hier.

    Infos zu allen Bodenlehrpfaden in Bayern unter: https://www.lfu.bayern.de/boden/bodenlehrpfade/index.htm

    Wegbeschreibung

    Leichte Wanderung über eine Forststraße und einen Wanderweg, die auch mit Kindern gut machbar und auch für ältere Menschen geeignet ist. Es ist auch möglich den Bodenerlebnispfad mit einem „Offroad“-Kinderwagen zu umrunden (Der Weg wurde mit einem 3-rädigen Geländekinderwagen Probegefahren). Die Forststraße sollte zuerst bewältigt werden – Bodenerlebnispfad Schwarzenbachtal, Kreuth. Streckenweise muss man jedoch bergauf ordentlich schieben. Der Rückweg über den Wanderweg ist ebenfalls möglich, jedoch schwieriger, da es uneben und sehr steinig ist. Man sollte möglichst zu zweit sein, um die schwierigen Stellen zu meistern und den Kinderwagen teils darüber heben zu können.

    Wegstationen

    Station 1: Die Kraft des Wassers - Fluch oder Segen?

    Die rostigen Säulen im Bachbett sind weder „Kunst am Bau“ noch alte Brückenpfeiler. Sie sind die Zinken eines sogenannten Wildholzrechens, der angeschwemmtes Holz und Geschiebe zurückhält. Damit soll verhindert werden, dass der Durchlass unter der Hauptstraße bei Hochwasser verstopft oder „verklaust“ – so der Fachausdruck. Wildholzrechen im Schwarzenbach Der Schwarzenbach ist ein Wildbach, der einerseits gewaltige Kräfte entfalten und große Schäden anrichten kann. Andererseits verdanken wir das reizvolle Schwarzenbachtal nicht zuletzt der gestaltenden Kraft des Wassers. Hochwasser der Weißach (Pfingsten 1999) Der Bach hat sich über Jahrtausende in den felsigen Untergrund eingetieft. Dabei wird Gestein abgetragen, zerkleinert, verfrachtet und an anderer Stelle wieder abgelagert. Dort kann dann neuer Boden entstehen.

    Station 2: Berge – Rohstofflieferanten für Böden

    Gestein aus den Bergen verwittert und wird durch Erosion abgetragen. Felsblöcke, Geröll
    und Schutt rollen und rutschen hangabwärts und werden in Rinnen, Gräben und Bächen ins Tal verfrachtet. Dort wird das abgeschwemmte  Material – wie im Umfeld dieser Station – häufig in Form eines Fächers wieder abgelagert. Was hier in kleinem Maßstab passierte, geschah in vielen Alpentälern in größerem Ausmaß. Auf den Schwemmfächern entwickelten sich oft fruchtbare Böden. Deshalb siedelten sich dort schon früh Menschen an und nutzten den Boden als Acker und Weide.

    Die Entwicklung der Böden hängt von zahlreichen Faktoren ab, unter deren Einfluss sich
    charakteristische Schichten, die sogenannten Bodenhorizonte, herausbilden. Dazu braucht es – insbesondere unter den rauen Klima- und Witterungsbedingungen in den Bergen – vor allem Zeit, sehr viel Zeit.

    Station 3: Boden und Wasser - eine innige Beziehung

    Wasser ist hier im Schwarzenbachtal fast allgegenwärtig, ob als Bach, als Wasserfall, unsichtbar im Boden oder wie hier, als Quellwasser. Seinen Wasserreichtum verdankt das Tal den hohen Niederschlägen mit jährlich bis zu 2.500 Litern pro Quadratmeter. Der Boden spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie ein Schwamm speichert er Niederschläge und gibt sie zeitlich verzögert ins Grundwasser und an die Pflanzen ab. Diese wiederum halten den Boden mit ihren Wurzeln fest. Dadurch verringert sich das Risiko von Bodenerosion, Murgängen und Überflutungen. Zudem filtert und reinigt der Boden das Niederschlagswasser. Als sauberes Grundwasser kann es dann zur Trinkwasserversorgung
    genutzt werden.

    Station 4: Manche mögen‘s nass – der Gley

    An dieser Station spielt Wasser in mehrfacher Hinsicht eine besondere Rolle. Wasser schwemmte toniges Gesteinsmaterial ins Tal. Dabei entstand diese auffällige Fläche,
    auf der im Sommer hüfthohe Großseggen wachsen. Diese Grasart hat gerne nasse Füße,
    genauso wie der hier sichtbare Hanganmoorgley.

    Gleye sind Böden, die sich bei hohem Grundwasserstand entwickeln. Lösungsvorgänge und Sauerstoffarmut verursachen die grauen Farbtöne im unteren Teil des Bodens. Trocknet dieser im oberen Bereich länger aus, wird gelöstes Eisen als Ocker sichtbar, der Boden „rostet“. Großseggen mit Blütenrispen Wegen der Nässe werden abgestorbene Pflanzenreste nur schlecht zersetzt und es entsteht eine moorartige Bodenschicht.

    Station 5: Bergwaldblick
    Station 6: Alpiner Felshumusboden – ein Boden der Extreme

    Der Felshumusboden ist ein besonderer und seltener Boden extremer Standorte mit:
    • langen Kältephasen,
    • kurzen Vegetationszeiten und
    • schwer zersetzbaren
    Pflanzenresten.

    Das sind Bedingungen, unter denen der alpine Felshumusboden auf langsam verwitterndem Kalk- und Dolomitgestein der Alpen entsteht. Die niedrigen Temperaturen
    schränken das Bodenleben ein. Pflanzenreste werden daher nur unvollständig zersetzt und
    reichern sich direkt auf dem Gestein als dunkle Humusschicht an.

    Alpine Felshumusböden kommen überwiegend in höheren Lagen ab 1.300 bis 2.000 Meter Höhe vor. Ähnliche Bedingungen mit längeren Kältephasen herrschen auch hier im Schwarzenbachtal in Schattenlagen und in Kaltluftsenken.

    Station 7: Vom See zum Moor

    Die meisten Moore in den Alpen und im Alpenvorland entstanden durch die Verlandung von Seen nach dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren. Moore entstehen, wenn sich Pflanzenreste ansammeln und bei ständigem Wasserüberschuss nur schwach oder gar nicht zersetzt werden. Daraus entsteht schließlich Torf. Während Niedermoore noch mit dem Grundwasser in Verbindung stehen, wird das uhrglasförmig aufgewölbte Hochmoor nur noch vom Regenwasser gespeist. Pflanzen finden hier kaum Nahrung, das Hochmoor ist ein Mangelstandort.

    Den Nährstoffmangel meistern nur besondere Pflanzen, wie z. B. der Sonnentau. Er ergänzt seinen Stickstoffbedarf aus Insekten, die er mit seinen klebrigen Blättern „fängt.“

    Im Moorgebiet der Schwarzentennalm sind alle Entwicklungsstadien vom Niedermoor über das Übergangsmoor zum Hochmoor vorhanden.

    Station 8: Kollision mit Folgen – Crashkurs zur Alpenbildung

    Vor etwa 220 Millionen Jahren dehnte sich im Bereich der heutigen Alpen ein großes Meer aus. Am Meeresgrund lagerten sich mächtige Sedimentschichten ab, die mit der Zeit versteinerten. Vor rund 140 Millionen Jahren begann die afrikanische Kontinentalplatte nach Norden zu driften und sich über den Südrand der europäischen Platte zu schieben. Durch die Kollision der beiden Platten wurden die abgelagerten Gesteine gefaltet, zerbrochen und kilometerweit verschoben – die Alpenbildung begann. Vor rund 30 Millionen Jahren erreichte dieser Prozess seinen Höhepunkt. Dies war auch die Geburtsstunde des Mangfallgebirges als Teil der Bayerischen Kalkalpen. Den entscheidenden Schliff erhielten die Alpen während mehrerer Eiszeiten. Die Letzte,
    die sogenannte Würmeiszeit, endete vor rund 12.000 Jahren. Der Weg zum Parkplatz führt Sie durch mehr als 200 Millionen Jahre Erdgeschichte, von den jüngeren Gesteinen der Jurazeit bis zu den älteren Gesteinen der alpinen Trias. Dabei durchwandern Sie auch Ablagerungen aus der letzten Eiszeit und der Gegenwart.

    Station 9: Der Hangpseudogley – eine schräge Sache

    Der Pseudogley ist, wie auch der (Hanganmoor-) Gley an Station 4, ein stark vom Wasser geprägter Boden. Während der Gley jedoch fast immer nasse Füsse hat, kennt der Pseudogley auch Durststrecken. Niederschlagswasser versickert im Boden und wird hier auf dem tonig verwitternden Lias-Fleckenmergel gestaut. Auf dem stauenden Bodenhorizont fließt das Wasser entsprechend der Hangneigung langsam ab. Der Wechsel zwischen Nässe und Trockenheit führt zu Bleichungen und Rostflecken, die als Marmorierung bezeichnet werden. Staunässe kann natürliche Ursachen haben, aber auch durch Bodenverdichtung verursacht werden.

    Auf solchen, für Bäume schwierigen Standorten, gedeiht die Weißtanne sehr gut, wie im
    Umfeld der Station zu erkennen ist. Wegen ihres tiefreichenden Wurzelwerks ist die Tanne recht sturmsicher und wenig anfällig für Windwurf.

    Station 10: Humus frisch aus dem Kühlschrank - Skeletthumusboden

    Dieser besondere Boden hat zwar einen schaurigen Namen, ist aber harmlos. Als Skelett bezeichnen Bodenkundler grobe mineralische Bodenbestandteile wie Steine und Blöcke. Der bewaldete Hang ist mit Felsblöcken übersät. Hier herrscht – wie in den Hochlagen
    der bayerischen Alpen – ein feucht-kühles Gebirgsklima mit kurzen Vegetationsperioden,
    ideale Bedingungen für den Skeletthumusboden.

    Im Unterschied zum verwandten Felshumusboden (Station 6) bei dem sich der Humus auf Festgestein sammelt, reichert er sich hier auf lockeren Gesteinstrümmern und in Hohlräumen an. Diese wirken wie ein Kühlschrank, in dem Pflanzenreste länger frisch bleiben und langsamer zersetzt werden. In diesem feucht-kühlen Umfeld fühlen sich Bärlappgewächse besonders wohl und sind hier gleich mit mehreren Arten vertreten.

    Station 11: Eine Steilvorlage zur Bodenbildung

    Die steil aufgestellten Felsplatten im Profil bestehen aus Plattenkalk. Dieses Gestein entstand vor mehr als 200 Millionen Jahren auf seichtem Meeresgrund. Die plattigen Bruchstücke des ehemaligen Meeresbodens wurden bei der Alpenfaltung verschoben und steil aufgestellt.

    Der Plattenkalk verwittert sehr tonig, was die Besonderheit dieses Profils ausmacht. Nach
    der Verwitterung von mehreren Metern Kalkgestein bleiben am Ende nur noch wenige Zentimeter toniger Boden übrig. Der hohe Kalkgehalt des Plattenkalks bietet Bodenlebewesen ideale Lebensbedingungen.

    Pflanzenreste werden von Kleinstlebewesen und Pilzenzersetzt. Bodenwühler, wie der
    Regenwurm, mischen den so entstandenen Humus tief in den Boden ein.

    Station 12: Steile Hänge, bedrohte Böden

    An diesem Standort prägt das anstehende Gestein das Landschaftsbild, mit tief eingeschnittenen Rinnen und steilen Hängen. Hier stehen nur wenige Bäume, sodass mehr Licht auf den Boden fällt. Deshalb ist der Hang fast durchgängig mit Gras bewachsen. Weil nasser Schnee auf dem langen Gras leicht abrutscht und an steilen Hängen Lawinen („Lahnen“) abgehen können, wird es auch „Lahnergras“ genannt. Lawinen können große Schäden anrichten und die Erosion fördern. Ein gesunder Boden ist die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und für einen intakten Bergwald. Umgekehrt schützen eine geschlossene Vegetationsdecke und ein stabiler Baumbestand
    den Boden vor Rutschungen und Abtragung – eine „Win-Win-Situation“ von der auch wir Menschen profitieren.

    Infomaterialien

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    Kreuth

    Steckbrief „Bodenerlebnispfad Schwarzenbachtal“

    agsdi-file-pdf

    Kreuth

    Stationstafeln „Bodenerlebnispfad Schwarzenbachtal“

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    Kreuth

    Faltblatt „Bodenerlebnispfad Schwarzenbachtal“

    Krölpa: Geo-Erlebnispfad Zechsteinriff Pinsenberg

    Die Wanderung führt um mehrere ehemalige untermeerische Riffe herum. Sie startet entweder am Burgberg Ranis, der ebenfalls ein Riff darstellt oder am Haltepunkt Krölpa-Ranis. Von dort wandert man an den Riffen des Pinsenbergs, des Hausbergs und des Brandensteins entlang.

    Zur Zeit des Zechsteins (Oberes Perm, vor 258 Mio. Jahren) befand sich hier die Küste eines Meeres. Dieser Küste waren Riffen vorgelagert. Für den aufmerksamen Beobachter sind diese vor Jahrmillionen existierenden Riffe heute noch in der Landschaft erkennbar. Sie bilden deutliche Erhebungen, Berge und Klippen, die aus hellem Kalkstein bestehen. Einige von ihnen sind bewaldet. Auf anderen wachsen Trocken- und Halbtrockenrasen mit einer kalkliebenden Pflanzenwelt.

    Wer mehr zur Geologie und Archäologie erfahren möchte, sei auf die Ausstellungen im Museum der Burg Ranis verwiesen.

    Infomaterialien

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    Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

    Konzept für den Geo-Erlebnispfad „Zechsteinriff Pinsenberg“

    Kronenburg: Vulkaneifel-Pfad „Schneifel-Pfad“

    Natur- und Geopark Vulkaneifel

    © Natur- und Geopark Vulkaneifel / Eifel Tourismus GmbH

    Mit freundlicher Genehmigung.

    Vielen Dank.

    Vom historischen Städtchen Kronenburg aus, über den Höhenrücken der Schneifel wandern Sie nach Prüm bis zum Burgort Schönecken, durch die Schönecker Schweiz bis nach Gerolstein.

    3-Tages-Tour ab Kronenburgerhütte über die Schneifel, nach Prüm und Schönecken bis nach Gerolstein

    Die Etappen
    1. Etappe: Von Kronenburgerhütte bis zum "Schwarzen Mann"

    Der kleine Dahlemer Ortsteil Kronenburgerhütte ist Ausgangspunkt für die 1. Etappe des Schneifel-Pfades. Los geht es an der kleinen sehenswerten Kapelle und der über die Kyll führende Steinbrücke. Durch den Ort wird der Steinertstraße gefolgt, um am Ortsrand dann auf den ansteigenden Asphaltweg zu wechseln. Der Weg verläuft ein kurzes Stück am Waldrand entlang, passiert eine Schutzhütte und steigt weiter hinauf in den Wald, der dann auf einem fast ebenen geschotterten Weg durchquert wird. Nach einer langgezogenen Linkskurve zweigt bald ein Weg nach rechts ab, der im weitern Verlauf steil bergab ins Tal der Taubkyll führt. Hier nach links zur Kreisstraße und dieser ca. 100 Meter nach rechts folgen. Kurz nach dem Überqueren des Dreisbaches rechts halten und dem Weg weiter, vorbei an den Fischteichen und später parallel einer Landstraße nach links, bis nach Ormont. Der Ort wird über Kyll-, Ulmen- und Schneifelstraße durchquert, anschließend geht es auf einem Wiesenweg bis zu einem Fichtenwald. Am Waldrand nach rechts, die Landstraße überqueren und an der folgenden Kreuzung nach links abbiegen. Nun geht es weiter durch ein Waldgebiet. Kurz nach einer kleinen Lichtung und einem Teich wird eine Bundesstraße gequert, danach geht es beständig weiter durch das großflächige Waldgebiet. Etwa 400 Meter nach einer markanten, durch Windwurf entstandenen, Lichtung links halten und dem Pfad parallel der Landstraße folgen, vorbei am sagenumworbenen Kettenkreuz, bis zur Wintersportanlage „Schwarzer Mann“. Eine Einkehrmöglichkeit bietet ganzjährig das dazugehörige Gasthaus.

    2. Etappe: Vom "Schwarzen Mann" bis Schönecken

    Los geht es am „Blockhaus Schwarzer Mann“, am Gebäude rechts vorbei und entlang der Skiliftanlage sanft bergab. Nach Erreichen eines befestigten Forstweges rechts abbiegen und direkt an der nächsten Möglichkeit links.   Die Wanderung führt hinab in ein schmales Tal, durch das der Litzenmehlenbach fließt. Es geht weiter beständig bergab, bis an einer Wegegabelung der Weg nach links wieder ansteigt und bald aus dem Wald herausführt. Hier offenbart sich nun ein prächtiger Rundblick. Jetzt steht noch ein kräftiger Abstieg nach Gondenbrett an. Direkt an der Wanderroute lädt das Gasthaus Schneifel an der Dorfstraße ein. Von der Dorfstraße führt die Route an der Kirche und am Friedhof vorbei bis zum Ende der Straße Am Münsterberg. Es schließt sich ein feuchter Wiesenweg an, der bald steil ansteigt. Der Weg bietet landschaftliche Abwechslung und vor allem immer wieder tolle Fernblicke – insbesondere vom Aussichtspunkt Eifel Blick, von dem die Blicke ungehindert über die zahllosen Erhebungen schweifen können! Weiter geht es entlang einer Kreisstraße in die Siedlung Tafel. Etwa in deren Mitte führt die Straße hinauf zum Krankenhaus der Stadt Prüm. Über den Franz-Meyer-Weg ist schnell der Kalvarienberg mit seinem markanten Kreuz erreicht, das an den „Schwarzen Freitag“ erinnert: am 15. Juli 1949 explodierten hier 500 Tonnen Sprengmunition und zerstörten die Stadt. Über das Ausmaß der Katastrophe zeugt der gigantische Krater, der auf einem Kreuzweg halb umrundet wird. Kurz vor den ersten Häusern Prüms steht die Kalvarienbergkapelle.   Ab hier führt ein ausgeschilderter Weg ins Stadtzentrum mit der imposanten St. Salvator Basilika. Der Weg stößt am Stadtausgang Heldstraße nach einem kurzen Anstieg wieder auf den Schneifel-Pfad. Von der Kapelle aus verläuft der Pfad durch den Wald. Unmittelbar nach dem Überqueren der Bundesstraße führt eine Treppe zu einem Teich hinunter. Ein asphaltierter Fußweg führt zum Tannenweg und direkt weiter, entlang eines Ferienparks, bis zur Straße Pferdemarkt. Nach etwa 30 Metern macht der Weg einen scharfen Knick und führt wieder in den Wald hinein. Über einen nach rechts abzweigenden Gras bewachsenen Weg wird über einen naturnahen Pfad, der bergab führt, die Kreisstraße erreicht. An einem Campingplatz vorbei und auf den Waldweg rechts halten. Oberhalb der Bundesstraße steht wieder ein Anstieg an. Vorbei an einer Schutzhütte, macht der Weg bald eine Schlaufe, um dann auf der Höhe zwischen Wiesen und Feldern weiterzuführen. Kurz nach dem Überqueren des Baches Nims an der T-Kreuzung rechts halten, dem Waldrand folgen und eine Kreisstraße queren. Von dem Wiesenweg wird an der nächsten Kreuzung nach links auf einen asphaltierten Weg gewechselt, dann geht es an der folgenden Kreuzung wieder nach rechts auf einem Schotterweg weiter. Mit dem Naturschutzgebiet Schönecker Schweiz steht nun wieder ein landschaftliches Highlight an. Bei der Wanderung durch das wildromantische, enge Kupferbachtal faszinieren der natürliche Bachlauf und die Felsformationen. An der Wegekreuzung Meyersruh befindet sich ein Pilgerdenkmal. Hier fließt der Kupferbach in den Schalkenbach, diesem nach rechts folgen. Das deutlich breitere Schalkenbachtal wirkt gegenüber dem vorherigen Tal geradezu lieblich. Am Ende des Tales verliert sich der Schalkenbach in den Bach Nims, dem nach links in Richtung Ortsmitte Schönecken gefolgt wird.

    3. Etappe: Vom "Schönecken" bis zum "Bahnhof Gerolstein"

    Von der Ortsmitte geht es zum Wanderparkplatz am Ortsrand, der Weg steigt hier auf einem kurzen Stück steil an.  Auf der Anhöhe kann der Blick ungehindert über die Wiesen und Felder schweifen. Ein Wiesenweg führt leicht bergab und hinein in einen Nadelwald. am nächsten Abzweig wird rechts, auf den zum Altburger Bach führenden Weg, abgebogen und dem Gewässer auf ebenem Waldweg nach links gefolgt. An der nächsten Wegegabelung trennen sich Pfad und Bach und nun muss der von Felsen gesäumte Pfad erklommen werden. An der T-Kreuzung links ab, aus dem Wald heraus wandern und auf den asphaltierten Weg nach rechts abbiegen. Nach nur ungefähr 100 Metern geht es dann links am Waldrand entlang. Dem Wegeverlauf wird nach rechts über die Feldflur gefolgt, bis es wieder hinunter zum Schalkenbach und nach dessen Überquerung erneut in einen Wald hinein geht. Dem Bachverlauf wird beständig gefolgt, dabei werden eine Schutzhütte und wenig später die Hohl-Ley passiert. Diese Felsformation mit einer Höhle ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Am Zusammenfluss von Schalken- und Eisenbach wird für ca. 50 Meter zunächst noch dem Schalkenbach gefolgt, dann geht es kurz nach rechts ab, um gleich darauf wieder nach links abzubiegen. Die Wanderung führt am Rand eines Laubwaldes entlang, dem an einem Wegabzweig weiter nach rechts gefolgt wird. Ein schöner Pfad verläuft leicht zu Tal, wo eine Holzbrücke über den Eisenbach verhilft. Hinter der Brücke geht es links auf einem Pfad weiter. Vorbei an einer Schutzhütte, links auf eine Landstraße abbiegen und dieser bis zu einem abzweigenden Feldweg rechts folgen. Schnurgerade verläuft der Weg zwischen Weideflächen hindurch zum Waldrand. An diesem rechts halten. Die Wohnhäuser der Siedlung Anzelterhof werden passiert. Dem Wegeverlauf folgend, an einem Kreuzungsbereich auf den breiten, splittbestreuten Weg wechseln, der oberhalb von Oberhersdorf wieder aus dem Wald heraus führt. Nun nach links wenden und über die Wiese geradewegs am Waldrand entlang gehen – hier gibt es keinen erkennbaren Weg. Nach etwa 120 Metern dann wieder auf einem Waldweg weiterlaufen, den Anselbach überqueren und an den nächsten zwei Abzweigungen links abbiegen. Beständig durch den Wald wird Waidmannsruh und etwas später Weißenseifen erreicht. Bald dem Fischbach folgen und südlich der Ortschaft Kopp zu den Eishöhlen wandern. Nach dem Passieren einer großen Grillhütte werden bald Birresborn und zum Schluss das Brunnenstädtchen Gerolstein mit Bahnhof sichtbar.

    Infomaterialien

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    Vulkaneifel-Pfade

    Schneifel-Pfad – keine Infomaterialien vorhanden!

    Textquellen

    Eifel Tourismus GmbH

    Krün: Isar-Natur-Erlebnisweg

    Einstieg in den Natur- und Erlebnisweges: Der Fußgängersteg über die Isar (Blick nach SW, Isaraufwärts, Aufnahme vom August 2023)

    Natur erkennen – Natur erleben

    „Natur erkennen – Natur erleben“ lautet das Motto des ca. 6 km langen Rundweges um den Isar-Stausee in Krün.

    Mit vielen verschiedenen Themenbereichen und interaktiven Staionen zum Spielen und Entdecken wird an 25 Stationen der Lebensraum und die Natur an und um die Isar vermittelt. Dabei soll das Interesse und das Verständnis der ganzen Familie an der Natur geweckt werden.

    … so der Wortlaut auf der Infotafel an Fußgängersteg über die Isar, dem Einstieg in die Rundwanderung.

    Wegbeschreibung 

    Ausgangspunkt ist die Ortsmitte Krün, erreichbar durch die gleichnamige Bushaltestelle.

    Beim Maibaum geht es über die Schöttlkarspitzstraße zum Rathaus, weiter hinab Richtung Isar. Von hier aus geht man über die Isarbrücke links der grünen Beschilderung in Richtung “Isar-Natur-Erlebnisweg“ entlang.

    Der Weg verläuft mit leichten Anstiegen durch den Wald zur Aussichtsbank, welche zum Verweilen und Brotzeitmachen einlädt. Weiter geht es dann wieder hinunter an die Isarauen auf dem Weg, der die ganze Familie mit seinen zahlreichen Schautafeln und Aktivstationen unterhält. Beim Erreichen der Lichtung lädt ein hölzernes Floß zur Rast ein, bevor man dem Weg entlang des Stausees folgt, an welchem man Schwäne und Wasservögel beobachten kann.

    Nach einem kurzen Anstieg geht es am Ortseingang rechtshaltend entlang der Isar, über den Kieselsteinlehrpfad zurück zum Ausgangspunkt.

    Tipp 

    Bei Wegstation 11 lohnt ein Abstecher in die Hüttlebachklamm. Im Hauptdolomit sind lokal asphaltartige Beläge oder Schlieren zu beobachten. Es handelt sich um Einlagerungen von Ölschiefer, der ihrer zerschert ist.

    Im oberen Teil der Klamm führt eine Treppe im Zickzack aus der Klamm heraus. Dort wo die Treppe beginnt ist links an der Felswand (Norden) eine in Talrichtung streichende Störungsfläche aufgeschlossen.

    Infotafel am eigentlichen Startpunkt des Natur- und Erlebnisweges an der Fößerbrücke an der Isar (Aufnahme vom August 2023)

    Wegstationen
    Station 1: Flechten, Moose und Farne
    Station 2: Wildfluss Isar
    Station 3: Historische Flößerei
    Station 4: Heimische Vögel
    Station 5: Almwirtschaft
    Station 6: Bergwald
    Station 7: Pilze im Isartal
    Station 8: Wildtiere
    Station 9: Landschaftsformung
    Station 10: Ökofaktor Höhenlage
    Station 11: Waldbewirtschaftung
    Station 12: Gift- und Heilpflanzen
    Station 13: Blütenvielfalt im Isartal
    Station 14: Wetter und Klima
    Station 15: Stausee Krün
    Station 16: Wunderbare Natur
    Station 17: Totholz - Holzinsekten
    Station 18: Quell- und Stillgewässer
    Station 19: Fischwasser Isar
    Station 20: Kiesbankbrüter an der Isar
    Station 21: Entstehung der Alpen
    Station 22: Walchenseekraftwerk
    Station 23: Anpassung an Extreme
    Station 24: Heimweide
    Station 25: Hochwasserschutz

    Schau-Floß zwischen den Wegstationen 14 und 15. Das Floß wurde von der Krüner Schützengemeinschaft anlässlich des Festzuges zum Gaufest 2006 angefertigt (Aufnahme vom August 2023).

    Flößerei auf der Isar

    Holzrechte im Waldreichtum unseres Oberen isartales erlaubten den Krüner Bauern seit Jahrhunderten Holz einzuschlagen und zu verkaufen. Hauptabnehmer waren Freising, der Sitz des Fürstenbischofs und Landesherrn des Werdenfelser Landes, München in der Hauptsache aber auch Landshut und auch die Donaustädte bis Wien. Die Städte am Unterlauf der Isar und Donau entwickelten sich seit dem Mittelalter rasant. Deren Bedarf an Bauholz, Schindeln, Holzkohle und vor allem an Brennholz war enorm.

    Die Münchner Stange

    Die Breite eines Isarfloßes betrug 4,6 m (16 Schuh à 29 cm), dies entprach der sogenannten „Münchner Stange“. Danach bemaß sich die Durchlassbreite der Isarbrücke.

    Die Floßgröße

    Ein Tragfloß durfte aus höchstens 20 Stämmen mit einer Mindestlänge von 38 Schuh bestehen. Ein Schnittholzfloß bestand aus höchstens 12 Floßbäumen, die mindestens 30 Schuh lang sein sollten. Die Höchstlänge eines Floßes betrug 23,36 m.

    Ein sog. „Stricken“, d.h. ein Verband aus mehreren Flößen hintereinander war erst unterhalb der Bogenhausener Brücke in München erlaubt, um Schäden an der Brücke zu vermeiden. Höchstlänge: 37,9 m.

    Die Wasserrott

    Ab 1407 regelte eine Floßordnung ab Mittenwald die sog. „Wasserrott“ auf der Isar.

    Mittenwald besaß einen eigenen Floßhafen, die „Länd“. Vorgeschrieben war ein Floßmeister und ein bis zwei Floßknechte als Steurer pro Floß. Jedes Floß konnte 16 bis 18 Zentner Ladung tragen, die neben Scheitholz, Schindeln, Kalk, Holzkohle, Bruchsteine, Schnittholz, Kreide auch Heu, Vieh und Wildbrett umfasste. Auch für Waren des Bozener Marktes aus Italien nach Norden diente das Floß als Verkehrsmittel: Gewürze, Südfrüchte, feigen, Mandeln, Rosinen, Baumwolle, Seide, Schreibpapier, Mittenwalder Musikinstrumente und Unmengen an Wein.

    Die Baumfällung

    Im Winter wurden die Floßbäume gefällt und mit Schlitten und Schloapfen zu den Isarufern mit Ochsengespannen transportiert und dort aufgegantert. Links der Isar das Holz von Wetterstein- und Estergebirge, am rechten Ufer das Karwendelholz.

    In Krün entstanden hauptsächlich Bauholzflöße, die mit Brennholz, Weißkalk der örtlichen heimischen Holzkohle und auch Kreide aus Kaltenbrunn baladen wurden. Um Raubbau im Wald zu verhindern, wurde die Anzahl der zum Verkauf erlaubten Flöße in Krün auf sieben bis zwei pro Hof festgelegt.

    Der Dachstuhl der Frauenkirche in München verschlang 92 Floßladungen, dies entspricht ca. 630 m³ Rundholz.

    Die Fahrt nach München

    Die Fahrt von Mittenwald nach München betrug je nach Wasserstand ca. 12 Stunden, weshalb auch viele Personen transportiert wurden. Bis zur Donau betrug die Fahrzeit 36 Stunden, nach Wien sechs Tage. Der Rückweg erfolgte meist zu Fuß, später teilweise mit der Bahn.

    Regulierung der Fahrrinne

    Gefährlich war die Engstelle am Sylvenstein an der Faller Klamm, heute Sylvensteinspeicher. Oberhalb dieses Abschnitts war Mittenwald für die Regulierung der Fahrrinne zuständig, unterhalb die Stadt München. Nach jedem Hochwasser veränderten die Flussarme ihren Lauf.

    Werkzeuge des Flößers

    Die Werkzeuge des Flößers waren das Flößerbeil mit schlankem, scharfen Blatt und hinten verstärktem Haus, einige Meter Seil und Flößerstiefel, die weit über das Knie reichten. Das typische Werkzeug beim zusammenbau der Floße war der Flößerhaken, mit ihm zog und schob man die im Wasser treibenden Stämme in die richtige Position. Der Flößerhaken ist im Krüner und Wallgauer Wappen verewigt.

    Ende der Flößerei

    Mit dem Bau des Walchenseekraftwerkes wurde ab 1921 durch das hier entstandene Wehr der Isar das Wasser abgezogen und somit die Flößerei auf der Isar eingestellt.

    Textquelle: Infotafel des Touristik-Vereins Krün am Natur- und Erlebnisweg (Textübernahme im August 2023)

    Infomaterialien

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    Isar-Natur-Erlebnisweg

    Keine Infomaterialien vorhanden.

    Krün: Kieselsteinlehrpfad

    Dieser Lehrpfad, entlang der türkisgrünen Isar, informiert über die Geologie der Region. Diese leichte Runde ist für die ganze Familie geeignet.

    Wegbeschreibung

    Von der Bushaltestelle „Ortsmitte Krün“ geht man zunächst Richtung Tourist-Information, weiter über den Isarkanal bergab am Sägewerk vorbei bis zur Isarbrücke. Vor dieser biegt man rechts auf den „Kieselsteinlehrpfad“.

    Eine große Schautafel zeigt verschiedene Gesteinsarten und erläutert deren Herkunft. Nach etwa 200 Metern folgen die ersten Exponate: Verschiedene Gesteine, die an der Isar gefunden wurden, werden vorgestellt.

    Zurück zum Ausgangspunkt hält man sich links, Richtung Krün, vorbei am Flößerspielplatz und hoch in den Ort.

    Die Exponate am Kieselsteinlehrpfad (August 2023).

    Infomaterialien

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    Krün

    Kieselsteinlehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

    Kurhotel Kniebis-Lamm

    Kniebis-Hütte und Besucherzentrum Schwarzwaldhochstraße (früherer Standort des „Lamm“) im Juni 2023


    ´s Lamm
    auf dem Kniebis

    Geschichte eines Hotels 1830-1984

    „Der Kniebis und ’s Lamm, die gehören zusamm“:

    So stand es an der Wand der behaglichen Bauernstube in dem bekannten Kurhotel „Kniebis-Lamm“. Im Jahre 1984 ist dieser Spruch im Zuge des Hotelabbruchs für immer verschwunden. Wir möchten Ihnen die Geschichte dieses Traditionshauses soweit möglich in einer Zusammenfassung nahebringen.

    Im Jahre 1830 wurde das Lamm durch den Wirt Epting, der davor Besitzer des „Grünen Baumes“ war, erbaut. Die Entstehung der Gastwirtschaft zum Lamm geht auf das Jahr 1833 zurück. Rast- und Unterkunftsstätte in unwirtlicher, rauer Gegend war das Lamm einstmals Wegstation und willkommener Halt für Gespanne, die vom Christophstal bei Freudenstadt damals sechs- und mehrspännig heraufkeuchten. Hier trafen sich die Menschen von hüben und drüben, vom Schwäbischen und Badischen, Wanderer, Hausierer, Krämer, Kienruß- und Harzhändler, Siebmacher, Jäger und Förster. Oftmals stiegen auch Truppen ab, da der Kniebis strategisch immer von Bedeutung war.

    1878 ging das Gasthaus in den Besitz der Familie Gaisser über. Als Pionierleistung konnte man den Bau einer eigenen Wasserleitung im Jahre 1896 bezeichnen. Diese hatte eine Länge von 1.100 Metern bei 99 m Steigung.

    Im Jahre 1912 erfolgte dann der entscheidende und bedeutsame Umbau. Nach Plänen von Prof. Bauder wurde ein neuzeitliches, mit Zentralheizung und elektrischem Licht versehenes Anwesen erstellt. Aus dem Gasthof zum „Lamm“ wurde damit das Höhen- und Kurhotel „Kniebis-Lamm“ – viel bestaunt wurden im Winter die ersten Skiläufer.

    Blättern wir in den alten Geschichtsbüchern, aus den Jahren um 1878, so stoßen wir auf eine beträchtliche Zahl von Vertretern der damals führenden Fürstenhäuser Deutschlands, die gerne zur Auerhahnjagd im gastlichen Kurhaus Kniebis-Lamm weilten. Zu lesen sind Namen von Herzögen, Freiherren, Grafen, Fürsten, ja sogar von Prinzen und Königen.

    Ranzenblitz

    Bei einer Beschreibung des Hotels „Kniebis-Lamm“ darf auch der als „dr alt‘ Ranzeblitz“ bekannte Lamm-Wirt Karl Gaisser nicht vergessen werden. Er führte das Hotel von 1878 bis 1916.

    Um 1906 verweilte der württembergische König Wilhelm II zur Auerhahnjagd im Hotel Kniebis-Lamm. Er kam mit einem Sonderzug in Freudenstadt an, wo ihn der „Ranzenblitz“ bereits mit seiner Kutsche erwartete. Da der Lamm-Wirt viel zu früh am Bahnhof eintraf, verbrachte er die Wartezeit in einer Gaststube und trank ein paar Gläschen zu viel. Der König verfrachtete den „angetrunkenen Ranzenblitz“ im hinteren Teil der Kutsche und übernahm selbst die Zügel auf dem Kutschbock. Auf dem Kniebis erwartete sie dann ein großer Empfang mit rotem Teppich, doch beim Öffnen der Kutschtüre, „hagelte nur der besoffene Wirt“ dem Empfangskomitee entgegen. Der König selbst wurde auf dem Kutschbock kaum wahrgenommen.

    Den Namen „Ranzenblitz“ erhielt der Lamm Wirt Karl Gaisser der Überlieferung zufolge durch folgende Begebenheit:

    Der württembergische König war zu Gast im Lamm und Karl Gaisser setzte dem König gerade das Fleisch zum Essen vor, als ihm unversehens ein lauter Wind entwich. „Potz, Ranzenblitz, Majestät“ soll der erschrockene Wirt gestammelt haben, „ich dachte, er käme leiser“. Über diesen Nachsatz gehen die Meinungen auseinander, er könnte auch gelautet haben: „ich konnte ihn net verhebe“.

    Wie dem auch sei, der Name „Ranzenblitz“ blieb ihm und seinen nachfolgenden Wirten erhalten.

    Nachdem der König im Hotel Lamm zur Jagd war, fragten viele neugierige Touristen: „Ist das hier, wo der König war?“. Der Lamm Wirt antwortete dann stolz: „Ja, an diesem Tisch hat er gesessen und oben im schönsten Zimmer geschlafen.“ Darauf wollten natürlich viele in dem Zimmer übernachten, in dem schon der König genächtigt hatte. Der „Ranzenblitz“ witterte ein gutes Geschäft und verkaufte auf diese Weise alle seine Zimmer als das, in dem der König genächtigt hatte.

    Karl Gaisser wurde mit folgendem Verslein durch den damaligen Amtmann und späteren Staatspräsident Bazille als einer weitbekannten Persönlichkeit und dem ganzen Kniebis ein bleibendes Denkmal gesetzt:

    Bald schlägt mit dumpfen Tönen
    Die trübe Stunde mir.
    Wo mich und meine Habe
    Das Rösslein fährt von hier.

    Wem gilt das letzte Verschen
    Der letzte Reim und Witz?
    Dir, Blüte aller Wirte,
    Herrlicher Ranzenblitz!

     Es steht auf stolzen Höhen
    Ein Gasthof wunderbar,
    Der noch vor wenigen Jahren
    Eine Fuhrmannskneipe war.

    Der ist in deutschen Landen,
    Allüberall bekannt.
    Nach seinem Schilde wird er
    Das Kniebis-Lamm genannt. 

    In seinen stolzen Hallen
    Kehrt mancher Wandrer ein
    Und schlürft in seinem Schatten
    Den wohlverdienten Wein.

    Und wenn er nach dem Mahle
    Dann will alleine sein,
    So nimmt in seinen Frieden
    Der nahe Wald ihn ein.

    Doch in das Waldesweben
    Ein rauher Ton bald schlägt,
    Der ihn aus süßen Träumen,
    Aus süßer Ruhe weckt.

    Er hört ein wildes Fluchen,
    Viel Grobheit, wenig Witz.
    Das ist der Wirt zum Lamme
    Der edle Ranzenblitz. 

    Nimm einen Zentner Grobheit
    Und den verschlagnen Sinn,
    Der überall erspähet
    Den goldenen Gewinn,

    Nimm noch die Arbeitsfreude,
    Ein Herz und etwas Witz:
    Dann hast Du, wie er lebet,
    Den edlen Ranzenblitz.

    Des Alkoholes Feinde
    Sind seine Feinde auch.
    An Bier und Wein zu sparen,
    Das ist bei ihm nicht Brauch.

    Jedoch wenn einer säufet,
    Bis er nicht mehr kann stehen,
    Sagt er mit holdem Lächeln:
    Leb wohl! Auf Wiedersehen!

    So schaltet und so waltet
    Er als ein ganzer Kerl.
    Längst würdig für die „Woche“
    Des großen August Scherl.

    In ihr sich zu beschauen,
    Ist Lebens höchste Spitz.
    Mögst bald du sie erklimmen,
    Du edler Ranzenblitz.

    1921 übernahm Karl Gaisser jun. mit seiner Frau die Leitung des Hauses. Sie haben den Hotelbetrieb tatkräftig weitergeführt und weiter ausgebaut, so dass das Haus nicht nur von vielen Inländern, sondern auch von zahlreichen Besuchern aus dem Ausland zum Ferienaufenthalt gewählt wurde.

    Karl Gaisser jun. starb bereits 1927. Danach führte die „Alt-Lammwirtin“ und deren Schwiegertochter das Geschäft fort. Sie leitete unter kräftiger Mithilfe ihrer Geschwister den immer größer werdenden Betrieb. Nach dem Tod der Alt-Lammwirtin 1938 brachte die Schwiegertochter, Luise Gaisser geb. Müller, das Anwesen durch alle Wirren der letzten Kriegs- und Nachkriegsjahre hindurch. Dabei unterstützt wurde sie von ihrer Tochter Else-Rose. Der einzige Sohn, Karl Gaisser, war Soldat und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr 1947 übernahm er das „Kurhotel Kniebis Lamm“, das er nach neusten Erkenntnissen modernisierte und dem damaligen, stark anwachsenden und anspruchsvolleren Fremdenverkehr in jeder Beziehung angepasste.

    1949 verheiratete er sich mit Ingeborg, geb. Roth. Gemeinsam haben beide dazu beigetragen, dass das Hotel um einige Errungenschaften bereichert wurde und somit der gute Ruf des Hauses weiterhin gewahrt blieb.

    2009 entstand, fast an derselben Stelle, an der einst das Hotel Kniebis-Lamm stand, ein neues Gebäude: das Besucherzentrum Schwarzwaldhochstraße und die Kniebis-Hütte, ein wunderbares Zusammenspiel aus städtischem und privatwirtschaftlichem Engagement, gefördert mit den Mitteln der Europäischen Gemeinschaft.

    Resle, mach schnell uff ond laß mi nei!

    Das Lamm stand auf der Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg.

    Eines Tages kam ein Mann ganz außer Atem zum Lamm, verfolgt von einem Gendarmen. Aufgeregt rief er zur Lammwirtin: „Resle, mach schnell uff ond laß mi nei!“

    Dies geschah und der Mann verschwand durch die Hintertüre im „Badischen“, und war somit der Zuständigkeit der württembergischen Gendarmen entkommen.

    Textquelle

    Infobroschüre im Besucherzentrum Schwarzwaldhochstraße an der Kniebis-Hütte (Juni 2023)

     

    Küsnacht (CH): Geologischer Lehrpfad Küsnachter Tobel

    Am Lehrpfad informiert 12 Tafeln über die Geologie.

    Am 1. März 2011 wurden die Findlinge einer grossen Verschiebungsaktion unterzogen. Ziel war, eine mehr oder weniger chronologische Anordnung der Findlinge zu schaffen. Mit Hilfe der Holzkorporation wurden die ältesten Steine, z. B. der Granitporphyr aus dem Puntegliasgebiet, zuunterst gegen den Tobeleingang platziert, es folgten die rötlichen Findlinge aus dem Verrucano des Glarnerlandes, die Kalkfindlinge aus dem Walenseegebiet, der grünliche Taveyannaz-Sandstein oder Sernifit aus dem Glarnerland und schliesslich die jüngsten Brocken aus der Molasse des Speergebiets und des Zürcher Oberlandes.

    An der Wegstrecke liegt auch ein Waldlehrpfad. Insgesamt 60 Tafeln informieren über die wichtigsten Baum- und Straucharten im Küsnachter Tobel und im Waldlehrpfad des Zollikerbergs.

    Wegstationen
    Station 1: Die Geschichte des Küsnachter Tobels
    Station 2: Die Wirkung der Bachverbauungen
    Station 3: Der Findlingsgarten
    Station 4: Der Alexanderstein
    Station 5: Ein Schwarzhorizont in der Molasse
    Station 6: Ein typisches Schichtprofil der Molasse
    Station 7: Einblick in die Erdgeschichte
    Station 8: Der Küsnachter Bentonithorizont als Zeuge tertiärer Vulkanausbrüche
    Station 9: Die Entstehung des Tobels am Ende der Eiszeit
    Station 10: Verwitterung, Rutschungen, Murgänge
    Station 11: Der Wulp-Schotter und die Drachenhöhle
    Station 12: Wie kam der „Drachenkopf“ ins Tobel

    Infomaterialien

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    Küsnacht

    Die Findlinge im Küsnachter Tobel – ihre Namen und ihre Herkunft

    Küttigen (CH): Geowanderweg Küttigen-Staffelegg

    Wanderweg mit fünf Stationen zur Entstehungsgeschichte des Kettenjuras und seiner wichtigsten Gesteinsformationen.

    Eine einfache Wanderung von Küttigen hinauf zur Staffelegg oder umgekehrt. An fünf Stationen erhalten Sie Informationen zur Entstehungsgeschichte des Kettenjuras und seiner wichtigsten Gesteinsformationen und Fossilien.

    Der Weg orientiert sich am offiziellen Netz der Aargauischen Wanderwege und ist leicht zu begehen. Ein kleiner Rastplatz mit Grillgelegenheit im geologischen Zentrum des Geowanderwegs beim Gips-Aufschluss „Stägelimatt“ lädt zudem ermüdete Besucherinnen und Besucher zum Verweilen ein.

    Der mit Wegweisern beschilderte Weg lässt sich in zwei verschiedenen Varianten begehen:

    Bergvariante

    Von Küttigen aus hinauf zur Staffelegg. Den Ausgangspunkt bildet die Postauto-Haltestelle „Giebel“ in Küttigen. Die Route endet in der Grube Staffelegg. Rückfahrt in Richtung Aarau oder Frick ab Postauto-Haltestelle „Staffelegg“.

    Talvariante

    Von der Staffelegg aus hinab nach Küttigen. Den Ausgangspunkt dieser Möglichkeit bildet die Postauto-Haltestelle „Staffelegg“. Es folgt ein kurzer Abstecher in die Grube Staffelegg. Dann Rückkehr zur Staffelegg und Wanderung ins Tal. Diese Route endet bei der Postauto-Haltestelle „Giebel“ in Küttigen. Auch von hier aus ist die Rückfahrt in beide Richtungen per Postauto oder ab Haltestelle „Kreuz“ auch per BBA-Bus möglich.

    Wegstationen
    Station 1: Einführung und Entstehungsgeschichte des Jura
    Station 2: Der Hauptrogenstein
    Station 3: Der Opalinuston
    Station 4: Gips und Alabaster
    Station 5: Bodenschätze im Raum Küttigen
    Station 6: Die Fossilien

    Infomaterialien

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    Küttigen

    Faltblatt „Geowanderweg Küttigen-Staffelegg“

    La Petite Pierre: Naturlehrpfad Loosthal (Nordvogesen, Frankreich)

    Im Herzen des Natura 2000-Gebiets „Vosges du Nord“ (Nordvogesen) zwischen La Petite-Pierre und Neuwiller-les-Saverne lädt der Naturlehrpfad Loosthal ein, den Wald, seine Fauna und Flora zu entdecken.

    Auf dem gut 4 km langen Rundweg informieren 26 Infotafeln über die ökologischen Besonderheiten des Gebiets.

    Infomaterialien

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    La Petite Pierre

    Broschüre „Naturlehrpfad Loosthal“

    Lahr-Sulz: Wasserpfad Sulzbachtal

    Das Hauptziel des Wasserpfads ist es, Kinder und Jugendliche durch Kreativität, Aktivität und Freude mit dem komplexen Thema Wasser vertraut zu machen. Durch weiterführende Aufgaben und Experimente sollen Kinder darüber hinaus die Welt der Tiere und Pflanzen am und im Wasser kennen lernen. Der Lehrpfad ist ein spielerischer Erkundungsparcours im und am Bach.

    Regeln zum Schutz der Wasserwelt!

    • Dem Biotop zuliebe dürfen nur 10 Personen gleichzeitig starten.
    • Gruppen müssen im Abstand von 15 Minuten starten!
    • Der Pfad darf nur vom 1. Mai bis 30. Sept. begangen werden.
    • Vorsicht Rutschgefahr! Der schmale Pfad führt auch mit Trittsteinen und Holzstegen über den Bach.
    • Wasserfeste und trittsichere Schuhe unabdingbar!
    • Nach starken Regenfällen und Sturm darf der Pfad nicht begangen werden.
    • Totholz und vermodernde Äste können herabstürzen!
    • Der Pfad darf nicht verlassen werden, Notausstiege sind ausgeschildert.
    • Die Begehung des Weges erfolgt auf eigenes Risiko.
    • Nichts wegwerfen, Abfälle

    Infomaterialien

    agsdi-file-pdf

    Lahr-Sulz

    Faltblatt „Wasserpfad Sulzbachtal“

    Textquellen

    Keine Textquellen vorhanden.

    Haslach: Teufelskanzel (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 22)

    Lahr: Burghard (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 28)

    Einfach sagenhaft

    Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

    Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

    Beschilderung der Sagenrundwege

    • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
    • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

    Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

    Burghard

    Vor vielen Jahren lebte eine schöne, reiche Gräfin auf der Burg des Burghardberges. Diese lud jedoch eine schwere Blutschuld auf sich. Dafür muss sie nun droben auf dem Burghard umgehen. Im hellen Mondscheine wandelt sie durch die Burg, einsam und traurig und wartet der Blumen, die ihre Kelche dem Mondlicht eöffnen.

    Einzelnen Menschen jedoch, denen sie sich zeigt, bringt sie Glück und Segen. Schon viele haben daher versucht, ihr am Rotengrabenzu begegnen. Doch stets vergebens, da sie nur solchen erscheint, die sie gar nicht suchen. Brautleuten zeigt sie sich jedoch besonders gerne. Das letzte Mal soll sie im Mai 1904 gesehen worden sein. Vielleicht wird die Gräfin ja auch dir Glück und Segen bringen.

    Entdecke noch viele Sagen und Mythen entlang der Strecke.

    Textquelle: Ortenau Tourismus

    Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

    Infomaterialien

    agsdi-file-pdf

    Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

    Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

    Lahrer Bähnle

    Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof Seelbach (Juli 2026)

    Bahnstrecke Kehl-Altenheim-Ottenheim-Lahr-Seelbach

    Die 24,5 km lange Strecke Kehl–Altenheim–Ottenheim wurde im Jahre 1898 in Betrieb genommen. Die Strecke begann in Kehl Nebenbahnhof und verlief als Straßenbahn zum Rathausplatz und über den Mittelplatz nach dem Ortsteil Sundheim, wo sie das eigentliche Stadtgebiet verließ und über die Ortsteile Marlen und Goldscheuer-Kittersburg nach Neuried-Altenheim weitergeführt wurde. In Marlen zweigte ein Gleis zu einer Kiesverladestelle am Rheinufer ab. Während der Zeit der Besetzung Kehls unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg begannen und endeten die Züge in Sundheim.

    In der Gemarkung Neuried durchlief die Strecke die Ortsteile Altenheim, Dundenheim und Ichenheim, der ehemalige Bahnhof Altenheim wird heute als Wohnhaus genutzt. Von Ichenheim kommend durchquerte die Bahn Meißenheim in Richtung Ottenheim. Der ehemalige Bahnhof Meißenheim ist noch erhalten. Die inzwischen geschlossene Gaststätte „Zum Entenköpfer“ ist allerdings nicht der ehemalige Bahnhof. Dieser befindet sich ca. 100 Meter vor der Gastwirtschaft, ebenfalls auf der linken Seite in Richtung Ottenheim und ist noch (bis auf geringe Umbauten) original erhalten.

    In der Gemeinde Schwanau durchquerte die Strecke die Ortsteile Ottenheim und Allmannsweier, in Ottenheim befand sich ein Abzweig zum Rheinufer. Der Abzweig mit dem Haltepunkt Rheinufer band das Kieswerk und den Rheinhafen an die Strecke an.

    Textquelle: Wikipedia „Mittelbadische Eisenbahnen“ (Abruf Juli 2026)

     MCMC OpenStreetMap contributors, Eisenbahnnetz Lahr, CC BY-SA 2.0

    Die 19,4 km lange Strecke Ottenheim–Lahr–Seelbach wurde bereits im Jahre 1894 von der Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen. Die Strecke folgte dem ehemaligen Verlauf der Landstraße durch Allmansweier und den heute nicht mehr an dieser Stelle befindlichen Ort Langenwinkel bis zum Bahnhof Lahr ME (ursprünglicher Name: Dinglingen Nebenbahn, später: Lahr West), der sich noch westlich des Staatsbahnhofs von Lahr-Dinglingen befand. Der Ausbau der Straße durch Langenwinkel hindurch führte 1956 zu einer Verlegung der Bahnstrecke nach Norden. Zeitweise kreuzte die Straße und mit ihr die Bahnstrecke die Start- und Landebahn des Flughafens Lahr.

    Der Bahnhof Lahr ME verfügte über umfangreichere Gleisanlagen sowie eine Rollwagengrube, um normalspurige Güterwagen auf meterspurigen Rollwagen in das Netz der MEG überführen zu können. Von hier aus zweigte östlich des Bahnhofs ein normalspuriges Verbindungsgleis zum Staatsbahnhof ab, westlich des Bahnhofs befand sich ein normalspuriges Anschlussgleis zum Flughafen. Die normalspurigen Anlagen blieben auch nach Stilllegung der Meterspurstrecke bis mindestens in die 1990er Jahre in Betrieb.

    Östlich von Lahr ME querte die Meterspurstrecke die Staatsbahngleise zunächst ebenerdig. Mit der Fertigstellung der Straßenüberführung 1910 wurde die ebenerdige Querung ersetzt, die Schmalspurbahn nutzte nun ebenfalls die Überführung. Von hier ab verlief die Strecke als Straßenbahn durch die Hauptstraßen von Dinglingen und Lahr mit einer Reihe von Haltestellen. Östlich des Zentrums von Lahr befand sich der Bahnhof Lahr Schlüssel.

    Weiter führte die Strecke auf der heutigen Bundesstraße 415 durch Reichenbach und anschließend auf freiem Feld bis Seelbach. Noch heute steht der im Jahr 2001 restaurierte Bahnhof von Seelbach mit einem Stück Gleisanlage.

    Textquelle: Wikipedia „Mittelbadische Eisenbahnen“ (Abruf Juli 2026)

    Lahrer Bähnle (Entenköpfer)

    Nach einem bewegten jahrelangen Genehmigungsvorspann konnte die schmalspurige Eisenbahnverbindung zwischen Lahr und Ottenheim 1894 und zwischen Kehl und Lahr 1898 in Betrieb genommen werden. Zu Zeiten als noch keine Autos und Omnibusse fuhren, war das Lokalbähnle ein Segen für die Einwohner von Seelbach und der Rieddörfer, die zuvor zum Einkaufen nur selten in die Stadt kamen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Schienenverkehr zum Jahresende 1959 aufgegeben.

    Das „Lahrer Bähnle“, so wurde der Schmalspurzug, der Lahr mit dem Schuttertal und mit dem Ried bis nach Kehl verband, liebevoll genannt, fuhr 65 Jahre lang bis 1959 schnaubend und zischend durch die engen Straßen von Lahr, z.B. durch die Kaiserstraße – direkt vorbei am Rathaus. In den Riedgemeinden war die Schmalspurbahn als „Entenköpfer“ berüchtigt, denn manche unvorsichtige Ente musste ihr Leben auf den Schienen lassen.

    Nach dem Baubeginn des Schienenstrangs fuhr das Bähnle zunächst vom Rhein kommend über Ottenheim, Allmannsweier und Lahr bis zur Endstation Seelbach. Später wurde die Bahnlinie bis Kehl erweitert.

    Historische Ansichtskarte: Die Kaiserstraße in Lahr beim Rathaus. Links erkennt man das ehemlige Gleis der Bahnstrecke nach Seelbach.

    Mit dem Rad unterwegs entlang der Schutter auf der alten Bahnstrecke Ottenheim–Lahr–Seelbach bei km 11,5 (Juli 2026)

    Bahnhof Seelbach

    Der Bahnhof Seelbach war Endpunkt der Bahnlinie Kehl-Lahr-Seelbach. Der Bahnhof wurde 1894 in Betrieb genommen.

    Im Volksmund wird das ehemalige Bahnhofsgebäude liebevoll „s’Bahnhöfle“ genannt.

    Von 1894 an beförderte morgens und abends eine Dampflok Berufspendler aus dem gesamten Schuttertal nach Lahr. Auf der Strecke war eine Lokomotive vom Typ „MEG Nr. 46“ im Einsatz (Elsässische Maschinenbau-Gesellschaft Grafenstaden).

    Im Jahr 1947 notierte ein Fahrgast:
    „Morgens nach Seelbach. Es regnet. Bähnle fährt in den Dreck., Autobus holt uns aus Kuhbach ab.“

    Schneller und preiswerter wurde es durch den aufkommenden Busverkehr. So wurde 1952 der „Bähnle-Betrieb“ nach Seelbach eingestellt.

    Im Bahnhof konnte man bis in die 1970er Jahre Tickets für die lokalen Buslinien und Fahrkarten in alle Welt erstehen.

    Ungefähr da, wo Sie den Minigolf-Kiosk sehen, befand sich früher der Lokschuppen der MEG-Lokalbahn Lahr-Seelbach.

    Auch das gegenüberliegende Bahnhofshotel (Baujahr 1905/1906) erinnert an diese Zeit. Das Bahnhofhotel bot Einwohnern und angereisten Gästen modern eingerichtete Zimmer und eine Küche mit gutbürgerlicher Speisekarte. Das Haus war Stammlokal für Vereine im Ort und empfahl sich für alle gesellschaftlichen Anlässe. Es schloss am 31. Dezember 1980 seine Pforten.

    Textquelle: Infotafel vor Ort (Juli 2026) und Audiotour Seelbach (Station 12).

    Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof Seelbach (Juli 2026)