Laichingen: Eiszeitpfad Laichinger Höhlentour

Die Tiefenhöhle Laichingen, Deutschlands tiefste Schauhöhle, ist Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die Kuppenlandschaft der Alb.

Die Tour verläuft zunächst abwechselnd durch Wald und freies Feld zum Hagsbuch. Dessen Westflanke bietet einen schönen Ausblick bis nach Feldstetten. Im Wald führt ein steiler Pfad hinunter, an der Höhle „Hohler Stein“ vorbei, zum Waldrand und in die Talsenke.

Das nächste Ziel ist das Waldgebiet Westerlauh, ein familienfreundliches Naherholungsgebiet mit Wildschwein- und Rehgehege, Baumschaugarten, Grillstelle und Spielplatz.

Der Rückweg über die Eichhalde führt zur Tiefenhöhle zurück, deren Besuch unbedingt mit eingeplant werden sollte.

Infomaterialien

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Laichingen

Faltblatt „Abenteuer Tiefenhöhle“

Landau-Nußdorf: Erdöl und Wein

Die Gegend um Nußdorf

Nußdorf ist eine von insgesamt acht Teilgemeinden der Universitätsstadt Landau (ca. 48.000 Einwohner). Landau ist mit 2.000 ha Rebflächen die größte weinbaubetreibende Gemeinde in Deutschland.

In der Gegend um Nußdorf ragen aus diesen schier endlos anmutenden Rebflächen, hier der Weinbaulage „Herrenberg“, völlig isoliert vom Drumherum, immer wieder stählerne „Sonderlinge“ aus der Landschaft hervor. Teilweise in Ruhestarre, oft aber auch in Bewegung.

Auf und ab. Auf und ab. Das Ganze meist vollkommen geräuschlos. Tagaus, tagein.

Bei diesen „Sonderlingen“ handelt es sich um Pumpen, um Förderpumpen für Erdöl. Genauer, um sogenannte „Gestängetiefpumpen“. Der beruhigend wirkenden monotonen Bewegung wegen im Volksmund auch als „Nickpumpen“ oder des Aussehens wegen als „Pferdekopfpumpen“ bezeichnet.

Gestängetiefpumpe

Im Volksmund auch „Pferdekopfpumpe“ genannt.

Die Pumpe wird so genannt, weil sie so ähnlich aussieht wie ein nickender Pferdekopf. In der Weinbaugegend um Nußdorf waren 2016 noch ca. 65 Pumpen im Betrieb.

Die Pumpe wird über einen Elektromotor angetrieben. Die Drehbewegungen des Motors werden von einer Pleuelstange auf den Balancier übertragen, an dessen Ende sich der „Pferdekopf“ befindet. Der Mechanismus bewirkt eine kontinuierliche Auf- und Abbewegung, aufgrund deren dieser Pumpentyp im Volksmund teilweise auch als „Nickpumpe“ bezeichnet wird.

Ein Stahlseil über dem Pumpenkopf ist mit einem Gestänge verbunden, das eine in der Tiefenlage der Lagerstätte eingehängte Kolbenpumpe nach oben zieht. Je nach Pumpengröße variiert die Hubhöhe zwischen 1 m und 5 m. Die Abwärtsbewegung erfolgt ausschließlich durch das Eigengewicht der Pumpe. Durch das stetige Auf und Ab wird das Erdöl an die Oberfläche gefördert.

Gestängetiefpumpen können Erdöl aus Tiefen bis 2.500 m fördern.

Erdölförderung in Landau

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Tourbeschreibung

Startpunkt der Tour ist am Dorfplatz beim Feuerwehrhaus.

Die Strecke führt auf befestigten Straßen und Wege nach Süden durch den Ort, über den 2007 eröffneten und kunstvoll gestalteten Weinerlebnispfad und wieder zurück zum Ausgangspunkt am Friedhof. Direkt am Weg befinden sich insgesamt elf aktive oder auch rückgebaute Bohr-/Erdölförderplätzen vorbei.

Am ersten Bohrplatz in der Pfarrer-Lehmann-Straße wird noch heute Erdöl gefördert, mitten im Wohngebiet. Von den ursprünglich drei Förderstellen dort ist heute nur noch eine in Betrieb. Eine Infotafel informiert über die Erdölförderung in Nußdorf.

Seitdem die Oneo GmbH im Jahr 2021 die Konzession zur Erdölproduktion übernommen hat werden die heute noch vorhandenen Bohr- und Förderplätze in der Gegend um Nußdorf neu überplant. Ungefähr die Hälfte der aktiven Bohrungen soll stillgelegt werden. An fünf Bohrplätzen soll eine PV-Anlage errichtet werden. Zwei Anlagen sind beriets fertiggestellt. Die erste PV-Anlage befindet sich auf dem letzten Bohrplatz der Tour, am Bohrplatz der stillgelegten Bohrung „Landau 121“ am südlichen Ortsrand beim Winzerhof Wambsganß..

(Stand: April 2024)

Infomaterialien

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Wirtschaftswandern

Wirtschaftswandern – Auf den Spuren der Wirtschaft in der Pfalz

Laubach: Vulkanregion Vogelsberg – Vulkanring

Rund um die Flanken des Vulkans

Der Vulkanring Vogelsberg ist der große Spitzenwanderweg des Vogelsberges, der Europas größtes erloschenes Vulkangebiet umrundet. Er verläuft auf schönen Wegen durch den Naturpark Vulkanregion Vogelsberg, am Waldrand, auf halber Höhe oder mit herrlichen Fernsichten.

Bei einer Gesamtstrecke von ca. 120 km läßt er sich in 6 Etappen erwandern.

Die Etappen
Etappe 1: Von Laubach nach Schotten-Rainrod

Eine leichte Tour, überwiegend auf festen Wegen fast ohne Steigungen. Ausnahme ist der recht steile Anstieg zum Dörfchen Stornfels, doch kann man sich hier in einem Gasthaus mit schönem Freisitz und Wintergarten erfrischen (Anmeldung empfohlen).

Weich zu gehen sind die erdigen Waldwege, doch können sie nach einem längeren Regen etwas matschig sein. Dafür quert man herrliche alte Buchenwälder und weite Bachtäler wie das der Horloff und der Ulfa.

Etappe 2: Von Schotten-Rainrod nach Schotten-Burkhards

Viele Ausblicke bietet diese Tour.

Der Grillplatz Rainrod, wo wir in den Weg einsteigen, überblickt das obere Niddatal. Vom Eichköppel (Naturschutzgebiet) aus hat man nach dem ersten Aufstieg einen schönen Blick auf die Stadt Nidda und vor dem Abstieg in die andere Richtung zum turmgekrönten Hoherodskopf.

Weitere Höhepunkte der Tour sind das Tal des Eichelbachs und des Hillersbachs. Im Sommer lädt der Gederner See zu einer Badepause ein.

Etappe 3: Von Schotten-Burkhards nach Grebenhain-Herchenhain

Bestimmendes Element der Strecke ist der stete Wechsel zwischen Wiesen, Weiden und Waldgebieten in einem sanften Auf und Ab, weitgehend ohne Kontakt zu besiedelten Gebieten. Daher ist ein Picknick im Grünen angesagt.

Basaltische Höhepunkte im wahrsten Sinne des Wortes sind die „Alte Burg“ (617 m), eine von Moosen und Buchen bewachsene Felsformation, das „Völzberger Köpfchen“ (571 m) und die Herchenhainer Höhe (733 m). Aufgrund dieser Anstiege und der Länge der Etappe ist eine mittlere Kondition erforderlich.

Etappe 4: Von Grebenhain-Herchenhain nach Herbstein

Eine äußerst abwechslungsreiche, mittelschwere Strecke erwartet den Wanderer. Von den aussichtsreichen Höhen geht es in tiefe Wälder. Ein rauschender Gebirgsbach, Felsformationen und Felsengalerien, Waldpfade und eine Allee aus mächtigen Linden machen die Tour zu einem unvergessenen Erlebnis.

Etappe 5: Von Herbstein nach Ulrichstein

Die längste Tour mit einigen stärkeren Anstiegen erfordert mittlere Kondition. Doch vergeht die Zeit im Fluge.

Das Naturerlebnis, das Abschalten und Besinnen beginnt an den Schalksbachteichen, an deren Ufer man zu träumen wagt, und endet auf dem Schlossberg in Ulrichstein mit einem fantastischen Ausblick. Dazwischen die parkartige Landschaft mit Feldern, offenen Wiesen und Hecken, die kunstvoll die Landschaft gliedern.

Interessante kulturelle Stätten liegen am Weg, wie der Galgen bei Hopfmannsfeld und der Totenköppel bei Meiches.

Etappe 6: Von Ulrichstein nach Laubach

Auf dieser Etappe faszinieren vor allem Laubwälder, durchsetzt mit Wiesen- und Bachtälern.

Abwechslungsreich ist der Weg, einmal idyllische Wildnis, ein anderes Mal ländlich mit Kuhwiesen und Pferdekoppeln. Und immer wieder herrliche Ausblicke.

Der Weg führt durch das romantische „Gründchen“, durch Kölzenhain, ein typisches Vogelsbergdorf, vorbei an Basaltbrocken, ehemaligen Mühlen und durch den Schlosspark in die Altstadt von Laubach.

Eine leichte Tour, mit einigen verwurzelten und steinigen Wegen.

Infomaterialien

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Vulkanregion Vogelsberg

Broschüre „Wanderwelt – Tourenvorschläge“

Lauf: Geisterhochzeit (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 2)

Lauf: Geisterhochzeit (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 2)

Einfach sagenhaft

Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

Beschilderung der Sagenrundwege

  • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
  • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

Geisterhochzeit

In der Ruine Neuwindeck geht die schöne Adelheid um. Einmal verirrte sich zu später Stunde ein junger Ritter auf die Burg. Im Festsaal saß an einem gedeckten Tisch ein schönes, aber blasses Fräulein. Der Ritter verliebte sich in die Schöne. Sie sagte, sie heirate ihn, wenn die Trauung sofort vollzogen werde. Er war einverstanden und das Fräulein führte ihn in eine Kapelle. Dem jungen Ritter wurde etwas schwindlig, aber er folgte der Braut zum Altar. Doch kurz vor dem Jawort schrie er vor Angst: „Herr, mein Gott!“, der Ritter wurde ohnmächtig. Als er am Morgen erwachte, lag er bei den Ruinen neben seinem Ross. Noch immer wartet Adelheid auf einen jungen Freier, der sie erlöst.

In den Wäldern rund um Sasbach, Lauf und Sasbachwalden sollen sich allerhand dramatische Geschichten zugetragen haben. So wird auch von einem Stein berichtet, aus dem die Quelle des heutigen Erlenbades herausgesprudelt ist oder dem bösen Gallheimer, der noch heute nachts durch die Wälder streifen soll.

Entdecke noch weitere spannende Sagen und Mythen entlang der Strecke.

Textquelle: Ortenau Tourismus

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

Laufenburg (CH): Flößerweg nach Stilli

Laufenburg (CH): Flößerweg nach Stilli

Die Flösserei war im 19. Jahrhundert ein florierendes Geschäft. Geschickt geleiteten die Flösser ihr Holz die grossen Flüsse hinunter, so auch von Stilli via Aare und Rhein nach Laufenburg. Die Rückkehr erfolgte zu Fuss durch das malerische Mettauertal, wo sie im Gasthaus zum Bären in Hottwil Rast einlegten und sich bei einem kühlen Bier von ihren Strapazen erholen konnten.

Folgen Sie dem Weg der Flösser, erfahren Sie allerlei Wissenswertes über das in Vergessenheit geratene Gewerbe, geniessen Sie die Landschaft und gönnen Sie sich eine Pause im „Bären“ Hottwil, dem Zeitzeugen, der heute noch so dasteht wie vor zweihundert Jahren.

Für die knapp 20 km lange Strecke werden zirka fünf Stunden reine Marschzeit benötigt. Die Begehung des Flösserweges kann in beliebiger Richtung und etappenweise erfolgen. Der Weg ist markiert und gut an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Infomaterialien

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Flößerweg Laufenburg-Stille

Faltblatt

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Geschichte der Flößerei

Eine kurze Übersicht

Laufenburg (CH): Geologische Stadtwanderung

Die Stadt Laufenburg hat in geologischer Hinsicht eine Besonderheit aufzuweisen. Hier befindet sich einer der wenigen / der größte Aufschluss des Schwarzwaldkristallins auf der Südseite des Rheins.

Die Aufschlüsse am Schlossberg (Inventar-Nr. 64626800) und am Rheinufer (Inventar-Nr. 64626700) stehen als Geotope unter besonderm Schutz.

Schwarzwaldkristallin am Rheinufer von Laufenburg
Die Ufer beidseits des Rheins von Laufenburg werden durch steile Wände von Schwarzwaldkristallin (vor allem Gneise) gebildet. Ihre Verbindung unter dem Wasser bildete vor dem Aufstau des Kraftwerks die Stromschnelle von Laufenburg.

Schlossberg von Laufenburg
Der Schlossberg von Laufenburg besteht aus kristallinen Gesteinen des Schwarzwaldes. Gebankte, gegen NW einfallende metamorphe Gneise und Schiefer werden von Pegmatitgängen (Adern von grobkristallinen Erstarrungsgesteinen) durchschlagen.

Rheinverlauf

Bis zur letzten Eiszeit floss der Rhein noch südlich des Schlossberges, etwa in Höhe der Bahnlinie. Das Flussbett wurde jedoch durch Ablagerungen großer Sedimentmassen verriegelt, so dass sich der Rhein nördlich des Schlossbergs im harten Kristallingestein ein neues Bett suchen musste.  Es entstand eine Stromschnelle, der Laufen, der der Stadt ihren Namen gab. Die Stromschnelle ist seit dem Bau des Rheinkraftwerks durch den Wasseraufstau nicht mehr ausgebildet.

Geologische Exkursion durch den Abwasserstollen

Der Stollen kann im Rahmen einer geologischen Exkursion in der Altstadt besichtigt werden. Für die Teilnahme an der Exkursion ist eine Anmeldung bei der Tourist-Information Laufenburg (Schweiz) erforderlich.

Die Tour startet vor der Tourist-Info direkt an der Rheinbrücke, führt durch die untere Altstadt und auf den Schlosshügel. Aber der absolute Höhepunkt ist die „Befahrung“ (Begehung) des Stollens.

Ein ganz besonderer Ort im „Schwarzwald“ und das in der Schweiz.

Eine Führung für Gruppen ist bei der Stadt Laufenburg auf Anfrage jederzeit buchbar. Dauer ca. 1.5 Std.

Die außergewöhnliche Exkursion gibt einen phantastischen Einblick in die Gesteine des Schwarzwaldkristallis, auf denen Laufenburg aufgebaut ist.

Überzeugen Sie sich selbst, am besten vor Ort. Was genau Sie im Stollen erwartet sehen Sie in der folgenden 360°-Ansicht (externe Webseite).

Abwasserstollen im Schwarzwaldkristallin (Mai 2025).

Virtueller Rundgang im Stollen

Infomaterialien

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Laufenburg

Geologische Stadtwanderung – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Laufenburg (CH). VIELEN DANK.

Laufenburg: Entlang der Rotzeler Wuhr bis zum Hochrhein

Wanderung entlang der Rotzeler Wuhr von Laufenburg-Rotzel bis zum Hochrrhein in Laufenburg.

Der Streckenverlauf wurde auf Grundlage der in der OSM-Karte dargestellten Wege so konstruiert, dass die Strecke möglichst nahe an der Wuhr verläuft. Abweichungen des tatsächlichen Streckenverlaufs sind also möglich. Erkennbar private Grundstücke bitte umgehen.

Die Wuhren
Lebensadern des Hotzenwaldes

Zum Bild der Kulturlandschaft des Hotzenwaldes gehören die Wuhren oder Wühren, die kilometerweit an den Hängen entlang führen. Das Wuhr oder die Wuhre (bzw. Wühre) ist ein künstlich angelegter Wasserlauf. Dieser Ausdruck leitet sich aus dem mittelhochdeutschen wuor, wuore her und bedeutet einen Damm zum Abhalten oder Ableiten des Wassers. Sie sind 0,3 bis 1,0 m breit und 0,2 bis 0,5 m tief und verlaufen mit 1 – 2% Gefälle und bringen das Wasser auch über Wasserscheiden hinweg. Bei ihrer Entstehung wurden sie als Wasserkraft für die Triebwerke im Tal, in späteren Zeiten aber auch zum Wiesenwässern benutzt.

Im Gemeindegebiet von Rickenbach befinden sich die drei größten Hotzenwälder Wuhre.

Entstehung

Sicher ist die Annahme, dass der Bau dieser künstlich angelegten Wasserläufe nur von einer starken Hand oder durch einen herrschaftlichen Erlass angeordnet wurde. Wir wissen von dem Säckinger Historiker Dr. Fridolin Jehle, dass das Kloster in Säckingen als Königskloster die „blühendste Entfaltung in seiner Geschichte“ schon im 10. Jahrhundert erreicht hatte. Es diente den deutschen Königen als Königspfalz. Mit seinem großen Besitz bis weit in die Schweiz hinein konnte das Stift Säckingen die Ansprüche königlicher Hofhaltung zufrieden stellen. Um die Mühlen für das Säckinger Versorgungszentrum zu betreiben, wurde das Wasser des Heidenwuhrs zum Antrieb benötigt.

Die Laufenburger Urkunde vom 4. September 1207 enthält einen Schiedsspruch zwischen dem Grafen von Habsburg und dem Stift Säckingen. Die Grafen besaßen die Waldungen um Laufenburg als Lehen und hatten zu viel Holz an die Eisenschmelzöfen und Hammerwerke abgegeben. Dies wurde in dem Schiedsspruch untersagt.

Wir dürfen also annehmen, dass die Wuhren des Hotzenwaldes und die Eisenschmelzen im Tal in der Zeit um 1000 bis 1100 geschaffen wurden. Diese Wuhren beziehen ihr Wasser aus einem Gebiet, in dem die Klein-Maier des Stiftes Säckingen das Sagen hatten. Diese könnten hinter dem Bau dieser Wuhren gestanden haben.

Die große Zeit der Säckinger Reichsabtei klang aus mit dem letzten uns bekannten Hoftag in Säckingen im Jahre 1173. Damals verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa die Schutzvogtei über das Kloster Säckingen an Albrecht von Habsburg. Als Vögte besaßen die Habsburger die militärische und hochgerichtliche Gewalt im Klostergebiet. Mit dieser Position bauten sie zielstrebig ihre Territorialhoheit zu Lasten des Klosters aus. Säckingen und Laufenburg, auf Klostergebiet entstanden, wurden habsburgische Landesstädte. Aus dem Säckinger Siedlungsraum auf dem Hotzenwald hatte sich die Grafschaft Hauenstein unter Vorderösterreichischer Herrschaft gebildet, so dass hier ein großes Territorium unter einer Herrschaft stand, die ein solches Vorhaben durchsetzen konnte.

Aufbau

Als erstes nach dem Einstieg zum Heidenwuhr sehen Sie die Stellfalle. Mit dieser wird der Wasserzulauf in das Heidenwuhr geregelt. Normalerweise fließen maximal 300l/sec. in das Wuhr. Insbesondere bei Hochwasser kann hier der Zulauf dezimiert werden. Es muss aber immer eine Mindestwasserführung gewährleistet werden, damit die Fische und andere Lebewesen nicht zugrunde gehen. Das Überwasser wird über das Streichwehr in den Seelbach abgeleitet.

Neben der gewerblichen Nutzung war die landwirtschaftliche Nutzung zur Wiesenwässerung von großer Bedeutung. Am Heidenwuhr ist noch ein steinernes Auswuhr erhalten, das in früheren Zeiten der Wiesenbewässerung diente. Es gab genaue Anordnungen, wie ein solches Auslaufbauwerk beschaffen sein musste und welche Materialen verwendet werden durften. Klar zu erkennen sind in den Bodensteinen die beiden Falze für das Schlussbrett. Alle übrigen Auswuhre und Stellfallen wurden im Lauf der Jahre von der Bachgenossenschaft beseitigt, wenn die Wässerungsrechte zurückgekauft waren.

Um die Wässerungsrechte gab es immer wieder Streitigkeiten, die von der Obrigkeit, also dem Waldvogt oder später durch das Großherzogliche Bezirksamt in sog. Schiedsbriefen beigelegt werden mussten. Der älteste bekannte Schiedsbrief stammt von 1457 bzw. dessen Abschrift von 1591. Darin wurden Regelungen getroffen für die Ausleitung des Wassers und zur Unterhaltung des Wuhres. Zur Überwachung wurde ein sog. „Geschworener Knecht“ bestellt.

Von Hütten her kommen starke Zuflüsse in das Wuhr. Insbesondere nach Starkregen oder Schneeabgang führt dies zu Hochwasser im Wuhr. Dies kann zu einer Gefahr für die unterhalb liegenden Grundstücke und Gebäude im Ortsteil Willaringen führen. Um dem vorzubeugen wurde Ende der 1990er Jahre ein Notüberlauf gebaut, der das Wasser in die unterhalb liegende Felsenhalde abschlägt, welche das ursprüngliche Gewässerbett war.

Unterhalt

Der Unterhalt der Wuhren ist seit Jahrhunderten sehr aufwendig und liegt in der Verantwortung des Wühreaufseher. Seine wichtigste Aufgabe war schon immer, das Wasser im Wuhr zu halten. Dies geschah in früheren Zeiten durch die Überwachung der Wässerungszeiten sowie bis heute durch das Abdichten des Dammes. Nach starken Regenfällen muss der Wuhraufseher das Wuhr auf Steine und Äste kontrollieren und diese entfernen, damit sich das Wasser nicht aufstauen und den talseitigen Damm überspülen kann. Im Herbst werden deshalb Böschungen gemäht, weil in das Wasser hängende Grasbüschel, Äste oder Zweige sehr schnell vereisen und so das Wuhr zufrieren kann. Auch im Winter, vor allem nach starken Schneefällen, muss das Wuhr kontrolliert werden, damit keine Schneeverwehungen das Wuhr aufstauen und dadurch das Wasser unkontrolliert seinen Weg über die Böschung ins Tal findet und unter Umständen großen Schaden anrichtet.

Durch Niederschläge und sonstige Einträge werden Sand, Erde und Laub in das Wuhr gespült. Deshalb muss der Sandfang regelmäßig geleert werden. Die beckenartige Erweiterung des Wuhres, die im hinteren Teil bis zu 2m tief ist, dient der Verringerung der Fließgeschwindigkeit. Es entsteht eine drehende Bewegung des Wassers. Feststoffpartikel, die schwerer sind als Wasser, setzen sich ab. Durch regelmäßige Entnahme des Sediments wird das einfache System aufrechterhalten.
Hochsaler Wuhr

Das Hochsaler Wuhr ist urkundlich bereits 1453 erwähnt, es ist 19 km lang, mit den Seitenwuhren sogar 27 km. Es wird zwischen Herrischried und Segeten aus der Murg abgeleitet. Unterhalb der Hetzlenmühle verläuft die Wühre dann an Hogschür und am Hang der Hohneck vorbei, überschreitet in 790 m Höhe westlich von Oberwihl die Wasserscheide zwischen der Murg und dem Andelsbach. Bei Rotzel verzweigt es sich in zwei Arme: die Rotzler- und die Hochsaler Wühre, an den früher mehrere Eisenhammerwerke und Mühlen lagen. Das Rotzelwuhr vereinigt sich mit dem Andelsbach und fließt bei Laufenburg in den Rhein. Das Hochsaler Wuhr verzweigt sich dann nochmals in zwei Arme. Der eine fließt bei Luttingen, der andere bei Laufenburg in den Hochrhein.

Hännemer Wuhr

Das Hännemer Wuhr – oder Hänner Wuhr – wird erstmals 1477 erwähnt, es ist 11,5 km lang und wird nördlich Hottingen in ca. 720 m Höhe aus der Hauensteiner Murg abgeleitet. Das Wuhr durchquert die Gemarkungen Hottingen und Hänner, vereinigt sich in Oberhof mit dem Sägebach, berührt die Gemarkung Binzgen und mündet bei Laufenburg in den Rhein. Ab der Grenze zwischen Oberhof und Niederhof wird von dem Hauptwuhr ein weiteres Wuhr, der Schreiebach, abgeleitet. Er fließt durch die Gemarkungen Niederhof und Rhina dem Hochrhein zu.

Heidenwuhr

Das Heidenwuhr erfuhr seine erste schriftliche Erwähnung 1457. Im Bereich des Hornberges entspringen in ca. 955 m Höhe einige kleine Bäche, die sich bei Atdorf zum Schneckenbach vereinen und südwärts an Strick vorbeifließen. Oberhalb des Dammes der Kreisstraße K 6538 bei der Abzweigung nach Glashütten wird der Bach aus seinem natürlichen Bett in ein künstliches Ableitungsbauwerk geleitet. Unterhalb der Kreisstraße beginnt dann in ca. 790 m Höhe das künstliche Bachbett. Dort steht ein Pegelhaus zur Abflussmessung des Schneckenbaches (zurzeit außer Betrieb). Danach wird an einer Stellfalle der Wasserzufluss in das Heidenwuhr begrenzt. Normalerweise fließen maximal 300l/sec. in das Wuhr, der Rest fließt über ein Streichwehr dem Seelbach zu, an Rickenbach und Willaringen vorbei, um dann bei Wickartsmühle über den Strahlbrusch (Wasserfall) in die Hauensteiner Murg zu gelangen

Das ca. 14 km lange Heidenwuhr überwindet zwischen Jungholz und Kühmoos die Wasserscheide zur Murg und fließt nunmehr dem Hochrhein zu. Es trägt nur in seinem Oberlauf bis zur Egger Säge diesen Namen. Von dort bis zur Einmündung in den Bergsee heißt der Wasserlauf „Schöpfebach“. Er fließt in einem natürlichen Bett, teilweise unter einer großen zusammenhängenden Blockhalde, den sogenannten “Wollsäcken“. Vom Ausfluss aus dem Bergsee bezeichnet man den renaturierten Unterlauf bis in die Stadtmitte von Bad Säckingen als „Gewerbebach“, der südlichste Abschnitt fließt als „Gießen“ in den Hochrhein.

Zum Wassersystem des Heidenwuhrs gehört auch der auf Bad Säckinger Gemarkung gelegene Bergsee. Er entstand erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Initiative der Bachgenossen. Im Bereich des Wildgeheges wurde 1802/03 durch den Scheffelfelsen ein Durchstich geschaffen um das Wasser in den Bergsee zu leiten, der bisher als Fischweiher gedient hatte. Er wurde so in einen ‚Wassersammler‘ umgewandelt. Um das Fassungsvermögen zu erhöhen, wurde mehrmals das Stauvolumen erhöht. Er ist heute 450m lang, 325m breit und bis zu 12m tief.

Infomaterialien

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Wuhrenwanderung

Keine Infomaterialien vorhanden.

Lautenbach: Hexensteig

Lautenbach: Hexensteig

Die Rundwanderung führt auf den Höhenkamm von Lautenbach. Über historische Wege wie dem Allerheiligensteig und neu angelegten Pfaden geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit herrlichen Aussichtspunkten.

Auf 15 Kilometern verläuft der Qualitätswanderweg „Lautenbacher Hexensteig“. Der Steig führt über sagenhafte Ausblicken auf Lautenbach, das Renchtal bis hin zu den Vogesen.

Ein wahres Schmuckstück und Besuchermagnet ist das große Hexenhaus auf dem sagenumwobenen Sohlberg. Darüber hinaus ertwartet die Wanderer jedoch noch weitere Highlights, wie z.B. ein Riesenwaldsofa mit Hexenbesen, ein idyllisch kleines Hexenhäuschen oberhalb des ehemaligen Gasthauses „Wandersruh“ sowie liebevoll hergerichtete Rastplätze in herrlichster Landschaft.

Infomaterialien

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Lautenbach

Wegbeschreibung „Lautenbacher Hexensteig“

Lauterbach: Kohlenmeilerweg

Lauterbach: Kohlenmeilerweg

Auf der Anhöhe Imbrand verläuft, von der Köhler-Hütte (heute Hotel „Basler Hof“ der Kohlenmeiler-Weg und soll an die Vergangenheit Lauterbachs erinnern.

Ab dem Jahr 1500 und zum letzten Mal 1876 standen hier Kohlenmeiler entlang des Weges. Holzkohle wurde hergestellt und abgebaut.

An markanten Kohlenmeiler-Stellen wurde von Familie vom Hotel „Basler Hof“, ein Schaumeiler, sowie Schautafeln mit Bild und Text vom Aufbau bis zur Holzkohle aufgestellt.

Startpunkt ist direkt am Hotel „Basler Hof“, Imbrand 63.

Infomaterialien

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Lauterbach

Kohlenmeilerweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Lauterbach: s’Turm-Genießer-Bierwegle

Lauterbach: s’Turm-Genießer-Bierwegle

Erfahren, er-laufen und er-leben Sie auf dieser ganz besonderen Wanderstrecke.

Der Start und auch die 1. Station befindet sich 874 müM., im Gasthaus „Der Turm“ auf der Hochebene Fohrenbühl, einem Ortsteil des Luftkurortes Lauterbach. Hier erhält jeder Wanderer sein erstes Probebier.

Ausgestattet mit einer Kühltasche, in welcher drei weitere unterschiedliche Biere enthalten sind (auf Wunsch natürlich auch alkoholfrei), sowie einem kleinen Vesperle für den Weg, kann es losgehen.

Auf dem „s Turm-Genießer-Bierwegle“ befinden sich 5 Infostationen, an welchen, anhand von interessanten Schautafeln, viel wissenswertes über die Geschichte des Bieres zu erfahren ist. Und natürlich lässt man sich die mitgebrachten Biere schmecken.

Zurück im Gasthaus „Der Turm“, genießt man dann nach der informativen Wanderung das letzte „Bierle“. Hier kann man, zum Abschluss, nochmal das „gelernte“ Bierwissen testen. Wer die Quizfragen zum Thema Bier richtig beantwortet erhält einen Preis.

Noch Fragen? Zum Thema Bier, sind sicherlich die meisten beantwortet. Kosten: € 16,50 pro Person. (Stand: September 2022)

Wegstationen
Station 1: Die Geschichte des Bieres
Station 2:
Station 3:
Station 4:
Station 5: Der Brauprozess

Infomaterialien

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s`Turm-Genießer-Bierwegle

Keine Infomaterialien vorhanden!

Lauterbach: Vulkanregion Vogelsberg – Geotour „Zeitpfad“

Der Pfad steht für Geologie und Erdgeschichte des Vogelsbergs sowie der Geschichte der Region.

Der Zeitpfad ist ein 18 km langer markierter Wanderweg durch die Gemarkung Angersbach. Alle interessanten Punkte werden auf Infotafeln anschaulich erläutert.

Eingebettet in den Zeitpfad ist der 5 km lange Historische Rundgang, mit Informationen zur Ortsgeschichte.

Wegbeschreibung

Angersbach liegt in einem kontinentalen Grabenbruch, dem „Lauterbacher Graben“. Hier zeigen sich als geologische Besonderheit Gesteine wie Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper und Lias, die es sonst so nirgends im vulkanisch geprägten Vogelsberg gibt.

Zu den Höhepunkten der Tour gehören der „Hainig“ mit seinem Bestand an vielhundertjährigen Eichen und einer beeindruckenden Rundumsicht vom Aussichtsturm.

Auf der gegenüberliegenden Seite von Angersbach bietet die restaurierte Ruine der mittelalterlichen Burg Wartenberg, auf einem Felsen oberhalb der Lauter thronend, einen schönen Ausblick über das gesamte Tal.

Infomaterialien

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Lauterbach

Wanderpocketguide „Zeitpfad“

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Lauterbach

Faltblatt „Zeitpfad“

Textquellen

Wanderpocketguide

Webseite „Region Vogelsberg Touristik GmbH“

Lauterbach: Vulkanregion Vogelsberg – Radweg Basalttour

Eine Rad-Rundtour zu den Ursprüngen des Vulkans.

Die Basalt-Tour führt rund 52 km inmitten des Vogelsberges durch eine Landschaft, die geprägt ist durch ein Mittelgebirge, das mit seinen Basalten und Basalttuffen das größte zusammenhängende Vulkangebiet des europäischen Festlandes ist.

Daher rührt auch der Name der Tour, da immer wieder Zeugen der vulkanischen Vergangenheit auftauchen.

Infomaterialien

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Vulkanregion Vogelsberg

Wegbeschreibung „Basalttour“

Textquellen

Webseite „Region Vogelsberg Touristik GmbH“

Le Valtin: Sentier des Roches (Strohmeyerpfad) – Hohneck

Der gesicherte Bergsteig Sentier des Roches (frz. für Felsenpfad, ebenfalls als Strohmeyerpfad bekannt) verläuft zwischen dem Col de la Schlucht (Schluchtpass) und dem Hohneck in den Hochvogesen. Er gilt vor allem an seinem Anfang am Col de la Schlucht als einer der eindrucksvollsten – und gefährlichsten – elsässischen Gebirgspfade.

Der Pfad wurde 1910 von einem Oberförster und Vorsitzenden des Club Vosgien namens Heinrich Strohmeyer (1871–1955) aus Münster angelegt. Der Weg war die einzig gut gangbare Möglichkeit durch den Steilabsturz des Vogesenkamms nach Osten ins Vallée de Munster (Münstertal).

Oberhalb des Pfades verlief zwischen 1871 und 1918 die deutsch-französische Grenze auf dem Gebirgskamm.

Streckencharakter

Der Felsenpfad ist rund 3 km lang. Das nördliche Ende liegt am Col de la Schlucht auf einer Höhe von 1.139 Metern, das südliche Ende befindet sich am Krappenfels auf einer Höhe von 980 Metern. Da der Weg steile Felspassagen passiert, ist er zum Teil mit Drahtseilen, Eisengeländern, Leitern und Stegen gesichert. An einer Stelle ist der Weg direkt durch einen Felsen geschlagen. Es bieten sich vom Weg aus spektakuläre Ausblicke ins Münstertal, zum Col de la Schlucht, zum Hohneck sowie an klaren Tagen bis zu den Schweizer Alpen.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind beim Begehen Voraussetzung. Die Armee nutzt die Strecke auch für Märsche während der Soldatenausbildung.

Geologie und Botanik

Das Grundgestein des Bergmassivs ist Granit. Im Frühjahr blühen entlang des Sentier des Roches an Rinnsalen Sumpfdotterblumen und im Juni Alpenanemonen.

Die Strecke führt auch an dem Hochmoor Tourbière du Frankenthal vorbei.

Infomaterialien

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Le Valtin

Sentier des Roches (Strohmeyerpfad) – Hohneck – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Lebach: Haifischpfad Rümmelbach

Die Wanderung verläuft über eine Stecke von 3,5 km durch die Seeablagerungen eines vor 290 Millionen Jahren existierenden Süßwassersees, der im tropischen Klima des Erdaltertums im Bereich von Rümmelbach seine tiefste Stelle hatte.

Der einzigartigen Kombination aus hohen Temperaturen und gelösten Eisenmineralien im Süßwassersee mit seinen Lebewesen ist es zu verdanken, dass sich Versteinerungen der damaligen Tier- und Pflanzenwelt bis heute erhalten haben. Der überaus spannende Prozess der Bildung dieser Fossilien wird bei der Wanderung ebenso erklärt wie die Entstehung der Lebacher Eier in den Seeablagerungen.

Fragen, was es mit den Lebacher Eiern auf sich hat und was man damit machen kann, erläutern neun Infotafeln, die entlang des Wanderweges aufgestellt sind, der seinen Namen dem Haifischfossil Lebachacanthus verdankt.

Auf dem Haifischpfad, der durch Wälder, ein Tälchen und den Ort Rümmelbach führt, wird der Wanderer auch auf die weiträumigen und tief greifenden Erzschürfungen, die zwischen Gresaubach, Steinbach und Niedersaubach, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts betrieben wurden, aufmerksam gemacht.

Der Haifischpfad der Stadt Lebach bietet als Kulturwanderweg eine attraktive Möglichkeit, der Heimatgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund zu gehen und vor Ort eine Quelle der saarländischen Industriegeschichte für sich zu entdecken.

Eisenrohstoff

Die Lebacher Eier enthalten Eisenerz in Form von Siderit und dienten deshalb der saarländischen Eisenindustrie als Rohstoffquelle. In Lebach selbst gab es keine Eisenschmelze, dafür aber im nachbarort Schmelz an der Prims. Für den Betreib eines Hochofens war v.a. Holzkohle und Wasserkraft erforderlich.

Ausstellung

Im Lebacher Rathaus finden Interessierte zudem eine umfangreiche Ausstellung zu den Lebacher Eiern, die allen Besuchern während der Öffnungszeiten frei zur Verfügung steht. Der Fossiliensammler E. Großhat der Stadt seine wertvolle Sammlung als Schenkung zur Verfügung gestellt.

Textquelle: Stadt Lebach

Lebacher Eier

Lebacher Eier sind Toneisenstein­geoden (Sphärosiderite), die im saarpfälzischen Rotliegend, insbesondere in der namensgebenden Region bei Lebach im Saarland vom 16. bis zum 19. Jahrhundert als Eisenerz abgebaut wurden. Ferner namensgebend war die ovale Form der Geoden, deren Eisenanteil 20 % übersteigen kann.

Entstehung

Eine frühe Beschreibung der Genese erfolgte 1967 durch den Mineralogen Günter Lensch.

Bei den Lebacher Eiern handelt es sich um diagenetische Bildungen. Sie entstanden im frühen Perm vor rund 290 Mio. Jahren in feinkörnigen, dunklen Sedimenten, die in Form dünnplattiger, dunkler, bituminöser Tonsteine überliefert sind und der Odernheim-Formation der Glan-Gruppe des Rotliegend des Saar-Nahe-Beckens zugeordnet werden. Seinerzeit handelte es sich bei diesen Sedimenten um einen Schlamm am Grund eines Süßwassersees („Rümmelbach-Humberg-See“). Welche Prozesse für die Bildung der Geoden verantwortlich sind, kann nur vermutet werden.

Das Eisen dürfte den Seesedimenten selbst entstammen. Ursprünglich war es fein (dispers) im Schlamm verteilt und könnte zunächst durch Reduktion von Fe3+ (aus z. B. Hämatit, Fe2O3) zu Fe2+ als Eisenhydrogencarbonat (Fe(HCO3)2) in eine wasserlösliche Form gebracht worden sein. Die Reduktion könnte durch die Stoffwechselaktivität von Bakterien begünstigt worden sein. Infolge der Verdichtung tieferliegender, älterer Sedimentschichten wurde eisenhydrogencarbonathaltiges Wasser aus diesen ausgetrieben und stieg langsam aber stetig in höherliegende, jüngere Sedimentschichten auf. Die Ursache der Wiederausfällung des Eisens in Form von Eisencarbonat (Siderit, FeCO3) in den jüngeren Schichten kann durch die Verringerung des Umgebungsdruckes erklärt werden, den die aufsteigenden Lösungen erfuhren, denn eine Druckabnahme führt zum Entweichen von Kohlendioxid (CO2) aus der Lösung und damit zur Carbonatfällung (Fe(HCO3)2 → FeCO3 + CO2 + H2O).

Hierbei dürften bestimmte Sedimentpartikel als Kristallisationskeime fungiert haben, sodass das Eisenkarbonat nur an ganz bestimmten Stellen im Sediment ausfiel. Dort, wo die Fällung einmal begonnen hatte, lief sie kontinuierlich weiter, und so entstanden mit der Zeit die relativ großen Toneisensteingeoden, die heute als Lebacher Eier bekannt sind.

Eisenerz

Die Lebacher Eier wurden bis in das 19. Jahrhundert als Erz in großen Tagebauen (Schotten) und teilweise auch unter Tage abgebaut und zur Eisenherstellung z. B. in der Dillinger Hütte verwendet. Das Hauptabbaugebiet lag zwischen Rümmelbach und Gresaubach. Viele Grundlagen zur historischen Nutzung der Lebacher Eier im Konzessionsfeld der Lebacher Erzgruben wurden in Buchform vorgelegt. Weitere Abbaubereiche befanden sich bei Nonnweiler, Oberlöstern, Schmelz, Steinbach und Sotzweiler. Die Verhüttung der Lebacher Eier aus dem Erzfeld Lebach erfolgte in der Bettinger Schmelze (Schmelz), Nunkircher Schmelz (Wadern), Neunkircher Eisenwerk (Neunkirchen), Alte Schmelz (St. Ingbert) und in der Saarbrück-Usingischen Hütte (Fischbach).

Fossilien

Fossiliensammler und Paläontologen schätzen die Lebacher Eier wegen ihres Fossilieninhalts. Ein Zusammenhang zwischen der Bildung einer Geode und dem Vorhandensein eines verwesenden Kadavers im Sediment gilt zwar allgemein als plausibel, weil die Stoffwechselaktivität der zersetzenden Bakterien ein für die Ausfällung von Mineralen wie Siderit günstiges chemisches Milieu schaffen kann, aber im Fall der Lebacher Eier ist ein solcher Zusammenhang nicht nachgewiesen. Die meisten Lebacher Eier enthalten nämlich keine Fossilien. Die in den Lebacher Eiern enthaltenen Fossilien gehen wahrscheinlich auf Kadaver zurück, die lediglich zufällig von Siderit umkrustet worden sind. Im Inneren der Konkretionen waren sie dann aber besser vor weiteren diagenetischen und Verwitterung­seinflüssen und somit vor einer Zerstörung geschützt als die Fossilien im unmineralisierten Sedimentgestein. Einen Überblick über die Fossilien, die im Inneren von Lebacher Eiern überliefert sind, bietet eine Ausstellung im Urweltmuseum Geoskop auf der Burg Lichtenberg bei Kusel. Eine weitere Ausstellung derartiger Fundstücke ist im Rathaus der Stadt Lebach zu besichtigen.

Textquelle: Wikipedia

Wegstationen
Station 1: Entstehung der Lebacher Einer
Station 2: Allgemeine Übersicht
Station 3: Landesgrenze
Station 4: Entwicklung des Erzgrubenfeldes im 19. Jh.
Station 5: Fossilien
Station 6: Fundstellen Lebacher Eier
Station 7: Pflanzenfossilien
Station 8: Eisengewinnung
Station 9: Die Arbeit des Lebacher Eiergrabens
Station 10: Lebacher Hai

Infomaterialien

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Lebach

Faltblatt „Haifischpfad Rümmelbach“

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Lebacher Eier

Infoblatt „Steinerne Zeugen der Erdgeschichte – Entstehung – Gewinnung – Nutzung“

Leipheim: Durchs Leipheimer Moos

Schwarzer Torf und tiefe Tümpel: Hier hören Sie den Pulsschlag eines wiederbewässerten Moors!

Bei der „Lauschtour“ erkunden Sie eine der mystischsten Landschaften in Bayerisch-Schwaben. Ein Biologe erklärt faszinierende Naturphänomene. Außerdem gibt’s Interviews mit ehemaligen Torf stechern und wir schauen bei einer Straußenfarm vorbei.

Audioguide

Die Lauschtour-App kann im Apple Appstore oder im Google Play Store heruntergeladen werden.

Hören Sie hier eine Lauschprobe.

Infomaterialien

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Leipheim

Transskript „Durchs Leipheimer Moos“. Die Texte aus den Audiobeiträgen zum Mitlesen.

Lembach (F): Dichterweg

Lembach (F): Dichterweg

Le sentier des poètes à Lembach

Der ca. 7 km lange Rundweg um das Dorf Lembach thematisiert die elsässische Poesie in ihren unterschiedlichsten Facetten.

An 28 Stationen elsässischer Dichter, Prominente, aber auch weniger bekannte, darunter auch lokale Autoren, lernen Sie Texte  über den Wald, das Wasser und die Schönheiten des elsässischen Erbes kennen.

Das Besondere: Die Texte/Gedichte an den Wegstationen sind in elsässischem Dilekt und in französischer Sprache geschrieben.

„Die Lembàcher Tràdition uf Ditsch un uf Elsassisch ze schriewe sott nit verlesche„, so dass Schluss-Statement von Charles Schlosser, dem Hauptinitiator des Dichterweges, einem örtlichen Deutschlehrer, in der Begleitbroschüre des Dichterweges.

Wegstationen
Stationen 1 bis 5

1. La fontaine devant chez moi (Henri Mertz)

2. La mince couche de neige de la nuit de mars (Nathan Katz)

3. Le maître (Elisabeth Muller)

4. Le noyer (Edgar Zeidler)

5. Un requiem alsacien (Claude Vigée)

Stationen 6 bis 10

6. La fleur et le fruit (André Weckmann)

7. Coupe (Jean Paul Sorg)

8. La prière du randonneur (Jean Dentinger)

9. L’exemple de l’arbre (Adrien Finck)

10. Mon sentier préféré (Henri Hirschinger)

Stationen 11 bis 15

11. Aspérule (Hermann Picard)

12. Enfin nous le savons (Raymond Matzen)

13. Automne (Georges Zink)

14. Nostalgie (Fernand Bernecker)

15. La cathédrale (René Egles)

Stationen 16 bis 20

16. Oui, à Lembach (Louise Fortmann)

17. Taille ton Alsace dans un arc-en-ciel (Conrad Winter)

18. Liesel du moulin (Henri Mertz)

19. Le vent ne ment jamais (Sylvie Reff)

20. Le saule (Gérard Leser)

Stationen 21 bis 25

21. Souviens-toi de moi (Paul Bertololy)

22. Aux pieds du calvaire (Louis Roesch)

23. Als Heimer (Christian Hahn)

24. Champs et prés (Konrad Puller Von Hohenburg)

25. Willerhoeh (Charles Schlosser)

Stationen 26 bis 28

26. Où sont mes copains du Contades (Germain Muller)

27. Au ruisseau (Charles Attali)

28. Sois le poète de ta vie (Daniel Steiner)

Infomaterialien

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Dichterweg Lembach

Kurzinformationen

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Dichterwai Lembach

Begleitbroschüre mit allen Infotafeln

Lenggries: Natur-Erlebnispfad Isar

Auf dem Natur- und Erlebnispfad lernen wir den Wildfluss Isar an ihrem Oberlauf kennen. Wir werden von der Lenggrieser Isarbrücke aus 1,5 km lang auf dem Isarwanderweg fluss­aufwärts gehen und Abstecher in die Auen – das ist die vom Fluss geformte Naturland­schaft – machen.

Auf dem Weg sind Tafeln mit den Nummern und QR-Codes der einzelnen Stationen zu finden. Unser gemeinsames NATUR ERLEBNIS ISAR endet beim Parkplatz südlich des Hirschbaches. Danach kann es jeder auf eigene Faust fortsetzen.

Der Isarwanderweg ist Rad- und Fußweg. Bitte nehmen Sie gegenseitig Rücksicht!

Die Isar ist ein Fluss, und damit fließenden Veränderungen unterworfen. Deshalb kann es vorkommen, dass wir manchmal etwas anders antreffen werden, als es hier beschrieben wird. Bei Hochwasser sind leider einige besonders erlebnisreiche Standorte (4, 5, 6, 8) nicht betretbar!!

Dafür bietet aber die ausufernde Isar äußerst interessante Vorgänge zum Beobachten.

Wegstationen
Station 1: Wildfluss Isar - "Die Reißende"
Station 2: Wildfluss Isar - "Verkehr auf dem Fluss"
Station 3: Wildfluss Isar - "Die Steinreiche"
Station 4: Wildfluss Isar - "Edelsteine und Fossilien"
Station 5: Wildfluss Isar - "Pflanzen als Pioniere"
Station 6: Wildfluss Isar - "Sauberes Wasser"
Station 7: Wildfluss Isar - "Fluss mit Korsett"
Station 8: Wildfluss Isar - "Die Welle und die Vogelinsel"
Station 9: Wildfluss Isar - "Dschungel und Steppe"
Station 10: Wildfluss Isar - "Überbleibsel der Eiszeit"
Station 11: Wildfluss Isar - "Zart, zähe Tamariske"
Station 12: Wildfluss Isar - "Lebende Juwelen"
Station 13: Wildfluss Isar - "Naturerbe Isarlandschaft"

Infomaterialien

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Lenggries

Faltblatt „Natur Erlebnis Isar“

Lenningen: Schopflocher Moor-Randecker Maar-Zipfelbachtal

Ein geologisches Phänomen jagt das andere bei dieser Rundwanderung vom Schopflocher Torfmoor über das Randecker Maar und das Zipfelbachtal sowie durch die gigantische Felsenlandschaft des Bannwaldes Pferch, die einst durch einen Bergsturz am Albtrauf entstanden ist.

Am Wanderparkplatz Torfgrube beginnt neben einer Informationstafel der Holzpfad durch das Torfmoor.

Schopflocher Moor

Das Schopflocher Moor stellt eine landschaftliche Besonderheit im Karstgebiet der Schwäbischen Alb dar. Seine Entstehung verdankt es einer wasserstauenden Tonschicht, welche durch Verwitterung der Gesteinsfüllung eines Vulkanschlotes entstand. Durch die Verlandung des an dieser Stelle einst vorhandenen Maarsees entwickelte sich, begünstigt durch die hohen Niederschläge am Albtrauf, das einzige größere Hochmoor der Schwäbischen Alb.

Randecker Maar

Urach-Kirchheimer Vulkangebiet ("Der Schwäbische Vulkan")

Quelle: Wikipedia

Schwäbische Vulkan

Der sogenannte Schwäbische Vulkan ist ein durch tertiärzeitliche vulkanische Aktivität geologisch beeinflusstes Gebiet auf dem Plateau des mittleren Abschnittes der Schwäbischen Alb und dessen nördlichem Vorland.

In einem Umkreis von 56 km wurden dort bisher über 350 Vulkanschlote (Diatreme) identifiziert. Zahlreiche verborgene Schlote konnten nur mithilfe geophysikalischer Methoden kartiert werden. Da die vulkanischen Aktivitäten nur im Miozän (vor 17–11 Mio. Jahren) stattfanden, sind nach dieser langen Zeit Vulkanmerkmale nur noch in einigen Fällen wahrnehmbar, in noch weniger Fällen prägend für das Landschaftsbild und ganz selten sind Schlotspitzen an der Oberfläche sichtbar. Am „Scharnhauser Vulkanschlot“, rund 23 Kilometer nördlich des heutigen Albtraufs, wurden Gesteinsfragmente des Weißjura (Malm beta) vorgefunden, wo alle drei Jurastufen längst abgetragen sind. Im Miozän muss sich das Albplateau folglich noch bis kurz vor Stuttgart erstreckt haben.

Landschaft

Seit dem Erlöschen des Vulkanismus im Miozän ist es zu keinen weiteren Aktivitäten mehr gekommen. Nach dieser langen Zeit sind Vulkanmerkmale nur in einigen Fällen wahrnehmbar und in noch weniger Fällen prägend für das Erscheinungsbild der Landschaften. An der Oberfläche sichtbare Schlotspitzen sind selten. Rhenanische Erosion, Verwitterung und Abtragung des Reliefs des Albplateaus um bis zu 200 m, nördlich des heutigen Albtraufs oft 300 m oder mehr, haben die Tops der Vulkanschlote abgeräumt und die Landschaft überprägt. Ein Übriges haben menschliche Einflüsse bewirkt – Besiedlung, technisierte Landwirtschaft, extensive Flächennutzungen und Arbeitsmigration in das Vorland.

Nach der Stilllegung der wenigen Vulkan-Steinbrüche die es gab, sind auch deren Spuren durch Bewuchs, Zerfall oder Zuschüttung verwischt. Die wasserstauenden Schlottuffeigenschaften sind für die Siedlungen der verkarsteten Schwäbischen Alb seit der flächendeckenden Albwasserversorgung ab 1870 unwichtig geworden. Im Alb-Vorland bildet das vulkanische Gestein oft kuppen- oder kegelförmige Erhebungen, weil die Mitteljura-Schichten weniger verwitterungs- und erosionsresistent als der Schlottuff sind. An den sonnenexponierten Hängen dieser Vulkanit-Härtlinge befinden sich oft Weingärten und Streuobstwiesen.

Entstehung

Die Vulkangänge entwickelten sich entlang tiefer, tektonisch zerrütteter Klüfte und Spalten, d. h. bevorzugt in tektonischen Schwächezonen (Täler und Karstklüfte). Die Wege erweiterten sich zu fast lotrecht verlaufenden Gängen und Durchschlagsröhren. Die Schlote weisen Durchmesser zwischen wenigen zehn Metern und 1,2 Kilometern auf. Die Tuffe bestehen vorwiegend aus meist sehr kleinen Lapilli, mit einem kristallinen Kern von Olivin oder Melilith, oder beiden (Mineralen), umgeben von einer Glashaut.

Die ersten Vulkanaktivitäten dürften in vielen Fällen ähnlich abgelaufen sein:

Mehr oder weniger zahlreiche Einzeleruptionen pro Schlot, mehrere Tage bis Monate dauernd. Ablagerung von Auswurfmaterial als Kraterwall und lateral über einige Kilometer, auch einige vulkanische Bomben. Es gab keine Lavaablagerungen. Die Spuren an den Oberflächen sind längst abgetragen. Die juvenilen Pyroklasten in den Schloten – Asche, Lapilli – und kantige sowie gerundete Xenolithe sind im Laufe der Zeit verdichtet und abgesackt (Herkunft der Xenolithe: Oberer Erdmantel, variszisches Grundgebirge, mesozoisches Deckgebirge).

Heute liegen über den meisten Schloten dünne Jura-Deckschichten und darüber noch zumeist dünne, nährstoffarme Verwitterungsdecken, auf denen sich viele, diesen Verhältnissen gut angepasste Pflanzengemeinschaften angesiedelt haben: artenreiche Weidegräser, seltene, wertvolle Blumen wie z. B. Orchideen. Auf dem Albteil des Urach-Kirchheimer Vulkangebiets sind heute flächig ausgedehnte Buchenwälder prägend.

Beim Durchschlagen der (grund-)wasserführenden Schichten kam es zu heftigen Wasserdampfexplosionen, die Trichter bildeten. Dabei stürzte ein Teil der Tuffe zusammen mit Trümmern der durchschlagenen Juradeckschichten in die Schlotöffnungen zurück, und infolge von Tuffentgasung sackten die Trichterfüllungen ab. In den oberen, unverfüllten Teilen der Trichter bildeten sich wassergefüllte Maare. Bei späteren Ausbrüchen weiteten sich Schlotgänge und führten zu weiteren Dampfexplosionen, bis das Wasser überall aufgebraucht war. Nach den sehr langen Prozessen von Abtragung, Verwitterung, Sedimentation und Kompaktion findet man heute Tuffite in den Schlotresten in geschichteter und ungeschichteter Form vor (Pyroklasten und Nicht-Pyroklasten). So werden die Reste noch heute vorgefunden.

Im Fall der beiden Pseudo-Zeugenberge Jusi und Aichelberg hat Cloos bis zu 300 m große „Sinkschollen“ aus nicht mehr existierenden stratigraphisch höheren Juraschichten im Schlottuff festgestellt, die zwar mehr oder weniger zerrüttet, aber noch in ihrem ursprünglichen Schichtverband erhalten seien. Lorenz hat jedoch die von Cloos behauptete mechanische Genese dieser Sinkschollen – sie hätten sich langsam „aus ihrem ursprünglichen Gesteinsverbund“ gelöst und seien dann langsam im „aufsteigenden Gas-Aschen/Lapilli-Strom“ abgesunken – als unhaltbar verworfen. Wegen ihrer enormen Größe seien diese Schollen vielmehr in calderaartigen Erweiterungen der initialen Förderschlote ausgebrochen und dann mit abgesackt.

Nur in einigen wenigen Vulkanschloten intrudierte in Nachschüben auch Magmaschmelze in schmalen Kanälen bis in die heutigen Aufschlussbereiche der Tuffe. Cloos beschreibt eine Intrusion im Jusi. Die Intrusionen enthalten viele verschiedene Mineralien, u. a. auch Olivin und Melilith. In der Geokarte sind 22 Eruptionspunkte mit massigen Olivin-Melilithen eingezeichnet.

Der ursprünglich postulierte Zusammenhang zwischen Wärmeanomalie und dem Vulkanismus des Urach-Kirchheimer Gebiets (Thermalbäder von Beuren und Bad Urach) muss „auf andere Ursachen in erdgeschichtlich jüngerer Vergangenheit zurückgeführt werden.“

Infomaterialien

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Lenningen

Faltblatt „Naturschutzgebiet Schopflocher Moor (Torfgrube)“

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Lenningen

Faltblatt „Naturschutzgebiet Randecker Maar mit Zipfelbachschlucht“

Lembach (F): Dichterweg

Lenzkirch: Rundweg zur Haslachschlucht

Die Haslachschlucht gilt als landschaftliche Kostbarkeit von besonderem Reiz.

Die Schlucht führt von Lenzkirch zur Haslachmündung, wo sich Haslach und Gutach zur Wutach vereinen. Erst sanft, dann wildromantisch, führt der Steig durch die enge Klamm hinunter ans Wasser und weit aufwärts, um steil zur Haslach abfallende Felsen zu überschreiten. Wunderbare Tiefblicke eröffnen die beiden Aussichtspunkte Hölloch- und Rechenfelsen.

Spektakulär durchbricht hier die Haslach das harte Porphyrgestein und offenbart die Urkräfte des Wassers. Die raue Schönheit der Haslachschlucht zieht die Menschen schon lange in ihren Bann. Bereits in der frühen Zeit des Tourismus nach 1900 galt der Rechenfelsen als Attraktion, die gerne auf Ansichtskarten abgebildet wurde. Ein wenig Kondition und Trittsicherheit braucht es schon, um die steil aufragenden, auf beiden Seiten überhängenden Felswände, durch die sich die Haslach zwängt, vom Aussichtspunkt Höllloch oder Rechenfelsen einzusehen.

Infomaterialien

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Haslachschlucht

Keine Infomaterialien vorhanden.

Leonberg: Lehrpfad Geologie von Hohlwegen

Entstehung der „Warmbronner Hohlwege“ und entlang der Hohlwege freiliegende Gesteinsschichten werden auf Schautafeln erläutert.

Im Waldgebiet zwischen Magstadt und Leonberg har eine im 15ten und 16ten Jahrhundert vielbenutzte Handelsroute ein weitverzweigtes System von Wegspuren hinterlassen. Entlang von tief eingeschnittenen Hohlwegen wurden Gesteinsschichten freigelegt, die auf den Hinweistafeln des Lehrpfads beschrieben sind.

Wegeschreibung

Vom Parkplatz am Leobad folgt man nacheinander der Hertich-, Bruckenbach- und Mollenbachstraße bis zur Brücke über die Autobahn. Nach der Brücke biegt man nach links ab. Bei der nächsten Möglichkeit nach rechts abbiegen und dem Asphaltstäßchen bis zum Beginn des Geologielehrpfads folgen.

Der Lehrpfad führt hangaufwärts entlang einem mit blauem Punkt markierten Wanderweg. Auf dem Rückweg folgt man den Hinweistafeln des Lehrpfads und danach dem Asphaltsträßchen, das an Weinbergen und Obstwiesen vorbei zurück zum Beginn des Lehrpfads führt.

Infomaterialien

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Leonberg

Lehrpfad Geologie von Hohlwegen – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Tourenbeschreibung bei „outdooractive“

Les Mines d’Asphaltes, Bitumes et Lignites de Lobsann

Les Mines d’Asphaltes, Bitumes et Lignites de Lobsann

Eine genauere Beschreibung folgt noch.


1787
entdeckt ein Schäfer in den Feldern von Lobsann ein Kohlenvorkommen (Braunkohle, Lignit). Den Fund meldet er dem Direktor der Saline in Soultz-sous-Forêts, Georg-Chrétien-Henri Rosenritt.

Bei genaueren Untersuchungen stellt sich heraus, dass neben Kohle und verschiedenen Erzen auch Asphaltvorkommen vorhanden sind.

Anfänglich wurde die Grube von „Société Strasbourgeoise des Asphaltes et Bitumes“ betrieben. Für kurze Zeit war der berühmte Chemiker und Agrarwissenschaftler Jean- Baptiste Boussingault Direktor der Asphaltwerke.

Grubenbau

Ein etwa 300 m langer Stollen erschloss die über den Oberen Pechelbronn­ Schichten und unmittelbar an der Grabenrandstörung ausgebildeten Foraminiferenmergel und Fischschiefer (Unteroligozän), bestehend aus einer typischen Grabenrandfazies aus Braunkohle, Konglomeraten und asphalthaltigen mergeligen Kalken.

Lage

Das ehem. Kohlenwerk liegt direkt an der Straße D 51 zwischen Lobsann und der Moulin des Sept Fontaines. Das Gelände ist heute in Privateigentum.

Der Zutritt ist verboten. Accès interdit.

Nur noch ein Straßenschild mit der Aufschrift „Kohlenwerk“ weist als stummer Hinweisgeber auf die früheren Abbautätigkeiten hin.

Leutasch: „Geologie erleben“ rund um das Reintal – Spuren früherer Katastrophen

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

GeoAlpina – Roter Weg

Etappe R45: Meilerhütte – Reintalangerhütte

Von der Meilerhütte über Ludwigs Königshaus am Schachen bis zur Reintalangerhütte am Fuße der Zugspitze sind frühere Naturkatastrophen noch gut erkennbar.

Diese Etappe führt von der Meilerhütte bergab zum Schachen und zur Bockhütte im Reintal, dann im Reintal wieder ansteigend zur Reintalangerhütte.

Gleich unterhalb der Meilerhütte ist mit der Meilerhütten-Breccie die erste Naturkatastrophe ersichtlich. Die Komponenten dieses Gestein wurden durch Unwetter vor Millionen von Jahren in eine Schlucht gespült,  anschließend verfestigt und später wieder freigelegt.  Die Schachen-Breccie am Schachen deutet auf einen ehemaligen Steinschlag hin. Auch unten im Reintal führt der Weg auf einem Geomorphologischen Lehrpfad an zahlreichen Schuttkegel und Bergsturzablagerungen vorbei. Und das einstige Naturjuwel des Reintals – die Vordere Blaue Gumpe – ist ebenfalls durch eine Katastrophe entstanden und durch eine weitere wieder verschwunden.

Wegbeschreibung

In der nachfolgenden Beschreibung wird auf einige geologische Besonderheiten entlang der Via Alpina Etappe R45 eingegangen. Zu den Begriffen „GeoPunkt“ und „Geotop“ gibt es zusätzlich Wegpunkte, in denen auch die Geologie erklärt wird. Diese Wegpunkte werden weiter unten sowie in der Karte angezeigt und können ausgedruckt werden.

 

Geologische Zeittafel

Die geologische Zeittafel zeigt die Namen und die Abfolge der Schichten, die auf der Wanderetappe durchquert werden, und das Alter ihrer Ablagerung.

 

Start

Die Etappe beginnt an der Meilerhütte, die in Wettersteinkalk der Wetterstein-Formation gebaut wurde, der auch innerhalb der Hütte zu sehen ist.

 

Wetterstein-Formation

Das Sedimentgestein, aus dem auch die meisten Gipfel im Wettersteingebirge bestehen, wird nach diesem Gebirge „Wettersteinkalk“ genannt. Es wurde in einem flachen Meer vor etwa 236 Millionen Jahren gebildet. Der Wettersteinkalk entstand südlich seiner heutigen Lage in einem tropischen bis subtropischen Meer und wurde hauptsächlich von Schwämmen und Kalkalgen aufgebaut. Daher findet man im Schutt vereinzelt Fossilien, also versteinerte Tiere oder Pflanzen. Der Wettersteinkalk ist ein dickbankiger bis massiger, sehr reiner Kalkstein. Die bis 1.500 Meter dicken Schichten bauen den größten Teil des Wettersteingebirges auf. Neben dem Wettersteinkalk kommt auch der magnesiumreichere Wettersteindolomit vor, entlang dieser Via Alpina-Etappe allerdings nur an einer kleinen Stelle im unteren Teil des Abstiegs ins Reintal. Im Gegensatz zum Wettersteinkalk verwittert er in der Regel zu scharfkantigem Grus und bildet oft riesige Schutthalden.

Von der Meilerhütte aus ist in Richtung Süden das Leutascher Platt ersichtlich, das von Gletschern geformt wurde.

Gleich zu Beginn des Abstieges von der Meilerhütte auf dem markierten Wanderweg Richtung Norden bzw. Schachen fällt in der ansonsten eintönigen Kalksteinlandschaft das ungewöhnliche Gestein der Meilerhütten-Breccie auf.

Sicherheitshinweis

Die hier beschriebenen Wege verlaufen teilweise in hochalpinem Gelände. Sie sind an manchen Stellen absturzgefährlich und ab und zu sind einfache Kletterstellen (mit Drahtseilsicherungen) zu meistern. Daher ist für bestimmte Abschnitte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Bergerfahrung Voraussetzung. Etappenweise sind viele Höhenmeter sowie lange Strecken zu bewältigen. Eine gute Kondition ist deswegen genauso unerlässlich wie die richtige Bergausrüstung.

Die meisten Wegabschnitte können nicht ganzjährig gegangen werden.

Bitte informieren Sie sich über Schwierigkeiten, etwaige Gefahren und den aktuellen Zustand der Route, zum Beispiel auf den Internet-Seiten der Via Alpina oder beim Deutschen Alpenverein.

Die Begehung der Touren erfolgt auf eigene Gefahr.

Geologische Sehenswürdigkeiten
Geotop "Meilerhütten-Breccie"

Die diffuse, durch Korngrößenunterschiede hervorgerufene Schichtung der Breccie sowie die scharfe Abgrenzung zu den umgebenden Wänden der Wetterstein-Formation deuten auf eine rapide Ablagerung durch fließendes Gewässer in einem Canyon hin. Die Größe der Breccien-Komponenten von teilweise über zwei Metern lässt auf eine große Transportenergie und kurze Transportwege schließen. Das sind Bedingungen, wie sie heute in tief eingeschnittenen Schluchten im Oberlauf vieler Gebirgsbäche z. B. nach einem Murenabgang vorkommen. In ihrer jetzigen exponierten Lage nahe des Grates bei der Meilerhütte kann die Breccie als Schluchtmaterial nicht abgelagert worden sein, sondern vermutlich in einer riesigen Schwemmebene, die während der beginnenden Alpenbildung vor etwa 25 Millionen Jahren zwischen Molassetrog (Tiefland nördlich der Alpen) und der damaligen Gebirgsfront lag.

Der Weg führt von der Meilerhütten-Breccie weiter abwärts zum Frauenalpl, dessen auffällig grüne Weiden mit der kargen Kalksteinlandschaft kontrastieren. Die Ursache hierfür liegt in der Geologie, denn es gibt in dieser Umgebung Gesteine der Raibl-Formation, die das Wasser besser speichern können als der Wettersteinkalk.

Breccie

Sedimentgestein, das überwiegend aus eckig-kantigen Bruchstücken („Komponenten“) vom gleichen oder von unterschiedlichen Gesteinen besteht. Im Gegensatz dazu enthält ein Konglomerat überwiegend gerundete Bestandteile. Beide Gesteinsarten werden durch natürlichen Zement wie Kalk, Quarz, Eisenhydroxid zusammen gehalten.

GeoPunkt "Frauenalpl"

Die hier vorkommenden verwitterungsanfälligen Sand- und Tonsteine der Raibl-Formation formen keine schroffe Landschaft mehr, sondern ein hügeliges Gelände. Vereinzelt kommen auch Rauchwacken der Raibl-Formation vor. Auf den wasserundurchlässigen Tonsteinen deutet das Vorkommen von Feuchtigkeit liebendem Scheuchzers Wollgras den feuchten Untergrund an.

 

Raibl-Formation (früher „Raibler Schichten“ genannt)

Die Schichten der Raibl-Formation wurden vor etwa 235 Millionen Jahren in einem Flachmeer abgelagert. Im Gegensatz zu vielen anderen Formationen der Nördlichen Kalkalpen, die überwiegend aus Kalksteinen bestehen, ist für die Raibl-Formation eine Wechsellagerung verschiedener Sedimentgesteine charakteristisch. Es kommen Kalke sowie Ton- und Sandsteine, vor. Ursache hierfür ist die Einschwemmung von Lockermaterial von einem nahe gelegenen Festland in das Flachwasserbecken. Teilweise wurde es vom offenen Ozean abgeschnürt und dampfte ein, wodurch örtlich Gips- und Dolomitgesteine entstanden. Wo später Grundwasser den Gips aus dem Gestein löste, blieben Dolomitbreccien und löchrige Rauhwacken zurück.

 

Danach geht es auf einem breiten Rücken mit einigen Serpentinen weiter bergab Richtung Schachen, einem einzigartigen Aussichtsbalkon, den bereits von weit oben sichtbar ist  umrahmt von den mächtigen Felsgipfeln des Wettersteingebirges. Von hier hat man auch herrliche Blicke ins Reintal.

GeoPunkt "Schachen-Breccie"

Oberhalb des Schachen zwischen ca. 1950 – 1850 m erkennt man am Weg die so genannte Schachen-Breccie. Das rund 480.000 Jahre alte Gestein ist verfestigtes Steinschlagmaterial.

 

Tipp

Am Schachen befindet sich neben dem Schachenhaus und dem sehenswerten, ab 1870 von König Ludwig II. im Schweizer Chaletstil errichteten Königshaus mit „Maurischem Zimmer“ der Alpengarten des Botanischen Gartens München.

Der bereits 1901 eröffnete Garten zeigt über 1.000 verschiedene Arten von Gebirgspflanzen aus aller Welt, informiert über die unterschiedliche Bodenbildung auf Wetterstein- und Raibl-Formation und vieles mehr. Er wird von Mitte Juni bis Ende August betreut und kann während dieser Zeit besichtigt werden.

Am Schachen angekommen führt ein kurzer Abstecher zum Aussichtspunkt am Schachen. Hier hat man einen phantastischen Blick in das Reintal. Es ist von Deutschlands höchsten Alpengipfeln umrahmt, die aus gewaltigen, teils senkrechten Kalkwänden der Wetterstein-Formation aufgebaut sind. Aufgrund der Steilheit kommt es im Reintal immer wieder zu Massenbewegungen, wie Bergstürzen oder Murenabgängen. Informationen zu den unterschiedlichen Arten von Massenbewegungen finden Sie unter https://www.lfu.bayern.de/geologie/massenbewegungen/index.htm.

Vom Schachen folgt man, fast ausschließlich im Wettersteinkalk, dem teilweise mit Stufen und Sicherungen versehenen Steig steil bergab ins Reintal und zur Bockhütte.

Von der Bockhütte verläuft der weitere Weg entlang der Partnach ansteigend durchs Reintal Richtung  Reintalangerhütte. Auch hier sind Spuren früherer Naturkatastrophen sichtbar. Die Stationen zwei bis sieben des Geomorphologischen Lehrpfads informieren hierbei über Wildbäche (Partnach), Muren und Steinschlag. Vor Ort gibt es keine nähere Informationen über den Lehrpfad. Internet-Informationen zum Reintal und zum Geomorphologischen Lehrpfad unter „Literatur“ oder  im „Reintal-Webgis“.

GeoPunkt "ehemalige Vordere Blaue Gumpe"

Auf dem Weg Richtung Reintalangerhütte kommt man an der ehemaligen Vorderen Blauen Gumpe vorbei. Dieser um das Jahr 1800 durch einen Bergsturz aufgestaute See – einst das landschaftliche Juwel des Reintals – wurde im August 2005 während eines zweitägigen Unwetters vollständig mit Schutt verfüllt.

GeoPunkt "Bergsturz Steingerümpel"

Eine weitere Besonderheit, den Bergsturz Steingerümpel, erreicht man nach einer weiteren kurzen Wanderung. Er staute vor etwa 500 Jahren die Partnach auf. Inzwischen hat sie sich unter dem Bergsturz durchgegraben. Eine Grafik veranschaulicht die Entstehung eines Bergsturzes.

GeoPunkt "Endmoräne"

Kurz vor der Reintalangerhütte quert die Via Alpina eine späteiszeitliche Endmoräne („Reintalanger-Stand“). Im Gegensatz zum heutigen Schneeferner, dem Gletscher der nur noch das oberste Zugspitzplatt bedeckt, reichte der Lokalgletscher im Reintal („Partnachgletscher“) vor etwa 11.000 Jahren noch bis hier herab. Im Moränenwall ist feines Material mit einigen größeren, gerundeten Blöcken gut sichtbar.

 

Moränen sind Schuttmassen, die durch den Gletscher transportiert und später wieder abgelagert wurden. Typisch dafür ist, dass Material verschiedenster Größen und unterschiedlichem Rundungsgrad darin enthalten ist. Am Höchststand der letzten Eiszeit (Würm) vor etwa 20.000 Jahren wurde das Wettersteinmassiv von zwei großen Ferneisströmen umflossen,  dem Werdenfelser Eisstrom im Osten und dem Fernpass-Eisstrom im Westen. Das Reintal selbst wurde aber nur durch die lokalen Gletscher der Zugspitze und der seitlichen Kare überformt. Moränen bedecken heute nur noch rund ein Prozent des Talbodens, da sie von jüngerem Schutt überlagert wurden.

 

Von diesem GeoPunkt sind es nur noch wenige Hundert Meter und man erreicht die idyllisch gelegene Reintalangerhütte, das Ziel dieser Tagesetappe.

Infomaterialien

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"Geologie erleben" rund um das Reintal - Spuren früherer Katastrophen

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Lichtenberg: Erlebnispfad Geologie und Bergbau Höllental

Lichtenberg: Erlebnispfad Geologie und Bergbau Höllental

GEOPARK Bayern-Böhmen

Cesko-Bavorský GEOPARK

Aufbruch ins Erdinnere

Tajemstvi zemského nitra

Das wildromantische Höllental ist im Frankenwald geologisch einzigartig:

Vulkanische Aktivitäten während des Erdaltertums prägten diese Region. In der Erdneuzeit sägte sich der Flusslauf der Selbitz bis zu 170 Meter tief in das Vulkangestein ein und schuf eine enge Schlucht. Die Vulkangesteinsmassive des Höllentals enthalten stellenweise Eisen- und Kupfererze, nach denen Bergleute bereits vor Jahrhunderten schürften. Heute lädt das Höllental dazu ein, die steinernen Produkte der ehemaligen Vulkane sowie die Spuren der früheren Bergleute zu entdecken. Beim Wandern stoßen wir immer wieder auf eindrucksvolle Felsen und geheimnisvolle Stollen.

Der Erlebnispfad „Geologie und Bergbau“ verläuft zwischen dem Höllental und dem westlich davon gelegenen Lohbachtal. Der Pfad ist sieben Kilometer lang, aber nach dem ersten Drittel besteht die Möglichkeit zu einer Abkürzung auf fünf Kilometer Länge. Wer statt dessen den gesamten Rundweg erwandern möchte, sollte festes Schuhwerk tragen, denn der mittlere Abschnitt auf dem Felsenpfad erfordert Trittsicherheit.

Der Rundwanderweg beginnt und endet am Informationszentrum des Naturparks Frankenwald im alten Lichtenberger Bahnhof in Blechschmidtenhammer. Dort stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Unser Wegweiser ist das alte Bergbau-Symbol ,,Schlägel und Eisen“ auf braunem Grund.

Station 1: Geologische Übersichtskarte zum Naturpark Frankenwald

An der Steilwand neben dem alten Lichtenberger Bahnhof steht vulkanisches Diabas-Gestein an. An der Felswand ist eine leichte Verschieferung zu erkennen. Vom Wanderparkplatz aus starten wir nach Süden in Richtung Höllental. Vor dem Eingang ins Höllental zweigen wir nach rechts in die Straße nach Lichtenberg ab.

Station 2: Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen (beim gleichnamigen Gasthaus)

Der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt ließ diesen Stollen ab dem Jahre 1793 für die Entwässerung der Lichtenberger Erzbergwerke vortreiben. Seit 1993 saniert ein Förderverein den Stollen und baut ihn als Besucherbergwerk aus. Weitere Informationen im Internet unter www.friedrich-wilhelm-stollen.de. Hundert Meter oberhalb des Besucherbergwerkes, an der Straße nach Lichtenberg, zweigt der Erlebnispfad links ins Lohbachtal ab.

Station 3: Diabas-Felsen

Diabas nennt man das basaltartige Vulkangestein aus dem Erdaltertum. Es besteht aus den gesteinsbildenden Mineralien Kalknatronfeldspat und Pyroxen. In mehreren Steinbrüchen der Region wird das harte Gestein abgebaut und für den Straßenbau sowie als Zuschlag im Beton verwendet.

Station 4: Alter Stollen und Vertiefungen eines ehemaligen Tagebaus

Wenige Meter rechts oberhalb des Weges sehen wir die ersten Spuren des früheren Roteisenerzbergbaus: einen kleinen Stollen, der nach fünf Metern in einen Tagebau führt. Hier wurde das siegellackrote Eisenerz erschürft.

Station 5: Stollen „Blauer Löw“

50 Meter rechts oberhalb des Weges beginnt der 35 Meter lange Stollen, der auf 25 Meter Länge begehbar ist – der hintere Abschnitt steht unter Wasser. Gleich nach dem Eingang des Stollens erkennt man auf beiden Seiten das anstehende Roteisenerzlager. Es hat sich während der vulkanischen Aktivitäten im Oberdevon im Meer gebildet. Heiße metallhaltige Lösungen traten am Meeresgrund aus. Das Eisen lagerte sich im sauerstoffreichen Bereich des Meeres als Roteisenerz ab. Außerdem kann man weiße Quarzgänge erkennen. Die erdgeschichtliche Epoche des Oberdevons wurde früher auf 345 bis 360 Millionen Jahre geschätzt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist das Oberdevon mit ca. 360 bis 385 Millionen Jahren noch etwas älter als früher angenommen.

Station 6: Diabas-Mandelstein

Dieses Gestein enthält Kanäle, die mit Kalkspat gefüllt sind. Auf Bruchflächen wirken diese Kanäle wie kleine Mandeln – daher der Name. Bei der Verwitterung des Gesteins wird der Kalkspat herausgelöst, sodass die Kanäle als Hohlräume freigelegt werden. Dies entspricht dem ursprünglichen Zustand des Vulkangesteins, das bei der Abkühlung nicht vollständig entgasen konnte. Magma enthält gasförmige Bestandteile. Normalerweise kommt es beim Aufstieg des Magmas an der Erdoberfläche zur Entgasung – das Magma wird dabei zur Lava. Doch in diesem Fall erstarrte die Gesteinsschmelze, bevor das Gas vollständig entweichen konnte. So entstanden die Gasblasen, in die später Mineral-Lösungen eindrangen. Verzweigung (V) am Felsenpfad: Wer sich an der Verzweigung nicht für die Abkürzung ins Höllental entscheidet, sondern weiter auf dem Felsenpfad wandert, kann dort drei besonders eindrucksvolle Diabasfelsen bewundern.

Station 7: Diabas-Säulen

Die säulenförmigen Absonderungsformen des Diabases stammen von der Schlotfüllung eines ehemaligen Vulkans. Bei der langsamen Abkühlung des Magmas entstanden senkrecht zur Abkühlungsfront Schrumpfungsrisse. Wie bei Vulkangesteinen typisch, variieren die Säulen: Viele sind sechseckig, es gibt aber auch einige mit fünf, sieben oder acht Kanten.  

Station 8: Diabas-Pillows

Die über zehn Meter hohe Felswand zeigt kissenförmige Diabas- Absonderungen, die nach dem englischen Wort für Kissen als Pillows bezeichnet werden. Derartige Pillows beweisen, dass die Eruptionen am Meeresboden stattfanden. Die Lava trat schubweise heraus und formte sich zu abgerundeten Massen. Im Meer bekam die Lava durch die rasche Abkühlung eine glasige Haut, im Inneren waren die Lavamassen zunächst noch glutflüssig und plastisch. Durch das eigene Gewicht platteten sie sich gegenseitig ab, bis sie nach weiterer Abkühlung schließlich völlig erstarrten.

Station 9: Diabas-Tuffbrekzie

Der steil aufragende Fels zeigt eine betonartige Struktur. Das Gestein ist eine ,,Brekzie“ – scharfkantige Bruchstücke befinden sich in einer feinkörnigen Grundmasse. Beide Komponenten haben die gleiche Zusammensetzung wie normaler Diabas. Die großen Bruchstücke entstanden durch Zerspratzen der Lava bei der raschen Abkühlung im Meer. Bei der feinkörnigen Grundmasse handelt es sich um verfestigte Ablagerungen von vulkanischen Aschen, die als ,,Tuffe’‘ bezeichnet werden. Das gegenüber der Erosion besonders resistente Gestein bildet im Höllental viele FelsÜberhänge.

Station 10: Blockmeer

Im unteren Hangbereich des Höllentals befinden sich große Blöcke, die durch Frost aus den Felsen gesprengt wurden. Ansammlungen derartiger Gesteinsbrocken an den Hängen der Mittelgebirge nennt man Blockmeere. Am Teufelssteg, den wir nicht überqueren, sehen wir am Hang und im Flussbett weitere Felsen aus Diabas-Tuffbrekzie.

Station 11: Ehemaliger Diabas-Steinbruch

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der feinkörnige Diabas zum Bau der Höllentalbahn abgebaut. Große Bruchsteine fanden Verwendung für die Bahndamm-Stützmauern sowie für die große Brücke, die wir nach wenigen hundert Metern unterqueren.

Station 12: Diabas-Pillows

Zwischen der Bahnbrücke und dem Wasserkraftwerk sehen wir die untere Fortsetzung des Diabas-Massivs von Station 8.  

Station 13: Diabas-Felsen

Kurz vor dem Ausgang des Höllentals steht der Diabas wieder in massiven Felsblöcken an, die oft von gelbgrünen Flechten überzogen sind. An der Selbitzmühle schließt sich der Kreis unseres Rundwegs auf den Spuren deralten Vulkane und der früheren Bergleute.

ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken

Der in Berlin geborene Naturforscher und Forschungsreisende Alexander von Humboldt (1769-1859) war Universalgenie und Kosmopolit. Seine große Süd- und Mittelamerikareise von 1799 bis 1804 wurde als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Südamerikas gefeiert. Naturwissenschaftliche Disziplinen wie z.B. die physische Geographie, Klimatologie und Ozeanographie sehen in Humboldt ihren Begründer. Humboldt entwickelte als einer der ersten unser heutiges Verständnis des Zusammenwirkens der Kräfte in der Natur – die Ökologie, auch wenn der Begriff dafür erst später entstanden ist.  Nicht nur sein Alterswerk, der fünfbändige "Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung" machten ihn weltberühmt.

Alexander von Humboldt trat 1792, im Alter von 23 Jahren, seinen Dienst für den preußischen König als Bergmeister für Oberfranken an, wo er rastlos von Revier zu Revier reiste und sich um die vielen Gruben und Hüttenwerke der Region kümmerte. In Steben gründete er ohne Wissen seiner Vorgesetzten schon im Folgejahr eine Berufsschule für Bergleute. Zur Verbesserung der Arbeitssituation unter Tage entwickelt er eine Sicherheits-Grubenlampe und eine Atemmaske. Nach dem Tod seiner Mutter Ende 1796 finanziell unabhängig, verlässt er Ende des Jahres den Staatsdienst, um sich ganz der Forschung zu widmen. Ein einmaliges Forscherleben nimmt seine große Fahrt auf.

Die "GEO-Tour ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" zeigt an verschiedenen Standorten im Fichtelgebirge und im Frankenwald - jeweils Teilregionen der Geoparks Bayern-Böhmen und Schieferland - das Wirken des jungen Bergbeamten ALEXANDER VON HUMBOLDT im Dienste des preußischen Königs zwischen 1792 und 1796.

An 18 Standorten informieren Schautafeln über jeweils einen Aspekt.

Hier geht es zu den Stationen der GEO-Tour
"ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" (Tafelstandorte)

Die GEO-Tour "ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" ist unter Federführung des GEOPARK Bayern-Böhmen ein Gemeinschaftsprojekt von Geopark Bayern-Böhmen, Geopark Schieferland in Kooperation mit den Städten und Gemeinden Arzberg, Bad Berneck, Bad Steben, Bayreuth, Bischofsgrün, Geroldsgrün, Goldronach, Lichtenberg, Ludwigsstadt, Tettau, Thiersheim und Wunsiedel, unter Mitwirkung der Projektpartner Goldbergbaumuseum Goldkronach und Deutsches SCHIEFERTAFEL-Museum Ludwigsstadt.

GEO-Tour Station 1: LAUENSTEIN
Humboldt in Falkenstein

Humboldt im Amt Lauenstein

Alexander von Humboldt betritt das zum Bayreuther Fürstentum gehörende Amt Lauenstein am 12. Juli 1792 am Falkenstein. Es ist der Beginn seiner dreiwöchigen "Inspektionsreise" im Auftrag des Ministers Friedrich Anton von Heinitz. Humboldt schreibt:

Ludwigstadt, den 12. Juli 1792
Hinter (Probst-)Zella trat ich heute in das Bayreuthische Amt Lauenstein ein. Ein nackter hervorstehender Fels am Falkenstein bezeichnet die Grenze.[...]

Humboldt besucht zunächst den am Falkenstein liegenden "Stielerschen Hammer". Er hat an diesem jedoch noch ein recht reichhaltiges weiteres Programm: "Müllerscher Kupferhammer" bei Lauenstein, "Dittmarscher Eisenhammer"(heute Unter-Neuhüttendorf) und "Wernershammer" (heute Ober-Neuhüttendorf), ein Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (der heutige Oertelsbruch), die Fuchseisenfabrik, die alte Saigerhütte zu Ludwigsstadt, eine Löffelfabrik und das eingegangene Vitriolwerk in Katzwich bei Ebersdorf und einiges mehr. Humboldt resümiert, dass der Bergbau und das Hüttenwesen im amt Lauenstein eine wichtige Bereicherung für die Krone Preußens sein würde, sobald Streitigkeiten hinsichtlich der Mansfeldischen Lehen (u.a. Kaulsdorf mit dem Roten Berg bei Saalfeld) geklärt sein würden. Dort lagen wichtige Lagerstätten für Eisenstein (Siderit) und Kobalt

Besonders ausführlich beschreibt Humboldt noch am ersten Abend den Stielerschen Hammer.

Der Stielersche Hammer

"Zuerst nahm ich Stielers Hammer am Falkenstein in Augenschein. Er besteht aus dem oberen und unteren Hammer und hat 2 Blauöfen und 2 Frischfeuer. Das Werk, welches, da der Stielersche Konkurs noch schwebt, den Kreditoren gehört, wurde anfangs von dem Berg-Commissair Knieling administriert, und endlich an ihn verpachtet...."

Humboldt beschreibt, dass Knieling überlege, die Pacht aufzugeben oder das Werk zu kaufen, um es an seinen Sohn zu übergeben und um selbst sich ganz dem Bergbau in Naila zu widmen. Er schildert weiter, dass das in Stielers Hammer als auch in den benachbarten Hammerwerken verschmolzene Eisenerz (Eisenstein) aus Kamsdorf stammt. Im weiteren Verlauf des Berichtes schildert Humboldt ausführlich Bau- und Funktionsweise der Blauöfen, macht Angaben zu den erforderlichen Mengen an Kohlen, Flussmitteln, Erz sowie der Menge an damit gewonnenem Roheisen. Was ist ein Blauofen? Ein Blauofen ist eine Weiterentwicklung des Rennofens und ist bereits eine Entwicklungsstufe hin zu den späteren Hochöfen. Für ihren Betrieb werden bereits durch Wasserkraft angetriebene Blasebläge eingesetzt. Die Bezeichnung "Blauofen" leitet sich vom englischen Ausdruck "blow" (blasen) ab, wobei dies eher eine phonetische Übertragung als eine Übersetzung ist. Humboldt lässt sich ausführlich die Funktionsweise und die Vorteile der Blauöfen erläutern. Humboldt beschreibt auch den Stabhammer: "Ein Stabhammer wiegt hier 310-315 Pfund. Die Geschwindigkeit, welche man hier am vorteilhaftesten hält, maß ich auf 90 Schläge in 1 Minute."

Falkenstein (Geschichte bis 1945)

Der Stielers Hammer (auch Schreiders Hammer nach seinem späteren Besitzer) wurde von dem „Oberberg- und Hütteninspekteur“ Stieler 1765 errichtet. Dieser hatte 1757 bereits das Alaun- und Vitriolwerk Katzewich bei Ebersdorf erworben. Zeitweilig pachtete er auch den Wernerschen Hammer. 1766 erbaut Stieler das Blaufeuer, 1768 den Blechhammer und zwei Wohnhäuser. Schon bald gerät Stieler in finanzielle Nöte, das zugesagte Gelder nicht wie erhofft flossen und auch nicht genügend Kohlen zur Verfügung standen.

1775 (oder 1776) stirb Stieler und das Hammerwerk kommt in Zwangsverwaltung in als Pacht in die Hände des Bergkommissarius Knieling.

1799 wurd der vom Fröbershammer in Bischofsgrün stammende Ernst Christian Müller neuer Besitzer. Durch Erlass erhält Müller 1801 „Umgeldfreiheit von dem konsumierenden Bier“, worin sich vermutlich die Rechtsgrundlage für die spätere Entwicklung des Eisenhammers zur Brauerei, Gastronomie- und Hotelbetrieb begründet. Aufgrund des Erlasses errichtet Müller ein Brauhüttengebäude. Schon 1821 existiert ein Lokal mit Biergarten und Kegelbahn (bis 1825).

1809 kauf der vom Schwarzenhammer bei Thierstein stammende Nikol Heinrich Schreiter (Schreider) den gesamten Besitz, bestehend aus den beiden Eisenhämmern, den beiden Wohnhäusern mit Nebengebäuden, das Brauhüttengebäude sowie Grund und Boden). Der Schreiders Hammer erlebt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nun seine Blütezeit.

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts gehen die meisten Eisenhämmer in der Umgebung ein. Der Eisenhammer in Falkenstein hält sich jedoch bis 1875. Mit dessen Ende wird die vorhandene Brauerei mit dem bestehenden Ausflugslokal unter Isidor Schreider ausgebaut. Diese erleben mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Stockheim – Ludwigsstadt – Probstzella – Eichicht 1885 einen enormen Aufschwung. Nach dem Tod von Isidor Schreider 1897 übernimmt dessen Sohn Karl das Anwesen. Brauerei und Ausflugslokal werden zu einem weit nach Bayern und nach Thüringen hinein bekannten Unternehmen und Ausflugsort.

Falkenstein (Geschichte ab 1945)

Der Niedergang der "Bayerischen Bierbrauerei Karl Schreider" ist mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt. Historisch war die alte Landesgrenze Bayern-Thüringen der unter dem Ausflugslokal fließende Steinbach. In einem Grenzabkommen vom 3./4. Juli 1945 zwischen Sowjets und Amerikanern wurde der Grenzverlauf neu geregelt, so dass das gesamte Lokal sowie die Wirtschaftsgebäude der Brauerei Schreider in die amerikanische Besatzungszone fielen (sogenanntes "Bierdeckelabkommen").

Aufgrund der Randlage und des fehlenden Absatzmarktes in Thüringen musste der Betrieb der Brauerei 1968 eingestellt werden. 1987 wurde der Gebäudekomplex der Brauerei abgerissen, 1991 die alte Mühle. Der Gaststättenbetrieb wurde verpachtet und noch einige wenige Jahre fortgeführt.

Nach der Wende erwarb das Ehepaar Lenk das baufällige ehemalige Ausflusgslokal. Heute erstrahlt es als prvat genutztes Wohnhaus als "Villa Falkenstein" in neuem Glanz. Seit 2005 finden hier kulturelle Veranstaltungen stattf.

Am 12. Juli 2019, am 227. Jahrestag der Ankunft Humboldts in Franken, eröffnete der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz in der Villa Falkenstein die GEO-Tour Alexander von Humboldt in Oberfranken.

Tipps

Steinbach an der Heide

2,5 Kilometer ostsüdöstlich liegt Steinbach an der Heide, zu dem Falkenstein gehört. Das Dorf liegt hoch über dem Tal der Loquitz in einer Senke und bietet teils weite Fernsichten. Prägend ist die alte erhaltene Dorfstruktur und der in der Ortsmitte gelegene Dorfgarten, der in seiner Art einzigartig ist. Anstelle eines Dorfplatzes bildet dieser das Zentrum des Runddorfes.

Burg Lauenstein

Die Burg Lauenstein ist die nördlichste Burg Bayerns. Sie geht in ihrer Anlage bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sie wurde 1622 von Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth erworben und war seitdem Sitz des Amtmannes für das Amt Lauenstein. Heute ist die Burg im Besitz des Freistaates Bayern und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Thüringer Warte

Die Thüringer Warte ist ein 26,5 Meter hoher Aussichtsturm auf Gipfel des 678 m hohen Ratzenbergs. Der Turm liegt rund 200 Meter von der thüringisch-bayerischen Landesgrenze entfernt. Im Inneren informiert eine Dauerausstellung über die ehemalige innerdeutsche Grenze. Der Trum wurde 1963 errichtet.

GEO-Tour Station 2: LUDWIGSSTADT
Humboldt in Ludwigsstadt

Humboldt und der Schiefer

An seinem ersten Tag im Amt Lauenstein, am 12. Juli 1792, besichtigte Alexander von Humboldt auch den Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt. Dieser war damals jedoch nicht in Betrieb. Bei seiner Weiterreise am folgenden Tag in das Stebener Revier besuchte Humboldt die Schieferbrüche bei Lehesten und kam zu dem Schluss, dass die Lehestener Dachschiefer in der gleichen geologischen Formation liegen würden, wie die Ludwigsstädter. Er sah in einer Wiederaufnahme der Ludwiggstäder Brüche großes Potenzial für die wirtschafltiche Entwicklung im Amt Lauenstein. Der Oertelsche Dachschieferbruch gehört heute zu den "100 schönsten Geotopen" von Bayern.

Der Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (Oertelscher Bruch)

Der von Alexander von Humboldt bei Ludwigsstadt beschriebene Dachschieferbruch liegt am Edelhof, ca. einen Kilometer westlich von Ludwigsstadt. Nach seinem späteren Besitzer Ernst Oertel wird er heute als "Oertelscher Bruch" bezeichnet - nicht zu verwechseln mit dem Oertelsbruch bei Schmiedebach.

Eröffnet wurde der Dachschieferbruch 1779 als Dach- und Tafelschieferbruch. Der dortige Schiefer ist von guter Qualität, d.h., er spaltet gut und ist aufgrund eines nur geringen Pyrit-Gehaltes nicht "nägelfressend". Allerdings wurde der Abbau dadurch erschwert, dass die abbauwürdigen Lager in den Berg einfallen und daher große Abbraummengen anfielen. Ein Untertage-Abbau war zur damaligen Zeit - auch später als Eugen Oertel den Bruch erwarb - technisch noch nicht möglich. Humboldt hatte daher die Anlage eines neuen Bruches in einem anderen Tal vorgeschlagen. Aufgrund der Schierigkeiten beim Abbau erwarb Eugen Oertel verschiedene kleinere Brüche zwischen Lehesten und Schmiedebach (ebenfalls in der Folge als "Oertelscher Bruch" bezeichnet. Dieser entwickelte sich zur Wende des 19./20. Jahrhunderts zum größten Schieferbruch des europäischen Kontinentes.

Humboldt und sein Einsatz für den Ludwigsstädter Schiefer

Alexander von Humboldt sah in einer Wiederbelebung des Ludwigsstädter Schieferabbaus eine Möglichkeit, den Zustand des Bergbaus und Hüttenwesens im Amt Lauenstein zu verbessern. Dies geht nicht nur aus seinem Befahrungsbericht von 1792/1793 hervor, sondern auch aus Dokumenten "den Betrieb des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt betreffend, 1794 - 1802". In einem Schreiben vom 10. März 1794 an den König bittet Humboldt um ein Darlehn von 50 Gulden, um mit einer neuen Gewerkschaft den Bruch wiederzuleben. Darin heißt es:

Kaulsdorf auf Nailaer Revier den 10. März 1794
Der Oberbergmeister v. Humboldt bittet allerunterthänigst um ein Darlehen von Fünfzig Gulden zur Aufnahme des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt.

Euer K.M. habe ich gewagt schon mehrmals den traurigen und nahrungslosen Zustand des Amtes Lauenstein allerunterthänigst vorzustellen. Von der Natur stiefmütterlich behandelt, unfähig sein eigenes Bedürfen an Korn und Fleisch zu befriedigen, kann es sich durch die Industrie seiner Bewohner doch kaum vor der Furcht einer allmäligen Verarmung sichern.

[...] Bey solchen Verhältnißen habe ich es mir zur Pflicht gemacht, solange mir die Direktion des Bergbaues in hiesigen Fürstenthümern anvertraut ist, wenigstens von meiner Seite alle Mittel aufzubieten, welche den Wohlstand der dürftigen, aber arbeitssamen hiesigen Volksklaße vermehren kann. [...] In der Nähe der Stadt Ludwigstadt wurde ehemals ein Dachschieferbruch betrieben, der einen dünnen, nicht Nägel freßenden sehr tauglichen Schiefer lieferte [...] und ein ansehnliches Gewerbe veranlaßte.

[...] Die widrigen natürlichen Verhältnisse des Bruchs / da die Schiefer ausfallen / mehr aber noch die völlige incuria der Nailaer Bergbeamten waren daran Schuld, daß die Gewerken ihr Unternehmen mit einem ansehnlichen Verluste aufgaben.

[...] Das Dekken mit Schindeln ist strenge verboten, Thon zu tauglichen Ziegeln ist nicht vorhanden und das Lehestener und Wurzbacher Produkt steigt bei abnehmender Güte jährlich im Preise, Ursache genung um zu dem Ludwigstädter Schieferbruch zurückzukehren!

Der Amtmann Fränkel zu Lauenstein, dessen unbegrenzte Thätigkeit und dessen Verdienst um den zunehmenden Gewerbefleiß der Unterthanen E.K.M. hinlänglich bekannt sind, will daher seinen bisherigen Verlust von ein paar Hundert Gulden gern verschmerzen, und mit einer neuen Gewerkschaft zusammentreten. Diese neue Gewerkschaft von dem Bergamte geleitet bedarf aber mäßig angeschlagen, eines Vorschußes von 150 fl. zur Aufnahme des Schieferbruchs.

Der kleine Fond an Bergbau-Hilfsgeldern der Nailaer Revier, von denen der Fried. Wilhelm Erbst.[ollen], die Königszeche betrieben werden soll, macht es mir unmöglich, mehr als 100 fl. für Schieferbrüche zusammenzubringen. 50 fl. denke ich aus dem Stücketat bis 1. Jan. 1794 und 50 fl. aus dem Etat 1794/5 zu bringen.

Darf ich es daher wagen E.K.M. noch um einen Zuschuß von fünfzig Gulden extra aus dem fond ad extraortinaria [Sonderfond] aller unterthänigst zu bitten.

Wird unser Unternehmen begünstigt, so wird die neue Gewerkschaft die 50 fl. in der Folge, doch unverzinst, herausgeben.

Kaulsdorf, d. 10. März 1794
A. v. Humboldt"

1798 wird der Abbau aufgrund der widrigen Abbauverhältnisse jedoch an anderer Stelle fortgesetzt. Diese liegt im Bereich der kleinen Baumgruppe links der heutigen Skilift-Trasse auf dem Anwesen Rosengasse 13. Da dieses Schieferlage jedoch bereits einer höheren geologischen Stufe im Kulm angehört und nicht so mächtig wie die Lehesten Vorkommen ist, wurde der Abbau hier auch bald wieder eingestellt.

Auch am Eisenberg liegen heute größere ehemalige Dachschiefergruben (u.a. Ferdinand- und Liebesbruch). Diese wurden um 1830 in Betrieb genommen. Die abgebauten Schiefer gehören der gleichen geologischen Formation wie die Lehestener Schiefer an.

Tipps

Deutsches Schiefertafelmuseum Ludwigsstadt

Ludwigsstadt war eines der Zentren der Schiefertafel-Fabrikation in Deutschland. Daran erinnert das 1981 Gründung zunächst in Steinbach an der Heide gegründete Museum, das sich seit 1993 in einem ehemaligen Fabrikgebäude direkt an der B 85 in Ludwigsstadt befindet. Zur Zeit gibt es die folgenden Dauerausstellungen: Geologie im Raum Ludwigsstadt und Thüringen, Geschichtliches zum Schieferbergbau, Arbeit im Schieferbruch, Arbeit in den Spalthütten, Schiefertafel- und Schiefergriffelherstellung, Wetzsteingewinnung aus Schiefer, Schieferwerksteine und elektrotechnische Isolierplatten aus Schiefer, Grabsteine und Kunstgewerbeartikel aus Schiefer, Schiefer als Rohstoff für die Industrie, Schieferdeckhandwerk, Sozialgeschichte der Schieferindustrie.

Internet: www.schiefermuseum.de

Geotop: Dachschieferbruch Oertelsbruch am Trogenbach

Das Geotop gehört zu den "100 schönsten Geotopen in Bayern". Lesen Sie Informationen hierzu auf den Internetseiten des Landesamtes für Umwelt hier.

 

Schieferpark Lehesten

Der Thüringische Schieferpark Lehesten ist ein historischer Schiefertagebau und ein technisches Denkmal mit einer Fläche von etwa 105 Hektar. Dort wurde zunächst in mehreren kleineren Brüchen seit etwa 1300 Schiefer abgebaut. Der sogenannte "Staatsbruch" war bis 1999 im Abbau. Dieser war einst einer der größten Schieferabbaue Europas, der seit 1920 staatlich betrieben wurde. Hier arbeiteten zeitweilig bis zu 2.500 Beschäftigte. Seit 2001 ist der "Staatsbruch" Naturschutzgebiet. Nach Beendigung des Schieferabbaus 1999 gründete die Vereinigte Thüringer Schiefergruben GmbH den heutigen Schieferpark Lehesten als Technisches Denkmal. Angeboten werden Hotel- und Ferienwohnungen, Führungen durch die denkmalgeschützten Industriegebäude sowie Vorführungen des historischen Schieferabbaus und die Bearbeitung des Schiefers. Ein Teil des Geländes ist jederzeit frei zugänglich. Mit Geopfad "Historischer Schieferabbau in Lehesten".

GEO-Tour Station 3: TETTAU
Humboldt in Tettau

Humboldt und das Porzellan

Die Königlich Privilegierte Porzellanfabrik Tettau feierte 1994 ihr 200jähriges Bestehen, doch endete die Produktion nach 225 Jahren Ende Mai 2019. Die Gründung der Porzellanfabrik wurde durch ein positives Gutachten Alexander von Humboldts ermöglicht. Humboldt sah nach dem Eingehen der meisten Eisenhämmer im Tettautal in der Porzellanfabrik eine neue Erwerbsmöglichkeit für die Bevölkerung. Die Concession zur Errichtung einer ächten Porzellain-Fabrik" hatten im Oktober 1793 der Porzellanfabrikant Georg Christian Friedmann Greiner und der Kaufmann Johann Friedrich Paul Schmidt gestellt. Der Lauensteiner Amtmann Johann Valentin Fränkel sowie der dafür zuständige Minister Freiherr von Hardenberg standen dem Antrag wohlwollend gegenüber, forderten jedoch Alexander von Humboldt zu einer Stellungnahme auf.

Das von Humboldt erstellte Gutachten ist heute nicht mehr erhalten. Lediglich ein Schreiben vom 9. April 1794 existiert, in dem Humboldt die Kgl. Oberforstmeisterei Lichtenberg auffordert, die Zuteilung der erforderlichen Brennholzmengen für die Porzellanfarik zu genehmigen. Dies war eine der grundlegenden Voraussetzungen, damit die Porzellanfabrik ihren Betrieb aufnehmen konnte.

Die Gründung einer neuen Porzellanfabrik in Tettau wird jedoch nicht von allen Seiten positiv gesehen. So versuchen sechs Glasmeister von Alexanderhütte mit Eingaben an die Kammer in Bayreuth diese zu verhindern. Die Glasmeister hatten 1785 die Konzession zum Bau einer Glasfabrik auf dem "Oberen Hammer" erhalten. Doch hatten zwischenzeitlich Schmidt und Greiner das ehemalige Thünaische Jagdschloss neben der Tettauer Kirche erworben und darin mit dem Aufbau der Porzellanfabrik begonnen. Am 28. Dezember 1794 wurde ihnen vom preußischen König die Konzession erteilt.

Vom Jagdschloss zur Porzellanfabrik

Das ehemalige Jagdschloss und ein inzwischen errichtetes Fabrikgebäude brannten 1897 nieder. Vom einstigen Jagdschloss ist nur noch der Eingang zu den Kellerräumen zu sehen, der sich unmittelbar neben der GEO-Tour-Infotafel befindet.

Die Porzellanfabrik blieb bis 1852 im Besitz der Familie Greiner. Danach wechselte das Unternehmen mehrmals den Eigentümer. Ab 1897 bis 1915 führt es die Bezeichnung Porzellanfabrik Tettau, vorm. Sontag & Söhne GmbH geführt. Zwischen 1899 bis 1901 entstehen auch neue Fabrikgebäude. 1915 wird das Porzellanunternehmen eine Aktiengesellschaft, 1957 eine GmbH innerhalb der Firmengruppe Seltmann Weiden.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Porzellanfabrik rund 200, während des 20. Jahrhunderts bis zu 600 Mitarbeiter. 2010 waren noch über 100 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. Dekore von Königlich Tettau stammen selbst von Künstler wie Paul Klee, Franz Marc und August Macke.

Tipps

Tropenhaus "Klein Eden" am Rennsteig

Das Tropenhaus "Klein Eden" ist eine Forschungs- und Aufzuchtstation mit exotischen Früchten und tropischen Speisefischen in Bio-Qualität. Auf einer Fläche von 3.500 m2 ist es auch ein Referenzprojekt für energieeffiziente Abwärmenutzung im Niedrigtemperaturbereich. Im Bereich der Forschung beschäftigt man sich insbesondere mit der Frage, welche tropischen Nutzpflanzen sich für den Anbau und die Produktion unter Glas in Mitteleuropa eigenen und wie sich Wachstums- und Produktionsprozesse für biologische Nahrungsmittel standardisieren und optimieren lassen.

Besucherhaus und Sonderausstellungen lassen sich individuell besuchen, das Forschungshaus inklusive der Technik und Fischzucht sind jedoch nur im Rahmen von Führungen möglich. Bitte informieren Sie sich über die entsprechende Internetseite der Einrichtung.

Europäisches Flakonglasmuseum Kleintettau

Der Geschichte der Glasherstellung, der Ansiedlung der Glasmacher in Kleintettau mit Gründung der Dorfglashütte und der Herstellung von Flakonglas- und gefäßen widmet sich das Europäische Flakonglasmuseum.

Internet: www.glasbewahrer.de

GEO-Tour Station 4: SCHAUBERG
Humboldt in Schauberg

Humboldt macht "Blau"

Die Blaufarbenfabrik Schauberg wurde bereits 1712 gegründet und war lange prägend für die Geschichte des Ortes. 1770 wird Christoph Samuel Pensel als Eigentümer genannt, so dass in späteren Schriften auch von der "Penzelschen Fabrik" die Rede ist.

Im "Fränkischen Archiv" wird 1790 über diese wie folgt berichtet:

Diese Fabrik ist nicht nur die einzige ihrer Art in den Brandenburgischen Landen in Franken, sondern auch eine der imposantesten derselben, idem sie bey gehörigem ordentlichen Betrieb und Absatz der blauen Farben oder Schmalten bey 40 000 fl. jährlich umsetzen kann. [...]

Die ohnlängst eingetrettene Acquisition des Rittergutes Kaulsdorff zur Lehens-Curie des Hochfürstlichen Brandenburgischen Hauses, kan dieser Blaufarbenfabrik einen schwunghafteren Betrieb geben, da auf dem Kaulsdorfer Bezirk die vortreflichsten Koboldtanbrüche sowol von der Chursächsischen Bergamtsrevier Großcamsdorff, als von dem Saalfeldischen sogenannten rothen Berg dahin streichen, und der Centner Koboldt erst vor 3 jahren zu 60 Rthl. verkauft worden ist. Da auch ausserdeme der regierende Markgraf zu Auffindung eines tauglichen Koboldts in den hiesigen Landen, einen Preiß von 100 Dukaten ausgesetzt hat, und auch würklich schon seitdeme verschiedene Anbrüche davon sowol in der Nailaer als Wonsiedler Bergamtsrevier erschürfft worden sind: so läßt sich vermuthen, daß diese Fabrik aus Mangel an Koboldten niemals kalt stehen darf.

Die Fabrik braucht jährlich 700 - 800 Klafter Holz und kann mehr als 2 000 Centner Farbe oder Schmalten machen, die meistens nach Ohlland auf dem Main und Rhein gehen."

Lesen Sie hier den vollständigen Text aus der genannten Schrift.

Mit dem Übergang der fränkischen Fürstentümer an das preußische Königshaus wurde auch die Blaufarbenfabrik Schauberg für Preußen interessant. Aus Mangel an Kobalt stand das Werk 1792 jedoch still. Erst nach Beilegung des Jahre lang schwelenden Konflikes um die Kobalterze vom Roten Berg bei Kamsdorf/Kaulsdorf konnte das Penzelsche Blaufarbenwerk wieder in Betrieb gehen.

Was ist Schmalte bzw. Smalte?

Smalte ist ein durch Kobaltoxid blau gefärbtes Kalium-Silikatglas (CoO – K2O – SiO2). Das Kobalt-Erz aus Kaulsdorf war der sogenannte „schwarze Erdkobalt“ (Asbolan), ein Co-Mn-Erz, das zur rosafarbenen „Kobaltblüte“ (Erythrin) verwittert. Die Mischung aus Kobalterz, Quarzsand und Pottasche ergibt im Schmelzofen das blaue Farbglas. Im erkalteten Zustand fein vermahlen, wird dieses Glas zur Smalte.

Smalte war zur damaligen Zeit ein begehrtes Farbpigment zur Herstellung blauer Porzellandekore und zum Färben von Gläsern.

Vom Blaufarbenwerk zur heutigen Keramik-Fabrik

Mitte 1815 beginnt Friedrich Pensel mit der Produktion von Porzellan und Fayencen in Schauberg. Ende 1816 erwerben die Brüder Balthasar und Friedemann Greiner aus Tettau das Werk und stellen 1817 endgültig auf die Porzellanfabrikation um. Nach mehreren Besitzerwechseln übernimmt der aus dem Sudetenland stammende Porzellanfabrikant Richard Rösler 1948 den Betrieb. Seitdem wird es als Unternehmen Rösler Porzellan und Keramik GmbH & Co. KG bzw. als Rösler Ceramtec GmbH bis heute fortgeführt.

Tipps

Rösler Ceramtec GmbH

Werksverkauf:
Montag bis Donnerstag von 07:00 - 15:00 Uhr
Freitag von 07:00 - 12:00 Uhr

Betriebsführungen für Reisegruppen gegen Voranmeldung

GEO-Tour Station 5: LICHTENBERG
Humboldt in Lichtenberg

Humboldt zieht Bilanz

Lichtenberg liegt zu Zeiten Humboldts im Bergamt (Revier) Naila. Es ist Humboldts "Sorgenkind". Der Bergbau liegt schon seit Jahrzehnten darnieder, viele Lagerstätten sind nahezu erschöpft. Trotzdem gelingt es Humboldt, einige Bergwerke wieder rentabel zu machen. Hier in Lichtenberg soll u.a. der Bau des rund einen Kilometer langen Friedrich-Wilhelm-Stollens die Lichtenberger Friedensgrube entwässern. Die Pläne dazu waren schon älter und stammen von Christian Ernst Trommler, früherer Bergrath im Revier Naila (siehe unten).

Schon zu Beginn des Jahres 1795 erwägt Alexander von Humboldt, den preußischen Staatsdienst zu verlassen. Am 27. Februar kündigt er in einem Schreiben an Minister von Heinitz an, dass er seine derzeitige Lage verändern wolle und im Begriff sei "fast alle öffentliche Verhältnisse aufzugeben". Als Heinitz darauf nicht reagierte (offensichtlich erreichte diesen das Schreiben erst verspätet), schrieb Humboldt an den preußischen König selbst und bat diesen um Entlassung aus seinem Dienstverhältnis. Unter diesem Eindruck verfasst Humboldt am 28. April 1795 während seiner Generalbefahrung des Reviers Naila seinen Befahrungsbericht. Dieser fällt sehr ausführlich aus, da Humboldt ihn bereits als Übergabebericht für seinen Nachfolger verfasst. Er legt in diesem dar, welche wichtigen Maßnahmen er in diesem Revier durchgeführt bzw. in die Wege geleitet hat, charakterisiert seine Mitarbeiter und gibt seinem Nachfolger Hinweise für das weitere Vorgehen.

Lesen Sie hier den Beginn des Generalberichtes von 1795.

Humboldt gliedert seinen Bericht wie folgt:

Durch Anklicken der fett geschriebenen Begriff öffen Sie eine ausführliche Kommentierung von Humboldts Texten in einem separaten Fenster. Die Einträge werden erst nach und nach gefüllt.

Friedrich-Wilhelm-Stollen

Der Friedrich-Wilhelm-Stollen wurde 1793 von Alexander von Humboldt als Erbstollen projektiert und 1794 in Angriff genommen. Erbstollen bedeutet, dass der Stollen der Entwässerung vornehmlich der Friedensgrube in Lichtenberg dienen sollte. Humboldt verfolgte dabei aber auch das Ziel, weitere Erzvorkommen zu erschließen. Andererseits wird vermutet, dass Humboldt bereits mit der langen Bauzeit für den Stollen gerechnet haben soll und in diesem vor allem auch eine lange „Arbeitsplatzgarantie“ für die Bergleute gesehen haben könnte. Fertiggestellt wurde der Stollen unter erheblichem finanziellem Aufwand erst im Jahr 1831 nach einer Bauzeit von 38 Jahren. Der Vortrieb des Stollens wurde jedoch mehrmals unterbrochen.

Der Stollen wurde sehr aufwändig aufgefahren, so ist er für die damalige Zeit ungewöhnlich breit ("dass zwei Männer bequem nebeneinander gehen können"1) und hoch ("mehr als Mannshöhe" 1; 2,50 Meter). Angeblich soll an einen Abtransport von Gestein und Erzen mit Booten gedacht worden sein.

Im Frühjahr 1795 ist der Stollen bereits „"volle 60 Lr. [Lachter]"(ca. 120 Meter) weit vorgetrieben, so Humboldt in seinem Generalbericht. Doch geht danach der Bau nur schleppend voran, da sich das zu durchfahrene Gestein als überaus widerstandsfähig erweist. 1808 erreicht der Stollen eine Länge von rund 700 Metern. Zum Jahresende stellte man den Vortrieb jedoch zunächst ein, da die Rentabilität im Hinblick auf die fast gänzlich abgebaute Friedensgrube nicht mehr gegeben zu sein schien. Spätestens 1819 scheint es mit dem Bau des Stollens weitergegangen zu sein. Am Ende hatte der Friedrich-Wilhelm-Stollen eine Länge von 975 Metern erreicht.

Bereits während des Baus des Friedrich-Wilhelm-Stollens wurden mehrere Erzgänge (Eisen, Kupfer) durchquert. Mit deren Abbau begann man jedoch erst nach Fertigstellung des Abbaus. Es wurden folgende Gangzonen angefahren (Quelle: mineralienatlas.de):

  • bei 309,5 Meter - Gang Nr. I (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
  • bei 321 Meter - Gang II (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
  • bei 435,5 Meter - Gang Nr. III (wenig Kupferkies in Kalkspat, Quarz), 46 cm
  • bei 592 Meter - Gang IV (derber Kupferkies, Quarz und Kalkspat), bis 15 cm mächtig
  • bei 627 Meter - Gang V („Gang Eleonore“; Kupferkies, Kalkspat, Quarz), 18 bis ? 52 cm mächtig.

Auf der Strecke zwischen 628 und 743 Metern werden weitere vier Gänge angefahren, die jedoch alle sehr geringmächtig und kaum erzführend sind. Nach 968,5 Metern wird bereits im Bereich der Friedensgrube der "Friedensgruber Gang" (Gang X) angefahren, der hier jedoch nur als Kalkspat-führende Kluft entwickelt ist. Über den "Kotzauer Schacht" und einen Querschlag wird ein Zugang zur 37 Meter über der Sohle des Friedrich-Wilhelm-Schachtes zum Friedensgrubener Gang geschaffen.

Der Betrieb des Friedrich-Wilhelm-Stollens währt nur bis 1857. Erst rund 100 Jahre später wird er für den Abbau von Flussspat für nochmals rund zehn Jahre in Betrieb genommen.

Das Besucher-Bergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen

Der Friedrich-Wilhelm-Stollen ist seit 1995 als Besucherstollen auf gut 200 Metern Länge wieder begehbar. Danach verhindert ein Verbruch das Weiterkommen, doch arbeitet der das Besucher-Bergwerk betreibende Förderverein daran, weitere Streckenabschnitte begehbar zu machen. Zumindest ist ein Durchbruch zum hinteren Teil des Stollens bereits erfolgt.

Das ehemalige Zechenhaus dient bereits seit Schließung des Bergwerkes 1857 bis heute als Gaststätte. Webseite zum Besucher-Bergwerk: www.friedrich-wilhelm-stollen.de

Tipps

Infostelle Naturpark Frankenwald

Die Infostelle des Naturparks Frankenwald befindet sich im alten Bahnhofsgebäude Blechschmidtenhammer, nur wenige Meter vom Besucher-Bergwerk bzw. der GEO-Tour-Tafel entfernt. Dort erhalten Sie nicht nur Informationen zum Naturpark, sondern auch zum Geopark Schieferland.

Webseite: www.frankenwald-tourismus.de

Naturlehrpfad Höllental

Rundweg von ca. 5 Kilometern Länge durch das wildromantische Höllental vorbei an Bergbaurelikten (z.B. Rebecca-Stollen), sehenswerten Felsen und zur Quelle des Höllensprudels in Hölle. Start ist am Naturpark-Infozentrum.

GEO-Tour Station 6: BAD STEBEN
Humboldt in Bad Steben

Humboldt macht Schule

Am 8. Juni 1832 wurde Steben der Titel "Königlich Bayerisches Staatsbad" verliehen und trägt seitdem den Namen Bad Steben. Bedeutung hatte Steben zuvor als Zentrum des Bergbaus im Frankenwald. Bad Steben ist ein günstiger Ausgangsort für Entdeckungen auf Alexander von Humboldts Spuren im Revier Naila.

Steben war während seiner fränkischen Zeit für Humboldt mehr als "nur" ein Aufenthaltsort, in dem er sich bei seiner Anwesenheit im Bergamt Naila häufig aufhielt:

Steben hat einen so wesentlichen Einfluss auf meine Denkart gehabt, ich habe so große Pläne dort geschmiedet, mich dort so meinen Gefühlen überlassen, [...] war dort besonders im Winter 1794 und Herbst 93 in so einem immerwährenden Zustand der Spannung, dass ich des Abends nie die Bauernhäuser am Spitzberg in Nebel gehüllt und einzeln erleuchtet sehen konnte, ohne mich der Tränen zu enthalten. Diesseits des Meeres finde ich mir so einen Ort nicht wieder!"

Brief Alexander von Humboldts an Karl Freiesleben, 14. Dezember 1795

Der Name Steben ist vor allem mit der Einrichtung der Bergschule im November 1793 verbunden. Sie ist eine der ersten Berufsschulen überhaupt. Vorbild war für Humboldt die bereits 1777 in Freiberg in Sachsen gegründete Bergschule. Im Gegensatz zur dortigen Schule, die insbesondere der Ausbildung des gehobenen Führungspersonals im Bergbau diente, stand die Bergschule Steben allen Bergleuten offen bzw. allen Jungen, die den Beruf eines Bergmannes erlernen wollten.

Zu den Sehenswürdigkeiten in Bad Steben mit Bezug zu Alexander von Humboldt gehören:

  • "Humboldt-Haus" in der Badstraße 2 (Privatbesitz, daher keine Besichtigung)
  • Rathaus (ehemaliges Schulhaus)
  • "Altes Bergamt" (seit 1966 allerdings nur das Nachfolgehaus mit Hotel "Altes Bergamt")
  • Humboldt-Büste im Kurpark
  • Kurpark mit ehemals elf Bergwerken
  • Erzrevier Obere Mordlau.

 

Humboldt-Haus (Badstraße 2)

Das 1781 erbaute "Humboldt-Haus" ist heute noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Es wurde in den vergangenen Jahren aufwändig saniert, ist als Privathaus jedoch nicht öffentlich zugänglich. Neben der Eingangstür erinnert eine Gedenktafel an die Anwesenheit Alexander von Humboldts in den Jahren 1792 bis 1795 in diesem Hause. Die Tafel wurde anlässlich des 100. Todestages Humboldts gestiftet. Das Gebäude war ursprünglich das markgräfliche Jagdhaus. Erbauen ließ es der markgräfliche Wildmeiser Johann Leonhard Och, dessen Initialien sich über der Eingangstür finden.

Ehemaliges Bergamt (Badstraße 6)

Das Gebäude des einstigen Bergamtes besteht heute nicht mehr. Es wurde 1966 abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Der Name des nicht mehr bewirtschafteten Hotels "Zum alten Bergamt" erinnert noch daran. Erbaut wurde das Haus als erstes staatliches Kurhotel ("Bade- und Traiteurhaus") 1784 auf Veranlassung des Landeshauptmannes Philipp Ludwig von Weiterhausen. Das Gebäude wird tatsächlich nicht genutzt und steht jahrelang leer, da für die Aufnahme begüterter Gäste Stallungen nicht vorhanden sind und den Pächtern die Viehhaltung untersagt wird. 1796 zog in das Gebäude das Bergamt ein und 1806 wird auch die Bergschule aus dem heute als Rathaus genutzten Haus hierher verlegt.

Humboldt-Büste (Kurpark in Richtung Badstraße)

Die im Kurpark aufgestellte Büste von Alexander von Humboldt stammt von den Steinmetzen Uli und Michael Baumgärtel aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Diese schufen die Büste im Jahr 2007 im Rahmen des 1. Internationalen Biedermeiertreffens im Bad Stebener Kurpark vor den Augen zahlreicher Zuschauer. Gestiftet wurde die Büste durch private Sponsoren anlässlich des "175-jährigen Jubiläums Staatsbad Bad Steben" in Erinnerung an den wohl bekanntesten Bewohner des Ortes. Die Idee dazu hatte der ortsansässige Geschichtsverein.

Die Büste zeigt den Kopf Alexander von Humboldts, ruhend auf drei Bänden seines berühmten Werkes "Kosmos". Als Naturwerkstein wurde ein Sandstein verwendet ("Buntsandstein").

Rathaus/ehemals Bergschule (Hauptstraße 2)

Das Gebäude des heutigen Rathauses hat eine wahrlich umfangreiche Geschichte. Wann es erbaut worden ist, ist nicht bekannt. Ende des 18. Jahrhunderts wohnte hier der "Berggeschworene", also ein Beamter des Bergamtes, dem die Aufsicht über den Bergbau in einem Teil des Bergamtsbezirkes oblag. Im November 1793 eröffnete in diesem Gebäude Alexander von Humboldt die Bergschule - dies ohne das Wissen seiner Vorgesetzten. Erst mit seinem "Pro Memoria" vom 13. März 1794 meldet er dem Oberbergdepartement in Bayreuth die Gründung der Schule. Als Lehrer setzt Humboldt den Berggeschworenen Georg Heinrich Spörl ein. Dieser unterrichtet die Jungen ab 12 Jahren in seinem Zimmer, einem großen hellen Raum, das vermutlich im Südteil des Gebäudes lag.

Die Bergschule zog 1806 in das leerstehende "Bade- und Traiteurhaus" in der Badstraße um. 1823 wurde in dem nun frei gewordenen Gebäude durch den Berggeschworenen Spörl und den Landphysikus die ersten Moorbäder in Steben verabreicht. Vermutlich wurden die Moorbäder im heutigen Ratskeller verabreicht, dies bis zur Fertigstellung des "Klenzebaus" im Jahr 1838.

1856 wurde das Anwesen mitsamt dem Gebäude verkauft und als Fabrikgebäude des Appels Spielwaren-Unternehmens verwendet. Nach Schließung der Fabrik diente das Gebäude als Wohnhaus, die Ratskeller als Freibank zum Verkauf des Fleisches von notgeschlachtetem Vieh. 1928 erwarb die Gemeinde das Haus und baute es zum Rathaus um.

Der "Gesundbrunnen zu Steben" / Das Staatsbad Bad Steben

Zu Zeiten Humboldts waren die Stebener Quellen bereits bekannt. Schon 1690 erschien ein erster wissenschaftlicher Bericht von dem Hof- und Stadtmedikus Gottfried von Stein. 1784 wurde ein erstes Badehaus errichtet, das "Bade- und Traiteurhaus", in dem 1806 das Bergamt Steben untergebracht wurde. Der Badebetrieb entwickelte sich vor allem mit dem Verkauf der Stebener Quellen für 600 Gulden an das Königreich Bayern 1832. König Ludwig I. (1825-1848) befasste sich höchstpersönlich mit den Plänen für einen Ausbau der Kuranlagen. 1838 wird das erste Kurhaus, errichtet nach den Bauplänen des König Ludwigs Hofarchitekten Leo von Klenze, eröffnet. In diesem findet sich heute die Touristinformation sowie die Trinkhalle.

Eine Beziehung des Stebener Quellen zu Alexander von Humboldt gibt es nur sehr indirekt. Der von ihm eingestellte erste Lehrer an der Bergschule, der Berggeschworene Georg Heinrich Spörl (1764-1830), war später für den "Gesundbrunnen zu Steben" verantwortlich. Von ihm stammt u.a. auch eine im Jahr 1810 erschienene Beschreibung der Quellen mit einem Rückblick auf deren Geschichte. Das Titelblatt weist ihn als "Berggeschworenen und ersten Lehrer an derKöniglich freien Bergschule zu Steben" aus. Finden Sie das Buch von Georg Heinrich Spörl im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek digital hier.

GEO-Tour Station 7: GEROLDGSGRÜN
Humboldt in Geroldsgrün

Humboldt und der "Alte Mann"

Ein "Alter Mann" ist im Bergbau der Teil eines Bergwerkes, der schon in einer früheren Phase des Bergbaus abgebaut wurde. Oft wurden die alten Abbaue verfüllt oder sich selbst überlassen, so dass sie verstürzten, unzugänglich und vergessen wurden. Dies birgt dann große Gefahren für die späteren Bergleute.

Im Sommer 1793 - nur kurze Zeit nach dem Dienstantritt Humboldts im Oberbergdepartement in Bayreuth - ereignete sich im Bergwerk "Friedlicher Vertrag" bei Geroldsgrün ein Grubenunglück im Zusammenhang mit dem Einbruch eines älteren, unbekannten Stollens. Dieser mit Wasser geflutete Stollen war durch einen neuen Stollen unterfahren worden, so dass der ältere Stollen einbrach und den darunterliegenden mit Unmengen an Wasser und Schlamm flutete. Humboldt eilte umgehend von Kaulsdorf zum Unglücksort. Gottseidank geschah der Gebirgsbruch in der Nacht, so dass niemand zu Schaden kam.

Humboldts Besuch des alten Bergbaus bei Dürrenwaid 1792

Alexander von Humboldt besucht das alte Bergbaugebiet um Dürrenwaid bei Geroldsgrün im Rahmen seiner Inspektionsreise 1792 am 16. Juli. In seinem einleitenden Text erwähnt Humboldt, dass es um Dürrenwaid vier Roteisensteingruben (Siderit) gibt: "Vogel Strauß", "Bergmännisch Glück auf", "Glück halt an" und "Frisch Glück".

"Den heutigen Tag wandte ich an, um die roten Eisensteingruben zu befahren und die Spuren des alten Bergbaus bei Dürrenwaid p. zu besichtigen."

Wie an den Tagen zuvor ist Humboldts Programm wieder reichlich. Er besucht die folgenden Bergwerke und Gruben (vgl. Lage in der nebenstehenden Karte im Bayernatlas):

  • Vogel Strauß Fdgr.
  • Friedlicher Vertrag Fdgr.
  • Schwarzer Mohr Erbst.
  • Gevattergraben
  • Hoher Ofen zu Marxgrün

Die Beschreibungen der einzelnen von Humboldt besuchten Grubenbauten sind sehr fachlich formuliert. Er charakterisiert neben Fördermengen, die geologische Struktur der Gruben und der Lagerstätten (soweit bekannt). Interessant ist die folgende Passage über den Besuch des offensichtlich aufgelassenen Bergwerkes "Schwarzer Mohr":

"[...] An der Dürrenwaider Stufe aus dem Trommlerschen Kabinette1) ist keine Gebirgsart2) zu sehen, so wenig, als an den derben Bleiglänzen im Markgr. Kabinette zu Bayreuth. Man erkennt bloß Quarz als Gangart daran.
Dagegen ist ein 16 Mark3) wiegender silberner Becher in Gestalt eines Birnbaums mit einer großen Birne in jenem Kabinette vorhanden, ein Becher, welcher, wie die Inschrift besagt, 1538 aus dem ersten Dürrenwaider Silber verfertigt wurde. Die Gestalt ist eine Anspielung auf die Geschichte der ersten Entdeckung dieser Silbergrube. Ein Bauer, der auf einen Birnbaum stieg, verlor sein Hackemesser, welches den silberführenden Gang, in dem es in die Erde hieb, entblößte."

1) Christian Ernst Trommler (1719-1788) wurde 1748 Bergmeister für das Revier Naila, seit 1766 Bergrat, leitete 1762 bis 1772 das Nailaer und das Wunsiedler Revier. Trug eine zu seiner Zeit vielbeachtete Mineraliensammlung einheimlischer Fundstücke zusammen. Auf diese bezieht sich Humboldt hier.
2) Gebirgsart = Gesteinsart
3) Mark = aus dem Mittelalter stammende (lokal unterschiedliche) Gewichtseinheit, hier vermutlich "Nürnberger Mark" = 237,52 Gramm.

Auf www.mineralienatlas.de heißt es:

"1817 und im März 1863 wird wie folgt berichtet: Zwei ehemals im 'markgräflichen Naturalienkabinet zu Bayreuth' aufbewahrte 'silberne Pocale' wurden von der Ausbeute des 'Dürrenwaider Silbergwerkes' gefertigt. Einer davon "wieget 16 Mark" und trägt die Aufschrift: 'Von dem ersten Silber im Burggrafthum Nürnberg zu Lichtenberg erfunden und gemacht 1538. - Am Fuße desselben, der einen gewundenen Baum vorstellet, stehen die Worte: Klettert ein Bauer einen Baum hinan, so eine Holzaxt auf dem Rücken im Leibgurt stecken hat, durch deren Herabfallung der Gang des Silbererzes, aus welchem dieser Becher gemacht, entblößt worden sein soll.'" (abgerufen am 12.08.2019, Link anzeigen). Leider ist auf dieser Seite nicht die Quelle angegeben.

Humboldt nimmt die Legende zum Anlass darüber nachzudenken, ob die Silbergänge tatsächlich früher bis an die Erdoberfläche reichten. In seinem Bericht empfiehlt er, die Umgebung der Lagerstätte genauer zu untersuchen und den einen oder anderen Schurf anzulegen, um eine bessere Vorstellung von der Lagerstätte zu erhalten. Ohne dies wäre der Abbau ein Wagnis.

Humboldt besucht auch den Gevattergraben, das wohl bekannteste Goldvorkommen des Frankenwaldes. Der Überlieferung nach soll dort nicht nur Gold sondern auch Silber gewaschen worden sein. Humboldt charakterisiert den Gevattergraben wie folgt:

"Ebenfalls in diesem Gegengebirge, aber am mitternächtlichen [nach Norden geneigten] Abhang desselben liegt der Gevattersgraben, der wegen seiner Gold- und Silberwäsche bekannt ist. Der Graben oder kleine Bach ist kaum 2 Fuß breit und wenige Zoll tief. Er dient wohl nur bloß der Wäsche selbst, denn man leitete (ein Zeichen, daß der Gewinnst beträchtlich war) von Streitbach [gemeint ist Steinbach] um Großenreith die Wasser in Spundstücken hinzu [...] Noch vor 15 Jahren waren sächsische Bergleute, andere sagten Venetianer, hier und wuschen wirklich Gold. Die Nachrichten sind alle sehr fabelhaft und unbestimmt. Daß aber hier Gold und Silber wirklich gewaschen wurde, ist außer Zweifel."

Humboldt beschreibt die zu beiden Seiten des Grabens sichtbaren Halden und die Spuren der Schürfarbeiten. Er stellt sich dabei die Frage nach der eigentlichen Herkunft der Edelmetalle: "Sollte das über dem Kalkstein liegende aufgelöste tonartige Gebirge Goldkörner als Geschiebe geführt haben?". Immerhin schien es kein größeres Gewässer zu geben, das das Gold zusammengespült hatte.

Die von Humboldt aufgeworfene Frage ist nicht trivial und zeigt sein geologisch-lagerstättenkundliches Verständnis. Erst in den 1980er Jahren konnten Explorations- und Forschungsaktivitäten der Firma Preussag bzw. der Universität Kiel Licht hinter die Frage bringen. Danach überdecken die Sedimente des Gevattergrabens eine NNW-SSO verlaufende Störungszone (Bruchzone), in deren Spalten und Klüften das Gold sitzt (z.T. in Quarzgängen). Die Bergleute gruben sich über Jahrhunderte bis zu 15 Meter tief in die von der Oberfläche her verwitterte Störungszone, wuschen das Material durch und warfen das taube Gestein auf die Schultern des Grabens.

Im Gevattergraben soll bereits im 14. Jahrhundert Gold gewaschen worden sein. Urkundliche Erwähnung findet die Goldsuche jedoch erst im Lehenbuch von 1477:

"Heinrich Knoch von Gera, hat empfangen die Fundtgruben zu unserer lieben Frauen und sonst noch ein Lehen dabey, zu St. Johannes genannt, auf dem Gevatterbach bey Steinbach am Waldt gelegen mit seinen Lehen, Erbstohlen und aller Gerechtigkeit nach Bergwerksrecht."1

Die Alexander-von-Humboldt-Höhle

Zahlreiche Naturerscheinungen auf der Erde tragen den Namen von Alexander von Humboldt. Das einzige nach Humboldt benannte Naturobjekt in Deutschland ist die Alexander-von-Humboldt-Höhle am Rauheberg, etwa drei Kilometer westsüdwestlich von Geroldsgrün. Sie ist über den Geopfad Geroldsgrün (Rauhebergrunde) gut zu erreichen. Die Höhle ist allerdings nicht öffentlich zugänglich.

Die Alexander-von-Humboldt-Höhle ist die einzige bekannte Tropfsteinhöhle im Frankenwald. Sie liegt auf der Nordseite des 663 Meter hohen Rauheberges oberhalb des Langenaubach-Tales zwischen zwei aufgelassenen Kalksteinbrüchen. Die Kalksteine entstammen großen Kalkstein-Rutschmassen aus der geologischen Zeit des Oberdevons. In dieser Formation befindet sich auch die Humboldt-Höhle. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt etwas mehr als 400 Meter, sie ist bis zu 30 Meter breit und bis zu 3 Meter hoch.

Die Alexander-von-Hmuboldt-Höhle hieß früher Rauh(e)berg- oder auch Langenau-Höhle. Ein erster Höhlenplan stammt von Hans Leheis (1904 - 1982), einem Heimatforscher aus Geroldsgrün. Dieser wurde u.a. in einer Publikation von Philipp Kohlmann im Berichtsband Nr. VIII der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth (1953/54) abgedruckt. Von Hans Leheis stammt der Vorschlag, die Höhle zu Ehren des Naturforschers umzubenennen (wohl 1963). Von den 1960er Jahren bis 1982 gab es in der Höhle regelmäßige Führungen, die jedoch zum Schutz der Höhle eingestellt wurden.

Die Höhle wird erstmals 1761 als Grube "Lamm Gottes" erwähnt. Durch Verwitterung-/Verkarstungsprozesse lagerte sich in der Höhle Brauneisen ab, das zu verschiedenen Zeiten abgebaut wurde (u.a. 1795/96, 1804). Interessante Ausführungen zur Höhle finden sich auf www.mineralienatlas.de.

Tipps

Auf dem Geopfad Geroldsgrün durch alte Bergbaureviere

Die Umgebung von Geroldsgrün mit seinen Bergbaurevieren und der Humboldt-Höhle können Sie entlang der drei Routen des Geopfades Geroldsgrün erkunden. Finden Sie die Beschreibung des Geoweges im entsprechenden Faltblatt. [Download 0,5 MB]

 

Max-Marien-Heilquelle

Seit fast dreihundert Jahren ist im Talgrund des Langenautals eine Heilquelle bekannt, die Max-Marien-Quelle. Dabei handelt es sich um einen Calcium-Hydrogen-Carbonat-Säuerling. Sie befindet sich gegenüber dem ehemaligen Forsthaus in Langenau. Die Max-Marien-Quelle wurde 1981 neu gefasst und kann vor Ort aus einem Trinkbrunnen entnommen werden. Das Wasser wird auch in der Kuranlage in Bad Steben ausgeschenkt. Von Langenau kann man gut in die Rauheberg-Runde des Geroldsgrüner Geopfades einsteigen.

Summe der gelösten Mineralstoffe: 2.129 mg/l
Gelöste gasförmige Stoffe: Freies CO2 2.020 mg/l, Radon 5 Bq/l

GEO-Tour Station 8: HAIDBERG / ZELL IM FICHTELGEBIRGE
Humboldt in Haidberg / Zell im Fichtelgebirge

Humboldt und der Magnetberg

"Auf einer geognostischen Tour, welche ich mit zween Freunden, Herrn Münzmeister Gödeking und Herrn Oberbergmeister Killinger durch das Oberpfälzische und angränzende Gebirge machte, stieß ich auf eine Gebirgskuppe von Serpentinstein, dessen Fallungswinkel ich mit der Bussole bestimmen wollte. Kaum näherte ich dieselbe dem anstehenden Gestein, so sah ich den Südpol meiner Magnetnadel mit Heftigkeit aus ihrer Lage und in den wahren Norden gerissen [...] Einzelne Punkte sind so magnetisch, daß sie in einer Entfernung von 22 Fuß die Magnetnadel aus ihrer natürlichen Lage reissen. Welchen Bestandteil des Serpentinsteins adhäriert aber jene wunderbare magnetische Kraft? Das ist eine Frage, die sich einem von selbst aufdringt".

So beschreibt Alexander von Humboldt die Entdeckung der besonderen magnetischen Eigenschaft der Gesteine am Haidberg in einer Veröffentlichung im "Intelligenzblatt der Allgemeinen Jenaer Literaturzeitung" (Nr. 169) bereits im Dezember 1796. In einem Brief vom 14. November 1796 an Carl Freiesleben heißt es sogar:

"Ich eile Dir zu melden, mein guter Karl, daß ich die größte Entdeckung meines Lebens gemacht. [...] habe eine ganze Gebirgsmasse entdeckt, welche eine ungeheure magnetische Polarität zeigt."

Mit dieser Entdeckung gilt Alexander von Humboldt als einer der Entdecker der natürlichen Magnetisierung von Gesteinen. Zu seiner Zeit gab es allerdings noch keine Möglichkeit, die für die Magnetisierung verantwortlichen Mineralien (u.a. Magnetit, Fe3O4) zu identifizieren. Das gelang erst mit der Entwicklung geeigneter Mikroskope im 19. Jahrhundert.

Neue Entdeckung: Anzeige für Physiker und Geognosten

Bereits in der Dezember-Ausgabe 1796 des Intelligenzblattes der Allgemeinen Literaturzeitung erscheint eine mit "F.A. v. Humboldt" gezeichnete "Anzeige für Physiker und Geognosten" mit dem hier nachlesbaren Text. Dieser entspricht im Wesentlichen dem Text, den Humboldt in dem oben genannten Brief an Carl Freiesleben verfasst und besonders gekennzeichnet hatte. Humboldt bat Freiesleben, den Text schnellstmöglich unter dessen Namen zu verbreiten und schlug dafür das "Bergmännische Journal" vor. Humboldt schlug vor:

[...} Du könntest ja den Brief so anfangen: H.v.H[umboldt] meldet mir, daß er auf einer Reise durch das oberpfälzische und angrenzende Gebirge eine Entdekkung gemacht, die für die Geognosie ebenso wichtig als für die allgemeine Naturlehre...".

Humboldt benennt in dem besagten Brief an Freiesleben nicht den Fundort, obwohl er schreibt: "Den Ort will ich Dir, aber Dir allein genau angeben, wenn Du mir unverbrüchliches Stillschweigen versprichst". Humboldt nennt Freiesleben den genauen Ort erst in einem in Weimar abgefassten Brief vom 18. April 1797:

"[...] Der Magnetberg (Haidberg, aber nenne ihn ja niemand, bei Gefrees, denn bis Jun[ius 17]97 halte ich ihn geheim, die Bergleuthe haben schon 150 f. damit gewonnen) besteht aus ächtem, auf der Oberfläche weiß verwitternden, mit Aimant gemengtem, lauchgrünem Serpentin [...]"

Mit Brief vom 21. Dezember 1796 übersendet Humboldt seinem "Verehrungswerthen Lehrer" Abraham Gottlob Werner unter anderem eine Gesteinsprobe des Magnetberges. Er schreibt:

"[...] ist von der merkwürdigen Gebirgskuppe, welche ich in der beiliegenden Anzeige beschrieben und welche ich am 14tn Nov[ember] entdeckt habe. Sie sind der erste Mineraloge, welcher diese Seltenheit besitzt. Wem aber hätte ich dieselben auch früher anbieten sollen als Ihnen, dem ich für meine wisschenschaftliche Kultur so unendlich viel verdanke."

Der Haidberg aus heutiger Sicht

Der Serpentinit des Haidberges gehört geologisch in die Phyllit-Prasinit-Serie der sogenannten Münchberger Masse. Diese stellt eine aus mehreren tektonischen Decken zusammengesetzte fernüberschobene Gebirgsmasse dar. Die Phyllit-Prasinit-Serie ist die unterste Deckeneinheit.

Das Serpentinit-Gestein besteht aus unterschiedlichen Serpentinmineralen, das sind Schichtsilikate mit der Formel(Mg,Fe,Ni)6Si4O10(OH)8, wobei die Elemente Mg/Fe/Ni in unterschiedlichen Anteilen vorkommen. Die Serpentinminerale sind durch Umwandlung aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Amphibol hervorgegangen. Neben den Serpentinmineralen kommt häufig Magnetit vor (Fe3O4), der für den Magnetismus des Gesteins verantwortlich ist.

Das Ausgangsgestein für den Serpentinit ist Peridotit, der dem lithosphärischen Erdmantel entstammt. Die Serpentinisierung erfolgt bei relativ niedrigen Temperaturen von 300 - 500 °C am Übergang der ozeanischen Kruste zum Erdmantel.

Alexander von Humboldt beschreibt die magnetische Wirkung des Serpentinits, die sehr deutlich die Kompassnadel beeinflusst. Dabei schreibt er richtig die magnetische Wirkung dem Gestein zu. Dabei stellt er bereits die Frage, ob "der Serpentinstein mit magnet[ischem] Eisenstein [Magnetit] durchzogen" ist. Humboldt stellt auch die (teils unterschiedliche) Polarität der Magnetisierung im Gestein fest. Eine solche Polarität ist ihm vom Magnetit nicht bekannt. Diese lässt sich mit den damaligen Messmöglichkeiten tatsächlich auch nicht nachweisen. Die starke Magnetisierung der Serpentinite musste daher eine "im Gestein ruhende" Ursache haben.

Heute ist bekannt, dass Gesteine, die Magnetit enthalten, eine schwache Magnetisierung dadurch erhalten, dass sich beim Überschreiten der Curie-Temperatur von 578 °C die Magnetisierung im Erdmagnetfeld der Erde ausrichtet. Diese gerichtete Magnetisierung ist heute Grundlage, um die ehemalige Ortslage von Gesteinen zur Zeit ihrer Magnetisierung zu ermitteln ("Paläomagnetismus"). Durch "Einfrieren" der Inklinaton der magnetischen Feldlinien im Gestein lässt sich so bestimmen, auf welchem Breitengrad die Magnetisierung erfolgt ist.

Diese natürliche Magnetisierung der Gesteine ist i.d.R. zu schwach, um sie mit einem Kompass feststellen zu können. Am Haidberg ist zudem festzustellen, dass die Polarität als auch die Intensität der Magnetisierung sehr unterschiedlich sein kann. Geophysiker gehen daher davon aus, dass die Magnetisierung des Serpentinits durch Blitzschläge hervorgerufen wurde. Diese beträgt ein Vielfaches der natürlichen Magnetisierung. Das Signal kann bis zu 10.000 Jahre im Gestein erhalten bleiben.*

Literatur: Gustav Angenheister (1973): Die Interpretation der magnetischen Störfelder (Anomalien) von mehreren Serpentinit-Körpern in fünf Arealen im Westen der Böhmischen Masse. ─ Geologica Bavarica, 67: 35-63; München (Bayerisches Geologisches Landesamt).

Machen Sie Ihr eigenes Experiment

Wenn Sie einen Kompass besitzen, dann nehmen Sie in mit zum Haidberg. Halten Sie ihn an mehreren Stellen an das Gestein. Vor allem am Eingang zum ehemaligen Steinbruch finden sich in der Mauerung des Tores einige magnetische Serpentinite. Sollten Sie am Wegesrand einen Serpentinit finden, dann halten Sie diesen an den Kompass. Reagiert die Magnetnadel, bewegen Sie das Gestein zuerst langsam, dann schneller am Kompass vorbei. Mit etwas Geschick können Sie die Magnetnadel ins Schwingen bringen, im besten Fall sogar zum Kreisen. Bitte beachten Sie, dass der Haidberg unter Naturschutz steht, und schlagen Sie keine Gesteine aus dem Anstehenden heraus.

Tipps

Saalequelle im Münchberger Stadtwald/Waldstein

Die (Sächsische) Saale entspringt einem ehemaligen Bergwerk, über das bereits Alexander von Humboldt ein Gutachten verfasst hat. Um es zu erreichen, fahren Sie nach Zell. Im Ort biegen Sie am Ende der Straße nach rechts Richtung Gefrees. Etwa 100 Meter nach den letzten Häusern nach links abbiegen und der Ausschilderung folgen. Nach ca. 1,5 Kilometern liegt im Wald ein Parkplatz, von dem aus die Saalequelle nach 400 Metern gut zu erreichen ist.

Hier finden Sie die Lage der Saalequelle im Bayernatlas.

 

Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz

Das Bauernhofmuseum Kleinlosnitz bietet Ausstellungen und Veranstaltungen sowie eine Gaststube mit Biergarten im Oberen Hof, die während der Öffnungszeiten des Museums oder nach Anmeldung geöffnet ist.

Kontakt Museum Hier öffnen

GEO-Tour Station 9: BAD BERNECK
Humboldt in Bad Berneck

Humboldt in matten Wettern

Im Herbst 1795 wurde Alexander von Humboldt zum Oberbergrat befördert. Hierdurch entfielen viele zeitraubende Aufgaben in den einzelnen Bergrevieren vor Ort. Er konnte sich nun mit technischen Verbesserungen in den Bergwerken, mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Untersuchungen befassen. Zu zwei besonderen Erfindungen Humboldts in dieser Zeit gehören der "Lichterhalter" ("Licht-Erhalter") und die "Respirationsmaschine", ein Atemgerät bei nicht ausreichendem Sauerstoff in der Grubenluft.

Humboldt experimentierte mit dem Lichterhalter in mehreren Bergwerken. Er und seine Mitstreiter begaben sich mit der Lampe bewusst in Teile der Grube mit "matten", d.h. sauerstoffarer Grubenluft. Vielfach entfachten sie zusätzlich Feuer, um den restlichen Sauerstoff zu verbrauchen, um dann den Lichterhalter zu testen. Nicht selten führte der Sauerstoff zum Unwohlsein. Am 13. oder 16. Oktober 1796 bestand Alexander von Humboldt im Bergwerk "Beständiges Glück" in Bad Berneck darauf, die Versuche in einem abgelegenen Teil des Bergwerkes alleine durchzuführen. Schon nach wenigen Augenblicken verlor er das Bewusstsein und es ist nur dem raschen Hinzueilen seiner Begleiter zu verdanken, dass Humboldt überlebte.

Lesen Sie hier einen Text aus der Veröffentlichung "Ueber die unterirdischen Gasarten und die Mittel ihren Nachtheil zu vermindern" von 1799, in der Humboldt die Ereignisse dieses Tages schildert.

In der geannten Veröffentlichung schreibt Humboldt zwar: "[..:] Bis auf wenige Mattigkeit spürte ich des andern Tages von dem unangenehmen Vorfalle keine Folgen mehr", doch finden sich an anderer Stelle auch gegenteilige Angaben, z.B. in einem Brief an Abraham Gottlob Werner vom 21. Dezember 1796:

"Die Erfindung meines Lichterhalters ist nun vollendet. Meine Gesundheit hat bei dieser Arbeit gelitten."

Auch in dem Brief, den er am 18. Oktober 1796 an Karl Freiesleben schreibt, berichtet Humboldt über den Vorfall. Lesen Sie diesen Text hier.

Das Bergwerk "Beständiges Glück"

Das Areal des Bergwerkes "Beständiges Glück" ist heute Teil des Dendrologischen Gartens von Bad Berneck. Erkennbar ist noch das rekonstruierte Stollenmundloch und die vorgelagerte große Halde. Vor dem Stollenmundloch informiert eine Schautafel über die Geschichte des Bergwerkes.

Das Bergwerk wurde 1486 eröffnet. Bis 1841, also 355 Jahre lang, förderte man hier "Alaunschiefer", d.h. schwefelkieshaltige Tonschiefer zur Herstellung von Alaun. Das Bergwerk bestand aus zwei Stollen, dem Oberen Stollen und dem Unteren Stollen. Das rekonstruierte Stollenmundloch gehört zum Oberen Stollen, der jedoch nach nur kurzem Verlauf verschüttet ist. Ein alter Grubenplan, der auch auf der Infotafel abgebildet ist, zeigt einige 10er Meter nach dem Stolleneingang eine gewölbeartige Weitung des Stollens. Es wird vermutet, dass es sich um das "Festgewölbe" handelt, in dem 1806 für den in Bayreuth weilenden Feldmarschall von Blücher ein Fest veranstaltet wurde. <br<
Die volle Regimentsmusik war bestellt und in einem Seitenschacht postiert ... im Inneren der Grube strahlte eine feentempelartige Beleuchtung ... Die Weitungen unten dienten zum Tanzsaale, während die Nebenräume, alle kostbar meubliert, dekoriert und illuminiert, zu Speisegemächern umgewandelt waren."
(Quelle: Chronist Adler; Infotafel Dendrologischer Garten Bad Berneck; Jahr o.A.)

Der Eingang zum Unteren Stollen liegt auf dem Grundstück des Hotels Blüchersruh. Der Stollen ist noch rund 170 Meter begehbar, auch existieren Schächte in weitere Sohlen. Dieser Stollen diente vor allem der Entwässerung ("Erbstollen").

Neben den Stollen gab es mehrere Schächte, die der Luftzufuhr ("Bewetterung"), der Einfahrt der Bergleute, der Förderung des Abraummaterials oder dem Einlass von Tageslicht dienten. Die Schächte sind weitgehend verfallen. Sie sind an der Oberfläche als trichterförmige Vertiefungen ("Pingen") vielfach im Areal noch erkennbar.

Der Dendrologische Garten (Rotherspark)

1861 verlegte der Waldsassener Textilfabrikant Wilhelm Rother (1818 - 1898) seinen Wohnsitz dauerhaft nach (Bad) Berneck. Er war schon Jahre zuvor ein begeisterter Kurgast des Ortes. Als Bürger von Berneck erwies sich Rother als Förderer des Kurortes, seit 1866 war er auch Mitglied des Kurkomitees. Auf den Halden des zwei Jahrzehnte zuvor stillgelegten Bergwerkes "Beständiges Glück" ließ Rother auf eigene Kosten einen Park ("Blüchersruhe") mit heimischen und exotischen Laub- und Nadelgehölzen anlegen. Dieser stellt heute eine überregionale Besonderheit dar.

Wilhelm Rother wurde 1867 Ehrenbürger von Berneck. Er starb 1898. Der Stadt Berneck hinterließ Rother testamentarisch mehr als eine halbe Million Goldmark, u.a. mit der Auflage, "dass die ganzen Zinsen und Renten des Nachlasses ausschließlich zum Vorteil und zur Hebung der Kuranstalten verwendet werden sollen". An den Förderer der Stadt Berneck erinnert im umbenannten "Rotherspark" der 1900 aufgestellte Granitobelisk aus Kösseine-Granit. Bestattet ist Wilhelm Rother auf dem alten Friedhof hinter der evangelischen Kirche.

Tipps

Thiesen Wetterstation

Carl Thiesen finanzierte dem Kurort eine für die damalige Zeit technologisch aufwendige und damit äußerst kostspielige Wetterstation. Diese steht heute noch oberhalb des Marktplatzes.

GEO-Tour Station 10: BRANDHOLZ
Humboldt in Brandholz

Humboldt im Goldrausch

Am Abend des 20. Juli 1792 verfasst Alexander von Humboldt bereits Teile seines Berichtes über die Befahrung der Fürstenzeche in Brandholz und fügt diesem in einem zweiten Teil unter der Überschrift "Aussichten zur fortzusetzenden Wiedergewältigung der Fürstenzechen Baue" hinzu. Bei Niederschrift dieses Berichtes ist Humboldt möglicherweise schon in das Wunsiedler Revier weitergereist.

Am Abend des 23. Juli notiert Humboldt (jetzt bereits in Arzberg) am Rand eines Briefes an Carl Freiesleben:

"Die Fürstenzeche in Goldkronach hat mich sehr intriguirt [= neugierig gemacht]. Ich habe Akten, Risse p. studiert, bin das ganze ein 50 Lr. (= Lachter, 1 Lr. ∼ 2 Meter) tiefe Gebäude mit Ueberhauen aus dem 14ten Jahrhundert! durchfahren. Nun habe ich alles ins Reine. Es ist ein ungeheurer Bau, eine Grube auf 1.300 Lr. Länge."

Die Fürstenzeche im Jahr 1792

In seinem Bericht der Inspektionsreise beschreibt Humboldt den Zustand der Fürstenzeche. Diese war bereits unter Burggraf Friedrich V. 1365 als Fürstenzeche eröffnet worden und hatte ihre Blütezeit bis zum Einfall der Husiten 1430. Bis dahin hatte man die goldreichsten und gut erschließbaren Bereiche der Lagerstätte schon weitgehend abgebaut, so dass die Ausbeute immer geringer und und der Abbau immer schwieriger wurde. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde der Bergbau auf Gold sogar subventioniert (es wurde eine "Zubuße" gegeben).

Humboldt erwähnt in seinem Bericht, dass die "Wiedergewältigung" der Fürstenzeche (sie befand sich demnach 1792 nicht in Betrieb) seit wenigen Monaten ("1 Quartal") auf allerhöchsten Befehl (vermutlich durch Minister Hardenberg) eingestellt worden war und dass man "[...] bloß das Ganze durch Einwechslung der Türstöcke in befahrbarem Stande" hielt. Humboldt studiert bereits zu diesem Zeitpunkt alte Bergwerksakten, u.a. die "lehrreichen Beschreibungen des Herrn Berghauptmann von Bothmer". Carl Ludwig Freiherr von Bothmer (1736–1803) war Berghauptmann im Fürstentum Bayreuth. Dessen Berichte können nur wenige Jahre zuvor verfasst worden sein.

Humboldt erwähnt in seinem Bericht die folgenden Stollen, Schächte und erzführenden Gänge:

    • Tannenschacht
    • Schmuzler
    • Schmiedtenstollen/Schmidtenstollen
    • Jacobschacht
    • Ferberschacht
    • Nasses Lichtloch
    • Rautenkranzer Gang (aber noch keine Rautenkranz-Zeche)
    • Knechtgang
    • Spießglasgang (= Spießglanz, Antimonit)
    • Weißer Kiesgang

.

Damit werden viele Lokalitäten genannt, deren Zeugnissen man noch heute bei einer Wanderung entlang des Humboldtweges begegnen kann.

Aus Humboldts Beschreibungen geht der sehr komplexe Aufbau der Goldlagerstätte am Goldberg hervor. Ursache dafür ist die starke tektonische Zergliederung des Gebirges im Nahfeld der Bruchzone der "Fränkischen Linie" (deren Einfluss Humboldt natürlich noch nicht kennen konnte). Humboldt widerspricht in seinem Bericht der Auffassung, dass "die Golderze auf der Fürstenzeche nicht auf ordentlichen Gängen, sondern [an] das Gestein durchschwärmenden Trümmern" gebunden wären. Diese Ansicht hätte vielfach zu einer wenig rentablen Wiedergewältigung der Zeche geführt.

Tipps

Goldbergbaumuseum Goldkronach

Das Goldbergbaumuseum in Goldkronach präsentiert in mehreren Abteilungen die Stadtgeschichte Goldkronachs, die Geologie der Umgebung und der Goldlagerstätte, die Geschichte des Bergbaus, das Blattgold-Kunsthandwerk sowie Alexander von Humboldt im Fichtelgebirge.

Internet: www.goldbergbaumuseum.de

GEO-Tour Station 11: GOLDKRONACH
Humboldt in Goldkronach

Humboldt und das Goldstädtchen

Goldkronach gehört zu den Orten in Oberfranken, in denen Alexander von Humboldt heute wohl noch am gegenwärtigsten ist. So bezeichnet sich das kleine Städtchen vielfach auch als "Humboldt-Stadt". In Goldkronach hat auch der Verein Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. seinen Sitz. Dessen Anliegen ist es, insbesondere an Humboldts Wirken in Goldkronach von 1792 bis 1795 zu erinnern. Einen Link auf die Internet-Präsenz des Vereins finden Sie weiter unten.

Als Sitz des Bergamtes Goldkronach und die einst reichen Goldlagerstätte am Goldberg hatte Goldkronach besondere Bedeutung für Alexander von Humboldt. Erstmals kam Humboldt am 20. Juli 1792 im Rahmen seiner Inspektionsreise nach Goldkronach. Von hier aus befuhr er die Fürstenzeche und blieb bis zur Weiterreise ins Wunsiedler Revier (20. Juli in Arzberg). Nach seinem offiziellen Dienstantritt im Oberbergdepartement Ende Mai 1793 war Goldkronach Ziel von Humboldts erstem Geländebesuch. Hier hält er sich im Juni mehrere Tage auf. Sein Quartier ist die alte Quickmühle (Amalgamiermühle) in Goldmühl. Von dort schreibt er am 10. Juni 1793 seinem Freund Carl Freiesleben:

"Ich komme eben aus der Grube. Ich bin 2 Meilen geritten und an 3 Stunden auf der Fürstenzeche gefahren, wundern Sie Sich also nicht, liebster Freiesleben, wenn ich Ihnen einen verworrenen Brief schreibe. Mit dem Bergbau geht alles schneller, als ich dachte. [...] In bin seit wenigen Tagen hier, um den eingestellten Bau auf der Fürstenzeche [...] vorzurichten. Das allgemeine Vertrauen, welches der gemeine Bergmann mir übberall zeigt, macht mir meine Arbeit lieb, denn sonst ist meine Lage sonderbar genug, ich thue eingentlich Dienste als Geschworener, nicht als O[ber]bergmeister. Von meinen Vorrichtungen schriebe ich Ihnen jezt nichts. Ich bin zu müde, die Hitze ist unerträglich und die Grubenwetter matt.[...] Die alte Mühle, die ich bewohne, war eine Quikmühle schon im 13ten Jahrhundert. Die Zoppte stürzt sich wild durch die Felsklippen durch. Wenn es glükken sollte, die ausgewanderten Bergleute wiederzurufen, dieser romantischen Gegend nur einen kleinen Theil ihres alten Glanzes wiederzugeben ..."

Humboldtorte

Die alte Mühle in Goldmühl

In den Jahren 1793 und 1794 diente die ehemalige Quickmühle in Goldmühl (heute Ortsteil von Bad Berneck) Alexander von Humboldt als Quartier. Die Mühle wurde um 1557 (nicht wie Humboldt schrieb "schon im 13ten Jahrhundert") als Schneidsäge mit sechs Wasserrädern erbaut. Die Wasserräder trieben ein Pochwerk, eine Mahlmühle und Blasebälge für eine Schmelzhütte an. In den ersten Jahren diente sie auch als Amalgamierwerk ("Quickmühle"), d.h., aus dem durch das Pochen zerkleinerten Erz wurde das Gold mit Hilfe von Quecksilber herausgelöst. Mahl- und Quickmühle arbeiteten bis 1563, danach wird die Mühle zunächst nur noch als Schmelzhütte betrieben, kommen eine Drahtzieherei (um 1600) und eine Getreidemühle (1689) hinzu (Holl & Schulz-Lüpertz 2012). Das heutige Wohnhaus stammt von 1769 (dem Geburtsjahr Humboldts!) und wird als solches noch heute privat genutzt. Die neben der Haustür angebrachte Gedenktafel sehen Sie nebenstehend.

Hotel "Alexander von Humboldt" (vormals Gasthaus "Zum weißen Schwan")

Das heutige Hotel steht an dem Ort, an dem zu Humboldts Zeit das Haus des Musikus und Handelsmannes Johann Georg Todschinder stand. In diesem hatte Humboldt möglicherweise seinen Amtssitz. Daran erinnert die an der Fassade angebrachte Gedenktafel:

"An diesem Platze stand das Haus, in welchem Alexander von Humboldt in den Jahren 1792 - 1795 als koenigl. Preußischer Bergamtsassessor und Oberbergmeister zeitweilig amtierte"

Ganz sicher belegt ist dies jedoch nicht. Das heutige Hotelgebäude wurde nach dem großen Stadtbrand von 1836 errichtet. Diesem Brand waren viele Gebäude des Ortes zum Opfer gefallen. Ursprünglich hieß das hier untergebrachte Gasthaus "Zum weißen Schwan". Es wurde im Jahr 1868 in einem Festakt in "Alexander von Humboldt-Hotel" umbenannt.

Ehemaliges Forsthaus (heute Goldbergbaumuseum)

Das heutige Goldbergbaumuseum an Durchgangsstraße (Bayreuther Straße 21) trägt im Wappenrelief über der Eingangstür die Jahreszahl 1740. In ihm befand sich zu Zeiten Humboldts (bis in die heutige Zeit) eine Forstdienststelle. Oberförster war damals Adolph Ferdinand Böhner, Schwiegervater von Georg Friedrich Püttner (Büttner bei Humboldt). Dieser war einer der Freiberger Kommilitonen von Humboldt. In einem Brief vom 11. Juli 1793 an einen anderen Freiberger Studienfreund, den Russen Vladimir Jurevič Sojmonov, erwähnt Alexander von Humboldt, dass er bei Böhner den gemeinsamen Studienfreund Püttner getroffen habe. Vielfach wird erwähnt, Humboldt hätte in dem Haus auch kurzzeitig gewohnt. Dies geht aus dem erwähnten Brief jedoch nicht hervor. Dort schreibt Humboldt von Forstmeister Böhner, in dessen Nachbarschaft er wohne.

Ein Besuch des Goldbergbaumuseums sollte man nicht versäumen. Es ist zurzeit allerdings nur von April bis Ende November an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Neben der Geologie und Bergbaugeschichte im Raum Goldkronach beinhaltet das Museum auch einen eigenen Raum zu Alexander von Humboldt.

Einstiges Wohnhaus Marktplatz 11 (heute Bäckerei)

Dort wo heute auf der Nordseite des Marktplatzes ein Gebäude mit einer Bäckerei besteht, stand bis zum Stadtbrand von 1836 das Wohnhaus des Schichtmeisters, Bergverwalters und Knappschaftsschreibers Christian Ernst Tornesi. Dieser wohnte hier mit seiner Familie in den Jahren von 1738 bis 1754. Christian Ernst Tornesi kam 1731 aus dem Unterharz nach Goldkronach. Am 7. April 1748 wurde hier als eines von neun Kindern sein Sohn Otto Heinrich Tornesi geboren, der später ein geschätzter Kollege von Alexander von Humboldt und 1798 dessen Nachfolger im Oberbergdepartement werden sollte (siehe dazu weiter unten). Die ganze Familie siedelte 1754 nach Bayreuth über. Christian Ernst Tornesi war dort zum Inspektor und Verwalter für das Zucht- und Arbeitshaus in St. Georgen berufen worden. Dem Zuchthaus war eine Marmorfabrik angeliedert, in dem die Häftlinge arbeiten mussten und die Tornesi ebenfalls leitete.

Schloss Goldkronach und Humboldt-Kulturforum

Das Goldkronacher Schloss ist ein ehemaliges Ritterschloss aus dem 16./18. Jahrhundert. Es ist heute in Privatbesitz und Sitz des Alexander-von-Humboldt Kulturforums. Eine kleine Sonderausstellung zu Alexander von Humboldt sowie die von Hans Dressel (†) stammende Humboldt-Büste können bei Veranstaltungen der Kulturforums oder Führungen des GEOPARK Bayern-Böhmen besichtigt werden.

Nationles Geotop Goldberg

Seit 2019 gehört der Goldberg bei Goldkronach, das Zentrum des einstigen Goldbergbaus, zu den Nationalen Geotopen Deutschlands. Zu verdanken ist dies seiner montanhistorischer Bedeutung, auch im Hinblick auf das Wirken Alexander von Humboldts, und der dort vorhandenen Infrastruktur.

Tipps

Humboldt-Weg und Besucher-Bergwerke

Der rund sechs Kilometer lange Rundweg führt auf Waldwegen und -pfaden, innerorts auf befestigten Wegen, vorbei an vielen ehemaligen Zeugnissen des Bergbaus seit dem Mittelalter. Startpunkte sind am Infohaus zu den Besucher-Bergwerken auf dem Goldberg, am Parkplatz des Friedhofes, am Wanderparkplatz in Brandholz. Auch der Start in Goldkronach am Marktplatz ist empfehlenswert (Wegstrecke ca. zwei Kilometer länger). Dieser beginnt am Marktplatz und führt ca. 100 Meter nach der Bäckerei am Marktplatz 11 in Richtung Sichersreuth bzw. am Ende der Stadtkirche über einen Wanderpfad zunächst zum Parkplatz am Friedhof (eine Abkürzung direkt auf die Straße an der Ottenleite ist möglich).

 

Goldbergbaumuseum

Öffnungszeiten:
April bis Ende November Sonn- und Feiertage, 13 bis 17 Uhr
Für Gruppen sind gesonderte Termine möglich.

 

Kulturforum Alexander von Humboldt Schloss Goldkronach
www.humboldt-kulturforum.de

Goldbergbaumuseum Goldkronach
www.goldbergbaumuseum.de

Goldbergknappen

http://www.goldbergknappen.de/html/rundgang_beginn.html

GEO-Tour Station 12: BISCHOFSGRÜN
Humboldt in Bischofsgrün

Humboldt und die Perlen

Alexander von Humboldt besucht Bischofsgrün bzw. den Fröbershammer erstmals am 21. Juli 1792. Er notiert in seinem Inspektionsbericht, dass es dort zwei Frischfeuer, einen Zainhammer (für die Nagelschmiede) und eine Knopfhütte gibt. Der Knopfhütte widmet er besondere Aufmerksamkeit.

Humboldt führt aus, dass die Knopfhütte nur in fünf Wintermonaten betrieben wird und dem Kommerzienrat Loewel gehört. Aus dem Hinweis, dass man "die Arbeiter [im Sommer] zum Holzhauen und zur Feldwirtschaft braucht" geht hervor, dass die einheimischen Bauern die Arbeit in der Knopfhütte verrichteten. Zum Zeitpunkt seines Besuches (Juli) wurde in der Knopfhütte jedoch wohl nicht gearbeitet. Humboldt hat sich demnach die Knopfhütte vor Ort ausführlich schildern lassen. Als Rohstoff für die Glasknöpfe - die Batterlessteine / Paterle - nennt Humboldt einen Grünstein mit wenig Feldspat und vieler innig beigemengter Hornblende von Schneeberg und Ochsenkopf. Er selbst habe das Gestein noch nirgends im Lande anstehend gefunden", es liege dort "in Butzen umher".

Bei dem von Humboldt angsprochenen Gestein handelt es sich um ein vulkanisches Gestein, dass in einer rund 5 Kilometer langen und bis zu 20 Meter breiten NNW-SSO-verlaufenden Förderspalte quer durch den Ochsenkopf vorkommt, den sogenannten Proterobas. Vorkommen am Schneeberg gibt es allerdings nicht.

Humboldt berichtet über das Schmelzen des Gesteins, den Knopfofen sowie das Arbeiten am Ofen. Am Ofen arbeiten 25 Mann (!) vor je einer Öffnung und zogen die geschmolzene Masse (das Glas) mit einer langen Zange ("Kluft" bei Humboldt, auch "Kluppe" genannt) aus dem im Ofen stehenden Schmelztiegel, um es anschließend (durch Drehen) zu "modeln".

Hergestellt werden im Jahr Knöpfe im Wert von 4.000 - 5.000 Gulden. Bei einem Preis von 6 Kreuzer je "Schnur" mit je 20 Dutzend Knöpfen sind dies ... Knöpfe.

Die schwarzen Proterobas-Knöpfe wurden mit Emailfarbe bemalt und anschließend die Farbe eingebrannt. Als Farbstoffe wurden verwendet: weiß - Brauneisenstein mit Arsenikkalk, gelb - Birkenkohle, blau - Smalte (mit Kobald gefärbetes Kaliumsilikatglas).

Humboldt berichtet, dass Glasknöpfe bereits seit 200 bis 300 Jahren in der Region hergestellt werden und ihren Ursprung in "in der Warmen Steinach" - also in Warmensteinach - hat. Derzeit gäbe es im Bayreutherischen fünf Fabriken, die ihre Erzeugnisse nach Schlesien und Polen, teils für den "Sklavenhandel nach Afrika [?] geben."

Humboldt schließt seinen Bericht über die Knopfhütte mit einer Bemerkung zur Abwanderung von Arbeitern aus dem Bayreuther Fürstentum in die nahegelegee obere Pfalz und nach Böhmen:

"Bayreuther Arbeiter sind in die obere Pfalz und nach Böhmen übergelaufen und die Konkurrenz der dort neu angelegten Fabriken, die wohlfeileres [= günstigeres] Holz haben, hat den Absatz vermindert und die Ware wohlfeiler gemacht."

Dies lässt erkennen, dass der Mangel an Holz in der Region wirtschaftliche Folgen hatte.

Der Fröbershammer

Humboldt berichtet auch über die Frischfeuer und den Zainhammer, die "vortrefflich eingerichtet" sind und "sehr gute Ware" liefern. Er merkt jedoch an, dass der Verlust an Eisen durch das Frischen beträchtlich ist (3/8). Als wahrscheinliche Ursache benennt er das "Anlaufen" (siehe unten).

In einem Frischfeuer wird das Roheisen bei starker Hitze wieder aufgeschmolzen. Mit einem Blasebalg wird Luft über die Eisenschmelze geführt, um dem im Eisen von der Herstellung noch vorhandenen Kohlenstoff zu verbrennen. Zwischendurch wird das flüssige Eisen immer wieder umgerührt. Ziel ist es, möglichst wenig Kohlenstoff im Eisen zu haben, um es weniger spröde und damit gut schmiedbar zu bekommen. Das Frischen dauert 5 bis 6 Stunden.

Der von Humboldt verwendete Begriff des "Anlaufens" ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass man das Eisen mit einer Stange unter Drehen aus der flüssigen Schmelzmasse herausgenommen hat. Während des Drehens setzte sich das Eisen an der Stange fest. Anschließend wurde es abgeschreckt und geschmiedet. Dann wurde das Eisen wieder in die Schmelzmasse gehalten und die nächste Schicht lagerte sich an. Der Vorgang wurde so lang fortgesetzt, wie sich das Eisen schmieden ließ und dem Schmied nicht zu schwer. Am Grund des Ofens setzte sich das minderwertige "Theileisen" ab. Durch das Schmieden werden noch vorhandene Schlackenreste aus dem Eisen entfernt.

Das Frischen des Eisens ist ein sehr viel Energie verbrauchender Vorgang. Humboldt berichtet, dass je Frischfeuer am Fröbershammer je Woche 42 Zentner Eisen gefrischt werden, wobei dafür 84 Kübel Holzkohlen verbraucht wurden. Hierzu benötigte man 17 bis 21 Klafter Holz (ganz grob 1 Klafter Holz = 3 Kubikmeter). Für beide Frischfeuer waren das pro Woche rund 102 bis 126 Kubikmeter Holz!

Lesen Sie hier den gesamten Text Humboldts über die Frischfeuer und den Zainhammer zu Bischofsgrün. Es sei hier als Beispiel der von ihm verwendeten Fachtermini und Darstellungsweise aufgezeigt.

Tipps

Glaswanderweg

Der Glaswanderweg ist ein industriehistorisch interessanter und naturräumlich reizvoller Themenwanderweg mit einer Länge von 42 Kilometern zwischen Weidenberg und Bischofsgrün. Er ist in die Abschnitte

  • Weidenberg - Sophienthal - Zainhammer
  • Zainhammer - Warmensteinach - Grünstein
  • Grünstein - Neugrün - Fichtelberg - Karches
  • Karches - Bischofsgrün

gegliedert. Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite www.glas-im-fichtelgebirge.de.

Waldglashütte am Ochsenkopf

Archivalische Notizen aus dem 17. Jahrhundert beschreiben eine „Glas- und Knopfhütte am Fichtelberg“, entlegen an der Landesgrenze zwischen den Fürstentümern Brandenburg-Kulmbach und Obere Pfalz. Archäologische Ausgrabungen unter Trägerschaft der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e. V. zwischen 2004 und 2006 haben die Relikte der alten Proterobas-Glashütte wieder zum Vorschein gebracht. Die begleitenden archäologischen Untersuchungen sind ein allererster Schritt hin zu einer wissenschaftlichen und interdisziplinären Aufarbeitung der Siedlungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Kunstgeschichte im zentralsten deutschen Mittelgebirge.

Die am südlichen Hang des Ochsenkopfes im heutigen Landkreis Bayreuth ausgegrabene Glashütte lässt sich weit zurückverfolgen. Lorenz Glaser bittet 1616 um die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Hütte auf oberpfälzischen Grund an der Mooslohe. Der Standort zwischen Proterobas- und Quarzitgängen an dem aus den Kalten Brunnen fließenden Bächlein ist ideal gelegen.

Die Waldglashütte erreichen Sie am besten vom Parkplatz nahe der Bleaml-Alm auf dem Forstweg Richtung Ochsenkopf. An der ersten Abzweigung (ca. 400 Meter nach Eintritt in das Waldgebiet) nach rechts und dem Forstweg noch etwa 200 Meter folgen.

GEO-Tour Station 13: LUISENBURG / WUNSIEDEL
Humboldt in Luisenburg / Wunsiedel

Humboldt und die Luisenburg

Bislang wurde im Zusammenhang mit dem Felsenlabyrinth der Luisenburg als berühmtester Besucher Johann Wolfgang von Goethe genannt. Dieser duchstieg Teile des Felsenmeeres 1785, noch vor der ersten Ausbauphase zu einem bürgerlichen Landschaftsgarten, und bei einem zweiten Besuch 1820. Zu diesem Zeitpunkt war das Labyrinth schon nahezu in seiner heutigen Form begehbar. Über Besuche Alexander von Humboldts ist tatsächlich nur sehr wenig bekannt. Die Kenntnis davon stützt sich auf eine Reisebeschreibung des polnische Grafen de Lagarde-Messence in von 1819, in der es heißt: "[...] dort findet man ein rechtmerkwürdiges Moos, das in der Finsternis schimmert. Als Herr von Humboldt, Bergwerksmeister seines Zeichens, durch diese Berge ging, machte er die Analyse davon [...]". Aufzeichnungen Humboldts selbst hierzu sind jedoch heute nicht mehr verfügbar.

In Humboldts Inspektionsbereicht von 1792 findet sich die folgende Textstelle:
"Daß das relative Alter dieser Granit-Abänderungen sehr verschieden ist, läßt sich schon daraus abnehmen, daß man auch die eine nicht selten ("an der Luxburg") als Bruchstück in anderen eingewachsen findet."

Einige Absätze weiter heißt Humboldt:

"Der Granit auf dem höchsten Kuppengebirge liegt teils söhlig (aie auf der Luxburg), teils schießt er (wie auf dem Schneeberge) unter 10° gegen Abend [nach Westen] ein."

Humboldt bezieht sich mit seinen Beobachtungen zweimal auf die Luxburg, die 1805 zu Ehren des Besuches der preußischen Königin Luise in Luisenburg umbenannt wurde. Es ist daher davon auszugehen, dass Humboldt diese Erscheinungen mit eigenen Augen gesehen hat. Anders wäre es auch verwunderlich gewesen, denn bereits ab 1790 begann die Begehbarmachung des Labyrinthes.

Humboldt und der Granit

Humboldt ist zu einer fränkischen Zeit noch dem "Lager der Neptunisten" zuzuordnen. Er folgt damit der Lehrmeinung seines Lehrers in Freiberg, Abraham Gottlob Werner. Danach wurde der Granit in einer frühen Phase der Bildung der Erdkruste aus einem Urozean, d.h. aus einem wässrigen Medkum, ausgefällt. Als ein Indiz dafür galt auch die "Schichtung" des Granits:

"Da, wo noch das alte Ausgehende1) des Granits zu sehen ist, d.i. auf einzelnen, turmähnlichen Kuppen, findet sich der Granit äußerst regelmäßig, wie dichter Kalkstein geschichtet, und zwar in Lagern zu 2 Fuß 8 Zoll."

1) Das Ausgehende meint hier "die obersten Schichten". Humboldt beschreibt hier Felstürme, Felsbastionen, an denen die horizontalen Lagerklüfte gut zu erkennen sind.

Seine erste Niederschrift ergänzt Humboldt bei einer Überarbeitung des Manuskriptes (zwischen August 1792 und April 1793) wie folgt:

"Ich glaube nämlich, daß aller Granit ursprünglich (da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten) d.h. im Ausgehenden geschichtet war und daß geschichteter Granit nur darum ein so seltenes (von einigen nicht reisenden Geognosten geleugnetes) Phänomen ist, weil wir überall gleichsam in den Vertiefungen der zerstörten Erdrinde wohnen und das alte Ausgehende des Granits nur auf den höchsten besuchten Punkten der Erdoberfläche zu suchen ist."

Für Humboldt ist der Granit nur in seinen obersten Abschnitten geschichtet: "[...] da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten." Auch wenn es im Inspektionsbericht nicht weiter ausgeführt ist, dürfte Humboldt den Granit in der Tiefe als strukturlose Masse betrachtet haben. Ob er Vorstellungen darüber hatte, wie es hierzu gekommen sein soll, ist ebenfalls nicht ausgeführt.

Bei Seußen nahe Arzberg macht Humboldt eine weitere Beobachtung in den granitischen Gesteinen des Fichtelgebirges, die ihm so bemerkenswert erscheint, dass er sie noch während seiner Inspektionsreise im Juli 1792 an den Herausgeber des Bergmännischen Journals schreibt (vermutlich am 23. Juli). Der Brief erscheint daraufhin noch in der Juli-Ausgabe des Journals.

"Auf einer Reise durch das Wunsiedler Bergamt entdeckte mein lehrreicher Begleiter Herr Hof-Kammerrath Tornesi, [...] zwei vollkommene Granitkugeln am Wege unweit Seisen [= Seußen]! Dies Phänomen wird Ihnen gewiß nicht weniger auffallend scheinen, als es mir war. Beide Granitkugeln waren von 14-16 Zoll im Durchmesser [35-40 cm][...]. Sie bestehen aus einem deutlichen feinkörnigen Granite mit vielem tombackbraunen Glimmer, und zeigen konzentrisch-schalige absonderte Stücke, von denen wir zwei Schalen ablößten. Beide waren noch ihrer natürlichen Lagerstätte, eingewachsen in einem grobkörnigen Granite, der sich durch den (am Fichtelberg nicht seltenen) kristallisierten Feldspat auszeichnete und der Verwitterung nahe war: ein Beweis also, daß selbst der Granit [...] die Fähigkeit [hat] sich kugelartig zu ballen!"

Was Humboldt in die Eigenschaft des Granits "sich kugelartig zu ballen" hineininterpretiert, lässt sich nicht ohne Weiteres erschließen. Es ist vermutlich vor allem eine Beobachtung, die er der geognostischen Gemeinschaft kundtun will. Humboldt erwähnt die Kugeln auch in seinem Inspektionsbericht:

"[...] kommen auch Granitkugeln mit 2- 3fach konzentrisch, schalig abgesonderten Stücken in einem verwitterten Granite bei Seäßen vor".

In einer nachträglichen Ergänzung kommentiert Humboldt:

"Ihre Art des Vorkommens zeigt, daß sie nicht sekundär sind. In anderen Teilen europäischer Gebirge sind sie noch nie entdeckt worden und unseren Gebirgen [...] ausschließlich eigen."

Die Beobachtung Humboldts zeigt sein Interesse und Gespür für das "Nichtalltägliche", die Besonderheiten, die es gilt weiter zu erforschen. Die von Humboldt beschriebene Erscheinung erklärt sich heute als Folge von Verwitterungsprozessen (was sich bei Humboldts Beschreibung ja bereits andeutet). Die "Kugeln" sind in einer Verwitterungsdecke infolge des richtungslosen Gefüges des magmatischen Gesteins entstanden. Ausgehend von einer quaderförmigen, durch Klüfte begrenzten Rohform sind die Gesteinskanten rasch verwittert. In die kugelige Form sind Verwitterungslösungen unterschiedlich weit eingedrungen (oder auch thermische Einwirkungen, Frost oder Temperatur) und haben die konzentrischen Schalen abgelöst.

Tipps

Besuchen Sie das Felsenlabyrinth der Luisenburg - eine der wichtigsten geologischen Lokalitäten im GEOPARK Bayern-Böhmen.

GEO-Tour Station 14: KLAUSEN / SEUßEN
Humboldt in Klausen / Seußen

Humboldt und das Klima

Alexander von Humboldt besucht das Püttnersche Alaunwerk Treue Freundschaft in der Klausen bei Seußen erstmals am 24. Juli 1792 im Rahmen seiner "Inspektionsreise". In seinem Bericht schildert er ausführlich das Werk und die Produktionsschritte der Herstellung von Alaun.

Schon in seinem Bericht beschreibt er die bituminöse Blätterkohle, in der "oft noch unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten" haben, zu finden sind. Humboldt erwähnt diese Fossilien auch in einem Brief an den Verleger des "Bergmännichen Journals" Hoffmann, der diesen bereits in der Juli-Ausgabe 1792 abdruckt. Dort heißt es:

[...]Bei Klausen an der Oberpfälzischen Grenze liegt das 21 Lachter mächtige Braunkohlenflöz unter einem Gerölle von mehr oder weniger verwitterten Basaltkugeln. Einige sind mit den Fingern zerreiblich, und doch erkennt man noch die 6-9 fach concntrisch schaligen abgesonderten Stücke. In der Braunkohle finden sich unversehrte Aeste von Tannenzweigen, die fast ihre natürliche Farbe erhalten haben, und so also gegen die Feuerrevolution zeugen. [...]"

Mit dem Zeugnis gegen die Feuerrevolution spielt Humboldt auf die Diskussion zwischen Neptunisten und Plutonisten an (siehe dazu Station Luisenburg und Steinhaus). Nachdem Basalte die Braunkohlen überlagern, war Humboldt der Meinung, dass - wären diese aus glutflüssiger Lava erstarrt - die Lava die Pflanzenfossilien in der Farbe verändert, vermutlich verbrannt hätten. Aus heutiger Sicht ist bereits die Interpretation der Lagerungsverhältnisse nicht richtig. Die Basaltblöcke sind in einer lehmigen Grundmasse durch den Prozess des Bodenfließens hangabwärts auf die Braunkohlenlager verfrachtet worden.

Die Sache mit der Ekliptik

Im November 1794 schreibt Alexander von Humboldt einen Brief an den Mathematiker Johann Friedrich Pfaff. Darin kündigt er ein größeres Werk unter dem Titel "Ideen zu einer künftigen Geschichte und Geographie der Pflanzen oder historische Nachricht von der allmäligen Ausbreitung der Gewächse über den Erdboden und ihren allgemeinsten geognostischen Verhältnissen" an, das "in 20 Jahren" erscheinen soll. In dem Brief erläutert Humboldt, dass selbst in hohen geographischen Breiten Pflanzenfossilien vorkommen, die unter "Tropenwärme" vor Ort gewachsen sind. "Unter den vielen möglichen Gründen, welche eine Tropenwärme [...] hervorbringen können, studiere ich den besonders über die veränderte Schiefe der Ekliptik ...". Humboldt bittet Pfaff um eine Stellungnahme darüber, ob die Ekliptik in der Vergangenheit nicht auch 48° (gegenüber heute 23 1/2°) betragen haben könnte. Die Antwort von Pfaff ist nicht erhalten, da Humboldt in aller Regel die an ihn gerichteten Briefe vernichtete. In einem Vortrag vor der Akademie zu Berlin am 24. Januar 1823 stellt Humboldt eine völlig andere Hypothese zum Wachstum wärmeliebender Pflanzen weit außerhalb der heutigen Tropen auf. Lesen Sie diese Textpassage hier

Humboldt schließt seinen Brief wie folgt:

"Auf meinen rauhen Felsenhöhen hänge ich solchen Träumereien nach. Beraubt von den nothwendigsten Hilfsmitteln muß ich mich an lebendige Orakel wenden ...".

Was ist Alaun?

Alaun ist chemisch ein wasserhaltiges Doppelsulfat (SO44-), ein Salz der Schwefelsäure, vermischt mit Tonerde, einer kleinen Menge Potasche (Kalium) und Ammonium. Verwendung fand Alaun u.a.

  • in der Färberei als Beizmittel vor dem Aufbringen von Farbstoffen,
  • in der Gerberei, um weißgares Leder herzustellen,
  • zum Leimen von Papier, um es tintenfest zu machen,
  • zum Härten von Gips und Gelatine,
  • zum Stillen innerer Blutungen und Durchfälle
  • zum Blutstillen bei Schnittwunden (Rasur)
  • als Deodorant

Alaun kommt in der Natur i.d.R. nicht als Mineral vor, sondern muss in mehreren Schritten aus Schwefel-führenden Gesteinen ausgelaugt werden. In Frage kommen dafür Braunkohlen oder Schwefelkies-haltige Alaunschiefer.

Das ehemalige Alaunwerk auf der Klausen

Bereits 1732 gab es in Hohenberg a.d. Eger die Braunkohlengrube "Freundschaft". Dort verbrannte man die Kohle und laugte sie anschließend zur Herstellung von Alaun aus. In Arzberg entstand 1765 eine Alaunhütte am Schachtweg "in der Biih" (= bei der Alaunhütte), die ihre Braunkohle ebenfalls aus Hohenberg bezog, jedoch bereits 1770 ihren Betrieb wieder einstellte.

Für das Gebiet der Klausen erwirbt der in Seußen ansässige Oberförster Balthasar Christoph Reiz die Mutungsrechte für die Zeche "Treue Freundschaft", die 1762 ihren Betrieb aufnimmt. Vor Ort entsteht ein Alaunwerk, in dem aus der Schwefelkies-haltigen Braunkohle bis 1837 (75 Jahre lang) Alaun produziert wird. Erwähnung finden die Schwefelkies-haltigen Braunkohlen allerdings schon in der von dem markgräflichen Bergrat Johann Wilhelm Kretschmann stammenden "Sammlung zu einer Berg Historia" als "Schefel Kieße von der Clausen, eine Stunde von Redwitz nach Arzberg zu, wobei eine Art Stein Kohlenn, so alaunisch seyn ...".

Eine erste Beschreibung des Alaunwerkes stammt von 1786:

"Das Werk besteht aus 2 Hauptgebäuden, wovon jedes 2 Stockwerke hoch ist. In denselben wird zu ebener Erde in 5 kleinen Blechpfannen die Lauge gekocht und in 5 größeren Bleipfannen abgekühlt [...]. Hinter dem Gebäude befindet sich eine Hütte mit 10 hölzernen Kufen verschiedener Größe, in welchen sich die Sole sammelt. 11 Personen liefern wöchentlich 8 Zentner Alaun und etwas rote Farberde". (Nach: J.K. Bundschuh, Geographisches Lexikon von Franken, Ulm 1799-1804).

Alexander von Humboldt und das Alaunwerk auf der Klausen

Alexander von Humboldt widmet dem Alaunwerk auf der Klausen 1792 einen ausführlichen Bericht. Er stellt darin fest, dass das Gestein, "aus welchem man hier den Alaun gewinnt, [...] weder Alaunschiefer noch Alaunerde, sondern wahre Braunkohle" ist. Die Lagerstätte des Flözes bezeichnet er als "überaus merkwürdig".

Aus Humboldts Beschreibung der Lagenstätte lässt sich der folgende geologische Aufbau ableiten:

  • Humus
  • 2 - 3 m Verwitterungslehm mit 37 - 42 cm großen Basaltkugeln
  • 4 - 5 m weiße und braune Letten
  • darunter (ab ca. 8 m) folgt das Braunkohlenflöz

Die Mächtigkeit des Flözes ist offensichtlich unbekannt, es soll jedoch noch in 42 m Tiefe erbohrt worden sein. Humboldt hält fest, dass die Lagerstätte im Nordwesten von Gneisen begrenzt wird (man findet sie in mehreren Aufschlüssen heute noch entlang des nördlichen Uferweges. In der Braunkohle beschreibt Humboldt "unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten [haben], und unverwitterte Schwefelkiese."

Der Beschreibung Humboldts zufolge erreichten die Bergleute das Braunkohlenflöz von der Oberfläche her über mehrere mit großem Aufwand gezimmerte Schächte. Über diese wurde das "mit dem Keilhauer Gewonnene durch Haspel herausgefördert." Der eigentliche Abbaustollen lag bis in 28 Meter Tiefe und hatte eine Länge von rund 220 Metern in südlicher Richtung. Der größte Teil des Stollens war ausgezimmert.

Zur Zeit von Humboldts Besuch arbeiteten 12 Bergleute auf der Grube, das Alaunsieden erfolgte nur während der wärmeren Jahreszeit. Das mit verwittertem und unverwittertem Schwefelkies durchsetzte Alaunerz, die Braunkohle, wurde auf die "Bühne" verbracht, ein aus Balken und Brettern bestehendes Bauwerk oberhalb der Grube, die mundartlich so genannte "Biih". Auf der "Biih" wurden die Braunkohlen vor der eigentlichen Alaunproduktion erst eineinhalb bis zwei Jahre gelagert, um dort zu "wittern". Danach beginnt das Auslaugen (12-15 Jahre!). Während der Lagerung und später beim Begießen und Wenden der Braunkohlen oxidiert der Luftsauerstoff den Schwefelkies (Pyrit) in der Braunkohle. Die dabei freigesetzte Schwefelsäure löst aus den tonigen Begleitsedimenten der Braunkohle Aluminium, Kieselsäure und Bitumen heraus. Diese Lauge wird in einen Schuppen nahe der Alaunhütte geleitet, wo sie in mehreren, im Boden eingelassenen Vorratskästen (1,50 m im Durchmesser, 1,20 m tief) zwischengelagert wird.

Im nächsten Schritt wird die Lauge in drei "Läuterpfannen" 36 Stunden lang "gesotten" (gekocht). Während des Siedens setzen sich die bituminösen Bestandteile und die Kieselsäure als teerartige Masse ab, die getrocknet schwarz-glänzend ist und einen muscheligen Bruch hat. Die geläuterte Lauge wird zum Abkühlen in größere Pfannen geleitet, danach in zwei Garpfannen unter Zugabe von Pottasche (Kaliumkarbonat) 24 Stunden eingedampft.

Humboldt nennt in seinem Bericht, dass wöchentlich 5 Zentner Alaun produziert werden. Der Holzbedarf dafür beträgt 10 Klafter. Humboldt bilanziert daraus die jährliche Produktion von 100 - 120 Zentner Alaun mit einem Holzverbrauch von 200 - 240 Klaftern (bei 5 - 6 Monaten Betrieb). Kritisch äußert er sich über den hohen Holzverbrauch, den er u.a. einer unsachgemäßen Befeuerung und falschen Bauweise der Pfannen zuschreibt.

Das "Püttnersche Alaunwerk" auf der Klausen

Humboldt benennt das Alaunwerk auf der Klausen als das "Püttnersche Alaunwerk". Es gehörte demnach der Kaufmanns- und Bankierfamilie Jakob Friedrich Püttner (1720-1798) aus Hof, die auch Eigentümer der Vitriol- und Alaunhütte "Goldene Adlerhütte" bei Wirsberg war. Dessen Enkel, Georg Friedrich Püttner, war Kommilitone Humboldts in Freiberg und übernahm später das Vitriolwerk bei Wirsberg und die Alaushütte auf der Klausen.

Hüttenmeister zur Zeit des Besuches von Humboldt war der Johann Christian Ullmann, "... ein sehr verständiger Mensch, aber ehemaliger Bermann aus Johanngeorgenstadt, der sich wohl besser auf Bergbau als Pyrotechnik verstehen mag." (Humboldt). Von 1808 an leitete das Püttnersche Alaunwerk der aus der Niederlausitz stammende August Reinsch (1778 - 1869), der ausgebildeter Apotheker war. Er war zuvor als Laborant auf der "Goldenen Adlerhütte" tätig. Reinsch übernahm nach dem Tod des Obersteigers J.C. Benker 1805 die Leitung der 1795 von Alexander von Humboldt in Arzberg gegründeten Bergschule. Reinsch übernimmt einige Jahre vor 1833 das Alaunwerk zu eigener Pacht. Für das Jahr 1829 werden noch 5 Bergarbeiter und 10 Alaunsieder genannt. Das Alauswerk wird 1833 von den Püttnerschen Gewerken an den Seußener Gutsbesitzer Christian Paul Aecker verkauft. Reinsch geht als "Berg- und Hüttenfaktor" (Verwalter) des Schwefelkiesbergwerkes am Silberberg nach Bodenmais (heute Besucher-Bergwerk).

Der Niedergang des Alaunwerkes auf der Klausen

Der neue Eigentümer seit 1833 des Alauswerkes, Christian Paul Aecker aus Seußen, betrieb das Werk nach einer Angabe von Carl Wilhelm von Gümbel nur bis zum Jahr 1837. 1834 heißt es in einem Text jedoch bereits, das sich " [...] sämtliche Grubenbaue der 'Treuen Freundschaft'bei Seußen ohne alle Beaufsichtigung und Unterhaltung befinden, wodurch eine sehr üble Gruben- und Hüttenwirtschaft [entstanden] ist". 1853 kam es durch das Bergamt zu einer "Freierklärung", da die Erben des mittlerweile verstorbenen Christian Paul Aecker den Verpflichtungen des Bergamtes nicht nachkamen.

Vom Alaunwerk zum Freizeitsee

1870 entsteht an Stelle der aufgelassenen Bergbaugrube der Klausenteich, jedoch wird die Staumauer durch ein Hochwasser im Juni 1913 zerstört. Erst 1935 wird der Teich durch den Klausenwirt Georg Sölch neu angelegt. Dieser wird 1912 zusammen mit seiner Familie als Bewohner des Gebäudes Nr. 1 des Anwesens "Treue Freundschaft" genannt. Im anderen Gebäude (1a) lebten sechs weitere Familien. Das von dem Ökonomen und Bierwirt Wirtshaus bestand bis zur Flutung des Feisnitzsee 1972/73 als Kühlwasserreservoir für das Braunkohlen-Kraftwerk Arzberg.

Tipps

Machen Sie einen Rundgang um den Feisnitz- bzw. Haid-Speichersee (Wegstrecke rund 2,2 Kilometer) oder besuchen Sie den 32 Meter hohen Aussichtsturm, die Waldenfelswarte, auf dem 633 Meter hohen Kohlberg. Von diesem haben Sie eine einzigartige Aussicht in das Fichtelgebirge, nach Böhmen und in die nördliche Oberpfalz (einfache Wegstrecke ab Parkplatz 1,6 Kilometer).

GEO-Tour Station 15: ARZBERG
Humboldt in Arzberg

Die Lagerstätten in Arzberg und Umgebung waren zurzeit Humboldts und darüber hinaus die ergiebigsten im Wunsiedler Revier. Abgebaut wurden die an den Wunsiedler Marmor gebundenen Eisenerze. Und dies bereits seit dem Mittelalter. Erst 1941 kam der Bergbau in Arzberg mit der Stilllegung der Zeche "Kleiner Johannes" zum Ende. Über die Geschichte des Bergbaus, das Wirken Alexander von Humboldts in Arzberg und die Geologie des Fichtelgebirges informiert die heute auf dem Gelände der ehemaligen Zeche bestehende Infostelle von Naturpark Fichtelgebirge und GEOPARK Bayern-Böhmen.

Entsprechend der Bedeutung von Arzberg hielt sich Alexander von Humboldt häufiger wohl auch in Arzberg auf, doch gibt es nachweislich nur wenige Briefe, die von hier stammen. Humboldt wohnte während seiner Aufenthalte in Arzberg im Müssel'schen Haus, dem heutigen Bergbräu. Eine Gedenktafel in der Hausfassade erinnert daran. Sie wurde bereits am 12. September 1880 dort angebracht. Der damalige Arzberger Bürgermeister gab bei der Einweihung der Gedenktafel das Versprechen, "dass er sowohl als auch alle seine Nachfolger dasselbe würdig für alle Zeiten schützen und der Nachwelt zum ewigen Andenken an den großen Gelehrten, auf den Deutschland, Europa, ja die ganze zivilisierte Welt stolz ist, erhalten wollen".

Wie in Steben richtet Alexander von Humboldt in Arzberg eine Bergschule ein. Ende Juni schrieb Humboldt von seinen Plänen an das Oberbergdepartement in Bayreuth. Man sei "dort oben in der Kultur zurück", und die Schule sei hier nötiger als irgendwo. Nach langem Suchen wäre die Wahl auf den Obersteiger Johann Caspar Bencker (†1805) als Schulleiter gefallen. Dieser sei ein verdienstvoller und sehr erfahrener Grubenbeamter, der gewiss auch als Lehrer einiges leisten würde. Im Herbst 1795 schreibt Humboldt in seinem Generalbericht über das Wunsiedler Revier, dass der Etat für die Schule bereits eingeplant sei. Begonnen wurde mit dem Unterricht jedoch erst 1796. Es handelte sich um eine Winterschule mit Unterricht von November bis Mai für "Bergjungen" ab dem 12. Lebensjahr. Weder in Arzberg noch in Wunsiedel ist allerdings ein Gebäude für die Bergschule nachweisbar. Es ist daher anzunehmen, dass der Unterricht in der Wohnung des Bergschullehrers abgehalten wurde. Im Jahr 1804 wurde die Arzberger Bergschule nach Goldkronach verlegt.

Lesen Sie hier die Textpassage aus Humboldts Generalbericht von 1795, in der er auf die geplante Bergschule in Arzberg eingeht.

Aus den Briefen und Berichten Alexander von Humboldts geht hervor, dass er in Arzberg häufig persönlich in die Bergwerke eingefahren ist. Schon während seiner Inspektionsreise 1792 besuchte er eine Reihe dieser Gruben:

"Die Gruben, welche ich befahren, waren Susannen-Glück und Goldkammer Fundgrube, Silberkammer Fundgrube, Anna Christiana Fundgrube, Gottes Geschick Fundgrube und Friedrich Christian Fundgrube. Die beiden Hauptgruben gehören dem Faktor Müßel, dessen Vater sein Vermögen dem Bergbau fast schon ganz aufgeopfert hatte, als er diese Werke aufnahm, welche ihm und den Nachkommen einen reichlichen Ersatz geben und die [Berg-] Baulust zu Arzberg aufs neue sehr rege gemacht haben".

St. Georg-Stollen im Röslautal

In seinem Generalbericht schreibt Humboldt auch über den St. Georg-Stollen im Tal der Röslau (= Gsteinigt). Konkret geht es um Verbesserungsvorschläge für den weiteren Ausbau des Entwässerungsstollens für die Arzberger Bergwerke (= Erbstollen). Über dem Eingang des 2008 wiederhergestellten Mundlochs stehen die Jahreszahlen 1722-1795-1817-2008. Sie kennzeichnen die wichtigsten Ausbau- und Sanierungsetappen des Stollens.

Der St. Georg-Stollen wurde 1722 im Tal der Röslau so tief wie möglich angelegt und bis 1727 bis zur Eisensteinzeche Morgenstein vorangetrieben. In einem Befahrungsbericht vom August 1770 wird erwähnt, dass der Stollen im Bereich der Zeche Morgenstern fast völlig verbrochen ist. Bis zur Grube "Gold- und Silberkammer" scheint er jedoch durchgängig gewesen zu sein. [3] Die Gold- und Silberkammer ist die wohl bedeutendste Grube des Wunsiedler Reviers.

Im Jahr 1817 wurde in dem Stollen erstmals eine "Wasserkunst" eingebaut. Darunter versteht man im Bergbau eine technische Vorrichtung zur Entwässerung von Grubenbauten. Diese wurde bereits von Alexander von Humboldt ins Gespräch gebracht. So schreibt Humboldt 1795 in seinem Generalbericht:

"Mein hartes Eindringen in den Faktor [= Unternehmer] Müssel, nach Vorschriften des B.[erg]Amts nun so zu bauen, daß die Gewältigung mit dem Kunstgezeuge möglich wäre [...]."

Im nächsten Satz heißt es:

[...] und hielt es für besser, jetzt loszubrechen, als eine so wichtige den Arzberger Bergbau allein erhaltende Arbeit verzögert zu sehen."

Für den Einbau einer Wasserkunst will Humboldt die technischen Voraussetzungen schaffen. So schlägt er zunächst die Beseitigung von Krümmungen im bestehenden Stollen vor.

"Bei einem so langen Gestänge, zu dem man sich ja ohnedies nur aus Noth verstehen mußte, weil kein anderes Mittel die Arzberger Gruben zu sichern übrig blieb, bei einem so langen Gestänge muß jede Krümmung vermieden werden."

Mit dem Einbau der Wasserkunst sollte es möglich werden, insbesondere die Abbausohlen der ertragreichen Gold- und Silberkammer Gruben tiefer zu legen. Erst nach Humboldts Weggang wird die technische Anlage 1797 bis ins Detail geplant. Umgesetzt wurde sie jedoch erst im Jahr 1817. Angetrieben wurden die eingebaute Wasserhebemaschinen (mit 20 Pumpwerken, verbunden über ein Gestänge im St. Georg-Stollen) durch ein unterschlächtiges Wasserrad im Röslautal. Der Schacht der Grube Gold- und Silberkammer konnte bis 1841 auf 120 Meter unter Gelände abgeteuft werden. Noch heute sind im Uferbereich die Reste der ehemaligen Radstube zu erkennen.

Lesen Sie hier Humboldts Originaltext zum Sankt-Georg-Stollen.

Der St. Georg-Stollen besteht noch heute. Während des 2. Weltkrieges diente ein Teil von ihm den Arzbergern zeitweilig als Luftschutzraum. Nach dem Krieg wurde das Mundloch verschlossen und war kaum noch als solches zu erkennen. Im Jahr 2008 wurde der Stolleneingang wieder freigelegt und nach der alten Aufnahme von 1913 in seiner heutigen Form saniert. Seit 2009 gehört das Gsteinigt mit seinen geologischen und montanhistorischen Zeugnissen zu den "100 schönsten Geotopen von Bayern".

Humboldt-Orte in Arzberg

Müssel-Haus / Bergbräu

Bei seinen Aufenthalten in Arzberg wohnte Alexander von Humboldt auf dem Kirchberg im Hause der Patrizierfamilie Müssel.

Infostelle Altes Bergwerk Kleiner Johannes

Die Infostelle befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Eisenerz-Bergwerkes Kleiner Johannes. Sie zeigt in mehreren Räumen einen Querschnitt durch die wichtigsten Gesteine und Mineralien des Fichtelgebirges sowie die Geschichte des Bergbaus in Arzberg. Auf dem Gelände befindet sich eine kleine Ausstellung mit Gesteinsexponaten aus dem Fichtelgebirge, der Nachbau der ehemaligen Förderanlage sowie ein Schaustollen. Eine 2017 ergänzte Ausstellung zur ehemaligen Specksteingrube Johannes bei Göpfersgrün ist nur zu besonderen Zeiten möglich.

Anschrift: Altes Bergwerk, Altes Bergwerk 1, 95659 Arzberg
Telefon: (0)9233 40 40 (Stadt Arzberg)
GPS: 50.059242, 12.192009

Öffnungszeiten der Infostelle:
Von Josefi (19.3.) bis Barbara (4.12.),
jeweils von 8 - 17 Uhr

Das Bergbaurevier Arzberg-Röthenbach

Die Verhältnisse im einstigen Arzberg-Röthenbacher Revier sind in der Monografie von Ernst Schmidtill (1963) ausführlich beschrieben. Die Lagerstätte, die an den Marmorzug gebunden ist, ist zwischen Röthenbach und Arzberg zweigeteilt in einen südlichen und einen nördlichen Erzzug (entsprechend zweier Marmorzüge). Das Profil der unten gezeigten Karte zeigt zwei voneinander getrennte Marmorlagen, die durch einen Phyllitrücken getrennt sind. Marmor und Phyllite fallen mit 70 - 80° nach Südwesten ein. Der Phyllitrücken ist bei Röthenbach etwa 60 Meter mächtig, östlich davon nur noch rund 30 Meter. Bei Arzberg ist er überhaupt nicht mehr vorhanden.

Mehr erfahren

Tipps

Volkskundliches Gerätemuseum Bergnersreuth

Das Museum Bergnersreuth ist ein Freilichtmuseum in einem alten Bauerngehöft. Neben den Dauerausstellungen zu den landwirtschaftlichen Geräten gibt es Abteilungen zur Bodenqualität und -bearbeitung. Original erhalten sind teils die Wohnstuben der ehemaligen Bewohner. Das Museum ist auch Station der GEO-Tour Boden des GEOPARK Bayern-Böhmen.

Anschrift: Wunsiedler Str. 14, 95659 Arzberg
Telefon: (0 92 33) 52 25
Internet: www.bergnersreuth.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: jeweils von 10-17 Uhr (Montg geschlossen)

GEO-Tour Station 16: STEINBERG / Steinhaus Thiersheim
Humboldt in Steinberg / Steinhaus Thiersheim

Humboldt, die Kohle und der Vulkan

Das Steinhaus liegt am Fuße des "Steinberg-Vulkans". Dieser gehört zusammen mit dem "Neuhauser Schloßberg" und dem bereits in Tschechien liegenden "Plattenberg" (Blatná) zu einem vulkanischen "Dreigespann" an der bayerisch-tschechischen Grenze. Zwischen dem Steinberg und dem Plattenberg hat sich die Eger in einem markanten Tal eingetieft.

Der Steinberg wird von Alexander von Humboldt im Zusammenhang mit der Suche nach Steinkohlen erwähnt. Der hohe Bedarf an Brennmaterial für das Montanwesen weckte schon vor Humboldts Amtszeit in Franken das Interesse der Bergbehörde an diesem fossilen Energieträger, doch war die Suche danach wohl eher unsystematisch. Humboldt stellt die Kohleprospektion auf neue Füße. Der Fokus lag dabei in den Gebieten zwischen Bayreuth und Kulmbach (Kulmbach/Kessel, Schlemme/Schlämm, Lanzendorf: Lettenkohlen/Keuper), Neustadt am Kulm (Lettenkohlen/Keuper) und in der Umgebung des Steinberges (Tertiär).

Am 22. Oktober 1794 schreibt Alexander von Humboldt an der Oberbergdepartement in Bayreuth:

"Da durch einzelne, unvollendete Versuche auf Steinkohlen bisher die Frage, ob wir bauwürdige Flöze im Lande haben, nicht entschieden und viel Geld versplittert worden ist, so hatte ich mich entschlossen, die Sache methodisch anzugreifen.[...] und gab ihm [dem Berggeschworenen Sievert] eine ausführliche Anweisung, alle Punkte, wo nur Sage oder Hofnung auf Steinkohlen wäre, einzeln zu untersuchen und ein Verzeichniß davon anzufertigen. Ich hielt es für ökonomisch wichtig genug, wenn man nur eine sichere Liste solcher Orte niederlegen könnte, wo nicht mehr zu suchen ist, statt dass man sonst immer auf dieselben Punkte zurückkehrt. Ich habe, indem ich dies Verfahren dem Hochl.[öblichen] K[öniglichen O.B. Dep. gehorsamst anzeige, die Ehre, den Anfang der Sieverschen Arbeit in der Anlage einzureichen, weit entfernt indes von der Besorgnis, dass alle Versuche, welche

bei Culmbach,
bei Lanzendorf und Schlemme,
unter den Basalten der Arzberger Refier und vielleicht bei Sulz im Ansbachischen anzustellen sind, gleich fruchtlos sein werden."

In einem weiteren Schreiben am 19. März 1795 schlägt Humboldt tiefere Bohrungen (20 - 24 Lachter, ca. 40 - 48 m) u.a. "an den Basalten des Wunsiedler Refiers" (am Steinberg) vor. Die Bohrung am Steinberg wird in der Folgezeit auch durchgeführt. Jedoch ohne einen erhofften Erfolg.

Im Herbst 1796 erreicht Humboldt eine Anfrage des Oberbergdepartements zu einer weiteren Erkundungsbohrung bei Kothigenbibersbach. Humboldt rät davon ab. Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut der Briefes Humboldts an das Oberbergdepartement.

Der Vulkan und der Basalt

Auch wenn es der Titel unserer Tafel suggeriert, Alexander von Humboldt sah im Steinberg keinen Vulkan. Dass es sich dabei um einen Basaltberg handelte, war ihm bewusst. Das geht aus seinen Briefen ans Oberbergdepartement hervor. Humboldt war während seine Zeit in Franken jedoch noch Anhänger der Lehrmeinung Gottlob Abraham Werners. Dieser war in Deutschland der wichtigste und einflussreichste Vertreter der "Neptunisten". Diese sahen im Basalt ein aus einem Urozean ausgefälltes Gestein, das in keinem Zusammenhang mit Gesteinsschmelzen oder Vulkanen stehen würde. Vulkane waren für die Neptunisten dagegen das Ergebnis im Untergund brennender Kohlelager. Humboldt maß daher dem Basalt des Steinberges keine besondere Bedeutung bei.

Tipps

Hutschenreuther Gedenkstein

Besuchen Sie den Carolus Magnus Hutschenreuther-Gedenkstein. Dieser erinnert an das Auffinden von Kaolin in der Nähe des Steins durch den Begründer der C. M. Hutschenreuther Porzellanfabrik in Hohenberg a.d. Eger (1822). Tatsächlich hatte ihm das Kaolin sein Verwandter und späterer Schwiegervater, der Oberförster Ernst Ludwig Reuß, bei einem Besuch in Hohenberg gezeigt. Hutschenreuther blieb in Hohenberg und richtete 1814 in Räumen der Hohenberger Burg, die ihm Reuß zur Verfügung gestellt hatte, eine Porzellanmalerei ein. Das Jahr 1814 gilt daher auch als Geburtsjahr der Porzellanindustrie im Fichtelgebirge. In Sichtweise zum Gedenkstein liegt eine ehemalige Farberde-Grube (mit kleiner Infotafel).

Geotop Heiligenberg

Über den "Mittelweg" ("M") erreichen Sie das auf der Nordostseite des Steinberges liegende Geotop "Heiligenberg". Dort können Sie die Basalte des Steinberges in anstehenden Felsen sehen. Von hier aus hat man auch eine Aussicht ins Egerer Becken.

© GEOPARK Bayern-Böhmen

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Lichtenberg

Faltblatt „Erlebnispfad Geologie und Bergbau“

Lilien am Mummelsee

Lilien am Mummelsee

Vom Mummelsee im Schwarzwald

Die Lilien

 

Im Mummelsee, im dunklen See,
Da blüh’n der Lilien viele,
Sie wiegen sich, sie biegen sich,
Dem losen Wind zum Spiele;
Doch wenn die Nacht herniedersinkt,
Der volle Mond am Himmel blinkt,
Entsteigen sie dem Bade
Als Jungfern ans Gestade.

 

Es braust der Wind, es saust das Rohr
Die Melodie zum Tanze,
Die Lilienmädchen schlingen sich,
Als wie zu einem Kranze,
Und schweben leis‘ umher im Kreis,
Gesichter weiß, Gewänder weiß,
Bis ihre bleichen Wangen
Mit zarter Röte prangen.

 

Es braust der Sturm, es saust das Rohr,
Es pfeift im Tannenwalde,
Die Wolken ziehn am Monde hin,
Die Schatten auf der Halde,
Und auf und ab, durch’s nasse Gras,
Dreht sich der Reigen ohne Maß,
Und immer lauter schwellen
Zum Ufer an die Wellen.

 

Da hebt ein Arm sich aus der Flut,
Die Riesenfaust geballet,
Ein triefend Haupt dann, schilfbekränzt,
Vom langen Bart umwallet,
Und eine Donnerstimme schallt,
Daß im Gebirg‘ es wiederhallt:
„Zurück in eure Wogen,
Ihr Lilien ungezogen!“

 

Da stockt der Tanz – die Mädchen schrei’n
Und werden immer blässer:
Der Vater ruft: „Puh! Morgenluft
Zurück in das Gewässer!“ –
Die Nebel steigen aus dem Tal,
Es dämmert schon der Morgenstrahl,
Und Lilien schwanken wieder
Im Wasser auf und nieder.


Quelle:
August Schnezler „Gedichte“, 2. Auflage, Creuzbauer und Kasper Verlag Karlsruhe, 1846.

 

Foto: Nuphar (Teichrose)

Lindenfels: Geologischer Rundgang

Der Geologische Rundweg verbindet die Bismarckwarte mit der Burg Lindenfels. Erfahren Sie Wissenswertes zum Steinabbau und zu Felsburgen und genießen Sie schönste Panoramablicke.

Der Geologische Rundgang stellt die abwechslungsreiche Geologie des Bergsträßer Odenwaldes vor. Wie und wo wurden Grabsteine gewonnen? Aus welchen Gesteinen sind die umliegenden Berge entstanden? Was hat das ehemals tropische Klima bewirkt? Und wie entstanden die eindrucksvollen Felsburgen und Felsenmeere des Vorderen Odenwaldes?

Dazwischen finden sich immer wieder tolle Ausblicke über Lindenfels mit seiner schönen Burg und das weite Weschnitztal. An einem Startplatz für Gleitschirmflieger kann man mit Glück beim Abflug zusehen.

Infomaterialien

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Lindenfels

Geologischer Rundgang – keine Infomaterialien vorhanden!

Lembach (F): Dichterweg

Löffingen: Gauchachschlucht

Die Gauchach entspringt südlich von Oberbränd, fließt bei Dittishausen und an Döggingen vorbei und mündet oberhalb der Wutachmühle in die Wutach.

Die eigentliche „Gauchachschlucht“ beginnt aber erst unterhalb von Döggingen, wo sich der Bach tief in das harte Muschelkalkgestein gefressen hat. Die Schlucht ist wegen der steilen Hänge und des schwierigen Zugangs in einem naturnahen Zustand geblieben. Die Hänge sind großenteils von Schluchtwäldern bedeckt. Auch der Bachlauf ist weitgehend naturbelassen, auch wenn er stellenweise noch die Spuren der Nutzung trägt.

Drei Mühlen trieb die Gauchach früher an: Die Guggenmühle, die Lochmühle und die leuchtend rote Burgmühle, deren Zukunft als Naturfreundehaus derzeit ungewiss ist. Der engere Bereich der Gauchachschlucht ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, der strengsten Schutzform, die das baden-württembergische Naturschutzrecht kennt. Damit wird ihr hoher landschaftlicher und ökologischer Wert gewürdigt.

Infomaterialien

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Gauchachschlucht

Keine Infomaterialien vorhanden.

Lembach (F): Dichterweg

Lombach: Schnapswanderweg

Entlang der Strecke mit 5 idyllisch gelegenen Stationen erfahren Sie Wissenswertes über Region, Fruchtsorten & Brennereiwesen.

Alle Edelbrände stammen aus der Brennerei Heinzelmann, direkt aus Lombach und werden aus regionalen Früchten gebrannt.

Die Tour ist mit einem Schnapsglas ausgeschildert.

 

Gut zu wissen

Die Schnapskisten (mit einem Zahlenschloss gesichert) können nur nach Anmeldung und Bezahlung vorab geöffnet werden. Man erhält dann einen Zahlencode.

Die Schnapskisten sind nicht das komplette Jahr bestückt. Genauere Infos erhält man bei der Familie Heinzelmann.

www.lombacher-schnapswanderweg.de

Wegstationen
Station 1: Schleheneckle

Auf einer kleinen Anhöhe finden Sie rechts die Station 1, das Schleheneckle, im kühlen Schatten des Waldes.

Station 2: Himbeersteigle

Weiter geht‘s auf dem geteerten Weg, bis zum Kalkhaldebrunnen. Über den Holzpfad erreichen Sie Station 2, das Himmbeersteigle, oberhalb des Brunnens im Rund der Quelle.

Station 3: Apfelbänkle

Den Wilkenbrand hinauf bis zur gleichnamigen Schutzhütte mit WC (Mai-Dezember).
Sie haben jetzt die Hälfte der Strecke erreicht! Der „Erdkühlschrank“ von Station 3, dem Apfelbänkle, befindet sich direkt rechts am Wegesrand, zwischen den beiden letzten Apfelbäumen mit Sitzgelegenheit.

Station 4: Mirabellenkistle

Nach der Abzweigung rechts bergab ins Türnenbachtal. Rechts am Waldrand, erwartet Sie Station 4, das Mirabellenkistle, in der hohlen Wurzel an der Himmelsliege.

Station 5: Vesperbänkle

300 m zurück bergab. Danach weiter durchs Tal und links in den Waldweg abbiegen. Nach dem kurzen Anstieg, rechts abbiegen. Sie erreichen die letzte Station 5, das Vesperbänkle, am Holzlagerplatz.

Infomaterialien

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Lombach

Lombacher Schnapswanderweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Nationalparkregion Schwarzwald – Freudenstadt

Lorch: Geologischer Rundwanderweg

Die Weinstadt Lorch am Rhein ist die westlichste Gemeinde Hessens. Der Ursprung der in Teilen noch erhaltenen Stadtbefestigung geht auf das 12. Jh. zurück. Aufgrund gefährlicher Stromschnellen am Binger Loch war Lorch im Mittelalter ein wichtiger Umschlagplatz für die Schiffstransporte auf dem Rhein. Die Waren wurden am Hafen an der Wispermündung ausgeladen und auf dem Landweg weiter über den sogenannten Kaufmannsweg von Lorch nach Rüdesheim und zurück transportiert. Auf diesem historischen Weg führt auch ein kurzer Teil des Geologischen Rundwanderweges.

Die kurze Rundtour führt rund um den im Jahr 2010 angelegten Welterbe-Weinberg über die Höhen oberhalb von Lorch. Anhand von Schautafeln und vor Ort bestehenden Gesteinsformen öffnet der Weg interessante Fenster zu geologischen und landschaftlichen Entwicklungen in ihrer Beziehung zu Kultur und Weinbau in der Region.

Kunstvoll gestaltete Exponate informieren über Erdzeitalter und Gesteine des Mittelrheintals. Ein Teil der 1,2 km langen Strecke verläuft auf dem berühmten Rheinsteig, der oberhalb von Lorch durch die Felsterrassen des Rheintals führt. Im „Welterbe-Weinberg“ wachsen 550 Riesling-Reben, die von Berufsschülern im Rahmen eines Unterrichtsprojektes in ehrenamtlicher Arbeit gepflanzt wurden.

Das Projekt soll über die Besonderheiten dieses Weinberges informieren und dabei das Bewusstsein für die Bedeutung der Rheingauer Kulturlandschaft im Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal stärken. Die Bewirtschaftung des Welterbeweinberges sowie der Weinausbau erfolgt durch Lorcher Winzer.

Textquelle: Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus, Wandermagazin

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Lorch

Faltblatt „Geologischer Rundwanderweg“

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Lorch

Geologische Verhältnisse im Raum Lorch am Rhein

Lörrach: Auf der alten Güterbahntrasse

Lörrach: Auf der alten Güterbahntrasse

Güterbahnanschluss Lörrach

Zwei Abschnitte eines Güterbahnanschlusses sind zu innerörtlichen (Rad-)Wegen hergerichtet worden, das Stück dazwischen als Anliegerstraße.

Einfache Streckenlänge

  • ca. 1,8 km (davon ca. 1 km auf der ehem. Bahntrasse)

Status, Beschilderung

  • kombinierter Fuß-Radweg bzw. freigeg. Fußweg; keine Wegweisung

Textquelle: Webseite „Bahntrasssenradeln“

Infomaterialien

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Alter Güterbahnanschluss Lörrach

Keine Infomaterialien vorhanden.

Lembach (F): Dichterweg

Loßburg: Mühlenwelt am Heimbach

Die Geschichte des Heimbachs und seiner Mühlen reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und ist verständlicherweise sehr bewegend. Mit dem Themenweg haben die Gemeinden Loßburg und Dornhan ein sehr informatives Angebot geschaffen, das Jung und Alt die Lebenswelten der Menschen am Heimbach auf 13 Thementafeln näherbringt.

Freuen Sie sich auf eine abwechslungsreiche, barrierefrei begehbare Wanderung entlang der „Lebensader“. Der Rundweg führt durch die malerische Heimbachaue zwischen Busenweiler und Betzweiler.

Schon früh setzte in den Orten Busenweiler und Betzweiler die Besiedlung ein. Ohne die intensive Nutzung des Wasserlaufs wäre dies so nicht möglich gewesen. Noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Heimbach wirtschaftlich genutzt. Zahlreiche Mühlen wurden vom Wasser des Heimbachs angetrieben. Wiesen und Felder wurden regelmäßig geflutet und so mit frischen Nährstoffen versorgt.

Die Menschen hier haben dem Heimbach also viel zu verdanken. Mit der „Mühlenwelt am Heimbach“ soll gezeigt werden, welche große Bedeutung der kleine Heimbach für die Menschen, die an seinem Ufer gelebt und gearbeitet haben, seit jeher hatte und dem Heimbach damit die Aufmerksamkeit zurückgeben, die er verdient.

Heute wird der Heimbach hauptsächlich zur Naherholung genutzt. Obwohl die wirtschaftliche Bedeutung des Heimbachs längst abgenommen hat, sind noch „Relikte“ aus dieser Epoche vorhanden. Die 13 Themenstationen erklären Geräte, Techniken aus dieser Zeit und beschreiben das oft karge Leben in dem rauen Klima hier in den östlichen Ausläufern des Schwarzwalds.

Der Mühlenweg erinnert in unserer globalisierten, digitalen und immer schneller werdenden Welt daran, wie das Leben vor gar nicht allzu langer Zeit hier war. Der Blick zurück lässt uns staunen, ist die Lebenswelt heute doch eine ganz andere. Und trotzdem können wir viel aus der Vergangenheit lernen.

Es finden regelmäßig geführte Wanderungen durch die Mühlenwelt statt. Für Gruppen werden auch gerne Führungen veranstaltet. Weitere Informationen auf www.lossburg.de unter Veranstaltungen.

Textquelle: Begleitbroschüre „Die Mühlenwelt: Zeitreise in eine alte Handwerkstradition“

Wegstationen
Station 1: Heimbachmühle
Station 2: Göpel
Station 3: Sägemühle
Station 4: Wasserrädle
Station 5: Grenzsteine
Station 6: Heimat- und Schindelstüble
Station 7: Ölmühle
Station 8: Bewässerung früher
Station 9: Wald
Station 10: Schilf in der Talaue
Station 11: Mühlgraben
Station 12: Getreidemühle | Obere Mühle
Station 13: Kollergang

Infomaterialien

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Loßburg Dornhahn

Faltblatt „Die Mühlenwelt: Zeitreise in eine alte Handwerkstradition“

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Loßburg Dornhahn

Begleitbroschüre „Die Mühlenwelt: Zeitreise in eine alte Handwerkstradition“

Ludwig Auerbach

Ludwig Wilhelm Auerbach (* 5. September 1840 in Pforzheim; † 22. Juli 1882 in Seelbach (Schutter)) war ein Kaufmann, Schmuckfabrikant und Dichter.

Der Nachwelt ist er vor allem als Textautor des Volksliedes O Schwarzwald, o Heimat bekannt.


Kindheit und Jugend

Ludwig Auerbach war der Sohn des Pforzheimer Schmuckfabrikanten Ludwig Wilhelm Auerbach senior und seiner Frau Karoline, geb. Hirtzel.

Der junge Ludwig besuchte in Pforzheim die Volksschule und das Gymnasium und offenbarte schon früh ausgeprägtes literarisches Talent. Seine ältesten bekannten Gedichte schrieb er als Zwölfjähriger. Mit sechzehn Jahren verfasste er das romantisch-historische Versepos Bellrem von Weißenstein, das 1860 sogar als Buch gedruckt wurde. Dem Gymnasiasten wurde von Großherzog Friedrich I. sogar ein Stipendium angeboten. Der Vater Auerbach jedoch verbot seinem Sohn Abitur und Studium. Stattdessen trat Ludwig Auerbach 1861 nach dem Willen seines Vaters eine Ausbildung als Kaufmann in der elterlichen Firma an, um später als Nachfolger deren Leitung übernehmen zu können.

Zeit als Schmuckfabrikant in Pforzheim

Mit dem Rückzug des Vaters in den Ruhestand 1867 wurde dieser Plan umgesetzt. Ludwig Auerbach übernahm gemeinsam mit seinem Schwager Georg Katz die gutgehende, nun als Auerbach & Katz firmierende Fabrik. In ihrer Blütezeit beschäftigte sie knapp hundert Arbeiter und produzierte vorwiegend für Abnehmer im Russischen Reich. Als wohlhabender Fabrikant ließ sich Auerbach eine repräsentative Villa bauen, unweit der Fabrik, aber auch günstig gelegen für Wanderungen in den von ihm geliebten Schwarzwald.

Während all dieser Zeit hatte Ludwig Auerbach im Privaten weiter seine dichterische Tätigkeit gepflegt und Freundschaften zu anderen Literaten wie Ferdinand Freiligrathgeknüpft, auch zu Wilhelm Ganzhorn hatte er Kontakt.

Nach Berichten von Angehörigen dichtete er 1873 auf einer Wanderung ins Würmtal sein Schwarzwälder Heimatlied, das unter dem Titel O Schwarzwald, o Heimat mehrfach vertont und zu einem der beliebtesten Volkslieder seiner Zeit wurde.

Die nach dem Deutsch-Französischen Krieg und der Reichsgründung durch französische Reparationszahlungenangeheizte Konjunktur in Deutschland brach ab 1873 zusammen, was auf die Pforzheimer Schmuckindustrie voll durchschlug. Auerbach senior war 1871 gestorben und erlebte nicht mehr mit, wie es selbst für die stark exportorientierteFirma Auerbach & Katz wirtschaftlich nun abwärtsging, was schließlich 1877 zum Konkurs führte.

Ludwig Auerbach stand nun vor dem wirtschaftlichen Ruin. Auerbach erhielt in dieser Zeit über einen Dichterfreund, dem Lahrer Bankier Friedrich Geßler, ein Angebot, die Leitung der Schutterfabrik im nahen Seelbach zu übernehm. Es wird oft vermutet, dass Auerbachs große Zuneigung zum heimatlichen Schwarzwald den Ausschlag für diese Entscheidung gab.

 

Übersiedlung nach Lahr und Seelbach und früher Tod

Nach einem großen Abschiedsfest in Pforzheim zog Auerbach mit seiner Familie zunächst in Geßlers Villa in Lahr ein. Im folgenden Jahr, 1878, zog Auerbach dann in ein als Wohnhaus hergerichtetes Nebengebäude der Seelbacher Fabrik  (am heutigen Standort Seniorenheim St. Hildegard), in die er den Rest seines Vermögens investierte.

Die Schutterfabrik verarbeitete Stroh zu einem Grundstoff für die Papierherstellung und entließ dabei große Mengen giftigen und übelriechenden Abwassers in den Fluss Schutter, wodurch paradoxerweise der so naturliebende Auerbach einen Großteil der Talbevölkerung gegen sich aufbrachte. Wirtschaftlich erfolgreich war die Fabrik auf Dauer jedoch nicht, denn das neu erfundene Verfahren, Holz zu Zellulose zu verarbeiten, setzte sie bald immer stärker unter Druck. In dieser Situation, in der sich ein zweiter Konkurs bereits abzeichnete, erlitt Auerbach auf einer Geschäftsreise einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er zurück in Seelbach wenig später starb.

Ludwig Auerbach wurde nicht ganz 42 Jahre alt. Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof bestattet, wo sein Grab noch heute erhalten ist. Lahrer Freunde stifteten ihm 1884 einen denkmalartigen Grabstein, auf dem eine Bronzeplakette Auerbachs Büste im Profil zeigt. Die Lahrer Freunde Geßler und Scherenberg sorgten auch 1889 für die posthume Veröffentlichung der Gedichtsammlung Aus dem Schwarzwald.

Auerbachs Frau Rosa und seine minderjährigen Kinder Rudolf und Hedwig blieben nach Ludwigs Tod in einer finanziell schwierigen Situation zurück. Die Witwe führte die Fabrik in Seelbach noch kurze Zeit weiter, kehrte dann aber mit den Kindern nach Pforzheim zurück.


Textquelle
: Wikipedia „Ludwig Auerbach“ (Abruf August 2026)

Das Leben von Ludwig Auerbach

1840: am 5. September in Pforzheim geboren.

1852: erstes Gedicht „Abendsonne“

1856: Epos „Bellrem von Weißenstein“

1860: Angebot von Großherzog Friedrich I. für ein Stipendium. Der Vater verbietet Auerbach das Abitur und Studium, stattdessen muss er eine Lehre als Kaufmann absolvieren und in die elterliche Schmuckfirma eintreten.

1867: Übernahme der erfolgreichen Pforzheimer Schmuckfabrik

1873: Dichtung des berühmten Heimatlieds „O Schwarzwald, O Heimat“

1877: Untergang der Firma. Auerbach übernimmt die Schutterfabrik in Seelbach

1882: Konkurs der Schutterfabrik zeichnet sich ab, Auerbach erleidet auf einer Geschäftsreise einen Herzinfarkt und stirbt am 22. Juli im Alter von 41 Jahren

1889: posthume Veröffentlichung der Gedichtsammlung „Aus dem Schwarzwald“

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O Schwarzwald, o Heimat

O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!
Wie locken das Herz deine schwarzdunkeln Höhn
Zum fröhlichen Wandern in Hochsommerzeit,
Zum Rasten in heimlicher Einsamkeit,
Im traulichen Mühlgrund, bei Quellengetön:

O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

 

O Schwarzwald, o Heimat, wohl hat mir die Welt
Mit köstlichen Wundern die Seele geschwellt:
Die lachende Ferne erschloss ihre Pracht,
Doch hab‘ ich in Liebe stets deiner gedacht,
Im Traum sah ich winken die schwarzdunkeln Höhn:

O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

 

O Schwarzwald, o Heimat, dein Rauschen erklang
Ins Träumen des Kindes, wie Wiegengesang,
Und später, da gabst du dein weites Revier
Zum Tummelplatz fröhlicher Spiele mir;
Die lauschigen Täler, die schauenden Höhn:

O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

 

O Schwarzwald, o Heimat, noch heut‘ füllt die Brust
Ein Nachklang der schwärmenden, brausenden Lust,
Mit der du die Stirn mir beim Maitrank bekränzt,
Wo Schönheit und Liebe den Becher kredenzt,
Bei Tanz und bei Liedern und Waldhorngetön:

O Schwarzwald, o Heimat, wie war das so schön!

 

O Schwarzwald, dein Zauber bleibt ewig uns neu,
Drum lieb‘ ich dich innig, dich lieb‘ ich getreu,
Und kommt einst mein Stündlein, bei dir nur allein,
Von dir überwölbt, will begraben ich sein,
Wo Waldvögel jubeln von frühroten Höhn:

O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön!

5
Ludwig Auerbach
Kaufmann und Dichter
*1840 †1882

Ludwigsstadt: „Geologie erleben“ – Vom Trogenbachtal zu den Schieferbrüchen am Eisenberg

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Der  Eisenberg mit der Aussichtsplattform am Schallersbruch bietet herrliche Ein- und Ausblicke in das einst größte Schieferbergbaurevier Bayerns.

Schiefer ist das Gestein des Jahres 2019. Rund um den Eisenberg bei Ludwigsstadt im Frankenwald gibt es zahlreiche Spuren eines einst regen Schieferabbaus. Ein geologischer Lehrpfad, der Geopfad Eisenberg, informiert über die Geologie und Bergbaugeschichte. Am Geopfad liegt auch der Schallersbruch. Mit seiner mehr als 40 Meter in die Tiefe ragenden Abbauwand, die von der Aussichtsplattform bestaunt werden kann, ist er der landschaftlich beeindruckendste Schieferbruch der Gegend. Bis zu 20 Arbeiter bauten dort jährlich 400 Tonnen Schiefer ab. Daher wurde der Schallersbruch vom LfU als „bayerischer Repräsentant“ auserkoren.

Während die Schieferbrüche langsam von der Natur zurückerobert werden, sind die Orte mit ihren blau-schwarzen Schieferdächern und -fassaden immer noch charakteristisch.

Als der Frankenwald vor rund 340 Millionen Jahren in der Karibik lag, lagerte sich in einem tropischen Meer feiner Ton ab. Er wurde später durch Druck- und Temperaturerhöhungen in Schiefer umgewandelt.

Wegbeschreibung

Den Schallersbruch erreicht man über den Geopfad Eisenberg aus verschiedenen Richtungen.

Bei einer Anreise mit dem Auto parkt man am Ortsende neben dem Hundesportplatz und geht zu Fuß einen Teil des Geopfades Eisenberg. Den Hundesportplatz lässt man dabei rechts liegen und folgt den Wegweisern „Geopfad Eisenberg“. Etwa auf halber Strecke überquert man eine beeindruckende Schieferhalde, die dem „Liebes Dachschieferbruch“ angehört. Auf der Halde befindet sich eine Infotafel mit Erläuterungen zum Bergbau. Man folgt den Wegweisern des Geopfades weiter bis zum Schallersbruch. Für den Rückweg kann man den Rundweg des Geopfades bis Ludwigsstadt folgen, oder man geht denselben, kürzeren Weg wieder zurück.

Bei einer Anreise mit der Bahn, erreicht man das Schiefermuseum Ludwigsstadt in nur wenigen Gehminuten. Dieses ist der Ausgangspunkt des Geopfades Eisenberg. Am Museum befindet sich eine Übersichtstafel mit dem Verlauf des Geopfades an dem sich der Schallersbruch befindet.

Infomaterialien

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Ludwigsstadt

„Geologie erleben“ – Vom Trogenbachtal zu den Schieferbrüchen am Eisenberg – keine Infomaterialien vorhanden!

Lichtenberg: Erlebnispfad Geologie und Bergbau Höllental

Ludwigsstadt: Geopfad Eisenberg

GEOPARK Bayern-Böhmen

Cesko-Bavorský GEOPARK

Aufbruch ins Erdinnere

Tajemstvi zemského nitra

Ausgehend vom Schiefermuseum Ludwigsstadt erläutert der ca. 5,5 km lange Pfad die Erdgeschichte rund um den Eisenberg nordwestlich von Ludwigsstadt. Eine Übersichtstafel, fünf Objekttafeln zu ausgesuchten Themenpunkten sowie 8 über Tomis-Audioguide abrufbare Wegepunkte (19-26) sind dazu entlang des Weges eingerichtet. Letztere schließen an die 18 im Inneren des Schiefermuseums installierten Punkte an.

Die Gewinnung und Verarbeitung von Dach- und Griffelschiefer war für lange Zeit die Lebensader des Ludwigsstadter Raumes. Sie ist somit ein fest verankerter Bestandteil der heimischen Kultur und Identität. Dennoch zeigt sich darin nur eine von vielen Facetten unserer lebhaften Ergeschichte. Schon ein  aufmerksamer Spaziergang durch Ludwigsstadt macht schnell ersichtlich, dass auch andere heimische Gesteine, insbesondere Diabas und Kalkstein, prägende Spuren im Ortsbild hinterlassen haben.

Ein sehr alter Erwerbszweig, der seit langer Zeit im Schatten der Dachschiefergewinnung steht und daher zusehends in Vergessenheit gerät, ist der historische Bergbau. Die zahlreichen Erze waren sicherlich ein wesentlicher Faktor für die Besiedelung der Mittelgebirgsregionen.

Erdgeschichte um Ludwigsstadt

Die Region um Ludwigsstadt ist Bestandteil einer geologischen Großstruktur, die als „Gräfenthaler Horst“ bezeichnet wird. In ihrem Zentrum, dem Gebiet um Gräfenthal, stehen besonders alte Schichtfolgen des tieferen Erdaltertums großräumig an der Erdoberfläche an. Wie alle anderen Gesteine der Region entstanden sie in einem weiten Meeresbecken, dessen Tiefe und Erstreckung sich im Laufe des Erdaltertums mehrfach veränderte.

Mit einem Alter von etwa 420 Millionen Jahren ist der Ockerkalk das älteste Gestein am Eisenberg. Er entstammt der Silur-Zeit. Das zweite markante Gestein dieser Epoche, der stark schwefelhaltige, schwarze Alaunschiefer, verwittert sehr schnell und ist daher kaum an der Erdoberfläche sichtbar. Eine besonders große Vielfalt erdgeschichtlicher Phänomene erschließen die Schichten des Devon-Zeitalters, die vor etwa 410 bis 360 Millionen Jahren entstanden. Dabei spielte der intensive untermeerische Diabas-Vulkanismus eine prägende Rolle. Er verwandelt das vormals einheitliche Meeresbecken in ein sehr mobiles System aus Schwellen, Untiefen und Beckenbereichen, das sich recht gut mit der heutigen Situation bei Island vergleichen lässt. Aus wirtschaftlicher Sicht hinterlassen die vulkanischen Eruptionen mit dem Diabas einen heute sehr begehrten Rohstoff.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, entstammen die Dachschiefer des Ludwigsstadter Raumes der tieferen Karbon-Zeit. Das Zeitalter des Unterkarbon ist maßgeblich geprägt von der sich allmählich ankündigenden „Variszischen Gebirgsbildung“. Wenig später – im Oberkarbon – wird sie das Meeresbecken anheben und die in ihm gebildeten Sedimente intensiv verfalten. Als Vorboten dieser massiven Anhebung gelangen bereits Schüttungen von abgetragenen Festlandregionen in das Meeresbecken. Da sich das Material unterschiedlich schnell auf den Meeresboden senkt, entstehen dabei Wechsellagerungen von groben Grauwacken und feinkörnigen Tonschiefern. In der „Teuschnitzer Mulde“, die von Ludwigsstadt bis an die Wilde Rodach reicht, werden heute mehrere hundert Quadratkilometer von Gesteinen dieser Zeit eingenommen.

Mit dem Ausbruch der „Variszischen Gebirgsbildung“ ist die erdgeschichtliche Entwicklung der Region noch längst nicht abgeschlossen. Das entstandene Hochgebirge ist bald wieder eingeebnet und weicht in erdgeschichtlich kurzer Zeit zunächst den Küstensümpfen der beginnenden Perm-Zeit und wenig später dem Zechstein-Meer. Erst in der Erdneuzeit, im Alttertiär vor etwa 60 Millionen Jahren, beginnt sich das heutige Thüringisch-Fränkische Schiefergebirge wieder spürbar anzuheben. In diese Zeit fällt auch die Entstehung vieler Erzvorkommen. Sie bilden sich an den Zerbrechungen, die mit den Hebungsprozessen einhergehen. Erst vor etwa 2 Millionen Jahren führt schließlich eine letzte Anhebung zur Entstehung des heutigen Mittelgebirges.

Textquelle: Naturpark Frankenwald e.V.

Wegstationen

Textquelle: Naturpark Frankenwald e.V.

Station 1: Tentakulitenschiefer

Der Tentakulitenschiefer ist ein typisches Gestein aus der Zeit des Unterdevons und

damit etwa 390 Millionen Jahre alt. Er erhielt seinen Namen von einer Fossilgruppe, die zu den Mollusken und demnach in enge Verwandtschaft zu den heutigen Schnecken gestellt wird. Die Tentakuliten lebten in großen Mengen – vermutlich als Schwärme – in den Ozeanen der Devon-Zeit.

Station 2: Schallersbruch

Über 40 Meter tief, wie eine Schlucht in den Eisenberg eingegraben, zeigt sich der Schallers

bruch als der landschaftlich wohl eindrucksvollste der drei großen Dachschieferbrüche am Eisenberg. Eine über den Bruchrand ragende Aussichtsplattform ermöglicht nunmehr den grandiosen Blick ins Innere. Der von Bäckermeister Heinrich Schaller aus Ludwigsstadt begründete Abbau wird 1889 begonnen. Ab 1904 entsteht vor Ort eine geräumige, nach der Technologie der Zeit konzipierte Spalthütte, die 1907 vollendet wird.

Station 3: Liebes Dachschieferbruch

Gustav Liebes Dachschieferbruch, kurz auch als „Liebesbruch“ bezeichnet, sticht Jahrzehnte nach seiner Stilllegung besonders durch seine gewaltige Halde hervor. Die Lage am Südhang des Eisenberges macht sie zu einer weithin sichtbaren Landmarke. Am sonnendurchfluteten Südhang des Eisenberges konnte sich über Jahrzehnte hinweg eine einzigartige Fauna aus mehreren Dutzend Arten von Moosen und Flechten etablieren.

Station 4: Oertelsbruch

In dem bereits durch die Schautafel zu „Bayerns schönsten Geotopen“ ausführlich geologisch beschriebenen Bruch wurde zusätzlich eine Erläuterung zu Werkzeugen und Arbeitsbedingungen im Schieferabbau vergangener Zeiten angebracht.

Station 5: Ehemalige Silberschmelze

Am Standort der ehemaligen Silberschmelze am heutigen westlichen Ortsrand von Ludwigsstadt werden Ausstattung und Funktion einer mittelalterlichen Saigerhütte sowie die ehemalige Bedeutung des Erzbergbaus um Ludwigsstadt erläutert.

ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken

Der in Berlin geborene Naturforscher und Forschungsreisende Alexander von Humboldt (1769-1859) war Universalgenie und Kosmopolit. Seine große Süd- und Mittelamerikareise von 1799 bis 1804 wurde als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Südamerikas gefeiert. Naturwissenschaftliche Disziplinen wie z.B. die physische Geographie, Klimatologie und Ozeanographie sehen in Humboldt ihren Begründer. Humboldt entwickelte als einer der ersten unser heutiges Verständnis des Zusammenwirkens der Kräfte in der Natur – die Ökologie, auch wenn der Begriff dafür erst später entstanden ist.  Nicht nur sein Alterswerk, der fünfbändige "Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung" machten ihn weltberühmt.

Alexander von Humboldt trat 1792, im Alter von 23 Jahren, seinen Dienst für den preußischen König als Bergmeister für Oberfranken an, wo er rastlos von Revier zu Revier reiste und sich um die vielen Gruben und Hüttenwerke der Region kümmerte. In Steben gründete er ohne Wissen seiner Vorgesetzten schon im Folgejahr eine Berufsschule für Bergleute. Zur Verbesserung der Arbeitssituation unter Tage entwickelt er eine Sicherheits-Grubenlampe und eine Atemmaske. Nach dem Tod seiner Mutter Ende 1796 finanziell unabhängig, verlässt er Ende des Jahres den Staatsdienst, um sich ganz der Forschung zu widmen. Ein einmaliges Forscherleben nimmt seine große Fahrt auf.

Die "GEO-Tour ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" zeigt an verschiedenen Standorten im Fichtelgebirge und im Frankenwald - jeweils Teilregionen der Geoparks Bayern-Böhmen und Schieferland - das Wirken des jungen Bergbeamten ALEXANDER VON HUMBOLDT im Dienste des preußischen Königs zwischen 1792 und 1796.

An 18 Standorten informieren Schautafeln über jeweils einen Aspekt.

Hier geht es zu den Stationen der GEO-Tour
"ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" (Tafelstandorte)

Die GEO-Tour "ALEXANDER VON HUMBOLDT in Oberfranken" ist unter Federführung des GEOPARK Bayern-Böhmen ein Gemeinschaftsprojekt von Geopark Bayern-Böhmen, Geopark Schieferland in Kooperation mit den Städten und Gemeinden Arzberg, Bad Berneck, Bad Steben, Bayreuth, Bischofsgrün, Geroldsgrün, Goldronach, Lichtenberg, Ludwigsstadt, Tettau, Thiersheim und Wunsiedel, unter Mitwirkung der Projektpartner Goldbergbaumuseum Goldkronach und Deutsches SCHIEFERTAFEL-Museum Ludwigsstadt.

GEO-Tour Station 1: LAUENSTEIN
Humboldt in Falkenstein

Humboldt im Amt Lauenstein

Alexander von Humboldt betritt das zum Bayreuther Fürstentum gehörende Amt Lauenstein am 12. Juli 1792 am Falkenstein. Es ist der Beginn seiner dreiwöchigen "Inspektionsreise" im Auftrag des Ministers Friedrich Anton von Heinitz. Humboldt schreibt:

Ludwigstadt, den 12. Juli 1792
Hinter (Probst-)Zella trat ich heute in das Bayreuthische Amt Lauenstein ein. Ein nackter hervorstehender Fels am Falkenstein bezeichnet die Grenze.[...]

Humboldt besucht zunächst den am Falkenstein liegenden "Stielerschen Hammer". Er hat an diesem jedoch noch ein recht reichhaltiges weiteres Programm: "Müllerscher Kupferhammer" bei Lauenstein, "Dittmarscher Eisenhammer"(heute Unter-Neuhüttendorf) und "Wernershammer" (heute Ober-Neuhüttendorf), ein Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (der heutige Oertelsbruch), die Fuchseisenfabrik, die alte Saigerhütte zu Ludwigsstadt, eine Löffelfabrik und das eingegangene Vitriolwerk in Katzwich bei Ebersdorf und einiges mehr. Humboldt resümiert, dass der Bergbau und das Hüttenwesen im amt Lauenstein eine wichtige Bereicherung für die Krone Preußens sein würde, sobald Streitigkeiten hinsichtlich der Mansfeldischen Lehen (u.a. Kaulsdorf mit dem Roten Berg bei Saalfeld) geklärt sein würden. Dort lagen wichtige Lagerstätten für Eisenstein (Siderit) und Kobalt

Besonders ausführlich beschreibt Humboldt noch am ersten Abend den Stielerschen Hammer.

Der Stielersche Hammer

"Zuerst nahm ich Stielers Hammer am Falkenstein in Augenschein. Er besteht aus dem oberen und unteren Hammer und hat 2 Blauöfen und 2 Frischfeuer. Das Werk, welches, da der Stielersche Konkurs noch schwebt, den Kreditoren gehört, wurde anfangs von dem Berg-Commissair Knieling administriert, und endlich an ihn verpachtet...."

Humboldt beschreibt, dass Knieling überlege, die Pacht aufzugeben oder das Werk zu kaufen, um es an seinen Sohn zu übergeben und um selbst sich ganz dem Bergbau in Naila zu widmen. Er schildert weiter, dass das in Stielers Hammer als auch in den benachbarten Hammerwerken verschmolzene Eisenerz (Eisenstein) aus Kamsdorf stammt. Im weiteren Verlauf des Berichtes schildert Humboldt ausführlich Bau- und Funktionsweise der Blauöfen, macht Angaben zu den erforderlichen Mengen an Kohlen, Flussmitteln, Erz sowie der Menge an damit gewonnenem Roheisen. Was ist ein Blauofen? Ein Blauofen ist eine Weiterentwicklung des Rennofens und ist bereits eine Entwicklungsstufe hin zu den späteren Hochöfen. Für ihren Betrieb werden bereits durch Wasserkraft angetriebene Blasebläge eingesetzt. Die Bezeichnung "Blauofen" leitet sich vom englischen Ausdruck "blow" (blasen) ab, wobei dies eher eine phonetische Übertragung als eine Übersetzung ist. Humboldt lässt sich ausführlich die Funktionsweise und die Vorteile der Blauöfen erläutern. Humboldt beschreibt auch den Stabhammer: "Ein Stabhammer wiegt hier 310-315 Pfund. Die Geschwindigkeit, welche man hier am vorteilhaftesten hält, maß ich auf 90 Schläge in 1 Minute."

Falkenstein (Geschichte bis 1945)

Der Stielers Hammer (auch Schreiders Hammer nach seinem späteren Besitzer) wurde von dem „Oberberg- und Hütteninspekteur“ Stieler 1765 errichtet. Dieser hatte 1757 bereits das Alaun- und Vitriolwerk Katzewich bei Ebersdorf erworben. Zeitweilig pachtete er auch den Wernerschen Hammer. 1766 erbaut Stieler das Blaufeuer, 1768 den Blechhammer und zwei Wohnhäuser. Schon bald gerät Stieler in finanzielle Nöte, das zugesagte Gelder nicht wie erhofft flossen und auch nicht genügend Kohlen zur Verfügung standen.

1775 (oder 1776) stirb Stieler und das Hammerwerk kommt in Zwangsverwaltung in als Pacht in die Hände des Bergkommissarius Knieling.

1799 wurd der vom Fröbershammer in Bischofsgrün stammende Ernst Christian Müller neuer Besitzer. Durch Erlass erhält Müller 1801 „Umgeldfreiheit von dem konsumierenden Bier“, worin sich vermutlich die Rechtsgrundlage für die spätere Entwicklung des Eisenhammers zur Brauerei, Gastronomie- und Hotelbetrieb begründet. Aufgrund des Erlasses errichtet Müller ein Brauhüttengebäude. Schon 1821 existiert ein Lokal mit Biergarten und Kegelbahn (bis 1825).

1809 kauf der vom Schwarzenhammer bei Thierstein stammende Nikol Heinrich Schreiter (Schreider) den gesamten Besitz, bestehend aus den beiden Eisenhämmern, den beiden Wohnhäusern mit Nebengebäuden, das Brauhüttengebäude sowie Grund und Boden). Der Schreiders Hammer erlebt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nun seine Blütezeit.

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts gehen die meisten Eisenhämmer in der Umgebung ein. Der Eisenhammer in Falkenstein hält sich jedoch bis 1875. Mit dessen Ende wird die vorhandene Brauerei mit dem bestehenden Ausflugslokal unter Isidor Schreider ausgebaut. Diese erleben mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Stockheim – Ludwigsstadt – Probstzella – Eichicht 1885 einen enormen Aufschwung. Nach dem Tod von Isidor Schreider 1897 übernimmt dessen Sohn Karl das Anwesen. Brauerei und Ausflugslokal werden zu einem weit nach Bayern und nach Thüringen hinein bekannten Unternehmen und Ausflugsort.

Falkenstein (Geschichte ab 1945)

Der Niedergang der "Bayerischen Bierbrauerei Karl Schreider" ist mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt. Historisch war die alte Landesgrenze Bayern-Thüringen der unter dem Ausflugslokal fließende Steinbach. In einem Grenzabkommen vom 3./4. Juli 1945 zwischen Sowjets und Amerikanern wurde der Grenzverlauf neu geregelt, so dass das gesamte Lokal sowie die Wirtschaftsgebäude der Brauerei Schreider in die amerikanische Besatzungszone fielen (sogenanntes "Bierdeckelabkommen").

Aufgrund der Randlage und des fehlenden Absatzmarktes in Thüringen musste der Betrieb der Brauerei 1968 eingestellt werden. 1987 wurde der Gebäudekomplex der Brauerei abgerissen, 1991 die alte Mühle. Der Gaststättenbetrieb wurde verpachtet und noch einige wenige Jahre fortgeführt.

Nach der Wende erwarb das Ehepaar Lenk das baufällige ehemalige Ausflusgslokal. Heute erstrahlt es als prvat genutztes Wohnhaus als "Villa Falkenstein" in neuem Glanz. Seit 2005 finden hier kulturelle Veranstaltungen stattf.

Am 12. Juli 2019, am 227. Jahrestag der Ankunft Humboldts in Franken, eröffnete der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz in der Villa Falkenstein die GEO-Tour Alexander von Humboldt in Oberfranken.

Tipps

Steinbach an der Heide

2,5 Kilometer ostsüdöstlich liegt Steinbach an der Heide, zu dem Falkenstein gehört. Das Dorf liegt hoch über dem Tal der Loquitz in einer Senke und bietet teils weite Fernsichten. Prägend ist die alte erhaltene Dorfstruktur und der in der Ortsmitte gelegene Dorfgarten, der in seiner Art einzigartig ist. Anstelle eines Dorfplatzes bildet dieser das Zentrum des Runddorfes.

Burg Lauenstein

Die Burg Lauenstein ist die nördlichste Burg Bayerns. Sie geht in ihrer Anlage bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sie wurde 1622 von Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth erworben und war seitdem Sitz des Amtmannes für das Amt Lauenstein. Heute ist die Burg im Besitz des Freistaates Bayern und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Thüringer Warte

Die Thüringer Warte ist ein 26,5 Meter hoher Aussichtsturm auf Gipfel des 678 m hohen Ratzenbergs. Der Turm liegt rund 200 Meter von der thüringisch-bayerischen Landesgrenze entfernt. Im Inneren informiert eine Dauerausstellung über die ehemalige innerdeutsche Grenze. Der Trum wurde 1963 errichtet.

GEO-Tour Station 2: LUDWIGSSTADT
Humboldt in Ludwigsstadt

Humboldt und der Schiefer

An seinem ersten Tag im Amt Lauenstein, am 12. Juli 1792, besichtigte Alexander von Humboldt auch den Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt. Dieser war damals jedoch nicht in Betrieb. Bei seiner Weiterreise am folgenden Tag in das Stebener Revier besuchte Humboldt die Schieferbrüche bei Lehesten und kam zu dem Schluss, dass die Lehestener Dachschiefer in der gleichen geologischen Formation liegen würden, wie die Ludwigsstädter. Er sah in einer Wiederaufnahme der Ludwiggstäder Brüche großes Potenzial für die wirtschafltiche Entwicklung im Amt Lauenstein. Der Oertelsche Dachschieferbruch gehört heute zu den "100 schönsten Geotopen" von Bayern.

Der Dachschieferbruch bei Ludwigsstadt (Oertelscher Bruch)

Der von Alexander von Humboldt bei Ludwigsstadt beschriebene Dachschieferbruch liegt am Edelhof, ca. einen Kilometer westlich von Ludwigsstadt. Nach seinem späteren Besitzer Ernst Oertel wird er heute als "Oertelscher Bruch" bezeichnet - nicht zu verwechseln mit dem Oertelsbruch bei Schmiedebach.

Eröffnet wurde der Dachschieferbruch 1779 als Dach- und Tafelschieferbruch. Der dortige Schiefer ist von guter Qualität, d.h., er spaltet gut und ist aufgrund eines nur geringen Pyrit-Gehaltes nicht "nägelfressend". Allerdings wurde der Abbau dadurch erschwert, dass die abbauwürdigen Lager in den Berg einfallen und daher große Abbraummengen anfielen. Ein Untertage-Abbau war zur damaligen Zeit - auch später als Eugen Oertel den Bruch erwarb - technisch noch nicht möglich. Humboldt hatte daher die Anlage eines neuen Bruches in einem anderen Tal vorgeschlagen. Aufgrund der Schierigkeiten beim Abbau erwarb Eugen Oertel verschiedene kleinere Brüche zwischen Lehesten und Schmiedebach (ebenfalls in der Folge als "Oertelscher Bruch" bezeichnet. Dieser entwickelte sich zur Wende des 19./20. Jahrhunderts zum größten Schieferbruch des europäischen Kontinentes.

Humboldt und sein Einsatz für den Ludwigsstädter Schiefer

Alexander von Humboldt sah in einer Wiederbelebung des Ludwigsstädter Schieferabbaus eine Möglichkeit, den Zustand des Bergbaus und Hüttenwesens im Amt Lauenstein zu verbessern. Dies geht nicht nur aus seinem Befahrungsbericht von 1792/1793 hervor, sondern auch aus Dokumenten "den Betrieb des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt betreffend, 1794 - 1802". In einem Schreiben vom 10. März 1794 an den König bittet Humboldt um ein Darlehn von 50 Gulden, um mit einer neuen Gewerkschaft den Bruch wiederzuleben. Darin heißt es:

Kaulsdorf auf Nailaer Revier den 10. März 1794
Der Oberbergmeister v. Humboldt bittet allerunterthänigst um ein Darlehen von Fünfzig Gulden zur Aufnahme des Dachschieferbruches bey Ludwigstadt.

Euer K.M. habe ich gewagt schon mehrmals den traurigen und nahrungslosen Zustand des Amtes Lauenstein allerunterthänigst vorzustellen. Von der Natur stiefmütterlich behandelt, unfähig sein eigenes Bedürfen an Korn und Fleisch zu befriedigen, kann es sich durch die Industrie seiner Bewohner doch kaum vor der Furcht einer allmäligen Verarmung sichern.

[...] Bey solchen Verhältnißen habe ich es mir zur Pflicht gemacht, solange mir die Direktion des Bergbaues in hiesigen Fürstenthümern anvertraut ist, wenigstens von meiner Seite alle Mittel aufzubieten, welche den Wohlstand der dürftigen, aber arbeitssamen hiesigen Volksklaße vermehren kann. [...] In der Nähe der Stadt Ludwigstadt wurde ehemals ein Dachschieferbruch betrieben, der einen dünnen, nicht Nägel freßenden sehr tauglichen Schiefer lieferte [...] und ein ansehnliches Gewerbe veranlaßte.

[...] Die widrigen natürlichen Verhältnisse des Bruchs / da die Schiefer ausfallen / mehr aber noch die völlige incuria der Nailaer Bergbeamten waren daran Schuld, daß die Gewerken ihr Unternehmen mit einem ansehnlichen Verluste aufgaben.

[...] Das Dekken mit Schindeln ist strenge verboten, Thon zu tauglichen Ziegeln ist nicht vorhanden und das Lehestener und Wurzbacher Produkt steigt bei abnehmender Güte jährlich im Preise, Ursache genung um zu dem Ludwigstädter Schieferbruch zurückzukehren!

Der Amtmann Fränkel zu Lauenstein, dessen unbegrenzte Thätigkeit und dessen Verdienst um den zunehmenden Gewerbefleiß der Unterthanen E.K.M. hinlänglich bekannt sind, will daher seinen bisherigen Verlust von ein paar Hundert Gulden gern verschmerzen, und mit einer neuen Gewerkschaft zusammentreten. Diese neue Gewerkschaft von dem Bergamte geleitet bedarf aber mäßig angeschlagen, eines Vorschußes von 150 fl. zur Aufnahme des Schieferbruchs.

Der kleine Fond an Bergbau-Hilfsgeldern der Nailaer Revier, von denen der Fried. Wilhelm Erbst.[ollen], die Königszeche betrieben werden soll, macht es mir unmöglich, mehr als 100 fl. für Schieferbrüche zusammenzubringen. 50 fl. denke ich aus dem Stücketat bis 1. Jan. 1794 und 50 fl. aus dem Etat 1794/5 zu bringen.

Darf ich es daher wagen E.K.M. noch um einen Zuschuß von fünfzig Gulden extra aus dem fond ad extraortinaria [Sonderfond] aller unterthänigst zu bitten.

Wird unser Unternehmen begünstigt, so wird die neue Gewerkschaft die 50 fl. in der Folge, doch unverzinst, herausgeben.

Kaulsdorf, d. 10. März 1794
A. v. Humboldt"

1798 wird der Abbau aufgrund der widrigen Abbauverhältnisse jedoch an anderer Stelle fortgesetzt. Diese liegt im Bereich der kleinen Baumgruppe links der heutigen Skilift-Trasse auf dem Anwesen Rosengasse 13. Da dieses Schieferlage jedoch bereits einer höheren geologischen Stufe im Kulm angehört und nicht so mächtig wie die Lehesten Vorkommen ist, wurde der Abbau hier auch bald wieder eingestellt.

Auch am Eisenberg liegen heute größere ehemalige Dachschiefergruben (u.a. Ferdinand- und Liebesbruch). Diese wurden um 1830 in Betrieb genommen. Die abgebauten Schiefer gehören der gleichen geologischen Formation wie die Lehestener Schiefer an.

Tipps

Deutsches Schiefertafelmuseum Ludwigsstadt

Ludwigsstadt war eines der Zentren der Schiefertafel-Fabrikation in Deutschland. Daran erinnert das 1981 Gründung zunächst in Steinbach an der Heide gegründete Museum, das sich seit 1993 in einem ehemaligen Fabrikgebäude direkt an der B 85 in Ludwigsstadt befindet. Zur Zeit gibt es die folgenden Dauerausstellungen: Geologie im Raum Ludwigsstadt und Thüringen, Geschichtliches zum Schieferbergbau, Arbeit im Schieferbruch, Arbeit in den Spalthütten, Schiefertafel- und Schiefergriffelherstellung, Wetzsteingewinnung aus Schiefer, Schieferwerksteine und elektrotechnische Isolierplatten aus Schiefer, Grabsteine und Kunstgewerbeartikel aus Schiefer, Schiefer als Rohstoff für die Industrie, Schieferdeckhandwerk, Sozialgeschichte der Schieferindustrie.

Internet: www.schiefermuseum.de

Geotop: Dachschieferbruch Oertelsbruch am Trogenbach

Das Geotop gehört zu den "100 schönsten Geotopen in Bayern". Lesen Sie Informationen hierzu auf den Internetseiten des Landesamtes für Umwelt hier.

 

Schieferpark Lehesten

Der Thüringische Schieferpark Lehesten ist ein historischer Schiefertagebau und ein technisches Denkmal mit einer Fläche von etwa 105 Hektar. Dort wurde zunächst in mehreren kleineren Brüchen seit etwa 1300 Schiefer abgebaut. Der sogenannte "Staatsbruch" war bis 1999 im Abbau. Dieser war einst einer der größten Schieferabbaue Europas, der seit 1920 staatlich betrieben wurde. Hier arbeiteten zeitweilig bis zu 2.500 Beschäftigte. Seit 2001 ist der "Staatsbruch" Naturschutzgebiet. Nach Beendigung des Schieferabbaus 1999 gründete die Vereinigte Thüringer Schiefergruben GmbH den heutigen Schieferpark Lehesten als Technisches Denkmal. Angeboten werden Hotel- und Ferienwohnungen, Führungen durch die denkmalgeschützten Industriegebäude sowie Vorführungen des historischen Schieferabbaus und die Bearbeitung des Schiefers. Ein Teil des Geländes ist jederzeit frei zugänglich. Mit Geopfad "Historischer Schieferabbau in Lehesten".

GEO-Tour Station 3: TETTAU
Humboldt in Tettau

Humboldt und das Porzellan

Die Königlich Privilegierte Porzellanfabrik Tettau feierte 1994 ihr 200jähriges Bestehen, doch endete die Produktion nach 225 Jahren Ende Mai 2019. Die Gründung der Porzellanfabrik wurde durch ein positives Gutachten Alexander von Humboldts ermöglicht. Humboldt sah nach dem Eingehen der meisten Eisenhämmer im Tettautal in der Porzellanfabrik eine neue Erwerbsmöglichkeit für die Bevölkerung. Die Concession zur Errichtung einer ächten Porzellain-Fabrik" hatten im Oktober 1793 der Porzellanfabrikant Georg Christian Friedmann Greiner und der Kaufmann Johann Friedrich Paul Schmidt gestellt. Der Lauensteiner Amtmann Johann Valentin Fränkel sowie der dafür zuständige Minister Freiherr von Hardenberg standen dem Antrag wohlwollend gegenüber, forderten jedoch Alexander von Humboldt zu einer Stellungnahme auf.

Das von Humboldt erstellte Gutachten ist heute nicht mehr erhalten. Lediglich ein Schreiben vom 9. April 1794 existiert, in dem Humboldt die Kgl. Oberforstmeisterei Lichtenberg auffordert, die Zuteilung der erforderlichen Brennholzmengen für die Porzellanfarik zu genehmigen. Dies war eine der grundlegenden Voraussetzungen, damit die Porzellanfabrik ihren Betrieb aufnehmen konnte.

Die Gründung einer neuen Porzellanfabrik in Tettau wird jedoch nicht von allen Seiten positiv gesehen. So versuchen sechs Glasmeister von Alexanderhütte mit Eingaben an die Kammer in Bayreuth diese zu verhindern. Die Glasmeister hatten 1785 die Konzession zum Bau einer Glasfabrik auf dem "Oberen Hammer" erhalten. Doch hatten zwischenzeitlich Schmidt und Greiner das ehemalige Thünaische Jagdschloss neben der Tettauer Kirche erworben und darin mit dem Aufbau der Porzellanfabrik begonnen. Am 28. Dezember 1794 wurde ihnen vom preußischen König die Konzession erteilt.

Vom Jagdschloss zur Porzellanfabrik

Das ehemalige Jagdschloss und ein inzwischen errichtetes Fabrikgebäude brannten 1897 nieder. Vom einstigen Jagdschloss ist nur noch der Eingang zu den Kellerräumen zu sehen, der sich unmittelbar neben der GEO-Tour-Infotafel befindet.

Die Porzellanfabrik blieb bis 1852 im Besitz der Familie Greiner. Danach wechselte das Unternehmen mehrmals den Eigentümer. Ab 1897 bis 1915 führt es die Bezeichnung Porzellanfabrik Tettau, vorm. Sontag & Söhne GmbH geführt. Zwischen 1899 bis 1901 entstehen auch neue Fabrikgebäude. 1915 wird das Porzellanunternehmen eine Aktiengesellschaft, 1957 eine GmbH innerhalb der Firmengruppe Seltmann Weiden.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Porzellanfabrik rund 200, während des 20. Jahrhunderts bis zu 600 Mitarbeiter. 2010 waren noch über 100 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. Dekore von Königlich Tettau stammen selbst von Künstler wie Paul Klee, Franz Marc und August Macke.

Tipps

Tropenhaus "Klein Eden" am Rennsteig

Das Tropenhaus "Klein Eden" ist eine Forschungs- und Aufzuchtstation mit exotischen Früchten und tropischen Speisefischen in Bio-Qualität. Auf einer Fläche von 3.500 m2 ist es auch ein Referenzprojekt für energieeffiziente Abwärmenutzung im Niedrigtemperaturbereich. Im Bereich der Forschung beschäftigt man sich insbesondere mit der Frage, welche tropischen Nutzpflanzen sich für den Anbau und die Produktion unter Glas in Mitteleuropa eigenen und wie sich Wachstums- und Produktionsprozesse für biologische Nahrungsmittel standardisieren und optimieren lassen.

Besucherhaus und Sonderausstellungen lassen sich individuell besuchen, das Forschungshaus inklusive der Technik und Fischzucht sind jedoch nur im Rahmen von Führungen möglich. Bitte informieren Sie sich über die entsprechende Internetseite der Einrichtung.

Europäisches Flakonglasmuseum Kleintettau

Der Geschichte der Glasherstellung, der Ansiedlung der Glasmacher in Kleintettau mit Gründung der Dorfglashütte und der Herstellung von Flakonglas- und gefäßen widmet sich das Europäische Flakonglasmuseum.

Internet: www.glasbewahrer.de

GEO-Tour Station 4: SCHAUBERG
Humboldt in Schauberg

Humboldt macht "Blau"

Die Blaufarbenfabrik Schauberg wurde bereits 1712 gegründet und war lange prägend für die Geschichte des Ortes. 1770 wird Christoph Samuel Pensel als Eigentümer genannt, so dass in späteren Schriften auch von der "Penzelschen Fabrik" die Rede ist.

Im "Fränkischen Archiv" wird 1790 über diese wie folgt berichtet:

Diese Fabrik ist nicht nur die einzige ihrer Art in den Brandenburgischen Landen in Franken, sondern auch eine der imposantesten derselben, idem sie bey gehörigem ordentlichen Betrieb und Absatz der blauen Farben oder Schmalten bey 40 000 fl. jährlich umsetzen kann. [...]

Die ohnlängst eingetrettene Acquisition des Rittergutes Kaulsdorff zur Lehens-Curie des Hochfürstlichen Brandenburgischen Hauses, kan dieser Blaufarbenfabrik einen schwunghafteren Betrieb geben, da auf dem Kaulsdorfer Bezirk die vortreflichsten Koboldtanbrüche sowol von der Chursächsischen Bergamtsrevier Großcamsdorff, als von dem Saalfeldischen sogenannten rothen Berg dahin streichen, und der Centner Koboldt erst vor 3 jahren zu 60 Rthl. verkauft worden ist. Da auch ausserdeme der regierende Markgraf zu Auffindung eines tauglichen Koboldts in den hiesigen Landen, einen Preiß von 100 Dukaten ausgesetzt hat, und auch würklich schon seitdeme verschiedene Anbrüche davon sowol in der Nailaer als Wonsiedler Bergamtsrevier erschürfft worden sind: so läßt sich vermuthen, daß diese Fabrik aus Mangel an Koboldten niemals kalt stehen darf.

Die Fabrik braucht jährlich 700 - 800 Klafter Holz und kann mehr als 2 000 Centner Farbe oder Schmalten machen, die meistens nach Ohlland auf dem Main und Rhein gehen."

Lesen Sie hier den vollständigen Text aus der genannten Schrift.

Mit dem Übergang der fränkischen Fürstentümer an das preußische Königshaus wurde auch die Blaufarbenfabrik Schauberg für Preußen interessant. Aus Mangel an Kobalt stand das Werk 1792 jedoch still. Erst nach Beilegung des Jahre lang schwelenden Konflikes um die Kobalterze vom Roten Berg bei Kamsdorf/Kaulsdorf konnte das Penzelsche Blaufarbenwerk wieder in Betrieb gehen.

Was ist Schmalte bzw. Smalte?

Smalte ist ein durch Kobaltoxid blau gefärbtes Kalium-Silikatglas (CoO – K2O – SiO2). Das Kobalt-Erz aus Kaulsdorf war der sogenannte „schwarze Erdkobalt“ (Asbolan), ein Co-Mn-Erz, das zur rosafarbenen „Kobaltblüte“ (Erythrin) verwittert. Die Mischung aus Kobalterz, Quarzsand und Pottasche ergibt im Schmelzofen das blaue Farbglas. Im erkalteten Zustand fein vermahlen, wird dieses Glas zur Smalte.

Smalte war zur damaligen Zeit ein begehrtes Farbpigment zur Herstellung blauer Porzellandekore und zum Färben von Gläsern.

Vom Blaufarbenwerk zur heutigen Keramik-Fabrik

Mitte 1815 beginnt Friedrich Pensel mit der Produktion von Porzellan und Fayencen in Schauberg. Ende 1816 erwerben die Brüder Balthasar und Friedemann Greiner aus Tettau das Werk und stellen 1817 endgültig auf die Porzellanfabrikation um. Nach mehreren Besitzerwechseln übernimmt der aus dem Sudetenland stammende Porzellanfabrikant Richard Rösler 1948 den Betrieb. Seitdem wird es als Unternehmen Rösler Porzellan und Keramik GmbH & Co. KG bzw. als Rösler Ceramtec GmbH bis heute fortgeführt.

Tipps

Rösler Ceramtec GmbH

Werksverkauf:
Montag bis Donnerstag von 07:00 - 15:00 Uhr
Freitag von 07:00 - 12:00 Uhr

Betriebsführungen für Reisegruppen gegen Voranmeldung

GEO-Tour Station 5: LICHTENBERG
Humboldt in Lichtenberg

Humboldt zieht Bilanz

Lichtenberg liegt zu Zeiten Humboldts im Bergamt (Revier) Naila. Es ist Humboldts "Sorgenkind". Der Bergbau liegt schon seit Jahrzehnten darnieder, viele Lagerstätten sind nahezu erschöpft. Trotzdem gelingt es Humboldt, einige Bergwerke wieder rentabel zu machen. Hier in Lichtenberg soll u.a. der Bau des rund einen Kilometer langen Friedrich-Wilhelm-Stollens die Lichtenberger Friedensgrube entwässern. Die Pläne dazu waren schon älter und stammen von Christian Ernst Trommler, früherer Bergrath im Revier Naila (siehe unten).

Schon zu Beginn des Jahres 1795 erwägt Alexander von Humboldt, den preußischen Staatsdienst zu verlassen. Am 27. Februar kündigt er in einem Schreiben an Minister von Heinitz an, dass er seine derzeitige Lage verändern wolle und im Begriff sei "fast alle öffentliche Verhältnisse aufzugeben". Als Heinitz darauf nicht reagierte (offensichtlich erreichte diesen das Schreiben erst verspätet), schrieb Humboldt an den preußischen König selbst und bat diesen um Entlassung aus seinem Dienstverhältnis. Unter diesem Eindruck verfasst Humboldt am 28. April 1795 während seiner Generalbefahrung des Reviers Naila seinen Befahrungsbericht. Dieser fällt sehr ausführlich aus, da Humboldt ihn bereits als Übergabebericht für seinen Nachfolger verfasst. Er legt in diesem dar, welche wichtigen Maßnahmen er in diesem Revier durchgeführt bzw. in die Wege geleitet hat, charakterisiert seine Mitarbeiter und gibt seinem Nachfolger Hinweise für das weitere Vorgehen.

Lesen Sie hier den Beginn des Generalberichtes von 1795.

Humboldt gliedert seinen Bericht wie folgt:

Durch Anklicken der fett geschriebenen Begriff öffen Sie eine ausführliche Kommentierung von Humboldts Texten in einem separaten Fenster. Die Einträge werden erst nach und nach gefüllt.

Friedrich-Wilhelm-Stollen

Der Friedrich-Wilhelm-Stollen wurde 1793 von Alexander von Humboldt als Erbstollen projektiert und 1794 in Angriff genommen. Erbstollen bedeutet, dass der Stollen der Entwässerung vornehmlich der Friedensgrube in Lichtenberg dienen sollte. Humboldt verfolgte dabei aber auch das Ziel, weitere Erzvorkommen zu erschließen. Andererseits wird vermutet, dass Humboldt bereits mit der langen Bauzeit für den Stollen gerechnet haben soll und in diesem vor allem auch eine lange „Arbeitsplatzgarantie“ für die Bergleute gesehen haben könnte. Fertiggestellt wurde der Stollen unter erheblichem finanziellem Aufwand erst im Jahr 1831 nach einer Bauzeit von 38 Jahren. Der Vortrieb des Stollens wurde jedoch mehrmals unterbrochen.

Der Stollen wurde sehr aufwändig aufgefahren, so ist er für die damalige Zeit ungewöhnlich breit ("dass zwei Männer bequem nebeneinander gehen können"1) und hoch ("mehr als Mannshöhe" 1; 2,50 Meter). Angeblich soll an einen Abtransport von Gestein und Erzen mit Booten gedacht worden sein.

Im Frühjahr 1795 ist der Stollen bereits „"volle 60 Lr. [Lachter]"(ca. 120 Meter) weit vorgetrieben, so Humboldt in seinem Generalbericht. Doch geht danach der Bau nur schleppend voran, da sich das zu durchfahrene Gestein als überaus widerstandsfähig erweist. 1808 erreicht der Stollen eine Länge von rund 700 Metern. Zum Jahresende stellte man den Vortrieb jedoch zunächst ein, da die Rentabilität im Hinblick auf die fast gänzlich abgebaute Friedensgrube nicht mehr gegeben zu sein schien. Spätestens 1819 scheint es mit dem Bau des Stollens weitergegangen zu sein. Am Ende hatte der Friedrich-Wilhelm-Stollen eine Länge von 975 Metern erreicht.

Bereits während des Baus des Friedrich-Wilhelm-Stollens wurden mehrere Erzgänge (Eisen, Kupfer) durchquert. Mit deren Abbau begann man jedoch erst nach Fertigstellung des Abbaus. Es wurden folgende Gangzonen angefahren (Quelle: mineralienatlas.de):

  • bei 309,5 Meter - Gang Nr. I (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
  • bei 321 Meter - Gang II (Pyrit/Schwefelkies, Quarz), 60- 90 cm mächtig
  • bei 435,5 Meter - Gang Nr. III (wenig Kupferkies in Kalkspat, Quarz), 46 cm
  • bei 592 Meter - Gang IV (derber Kupferkies, Quarz und Kalkspat), bis 15 cm mächtig
  • bei 627 Meter - Gang V („Gang Eleonore“; Kupferkies, Kalkspat, Quarz), 18 bis ? 52 cm mächtig.

Auf der Strecke zwischen 628 und 743 Metern werden weitere vier Gänge angefahren, die jedoch alle sehr geringmächtig und kaum erzführend sind. Nach 968,5 Metern wird bereits im Bereich der Friedensgrube der "Friedensgruber Gang" (Gang X) angefahren, der hier jedoch nur als Kalkspat-führende Kluft entwickelt ist. Über den "Kotzauer Schacht" und einen Querschlag wird ein Zugang zur 37 Meter über der Sohle des Friedrich-Wilhelm-Schachtes zum Friedensgrubener Gang geschaffen.

Der Betrieb des Friedrich-Wilhelm-Stollens währt nur bis 1857. Erst rund 100 Jahre später wird er für den Abbau von Flussspat für nochmals rund zehn Jahre in Betrieb genommen.

Das Besucher-Bergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen

Der Friedrich-Wilhelm-Stollen ist seit 1995 als Besucherstollen auf gut 200 Metern Länge wieder begehbar. Danach verhindert ein Verbruch das Weiterkommen, doch arbeitet der das Besucher-Bergwerk betreibende Förderverein daran, weitere Streckenabschnitte begehbar zu machen. Zumindest ist ein Durchbruch zum hinteren Teil des Stollens bereits erfolgt.

Das ehemalige Zechenhaus dient bereits seit Schließung des Bergwerkes 1857 bis heute als Gaststätte. Webseite zum Besucher-Bergwerk: www.friedrich-wilhelm-stollen.de

Tipps

Infostelle Naturpark Frankenwald

Die Infostelle des Naturparks Frankenwald befindet sich im alten Bahnhofsgebäude Blechschmidtenhammer, nur wenige Meter vom Besucher-Bergwerk bzw. der GEO-Tour-Tafel entfernt. Dort erhalten Sie nicht nur Informationen zum Naturpark, sondern auch zum Geopark Schieferland.

Webseite: www.frankenwald-tourismus.de

Naturlehrpfad Höllental

Rundweg von ca. 5 Kilometern Länge durch das wildromantische Höllental vorbei an Bergbaurelikten (z.B. Rebecca-Stollen), sehenswerten Felsen und zur Quelle des Höllensprudels in Hölle. Start ist am Naturpark-Infozentrum.

GEO-Tour Station 6: BAD STEBEN
Humboldt in Bad Steben

Humboldt macht Schule

Am 8. Juni 1832 wurde Steben der Titel "Königlich Bayerisches Staatsbad" verliehen und trägt seitdem den Namen Bad Steben. Bedeutung hatte Steben zuvor als Zentrum des Bergbaus im Frankenwald. Bad Steben ist ein günstiger Ausgangsort für Entdeckungen auf Alexander von Humboldts Spuren im Revier Naila.

Steben war während seiner fränkischen Zeit für Humboldt mehr als "nur" ein Aufenthaltsort, in dem er sich bei seiner Anwesenheit im Bergamt Naila häufig aufhielt:

Steben hat einen so wesentlichen Einfluss auf meine Denkart gehabt, ich habe so große Pläne dort geschmiedet, mich dort so meinen Gefühlen überlassen, [...] war dort besonders im Winter 1794 und Herbst 93 in so einem immerwährenden Zustand der Spannung, dass ich des Abends nie die Bauernhäuser am Spitzberg in Nebel gehüllt und einzeln erleuchtet sehen konnte, ohne mich der Tränen zu enthalten. Diesseits des Meeres finde ich mir so einen Ort nicht wieder!"

Brief Alexander von Humboldts an Karl Freiesleben, 14. Dezember 1795

Der Name Steben ist vor allem mit der Einrichtung der Bergschule im November 1793 verbunden. Sie ist eine der ersten Berufsschulen überhaupt. Vorbild war für Humboldt die bereits 1777 in Freiberg in Sachsen gegründete Bergschule. Im Gegensatz zur dortigen Schule, die insbesondere der Ausbildung des gehobenen Führungspersonals im Bergbau diente, stand die Bergschule Steben allen Bergleuten offen bzw. allen Jungen, die den Beruf eines Bergmannes erlernen wollten.

Zu den Sehenswürdigkeiten in Bad Steben mit Bezug zu Alexander von Humboldt gehören:

  • "Humboldt-Haus" in der Badstraße 2 (Privatbesitz, daher keine Besichtigung)
  • Rathaus (ehemaliges Schulhaus)
  • "Altes Bergamt" (seit 1966 allerdings nur das Nachfolgehaus mit Hotel "Altes Bergamt")
  • Humboldt-Büste im Kurpark
  • Kurpark mit ehemals elf Bergwerken
  • Erzrevier Obere Mordlau.

 

Humboldt-Haus (Badstraße 2)

Das 1781 erbaute "Humboldt-Haus" ist heute noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Es wurde in den vergangenen Jahren aufwändig saniert, ist als Privathaus jedoch nicht öffentlich zugänglich. Neben der Eingangstür erinnert eine Gedenktafel an die Anwesenheit Alexander von Humboldts in den Jahren 1792 bis 1795 in diesem Hause. Die Tafel wurde anlässlich des 100. Todestages Humboldts gestiftet. Das Gebäude war ursprünglich das markgräfliche Jagdhaus. Erbauen ließ es der markgräfliche Wildmeiser Johann Leonhard Och, dessen Initialien sich über der Eingangstür finden.

Ehemaliges Bergamt (Badstraße 6)

Das Gebäude des einstigen Bergamtes besteht heute nicht mehr. Es wurde 1966 abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Der Name des nicht mehr bewirtschafteten Hotels "Zum alten Bergamt" erinnert noch daran. Erbaut wurde das Haus als erstes staatliches Kurhotel ("Bade- und Traiteurhaus") 1784 auf Veranlassung des Landeshauptmannes Philipp Ludwig von Weiterhausen. Das Gebäude wird tatsächlich nicht genutzt und steht jahrelang leer, da für die Aufnahme begüterter Gäste Stallungen nicht vorhanden sind und den Pächtern die Viehhaltung untersagt wird. 1796 zog in das Gebäude das Bergamt ein und 1806 wird auch die Bergschule aus dem heute als Rathaus genutzten Haus hierher verlegt.

Humboldt-Büste (Kurpark in Richtung Badstraße)

Die im Kurpark aufgestellte Büste von Alexander von Humboldt stammt von den Steinmetzen Uli und Michael Baumgärtel aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Diese schufen die Büste im Jahr 2007 im Rahmen des 1. Internationalen Biedermeiertreffens im Bad Stebener Kurpark vor den Augen zahlreicher Zuschauer. Gestiftet wurde die Büste durch private Sponsoren anlässlich des "175-jährigen Jubiläums Staatsbad Bad Steben" in Erinnerung an den wohl bekanntesten Bewohner des Ortes. Die Idee dazu hatte der ortsansässige Geschichtsverein.

Die Büste zeigt den Kopf Alexander von Humboldts, ruhend auf drei Bänden seines berühmten Werkes "Kosmos". Als Naturwerkstein wurde ein Sandstein verwendet ("Buntsandstein").

Rathaus/ehemals Bergschule (Hauptstraße 2)

Das Gebäude des heutigen Rathauses hat eine wahrlich umfangreiche Geschichte. Wann es erbaut worden ist, ist nicht bekannt. Ende des 18. Jahrhunderts wohnte hier der "Berggeschworene", also ein Beamter des Bergamtes, dem die Aufsicht über den Bergbau in einem Teil des Bergamtsbezirkes oblag. Im November 1793 eröffnete in diesem Gebäude Alexander von Humboldt die Bergschule - dies ohne das Wissen seiner Vorgesetzten. Erst mit seinem "Pro Memoria" vom 13. März 1794 meldet er dem Oberbergdepartement in Bayreuth die Gründung der Schule. Als Lehrer setzt Humboldt den Berggeschworenen Georg Heinrich Spörl ein. Dieser unterrichtet die Jungen ab 12 Jahren in seinem Zimmer, einem großen hellen Raum, das vermutlich im Südteil des Gebäudes lag.

Die Bergschule zog 1806 in das leerstehende "Bade- und Traiteurhaus" in der Badstraße um. 1823 wurde in dem nun frei gewordenen Gebäude durch den Berggeschworenen Spörl und den Landphysikus die ersten Moorbäder in Steben verabreicht. Vermutlich wurden die Moorbäder im heutigen Ratskeller verabreicht, dies bis zur Fertigstellung des "Klenzebaus" im Jahr 1838.

1856 wurde das Anwesen mitsamt dem Gebäude verkauft und als Fabrikgebäude des Appels Spielwaren-Unternehmens verwendet. Nach Schließung der Fabrik diente das Gebäude als Wohnhaus, die Ratskeller als Freibank zum Verkauf des Fleisches von notgeschlachtetem Vieh. 1928 erwarb die Gemeinde das Haus und baute es zum Rathaus um.

Der "Gesundbrunnen zu Steben" / Das Staatsbad Bad Steben

Zu Zeiten Humboldts waren die Stebener Quellen bereits bekannt. Schon 1690 erschien ein erster wissenschaftlicher Bericht von dem Hof- und Stadtmedikus Gottfried von Stein. 1784 wurde ein erstes Badehaus errichtet, das "Bade- und Traiteurhaus", in dem 1806 das Bergamt Steben untergebracht wurde. Der Badebetrieb entwickelte sich vor allem mit dem Verkauf der Stebener Quellen für 600 Gulden an das Königreich Bayern 1832. König Ludwig I. (1825-1848) befasste sich höchstpersönlich mit den Plänen für einen Ausbau der Kuranlagen. 1838 wird das erste Kurhaus, errichtet nach den Bauplänen des König Ludwigs Hofarchitekten Leo von Klenze, eröffnet. In diesem findet sich heute die Touristinformation sowie die Trinkhalle.

Eine Beziehung des Stebener Quellen zu Alexander von Humboldt gibt es nur sehr indirekt. Der von ihm eingestellte erste Lehrer an der Bergschule, der Berggeschworene Georg Heinrich Spörl (1764-1830), war später für den "Gesundbrunnen zu Steben" verantwortlich. Von ihm stammt u.a. auch eine im Jahr 1810 erschienene Beschreibung der Quellen mit einem Rückblick auf deren Geschichte. Das Titelblatt weist ihn als "Berggeschworenen und ersten Lehrer an derKöniglich freien Bergschule zu Steben" aus. Finden Sie das Buch von Georg Heinrich Spörl im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek digital hier.

GEO-Tour Station 7: GEROLDGSGRÜN
Humboldt in Geroldsgrün

Humboldt und der "Alte Mann"

Ein "Alter Mann" ist im Bergbau der Teil eines Bergwerkes, der schon in einer früheren Phase des Bergbaus abgebaut wurde. Oft wurden die alten Abbaue verfüllt oder sich selbst überlassen, so dass sie verstürzten, unzugänglich und vergessen wurden. Dies birgt dann große Gefahren für die späteren Bergleute.

Im Sommer 1793 - nur kurze Zeit nach dem Dienstantritt Humboldts im Oberbergdepartement in Bayreuth - ereignete sich im Bergwerk "Friedlicher Vertrag" bei Geroldsgrün ein Grubenunglück im Zusammenhang mit dem Einbruch eines älteren, unbekannten Stollens. Dieser mit Wasser geflutete Stollen war durch einen neuen Stollen unterfahren worden, so dass der ältere Stollen einbrach und den darunterliegenden mit Unmengen an Wasser und Schlamm flutete. Humboldt eilte umgehend von Kaulsdorf zum Unglücksort. Gottseidank geschah der Gebirgsbruch in der Nacht, so dass niemand zu Schaden kam.

Humboldts Besuch des alten Bergbaus bei Dürrenwaid 1792

Alexander von Humboldt besucht das alte Bergbaugebiet um Dürrenwaid bei Geroldsgrün im Rahmen seiner Inspektionsreise 1792 am 16. Juli. In seinem einleitenden Text erwähnt Humboldt, dass es um Dürrenwaid vier Roteisensteingruben (Siderit) gibt: "Vogel Strauß", "Bergmännisch Glück auf", "Glück halt an" und "Frisch Glück".

"Den heutigen Tag wandte ich an, um die roten Eisensteingruben zu befahren und die Spuren des alten Bergbaus bei Dürrenwaid p. zu besichtigen."

Wie an den Tagen zuvor ist Humboldts Programm wieder reichlich. Er besucht die folgenden Bergwerke und Gruben (vgl. Lage in der nebenstehenden Karte im Bayernatlas):

  • Vogel Strauß Fdgr.
  • Friedlicher Vertrag Fdgr.
  • Schwarzer Mohr Erbst.
  • Gevattergraben
  • Hoher Ofen zu Marxgrün

Die Beschreibungen der einzelnen von Humboldt besuchten Grubenbauten sind sehr fachlich formuliert. Er charakterisiert neben Fördermengen, die geologische Struktur der Gruben und der Lagerstätten (soweit bekannt). Interessant ist die folgende Passage über den Besuch des offensichtlich aufgelassenen Bergwerkes "Schwarzer Mohr":

"[...] An der Dürrenwaider Stufe aus dem Trommlerschen Kabinette1) ist keine Gebirgsart2) zu sehen, so wenig, als an den derben Bleiglänzen im Markgr. Kabinette zu Bayreuth. Man erkennt bloß Quarz als Gangart daran.
Dagegen ist ein 16 Mark3) wiegender silberner Becher in Gestalt eines Birnbaums mit einer großen Birne in jenem Kabinette vorhanden, ein Becher, welcher, wie die Inschrift besagt, 1538 aus dem ersten Dürrenwaider Silber verfertigt wurde. Die Gestalt ist eine Anspielung auf die Geschichte der ersten Entdeckung dieser Silbergrube. Ein Bauer, der auf einen Birnbaum stieg, verlor sein Hackemesser, welches den silberführenden Gang, in dem es in die Erde hieb, entblößte."

1) Christian Ernst Trommler (1719-1788) wurde 1748 Bergmeister für das Revier Naila, seit 1766 Bergrat, leitete 1762 bis 1772 das Nailaer und das Wunsiedler Revier. Trug eine zu seiner Zeit vielbeachtete Mineraliensammlung einheimlischer Fundstücke zusammen. Auf diese bezieht sich Humboldt hier.
2) Gebirgsart = Gesteinsart
3) Mark = aus dem Mittelalter stammende (lokal unterschiedliche) Gewichtseinheit, hier vermutlich "Nürnberger Mark" = 237,52 Gramm.

Auf www.mineralienatlas.de heißt es:

"1817 und im März 1863 wird wie folgt berichtet: Zwei ehemals im 'markgräflichen Naturalienkabinet zu Bayreuth' aufbewahrte 'silberne Pocale' wurden von der Ausbeute des 'Dürrenwaider Silbergwerkes' gefertigt. Einer davon "wieget 16 Mark" und trägt die Aufschrift: 'Von dem ersten Silber im Burggrafthum Nürnberg zu Lichtenberg erfunden und gemacht 1538. - Am Fuße desselben, der einen gewundenen Baum vorstellet, stehen die Worte: Klettert ein Bauer einen Baum hinan, so eine Holzaxt auf dem Rücken im Leibgurt stecken hat, durch deren Herabfallung der Gang des Silbererzes, aus welchem dieser Becher gemacht, entblößt worden sein soll.'" (abgerufen am 12.08.2019, Link anzeigen). Leider ist auf dieser Seite nicht die Quelle angegeben.

Humboldt nimmt die Legende zum Anlass darüber nachzudenken, ob die Silbergänge tatsächlich früher bis an die Erdoberfläche reichten. In seinem Bericht empfiehlt er, die Umgebung der Lagerstätte genauer zu untersuchen und den einen oder anderen Schurf anzulegen, um eine bessere Vorstellung von der Lagerstätte zu erhalten. Ohne dies wäre der Abbau ein Wagnis.

Humboldt besucht auch den Gevattergraben, das wohl bekannteste Goldvorkommen des Frankenwaldes. Der Überlieferung nach soll dort nicht nur Gold sondern auch Silber gewaschen worden sein. Humboldt charakterisiert den Gevattergraben wie folgt:

"Ebenfalls in diesem Gegengebirge, aber am mitternächtlichen [nach Norden geneigten] Abhang desselben liegt der Gevattersgraben, der wegen seiner Gold- und Silberwäsche bekannt ist. Der Graben oder kleine Bach ist kaum 2 Fuß breit und wenige Zoll tief. Er dient wohl nur bloß der Wäsche selbst, denn man leitete (ein Zeichen, daß der Gewinnst beträchtlich war) von Streitbach [gemeint ist Steinbach] um Großenreith die Wasser in Spundstücken hinzu [...] Noch vor 15 Jahren waren sächsische Bergleute, andere sagten Venetianer, hier und wuschen wirklich Gold. Die Nachrichten sind alle sehr fabelhaft und unbestimmt. Daß aber hier Gold und Silber wirklich gewaschen wurde, ist außer Zweifel."

Humboldt beschreibt die zu beiden Seiten des Grabens sichtbaren Halden und die Spuren der Schürfarbeiten. Er stellt sich dabei die Frage nach der eigentlichen Herkunft der Edelmetalle: "Sollte das über dem Kalkstein liegende aufgelöste tonartige Gebirge Goldkörner als Geschiebe geführt haben?". Immerhin schien es kein größeres Gewässer zu geben, das das Gold zusammengespült hatte.

Die von Humboldt aufgeworfene Frage ist nicht trivial und zeigt sein geologisch-lagerstättenkundliches Verständnis. Erst in den 1980er Jahren konnten Explorations- und Forschungsaktivitäten der Firma Preussag bzw. der Universität Kiel Licht hinter die Frage bringen. Danach überdecken die Sedimente des Gevattergrabens eine NNW-SSO verlaufende Störungszone (Bruchzone), in deren Spalten und Klüften das Gold sitzt (z.T. in Quarzgängen). Die Bergleute gruben sich über Jahrhunderte bis zu 15 Meter tief in die von der Oberfläche her verwitterte Störungszone, wuschen das Material durch und warfen das taube Gestein auf die Schultern des Grabens.

Im Gevattergraben soll bereits im 14. Jahrhundert Gold gewaschen worden sein. Urkundliche Erwähnung findet die Goldsuche jedoch erst im Lehenbuch von 1477:

"Heinrich Knoch von Gera, hat empfangen die Fundtgruben zu unserer lieben Frauen und sonst noch ein Lehen dabey, zu St. Johannes genannt, auf dem Gevatterbach bey Steinbach am Waldt gelegen mit seinen Lehen, Erbstohlen und aller Gerechtigkeit nach Bergwerksrecht."1

Die Alexander-von-Humboldt-Höhle

Zahlreiche Naturerscheinungen auf der Erde tragen den Namen von Alexander von Humboldt. Das einzige nach Humboldt benannte Naturobjekt in Deutschland ist die Alexander-von-Humboldt-Höhle am Rauheberg, etwa drei Kilometer westsüdwestlich von Geroldsgrün. Sie ist über den Geopfad Geroldsgrün (Rauhebergrunde) gut zu erreichen. Die Höhle ist allerdings nicht öffentlich zugänglich.

Die Alexander-von-Humboldt-Höhle ist die einzige bekannte Tropfsteinhöhle im Frankenwald. Sie liegt auf der Nordseite des 663 Meter hohen Rauheberges oberhalb des Langenaubach-Tales zwischen zwei aufgelassenen Kalksteinbrüchen. Die Kalksteine entstammen großen Kalkstein-Rutschmassen aus der geologischen Zeit des Oberdevons. In dieser Formation befindet sich auch die Humboldt-Höhle. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt etwas mehr als 400 Meter, sie ist bis zu 30 Meter breit und bis zu 3 Meter hoch.

Die Alexander-von-Hmuboldt-Höhle hieß früher Rauh(e)berg- oder auch Langenau-Höhle. Ein erster Höhlenplan stammt von Hans Leheis (1904 - 1982), einem Heimatforscher aus Geroldsgrün. Dieser wurde u.a. in einer Publikation von Philipp Kohlmann im Berichtsband Nr. VIII der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth (1953/54) abgedruckt. Von Hans Leheis stammt der Vorschlag, die Höhle zu Ehren des Naturforschers umzubenennen (wohl 1963). Von den 1960er Jahren bis 1982 gab es in der Höhle regelmäßige Führungen, die jedoch zum Schutz der Höhle eingestellt wurden.

Die Höhle wird erstmals 1761 als Grube "Lamm Gottes" erwähnt. Durch Verwitterung-/Verkarstungsprozesse lagerte sich in der Höhle Brauneisen ab, das zu verschiedenen Zeiten abgebaut wurde (u.a. 1795/96, 1804). Interessante Ausführungen zur Höhle finden sich auf www.mineralienatlas.de.

Tipps

Auf dem Geopfad Geroldsgrün durch alte Bergbaureviere

Die Umgebung von Geroldsgrün mit seinen Bergbaurevieren und der Humboldt-Höhle können Sie entlang der drei Routen des Geopfades Geroldsgrün erkunden. Finden Sie die Beschreibung des Geoweges im entsprechenden Faltblatt. [Download 0,5 MB]

 

Max-Marien-Heilquelle

Seit fast dreihundert Jahren ist im Talgrund des Langenautals eine Heilquelle bekannt, die Max-Marien-Quelle. Dabei handelt es sich um einen Calcium-Hydrogen-Carbonat-Säuerling. Sie befindet sich gegenüber dem ehemaligen Forsthaus in Langenau. Die Max-Marien-Quelle wurde 1981 neu gefasst und kann vor Ort aus einem Trinkbrunnen entnommen werden. Das Wasser wird auch in der Kuranlage in Bad Steben ausgeschenkt. Von Langenau kann man gut in die Rauheberg-Runde des Geroldsgrüner Geopfades einsteigen.

Summe der gelösten Mineralstoffe: 2.129 mg/l
Gelöste gasförmige Stoffe: Freies CO2 2.020 mg/l, Radon 5 Bq/l

GEO-Tour Station 8: HAIDBERG / ZELL IM FICHTELGEBIRGE
Humboldt in Haidberg / Zell im Fichtelgebirge

Humboldt und der Magnetberg

"Auf einer geognostischen Tour, welche ich mit zween Freunden, Herrn Münzmeister Gödeking und Herrn Oberbergmeister Killinger durch das Oberpfälzische und angränzende Gebirge machte, stieß ich auf eine Gebirgskuppe von Serpentinstein, dessen Fallungswinkel ich mit der Bussole bestimmen wollte. Kaum näherte ich dieselbe dem anstehenden Gestein, so sah ich den Südpol meiner Magnetnadel mit Heftigkeit aus ihrer Lage und in den wahren Norden gerissen [...] Einzelne Punkte sind so magnetisch, daß sie in einer Entfernung von 22 Fuß die Magnetnadel aus ihrer natürlichen Lage reissen. Welchen Bestandteil des Serpentinsteins adhäriert aber jene wunderbare magnetische Kraft? Das ist eine Frage, die sich einem von selbst aufdringt".

So beschreibt Alexander von Humboldt die Entdeckung der besonderen magnetischen Eigenschaft der Gesteine am Haidberg in einer Veröffentlichung im "Intelligenzblatt der Allgemeinen Jenaer Literaturzeitung" (Nr. 169) bereits im Dezember 1796. In einem Brief vom 14. November 1796 an Carl Freiesleben heißt es sogar:

"Ich eile Dir zu melden, mein guter Karl, daß ich die größte Entdeckung meines Lebens gemacht. [...] habe eine ganze Gebirgsmasse entdeckt, welche eine ungeheure magnetische Polarität zeigt."

Mit dieser Entdeckung gilt Alexander von Humboldt als einer der Entdecker der natürlichen Magnetisierung von Gesteinen. Zu seiner Zeit gab es allerdings noch keine Möglichkeit, die für die Magnetisierung verantwortlichen Mineralien (u.a. Magnetit, Fe3O4) zu identifizieren. Das gelang erst mit der Entwicklung geeigneter Mikroskope im 19. Jahrhundert.

Neue Entdeckung: Anzeige für Physiker und Geognosten

Bereits in der Dezember-Ausgabe 1796 des Intelligenzblattes der Allgemeinen Literaturzeitung erscheint eine mit "F.A. v. Humboldt" gezeichnete "Anzeige für Physiker und Geognosten" mit dem hier nachlesbaren Text. Dieser entspricht im Wesentlichen dem Text, den Humboldt in dem oben genannten Brief an Carl Freiesleben verfasst und besonders gekennzeichnet hatte. Humboldt bat Freiesleben, den Text schnellstmöglich unter dessen Namen zu verbreiten und schlug dafür das "Bergmännische Journal" vor. Humboldt schlug vor:

[...} Du könntest ja den Brief so anfangen: H.v.H[umboldt] meldet mir, daß er auf einer Reise durch das oberpfälzische und angrenzende Gebirge eine Entdekkung gemacht, die für die Geognosie ebenso wichtig als für die allgemeine Naturlehre...".

Humboldt benennt in dem besagten Brief an Freiesleben nicht den Fundort, obwohl er schreibt: "Den Ort will ich Dir, aber Dir allein genau angeben, wenn Du mir unverbrüchliches Stillschweigen versprichst". Humboldt nennt Freiesleben den genauen Ort erst in einem in Weimar abgefassten Brief vom 18. April 1797:

"[...] Der Magnetberg (Haidberg, aber nenne ihn ja niemand, bei Gefrees, denn bis Jun[ius 17]97 halte ich ihn geheim, die Bergleuthe haben schon 150 f. damit gewonnen) besteht aus ächtem, auf der Oberfläche weiß verwitternden, mit Aimant gemengtem, lauchgrünem Serpentin [...]"

Mit Brief vom 21. Dezember 1796 übersendet Humboldt seinem "Verehrungswerthen Lehrer" Abraham Gottlob Werner unter anderem eine Gesteinsprobe des Magnetberges. Er schreibt:

"[...] ist von der merkwürdigen Gebirgskuppe, welche ich in der beiliegenden Anzeige beschrieben und welche ich am 14tn Nov[ember] entdeckt habe. Sie sind der erste Mineraloge, welcher diese Seltenheit besitzt. Wem aber hätte ich dieselben auch früher anbieten sollen als Ihnen, dem ich für meine wisschenschaftliche Kultur so unendlich viel verdanke."

Der Haidberg aus heutiger Sicht

Der Serpentinit des Haidberges gehört geologisch in die Phyllit-Prasinit-Serie der sogenannten Münchberger Masse. Diese stellt eine aus mehreren tektonischen Decken zusammengesetzte fernüberschobene Gebirgsmasse dar. Die Phyllit-Prasinit-Serie ist die unterste Deckeneinheit.

Das Serpentinit-Gestein besteht aus unterschiedlichen Serpentinmineralen, das sind Schichtsilikate mit der Formel(Mg,Fe,Ni)6Si4O10(OH)8, wobei die Elemente Mg/Fe/Ni in unterschiedlichen Anteilen vorkommen. Die Serpentinminerale sind durch Umwandlung aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Amphibol hervorgegangen. Neben den Serpentinmineralen kommt häufig Magnetit vor (Fe3O4), der für den Magnetismus des Gesteins verantwortlich ist.

Das Ausgangsgestein für den Serpentinit ist Peridotit, der dem lithosphärischen Erdmantel entstammt. Die Serpentinisierung erfolgt bei relativ niedrigen Temperaturen von 300 - 500 °C am Übergang der ozeanischen Kruste zum Erdmantel.

Alexander von Humboldt beschreibt die magnetische Wirkung des Serpentinits, die sehr deutlich die Kompassnadel beeinflusst. Dabei schreibt er richtig die magnetische Wirkung dem Gestein zu. Dabei stellt er bereits die Frage, ob "der Serpentinstein mit magnet[ischem] Eisenstein [Magnetit] durchzogen" ist. Humboldt stellt auch die (teils unterschiedliche) Polarität der Magnetisierung im Gestein fest. Eine solche Polarität ist ihm vom Magnetit nicht bekannt. Diese lässt sich mit den damaligen Messmöglichkeiten tatsächlich auch nicht nachweisen. Die starke Magnetisierung der Serpentinite musste daher eine "im Gestein ruhende" Ursache haben.

Heute ist bekannt, dass Gesteine, die Magnetit enthalten, eine schwache Magnetisierung dadurch erhalten, dass sich beim Überschreiten der Curie-Temperatur von 578 °C die Magnetisierung im Erdmagnetfeld der Erde ausrichtet. Diese gerichtete Magnetisierung ist heute Grundlage, um die ehemalige Ortslage von Gesteinen zur Zeit ihrer Magnetisierung zu ermitteln ("Paläomagnetismus"). Durch "Einfrieren" der Inklinaton der magnetischen Feldlinien im Gestein lässt sich so bestimmen, auf welchem Breitengrad die Magnetisierung erfolgt ist.

Diese natürliche Magnetisierung der Gesteine ist i.d.R. zu schwach, um sie mit einem Kompass feststellen zu können. Am Haidberg ist zudem festzustellen, dass die Polarität als auch die Intensität der Magnetisierung sehr unterschiedlich sein kann. Geophysiker gehen daher davon aus, dass die Magnetisierung des Serpentinits durch Blitzschläge hervorgerufen wurde. Diese beträgt ein Vielfaches der natürlichen Magnetisierung. Das Signal kann bis zu 10.000 Jahre im Gestein erhalten bleiben.*

Literatur: Gustav Angenheister (1973): Die Interpretation der magnetischen Störfelder (Anomalien) von mehreren Serpentinit-Körpern in fünf Arealen im Westen der Böhmischen Masse. ─ Geologica Bavarica, 67: 35-63; München (Bayerisches Geologisches Landesamt).

Machen Sie Ihr eigenes Experiment

Wenn Sie einen Kompass besitzen, dann nehmen Sie in mit zum Haidberg. Halten Sie ihn an mehreren Stellen an das Gestein. Vor allem am Eingang zum ehemaligen Steinbruch finden sich in der Mauerung des Tores einige magnetische Serpentinite. Sollten Sie am Wegesrand einen Serpentinit finden, dann halten Sie diesen an den Kompass. Reagiert die Magnetnadel, bewegen Sie das Gestein zuerst langsam, dann schneller am Kompass vorbei. Mit etwas Geschick können Sie die Magnetnadel ins Schwingen bringen, im besten Fall sogar zum Kreisen. Bitte beachten Sie, dass der Haidberg unter Naturschutz steht, und schlagen Sie keine Gesteine aus dem Anstehenden heraus.

Tipps

Saalequelle im Münchberger Stadtwald/Waldstein

Die (Sächsische) Saale entspringt einem ehemaligen Bergwerk, über das bereits Alexander von Humboldt ein Gutachten verfasst hat. Um es zu erreichen, fahren Sie nach Zell. Im Ort biegen Sie am Ende der Straße nach rechts Richtung Gefrees. Etwa 100 Meter nach den letzten Häusern nach links abbiegen und der Ausschilderung folgen. Nach ca. 1,5 Kilometern liegt im Wald ein Parkplatz, von dem aus die Saalequelle nach 400 Metern gut zu erreichen ist.

Hier finden Sie die Lage der Saalequelle im Bayernatlas.

 

Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz

Das Bauernhofmuseum Kleinlosnitz bietet Ausstellungen und Veranstaltungen sowie eine Gaststube mit Biergarten im Oberen Hof, die während der Öffnungszeiten des Museums oder nach Anmeldung geöffnet ist.

Kontakt Museum Hier öffnen

GEO-Tour Station 9: BAD BERNECK
Humboldt in Bad Berneck

Humboldt in matten Wettern

Im Herbst 1795 wurde Alexander von Humboldt zum Oberbergrat befördert. Hierdurch entfielen viele zeitraubende Aufgaben in den einzelnen Bergrevieren vor Ort. Er konnte sich nun mit technischen Verbesserungen in den Bergwerken, mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Untersuchungen befassen. Zu zwei besonderen Erfindungen Humboldts in dieser Zeit gehören der "Lichterhalter" ("Licht-Erhalter") und die "Respirationsmaschine", ein Atemgerät bei nicht ausreichendem Sauerstoff in der Grubenluft.

Humboldt experimentierte mit dem Lichterhalter in mehreren Bergwerken. Er und seine Mitstreiter begaben sich mit der Lampe bewusst in Teile der Grube mit "matten", d.h. sauerstoffarer Grubenluft. Vielfach entfachten sie zusätzlich Feuer, um den restlichen Sauerstoff zu verbrauchen, um dann den Lichterhalter zu testen. Nicht selten führte der Sauerstoff zum Unwohlsein. Am 13. oder 16. Oktober 1796 bestand Alexander von Humboldt im Bergwerk "Beständiges Glück" in Bad Berneck darauf, die Versuche in einem abgelegenen Teil des Bergwerkes alleine durchzuführen. Schon nach wenigen Augenblicken verlor er das Bewusstsein und es ist nur dem raschen Hinzueilen seiner Begleiter zu verdanken, dass Humboldt überlebte.

Lesen Sie hier einen Text aus der Veröffentlichung "Ueber die unterirdischen Gasarten und die Mittel ihren Nachtheil zu vermindern" von 1799, in der Humboldt die Ereignisse dieses Tages schildert.

In der geannten Veröffentlichung schreibt Humboldt zwar: "[..:] Bis auf wenige Mattigkeit spürte ich des andern Tages von dem unangenehmen Vorfalle keine Folgen mehr", doch finden sich an anderer Stelle auch gegenteilige Angaben, z.B. in einem Brief an Abraham Gottlob Werner vom 21. Dezember 1796:

"Die Erfindung meines Lichterhalters ist nun vollendet. Meine Gesundheit hat bei dieser Arbeit gelitten."

Auch in dem Brief, den er am 18. Oktober 1796 an Karl Freiesleben schreibt, berichtet Humboldt über den Vorfall. Lesen Sie diesen Text hier.

Das Bergwerk "Beständiges Glück"

Das Areal des Bergwerkes "Beständiges Glück" ist heute Teil des Dendrologischen Gartens von Bad Berneck. Erkennbar ist noch das rekonstruierte Stollenmundloch und die vorgelagerte große Halde. Vor dem Stollenmundloch informiert eine Schautafel über die Geschichte des Bergwerkes.

Das Bergwerk wurde 1486 eröffnet. Bis 1841, also 355 Jahre lang, förderte man hier "Alaunschiefer", d.h. schwefelkieshaltige Tonschiefer zur Herstellung von Alaun. Das Bergwerk bestand aus zwei Stollen, dem Oberen Stollen und dem Unteren Stollen. Das rekonstruierte Stollenmundloch gehört zum Oberen Stollen, der jedoch nach nur kurzem Verlauf verschüttet ist. Ein alter Grubenplan, der auch auf der Infotafel abgebildet ist, zeigt einige 10er Meter nach dem Stolleneingang eine gewölbeartige Weitung des Stollens. Es wird vermutet, dass es sich um das "Festgewölbe" handelt, in dem 1806 für den in Bayreuth weilenden Feldmarschall von Blücher ein Fest veranstaltet wurde. <br<
Die volle Regimentsmusik war bestellt und in einem Seitenschacht postiert ... im Inneren der Grube strahlte eine feentempelartige Beleuchtung ... Die Weitungen unten dienten zum Tanzsaale, während die Nebenräume, alle kostbar meubliert, dekoriert und illuminiert, zu Speisegemächern umgewandelt waren."
(Quelle: Chronist Adler; Infotafel Dendrologischer Garten Bad Berneck; Jahr o.A.)

Der Eingang zum Unteren Stollen liegt auf dem Grundstück des Hotels Blüchersruh. Der Stollen ist noch rund 170 Meter begehbar, auch existieren Schächte in weitere Sohlen. Dieser Stollen diente vor allem der Entwässerung ("Erbstollen").

Neben den Stollen gab es mehrere Schächte, die der Luftzufuhr ("Bewetterung"), der Einfahrt der Bergleute, der Förderung des Abraummaterials oder dem Einlass von Tageslicht dienten. Die Schächte sind weitgehend verfallen. Sie sind an der Oberfläche als trichterförmige Vertiefungen ("Pingen") vielfach im Areal noch erkennbar.

Der Dendrologische Garten (Rotherspark)

1861 verlegte der Waldsassener Textilfabrikant Wilhelm Rother (1818 - 1898) seinen Wohnsitz dauerhaft nach (Bad) Berneck. Er war schon Jahre zuvor ein begeisterter Kurgast des Ortes. Als Bürger von Berneck erwies sich Rother als Förderer des Kurortes, seit 1866 war er auch Mitglied des Kurkomitees. Auf den Halden des zwei Jahrzehnte zuvor stillgelegten Bergwerkes "Beständiges Glück" ließ Rother auf eigene Kosten einen Park ("Blüchersruhe") mit heimischen und exotischen Laub- und Nadelgehölzen anlegen. Dieser stellt heute eine überregionale Besonderheit dar.

Wilhelm Rother wurde 1867 Ehrenbürger von Berneck. Er starb 1898. Der Stadt Berneck hinterließ Rother testamentarisch mehr als eine halbe Million Goldmark, u.a. mit der Auflage, "dass die ganzen Zinsen und Renten des Nachlasses ausschließlich zum Vorteil und zur Hebung der Kuranstalten verwendet werden sollen". An den Förderer der Stadt Berneck erinnert im umbenannten "Rotherspark" der 1900 aufgestellte Granitobelisk aus Kösseine-Granit. Bestattet ist Wilhelm Rother auf dem alten Friedhof hinter der evangelischen Kirche.

Tipps

Thiesen Wetterstation

Carl Thiesen finanzierte dem Kurort eine für die damalige Zeit technologisch aufwendige und damit äußerst kostspielige Wetterstation. Diese steht heute noch oberhalb des Marktplatzes.

GEO-Tour Station 10: BRANDHOLZ
Humboldt in Brandholz

Humboldt im Goldrausch

Am Abend des 20. Juli 1792 verfasst Alexander von Humboldt bereits Teile seines Berichtes über die Befahrung der Fürstenzeche in Brandholz und fügt diesem in einem zweiten Teil unter der Überschrift "Aussichten zur fortzusetzenden Wiedergewältigung der Fürstenzechen Baue" hinzu. Bei Niederschrift dieses Berichtes ist Humboldt möglicherweise schon in das Wunsiedler Revier weitergereist.

Am Abend des 23. Juli notiert Humboldt (jetzt bereits in Arzberg) am Rand eines Briefes an Carl Freiesleben:

"Die Fürstenzeche in Goldkronach hat mich sehr intriguirt [= neugierig gemacht]. Ich habe Akten, Risse p. studiert, bin das ganze ein 50 Lr. (= Lachter, 1 Lr. ∼ 2 Meter) tiefe Gebäude mit Ueberhauen aus dem 14ten Jahrhundert! durchfahren. Nun habe ich alles ins Reine. Es ist ein ungeheurer Bau, eine Grube auf 1.300 Lr. Länge."

Die Fürstenzeche im Jahr 1792

In seinem Bericht der Inspektionsreise beschreibt Humboldt den Zustand der Fürstenzeche. Diese war bereits unter Burggraf Friedrich V. 1365 als Fürstenzeche eröffnet worden und hatte ihre Blütezeit bis zum Einfall der Husiten 1430. Bis dahin hatte man die goldreichsten und gut erschließbaren Bereiche der Lagerstätte schon weitgehend abgebaut, so dass die Ausbeute immer geringer und und der Abbau immer schwieriger wurde. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde der Bergbau auf Gold sogar subventioniert (es wurde eine "Zubuße" gegeben).

Humboldt erwähnt in seinem Bericht, dass die "Wiedergewältigung" der Fürstenzeche (sie befand sich demnach 1792 nicht in Betrieb) seit wenigen Monaten ("1 Quartal") auf allerhöchsten Befehl (vermutlich durch Minister Hardenberg) eingestellt worden war und dass man "[...] bloß das Ganze durch Einwechslung der Türstöcke in befahrbarem Stande" hielt. Humboldt studiert bereits zu diesem Zeitpunkt alte Bergwerksakten, u.a. die "lehrreichen Beschreibungen des Herrn Berghauptmann von Bothmer". Carl Ludwig Freiherr von Bothmer (1736–1803) war Berghauptmann im Fürstentum Bayreuth. Dessen Berichte können nur wenige Jahre zuvor verfasst worden sein.

Humboldt erwähnt in seinem Bericht die folgenden Stollen, Schächte und erzführenden Gänge:

    • Tannenschacht
    • Schmuzler
    • Schmiedtenstollen/Schmidtenstollen
    • Jacobschacht
    • Ferberschacht
    • Nasses Lichtloch
    • Rautenkranzer Gang (aber noch keine Rautenkranz-Zeche)
    • Knechtgang
    • Spießglasgang (= Spießglanz, Antimonit)
    • Weißer Kiesgang

.

Damit werden viele Lokalitäten genannt, deren Zeugnissen man noch heute bei einer Wanderung entlang des Humboldtweges begegnen kann.

Aus Humboldts Beschreibungen geht der sehr komplexe Aufbau der Goldlagerstätte am Goldberg hervor. Ursache dafür ist die starke tektonische Zergliederung des Gebirges im Nahfeld der Bruchzone der "Fränkischen Linie" (deren Einfluss Humboldt natürlich noch nicht kennen konnte). Humboldt widerspricht in seinem Bericht der Auffassung, dass "die Golderze auf der Fürstenzeche nicht auf ordentlichen Gängen, sondern [an] das Gestein durchschwärmenden Trümmern" gebunden wären. Diese Ansicht hätte vielfach zu einer wenig rentablen Wiedergewältigung der Zeche geführt.

Tipps

Goldbergbaumuseum Goldkronach

Das Goldbergbaumuseum in Goldkronach präsentiert in mehreren Abteilungen die Stadtgeschichte Goldkronachs, die Geologie der Umgebung und der Goldlagerstätte, die Geschichte des Bergbaus, das Blattgold-Kunsthandwerk sowie Alexander von Humboldt im Fichtelgebirge.

Internet: www.goldbergbaumuseum.de

GEO-Tour Station 11: GOLDKRONACH
Humboldt in Goldkronach

Humboldt und das Goldstädtchen

Goldkronach gehört zu den Orten in Oberfranken, in denen Alexander von Humboldt heute wohl noch am gegenwärtigsten ist. So bezeichnet sich das kleine Städtchen vielfach auch als "Humboldt-Stadt". In Goldkronach hat auch der Verein Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. seinen Sitz. Dessen Anliegen ist es, insbesondere an Humboldts Wirken in Goldkronach von 1792 bis 1795 zu erinnern. Einen Link auf die Internet-Präsenz des Vereins finden Sie weiter unten.

Als Sitz des Bergamtes Goldkronach und die einst reichen Goldlagerstätte am Goldberg hatte Goldkronach besondere Bedeutung für Alexander von Humboldt. Erstmals kam Humboldt am 20. Juli 1792 im Rahmen seiner Inspektionsreise nach Goldkronach. Von hier aus befuhr er die Fürstenzeche und blieb bis zur Weiterreise ins Wunsiedler Revier (20. Juli in Arzberg). Nach seinem offiziellen Dienstantritt im Oberbergdepartement Ende Mai 1793 war Goldkronach Ziel von Humboldts erstem Geländebesuch. Hier hält er sich im Juni mehrere Tage auf. Sein Quartier ist die alte Quickmühle (Amalgamiermühle) in Goldmühl. Von dort schreibt er am 10. Juni 1793 seinem Freund Carl Freiesleben:

"Ich komme eben aus der Grube. Ich bin 2 Meilen geritten und an 3 Stunden auf der Fürstenzeche gefahren, wundern Sie Sich also nicht, liebster Freiesleben, wenn ich Ihnen einen verworrenen Brief schreibe. Mit dem Bergbau geht alles schneller, als ich dachte. [...] In bin seit wenigen Tagen hier, um den eingestellten Bau auf der Fürstenzeche [...] vorzurichten. Das allgemeine Vertrauen, welches der gemeine Bergmann mir übberall zeigt, macht mir meine Arbeit lieb, denn sonst ist meine Lage sonderbar genug, ich thue eingentlich Dienste als Geschworener, nicht als O[ber]bergmeister. Von meinen Vorrichtungen schriebe ich Ihnen jezt nichts. Ich bin zu müde, die Hitze ist unerträglich und die Grubenwetter matt.[...] Die alte Mühle, die ich bewohne, war eine Quikmühle schon im 13ten Jahrhundert. Die Zoppte stürzt sich wild durch die Felsklippen durch. Wenn es glükken sollte, die ausgewanderten Bergleute wiederzurufen, dieser romantischen Gegend nur einen kleinen Theil ihres alten Glanzes wiederzugeben ..."

Humboldtorte

Die alte Mühle in Goldmühl

In den Jahren 1793 und 1794 diente die ehemalige Quickmühle in Goldmühl (heute Ortsteil von Bad Berneck) Alexander von Humboldt als Quartier. Die Mühle wurde um 1557 (nicht wie Humboldt schrieb "schon im 13ten Jahrhundert") als Schneidsäge mit sechs Wasserrädern erbaut. Die Wasserräder trieben ein Pochwerk, eine Mahlmühle und Blasebälge für eine Schmelzhütte an. In den ersten Jahren diente sie auch als Amalgamierwerk ("Quickmühle"), d.h., aus dem durch das Pochen zerkleinerten Erz wurde das Gold mit Hilfe von Quecksilber herausgelöst. Mahl- und Quickmühle arbeiteten bis 1563, danach wird die Mühle zunächst nur noch als Schmelzhütte betrieben, kommen eine Drahtzieherei (um 1600) und eine Getreidemühle (1689) hinzu (Holl & Schulz-Lüpertz 2012). Das heutige Wohnhaus stammt von 1769 (dem Geburtsjahr Humboldts!) und wird als solches noch heute privat genutzt. Die neben der Haustür angebrachte Gedenktafel sehen Sie nebenstehend.

Hotel "Alexander von Humboldt" (vormals Gasthaus "Zum weißen Schwan")

Das heutige Hotel steht an dem Ort, an dem zu Humboldts Zeit das Haus des Musikus und Handelsmannes Johann Georg Todschinder stand. In diesem hatte Humboldt möglicherweise seinen Amtssitz. Daran erinnert die an der Fassade angebrachte Gedenktafel:

"An diesem Platze stand das Haus, in welchem Alexander von Humboldt in den Jahren 1792 - 1795 als koenigl. Preußischer Bergamtsassessor und Oberbergmeister zeitweilig amtierte"

Ganz sicher belegt ist dies jedoch nicht. Das heutige Hotelgebäude wurde nach dem großen Stadtbrand von 1836 errichtet. Diesem Brand waren viele Gebäude des Ortes zum Opfer gefallen. Ursprünglich hieß das hier untergebrachte Gasthaus "Zum weißen Schwan". Es wurde im Jahr 1868 in einem Festakt in "Alexander von Humboldt-Hotel" umbenannt.

Ehemaliges Forsthaus (heute Goldbergbaumuseum)

Das heutige Goldbergbaumuseum an Durchgangsstraße (Bayreuther Straße 21) trägt im Wappenrelief über der Eingangstür die Jahreszahl 1740. In ihm befand sich zu Zeiten Humboldts (bis in die heutige Zeit) eine Forstdienststelle. Oberförster war damals Adolph Ferdinand Böhner, Schwiegervater von Georg Friedrich Püttner (Büttner bei Humboldt). Dieser war einer der Freiberger Kommilitonen von Humboldt. In einem Brief vom 11. Juli 1793 an einen anderen Freiberger Studienfreund, den Russen Vladimir Jurevič Sojmonov, erwähnt Alexander von Humboldt, dass er bei Böhner den gemeinsamen Studienfreund Püttner getroffen habe. Vielfach wird erwähnt, Humboldt hätte in dem Haus auch kurzzeitig gewohnt. Dies geht aus dem erwähnten Brief jedoch nicht hervor. Dort schreibt Humboldt von Forstmeister Böhner, in dessen Nachbarschaft er wohne.

Ein Besuch des Goldbergbaumuseums sollte man nicht versäumen. Es ist zurzeit allerdings nur von April bis Ende November an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Neben der Geologie und Bergbaugeschichte im Raum Goldkronach beinhaltet das Museum auch einen eigenen Raum zu Alexander von Humboldt.

Einstiges Wohnhaus Marktplatz 11 (heute Bäckerei)

Dort wo heute auf der Nordseite des Marktplatzes ein Gebäude mit einer Bäckerei besteht, stand bis zum Stadtbrand von 1836 das Wohnhaus des Schichtmeisters, Bergverwalters und Knappschaftsschreibers Christian Ernst Tornesi. Dieser wohnte hier mit seiner Familie in den Jahren von 1738 bis 1754. Christian Ernst Tornesi kam 1731 aus dem Unterharz nach Goldkronach. Am 7. April 1748 wurde hier als eines von neun Kindern sein Sohn Otto Heinrich Tornesi geboren, der später ein geschätzter Kollege von Alexander von Humboldt und 1798 dessen Nachfolger im Oberbergdepartement werden sollte (siehe dazu weiter unten). Die ganze Familie siedelte 1754 nach Bayreuth über. Christian Ernst Tornesi war dort zum Inspektor und Verwalter für das Zucht- und Arbeitshaus in St. Georgen berufen worden. Dem Zuchthaus war eine Marmorfabrik angeliedert, in dem die Häftlinge arbeiten mussten und die Tornesi ebenfalls leitete.

Schloss Goldkronach und Humboldt-Kulturforum

Das Goldkronacher Schloss ist ein ehemaliges Ritterschloss aus dem 16./18. Jahrhundert. Es ist heute in Privatbesitz und Sitz des Alexander-von-Humboldt Kulturforums. Eine kleine Sonderausstellung zu Alexander von Humboldt sowie die von Hans Dressel (†) stammende Humboldt-Büste können bei Veranstaltungen der Kulturforums oder Führungen des GEOPARK Bayern-Böhmen besichtigt werden.

Nationles Geotop Goldberg

Seit 2019 gehört der Goldberg bei Goldkronach, das Zentrum des einstigen Goldbergbaus, zu den Nationalen Geotopen Deutschlands. Zu verdanken ist dies seiner montanhistorischer Bedeutung, auch im Hinblick auf das Wirken Alexander von Humboldts, und der dort vorhandenen Infrastruktur.

Tipps

Humboldt-Weg und Besucher-Bergwerke

Der rund sechs Kilometer lange Rundweg führt auf Waldwegen und -pfaden, innerorts auf befestigten Wegen, vorbei an vielen ehemaligen Zeugnissen des Bergbaus seit dem Mittelalter. Startpunkte sind am Infohaus zu den Besucher-Bergwerken auf dem Goldberg, am Parkplatz des Friedhofes, am Wanderparkplatz in Brandholz. Auch der Start in Goldkronach am Marktplatz ist empfehlenswert (Wegstrecke ca. zwei Kilometer länger). Dieser beginnt am Marktplatz und führt ca. 100 Meter nach der Bäckerei am Marktplatz 11 in Richtung Sichersreuth bzw. am Ende der Stadtkirche über einen Wanderpfad zunächst zum Parkplatz am Friedhof (eine Abkürzung direkt auf die Straße an der Ottenleite ist möglich).

 

Goldbergbaumuseum

Öffnungszeiten:
April bis Ende November Sonn- und Feiertage, 13 bis 17 Uhr
Für Gruppen sind gesonderte Termine möglich.

 

Kulturforum Alexander von Humboldt Schloss Goldkronach
www.humboldt-kulturforum.de

Goldbergbaumuseum Goldkronach
www.goldbergbaumuseum.de

Goldbergknappen

http://www.goldbergknappen.de/html/rundgang_beginn.html

GEO-Tour Station 12: BISCHOFSGRÜN
Humboldt in Bischofsgrün

Humboldt und die Perlen

Alexander von Humboldt besucht Bischofsgrün bzw. den Fröbershammer erstmals am 21. Juli 1792. Er notiert in seinem Inspektionsbericht, dass es dort zwei Frischfeuer, einen Zainhammer (für die Nagelschmiede) und eine Knopfhütte gibt. Der Knopfhütte widmet er besondere Aufmerksamkeit.

Humboldt führt aus, dass die Knopfhütte nur in fünf Wintermonaten betrieben wird und dem Kommerzienrat Loewel gehört. Aus dem Hinweis, dass man "die Arbeiter [im Sommer] zum Holzhauen und zur Feldwirtschaft braucht" geht hervor, dass die einheimischen Bauern die Arbeit in der Knopfhütte verrichteten. Zum Zeitpunkt seines Besuches (Juli) wurde in der Knopfhütte jedoch wohl nicht gearbeitet. Humboldt hat sich demnach die Knopfhütte vor Ort ausführlich schildern lassen. Als Rohstoff für die Glasknöpfe - die Batterlessteine / Paterle - nennt Humboldt einen Grünstein mit wenig Feldspat und vieler innig beigemengter Hornblende von Schneeberg und Ochsenkopf. Er selbst habe das Gestein noch nirgends im Lande anstehend gefunden", es liege dort "in Butzen umher".

Bei dem von Humboldt angsprochenen Gestein handelt es sich um ein vulkanisches Gestein, dass in einer rund 5 Kilometer langen und bis zu 20 Meter breiten NNW-SSO-verlaufenden Förderspalte quer durch den Ochsenkopf vorkommt, den sogenannten Proterobas. Vorkommen am Schneeberg gibt es allerdings nicht.

Humboldt berichtet über das Schmelzen des Gesteins, den Knopfofen sowie das Arbeiten am Ofen. Am Ofen arbeiten 25 Mann (!) vor je einer Öffnung und zogen die geschmolzene Masse (das Glas) mit einer langen Zange ("Kluft" bei Humboldt, auch "Kluppe" genannt) aus dem im Ofen stehenden Schmelztiegel, um es anschließend (durch Drehen) zu "modeln".

Hergestellt werden im Jahr Knöpfe im Wert von 4.000 - 5.000 Gulden. Bei einem Preis von 6 Kreuzer je "Schnur" mit je 20 Dutzend Knöpfen sind dies ... Knöpfe.

Die schwarzen Proterobas-Knöpfe wurden mit Emailfarbe bemalt und anschließend die Farbe eingebrannt. Als Farbstoffe wurden verwendet: weiß - Brauneisenstein mit Arsenikkalk, gelb - Birkenkohle, blau - Smalte (mit Kobald gefärbetes Kaliumsilikatglas).

Humboldt berichtet, dass Glasknöpfe bereits seit 200 bis 300 Jahren in der Region hergestellt werden und ihren Ursprung in "in der Warmen Steinach" - also in Warmensteinach - hat. Derzeit gäbe es im Bayreutherischen fünf Fabriken, die ihre Erzeugnisse nach Schlesien und Polen, teils für den "Sklavenhandel nach Afrika [?] geben."

Humboldt schließt seinen Bericht über die Knopfhütte mit einer Bemerkung zur Abwanderung von Arbeitern aus dem Bayreuther Fürstentum in die nahegelegee obere Pfalz und nach Böhmen:

"Bayreuther Arbeiter sind in die obere Pfalz und nach Böhmen übergelaufen und die Konkurrenz der dort neu angelegten Fabriken, die wohlfeileres [= günstigeres] Holz haben, hat den Absatz vermindert und die Ware wohlfeiler gemacht."

Dies lässt erkennen, dass der Mangel an Holz in der Region wirtschaftliche Folgen hatte.

Der Fröbershammer

Humboldt berichtet auch über die Frischfeuer und den Zainhammer, die "vortrefflich eingerichtet" sind und "sehr gute Ware" liefern. Er merkt jedoch an, dass der Verlust an Eisen durch das Frischen beträchtlich ist (3/8). Als wahrscheinliche Ursache benennt er das "Anlaufen" (siehe unten).

In einem Frischfeuer wird das Roheisen bei starker Hitze wieder aufgeschmolzen. Mit einem Blasebalg wird Luft über die Eisenschmelze geführt, um dem im Eisen von der Herstellung noch vorhandenen Kohlenstoff zu verbrennen. Zwischendurch wird das flüssige Eisen immer wieder umgerührt. Ziel ist es, möglichst wenig Kohlenstoff im Eisen zu haben, um es weniger spröde und damit gut schmiedbar zu bekommen. Das Frischen dauert 5 bis 6 Stunden.

Der von Humboldt verwendete Begriff des "Anlaufens" ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass man das Eisen mit einer Stange unter Drehen aus der flüssigen Schmelzmasse herausgenommen hat. Während des Drehens setzte sich das Eisen an der Stange fest. Anschließend wurde es abgeschreckt und geschmiedet. Dann wurde das Eisen wieder in die Schmelzmasse gehalten und die nächste Schicht lagerte sich an. Der Vorgang wurde so lang fortgesetzt, wie sich das Eisen schmieden ließ und dem Schmied nicht zu schwer. Am Grund des Ofens setzte sich das minderwertige "Theileisen" ab. Durch das Schmieden werden noch vorhandene Schlackenreste aus dem Eisen entfernt.

Das Frischen des Eisens ist ein sehr viel Energie verbrauchender Vorgang. Humboldt berichtet, dass je Frischfeuer am Fröbershammer je Woche 42 Zentner Eisen gefrischt werden, wobei dafür 84 Kübel Holzkohlen verbraucht wurden. Hierzu benötigte man 17 bis 21 Klafter Holz (ganz grob 1 Klafter Holz = 3 Kubikmeter). Für beide Frischfeuer waren das pro Woche rund 102 bis 126 Kubikmeter Holz!

Lesen Sie hier den gesamten Text Humboldts über die Frischfeuer und den Zainhammer zu Bischofsgrün. Es sei hier als Beispiel der von ihm verwendeten Fachtermini und Darstellungsweise aufgezeigt.

Tipps

Glaswanderweg

Der Glaswanderweg ist ein industriehistorisch interessanter und naturräumlich reizvoller Themenwanderweg mit einer Länge von 42 Kilometern zwischen Weidenberg und Bischofsgrün. Er ist in die Abschnitte

  • Weidenberg - Sophienthal - Zainhammer
  • Zainhammer - Warmensteinach - Grünstein
  • Grünstein - Neugrün - Fichtelberg - Karches
  • Karches - Bischofsgrün

gegliedert. Ausführliche Informationen finden sich auf der Internetseite www.glas-im-fichtelgebirge.de.

Waldglashütte am Ochsenkopf

Archivalische Notizen aus dem 17. Jahrhundert beschreiben eine „Glas- und Knopfhütte am Fichtelberg“, entlegen an der Landesgrenze zwischen den Fürstentümern Brandenburg-Kulmbach und Obere Pfalz. Archäologische Ausgrabungen unter Trägerschaft der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e. V. zwischen 2004 und 2006 haben die Relikte der alten Proterobas-Glashütte wieder zum Vorschein gebracht. Die begleitenden archäologischen Untersuchungen sind ein allererster Schritt hin zu einer wissenschaftlichen und interdisziplinären Aufarbeitung der Siedlungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Kunstgeschichte im zentralsten deutschen Mittelgebirge.

Die am südlichen Hang des Ochsenkopfes im heutigen Landkreis Bayreuth ausgegrabene Glashütte lässt sich weit zurückverfolgen. Lorenz Glaser bittet 1616 um die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Hütte auf oberpfälzischen Grund an der Mooslohe. Der Standort zwischen Proterobas- und Quarzitgängen an dem aus den Kalten Brunnen fließenden Bächlein ist ideal gelegen.

Die Waldglashütte erreichen Sie am besten vom Parkplatz nahe der Bleaml-Alm auf dem Forstweg Richtung Ochsenkopf. An der ersten Abzweigung (ca. 400 Meter nach Eintritt in das Waldgebiet) nach rechts und dem Forstweg noch etwa 200 Meter folgen.

GEO-Tour Station 13: LUISENBURG / WUNSIEDEL
Humboldt in Luisenburg / Wunsiedel

Humboldt und die Luisenburg

Bislang wurde im Zusammenhang mit dem Felsenlabyrinth der Luisenburg als berühmtester Besucher Johann Wolfgang von Goethe genannt. Dieser duchstieg Teile des Felsenmeeres 1785, noch vor der ersten Ausbauphase zu einem bürgerlichen Landschaftsgarten, und bei einem zweiten Besuch 1820. Zu diesem Zeitpunkt war das Labyrinth schon nahezu in seiner heutigen Form begehbar. Über Besuche Alexander von Humboldts ist tatsächlich nur sehr wenig bekannt. Die Kenntnis davon stützt sich auf eine Reisebeschreibung des polnische Grafen de Lagarde-Messence in von 1819, in der es heißt: "[...] dort findet man ein rechtmerkwürdiges Moos, das in der Finsternis schimmert. Als Herr von Humboldt, Bergwerksmeister seines Zeichens, durch diese Berge ging, machte er die Analyse davon [...]". Aufzeichnungen Humboldts selbst hierzu sind jedoch heute nicht mehr verfügbar.

In Humboldts Inspektionsbereicht von 1792 findet sich die folgende Textstelle:
"Daß das relative Alter dieser Granit-Abänderungen sehr verschieden ist, läßt sich schon daraus abnehmen, daß man auch die eine nicht selten ("an der Luxburg") als Bruchstück in anderen eingewachsen findet."

Einige Absätze weiter heißt Humboldt:

"Der Granit auf dem höchsten Kuppengebirge liegt teils söhlig (aie auf der Luxburg), teils schießt er (wie auf dem Schneeberge) unter 10° gegen Abend [nach Westen] ein."

Humboldt bezieht sich mit seinen Beobachtungen zweimal auf die Luxburg, die 1805 zu Ehren des Besuches der preußischen Königin Luise in Luisenburg umbenannt wurde. Es ist daher davon auszugehen, dass Humboldt diese Erscheinungen mit eigenen Augen gesehen hat. Anders wäre es auch verwunderlich gewesen, denn bereits ab 1790 begann die Begehbarmachung des Labyrinthes.

Humboldt und der Granit

Humboldt ist zu einer fränkischen Zeit noch dem "Lager der Neptunisten" zuzuordnen. Er folgt damit der Lehrmeinung seines Lehrers in Freiberg, Abraham Gottlob Werner. Danach wurde der Granit in einer frühen Phase der Bildung der Erdkruste aus einem Urozean, d.h. aus einem wässrigen Medkum, ausgefällt. Als ein Indiz dafür galt auch die "Schichtung" des Granits:

"Da, wo noch das alte Ausgehende1) des Granits zu sehen ist, d.i. auf einzelnen, turmähnlichen Kuppen, findet sich der Granit äußerst regelmäßig, wie dichter Kalkstein geschichtet, und zwar in Lagern zu 2 Fuß 8 Zoll."

1) Das Ausgehende meint hier "die obersten Schichten". Humboldt beschreibt hier Felstürme, Felsbastionen, an denen die horizontalen Lagerklüfte gut zu erkennen sind.

Seine erste Niederschrift ergänzt Humboldt bei einer Überarbeitung des Manuskriptes (zwischen August 1792 und April 1793) wie folgt:

"Ich glaube nämlich, daß aller Granit ursprünglich (da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten) d.h. im Ausgehenden geschichtet war und daß geschichteter Granit nur darum ein so seltenes (von einigen nicht reisenden Geognosten geleugnetes) Phänomen ist, weil wir überall gleichsam in den Vertiefungen der zerstörten Erdrinde wohnen und das alte Ausgehende des Granits nur auf den höchsten besuchten Punkten der Erdoberfläche zu suchen ist."

Für Humboldt ist der Granit nur in seinen obersten Abschnitten geschichtet: "[...] da wo die trocknenden Wasser die Atmosphäre berührten." Auch wenn es im Inspektionsbericht nicht weiter ausgeführt ist, dürfte Humboldt den Granit in der Tiefe als strukturlose Masse betrachtet haben. Ob er Vorstellungen darüber hatte, wie es hierzu gekommen sein soll, ist ebenfalls nicht ausgeführt.

Bei Seußen nahe Arzberg macht Humboldt eine weitere Beobachtung in den granitischen Gesteinen des Fichtelgebirges, die ihm so bemerkenswert erscheint, dass er sie noch während seiner Inspektionsreise im Juli 1792 an den Herausgeber des Bergmännischen Journals schreibt (vermutlich am 23. Juli). Der Brief erscheint daraufhin noch in der Juli-Ausgabe des Journals.

"Auf einer Reise durch das Wunsiedler Bergamt entdeckte mein lehrreicher Begleiter Herr Hof-Kammerrath Tornesi, [...] zwei vollkommene Granitkugeln am Wege unweit Seisen [= Seußen]! Dies Phänomen wird Ihnen gewiß nicht weniger auffallend scheinen, als es mir war. Beide Granitkugeln waren von 14-16 Zoll im Durchmesser [35-40 cm][...]. Sie bestehen aus einem deutlichen feinkörnigen Granite mit vielem tombackbraunen Glimmer, und zeigen konzentrisch-schalige absonderte Stücke, von denen wir zwei Schalen ablößten. Beide waren noch ihrer natürlichen Lagerstätte, eingewachsen in einem grobkörnigen Granite, der sich durch den (am Fichtelberg nicht seltenen) kristallisierten Feldspat auszeichnete und der Verwitterung nahe war: ein Beweis also, daß selbst der Granit [...] die Fähigkeit [hat] sich kugelartig zu ballen!"

Was Humboldt in die Eigenschaft des Granits "sich kugelartig zu ballen" hineininterpretiert, lässt sich nicht ohne Weiteres erschließen. Es ist vermutlich vor allem eine Beobachtung, die er der geognostischen Gemeinschaft kundtun will. Humboldt erwähnt die Kugeln auch in seinem Inspektionsbericht:

"[...] kommen auch Granitkugeln mit 2- 3fach konzentrisch, schalig abgesonderten Stücken in einem verwitterten Granite bei Seäßen vor".

In einer nachträglichen Ergänzung kommentiert Humboldt:

"Ihre Art des Vorkommens zeigt, daß sie nicht sekundär sind. In anderen Teilen europäischer Gebirge sind sie noch nie entdeckt worden und unseren Gebirgen [...] ausschließlich eigen."

Die Beobachtung Humboldts zeigt sein Interesse und Gespür für das "Nichtalltägliche", die Besonderheiten, die es gilt weiter zu erforschen. Die von Humboldt beschriebene Erscheinung erklärt sich heute als Folge von Verwitterungsprozessen (was sich bei Humboldts Beschreibung ja bereits andeutet). Die "Kugeln" sind in einer Verwitterungsdecke infolge des richtungslosen Gefüges des magmatischen Gesteins entstanden. Ausgehend von einer quaderförmigen, durch Klüfte begrenzten Rohform sind die Gesteinskanten rasch verwittert. In die kugelige Form sind Verwitterungslösungen unterschiedlich weit eingedrungen (oder auch thermische Einwirkungen, Frost oder Temperatur) und haben die konzentrischen Schalen abgelöst.

Tipps

Besuchen Sie das Felsenlabyrinth der Luisenburg - eine der wichtigsten geologischen Lokalitäten im GEOPARK Bayern-Böhmen.

GEO-Tour Station 14: KLAUSEN / SEUßEN
Humboldt in Klausen / Seußen

Humboldt und das Klima

Alexander von Humboldt besucht das Püttnersche Alaunwerk Treue Freundschaft in der Klausen bei Seußen erstmals am 24. Juli 1792 im Rahmen seiner "Inspektionsreise". In seinem Bericht schildert er ausführlich das Werk und die Produktionsschritte der Herstellung von Alaun.

Schon in seinem Bericht beschreibt er die bituminöse Blätterkohle, in der "oft noch unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten" haben, zu finden sind. Humboldt erwähnt diese Fossilien auch in einem Brief an den Verleger des "Bergmännichen Journals" Hoffmann, der diesen bereits in der Juli-Ausgabe 1792 abdruckt. Dort heißt es:

[...]Bei Klausen an der Oberpfälzischen Grenze liegt das 21 Lachter mächtige Braunkohlenflöz unter einem Gerölle von mehr oder weniger verwitterten Basaltkugeln. Einige sind mit den Fingern zerreiblich, und doch erkennt man noch die 6-9 fach concntrisch schaligen abgesonderten Stücke. In der Braunkohle finden sich unversehrte Aeste von Tannenzweigen, die fast ihre natürliche Farbe erhalten haben, und so also gegen die Feuerrevolution zeugen. [...]"

Mit dem Zeugnis gegen die Feuerrevolution spielt Humboldt auf die Diskussion zwischen Neptunisten und Plutonisten an (siehe dazu Station Luisenburg und Steinhaus). Nachdem Basalte die Braunkohlen überlagern, war Humboldt der Meinung, dass - wären diese aus glutflüssiger Lava erstarrt - die Lava die Pflanzenfossilien in der Farbe verändert, vermutlich verbrannt hätten. Aus heutiger Sicht ist bereits die Interpretation der Lagerungsverhältnisse nicht richtig. Die Basaltblöcke sind in einer lehmigen Grundmasse durch den Prozess des Bodenfließens hangabwärts auf die Braunkohlenlager verfrachtet worden.

Die Sache mit der Ekliptik

Im November 1794 schreibt Alexander von Humboldt einen Brief an den Mathematiker Johann Friedrich Pfaff. Darin kündigt er ein größeres Werk unter dem Titel "Ideen zu einer künftigen Geschichte und Geographie der Pflanzen oder historische Nachricht von der allmäligen Ausbreitung der Gewächse über den Erdboden und ihren allgemeinsten geognostischen Verhältnissen" an, das "in 20 Jahren" erscheinen soll. In dem Brief erläutert Humboldt, dass selbst in hohen geographischen Breiten Pflanzenfossilien vorkommen, die unter "Tropenwärme" vor Ort gewachsen sind. "Unter den vielen möglichen Gründen, welche eine Tropenwärme [...] hervorbringen können, studiere ich den besonders über die veränderte Schiefe der Ekliptik ...". Humboldt bittet Pfaff um eine Stellungnahme darüber, ob die Ekliptik in der Vergangenheit nicht auch 48° (gegenüber heute 23 1/2°) betragen haben könnte. Die Antwort von Pfaff ist nicht erhalten, da Humboldt in aller Regel die an ihn gerichteten Briefe vernichtete. In einem Vortrag vor der Akademie zu Berlin am 24. Januar 1823 stellt Humboldt eine völlig andere Hypothese zum Wachstum wärmeliebender Pflanzen weit außerhalb der heutigen Tropen auf. Lesen Sie diese Textpassage hier

Humboldt schließt seinen Brief wie folgt:

"Auf meinen rauhen Felsenhöhen hänge ich solchen Träumereien nach. Beraubt von den nothwendigsten Hilfsmitteln muß ich mich an lebendige Orakel wenden ...".

Was ist Alaun?

Alaun ist chemisch ein wasserhaltiges Doppelsulfat (SO44-), ein Salz der Schwefelsäure, vermischt mit Tonerde, einer kleinen Menge Potasche (Kalium) und Ammonium. Verwendung fand Alaun u.a.

  • in der Färberei als Beizmittel vor dem Aufbringen von Farbstoffen,
  • in der Gerberei, um weißgares Leder herzustellen,
  • zum Leimen von Papier, um es tintenfest zu machen,
  • zum Härten von Gips und Gelatine,
  • zum Stillen innerer Blutungen und Durchfälle
  • zum Blutstillen bei Schnittwunden (Rasur)
  • als Deodorant

Alaun kommt in der Natur i.d.R. nicht als Mineral vor, sondern muss in mehreren Schritten aus Schwefel-führenden Gesteinen ausgelaugt werden. In Frage kommen dafür Braunkohlen oder Schwefelkies-haltige Alaunschiefer.

Das ehemalige Alaunwerk auf der Klausen

Bereits 1732 gab es in Hohenberg a.d. Eger die Braunkohlengrube "Freundschaft". Dort verbrannte man die Kohle und laugte sie anschließend zur Herstellung von Alaun aus. In Arzberg entstand 1765 eine Alaunhütte am Schachtweg "in der Biih" (= bei der Alaunhütte), die ihre Braunkohle ebenfalls aus Hohenberg bezog, jedoch bereits 1770 ihren Betrieb wieder einstellte.

Für das Gebiet der Klausen erwirbt der in Seußen ansässige Oberförster Balthasar Christoph Reiz die Mutungsrechte für die Zeche "Treue Freundschaft", die 1762 ihren Betrieb aufnimmt. Vor Ort entsteht ein Alaunwerk, in dem aus der Schwefelkies-haltigen Braunkohle bis 1837 (75 Jahre lang) Alaun produziert wird. Erwähnung finden die Schwefelkies-haltigen Braunkohlen allerdings schon in der von dem markgräflichen Bergrat Johann Wilhelm Kretschmann stammenden "Sammlung zu einer Berg Historia" als "Schefel Kieße von der Clausen, eine Stunde von Redwitz nach Arzberg zu, wobei eine Art Stein Kohlenn, so alaunisch seyn ...".

Eine erste Beschreibung des Alaunwerkes stammt von 1786:

"Das Werk besteht aus 2 Hauptgebäuden, wovon jedes 2 Stockwerke hoch ist. In denselben wird zu ebener Erde in 5 kleinen Blechpfannen die Lauge gekocht und in 5 größeren Bleipfannen abgekühlt [...]. Hinter dem Gebäude befindet sich eine Hütte mit 10 hölzernen Kufen verschiedener Größe, in welchen sich die Sole sammelt. 11 Personen liefern wöchentlich 8 Zentner Alaun und etwas rote Farberde". (Nach: J.K. Bundschuh, Geographisches Lexikon von Franken, Ulm 1799-1804).

Alexander von Humboldt und das Alaunwerk auf der Klausen

Alexander von Humboldt widmet dem Alaunwerk auf der Klausen 1792 einen ausführlichen Bericht. Er stellt darin fest, dass das Gestein, "aus welchem man hier den Alaun gewinnt, [...] weder Alaunschiefer noch Alaunerde, sondern wahre Braunkohle" ist. Die Lagerstätte des Flözes bezeichnet er als "überaus merkwürdig".

Aus Humboldts Beschreibung der Lagenstätte lässt sich der folgende geologische Aufbau ableiten:

  • Humus
  • 2 - 3 m Verwitterungslehm mit 37 - 42 cm großen Basaltkugeln
  • 4 - 5 m weiße und braune Letten
  • darunter (ab ca. 8 m) folgt das Braunkohlenflöz

Die Mächtigkeit des Flözes ist offensichtlich unbekannt, es soll jedoch noch in 42 m Tiefe erbohrt worden sein. Humboldt hält fest, dass die Lagerstätte im Nordwesten von Gneisen begrenzt wird (man findet sie in mehreren Aufschlüssen heute noch entlang des nördlichen Uferweges. In der Braunkohle beschreibt Humboldt "unversehrte Tannenzweige, die ihre natürliche Rinde erhalten [haben], und unverwitterte Schwefelkiese."

Der Beschreibung Humboldts zufolge erreichten die Bergleute das Braunkohlenflöz von der Oberfläche her über mehrere mit großem Aufwand gezimmerte Schächte. Über diese wurde das "mit dem Keilhauer Gewonnene durch Haspel herausgefördert." Der eigentliche Abbaustollen lag bis in 28 Meter Tiefe und hatte eine Länge von rund 220 Metern in südlicher Richtung. Der größte Teil des Stollens war ausgezimmert.

Zur Zeit von Humboldts Besuch arbeiteten 12 Bergleute auf der Grube, das Alaunsieden erfolgte nur während der wärmeren Jahreszeit. Das mit verwittertem und unverwittertem Schwefelkies durchsetzte Alaunerz, die Braunkohle, wurde auf die "Bühne" verbracht, ein aus Balken und Brettern bestehendes Bauwerk oberhalb der Grube, die mundartlich so genannte "Biih". Auf der "Biih" wurden die Braunkohlen vor der eigentlichen Alaunproduktion erst eineinhalb bis zwei Jahre gelagert, um dort zu "wittern". Danach beginnt das Auslaugen (12-15 Jahre!). Während der Lagerung und später beim Begießen und Wenden der Braunkohlen oxidiert der Luftsauerstoff den Schwefelkies (Pyrit) in der Braunkohle. Die dabei freigesetzte Schwefelsäure löst aus den tonigen Begleitsedimenten der Braunkohle Aluminium, Kieselsäure und Bitumen heraus. Diese Lauge wird in einen Schuppen nahe der Alaunhütte geleitet, wo sie in mehreren, im Boden eingelassenen Vorratskästen (1,50 m im Durchmesser, 1,20 m tief) zwischengelagert wird.

Im nächsten Schritt wird die Lauge in drei "Läuterpfannen" 36 Stunden lang "gesotten" (gekocht). Während des Siedens setzen sich die bituminösen Bestandteile und die Kieselsäure als teerartige Masse ab, die getrocknet schwarz-glänzend ist und einen muscheligen Bruch hat. Die geläuterte Lauge wird zum Abkühlen in größere Pfannen geleitet, danach in zwei Garpfannen unter Zugabe von Pottasche (Kaliumkarbonat) 24 Stunden eingedampft.

Humboldt nennt in seinem Bericht, dass wöchentlich 5 Zentner Alaun produziert werden. Der Holzbedarf dafür beträgt 10 Klafter. Humboldt bilanziert daraus die jährliche Produktion von 100 - 120 Zentner Alaun mit einem Holzverbrauch von 200 - 240 Klaftern (bei 5 - 6 Monaten Betrieb). Kritisch äußert er sich über den hohen Holzverbrauch, den er u.a. einer unsachgemäßen Befeuerung und falschen Bauweise der Pfannen zuschreibt.

Das "Püttnersche Alaunwerk" auf der Klausen

Humboldt benennt das Alaunwerk auf der Klausen als das "Püttnersche Alaunwerk". Es gehörte demnach der Kaufmanns- und Bankierfamilie Jakob Friedrich Püttner (1720-1798) aus Hof, die auch Eigentümer der Vitriol- und Alaunhütte "Goldene Adlerhütte" bei Wirsberg war. Dessen Enkel, Georg Friedrich Püttner, war Kommilitone Humboldts in Freiberg und übernahm später das Vitriolwerk bei Wirsberg und die Alaushütte auf der Klausen.

Hüttenmeister zur Zeit des Besuches von Humboldt war der Johann Christian Ullmann, "... ein sehr verständiger Mensch, aber ehemaliger Bermann aus Johanngeorgenstadt, der sich wohl besser auf Bergbau als Pyrotechnik verstehen mag." (Humboldt). Von 1808 an leitete das Püttnersche Alaunwerk der aus der Niederlausitz stammende August Reinsch (1778 - 1869), der ausgebildeter Apotheker war. Er war zuvor als Laborant auf der "Goldenen Adlerhütte" tätig. Reinsch übernahm nach dem Tod des Obersteigers J.C. Benker 1805 die Leitung der 1795 von Alexander von Humboldt in Arzberg gegründeten Bergschule. Reinsch übernimmt einige Jahre vor 1833 das Alaunwerk zu eigener Pacht. Für das Jahr 1829 werden noch 5 Bergarbeiter und 10 Alaunsieder genannt. Das Alauswerk wird 1833 von den Püttnerschen Gewerken an den Seußener Gutsbesitzer Christian Paul Aecker verkauft. Reinsch geht als "Berg- und Hüttenfaktor" (Verwalter) des Schwefelkiesbergwerkes am Silberberg nach Bodenmais (heute Besucher-Bergwerk).

Der Niedergang des Alaunwerkes auf der Klausen

Der neue Eigentümer seit 1833 des Alauswerkes, Christian Paul Aecker aus Seußen, betrieb das Werk nach einer Angabe von Carl Wilhelm von Gümbel nur bis zum Jahr 1837. 1834 heißt es in einem Text jedoch bereits, das sich " [...] sämtliche Grubenbaue der 'Treuen Freundschaft'bei Seußen ohne alle Beaufsichtigung und Unterhaltung befinden, wodurch eine sehr üble Gruben- und Hüttenwirtschaft [entstanden] ist". 1853 kam es durch das Bergamt zu einer "Freierklärung", da die Erben des mittlerweile verstorbenen Christian Paul Aecker den Verpflichtungen des Bergamtes nicht nachkamen.

Vom Alaunwerk zum Freizeitsee

1870 entsteht an Stelle der aufgelassenen Bergbaugrube der Klausenteich, jedoch wird die Staumauer durch ein Hochwasser im Juni 1913 zerstört. Erst 1935 wird der Teich durch den Klausenwirt Georg Sölch neu angelegt. Dieser wird 1912 zusammen mit seiner Familie als Bewohner des Gebäudes Nr. 1 des Anwesens "Treue Freundschaft" genannt. Im anderen Gebäude (1a) lebten sechs weitere Familien. Das von dem Ökonomen und Bierwirt Wirtshaus bestand bis zur Flutung des Feisnitzsee 1972/73 als Kühlwasserreservoir für das Braunkohlen-Kraftwerk Arzberg.

Tipps

Machen Sie einen Rundgang um den Feisnitz- bzw. Haid-Speichersee (Wegstrecke rund 2,2 Kilometer) oder besuchen Sie den 32 Meter hohen Aussichtsturm, die Waldenfelswarte, auf dem 633 Meter hohen Kohlberg. Von diesem haben Sie eine einzigartige Aussicht in das Fichtelgebirge, nach Böhmen und in die nördliche Oberpfalz (einfache Wegstrecke ab Parkplatz 1,6 Kilometer).

GEO-Tour Station 15: ARZBERG
Humboldt in Arzberg

Die Lagerstätten in Arzberg und Umgebung waren zurzeit Humboldts und darüber hinaus die ergiebigsten im Wunsiedler Revier. Abgebaut wurden die an den Wunsiedler Marmor gebundenen Eisenerze. Und dies bereits seit dem Mittelalter. Erst 1941 kam der Bergbau in Arzberg mit der Stilllegung der Zeche "Kleiner Johannes" zum Ende. Über die Geschichte des Bergbaus, das Wirken Alexander von Humboldts in Arzberg und die Geologie des Fichtelgebirges informiert die heute auf dem Gelände der ehemaligen Zeche bestehende Infostelle von Naturpark Fichtelgebirge und GEOPARK Bayern-Böhmen.

Entsprechend der Bedeutung von Arzberg hielt sich Alexander von Humboldt häufiger wohl auch in Arzberg auf, doch gibt es nachweislich nur wenige Briefe, die von hier stammen. Humboldt wohnte während seiner Aufenthalte in Arzberg im Müssel'schen Haus, dem heutigen Bergbräu. Eine Gedenktafel in der Hausfassade erinnert daran. Sie wurde bereits am 12. September 1880 dort angebracht. Der damalige Arzberger Bürgermeister gab bei der Einweihung der Gedenktafel das Versprechen, "dass er sowohl als auch alle seine Nachfolger dasselbe würdig für alle Zeiten schützen und der Nachwelt zum ewigen Andenken an den großen Gelehrten, auf den Deutschland, Europa, ja die ganze zivilisierte Welt stolz ist, erhalten wollen".

Wie in Steben richtet Alexander von Humboldt in Arzberg eine Bergschule ein. Ende Juni schrieb Humboldt von seinen Plänen an das Oberbergdepartement in Bayreuth. Man sei "dort oben in der Kultur zurück", und die Schule sei hier nötiger als irgendwo. Nach langem Suchen wäre die Wahl auf den Obersteiger Johann Caspar Bencker (†1805) als Schulleiter gefallen. Dieser sei ein verdienstvoller und sehr erfahrener Grubenbeamter, der gewiss auch als Lehrer einiges leisten würde. Im Herbst 1795 schreibt Humboldt in seinem Generalbericht über das Wunsiedler Revier, dass der Etat für die Schule bereits eingeplant sei. Begonnen wurde mit dem Unterricht jedoch erst 1796. Es handelte sich um eine Winterschule mit Unterricht von November bis Mai für "Bergjungen" ab dem 12. Lebensjahr. Weder in Arzberg noch in Wunsiedel ist allerdings ein Gebäude für die Bergschule nachweisbar. Es ist daher anzunehmen, dass der Unterricht in der Wohnung des Bergschullehrers abgehalten wurde. Im Jahr 1804 wurde die Arzberger Bergschule nach Goldkronach verlegt.

Lesen Sie hier die Textpassage aus Humboldts Generalbericht von 1795, in der er auf die geplante Bergschule in Arzberg eingeht.

Aus den Briefen und Berichten Alexander von Humboldts geht hervor, dass er in Arzberg häufig persönlich in die Bergwerke eingefahren ist. Schon während seiner Inspektionsreise 1792 besuchte er eine Reihe dieser Gruben:

"Die Gruben, welche ich befahren, waren Susannen-Glück und Goldkammer Fundgrube, Silberkammer Fundgrube, Anna Christiana Fundgrube, Gottes Geschick Fundgrube und Friedrich Christian Fundgrube. Die beiden Hauptgruben gehören dem Faktor Müßel, dessen Vater sein Vermögen dem Bergbau fast schon ganz aufgeopfert hatte, als er diese Werke aufnahm, welche ihm und den Nachkommen einen reichlichen Ersatz geben und die [Berg-] Baulust zu Arzberg aufs neue sehr rege gemacht haben".

St. Georg-Stollen im Röslautal

In seinem Generalbericht schreibt Humboldt auch über den St. Georg-Stollen im Tal der Röslau (= Gsteinigt). Konkret geht es um Verbesserungsvorschläge für den weiteren Ausbau des Entwässerungsstollens für die Arzberger Bergwerke (= Erbstollen). Über dem Eingang des 2008 wiederhergestellten Mundlochs stehen die Jahreszahlen 1722-1795-1817-2008. Sie kennzeichnen die wichtigsten Ausbau- und Sanierungsetappen des Stollens.

Der St. Georg-Stollen wurde 1722 im Tal der Röslau so tief wie möglich angelegt und bis 1727 bis zur Eisensteinzeche Morgenstein vorangetrieben. In einem Befahrungsbericht vom August 1770 wird erwähnt, dass der Stollen im Bereich der Zeche Morgenstern fast völlig verbrochen ist. Bis zur Grube "Gold- und Silberkammer" scheint er jedoch durchgängig gewesen zu sein. [3] Die Gold- und Silberkammer ist die wohl bedeutendste Grube des Wunsiedler Reviers.

Im Jahr 1817 wurde in dem Stollen erstmals eine "Wasserkunst" eingebaut. Darunter versteht man im Bergbau eine technische Vorrichtung zur Entwässerung von Grubenbauten. Diese wurde bereits von Alexander von Humboldt ins Gespräch gebracht. So schreibt Humboldt 1795 in seinem Generalbericht:

"Mein hartes Eindringen in den Faktor [= Unternehmer] Müssel, nach Vorschriften des B.[erg]Amts nun so zu bauen, daß die Gewältigung mit dem Kunstgezeuge möglich wäre [...]."

Im nächsten Satz heißt es:

[...] und hielt es für besser, jetzt loszubrechen, als eine so wichtige den Arzberger Bergbau allein erhaltende Arbeit verzögert zu sehen."

Für den Einbau einer Wasserkunst will Humboldt die technischen Voraussetzungen schaffen. So schlägt er zunächst die Beseitigung von Krümmungen im bestehenden Stollen vor.

"Bei einem so langen Gestänge, zu dem man sich ja ohnedies nur aus Noth verstehen mußte, weil kein anderes Mittel die Arzberger Gruben zu sichern übrig blieb, bei einem so langen Gestänge muß jede Krümmung vermieden werden."

Mit dem Einbau der Wasserkunst sollte es möglich werden, insbesondere die Abbausohlen der ertragreichen Gold- und Silberkammer Gruben tiefer zu legen. Erst nach Humboldts Weggang wird die technische Anlage 1797 bis ins Detail geplant. Umgesetzt wurde sie jedoch erst im Jahr 1817. Angetrieben wurden die eingebaute Wasserhebemaschinen (mit 20 Pumpwerken, verbunden über ein Gestänge im St. Georg-Stollen) durch ein unterschlächtiges Wasserrad im Röslautal. Der Schacht der Grube Gold- und Silberkammer konnte bis 1841 auf 120 Meter unter Gelände abgeteuft werden. Noch heute sind im Uferbereich die Reste der ehemaligen Radstube zu erkennen.

Lesen Sie hier Humboldts Originaltext zum Sankt-Georg-Stollen.

Der St. Georg-Stollen besteht noch heute. Während des 2. Weltkrieges diente ein Teil von ihm den Arzbergern zeitweilig als Luftschutzraum. Nach dem Krieg wurde das Mundloch verschlossen und war kaum noch als solches zu erkennen. Im Jahr 2008 wurde der Stolleneingang wieder freigelegt und nach der alten Aufnahme von 1913 in seiner heutigen Form saniert. Seit 2009 gehört das Gsteinigt mit seinen geologischen und montanhistorischen Zeugnissen zu den "100 schönsten Geotopen von Bayern".

Humboldt-Orte in Arzberg

Müssel-Haus / Bergbräu

Bei seinen Aufenthalten in Arzberg wohnte Alexander von Humboldt auf dem Kirchberg im Hause der Patrizierfamilie Müssel.

Infostelle Altes Bergwerk Kleiner Johannes

Die Infostelle befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Eisenerz-Bergwerkes Kleiner Johannes. Sie zeigt in mehreren Räumen einen Querschnitt durch die wichtigsten Gesteine und Mineralien des Fichtelgebirges sowie die Geschichte des Bergbaus in Arzberg. Auf dem Gelände befindet sich eine kleine Ausstellung mit Gesteinsexponaten aus dem Fichtelgebirge, der Nachbau der ehemaligen Förderanlage sowie ein Schaustollen. Eine 2017 ergänzte Ausstellung zur ehemaligen Specksteingrube Johannes bei Göpfersgrün ist nur zu besonderen Zeiten möglich.

Anschrift: Altes Bergwerk, Altes Bergwerk 1, 95659 Arzberg
Telefon: (0)9233 40 40 (Stadt Arzberg)
GPS: 50.059242, 12.192009

Öffnungszeiten der Infostelle:
Von Josefi (19.3.) bis Barbara (4.12.),
jeweils von 8 - 17 Uhr

Das Bergbaurevier Arzberg-Röthenbach

Die Verhältnisse im einstigen Arzberg-Röthenbacher Revier sind in der Monografie von Ernst Schmidtill (1963) ausführlich beschrieben. Die Lagerstätte, die an den Marmorzug gebunden ist, ist zwischen Röthenbach und Arzberg zweigeteilt in einen südlichen und einen nördlichen Erzzug (entsprechend zweier Marmorzüge). Das Profil der unten gezeigten Karte zeigt zwei voneinander getrennte Marmorlagen, die durch einen Phyllitrücken getrennt sind. Marmor und Phyllite fallen mit 70 - 80° nach Südwesten ein. Der Phyllitrücken ist bei Röthenbach etwa 60 Meter mächtig, östlich davon nur noch rund 30 Meter. Bei Arzberg ist er überhaupt nicht mehr vorhanden.

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Tipps

Volkskundliches Gerätemuseum Bergnersreuth

Das Museum Bergnersreuth ist ein Freilichtmuseum in einem alten Bauerngehöft. Neben den Dauerausstellungen zu den landwirtschaftlichen Geräten gibt es Abteilungen zur Bodenqualität und -bearbeitung. Original erhalten sind teils die Wohnstuben der ehemaligen Bewohner. Das Museum ist auch Station der GEO-Tour Boden des GEOPARK Bayern-Böhmen.

Anschrift: Wunsiedler Str. 14, 95659 Arzberg
Telefon: (0 92 33) 52 25
Internet: www.bergnersreuth.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: jeweils von 10-17 Uhr (Montg geschlossen)

GEO-Tour Station 16: STEINBERG / Steinhaus Thiersheim
Humboldt in Steinberg / Steinhaus Thiersheim

Humboldt, die Kohle und der Vulkan

Das Steinhaus liegt am Fuße des "Steinberg-Vulkans". Dieser gehört zusammen mit dem "Neuhauser Schloßberg" und dem bereits in Tschechien liegenden "Plattenberg" (Blatná) zu einem vulkanischen "Dreigespann" an der bayerisch-tschechischen Grenze. Zwischen dem Steinberg und dem Plattenberg hat sich die Eger in einem markanten Tal eingetieft.

Der Steinberg wird von Alexander von Humboldt im Zusammenhang mit der Suche nach Steinkohlen erwähnt. Der hohe Bedarf an Brennmaterial für das Montanwesen weckte schon vor Humboldts Amtszeit in Franken das Interesse der Bergbehörde an diesem fossilen Energieträger, doch war die Suche danach wohl eher unsystematisch. Humboldt stellt die Kohleprospektion auf neue Füße. Der Fokus lag dabei in den Gebieten zwischen Bayreuth und Kulmbach (Kulmbach/Kessel, Schlemme/Schlämm, Lanzendorf: Lettenkohlen/Keuper), Neustadt am Kulm (Lettenkohlen/Keuper) und in der Umgebung des Steinberges (Tertiär).

Am 22. Oktober 1794 schreibt Alexander von Humboldt an der Oberbergdepartement in Bayreuth:

"Da durch einzelne, unvollendete Versuche auf Steinkohlen bisher die Frage, ob wir bauwürdige Flöze im Lande haben, nicht entschieden und viel Geld versplittert worden ist, so hatte ich mich entschlossen, die Sache methodisch anzugreifen.[...] und gab ihm [dem Berggeschworenen Sievert] eine ausführliche Anweisung, alle Punkte, wo nur Sage oder Hofnung auf Steinkohlen wäre, einzeln zu untersuchen und ein Verzeichniß davon anzufertigen. Ich hielt es für ökonomisch wichtig genug, wenn man nur eine sichere Liste solcher Orte niederlegen könnte, wo nicht mehr zu suchen ist, statt dass man sonst immer auf dieselben Punkte zurückkehrt. Ich habe, indem ich dies Verfahren dem Hochl.[öblichen] K[öniglichen O.B. Dep. gehorsamst anzeige, die Ehre, den Anfang der Sieverschen Arbeit in der Anlage einzureichen, weit entfernt indes von der Besorgnis, dass alle Versuche, welche

bei Culmbach,
bei Lanzendorf und Schlemme,
unter den Basalten der Arzberger Refier und vielleicht bei Sulz im Ansbachischen anzustellen sind, gleich fruchtlos sein werden."

In einem weiteren Schreiben am 19. März 1795 schlägt Humboldt tiefere Bohrungen (20 - 24 Lachter, ca. 40 - 48 m) u.a. "an den Basalten des Wunsiedler Refiers" (am Steinberg) vor. Die Bohrung am Steinberg wird in der Folgezeit auch durchgeführt. Jedoch ohne einen erhofften Erfolg.

Im Herbst 1796 erreicht Humboldt eine Anfrage des Oberbergdepartements zu einer weiteren Erkundungsbohrung bei Kothigenbibersbach. Humboldt rät davon ab. Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut der Briefes Humboldts an das Oberbergdepartement.

Der Vulkan und der Basalt

Auch wenn es der Titel unserer Tafel suggeriert, Alexander von Humboldt sah im Steinberg keinen Vulkan. Dass es sich dabei um einen Basaltberg handelte, war ihm bewusst. Das geht aus seinen Briefen ans Oberbergdepartement hervor. Humboldt war während seine Zeit in Franken jedoch noch Anhänger der Lehrmeinung Gottlob Abraham Werners. Dieser war in Deutschland der wichtigste und einflussreichste Vertreter der "Neptunisten". Diese sahen im Basalt ein aus einem Urozean ausgefälltes Gestein, das in keinem Zusammenhang mit Gesteinsschmelzen oder Vulkanen stehen würde. Vulkane waren für die Neptunisten dagegen das Ergebnis im Untergund brennender Kohlelager. Humboldt maß daher dem Basalt des Steinberges keine besondere Bedeutung bei.

Tipps

Hutschenreuther Gedenkstein

Besuchen Sie den Carolus Magnus Hutschenreuther-Gedenkstein. Dieser erinnert an das Auffinden von Kaolin in der Nähe des Steins durch den Begründer der C. M. Hutschenreuther Porzellanfabrik in Hohenberg a.d. Eger (1822). Tatsächlich hatte ihm das Kaolin sein Verwandter und späterer Schwiegervater, der Oberförster Ernst Ludwig Reuß, bei einem Besuch in Hohenberg gezeigt. Hutschenreuther blieb in Hohenberg und richtete 1814 in Räumen der Hohenberger Burg, die ihm Reuß zur Verfügung gestellt hatte, eine Porzellanmalerei ein. Das Jahr 1814 gilt daher auch als Geburtsjahr der Porzellanindustrie im Fichtelgebirge. In Sichtweise zum Gedenkstein liegt eine ehemalige Farberde-Grube (mit kleiner Infotafel).

Geotop Heiligenberg

Über den "Mittelweg" ("M") erreichen Sie das auf der Nordostseite des Steinberges liegende Geotop "Heiligenberg". Dort können Sie die Basalte des Steinberges in anstehenden Felsen sehen. Von hier aus hat man auch eine Aussicht ins Egerer Becken.

© GEOPARK Bayern-Böhmen

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Ludwigsstadt

Faltblatt „Geopfad Eisenberg“

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Ludwigsstadt

Broschüre „Auf den Spuren des blauen Goldes – Entdeckungen am Schieferpfad“

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Thüringisch-Fränkisch-Vogtländisches Schiefergebirge

Broschüre „Unser „afrikanischer“ Schiefer“

Mahlberg: Schlossberg (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 26)

Mahlberg: Schlossberg (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 26)

Einfach sagenhaft

Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

Beschilderung der Sagenrundwege

  • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
  • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

Schlossberg

Um den Schlossberg ist es in der Dunkelheit nicht immer geheuer. Das musst du zu deiner Sicherheit wissen. Am Fuß des Berges hat einst das „Wasserschloss“ gestanden. Es ist längst verschwunden. Aber die Geister der erschlagenen Ritter spuken immer wieder. Sie verwandeln sich in das „Stadttier“ und erschrecken die Menschen. Ein Bursche hat einmal beim Stockbrunnen ein Rösslein entdeckt. Es war gerade am Trinken. Er konnte nicht widerstehen und schwang sich in den Sattel. Da wuchs das Rösslein schnell in die Höhe. Der Bursche schrie: „Das Stadttier!“ Zum Glück konnte er gerade noch abspringen.

In den Wäldern rund um Mahlberg und Kippenheim sollen sich allerhand dramatische Geschichten abgespielt haben. So wird auch von einer Schlange berichtet, die in den Leib einer schwangeren Frau kroch. Als die Frau ihr Kind gebar, kam auch die Schlange zum Vorschein.

Entdecke noch weitere Sagen und Mythen entlang der Wegstrecke.

Textquelle: Ortenau Tourismus

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

Mainz: Geopfad Weisenau

Entstehung

2009 hatte der Ortsbeirat Weisenau die Anlage eines geologischen Lehrpfads im Steinbruch Weisenau beantragt. Das Grün- und Umweltamt der Stadt Mainz wurde daraufhin beauftragt, diesen in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum und dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz zu entwickeln und umzusetzen.

Die HeidelbergCement AG, die Firma Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG sowie der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz unterstützten die Erstellung der Tafeln.

Geopfad Weisenau

Im Mai 2011 wurde der GeoPfad Weisenau eröffnet. Der Pfad stellt eines der Leuchtturmprojekte von „Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011“ dar. Er lädt ein zu einem informativen Spaziergang durch den Steinbruch. Zwölf Informationstafeln geben Auskunft über die Gesteine des Terziärzeitalters des Mainzer Beckens und die Geschichte des Kalkabbaus bzw. die Herstellung des Zements in dem ehemaligen Zementwerk der HeidelbergCement AG.

Zum GeoPfad Weisenau gelangen Sie über die Wormser Straße an der Fußgängerbrücke vor dem ehemaligen Steinbruchgelände.

Steinbruch Weisenau

Lange diente der Weisenauer Steinbruch der Gewinnung von Kalkstein für die Zementproduktion. Mittlerweile befindet sich das Gebiet im Prozess der Renaturierung und dient als Naherholungsgebiet. Wege wurden angelegt, Bäume und Gehölze gepflanzt, Biotope realisiert, Bänke und Papierkörbe installiert sowie Sicherheits- und Informationstafeln errichtet: Nach mehr als 150 Jahren, in denen der Abbau von Kalkstein im Vordergrund stand, ist der Steinbruch einer neuen Zweckbestimmung übergeben worden: der Natur und den Menschen. Das Areal des Weisenauer Steinbruches erhielt schrittweise ein völlig neues Gesicht – vom industriell genutzten Gebiet hin zu einem neuen Ausflugsziel, das Wissenswertes über die Geologie, die erdgeschichtliche Entwicklung, die wirtschaftliche Nutzung des Rohstoffes Kalkstein sowie über die gegenwärtige Flora und Fauna bietet.

Der Einlass erfolgt über die neuen Zugänge vom Höhenweg. Bitte folgen Sie den Hinweisschildern. Da Parkplätze nur in begrenztem Umfange zur Verfügung stehen, werden die Besucher gebeten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

© Stadt Mainz. Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Wegstationen

Textquelle: Stadt Mainz

Station 1: Willkommen auf dem Geopfad Weisenau

Der ehemalige Kalksteinbruch Weisenau war lange Zeit ein Ort geschäftigen Treibens und sicherte der Mainzer Zementindustrie den nötigen Rohstoff.

Als „Fenster“ in die Erdgeschichte macht er nunmehr die geologische Vergangenheit sichtbar. Entlang des ca. 2 km langen Rundwanderwegs lässt sich eine Zeitreise durch mehr als 20 Millionen Jahre machen.

Es lässt sich einiges über eine Ära, in der die Region vom Meer bedeckt war erfahren und es lassen sich Überreste der damaligen Meeresbewohner entdecken.

Station 2: GeoLogisch

Die Geologie ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und der Entwicklungsgeschichte der Erde. Sie beschäftigt sich also mit dem Boden unter unseren Füßen.

Rheinland-Pfalz besteht aus einem Mosaik verschiedenster Gesteine aus unterschiedlichen Epochen der Erdgeschichte. Fast die gesamte nördliche Hälfte, das Rheinische Schiefergebirge, wird von etwa 400 Millionen Jahre alten Gesteinen aus der Zeit des Devon bedeckt (1). In der Umgebung von Trier überwiegen Gesteine aus der Trias- und Jura –Zeit.

Im südlichen Landesteil sind Gesteine aus der Karbon und des Perm im Saar-Nahe-Gebiet verbreitet (2). Der Untergrund des Pfälzerwaldes besteht aus Ablagerungen der Buntsandstein- und Muschelkalk-Zeit (3).

Die jüngsten Ablagerungen der Tertiär- und Quartär-Zeit finden sich im Bereich des Oberrheingrabens (4).

Station 3: Die Natur kehrt zurück

Die Gewinnung von Rohstoffen in Steinbrüchen ist immer mit einem tiefgreifenden Eingriff in die Natur und Landschaft verbunden. Doch was geschieht, wenn der Abbau zu Ende ist?

Im ehemaligen Steinbruch Mainz-Weisenau kann man beobachten, wie die Natur das Gebiet zurückerobert. Die Renaturierung des Steinbruchs wurde so konzipiert, dass sich die Natur in großen Bereichen selbst entwickeln kann, ohne Einfluss des Menschen. So entstehen neue und besondere Biotope, die ein kleines Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt darstellen.

Die ehemalige Abbauwand ist wertvoller Lebensraum für seltene Vogelarten und für unzählige Insekten. Oberhalb der Felswände, an den trockenen Hängen, haben sich artenreiche Magerrasen angesiedelt. Sie bieten mit ihrer Blumenfülle einen optimalen Nahrungs- und Fortpflanzungsraum für Wildbienen, Heuschrecken und Tagfalter.

Auch einzelne Feuchtbiotope bieten Amphibien und Wasserinsekten einen optimalen Lebensraum.

Station 4: Kalkstein & Co

Kalksteine sind Sediment- oder Absatzgesteine. Im Wesentlichen bestehen sie aus Kalziumkarbonat, daher zählt man sie zu den Karbonatgesteinen. Kalksteine entstehen meist biogen, d.h., sie werden durch kalkabscheidende Mirkoorganismen wie Kalkalgen, Bakterien und einzellige tierische Lebewesen sowie durch Korallen gebildet. Auch aus fossilen Muscheln, Schnecken oder Schwämmen können sie bestehen.

Ihre wirtschaftliche Bedeutung als Rohstoff für die Bauindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie und als Naturwerkstein ist enorm.

In Rheinland-Pfalz treten Karbonatgesteine aus mehreren geologischen Zeitaltern auf. Im Mainzer Becken treten Kalk- und Mergelsteine der Tertiär-Zeit auf, die vor etwa 20 Millionen Jahre in einem flachen Meeresbecken abgelagert wurden.

Station 5: Tertiär und Meer

Als Tertiär bezeichnet man den Zeitabschnitt von vor etwa 65 Millionen Jahren bis zum Beginn des Eiszeitalters (Quartär) vor 2,6 Millionen Jahren. Der gesamte Zeitabschnitt lässt sich in die Stufen Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän gliedern. Klimaabhängige Meeresspiegelschwankungen, aber auch Senkungsvorgänge in der Erdkruste führten während der Tertiärzeit wiederholt zu Meeresvorstößen bis in das Gebiet des Oberrheingrabens und des Mainzer Beckens, wie fossile Überreste von Meereslebewesen in den Gesteinen bezeugen.

Die im ehemaligen Steinbruch Mainz-Weisenau als Zementrohstoff abgebauten Kalksteine und Mergel wurden im späten Oligozän und frühen Miozän – also vor etwa 25 bis 20 Millionen Jahren – abgelagert. Der Ablagerungsraum war eine flache, subtropische Lagune. Die hier ursprünglich als weicher Schlamm abgesetzten Sedimente wurden im weiteren Verlauf der Erdgeschichte verfestigt. Zeitweise war das Mainzer Becken durch eine offene Kalkalgen-Riff-Barriere vom tieferen, sich stärker absenkenden Oberrheingraben abgeschnürt.

Der Lebensraum bot günstige Bedingungen für verschiedene Schnecken und Muscheln, Seepocken, Muschelkrebse (Ostrakoden) und auch einzellige Lebewesen (Foraminiferen), deren Gehäuse oft massenhaft in den Sedimenten erhalten sind.

Zur Untergliederung der in Weisenau etwa 70 m mächtigen Schichtenfolge kann das erstmalige Auftreten oder das Verschwinden bestimmter Fossilien herangezogen werden. Mit ihrer Hilfe lassen sich mehrere Gesteinsformationen unterscheiden, in denen unterschiedliche Ablagerungsbedingungen dokumentiert sind.

So belegen Fossilien in Kombination mit geochemischen und sedimentologischen Untersuchungen der Gesteinsschichten Salzgehaltsschwankungen und unterschiedliche Wassertiefen, ebenso wie Stillwasserbereiche oder solche mit starker Wasserbewegung. Bezeichnet werden die verschiedenen Gesteinsformationen als Hochheim-, Oppenheim-, Oberrad-, Rüssingen- und Wiesbaden-Formation.

Station 6: ErdGeschichten 1

An der Steinbruchwand sind Ablagerungen des höheren Teils der Oberrad-Formation zu sehen. Das Gestein besteht überwiegend aus miteinander verbackenen, kleinen, Kalk umkrusteten Partikeln, die teilweise kugelig rund sind (Ooide) oder auch unregelmäßige Formen aufweisen (Onkoide). Derartige Ablagerungen bilden sich bis heute im flachen, bewegten Wasser, vor allem im subtropisch-tropischen Bereich.

Bei näherer Betrachtung des Gesteins sind zahlreiche fossile Muscheln und Schnecken zu erkennen, die vor über 20 Millionen Jahren hier in der Kalkschlamm-Lagune lebten.

Häufig sind die Muschel-Arten Falsocorbicula faujasii und Dreissena brardii, außerdem Turmschnecken der Gattungen Granulolabium und Mesohalina sowie kleine Wattschnecken (Hydrobien). Einzelne eingeschwemmte Landschnecken der Gattung Cepaea weisen darauf hin, dass sich die Ablagerungen in der Nähe der damaligen Küste des Tertiärmeeres gebildet haben.

Charakteristisch ist das im höchsten Teil der Oberrad-Formation an vielen Stellen des Mainzer Beckens zu beobachtende häufige Vorkommen von Falsocorbicula faujasii. Die Muschel bildet hier den weithin zu verfolgenden Unteren Falsocorbicula faujasii-Horizont.

Station 7: ErdGeschichten 2

Über der Oberrad-Formation schließen sich die Gesteine der Rüssingen-Formation an, deren tieferer Teil hier in der Steinbruchwand aufgeschlossen ist. Harte Kalksteinbänke wechseln mit weicheren, überwiegend aus zusammengeschwemmten fossilen Wattschnecken-Gehäusen (Hydrobien-Schill) bestehenden Lagen ab. Vereinzelt sind kleine Kalkalgen-Riffe zu sehen. Diese zeigen keine Schichtung, es lassen sich aber – teilweise schön herausgewittert – die verkalkten Wohnbauten von Köcherfliegen-Larven (Phryganeen) erkennen, die im schützenden Riffbereich in der Kalkschlamm-Lagune lebten.

Die in der Oberrad-Formation noch häufigen Turmschnecken der Gattungen Granulolabium und Mesohalina sind an der Basis der Rüssingen-Formation weitgehend verschwunden. Der Lebensraum wird von der Wattschnecke Hydrobia inflata beherrscht. Eingeschwemmte Landschnecken deuten – wie bereits im höchsten Teil der Oberrad-Formation – auf Landnähe des Ablagerungsraumes hin.

Ein sehr charakteristischer Muschelhorizont – bestehend aus unzähligen Schalen der Muschel Falsocorbicula faujasii – liegt etwa in der Mitte der Rüssingen-Formation. Es handelt sich hierbei um den Oberen Falsocorbicula faujasii-Horizont, der hier in der Steinbruchwand die höchste feste Kalksteinlage bildet. Dieser Horizont ist an sehr vielen Stellen ausgebildet und im Mainzer Becken über viele Kilometer hinweg zu verfolgen.

Station 8: Geschichte des Zementwerks Weisenau
  • 1839: Beginn des planmäßigen Abbaus von Kalkstein in Weisenau durch den Bauunternehmer Christian Lothary.
  • 1850: Bau von zwei Kalköfen zur Herstellung von Branntkalk.
  • 1864: Gründung der Portland-Zementfabrik. Diese Investition ist ein Wagnis, da zu dieser Zeit Zemente aus England den Markt beherrschen. Zement ist noch ein rarer Artikel und wird im Materialwarenladen pfundweise in Papiertüten verkauft. Ein Fass mit 180 Kilogramm brutto kostet seinerzeit etwa 15 bis 17 Mark.
  • 1910: Erwerb des Rheinischen Kalkwerks oberhalb der Kantine.
  • 1914-16: Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs Steigerung der Jahresproduktion auf 155.534 t Zement und 1.924 t Kalk. Die Abbaustätte des Kalkwerkes wird in diesem Zeitraum durch einen Tunnel mit dem vorhandenen Steinbruch verbunden.
  • 1927: Im September dieses Jahres Inbetriebnahme von zwei großen Verbundmühlen.
  • 1929-30: Von Dezember bis April erfolgt die lange geplante komplette Elektrifizierung der Antriebe im Werk, obwohl der Betrieb bereits Mitte Februar erstmals wegen geringer Nachfrage und Siloüberfüllung abgestellt werden muss.
  • 1930-33: In diesem Zeitraum kommt es immer wieder zu Stillständen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebt die Zementindustrie als Schlüsselindustrie sowohl im zivilen als auch im Rüstungsbereich einen raschen Aufschwung. Zu dieser Zeit wird eine früher geplante große Werkssiedlung mit 41 Eigenheimen realisiert. Um der Wohnungsnot zu begegnen, gibt das Werk nach Kriegsende noch einmal 30 Bauplätze für Zweifamilienhäuser an Mitarbeiter ab.
  • 1950-65: Steigerung der Versandleistung des Werks um das Vielfache.
  • 1966: Im April nimmt eine neue Ofenlinie im Trockenverfahren den Betrieb auf.
  • 1969: Nach dem Bau einer zweiten Produktionslinie erhöht sich die Jahreskapazität auf 1,4 Millionen Tonnen. Die neuen Öfen sowie die Klinker- und Schotterlager waren aus Platzgründen im Bereich der alten Abbauflächen errichtet worden.
  • 1973: Ein Teil der Altanlage wird für die Herstellung von Maschinenputz umgerüstet.
  • 2004: Die Zementklinkerproduktion im Weisenauer Werk wird eingestellt, nur kurz nachdem das Werk eine jahrelang umkämpfte neue Abbaugenehmigung erhält. Die lange Zeit des Genehmigungsverfahrens hatte jedoch zu einem Investitionsstau geführt, zudem war die Auslastung des Werks wegen stark rückläufiger Nachfrage gering: Der Vorstand der HeidelbergCement AG veranlasst die Stilllegung des Ofenbetriebes. Die Betriebsanlagen werden in der Folge rückgebaut. Mit der Sprengung des Wärmetauschers am 13.11.2009 verschwindet ein Wahrzeichen der Weisenauer Zementindustrie.
Station 9: ErdGeschichten 3

In der etwa 30 m hohen Steinbruchwand sind 20 bis 22 Millionen Jahre alte Ablagerungen der Rüssingen- und der Wiesbaden-Formation aufgeschlossen. Eine auffällige dunkle Tonmergel-Lage bildet die Grenze zwischen den beiden Gesteinseinheiten. Dieser Horizont kennzeichnet die Basis der Wiesbaden-Formation.

Ansonsten bestehen die Ablagerungen aus hellen Kalk- und Kalkmergelstein, die immer wieder dünne Schichten aus Tonmergeln und zusammengeschwemmten Wattschnecken (Hydrobien) enthalten. Stellenweise unterbrechen kleine Kalkalgen-Riffe mit massigen Kalksteinen die ansonsten deutliche Schichtung der Sedimente.

Anhand der häufigen Mikrofossilien lassen sich wiederholte Salzgehaltsschwankungen im ehemaligen Ablagerungsraum der Kalkschlamm-Lagune nachweisen. So war das Wasser der Lagune zeitweise fast ausgesüßt und dann wieder deutlich salzhaltiger. Vor allem die zu den Einzellern gehörenden Foraminiferen und Muschelkrebse (Ostrakoden) sind ökologisch aussagekräftige Mikrofossilien.

Zur Unterteilung der Gesteinsschichten kann das erstmalige Vorkommen oder das Verschwinden bestimmter Fossilien heran gezogen werden. So kommt die kleine Wattschnecke Hydrobia inflata nur in der Rüssingen-Formation vor. In der Wiesbaden-Formation findet man andere Hydrobien-Arten und in ihrem Basisbereich ist die Foraminifere Lippsina demens besonders häufig.

Station 10: Wie wird Zement gemacht?

Zement ist einer der wichtigsten Ausgangsstoffe für Beton. Ob Häuser, Brücken oder Tunnel, Beton ist aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Doch wie wird Zement eigentlich hergestellt?

Die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Zement sind Kalkstein, Ton und Mergel. Sie werden in Steinbrüchen gewonnen. Die Gesteine werden in Brecheranlagen zerkleinert, in die Schotterhalle transportiert und im Mischbett eingelagert und homogenisiert. Die gewünschte Rohmischung aus Schotter und den je nach Zementsorte erforderlichen Zuschlagstoffen, wie z. B. Quarzsand und Eisenerz, wird über Dosiereinrichtungen hergestellt. Walzenschüssel- und Kugelmühlen vermahlen das Gemisch mehlfein und trocknen es gleichzeitig, bevor es in die Rohmehlsilos gefördert wird.

Das Brennen des Rohmehls erfolgt heute hauptsächlich in Drehrohröfen mit Zyklonvorwärmern. Nachdem im Zyklonvorwärmer und Calcinator das im Kalkstein gebundene CO2 zu großen Teilen aus dem Rohmehl ausgetrieben wurde, wird es im Drehrohrofen bis auf ca. 1450°C erhitzt. Durch chemische Umwandlung, die so genannte Sinterung, entsteht ein neues Produkt: der Zementklinker. Nach dem Brennen wird der Klinker abgekühlt und in Klinkersilos bevorratet. Von dort gelangt er in Kugel- oder Walzenmühlen, wo er je nach Zementart auch mit weiteren Hauptbestandteilen, wie z.B. Kalkstein und Hüttensand (das ist granulierte Schlacke aus der Roheisenerzeugung im Hochofen), zu sehr feinem Zement gemahlen wird. Damit dieser später nicht direkt nach dem Mischen mit Wasser erstarrt, werden bei der Mahlung Gips und Anhydrit als Erstarrungsregler zugegeben.

Der fertige Zement wird nach Sorten getrennt in Silos zwischengelagert. Von dort aus wird er überwiegend als lose Ware über Terminals auf Straßen- und Schienenfahrzeuge oder auf Schiffe verladen. Nur ein kleiner Anteil des Zements erreicht den Kunden als 25 kg-Sackware.

Der gesamte Produktionsprozess wird von einem zentralen Leitstand, der mit modernster Technik ausgestattet ist, permanent überwacht und gesteuert. Alle Daten aus den Anlagen und dem Labor laufen hier zusammen. So kann eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sichergestellt werden.

Station 11: Zement aus Mainz

Seit der Schließung des Steinbruchs in Weisenau und der Stilllegung des Ofenbetriebes wird der Zementklinker nicht mehr hier vor Ort hergestellt, sondern in einem Schwesterwerk der HeidelbergCement AG. Per Schiff gelangt der Klinker dann ins Werk Mainz. Der letzte Schritt der Zementherstellung, die Mahlung des Klinkers mit Zuschlagstoffen, findet in den hiesigen Zementmühlen statt – das Endprodukt Zement entsteht.

Von Mainz aus geht der Zement auf die Reise, um uns im täglichen Leben allgegenwärtig zu begegnen.

Denn: Zement + Sand + Kies + Wasser = Beton

Ohne Beton ist unser modernes Leben nicht denkbar. Beton ist ein vielseitiger Baustoff – zu Lande, zu Wasser und auch in schwindelerregender Höhe. Ob Straßen, Brücken, Tunnel, Türme, Häuser, Fertigteile, Betonwaren, Transportbeton – der Baustoff Beton besitzt ein riesiges Potenzial an Anwendungsmöglichkeiten.

Station 12: Ein Koloss fällt

Bis zum Jahr 2009 war das Gebäude der beiden Wärmetauscher in Weisenau eine weithin sichtbare Landmarke. Wärmetauscher dienen in einem Zementwerk zum Vorwärmen des Rohmehls das im Drehrohrofen bei bis zu 1500°C zu Zementklinker gebrannt wird. Das Vorwärmen erfolgt mit der Abwärme des Ofens und hilft dabei, Brennstoff einzusparen – somit ein ökonomisch wie ökologisch wichtiger Verfahrensschritt. Die Wärmetauschertürme sind die höchsten Gebäude von Zementwerken und damit deren Wahrzeichen.

Die beiden Wärmetauscher in Weisenau wurden 1965 erbaut und waren inklusive der Schornsteine 99,75 Meter hoch. Am 13. November 2009 wurde das Gebäude mit 110 Kilogramm Ammoniumnitrat-Sprengstoff abgebrochen. Das Bohren der 444 Bohrlöcher dauerte eineinhalb Wochen, das Besetzen der Bohrlöcher und das Abdecken der Sprengebenen nochmals drei Tage.

Infomaterialien

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Verfüllung und Renaturierung des Steinbruchs Laubenheim

Fachbeitrag Naturschutz mit integrierter Betrachtung der Umweltverträglichkeit

Textquellen

Webseite „Stadt Mainz“

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Malsch: Zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben

Diese GeoTour macht mit ihren vielen Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis.

Hauptthemen

Badischer Bausandstein und Geröllsandstein der Buntsandstein-Formation, pliozäne Sande und Tone, Oberrhein-graben, Quellen, Geologie und Landschaft, Landschaftsgeschichte, „Geo-Lebewesen“

Gesteinsarten

Tonsteine und Sandsteine des Badischen Bausandsteins, Gerölle und Sandsteine des Geröllsandsteins, pliozäne Sande und Tone (Rauherde), Löß.

Es gibt keine Infotafeln im Gelände! Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre.

Infomaterialien

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GeoTour Malsch

Begleitbroschüre „Zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben“

Manderscheid: Vulkaneifel-Pfad „Grafschaft-Pfad“

Natur- und Geopark Vulkaneifel

© Natur- und Geopark Vulkaneifel / Eifel Tourismus GmbH

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Ein Sahnehäubchen unter den Vulkaneifeltouren. Wandern Sie entlang der Lieser, dem Falbach und lernen Sie die vielfältige Natur- und Pflanzenwelt rund um Manderscheid kennen.

Der Grafschaft-Pfad mit Start in der Burgenstadt Manderscheid verläuft zum Teil auf Eifelsteig und Lieserpfad und führt durch die Ortschaften Pantenburg und Laufeld. Auf schmalen Pfaden und entlang von hochaufragenden Felsen geht es vorbei an einigen Hütten mit Ausblicken hinab zum Burgweiher und zur Lieser. Aus dem Tal geht es durch lichten Wald  teilweise steil, teilweise moderat hinauf auf die Höhe bis nach Pantenburg.  Von hier öffnet sich der Blick wieder auf die Manderscheider Burgen. Auf der Höhe führt der Weg teilweise über Schotterwege durch offenes Gelände und entlang von Wiesen bis nach Laufeld. Doch schon bald geht es wieder hinab zum Tal des Falbachs, vorbei an einem interessanten geologischen Aufschluss. Außer dem munteren Plätschern des Baches und Vogelgezwitscher ist hier kaum etwas zu hören. Pure Waldeinsamkeit. Der Falbach mündet in die Lieser und so folgt man nun der Lieser auf ihrem Weg zurück bis nach Manderscheid. 

Infomaterialien

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Vulkaneifel-Pfade

Grafschaft-Pfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Eifel Tourismus GmbH

Manderscheid: Vulkaneifel-Pfad „Manderscheider Burgenstieg“

Natur- und Geopark Vulkaneifel

© Natur- und Geopark Vulkaneifel / Eifel Tourismus GmbH

Mit freundlicher Genehmigung.

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Der Manderscheider Burgenstieg gehört zu den schönsten Wandererlebnissen in Deutschland! Der Flair der mittelalterlichen Manderscheider Burgen, für die die Kleinstadt bekannt ist, in Verbindung mit der idyllischen Natur der Vulkaneifel, machen die Faszination dieser Tour aus. Der Weg taucht in lichte Wälder ein und führt hinab ins verwunschene Liesertal. Es geht hinauf zum Eifelblick „Belvedere“, wo sich eine traumhafte Aussicht auf die imposanten Manderscheider Burgen ergibt. Der Rundweg führt weiter bis zum Fuße der eindrucksvollen Festungen. Zuletzt folgt der Aufstieg bis zum Kaisertempelchen, wo sich dem Wanderer erneut ein unvergleichliches Panorama auf die mittelalterlichen Ruinen eröffnet. Pures Wanderglück!

Infomaterialien

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Vulkaneifel-Pfade

Manderscheider Burgenstieg – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Eifel Tourismus GmbH

Manderscheid: Vulkaneifel-Pfad „VulkaMaar-Pfad“

Natur- und Geopark Vulkaneifel

© Natur- und Geopark Vulkaneifel / Eifel Tourismus GmbH

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Das Motto des VulkaMaar-Pfads lautet: „Maare, Burgen und Ur-Natur“. Auf 27 km führt die Wanderung zu den schönsten Zielen der vulkanischen Vergangenheit. Diese ganztägige Wandertour richtet sich an anspruchsvolle, sportlich trainierte und geübte Wanderer. Maare, Burgen und die einzigartige Natur der Vulkaneifel können auf diesem Pfad entdeckt werden.

Etappe 1: Manderscheid-Bettenfeld-Meerfeld

Von Manderscheid aus startet diese Etappe mit mehreren Panoramaaussichten auf die Burgen. Auch die Wolfschlucht mit ihren mächtigen Basaltsäulen lädt zum Verweilen ein. Der Vulkanerlebnispark bei Bettenfeld ermöglicht es, tief in die Erdgeschichte der Vulkaneifel einzutauchen. Der Rundumblick von der Mosenberg-Gipfelhütte ins Tal der Kleinen Kyll und auf das Liesertal beeindrucken sehr. Das geologische Highlight dieser Etappe ist das Meerfelder Maar.

Etappe 2: Meerfeld-Manderscheid

Dieser Teilabschnitt beginnt mit beeindruckenden Ausblicken auf Meerfeld und das Maar vom Landesblick. Auf 3,5 km führt der Pfad über den Eifelsteig und Lieserpfad. Sehr abwechslungsreich wird mal auf schmalen oder auf bereiten Wegen durch den Wald gewandert. Zuerst geht es entlang der Kleinen Kyll und danach an der Lieser, bis zu den Manderscheider Burgen. Das Plätschern der Flüsse ist ein ständiger Begleiter und schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Wunderbare Einblicke in die Kerbtäler von Lieser und Kleiner Kyll sowie zahlreiche herrliche Weitblicke.

Wegstationen
Station 1: Maarmuseum Manderscheid

Das Maarmuseum in Manderscheid bringt dem Besucher die große natürliche Vielfalt und die internationale Bedeutung der Eifelmaare für die Wissenschaft und die Region näher. Der rote Faden bzw. das Vermittlungsziel in der Ausstellung ist die Entstehung, die Geschichte und die Entwicklung der Eifelmaare in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Dabei werden die Aspekte der Maare nicht nur punktuell, sondern auch in größeren, internationalen Zusammenhängen präsentiert. Ein Besuch im Maarmuseum ist die ideale Vorbereitung für die Wanderung auf dem VulkaMaar-Pfad.

Station 2: Liesepfad und Eifelsteig

Der VulkaMaar-Pfad führt über ca. 3,5 km auch über den Lieserpfad und Eifelsteig. Der Lieserpfad ist wohl die schönste Streckenwanderung der Eifel, was Manuel Andrack in seinem Buch „Du musst wandern“ sogar zur „schönsten Streckenwanderung der Welt“ steigert. Die Strecke ist enorm abwechslungsreich, teils schmale Wege am Hang, teils breitere Wege durch den Wald, mal steil über den Berg eine Engstelle der Lieser überwinden um dann wieder über kleine Brückchen tiefe Seitentäler zu queren. Ein Naturerlebnis der Extraklasse.

Station 3: Wolfsschlucht und Horngraben

Wohltuende Ruhe und moosbewachsene Basalt- und Lavabrocken, die vom Ausbruch des Mosenbergvulkans vor ca. 29.000 Jahren herrühren, erwartet den Wanderer in der Wolfsschlucht bei Bettenfeld, einer der spektakulärsten Abschnitte auf dem Premiumwanderweg. Hier stößt der sogenannte Horngraben in einer bizarren engen Klamm in die Kleine Kyll. Ein schmaler Pfad windet sich dort hindurch und erlaubt einen ungehinderten Blick auf mächtige urweltliche Basalt- und Lavaformationen. Überall stößt der Wanderer auf uraltes erodiertes Eruptionsgestein aus den Vulkankratern des nahen Mosenbergmassivs.

Station 4: Vulkanerlebnispark Mosenberg

Geologische Aufschlüsse sind Fenster in die Erdgeschichte, die spannende Geschichten über die Entstehung und Entwicklung der Gesteine erzählen. Für die Geologen sind solche Aufschlüsse wichtig und unersetzlich. Durch den Abbau am Mosenberg wurden Förderschlote, Lavaschichten unterschiedlicher Korngrößen, Schlacken usw. freigelegt und es ist dadurch ein großer Querschnitt durch einen Vulkankegel zu sehen. Eine ideale Gelegenheit, um Eifel- Vulkanismus live zu erleben. Der Vulkanerlebnispark ist so einmalig, das die Mosenberg- Vulkangruppe zusammen mit dem Meerfelder Maar 2006 in die Liste der 80 besten „Geotope Deutschlands“ aufgenommen wurde.

Station 5: Windsborn-Kratersee mit Mosenberg

Der kreisrunde Windsborn-Kratersee ist der dritte von vier Kratern der Vulkangruppe des 517 m hohen Mosenberges und einer der seltenen echten Kraterseen nördlich der Alpen. Er ist vollkommen von einem 20 bis 30 m hohen Wall umgeben, welcher steil zum See abfällt und besitzt bei einer Tiefe von nur 1,70 m nährstoffarmes Wasser, da er ohne Zu- und Abfluss ist. Die Vegetation in der Verlandungszone des Sees (Fieberklee, Sumpfblutauge u. a.) steht unter Schutz. Auch das benachbarte Hinkelsmaar zählt zu dem Mosenberg-Meerfeld-Vulkansystem.

Station 6: Meerfelder Maar

Der Gesamtkrater hat eine Ausdehnung von 1400 m in Ost-West sowie 1200 m in Nord-Süd-Richtung, ist circa 125 ha groß und zählt zu den großen Maaren in der Eifel. Auf der höchsten Kraterranderhebung (515 m ü. NN) steht der bekannte Aussichtsturm Landesblick (Eifelblick). Das Dorf Meerfeld liegt am südlichen Rand des Kessels noch innerhalb der durch den Ausbruch erzeugten Hohlform. Die Hälfte des Maarkessels hat sich im Laufe der Zeit mit Wasser gefüllt und so den heutige Maarsee entstehen lassen, dessen größte Wassertiefe bei 17 m liegt. Der See ist 780 m lang (W-O), 490 m breit (N-S) und die Wasseroberfläche liegt bei 334,5 m über dem Meeresspiegel.

Infomaterialien

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Vulkaneifel-Pfade

Faltlatt „VulkaMaar-Pfad: Maare, Burgen und Ur-Natur – Wanderung durch Jahrmillionen“

Textquellen

Faltblatt „VulkaMaar-Pfad“

Lörrach: Auf der alten Güterbahntrasse

Marbach (Baden): Auf der alten Bahntrasse nach Bad Dürrheim

Marbach (Baden)-Bad Dürrheim

Nur relativ kurze Stücke des Radwegs von Marbach nach Bad Dürrheim liegen deutlich erkennbar auf der ehemaligen Stichbahn. Durch den Ausbau der im mittleren Stück parallel verlaufenden Straße wurde viel verwischt und vor Dürrheim zerschneidet die Bundesstraße den Damm.

Einfache Streckenlänge

  • ca. 5,4 km (davon ca. 3 km auf der ehem. Bahntrasse)

Status, Beschilderung

  • kombinierter Fuß-/Radweg, in Bad Dürrheim freigegebener Fußweg; die Radwegweisung erfasst in Bad Dürrheim nicht alle befahrbaren Trassenabschnitte

Textquelle: Webseite „Bahntrasssenradeln“

Bahnstrecke Marbach–Bad Dürrheim

Die Bahnstrecke Marbach–Bad Dürrheim war eine 5,36 Kilometer lange eingleisige Nebenbahn in Südbaden. Die Stichbahn nach Bad Dürrheim zweigte in Marbach von der Badischen Schwarzwaldbahn ab. Die Badischen Staatseisenbahnen eröffneten den Betrieb am 1. August 1904. Der Personenverkehr endete am 4. Oktober 1953, der Güterverkehr am 24. September 1966 und die Gesamtstilllegung folgte mit Wirkung zum 26. September 1966.

Geschichte

Als das Großherzogtum Baden die Pläne für seine 1873 vollendete Schwarzwaldbahn vorlegte, berücksichtigte eine der möglichen Streckenvarianten auch den Salinenstandort Dürrheim. Da die Schwarzwaldbahn stattdessen entlang der Brigach über Donaueschingen zur Ausführung kam, blieb Dürrheim zunächst ohne Eisenbahnanschluss. Eine Initiative bemühte sich Ende des 19. Jahrhunderts erfolglos um Abhilfe durch eine elektrisch betriebene Schmalspurbahn von Villingen nach Bad Dürrheim. Ein badisches Gesetz vom 30. Juni 1902 schuf schließlich die Grundlage für einen von Marbach ausgehenden vollwertigen Bahnanschluss, der am 31. Juli 1904 feierlich eingeweiht wurde. Der reguläre Personenverkehr wurde einen Tag später aufgenommen, der Güterverkehr am 15. August gleichen Jahres.

Der Personenverkehr zwischen Marbach und Bad Dürrheim endete bereits am 4. Oktober 1953, der Güterverkehr am 24. September 1966. Unmittelbar nach der Gesamtstilllegung mit Wirkung zum 26. September 1966 wurde die Strecke abgebaut.

Relikte

Der Bahnhof Marbach (Baden) wurde nach Stilllegung der Strecke nach Bad Dürrheim zum Haltepunkt herabgestuft, im Zuge der Einrichtung des Ringzugs 2003 aufgegeben und durch den weiter südlich gelegenen Haltepunkt Marbach West (Villingen-Schwenningen) ersetzt. Im alten Empfangsgebäude befindet sich heute ein Ladengeschäft, und es wird als Wohnhaus genutzt.

Im weiteren Verlauf können in freier Natur noch Relikte der Trasse ausgemacht werden. In Bad Dürrheim befindet sich auf ihr heute ein Fuß- und Radweg, von der Lage des einstigen Bahnhofs zeugt heute noch der Busbahnhof in der Bahnhofstraße.

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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Alte Bahnstrecke von Marbach (Baden) nach Bad Dürrheim

Keine Infomaterialien vorhanden.

Maria Laach: Geopfad Route L (Laacher Rundweg)

Geopfade Vulkanregion Laacher See

© Zweckverband Ferienregion Laacher See

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Die Wanderung führt rund um den Laacher See, dem größten Vulkansee der Eifel.

Auf der Georoute L erläutern mehrere Infotafeln die Vulkangeschichte der Region. An manchen Stellen blubbert es sogar im Wasser – hier steigt Kohlenstoffdioxid auf, diese sogenannten Mofetten verraten die vulkanische Entstehung des Sees. Am Südufer des Sees befindet sich ein mittelalterlicher Abfluss-Stollen. Er dient als Hochwasserschutz für die Klosteranlage Maria Laach.

Wunderschön gelegen, laden die eindrucksvolle Abtei Maria Laach und ein Steinlehrpfad zum Verweilen ein. In der Nähe bietet auch das Seehotel Maria Laach Gelegenheit zur Einkehr. Anschließend geht es weiter auf den Seeufer-Rundweg.

Ein Waldweg führt Sie zum krönenden Abschluss bis zum „Lydiaturm“. Von diesem Aussichtsturm genießen Sie einen eindrucksvollen Blick auf den Laacher See und die Eifel-Landschaft, an klaren Tagen sogar bis zum Siebengebirge.

Infomaterialien

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Maria Laach

Geopfad Route L (Laacher Rundweg) – keine Infomaterialien vorhanden!

Maroldsweisach: Stein-Erlebnispfad

Der Erlebnispfad startet am Besucherparkplatz der Hartsteinwerke Bayern Basalt.

Am Steinerlebnispfad um den Zeilberg bei Maroldsweisach geht es um Steinbearbeitung und Sinneserfahrung mit Steinen und das Thema Tiere und Pflanzen im Steinbruch mit Spielelementen wie Steine fühlen, Steinspiele, Klangsteine und Summstein.

Lassen Sie ihre Sinne, wie Sehen, Beobachten, Hören und Bewegung ansprechen. Genießen Sie am Erlebnispfad die tollen Panoramen in die Haßberge und nach Thüringen.

Der Rundweg ist auch mit Kinderwagen befahrbar und mit einem kleinen Abstecher erreichen Sie den Diakonie-Biergarten auf dem Zeilberg, der zu einer fränkischen Brotzeit einlädt.

Achtung, Steinbruchbetrieb !

Da der Steinbruch noch in Betrieb ist, sind unbedingt die Warnhinweise zu beachten! Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen!

Wegstationen
Station 1: Spielelement "Steine bearbeiten"

Tafel 1: Der Basalt und der Abbau

Tafel 2: Das Bürgerarchiv

Station 2: "Zeilberg-Kino"

Tafel: Entstehung des Zeilbergs

Station 3: Spielelemnet "Klingende Steine"
Station 4: Spielelement "Wer klopft da?"

Tafel: Spechte im Wald

Station 5: Spielelement "Ziel werfen"

Tafel: Abraumhalde-Lebensraum besonderer Pflanzen und Tiere

Station 6: Spielelement Sehrohr

Tafel: Natur und Technik

Station 7: Spielelement Rohre

„Lausche dem Wind“

Station 8: Tafel mit Sichtfeld

Lenensraum von Uhu & Co

Station 9: Spielelement Summstein

„Erzeuge eine Vibration“

Infomaterialien

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Maroldsweisach

Faltblatt „Stein-Erlebnispfad um den Zeilberg“

Textquellen

Marsberg: Bredelarer Bergbauspuren

Die Spuren, die der Bergbau in den vergangenen 1000 Jahren in der Landschaft bei Bredelar hinterlassen hat, werden auf diesem Bergbauwanderweg sicht- und erlebbar gemacht.

Denn der Bergbau hat lange Zeit das Leben in der Region beeinflusst. Bredelar wäre ohne den Bergbau und die Hüttenindustrie, die wiederum ursächlich für den Bau des Bahnhofs im 19. Jahrhundert war, wohl kaum entstanden.

Die Bredelarer Bergbauspuren fädeln sich zudem in die historische Erzroute ein, die ihren Ausgangspunkt am Martenberg bei Adorf, dem Besucherbergwerk Grube Christiane auf hessischer Seite, nimmt, und über das Giershagener Grubenfeld zur einstigen Theodorshütte/Kloster Bredelar führt.

Ausgangspunkt des zwölf km langen Wanderweges inmitten schönster Natur des FFS-Naturschutzgebietes ist der Bahnhof Bredelar. Auf der Portaltafel ist der Wanderweg bestens beschrieben. Auf den Stationstafeln ist alles Wissenswerte zu den Spuren in der Landschaft, zur Geologie und zur Geschichte nachzulesen.

Der Bredelarer Rundwanderweg ist mit dem Bergbauzeichen „Schlägel und Eisen“ auf rotbraunem Grund (Eisenerzfarbe) gekennzeichnet.

Wegstationen
Station 1: Grubenbahnof Bredelar
Station 2: Lydiastollen
Station 3: Trappweggruben Heinrichstollen
Station 4: Grube Charlottenzug
Station 5: Kalksteinbrüche
Station 6: Grube Reinhard
Station 7: Grubenbahn
Station 8: Krupps Schießplatzt
Station 9: Meilerplatz
Station 10: Steinbruch
Station 11: Klosterhütte
Station 12: "Schlacht" bei Bredelar
Station 13: Alte Poststraße
Station 14: Grotte / Poststraße
Station 15: Montanbetrieb Kloster Bredelar

Infomaterialien

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Bredelarer Bergbauspuren

Faltblatt „Den Bergleuten auf der Spur“

Marsberg: Geopfad

Wandern Sie auf 6,5 km durch 400 Mio. Jahre der Geschichte Marsbergs!

Der GeoPfad erläutert mit insgesamt 13 Stationen die Gegebenheiten der Gesamtentwicklung Marsbergs anhand sichtbarer Zeugnisse der Landschafts-, Kultur- und Bergbaugeschichte.

Erleben Sie fantastische Aussichten in unterschiedlichsten Landschaften, geologische Aufschlüsse und Zeugnisse eines 1400 Jahre alten Kupferbergbaus mit Besucherbergwerk.

Guter Startpunkt für den Pfad ist das Museum der Stadt Marsberg oder das Besucherbergwerk Kilianstollen.

Wegstationen

Textquelle: Faltblatt „Geopfad Marsberg“

Station 1: Museum der Stadt Marsberg

Von der Geolgie der Erdurzeit bis zur Neuzeit erleben Sie im Museum der Stadt Marsberg die Geschichte der Region. Ein Erlebnis für die ganze Familie und toller Startpunkt für den Geopfad.

Station 2: Rathaus

Ein Schauplatz der Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht und stetigem Wandel unterlag. Der letzte Vollzug am Pranger war erst im Jahr 1808.

Station 3: Stiftskirche

Auf dem höchsten Punkt des Eresberges errichtete Karl der Große die erste Kirche im Sachsenland.

Station 4: Buttenturm

Dieses bedeutende „Überbleibsel“ der Festung Obermarsberg geht zurück auf das Mittelalter.

Station 5: Drakenhöhlen

Einblicke in eine Zeit vor 252 Millionen Jahre, als die Region im Küstenbereich eines urzeitlichen Meeres lag.

Station 6: Buttenturmsattel

Die Auffaltung des Rheinischen Schiefergebirges vor 400 Millionen Jahren, ist heute noch in Form des Buttenturmsattels zu bestaunen.

Station 7: Kilianstollen

Ein farbenfrohes Highlight unter Tage! Die Spuren des Bergbaus gehen zurück bis in das frühe Mittelalter.

Station 8: Tagebau Mina

Ein kupferführendes „Loch“ benannt nach der Ehefrau des Grubenbesitzers Mina Thomée.

Station 9: Jüdischer Friedhof

Einer der ältesten jüdischen Friedhöfe des ehemaligen Herzogtums Westfalen und Begräbnisort für die Ewigkeit.

Station 10: Kalvarienberg

Drei Großlandschaften und eine historische Sühne-Kapelle, in der man um Vergebung bat.

Station 11: Wasserkunst

Der Wasserturm ist Teil einer mittelalterlichen Wasserkunst mit welcher Wasser der Glinde 115 m hoch auf den Eresberg gehoben wurde.

Station 12: Grube Mina

Zwei Kupfererzlager bis zu 165 m unter der Erdoberfläche, 17 übereinander liegende Stollen und bis zu 74 % Erzgehalt.

Station 13: Nikolaikapelle

Eine Perle der Gotik als Mittelpunkt der Stadt aus dem jahr 1229 nach dem Vorbild der Elisabeth-Kirche in Marburg.

Infomaterialien

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Geopfad Marsberg

Faltblatt „Landschaft, Historie und Bergbau erleben – auf dem Geopfad Marsberg“

Marsberg: Giershagener Bergbauspuren

Auf einem Rundwanderweg werden die Spuren des Bergbaus sowie die Geologie und die Kulturlandschaft im Umfeld von Giershagen für den interessierten Wanderer erfahrbar gemacht. Der ca. 18 km lange Rundweg führt durch vier Grubenfelder des Eisenerzabbaus und ein Grubenfeld des Kupferabbaus sowie vorbei an mehreren geologischen Aufschlüssen.

Der Weg kann alternativ auch in zwei Abschnitten begangen werden, auf einer Südroute und auf einer Nordroute. Es wird empfohlen, den Weg in Richtung der Reihenfolge der nummerierten Stationen zu gehen, da die Informationen aufeinander aufbauend strukturiert sind.

Wegstationen Südroute
Station 1: Bergbaudorf
Station 2: Bildstock
Station 3: Grube Eckefeld
Station 4: Tagebau
Station 5: Ehem. Schacht
Station 6: Halde
Station 7: Pingenzug
Station 8: Grenzstein
Station 9: Gruben am Wartersberg
Station 10: Marmorbruch
Station 11: Diabasbruch
Station 12: Schachtpinge
Station 13: Gruben am Arnstein
Station 14: Ehem. Stollen
Station 15: Lorenbahn
Station 16: Bremsberg
Station 17: Pingenzug
Wegstationen Nordroute
Station 18: Judenpfad
Station 19: Tagesbruch
Station 20: Klingelschacht
Station 21: Stollenmund
Station 22: Hohlwege
Station 23: Marmorgruben
Station 24: Grube Reinhard
Station 25: Grubenbahn
Station 26: Meilerplatz
Station 27: Steinbruch
Station 28: Klosterhütte
Station 28a: Charlottenkammer
Station 29: Pingen
Station 30: Kluskirche
Station 31: Schiefergrube
Station 32: Pferdefriedhof
Station 33: Coelestingrube
Station 34: Kupfergrube
Station 35: Kupferpinge
Station 36: Hügelhof

Infomaterialien

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Giershagener Bergbauspuren

Faltblatt „Den Bergleuten auf der Spur“

Marxzell: Kloster, Wüstung, Schmucksteinsuche

Diese GeoTour macht mit ihren Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis.

Hauptthemen

Geologie und Landschaft, Buntsandstein-Formation, Kloster und Bausteine, Karneol-Dolomit, Georisiken

Weitere Themen

Quellen, Felsen, Wanderblöcke

Gesteins-/Mineralienarten

Badischer Bausandstein, „Kugelsandstein“ (selten), Geröllsandstein mit Quarzgeröllen, Karneol-Dolomit (selten), Plattensandstein, Muschelkalk-Kalkstein (Wegschotter)

Es gibt keine Infotafeln im Gelände! Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre.

Infomaterialien

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GeoTour Marxzell

Begleitbroschüre „Kloster, Wüstung, Schmucksteinsuche“

Mayen-Andernach: Vulkanpark Radweg

Vulkanpark Radwege

© Vulkanpark GmbH

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Eine Radtour durch die idyllische Osteifel ist ein Erlebnis für Körper und Sinne! Auf dem Vulkanpark-Radweg gewinnen Radfreunde einen Einblick in die Vergangenheit und Entstehungsgeschichte unserer Erde.

Start der insgesamt 33 Kilometer langen Route ist die Eifelstadt Mayen im Zentrum der vulkanischen Osteifel. Über Mendig, Kretz und Plaidt geht es ans Ziel am Rheinufer in der Bäckerjungenstadt Andernach, direkt zum Geysir-Zentrum.

Der Vulkanpark-Radweg verbindet zahlreiche Attraktionen des Vulkanparks auf einer entspannten und familienfreundlichen Route – folgen Sie einfach den grün-weißen Radschildern mit unserem roten Vulkanius darunter.

Planen Sie ihre persönliche Lieblingstour mit Abstechern zu den Info- und Erlebniszentren des Vulkanpark und verbinden Sie so Fahrvergnügen mit dem Besuch unserer interaktiven Museen.

Infomaterialien

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Von Mayen nach Andernach

Vulkanpfad Radweg- keine Infomaterialien vorhanden!

Meilensteine

Meilensteine

Im Nordelsass (Département Bas-Rhin) wurde in der Gegend um Merkwiller-Pechelbronn zwischen 1735 und 1964 auf einem 44.000 ha großen Areal über einen Zeitraum von 230 Jahren Erdöl gewonnen.

Kenndaten

Die Erdpechquellen von Lampertsloch und Baechelbrunn wurden 1498 erstmals schriftlich erwähnt.

1734 untersuchte der Medizinstudent Jean-Theophile Hoeffel erstmals wissenschaftlich die Erdölaustritte der Umgebung und führte erste Destillationsversuche durch.

Mit seiner Arbeit bereitete Hoeffel den Weg der industriellen Ölförderung in Europa und der Entwicklung der Rohölraffination vor.

In den Folgejahren legten Louis-Pierre Auzillon de la Sablonnière und die Industriellenfamilie Le Bel den Grundstein für die Entwicklung einer 230 Jahre andauernden Erdölindustrie.

Ab 1735 baute man in Baechelbrunn und Lobsann Erdöl kommerziell ab, zunächst nur durch lokale Abgrabungen an der Oberfläche.

Im 18. und 19. Jh. wurden in den Mines de Sablonnière und Mines Le Bel et. Cie. über 22.000 t Öl bergmännisch in bis zu 100 m tiefen Gruben im Schachtbetrieb gefördert. Der erste Schacht wurde 1745 angelegt.

Die weltweit erste Prospektionsbohrung auf Erdöl in Kutzenhausen im Jahr 1813 war noch nicht fündig, die Bohrtätigkeiten wurden aber zusehends intensiviert.

Bis 1927 wurden ca. 2.850 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 760.000 m abgeteuft.

In der ersten Hälfte des 20. Jh. wurde über einen Zeitraum von 37  Jahren Erdöl in bis zu 400 m tiefen Gruben im Schachtbetrieb gewonnen.

In einem 1.250 ha großen Gebiet wurden in acht Gruben insgesamt ca. 430 km lange Streckenanlagen angelegt. Die Erdölausbeute betrug insgesamt 955.000 t.

1927 führte eine Forschergruppe um die Gebrüder Schlumberger in Dieffenbach-lès-Woerth die weltweit erste geoelektrische Bohrlochmessung durch.

Für die bohrtechnische Gewinnung von Erdöl wurden insgesamt 5.000 Suchbohrungen abgeteuft, davon wurden 2.700 Bohrungen mit Pumpen ausgestattet.

In Pechelbronn wurde die weltweit erste großtechnische Erdölraffinerie errichtet. In den besten Zeiten waren hier 3.200 Menschen beschäftigt. Die meisten Mitarbeiter der Raffinerie kamen aus der Umgebung. 

Für Zugezogene und leitende Mitarbeiter der Raffinerie wurden eigene Siedlungen errichtet. Die Produkte der Raffinerie wurden unter dem Markennamen „Antar“ vertrieben.

Am 31.12.1964 wurde die Erdölförderung eingestellt. Der Raffineriebetrieb wurde noch bis 1970 fortgeführt.

 

Zwischen 1735 und 1964 wurden in 230 Betriebsjahren, durch Bohrungen und bergmännischen Abbau, insgesamt 3,3 Millionen t Öl gewonnen.

Ölfördermengen Pechelbronn

Zeitraum(nach C. Sittler)Menge
1735-1888Fette22.384 t
1882-1917Rohöl784.802 t
1918-1964Rohöl (Bohrbetrieb)
Rohöl (Schachtbetrieb)
1.407.977 t
1.098.886 t
(1735-1964)Gesamt3.314.051 t

Zum Vergleich:

In Kuwait wurde 2022 diese Ölmenge innerhalb nur einer einzigen Woche (!) gefördert (Jahresförderung: 145,7 Millionen t).

Dieser eklatante Unterschied ist nicht nur der heute eingesetzten Hightech-Fördertechnik geschuldet, sondern v.a. auch dem Erdölvorkommen selbst (Größe der Lagerstätte, Tektonik, räumliche Verteilung und Viskosität des Erdöls, Permeabilität des Muttergesteins etc.).

Tiefste Bohrung (Kutzenhausen)

Betriebszeit der ersten Pumpenanlage

Mahlberg: Schlossberg (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 26)

Meißenheim: D’Wiss Madam (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 14)

Einfach sagenhaft

Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

Beschilderung der Sagenrundwege

  • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
  • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

D’Wiss Madam

In den Wäldern rund um Meißenheim sollen sich allerhand dramatische Geschichten abgespielt haben. So wird von Irrlichtern berichtet, die in den Adventsnächten ihre Tänze aufführten und Wanderer lockten. Oder von dem Licht am Dreibannstein! Aus dem Dunkel des Waldes taucht der Geist eines Soldaten auf, der mit einer Handlampe winkt. Generation für Generation sind Erwachsene nachts über diesen Weg nach Hause gelaufen. Nur wenige haben den Mut gehabt, allein zu gehen. Traust du dich?

Entdecke noch weitere Sagen und Mythen entlang der Strecke.

Textquelle: Ortenau Tourismus

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

Lörrach: Auf der alten Güterbahntrasse

Meissenheim: Auf der alten Bahntrasse nach Ottenheim

Meißenheim-Ottenheim

Auf dem Abschnitt der MEG-Trasse zwischen den Orten Meißenheim und Ottenheim wurden flache Dämme angelegt. Trotz der Kürze des jetzigen Radwegs gibt es einen kleinen Rastplatz.

Einfache Streckenlänge

  • ca. 3,1 km (davon ca. 2 km auf der ehem. Bahntrasse)

Status, Beschilderung

  • Bahntrasse bis auf Endstück in Meißenheim kombinierter Fuß-/Radweg; keine Wegweisung

Textquelle: Webseite „Bahntrasssenradeln“

Mittelbadischen Eisenbahnen AG (MEG)

Die Mittelbadischen Eisenbahnen AG (MEG) waren rechtlich ein Vorgänger der SWEG-Südwestdeutschen Verkehrs-AG. Sie betrieben ursprünglich ein umfangreiches Netz von Schmalspurbahnen in der Oberrheinischen Tiefebene am Fuß des Schwarzwaldes in den heutigen Landkreisen Rastatt und Ortenau. Das Unternehmen entstand im Jahre 1923, als die Lahrer Eisenbahn-Gesellschaft am 30. Juni ihren Namen in Mittelbadische Eisenbahnen AG änderte und am 15. November die rechtsrheinischen Strecken der Straßburger Straßenbahn-Gesellschaft übernahm. 1953 wurde die MEG um zwei Normalspurstrecken und eine Schmalspurstrecke der ehemaligen Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) erweitert. 1955 betrieb die MEG kurzzeitig auch die Müllheim-Badenweiler Eisenbahn.

Die Reduzierung und Umspurung des Stammnetzes

Doch schon bald nach der Gründung der Bundesrepublik und der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse konnten sich die kleinen Bahnen gegen die wachsende Konkurrenz der Straße nicht mehr behaupten. Private Kraftfahrzeuge, aber auch der eigene Omnibuslinienverkehr, den die MEG bereits am 15. Mai 1929 eingerichtet hatte, erschienen der Bevölkerung schneller und bequemer zu sein als die Schienenfahrzeuge, obwohl man auch hier zunehmend Triebwagen einsetzte. Dazu kam der Wunsch mehrerer Städte und Gemeinden, vor allem Rastatt, Offenburg und Lahr, ihre Straßen von Schienen freizuhalten und Platz für die Verbesserung des Straßenbaus zu gewinnen.

So setzte schon verhältnismäßig früh die Stilllegung ein. Sie erfasste zunächst das südlich von Kehl gelegene Oberländer Netz um Lahr und Offenburg. Ab Lahr Schlüssel bis nach Seelbach ruhten der Personenverkehr ab 2. Mai 1950 und der Güterverkehr ab 20. Mai 1951. Ein Jahr später (1952) war die Stadt Lahr ab MEG-Bahnhof gänzlich vom innerörtlichen Schienenverkehr befreit. Die Verbindung Kehl–Altenheim–Lahr MEG wurde nach einiger Zeit 1959 in zwei Abschnitten stillgelegt. Damit war das Netz zweigeteilt worden.

In der Stadt Offenburg hatte man am 1. Juni 1957 den Gesamtverkehr bis Schutterwald beendet, obwohl die anschließende Strecke bis Altenheim noch bis in den Sommer 1961 befahren wurde. Damit entstand für wenige Jahre ein Inselbetrieb, da die sechs Kilometer lange Strecke keine Verbindung mehr zum übrigen Eisenbahnnetz hatte. Grund war die noch ausstehende Fertigstellung einer Verbindungsstraße. Mit der Einstellung des Inselbetriebs 1961 war das Südnetz vollkommen verschwunden.

Danach begann auch die Reduzierung des Unterländer Netzes nördlich von Kehl. Bis auf die Entfernung der Gleise innerhalb von Rastatt zwischen Reichsbahnhof und MEG-Bahnhof im Jahre Oktober 1939 (der Güterverkehr war schon am 1. Juni 1938 eingestellt worden), wurden alle Strecken noch bis zum 24. September 1966 befahren. Zu diesem Zeitpunkt kam das Ende für die Personenbeförderung von Kehl bis Freistett, während der Güterverkehr abschnittsweise noch bis Herbst 1968 weiterbestand. Am 30. Juni 1967 wurde sogar noch ein 2 km langes schmalspuriges Anschlussgleis für den Güterverkehr von Stollhofen zur Firma Dow Chemical GmbH in Greffern in Betrieb genommen.

Im Jahre 1970 wurde dann der Personenverkehr auf dem nördlichen Netz völlig stillgelegt, am 15. April von Schwarzach bis Rastatt MEG und am 27. September auf der Strecke Freistett–Schwarzach–Bühl.

Am 1. Oktober 1971 vereinigte das Land Baden-Württemberg die Mittelbadischen Eisenbahnen AG mit der Südwestdeutschen Eisenbahn GmbH zur Südwestdeutschen Eisenbahnen AG. Die weitere. Geschichte der neuen Unternehmung wird dort dargestellt. Hier soll nur noch über das Ende des Schmalspurnetzes berichtet werden:

Das Ende des Güterverkehrs auf diesem Netz folgte in kleinen Schritten zwischen 1971 und 1973; nur zwischen Schwarzach und Scherzheim wurde er noch bis zum Jahresende 1980 aufrechterhalten.

Eine Ausnahme machte die Strecke von Bühl über Schwarzach nach Stollhofen, wo sie sich nach Söllingen und Greffern verzweigte. Sie wurde im Sommer 1972 auf Regelspur umgebaut und – teilweise neu trassiert – für den Güterverkehr wieder in Betrieb genommen. Dieses kleine Netz von 15 km Länge stellt bis heute den SWEG-Betrieb Schwarzach dar. Grundlage dafür war die Bedienung des NATO-Flughafens Söllingen, auf dessen Gelände sich heute der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airport) befindet, und des Anschlussgleises der Firma Dow Chemical GmbH in Greffern.

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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Alte Bahnstrecke von Meißenheim nach Ottenheim

Keine Infomaterialien vorhanden.

Mendig: Von der Vulkan Brauerei zum Kloster Maria Laach

Mendig: Von der Vulkan Brauerei zum Kloster Maria Laach

Geologie hautnah erleben!

Von der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert wurde in Mendig in zahlreichen Stollen und Schächten auf einer Fläche von insgesamt ca. 3 km² unterirdisch die über 200.000 Jahre alte Basaltvava des Wingertsberg-Vulkans zur Herstellung von Mühlsteinen abgebaut. So entstanden hallenartige Räume, die von vielen der Mitte des 19. Jahrhunderts in Mendig noch vorhandenen 28 Brauereien zur Lagerung ihres Bieres genutzt wurden. In den ca. 30 m tiefen Lavakellern herrschen ganzjährig eine hohe Luftfeuchtigkeit und konstante Temperaturen zwischen 6 °C und 9°C, ideal für die Lagerung von Bier.

Heute ist die Vulkan Brauerei, die im Jahr 1875 als Betrieb der Familie Wölker gegründet wurde und 2011 von Malte Tack übernommen wurde, die einzige Brauerei in Mendig.

Im Lavakeller können die Biere bis zu einem halben Jahr lang in vorbelegten Fässern riefen, in denen zuvor schon Portwein, Bourbon, Rum oder Sherry reiften. Das Bier nimmt bei der Reifung zarte Nuancen des Holzes, aber auch der Spirituosen auf.

Tipp

Ein Besuch im direkt angrenzenden Deutschen Vulkanmuseum „Lava-Dome“ gehört zum Pflichtprogramm.

 

Infomaterialien

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Kloster Maria Laach

Geländeplan

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Lava Dome

Faltblatt

Menzenschwand: Geißenpfad

Menzenschwand: Geißenpfad

Radioaktivität

Messverfahren

Radon

Schon wieder ein Premiumwanderweg

„Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf erlebt der Wandermarkt eine neue Gründerzeit. Wie vor hundert Jahren entstehen überall neue Wanderwege mit und ohne Siegel, Zertifikat oder Prädikat. Jede Region, jeder Ort, der etwas auf seine Landschaft hält, präsentiert sich mit aufwendig vermarkteten Steigen, Pfaden und Touren. Der Wandergast wird mit derlei Offerten geradezu überflutet – und verliert die Übersicht.

Um auf diesem sich rasch entwickelnden Markt der Möglichkeiten überhaupt noch wahrgenommen zu werden, bedarf es überzeugender Orientierungshilfen. Vermarktung um der Vermarktung willen allein hilft nicht. Sie muss sich auf echte Spitzenqualität gründen und in der Bildung von Wandermarken gipfeln. Nur so kommt das nachweislich wichtigste PR-Medium zum Tragen: Die Mund-zu-Mund-Botschaft.“

… schreibt das Deutsche Wanderinstitut auf der vereinseigenen Webseite (Stand: 22.04.2023)

Orientierungshilfe

Die Wegbezeichnung „Geißenpfad“ gibt schon einen Hinweis auf das, was den Wanderer auf der Tour erwartet.

ABER: Der Pfad bietet noch deutlich mehr, v.a. aus geologischer und bergbauhistorischer Sicht. Diese Kombination ist in Deutschland einmalig. Die Landschaft am Südrand des Feldbergmassivs einfach nur wunderbar.

Und genau deshalb ist der Geißenpfad nicht doch nur „schon wieder ein Premiumwanderweg“, sondern tatsächlich ein ganz besonderer Wanderweg.

Streckenführung

Der offizielle Startpunkt des prämierten Genießerpfades ist der Mösle Parkplatz in Menzenschwand-Hinterdorf. Die Rundtour verläuft im „Gegenuhrzeigersinn“.

Der erste Wegabschnitt führt über die Menzenschwander Wasserfälle in Richtung Feldberg durch das Tal der Menzenschwander Alb bis hoch zur Menzenschwander Kluse mit beeindruckenden Zeugnissen der letzten Eiszeit.

Der zweite Wegabschnitt führt in Richtung Herzogenhorn durch das Tal des Krunkelbachs, wo sich kurz vor dem Rückweg nach Menzenschwand/der Bachquerung bei der Barbaraquelle bis 1992 das Uran-Versuchsbergwerk „Grube Krunkelbach“ – oder auch „Grube Hans Paul“ genannt – befand.

Menzenschwander Alb

Die Alb entsteht aus zwei Quellflüssen, der Menzenschwander Alb und der Bernauer Alb. Sie fließt in südliche Richtung und mündet, gemessen von der Quelle seines linken Oberlaufs, nach fast 44 km bzw. ab dem Zusammenfluss der zwei Oberläufe nach 32 km bei Albbruck in den Hochrhein. Mit einer mittleren natürlichen Wasserführung von 8,6 m³/s ist die Alb der zweitgrößte rechte Nebenfluss des Hochrheins.

Das Quellgebiet der Menzenschwander Alb liegt am Südhang des Feldberg-Massivs im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, das der Bernauer Alb am Südhang des Herzogenhorns. Nachdem beide Bäche ihre namengebenden Orte, Menzenschwand und Bernau in südöstlicher Richtung durchflossen haben, vereinigen sie sich nach unter 14 km bzw. über 11 km an der Glashofsäge zur Alb.

Beide Täler haben durch eiszeitliche Gletscher des ehemaligen Feldberg-Gletschers verbreiterte Talsohlen, die wegen ihrer Höhenlage um 900 m von Grünlandwirtschaft geprägt sind. Das Bernauer Tal ist ein breites Becken, das durch kleine Talstufen, Moränenwälle, moorige Senken, kleine Bachschluchten und rundhöckerartige Felsköpfe gegliedert ist. Etwas oberhalb der frostgefährdeten Talsohle liegen verstreut die Weiler und Einzelhöfe des Ortes. Noch augenfälliger sind die glazialen Formen im engeren Tal der Menzenschwander Alb. Bekannt ist der steile Endmoränenwall der Menzenschwander Kluse. Unterhalb stürzt die Alb in Wasserfällen durch eine kleine Schlucht zur Verlandungsebene eines vom einstigen Krunkelbach-Talgletscher ausgeschürften Seebeckens.

Textquelle: Wikipedia (Stand: 22.04.2023

Hauptfallstufe der Menzenschwander Wasserfälle im April 2023.

Hauptfallstufe der Menzenschwander Wasserfälle im April 2023.

Glaziale Formen

Rund um Menzenschwand können mehrere Glazialformen angetroffen werden, die vom Feldberg, dem Herzogenhorn und dem Spießhorn ausgehende Gletscherzungen während der letzten Eiszeit (Würm) geschaffen haben. Es handelt sich um Endmoränenwälle, ein Hängetal mit Wasserfallstufe, das Scheibenlechtenmoos-Kar und mehrere Rundhöcker.

Im mittleren, leicht vermoorten Talbereich der Menzenschwander Alb befinden sich im Bereich der „Kluse“ drei deutlich erkennbare Endmoränenwälle, die bogenförmig quer zum Tal verlaufen. Ihr Verlauf ist allerdings etwas asymmetrisch. An der Nordseite legen sich die Wälle flach an den Talrand, während sie an der Südseite senkrecht an den Rand stoßen. Die drei Moränen in der Kluse werden dem Feldsee-Stadium vor rund 13 000–12 000 Jahren zugeordnet.

Im weiteren Verlauf überwindet die Alb eine kleine Wasserfallstufe aus Bärhalde-Granit (Menzenschwander Wasserfälle). Sie kam dadurch zustande, dass sich der größere Gletscher aus dem unterhalb von der Seite einmündenden Krunkelbachtal stärker eintiefte und den Albtalgletscher aufstaute. Dadurch blieb nach Abschmelzen der Gletscher das Albtal als höher gelegenes Hängetal übrig.

Glaziale Formen in näherer Umgebung:

Westlich von Menzenschwand-Hinterdorf schürfte das Gletschereis am Osthang des Spießhorns in 1.097 m NN eine Karhohlform aus – das Scheibenlechtenmoos-Kar. Die bewaldeten Karwände sind hauptsächlich aus Bärhalde-Granit aufgebaut, ragen gut 140 m steil empor und schließen oben mit einem mächtigen Felskranz ab. Das Kar ist durch einen Endmoränenwall abgeriegelt. In dem übertieften Karboden hat sich ein Hochmoor gebildet, das bis 6 m Torfmächtigkeit aufweist. Nach Pollenanalysen reicht die Moorbildung bis 11 000 Jahre zurück. Sedimentologische Untersuchungen ergaben am Grund des Moors den Nachweis von Laacher Bimstuff, der beim letzten großen Vulkanausbruch in der Eifel vor knapp 13 000 Jahren ausgeworfen wurde. Hinweis: Der Laacher Vulkan ist 293 km entfernt.

Unterhalb von Menzenschwand-Vorderdorf befinden sich beim Sportplatz einige Rundhöcker aus Bärhalde-Granit. Die typische, flach abgerundete und glatte Schlifffläche auf der Luvseite und die steilere, raue und felsige Oberfläche auf der Leeseite der Rundhöcker werden hier besonders deutlich. Diese schönen Bildungen wurden dadurch begünstigt, dass die Fließrichtung des Gletschereises mit der Hauptkluftrichtung des Granits zusammenfiel.

Textquelle: LGRB-Wissen „Endmoränen und weitere Glazialformen bei Menzenschwand“ (Stand:  22.04.2023).

 

Tipp

Von Mai bis Oktober sind die Menzenschwander Wasserfälle jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag abends beleuchtet.

Endmoränenriegel an der Kluse im Talboden der Menzenschwander Alb im April 2023. Blick talabwärts nach Süden.

Seitenmoräne an der östlichen Flanke im Tal der Menzenschwander Alb im April 2023. Blick talaufwärts nach Norden.

Uran-Versuchsbergbau im Krunkelbachtal

Im Schwarzwald wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nach mehrjährigen Prospektionsarbeiten zwei abbauwürdige Uranvorkommen entdeckt: In Müllenbach bei Baden-Baden und in Menzenschwand. Bei Menzenschwand handelt es sich sogar um das größte Uranvorkommen in den „alten Bundesländern“.

An beiden Standorten hatten die Grubenbetreiber keine Konzession zum Abbau, es wurden lediglich Genehmigungen zu Erkundungszwecken erteilt.

Bei den Erkundungen in Menzenschwand wurden in einem Zeitraum von 31 Jahren (!) insgesamt 100.000 t Uranerz entnommen.

Mehr erfahren …

Die Floriansquelle im April 2023. Der Bohrbrunnen versorgt das Revitalbad in Menzenschwand mit radonhaltigem Wasser.

Infomaterialien

Menzenschwand: Hinterlassenschaften des Uranabbaus im Krunkelbachtal

Menzenschwand: Hinterlassenschaften des Uranabbaus im Krunkelbachtal

Von Bernd Laquai
09.07.2013

20 Jahre später – Hinterlassenschaften des Uranabbaus im Krunkelbachtal bei Menzenschwand

Eine der eindrucksvollsten und lehrreichsten Wanderungen, die man mit einem Geigerzähler machen kann, ist zweifellos eine Wanderung durch das herrliche Krunkelbachtal bei Menzenschwand, einem netten Schwarzwald-Örtchen einige Kilometer südlich des Feldbergs und einige Kilometer westlich des Schluchsees.

Das Krunkelbachtal ist ein extrem gutes Lehrbeispiel aus der jüngeren Geschichte der Menschheit, wie die Gier nach Geld und Macht dazu geführt hat, dass selbst 20 Jahre nach der Renaturierung des ersten und größten westdeutschen Uranabbaugebiets die idyllische Natur dort immer noch mit giftigem und radioaktivem Material auf recht gefährliche Weise kontaminiert ist. Allerdings sind die Schäden des Grubenbetriebs so behoben, dass man die Gefahren als unerfahrener Wanderer und Tourist nicht mehr mit bloßem Auge erkennen kann. Die Tatsache, dass hier das Naturschutzgebiet Feldberg beginnt, suggeriert zudem sofort, das hier die Natur völlig in Ordnung wäre.

Der Konflikt um das Schwarzwalduran, der 1957 durch den Fund von Uranglimmer durch Geologie-Studenten seinen Anfang nahm, hat mehr als 30 Jahre lang zu einem heftigen Aufeinanderprallen unterschiedlicher wirtschaftlicher und politischer Interessen geführt. Selbst einige Umwelt- und Heimatschützer hatten sich mit millionenschweren Investoren der Tourismusbranche (vom Verleger Franz Burda organisiert) verbündet, um mit einem gewaltigen Umbauprogram das Örtchen Menzenschwand zu einem mondänen und exklusiven Kurbetriebsort zu machen, nur damit der Tourismus das weitere Ausdehnen des Bergbaus verhindern möge. Schließlich kam es nach vielen Jahren des politischen Gezerres und der Unentschlossenheit, die das Bergbauunternehmen Gewerkschaft Brunhilde zu einem intensiven „Probebetrieb“ nutzte, vor dem Bundesverwaltungsgericht zu einem Vergleich, bei dem die Landesregierung den größten Teil der Kosten für die Grubenschließung und Renaturierung übernehmen musste.

Trotz des Siegs für die Tourismusindustrie über die Interessen der Bergbauindustrie und die wirtschaftlichen Interessen der Regierung ist das heutige Tourismuskonzept für das Krunkelbachtal in der Gemeinde St. Blasien, zu dem heute Menzenschwand gehört, als äußerst fragwürdig einzustufen. Auch der Job, den hier die Umweltbehörden geleistet haben, müsste man eigentlich als völlig unzureichend kritisieren. Eine juristisch einigermaßen korrekte Lösung für die derzeitigen Verhältnisse im hinteren Krunkelbachtal wäre, das Gebiet wenigstens zu umzäunen und mit entsprechenden Warnhinweisen zur Radioaktivität und zur chemischen Giftigkeit der herumliegenden Erzbrocken und Steine zu versehen, selbst wenn das nicht so richtig zum übrigen Tourismuskonzept und zum idyllischen Naturschutzgebiet Feldberg passt und sicher die ahnungslosen Wanderer etwas aufschrecken würde. Ein eifriger Jurastudent der naheliegenden Universität Freiburg könnte sich den Fall hier sicher auch nochmals vornehmen und unter Beweis stellen, dass er in seinem Studium etwas ordentliches gelernt hat. Ein Medieninteresse würde er garantiert auslösen und hätte durchaus Aussicht auf Erfolg.

Hintergrund der Vorwürfe ist, dass das was das Herz eines Geigerzählers im hinteren Krunkelbachtal höher schlagen lässt, einem Kleinkind das weitere Leben ziemlich schwer machen könnte weil dessen Nieren und andere Organe schweren Schaden nehmen könnten. Die relativ hohe Radioaktivität des mit Uran kräftig kontaminierten Bodens allein würde für eine Familie mit Kindern, welche dem mit dem freundlichen Raben gekennzeichneten „Menzos Wegle“ in das Krunkelbachtal folgt und sich am kühlen Wasser des Krunkelbachs labt, vermutlich gar nicht mal das größte Problem darstellen. Dazu wäre der Expositionszeitraums vermutlich zu kurz. Etwas viel Schlimmeres könnte passieren, wenn das kleine Kind einen der schönen dunkelroten Steinchen, welche wegen den eingelagerten Kristallen auch noch höchst interessant in der Sonne glitzern, aufhebt, und dann darauf herumlutscht und im schlimmsten Fall sogar verschluckt. Dann würde nämlich das Uran seine gefährliche Alphastrahlung im noch immunschwachen Körper freisetzen und auch seine hohe chemische Giftigkeit in voller Kraft freisetzen was zur Niereninsuffizienz führen könnte.

Die schönen roten Steinchen sind nämlich in den erzführenden Gängen losgeschossenes Uranerz aus der ehemaligen Grube Krunkelbach. Das Restmaterial des Uranerzes wurde bei der Stillegung der Grube zum Verfüllen des Stollenmundlochs (Eingang) der Grube verwendet und teilweise sogar auf den Halden in der Umgebung belassen. Die rote Farbe der Steinchen rührt vom stark hämatitisierten Granitporphyrgestein her. Das Glitzern wird von Einlagerungen verschiedenster kristallisierter Mineralien hervorgerufen, die im tiefliegenden Gestein des Rabenfelsen vorkommen. Unter diesen Mineralien finden sich Uranglimmer, Strontium, Arsen und andere hochgiftigen Schwermetalle. Das Lutschen an diesen Steinchen wäre also selbst für einen Erwachsenen alles andere als gesund.

Das besonders heimtückische an der Situation ist aber, dass diese Steinchen, ähnlich wie die Köder, die man für Rattengift benutzt, erst zeitlich sehr versetzt zu Problemen führen würden. Wenn die Probleme erst Monate oder Jahre später auftauchen, weil sich das Uran und die anderen hochgiftigen Schwermetalle in den Körper eingelagert haben und dort „über Zeit“ so vor sich hinstrahlen bzw. äußerst toxisch wirken, dann wird sich die betroffene Familie nicht mehr so ohne weiteres an ein Steinchen erinnern, an denen das kleine Kind in dem so idyllischen Krunkelbachtal auf Menzos Wegle ganz in der Nähe von Barbaras Quellplätzle gelutscht hat. Das ist dann ähnlich wie bei der ansonsten sehr intelligenten Ratte, die sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr an den Köder erinnert und deswegen auch ihre Artgenossen nicht mehr warnen kann, wenn sie merkt, dass es mit ihr zu Ende geht.

Das Wasser im Krunkelbach wird ebenfalls ganz schön uranhaltig sein und auch andere Schwermetalle und Halbmetalle wie Arsen enthalten. Unter den Uranmineralien (Uranglimmer) sind chemisch hochgiftige Uranylverbindungen, die in Wasser löslich sind. Dazu gibt es in Wikipedia auch einen recht lehrreichen Eintrag. Wenn man also bei N47 50.304 E8 02.642, Menzos Wegle folgend, über die Krunkelbach-Brücke in Richtung Grubenzugang geführt wird, sollte man sich nicht unbedingt an dem herrlich kühlen und sprudelnden Wasser laben. Unterhalb von Barbaras Quellplätze ergießt sich zusätzlich Wasser aus dem verfüllten Grubeneingang über die Reste der Halde (etwa bei N47 50.337 E8 02.821) und fließt ebenfalls direkt in den Krunkelbach. Man sollte sich daher auch fragen, welches Wasser die im Krunkelbachtal so scheinbar glücklich weidenden Kühe Tag ein Tag aus so zur Tränke bekommen (wenn nicht aus dem Krunkelbach) und ob man das Uran nicht doch in der Schwarzwaldmilch, welche von den Bauern aus Menzenschwand geliefert wird, später noch deutlich nachweisen kann.

All das aber kommt dem fröhlichen Familienurlauber und fröhlichen Wandersmann bestimmt nicht in den Sinn, wenn er bei schönem Wetter durch das rein optisch herrlich wirkende Krunkelbachtal wandert. Der Tourismusverband hat sich viel Mühe gegeben und einen schönen Lehrpfad entlang des Krunkelbachwegs eingerichtet mit vielen Informationen zur idyllischen Natur dieses schönen Schwarzwaldtals am Rande des majestätischen Rabenfelsens, auf dem auch etliches zur Geologie und zum Quellgebiet des Krunkelbachs erklärt ist. Es laden auch viele Bänkchen zur Rast ein, wo neugierige Kinder ganz aus der Nähe die Natur bewundern können.

Selbst das holzverschalte Quellhäuschen der Floriansquelle (bei N47 50.324 E8 02.653), aus der seit 2005 das mit dem radioaktiven Radongas aus der ehemaligen Grube beladene Wasser für das beschauliche Radon Revitalbad in Menzenschwand-Hinterdorf gefördert wird, gibt kaum einen Anlass um ins Zweifeln zu geraten. Auf einer Infotafel auf der eine entspannte Badenixe im Wasser zu sehen ist, wird von der heilenden Wirkung des Radons erzählt. Auch der Name „Revital“ passt ja immer noch recht gut zur herrlichen Landschaft. Nur der Geigerzähler merkt, dass es hier so langsam „heiß“ wird.

Geht man Menzos Wegle noch etwas weiter hinter, gelangt man durch herrliche wilde Wiesen, wo im Sommer viele blaue Lupinen blühen, zu Barbaras Quellplätzle. Hier führt ein verstecktes Wegchen zu einem weiteren Quellhäuschen (bei N47 50.319 E8 02.720). Wer hierhin findet, der wird nun interessanterweise auch ein wenig über den Streit um das Uran im Schwarzwald informiert. Wahrscheinlich freut sich der Wandersmann nach eingehendem Studium der Infotafel dann darüber, dass der Umwelt- und Heimatschutz bei der Auseinandersetzung gewonnen hat und darüber, dass das schöne Krunkelbachtal eben keine wüste Bergbau-Gegend geworden ist, sondern die Idylle der Natur in diesem Bereich wieder hergestellt wurde. Nichts in der herrlichen Gegend lässt daher die heute noch vorhandenen Gefahren für das bloße Auge erkennbar werden. Nur ein geschultes Auge erkennt vielleicht, dass beide Holzhäuschen eine eingebaute aktive Querlüftung (unten neben der Tür und oben auf der Rückseite) haben, um das Aufstauen des radioaktiven Radongases im Häuschen zu verhindern und um das Wartungspersonal zu schützen.

Von Barabaras Quellplätzchen aus kann man gut vollends zum Bachbett des Krunkelbachs hinterlaufen. Man kann den hier schon stark überwachsenen Weg noch einigermaßen erkennen, der hinunter führt. Bei N47 50.313 E8 02.797 kommt man wieder auf eine größere Wiese, die früher einmal der Eingangsbereich zur Grube (Stollenmundloch) war. Ungefähr hunderttausend Tonnen Uranerz, so schätzt man, wurden hier von der Gewerkschaft Brunhilde aus dem Innern des Rabenfelsens geholt, mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,72 % Uran, das in der Uranaufbereitungsanlage in Ellweiler aus dem Menzenschwander Erz extrahiert wurde. Diese Aufbereitungsanlage gehörte ebenfalls der Gewerkschaft Brunhilde. Viele schwere Lastwagen müssen dazu von hier durch das idyllische Tal bis zur Bahnverladung bei Schluchsee gefahren sein. Der größte Teil des Uranerzes, das in der Nähe des Eingangs auf einer Halde lag, hat man in der Zwischenzeit abtransportiert oder zum Verfüllen des Stollenmundlochs verwendet. An vielen Stellen ist die Halde auch wieder zugewachsen, aber der Bewuchs ist nur sehr oberflächlich auf dem sehr unwirtlichen Gestein. Besonders dort wo reichlich Wasser aus dem verfüllten Eingang austritt (bei N47 50.337 E8 02.824), spült die Strömung des herrlich klaren Wassers die Steine immer wieder frei. Dieses Wasser sieht geradezu wie gesundes Schwarzwaldwasser aus. Etlicher dieser rötlichen und glitzernden Erzsteine liegen auf den unbewachsenen Teilen der Halde frei herum und werden schön umspült und funkeln förmlich im Wasser.

Konzentriert man sich nun auf die Steine auf denen viele feine, leicht grünliche Kristalle auf der Oberfläche zu sehen sind, kann man mit einem Geigerzähler eine Ortsdosisleistung von deutlich über 15 µSv/h messen. Mit einer UV-Lampe erkennt man schnell, dass diese grünlichen Kristalle hell aufleuchten, wenn man sie im Dunkel der Bäume mit UV Licht bestrahlt. Diese Fluoreszenz ist das Merkmal der Uranglimmer, wie z.B. der Mineralien Autunit und Uranocitrit. Etwas seltener findet man auch Steine mit schwarzgrauen Einlagerungen in den sonst rötlichen Steinen, die den Geigerzähler sofort an die Alarmgrenze treiben. Hier handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Uraninit (Uranoxid, UO2 bzw. U3O8) oder auch im Volksmund Pechblende genannt, das Mineral, dem die vorrangige Begierde der bergbaulichen Aktivitäten hier galt.

Einzelne der geförderten Erzchargen, so wird berichtet, erreichten über 2 % Urangehalt, hauptsächlich in Form von Pechblende, was ein relativ hoher Gehalt ist im internationalen Vergleich. Pechblende hat einen der höchsten Werte für die spezifische Radioaktivität unter allen natürlich vorkommenden Uranmineralien. Während die Pechblenden-Mineralisationen sehr gediegen ins Gestein eingelagert sind, ist der Uranglimmer dagegen für den ahnungslosen Finder besonders gefährlich, weil sich die Kristalle bröselig und fein verteilt auf den Oberflächen befinden und sich leicht ablösen. Deswegen ist es mehr als sinnvoll, sich die Hände gut zu waschen, nachdem man solche Steine angefasst hat. Sonst gelangen diese Uranglimmerbrösel nämlich beim nächsten Vesper auf das Vesperbrot und können von da aus in den Körper gelangen. Die chemische Giftigkeit des Urans liegt ähnlich hoch wie die anderer Schwermetalle und ist vergleichbar zu der des Quecksilbers. An den vielfältigen Färbungen der Kristalle auf den Steinen kann man ebenfalls erahnen, dass hier noch etliche andere seltenere chemische Elemente zu finden sind, die meistens für den Menschen nicht gerade gut bekömmlich sind.

Oben auf Menzos Wanderwegle findet man ebenfalls immer wieder Ansammlungen von Erzsteinen. Besonders auffällig ist ein Loch bei N47 50.353 E8 02.747, das mit Steinen verfüllt wurde. Vermutlich hat sich hier ein Bauer geärgert, dass sein Fahrzeug immer wieder in dieses Loch (ein altes Bohrloch?) rutscht und hat die Steine auf der Halde gesucht um es zu füllen. Hier misst man erstaunliche 10 µSv/h mitten auf dem Weg, was natürlich mit einem heftigem Geknatter des Geigerzählers einhergeht. Aber ohne so ein Messinstrument würde man denken, dass hier neben den schönsten Wiesenblumen die Welt völlig in Ordnung ist.

Was sich hier bergbaulich in etwa abgespielt hat, hat Helge Steen minutiös genau in seinen Bergbau-Fachbüchern dokumentiert. Teilweise lesen sich die Passagen wie Krimis, an denen man die Hochspannung der Bergleute erkennen kann, die sie angetrieben hat um eine noch hochgradigere und noch ergiebigere Uranerzader zu finden. Helge Steen hat auch die gefundenen Erzgänge mit Geokoordinaten so gut dokumentiert, dass sich diese relativ einfach vom damals gebräuchlichen Gauss-Krüger Koordinatensystem (mit Potsdam Datum) in das heute üblichere GPS-basierte Koordinatensystem (mit WGS84 Datum) umrechnen lassen. Damit lassen sich auch heute noch die Lage der durch zwei Stollen verbundenen Erzgänge auf einer Karte visualisieren. Besonders ergiebig waren wohl Gang 1 und 2. Hier wurden Schächte in die Tiefe gegraben, von denen aus etliche Sohlen auf unterschiedlichen Tiefe bis hinunter auf 240 m Tiefe abgezweigt wurden, aus denen das Erz der Gänge von unterschiedlichen Tiefen her gefördert werden konnte. In den Büchern findet man auch eine interessante Dokumentation der damals verfügbaren technischen Ausrüstung sowie etliche relativ neutrale Erläuterungen zu den politischen Auseinandersetzungen, die den Betrieb erheblich beeinflussten.

Der Eintrag zum Thema „Grube Krunkelbach“ in Wikipedia ist eine ebenfalls eine sehr lesenswerte Kurzfassung zu der Geschichte, die sich im Krunkelbachtal abgespielt hat und etwas näher erläutert, was die Politik, die Industrie und die Menschen in Menzenschwand seinerseits bewegt hat. Im Internet gibt es ebenfalls weitere sehr interessante Artikel zum Schwarzwalduran, zu der Grube Krunkelbach und der Bergbaugesellschaft Gewerkschaft Brunhilde aus Uetze in Niedersachsen.

Hat man schließlich die beeindruckenden Strahlungswerte um die ehemalige Grube im hinteren Krunkelbachtal verarbeitet und die Giftigkeit der glitzernden Steinchen begriffen, dann kann man auf der Nordseite das Krunkelbachtal zurückgehen und die Tour Richtung Farnwitte zu einer schönen Runde ausdehnen. Auf dieser Seite findet man im Sommer viele Fingerhutpflanzen, die zwar auch sehr schön und giftig sind, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die meisten Leute darüber Bescheid wissen.

Sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückweg ist leicht zu erkennen, dass die Umweltradioaktivität im übrigen Krunkelbachtal überhaupt kein Problem darstellt. Sie beträgt meist um 0,2 µSv/h, was angesichts des granitigen Untergrunds (Bärhalde-Granit) ein völlig normaler Wert ist. Daraus kann man schließen, dass solange man das Uran im Berg lässt, es normalerweise auch kein Problem darstellt.

Der Weg führt einen dann bei N47 50.343 E8 03.748 zum Cafe und Berg-Beizle „Kuckuck“ (Update April 2023: Den „Kuckuck“ gibt es nicht mehr. Das ehemals verpachtete Cafe ist inzwischen Bestandteil des inhabergeführten „Albhof am Wasserfall“, ein gastronomischer Betrieb mit Ferienwohungen). Dort gleich in der Nähe gelangt man zu den Menzenschwander Wasserfällen (bei N47 50.417 E8 03.773) einer sehenswerten Schlucht durch welche die Menzenschwander Alb (ein Fluss) fließt.

Geht man vom Kuckuck zunächst den Weg nach Norden bis zu einer Steinbrücke bei N47 50.779 E8 03.713 und biegt dort rechts nach Westen ab, führt ein Weg hoch zur Farnwitte. Unter einer Witte verstand man früher eine Vieh-Tränke und Wasser und Farne gibt es hier wirklich genug. Man findet etliche schöne Pflanzen beispielsweise auch jede Menge Heidelbeeren und Baumwollgras. Hier wollte die Gewerkschaft Brunhilde eine weitere Abbaustätte errichten und einen Förderschacht anlegen. Den Grund dafür kann man auch heute noch nachvollziehen, denn wenn man die geo-referenzierten Aufzeichnungen des Geigerzählers betrachtet bzw. die von Helge Steen angegebenen Uran-Prospektionsdaten anschaut, sieht man dass hier auch eine sogenannte Anomalie bezüglich der Radioaktivität zu finden ist. Auf dem Forstweg bei etwa N47 50.933 E8 04.065 erkennt man wieder leicht rötliches Porphyrgestein (Rhyolith) mit leicht erhöhter Radioaktivität, die hier vereinzelt in Gesteinsaufschlüssen auch zu Messwerten über 0,5 µSv/h Gamma-Ortsdosisleistung führt. Das heißt, man hat dies offensichtlich als Zeichen für ein Uranvorkommen auch auf dieser Seite des Tals gesehen. Der Antrag der Bergbaugesellschaft wurde allerdings mit Hinweis auf das Landschaftsschutzgebiet abgelehnt. Da auch mehrfach die Lage der Grube Krunkelbach am Rande des Naturschutzgebiets Feldberg vor Gericht sehr entscheidend war, kann man erkennen, dass die Ausweisung solcher Gebiete für den Erhalt der Natur manchmal sehr hilfreich werden kann.

Oben auf der Farnwitte hat man dann einen tollen Blick auf den Feldberg (etwa bei N47 50.838 E8 04.314) und auf das so friedlich erscheinende Menzenschwand (bei N47 50.306 E8 04.387 bzw. noch besser bei N47 50.159 E8 04.394). Von hier aus sieht man dann am Ortsrand auch das Radon-Revitalbad von oben, das vor allem Menschen mit rheumatischen Erkrankungen Heilung durch die Radioaktivität des radonhaltigen Wassers aus der Grube Krunkelbach verspricht. Man darf allerdings nur auf ärztliche Anordnung und eingehende Beratung ist das radonhaltige Wannenbad. Im normalen Schwimmbad ist kaum eine erhöhte Radioaktivität messbar, vermutlich wird das Bad von den Strahlenschutzbehörden heute recht streng überwacht. Im Vergleich zur Radioaktivität in der Umgebung der Grube aus der das Wasser stammt, wirkt das allerdings ziemlich grotesk. Man kann sich ebenfalls denken, dass wenn eine kerntechnische Firma oder Nuklearanlage Müll mit 10 µSv/h im Firmengelände gelagert hätte, dann hätte diese Firma mit großer Sicherheit ein ernsthaftes Problem. So gesehen muss die Gemeinde St. Blasien als Eigentümer des ehemaligen Firmengeländes um die Grube Krunkelbach wohl eine sehr eigenartige Ausnahmegenehmigung haben, dass sie nicht einmal einige dezente Warnhinweise für die ahnungslosen Touristen aufstellen muss, die nichtsahnend Menzos Wegle entlang geführt werden.

© Bernd Laquai

Ein Ausflugstipp von der Webseite opengeiger.de

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Von Bernd Laquai
20.07.2014

Kontrolle: Strahlenschutz an der ehemaligen Krunkelbach-Urangrube

Ein wenig scheint es schon bewegt zu haben, dass im idyllischen Krunkelbachtal auf Menzos Wegle die Werte für die Radioaktivität gemessen wurden, dort wo früher der Uranbergbau betrieben wurde. Insbesondere das stark strahlende Loch bei N47 50.353 E8 02.747 hat in der Zwischenzeit jemand mit Schotter verfüllt und vermutlich vorher auch die schlimmsten Brocken an Uranerz entfernt. Zumindest ist nun die Strahlung dort um einen Faktor von mehr als 10 geringer geworden und ist mit 0,7 μSv/h wieder näher an dem was man in unbelassenen Gebieten der Nachbarschaft im Bereich natürlicher Hotspots messen kann (beispielsweise am Blössling bei Bernau). Die schönen aber hochgiftigen Steinchen liegen aber immer noch im Gebüsch herum und man tut sich nach wie vor nicht schwer ein stark strahlendes und imposantes Exemplar mit deutlichem sichtbaren Uranglimmerzu finden.

Angesichts der Tatsache, dass dies ein Gebiet ist, das relativ stark touristisch vermarktet wird, fehlen hier nach wie vor eindeutige Hinweise auf die Gefahren, die von den herumliegenden bröseligen Uran-Erzbrocken der ehemaligen Grube „Hans Paul“ ausgehen, sowohl was die chemische Giftigkeit anbelangt (Nierenschädigung) wie von der radioaktiven Strahlung. Denn dieses Gebiet liegt immer noch im Naturschutzgebiet Feldberg, wo sich der ahnungslose Besucher nichts schlimmes denkt wenn er schön glitzernde Steine in die Hand nimmt. Und Vesperbänkchen gibt es hier auch.

 

© Bernd Laquai

Ein Ausflugstipp von der Webseite opengeiger.de

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Radiologische Kontrollmessungen der LUBW (2017)

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) führte im April 2017 im Auftrag des UM Baden-Württemberg, entlang der Wanderwege „Menzos Wegle“ im ehemaligen Uranbergbaugebiet in Menzenschwand, Messungen der Ortsdosisleistung (ODL) durch, um Hinweisen aus der Bevölkerung über erhöhte Strahlungswerte durch private Messungen, die teilweise auch im Internet veröffentlicht sind (siehe Beschreibungen von Bernd Laquai), nachzugehen.

Ergänzend dazu wurden auch Oberflächenwasserproben entnommen und radiologisch analysiert.

Ergebnis

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Die Strahlenexpositionen auf und um die Wanderwege „Menzos Wegle“ sind radiologisch unbedenklich.

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Es wurden keine Hinweise auf größere Mengen Urangestein im Bereich der Wege gefunden.

Infomaterialien

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Bernd Laquai

20 Jahre später – Hinterlassenschaften des Uranabbaus im Krunkelbachtal bei
Menzenschwand, 09.07.2013 (Originalbeschreibung)

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Bernd Laquai

Kontrolle: Strahlenschutz an der ehemaligen Krunkelbach-Urangrube, 20.07.2014 (Originalbeschreibung)

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LUBW

Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand, 19.07.2017

Textquellen

(3) Steen, Helge: Geschichte des modernen Bergbaus im Schwarzwald: Eine detaillierte Zusammenstellung der Bergbauaktivitäten von 1890 bis zum Jahr 2000.

(4) Steen, Helge: Bergbau auf Lagerstätten des Südlichen Schwarzwaldes: Ein Beitrag zur Bergbaugeschichte und Lagerstättenkunde zwischen Dreisamtal und Hochrhein.  Kapitel 18 Revier Menzenschwand.

(5) Simon, Armin: Menzenschwand – Uranabbau: Der Streit um das Schwarzwald-Uran Die Auseinandersetzung um den Uranbergbau in Menzenschwand im Südschwarzwald 1960-1991. Ausführliche Buchzusammenfassung

(6) Diehl, Peter: Strahlengefahr am Krunkelbach: Unranabbau Menzenschwand. Eine Information des Umweltkongress Hochrhein, Nr.6, 15.4.1989.

(8) DER SPIEGEL 52/1987 – Suchen und Finden

Radioaktivität

Messverfahren

Radon

Menzenschwand: Radiologische Kontrollmessungen an Menzos Wegle

Menzenschwand: Radiologische Kontrollmessungen an Menzos Wegle

Veranlassung

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) führte im April 2017  im ehemaligen Uranbergbaugebiet in Menzenschwand Messungen der Ortsdosisleistung (ODL) entlang der Wanderwege „Menzos Wegle“ durch. Ergänzend dazu wurden auch Oberflächenwasserproben entnommen und radiologisch analysiert.

Anlass der vom Umweltministerium Baden-Württemberg beauftragten Untersuchungen waren Hinweise aus der Bevölkerung über erhöhte Strahlungswerte durch private Messungen, die teilweise auch im Internet veröffentlicht sind.

Menzos Wegle

Menzos Wegle sind fünf verschiedene Rundwanderungen im Tal des Krunkelbaches und im Tal der Menzenschwander Alb nördlich der Ortslage von Menzenschwand.

Die Krunkelbach-Runde führt direkt am ehemaligen Uranbergwerk, der Grube Krunkelbach oder auch Grube Hans Paul genannt, vorbei. Die Grube Krunkelbach wurde von 1961 bis 1991 von der Gewerkschaft Brunhilde als Versuchsbergwerk (ohne Konzession zum Abbau) betrieben. Dabei wurden aus den insgesamt 4,3 km langen Stollenanlagen ca. 100.000 Tonnen Uranerz entnommen.

Die folgenden Kurzbeschreibungen der Rundwege wurden aus dem offiziellen Faltblatt „Menzos Wege“ Menzenschwander Tal entnommen. Die fünfte Rundtour, die 2,1 km lange „Komfort-Runde“, wird hier nicht separat aufgeführt, da sie ausschließlich auf Teilabschnitten der „Krunkelbach-Runde“ und des „Wildapfel-Pfades“ verläuft.

Krunkelbach-Runde (4,3 km)

Sie wandern am Südhang des Krunkelbachtals unterhalb des Rabenfelsens über ein Weidfeld bis zur Radonquelle und zu der Stelle, an der bis vor nicht langer Zeit Uran abgebaut wurde. Wenn Sie Glück haben können Sie vom Weg aus auf den waldfreien Felsen und Blockhalden Gämsen beobachten.

Rund um die Kluse (4,5 km)

Diese Rundwanderung führt Sie durch das Tal der Menzenschwander Alb. Sie kommen an der Kluse vorbei, die ursprünglich von den Mönchen aus St. Blasien angelegt wurde, und sehen eindrucksvolle Moränenwälle, die von den Gletschern abgelagert wurden. Vom „Schässlong du Boah“ bietet sich ein wunderbarer Ausblick.

Wildapfel-Pfad (2,8 km)

Lernen Sie den Schwarzenberg kennen. Die Wanderung führt auf einem schmalen Pfad über eine Weidefeld, das lange Zeit nicht mehr bewirtschaftet und durch Maßnahmen des Naturschutzgroßprojektes wieder hergestellt wurde.

Wasserfall-Runde (0,4 km)

Die kurze Wasserfall-Runde eignet sich besonders für einen Spaziergang für Kinder. Das herabstürzende Wasser der Menzenschwander Alb in dem schluchtartigen Taleinschnitt wird sie begeistern.

Geißenpfad (10,5 km)

Im Jahr 2014 wurde der Premiumwanderweg „Geißenpfad“ eröffnet. Ein Rundweg, der alle Menzos Wegle integriert. Für die Zertifizierung nicht unwichtig sind neben einer abwechslungsreichen Landschaft mit besonderen Reizen auch ausreichende Rast- oder Ruhemöglichkeiten. Die Landschaft war schon da, das andere wurde phantasievoll gestaltet. Bravo.

Ein Muss für Naturliebhaber und geologisch interessierte Menschen.

Überwachungsmessungen bis 1992

„Bis zur Entlassung des Erkundungsbergwerks aus dem Bergrecht im Jahr 1992, führte die damalige Landesanstalt für Umweltschutz (LfU), heute LUBW, radiologische Überwachungsmessungen des Wassers des Erkundungsbergwerks durch.

Reduzierte Überwachungsmessungen bis 2004

Von 1992 bis 2004 entnahm die LfU dann noch im Rahmen eines reduzierten Überwachungsprogramms auf dem und um das Betriebsgelände des ehemaligen Erkundungsbergwerks regelmäßig Wasserproben und bestimmte ihren Radioaktivitätsgehalt. Die Messungen wurden im Jahr 2004 eingestellt, weil keine radiologischen Veränderungen mehr zu beobachten und weiter zu erwarten waren.

Kontrollmessungen 2017

Die Kontrollmessungen im Jahr 2017 durch die LUBW hatten das Ziel, die hingewiesenen Stellen mit erhöhten Strahlungswerten auf und um den Wanderweg „Menzos Wegle“ messtechnisch zu verifizieren und eine realistische Dosisabschätzung für die Bevölkerung und Wanderer vorzunehmen.

Dabei sollte auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass an leicht zugänglichen Wasserstellen entlang des Wanderweges zur Erfrischung Wasser entnommen und getrunken wird. Dazu wurden stichprobenhaft auch Oberflächenwasserproben entnommen und im Labor chemisch analysiert.“

Die Vorgehensweise der Kontrollmessungen 2017 wird im Folgenden beschrieben. Die Messergebnisse an den einzelnen Messpunkten/Probenahmestellen sind in der Karte dargestellt.

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Messung der Ortsdosisleistung (22 Messpunkte)

„An ausgewählten Messpunkten wurde mit einem geeichten Dosisleistungsmessgerät repräsentativ die Ortsdosisleistung aus Photonenstrahlung (ODL) gemessen. Für die Auswahl der Messpunkte wurden unter anderem Orientierungsmessungen der Ortsdosisleistung durchgeführt.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Durchführung der Messungen

„Für die Orientierungsmessungen auf den befahrbaren Wegen wurde das im Messfahrzeug der LUBW installierte, GPS-gestützte Messsystem zum Nachweisen von Photonenstrahlung FHT 1376 der Firma Thermo Scientific eingesetzt. Die Messgröße ist die Ortsdosisleistung d.h. die Umgebungs-Äquivalentdosisleistung H*(10). Die Wege wurden mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h befahren, wobei das Messsystem jede Sekunde den aktuellen Messwert georeferenziert aufzeichnet.

Für die Orientierungsmessungen auf den nicht befahrbaren Wegen wurde das in einem Rucksack installierte, GPS-gestützte Messsystem zum Nachweisen von Photonenstrahlung FHT 1377 der Firma Thermo Scientific eingesetzt. Die Messgröße ist die Ortsdosisleistung d.h. die Umgebungs-Äquivalentdosisleistung H*(10).

Die Wege und Pfade wurden mit einer Geschwindigkeit von ca. 4 km/h begangen, wobei das Messsystem alle zehn Sekunden den 10-Sekunden-Mittelwert sowie den Maximalwert georeferenziert aufzeichnet.

Beide für die Orientierungsmessungen eingesetzten Messsysteme verfügen über ein NBR-Verfahren (Natural Background Rejection), das die Anteile der Ortsdosisleistung aus natürlichen und künstlichen Strahlenquellen auf Basis der Energieabhängigkeit dieser Anteile ermittelt. Damit ist es möglich, den Anteil der Ortsdosisleistung der durch die natürliche terrestrische Strahlung verursacht wird, für sich zu betrachten. So können auch geringe Schwankungen und Auffälligkeiten der natürlichen terrestrischen Strahlung festgestellt und der Anteil der kosmischen Photonenstrahlung ausgeblendet werden. Zudem können künstliche Strahlenquellen schnell lokalisiert werden.

Für die repräsentativen Messungen an den ausgewählten Messpunkten wurde das geeichte Handmessgerät zum Nachweis von Photonenstrahlung 6150AD-b/E der Firma automess GmbH verwendet. Die Messgröße ist die Ortsdosisleistung d.h. die Umgebungs-Äquivalentdosisleistung H*(10). An jedem ausgewählten Messpunkt wurde versucht, die Stelle mit der höchsten Ortsdosisleistung aufzuspüren. An dieser Stelle wurde der 1-Minuten-Mittelwert der Ortsdosisleistung jeweils in 10 cm und 100 cm Abstand vom Boden ermittelt. Eine Messung mit direktem Kontakt mit dem Boden würde hier keinen korrekten Wert einer Ortsdosisleistung aus Photonenstrahlung liefern, da Messeffekte durch Betastrahlung sowie geometrische Effekte das Ergebnis verfälschen. Der Bereich um die Stelle mit der höchsten Ortsdosisleistung wurde auch einer Sichtprüfung unterzogen, um (weitere) Auffälligkeiten auszuschließen.

Die Messungen fanden am 10.04.2017 und 11.04.2017 statt.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Auswahl der Messpunkte

„Zur Auswahl der Messpunkte musste zunächst das zu betrachtende Gebiet auf dem und um den Wanderweg „Menzos Wegle“ unter Zuhilfenahme verschiedener Infoquellen eingegrenzt werden. Im Internet wurden Stellen mit auffälligen Ortsdosisleistungen konkret benannt, diese Stellen wurden direkt als Messpunkte ausgewählt. Darüber hinaus wurden auf vier ausgeschilderten Rund- und Wanderwegen georeferenzierte Orientierungsmessungen der Ortsdosisleistung durchgeführt.

Während der Orientierungsmessungen wurden Rastplätze, Bänke, potenzielle Trinkwasserquellen und sonstige Auffälligkeiten für die Auswahl weiterer Messpunkte und Probenentnahmestellen georeferenziert erfasst.

Insgesamt wurden folgende 22 Messpunkte für die repräsentative Messung der Ortsdosisleistung ausgewählt:

  • 2 Referenzmesspunkte an Stellen zur Ermittlung des ortsüblichen, natürlichen Untergrundes der Ortsdosisleistung
  • 6 Messpunkte an Stellen mit auffälligen Werten der Ortsdosisleistung, die im Internet genannt sind bzw. bei der Auswertung der Orientierungsmessungen festgestellt wurden
  • 14 Messpunkte an Stellen ohne Auffälligkeiten wie Rastplätzen bzw. Bänken

Bei der Auswahl der Messpunkte wurde auf eine gleichmäßige Verteilung auf dem und um den Wanderweg „Menzos Wegle“ geachtet, wobei die Messpunktdichte im Bereich des ehemaligen Erkundungsbergwerks erhöht wurde (siehe Abbildung 1). Eine größere Anzahl an Messpunkten war aus Sicht der LUBW nicht erforderlich.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Messergebnisse

„Als Referenzwerte für die Auswertung der Messergebnisse wurden mit den verwendeten Messsystemen in St. Blasien und Menzenschwand Messungen des ortsüblichen Ortsdosisleistungs-Untergrundes durchgeführt. Die ermittelten Messwerte des Untergrundes sind für die einzelnen Messsysteme unterschiedlich. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass bei den NBR-Messsystemen, die bei den Orientierungsmessungen eingesetzt wurden, nur der Anteil der Ortsdosisleistung aus der natürlichen terrestrischen Photonenstrahlung herangezogen wird. Bei den repräsentativen Messungen mit dem geeichten Messgerät hingegen werden alle Anteile der Ortsdosisleistung aus Photonenstrahlung berücksichtigt. Es sei darauf hingewiesen, dass hier nur die Messwerte des geeichten Messgerätes repräsentativ sind und die Messwerte der beiden anderen Messsysteme lediglich als Orientierung dienen.

Bei den mit dem Messfahrzeug durchgeführten Orientierungsmessungen wurden an zwei Stellen auffällige Messwerte (1,04 μSv/h bei 47,83917°N/8,04583°E und 1,56 μSv/h bei 47,85017°N/8,06340°E) festgestellt. Als „auffällig“ bzw. „erhöht“ gelten Messwerte größer als das 2-3 fache des für das entsprechende Messsystem aufgeführten ortsüblichen, natürlichen Untergrundes.

Bei den mit dem Rucksack-Messsystem durchgeführten Orientierungsmessungen wurden an einer Stelle auffällige Messwerte (2,62 μSv/h bei 47.84028°N / 8.06278°E) festgestellt. Diese Stellen wurden als die Messpunkte 9, 20 und 14 für weitere repräsentative Messungen ausgewählt.

Die höchsten Ortsdosisleistungen wurden an einem Loch auf dem Wanderweg „Menzos Wegle“ bzw. „Menzos Wege – Krunkelbachrunde“ in der Nähe des ehemaligen Erkundungsbergwerks gemessen (Messpunkt Nr. 9). Das Loch hat einen Durchmesser von ca. 30 cm und eine Tiefe von ca. 10 cm und ist dem Anschein nach von der Grasnarbe befreit und mit Steinen verfüllt. Bei der messtechnischen Überprüfung der Umgebung des Loches (Messpunkte 9.1 und 9.2) wurde in östlicher Richtung auf dem Wanderweg eine weitere Stelle mit erhöhter Ortsdosisleistung identifiziert (Messpunkt 10).

Im Grubenbereich des Erkundungsbergwerkes wurde ebenfalls eine Stelle mit erhöhter Ortsdosisleistung identifiziert (Messpunkt 8). Die Stelle ist, wie der gesamte Weg der in südöstlicher Richtung zum ehemaligen Grubenbereich führt, mit Gras bewachsen und sonst unauffällig.

In der Schlucht der Menzenschwander Wasserfälle (Messpunkt 14) wurde nur eine geringfügig erhöhte Ortsdosisleistung festgestellt, die mit großer Wahrscheinlichkeit durch das umliegende Felsgestein verursacht wird. Sonst gab es dort keine Auffälligkeiten.

Weiter wurde an einer Stelle auf einem Forstweg eine erhöhte Ortsdosisleistung festgestellt (Messpunkt 20). Der Forstweg ist großräumig mit Schotter befestigt. Die lokal erhöhte Ortsdosisleistung stammt aber nicht vom losen Schotter. Am losen Schotter wurden keine erhöhten Dosisleistungen festgestellt.

Am Messpunkt 21 wurde entgegen den Angaben im Internet keine erhöhte Ortsdosisleistung festgestellt. Auch sonst ist die überprüfte Stelle unauffällig.

An den übrigen Messpunkten ist die gemessene Ortsdosisleistung unauffällig und liegt im Bereich zwischen 0,09 μSv/h und 0,238 μSv/h in 10 cm Abstand vom Boden bzw. 0,109 μSv/h und 0,220 μSv/h in 100 cm Abstand vom Boden. An diesen Messpunkten, die sich überwiegend an Rastplätzen und Sitzbänken befinden, wurden keine Auffälligkeiten beobachtet.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Die eingehauste Barbaraquelle (Brunnenbohrung) im April 2023.

Die eingehauste Floriansquelle (Brunnenbohrung) im April 2023.

Radiologische Untersuchung von Wasserproben (10 Entnahmestellen)

„Für die Dosisabschätzung zur inneren Strahlenexposition aus dem Verzehr von Oberflächenwasser an leicht zugänglichen Wasserstellen auf dem und um den Wanderweg „Menzos Wegle“ ist die Beprobung und Analyse der Wässer erforderlich. Hierzu wurden jeweils die Gehalte der Radionuklide des Natururans (U-238, U-235 und U-234) und deren langlebigen Zerfallsprodukte Ra-226, Rn-222, Pb-210, Po-210 sowie Ra-228 als Nuklid der Thoriumzerfallsreihe bestimmt. Auch wenn es sich hier nicht um Trinkwasser handelt, wurde das Vorgehen an dem „Leitfaden zur Untersuchung und Bewertung von radioaktiven Stoffen im Trinkwasser bei der Umsetzung der Trinkwasserverordnung“ angelehnt.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Durchführung der Probenahme

„Die Probenentnahme wurde nach der Messanleitung „H-VORBEMERK-TWASS-02“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) durchgeführt. Bei den entnommenen Proben handelt es sich um Stichproben.

An jeder Probenentnahmestelle wurden mehrere Wasserproben für die unterschiedlichen Analysen entnommen. Für die auf Rn-222 zu analysierenden Wasserproben wurden radondichte Probenahmegefäße aus Kunststoff verwendet.

Aufgrund der Menge der benötigten Wasserproben wurde die Probenentnahme auf drei Tage, den 06.04.2017, 11.04.2017 und 10.05.2017 aufgeteilt.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Durchführung der Analysen

„Die Analysen wurden im Zeitraum vom 06.04.2017 bis 18.05.2017 im radiologischen Labor der LUBW durchgeführt. Zum Nachweis der unterschiedlichen Radionuklide wurden die Wasserproben wie folgt analysiert:

  • U-234/U-235/U-238: Die Wasserproben wurden radiochemisch mittels Säulenchromatographie aufbereitet und die Radionuklide alphaspektrometrisch gemessen.
  • Pb-210/Ra-226/Ra-228: Die Wasserproben wurden radiochemisch aufbereitet und die Radionuklide direkt (Pb-210) oder indirekt (Ra-226 über Bi-214/Pb-214 und Ra-228 über Ac-214) gammaspektrometrisch gemessen.
  • Rn-222: Das Radionuklid wurde ohne radiochemische Aufbereitung in den radondichten Probenentnahmegefäßen gammaspektrometrisch gemessen.
  • Po-210: Die Wasserproben wurden radiochemisch durch Spontanabscheidung an Silberfolie aufbereitet und das Radionuklid alphaspektrometrisch gemessen.

Alle eingesetzten Analyseverfahren sind durch die Teilnahme an externen Ringvergleichen qualitätsgesichert und erreichen die in Anlage 3a Teil 3 der Trinkwasserverordnung genannten nuklidspezifischen Nachweisgrenzen.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Auswahl der Probeentnahmestellen

„Hinsichtlich der Eingrenzung des zu betrachtenden Gebiets wird auf den Abschnitt „Durchführung der Messungen“ verwiesen. Weiter wurden für die Auswahl der Probenentnahmestellen folgende Informationen herangezogen:

  • In dem Internet-Bericht wird die Vermutung geäußert, dass das Wasser des Krunkelbachs „ganz schön uranhaltig“ ist. Weiter wird von austretendem Wasser aus dem verfüllten Grubeneingang berichtet.
  • Orientierungsmessungen: Während den Orientierungsmessungen wurden stehende und fließende Gewässer, Brunnen etc., die als potentielle Trinkwasserquellen verwendet werden könnten, identifiziert.
  • Frühere LUBW-Analysen: Die LUBW hat bis zum Jahr 2004 im Auftrag des Landes Baden-Württemberg das aus der verfüllten Grube austretende Wasser, den Krunkelbach sowie die Menzenschwander Alb regelmäßig auf Uran, Ra-226 und Pb-210 analysiert.

Insgesamt wurden neun Stellen für die Probenentnahme von Wasser ausgewählt:

  • 1 x Brunnen direkt an einem Wanderweg
  • 4 x Flüsse und Bäche, die vom Wanderweg aus einsehbar sind, und
  • 4 x Wasseraustritte und Rinnsale auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Erkundungsbergwerks, die jedoch von keinem Wanderweg aus einsehbar sind.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Messergebnisse

„Die ermittelten Aktivitätskonzentrationen sind für die nachzuweisenden Radionuklide und die entsprechende Probenentnahmestellen in Tabelle 6 in der Veröffentlichung der LUBW aufgeführt. Konnte ein Radionuklid nicht nachgewiesen werden, ist die erreichte Nachweisgrenze angegeben (z.B. < 2,42E-03).

  • Die höchsten Aktivitätskonzentrationen wurden für alle nachzuweisenden Radionuklide in den Wasserproben aus den Probenentnahmestellen 2, 3, 4 und 5 auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Erkundungsbergwerks festgestellt. Diese Probenentnahmestellen sind jedoch von keinem der betrachteten Wanderwege aus sichtbar und es ist eher unwahrscheinlich, dass die entsprechenden Wasserquellen zur Erfrischung (trinken) genutzt werden.
  • Die niedrigsten Aktivitätskonzentrationen wurden für alle nachzuweisenden Radionuklide in den Wasserproben aus den Probenentnahmestellen der Flüsse und Bäche (Probenentnahmestellen 1, 6, 7 und 10) festgestellt. In der Wasserprobe der Probenentnahmestelle 6 (Krunkelbach nach Einleitung) ist die Urankonzentration im Vergleich zu den übrigen Wasserproben der Flüsse und Bäche erhöht.
  • Die Wasserprobe aus der Probenentnahmestelle 8 (Brunnen Parkplatz) weist für Rn-222 ebenfalls erhöhte Aktivitätskonzentrationen auf. Die Aktivitätskonzentrationen der übrigen Radionuklide liegen in dieser Wasserprobe in der Größenordnung der beprobten Flüsse und Bäche.
  • Im Vergleich zu den zuletzt im Jahr 2004 durchgeführten Wasseranalysen der LUBW liegen die hier ermittelten Aktivitätskonzentrationen der Wasserproben aus den entsprechenden Probenentnahmestellen 1, 2, 3, 5, 6 und 7 in derselben Größenordnung.

Es wurden keine Radionuklide künstlichen Ursprungs identifiziert.

Hinweis: Zur Probeentnahmestelle 9 sind in der Veröffentlichung der LUBW keine Daten enthalten (Lage bzw. Messergebnisse).“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

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Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand (LUBW, 2017)

Wasser-Probenahmestelle 2: Betonrohr (direkt neben KG-Rohr, Probenahmestelle 3) auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Uranbergwerks.

Nicht von Wanderweg aus sichtbar.

An dieser Stelle wurden nach der Stilllegung des Grubenbetriebes bis 2004 Überwachungsmessungen durch die LUBW durchgeführt.

Ergebnisse Aktivitätskonzentrationen (Auswahl):
Messwert Unat: 74,2 µg/l (±7%)
Messwert Rn-222: 447 Bq/l (±7%)

Hinweis: Die Masse „Unat“ wurde anhand der Aktivitäten der Radionuklide U-238,-235 und -234 berechnet, wobei die Aktivität von U-235 unter Berücksichtigung des natürlichen Isotopenverhältnisses von Unat aus der Aktivität des U-238 ermittelt wurde.

Standort Foto:

Am Pfad aus Richtung der „Barabaraquelle“, unten am Krunkelbach, der direkt links / außerhalb des Fotos vorbeifliesst.

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Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand (LUBW, 2017)

Wasser-Probenahmestelle 3: KG-Rohr (direkt neben Betonrohr, Probenahmestelle 2) auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Uranbergwerks.

Nicht von Wanderweg aus sichtbar.

An dieser Stelle wurden nach der Stilllegung des Grubenbetriebes bis 2004 Überwachungsmessungen durch die LUBW durchgeführt.

Ergebnisse Aktivitätskonzentrationen (Auswahl):
Messwert Unat: 59,5 µg/l (±7%)
Messwert Rn-222: 447 Bq/l (±7%)

Hinweis: Die Masse „Unat“ wurde anhand der Aktivitäten der Radionuklide U-238,-235 und -234 berechnet, wobei die Aktivität von U-235 unter Berücksichtigung des natürlichen Isotopenverhältnisses von Unat aus der Aktivität des U-238 ermittelt wurde.

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Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand (LUBW, 2017)

Wasser-Probenahmestelle 4: Rinnsal (vermutlich Ablauf der beiden Wasserausläufe der Probenahmestellen 2 und 3) auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Uranbergwerks.

Ergebnisse Aktivitätskonzentrationen (Auswahl):
Messwert Unat: 53,7 µg/l (±8%)
Messwert Rn-222: 630 Bq/l (±7%)

Hinweis: Die Masse „Unat“ wurde anhand der Aktivitäten der Radionuklide U-238,-235 und -234 berechnet, wobei die Aktivität von U-235 unter Berücksichtigung des natürlichen Isotopenverhältnisses von Unat aus der Aktivität des U-238 ermittelt wurde.

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Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand (LUBW, 2017)

Wasser-Probenahmestelle 5: Auslauf Drainagerohr in den Krunkelbach auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Uranbergwerks (Hauptwasseraustritt im Verfüllbereich des ehem. Stollenmundlochs).

Nicht von Wanderweg aus sichtbar.

An dieser Stelle wurden nach der Stilllegung des Grubenbetriebes bis 2004 Überwachungsmessungen durch die LUBW durchgeführt.

Ergebnisse Aktivitätskonzentrationen (Auswahl):
Messwert Unat: 51.53 µg/l (±7%)
Messwert Rn-222: 332 Bq/l (±7%)

Hinweis: Die Masse „Unat“ wurde anhand der Aktivitäten der Radionuklide U-238,-235 und -234 berechnet, wobei die Aktivität von U-235 unter Berücksichtigung des natürlichen Isotopenverhältnisses von Unat aus der Aktivität des U-238 ermittelt wurde.

Überreste eines Verteilerschranks. Weitere Hinweise sind willkommen.

Das Bergwerk Krunkelbach im April 2023 bzw. die heute noch zu erkennenden Überreste. Das Foto zeigt den Verfüllbereich vor dem Stollenmundloch, der über mindestens drei Drainageleitungen in den „links“ direkt angrenzenden Krunkelbach entwässert wird.

Radiologische Bewertung
Bewertungsmaßstab für natürlich vorkommende radioaktiven Stoffe

„In der Strahlenschutzverordnung vom 20. Juli 2001 wurden erstmals auch Regelungen für den Schutz der Bevölkerung bei natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen in das deutsche Strahlenschutzrecht aufgenommen. Die Regelungen beziehen sich auf Arbeitsplätze, an denen Beschäftigte aufgrund menschlichen Zutuns einer „erheblich erhöhten Strahlenexposition“ durch natürlich vorkommende radioaktive Stoffe ausgesetzt sind, sowie auf Rückstände aus industriellen Prozessen, in denen sich natürlich vorkommende radioaktive Stoffe anreichern und bei denen eine Verwertung (z.B. zum Hausbau) oder die Deponierung zu einer „erheblich erhöhten Strahlenexposition“ von Einzelpersonen der Bevölkerung führen können.

Als „erheblich erhöhte Strahlenexposition“ sieht die amtliche Begründung zur Strahlenschutzverordnung eine zusätzliche Strahlenexposition im Kalenderjahr von mehr als 1 Millisievert an.

Bei dem Dosiswert handelt es sich um einen Richtwert, da ausschließlich natürliche Radionuklide betroffen sind, wie sie auch unter menschlich unbeeinflussten Umweltverhältnissen allenthalben vorkommen. Daher wird ein Abgrenzungskriterium benötigt, das Auswirkungen durch menschliche Einflüsse hinreichend vom natürlichen Hintergrund abhebt. Dies ist bei Zugrundelegung des 1-mSv/a-Kriteriums gegeben.

Die gesamte mittlere effektive Dosis durch die natürliche Strahlenexposition beträgt in Deutschland 2,1 mSv pro Jahr. Durch kosmische Strahlung entstehen 0,3 mSv/a, durch terrestrische Strahlung 0,4 mSv/a und durch inkorporierte Radionuklide 1,4 mSv/a. In Anbetracht der Variationsbreite der einzelnen Komponenten, insbesondere der Inkorporation von Rn-222 und seinen kurzlebigen Zerfallsprodukten, liegt die jährliche effektive Dosis im Mittel in Deutschland im Bereich zwischen 2 und 3 mSv. Der Beginn von Strahlenschutzmaßnahmen bei einer zusätzlichen effektiven Dosis von 1 mSv/a durch natürlich vorkommende radioaktive Stoffe schließt sich an die durchschnittliche natürliche Strahlenexposition an. Das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) behält an diesem Bewertungsmaßstab bei. Er wird für die nachfolgende Bewertung herangezogen.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Äußere Strahlenexposition

„Für eine Einzelperson der Bevölkerung, die jeden betrachteten Wanderweg in Menzenschwand einmal begeht, beträgt die abgeschätzte effektive Dosis aus äußerer Strahlenexposition insgesamt 24,3 μSv. Hält sich eine Einzelperson der Bevölkerung zwei Stunden direkt an der Stelle mit der höchsten ermittelten Ortsdosisleistung auf, beträgt die effektive Dosis 20,6 μSv. Die abgeschätzten Dosen sind, trotz der lokal erhöhten Ortsdosisleistung, deutlich geringer als der unter Abschnitt 5.1 in der Veröffentlichung der LUBW genannte Richtwert von 1 mSv. Bezogen auf das Kalenderjahr wird der Richtwert von 1 mSv erst erreicht, wenn eine Einzelperson der Bevölkerung jeden Wanderweg mehr als 40-mal abschreitet oder sich annähernd 50 Stunden am Ort der höchsten Ortsdosisleistung aufhält. Bei der vorgesehenen Nutzung des Gebiets zum Wandern ist die äußere Strahlenexposition für Einzelpersonen der Bevölkerung auf den und um die betrachteten Wanderwege in Menzenschwand radiologisch unbedenklich.

Die repräsentativen Messungen sowie die Orientierungsmessungen (vgl. Abbildung 1) zeigen insgesamt, dass die Ortsdosisleistung aus Photonenstrahlung im gesamten betrachteten Gebiet weitestgehend homogen ist und im Schwankungsbereich des ortsüblichen natürlichen Untergrundes liegt.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Innere Strahlenexposition

„Für die innere Strahlenexposition durch Ingestion eines Liters Wasser, das an Stellen entlang des Wanderweges „Menzos Wegle“ entnommen und getrunken werden könnte, ergaben die Dosisabschätzungen für ein Kleinkind Werte bis zu 7,4 μSv. Für Erwachsene lag der Maximalwert bei 0,63 μSv. Beide Werte wurden für die Wasserquelle „Brunnen Parkplatz“ ermittelt, der als Ausgangspunkt für Wanderungen auf den betrachteten Wanderwegen dient. Die Werte zeigen, dass eine einmalige Einnahme von Oberflächenwasser bzw. Brunnenwasser zur Erfrischung auf einer Wanderung aus radiologischer Sicht unbedenklich ist. Diese Aussage trifft auch auf die vom Wanderweg nicht sichtbaren Wasserstellen auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Erkundungsbergwerks zu (Maximalwert Kleinkind: 35,9 mSv, Erwachsener: 2,9 mSv jeweils für den Messpunkt Nr. 4). Um den Richtwert von 1 mSv effektive Dosis durch den Verzehr von Wasser entlang des Wanderweges an den sichtbaren Wasserstellen zu erreichen, müsste das Kleinkind über 130 Liter und der Erwachsene über 1.500 Liter zu sich nehmen (nicht sichtbare Wasserstellen auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Erkundungsbergwerks Kleinkind: > 25 Liter, Erwachsener > 340 Liter).

Die stichprobenhaften Wasseranalysen zeigen, dass aus radiologischer Sicht geringe Entnahmen und Einnahmen von natürlichen Wässern auf dem und um den Wanderweg „Menzos Wegle“ unbedenklich sind. Eine unmittelbare Nutzung zur örtlichen Wasserversorgung schließt sich hingegen aus.“

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Zusammenfassung

„Die LUBW führte im Zeitraum vom 06.04.2017 bis 18.05.2017 radiologische Kontrollmessungen Im Bereich der  Wanderwege „Menzos Wegle“ in Menzenschwand durch.

Ziel und Zweck der Untersuchungen war

  • die Verifikation von Messergebnissen eines Bürgers, der entlang des Wanderweges erhöhte Ortsdosisleistungen (ODL) festgestellt hatte, und
  • eine realistische Dosisabschätzung für Einzelpersonen der Bevölkerung, die sich auf dem und um den Wanderweg aufhalten.

Auf den Wanderwegen wurde die Ortsdosisleistung aus Photonenstrahlung gemessen sowie stichprobenhaft Wasserproben entnommen und im Labor radiologisch analysiert.

Die der Umweltmeldestelle der Landesregierung Baden-Württemberg übersandten ODL-Messwerte aus Privatmessungen konnten in der Größenordnung bestätigt werden, wobei zur Ermittlung einer repräsentativen Ortsdosisleistung eine andere Messgeometrie (Messung in 10 cm Abstand vom Boden anstatt Messung auf Kontakt) zu wählen war.

Es kann bestätigt werden, dass der Strahlenpegel in dem Gebiet auf und um die Wanderwege „Menzos Wegle“ an einzelnen Stellen erhöht ist.

Die durchgeführten Wasseranalysen zeigten Radioaktivitätsgehalte, die vergleichbar zu früheren Messergebnissen der LUBW sind. Radionuklide künstlichen Ursprungs waren wie erwartet nicht zu identifizieren.

Auf Basis der Messungen und Analysen wurde die äußere und innere Strahlenexposition für eine Einzelperson der Bevölkerung, die auf dem Wanderweg wandert bzw. einen Liter Oberflächenwasser zu sich nimmt, abgeschätzt. Die Summen der abgeschätzten effektiven Dosen aus äußerer und innerer Strahlenexposition liegen sowohl für das Kleinkind als auch für den Erwachsenen unter realistischen Annahmen unter 50 μSv/a und damit innerhalb der Schwankungsbreite der mittleren effektiven Dosis der natürlichen Strahlenexposition in Deutschland. Auch bei einem häufigeren Aufenthalt (z. B. mehrere Wanderungen im Jahr) auf den untersuchten Wegen wird der Richtwert von 1 mSv/a für eine Einzelperson der Bevölkerung nicht erreicht.“

„Die Strahlenexpositionen auf den und um die Wanderwege „Menzos Wegle“ sind radiologisch unbedenklich.“

 

„Es wurden keine Hinweise auf größere Mengen Urangestein im Bereich der Wege gefunden.“

 

Die Beschreibungen wurden entnommen aus:  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)

Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

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Bernd Laquai

20 Jahre später: Hinterlassenschaften des Uranabbaus im Krunkelbachtal bei Menzenschwand, 9. Juli 2013. Veröffentlicht auf www.opengeiger.de.

Textquellen

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): Radiologische Kontrollmessungen in Menzenschwand. Karlsruhe, 19.07.2017.

Mit freundlicher Genehmigung der LUBW vom 21.04.2023. VIELEN DANK.

Auslauf der Hauptdrainageleitung aus dem Verfüllbereich des Stollenmundlochs der Grube Hans Paul in den Krunkelbach im April 2023.

Merkwiller-Pechelbronn: Auf den Spuren des Erdöls

Spannende Rundwanderung zur Geschichte der Erdölförderung in Pechelbronn, wo die ersten Ölförderanlagen Europas und der Welt errichtet wurden. Der Weg führt über Felder durch Kutzenhausen mit seinen Fachwerkhäusern. Ein Besuch des Erdölmuseums rundet die Entdeckungstour ab.

Die Geologie des Rheingrabens machte vor 45 Millionen Jahren die Enstehung des „schwarzen Goldes“ möglich.

Bereits 1498 wurde in Baechelbrunn (Pechbrunnen), dem heutigen Merkwiller-Pechelbronndas Erdpech erwähnt.  Schon die Landwirte im Mittelalters wuβten die zähe Masse für medizinische Anwendungen wie zum Beispiel gegen Zahnschmerzen, Gicht oder zur besseren Wundheilung zu nutzen. Die Menschen schöpften das „schwarze Pech“ einfach aus Gruben vom Boden ab.

Anfang des 18. Jahrhunderts nahm die Erdölgewinnung aus der ältesten und gröβten Erdölquelle Europas industrielle Dimensionen an.

Ab 1917 wurde es sogar bergmännisch abgebaut. Über Erdbohrlöcher, in mehr als 400 km langen Stollen und mit Hilfe von Pumpen wurde das „schwarze Gold“ an die Oberfläche befördert.

Die technischen Innovationen aus der Zeit der Erdölindustrie sind das heutige Markenzeichen von Pechelbronn und Umgebung.

Textquelle: Webseite „Erdölmuseum Pechelbronn“

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz läuft man die von Soultz kommende Straße (D28) in Richtung Kutzenhausen (Wanderzeichen roter Ring). An einer Kirche vorbei, biegt man bei der Hausnummer 19 links in den Weg ein (Tafel/Zeichen 3 t). Nun überquert man den Seltzbach und folgt dem rechten Weg, vorbei am Gelände der ehemaligen Erdölraffinerie von Pechelbronn, von der heute nicht mehr viel zu erkennen ist. An der nächsten Kreuzung biegt man rechts ab und gelangt nach Oberkutzenhausen.

Hier biegt man rechts in die „rue des mineurs“ ein und folgt dieser bis zur „route de Pechelbronn“ (D28, Wanderzeichen blauer Ring). Am Vorfahrt-beachten-Schild biegt der Weg nach links und sofort wieder nach rechts ab, dann führt er vorbei an der Schwengelpumpe. Nach ca 150 Metern entlang der D28 biegt man rechts ab (Wanderzeichen blauer Ring). Beim Anstieg links abbiegen und dann geradeaus weiterlaufen.Vom Hügel des Feldbachberghat man einen schönen Blick über die Dörfer Oberkutzenhausen und Kutzenhausen.

Am Ende des Weges, angekommen in Kutzenhausen, biegt man links auf die „rue du Feldbach“ und erreicht die „route de Woerth“ (D28), die man in Richtung Dorfmitte weitergeht (Wanderzeichen blauer Ring). Am Maison Rurale de l’Outre-Forêt und der protestantischen Kirche vorbei geht es nach links in die „rue des acacias“. Nach dem Ortsausgang hält man sich wieder links, um den Radweg zurück nach Oberkutzenhausen zu folgen.

Hier biegt man im Ort rechts in die „rue du Dr Deutsch“ ein, dann wieder rechts auf die „rue de la chapelle“. An der Kreuzung biegt man links ab und auf dengegenüberliegenden geteerten Weg (Schild 50 und 3,5 t), der zu den ersten Häusern von Lampertsloch führt.

Nun geht es rechts auf die „route de Lobsann“. Der Großteil der Häuser in diesem Dorfviertel (Cité Le Bel) wurde in den 1920er Jahren gebaut und diente den Arbeitern der Produktionsstätte Pechelbronn als Wohnort. Am Ortsausgang von Lampertsloch wählt man den breiten Weg auf der linken Seite (Schild 3,5 t, Wanderzeichen roter Ring) und erreicht die D114 („route du château“). Hier rechts abbiegen und der Straße folgen. Nach der Brücke gelangt man links auf den Radweg (roter Ring) und folgt diesem bis man an der warmen Quelle „Hélions“ (heute Kanalisiert) vorbeikommt. Am Ortseingang von Merkwiller-Pechelbronn geht es nach links auf der „route de Woerth“ zum Ausgangspunkt zurück.

Die Besichtigung des französischen Erdölmuseums und des Maison Rurale de l’Outre-Forêt bietet sich vor, während oder nach der Rundtour an.

Textquelle: Webseite „Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz e.V.“ (Pamina)

Infomaterialien

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Merkwiller-Pechelbronn

Faltblatt „Auf den Spuren des Erdöls“

Messel: Ölschiefer-Weg

Die Tour startet bei der UNESCO-Weltnaturerbestätte Grube Messel.

Entdecken Sie die Faszination des ehemaligen Maarkratersees und erfahren Sie mehr über die spannende Entstehungsgeschichte der Grube. Eine schier unglaubliche Vielzahl und Vielfalt an besonders gut erhaltenen Fossilien aus einer Zeit vor 47 Millionen Jahren ist hier zu bestaunen.

Infomaterialien

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Messel

Wegbeschreibung Ölschiefer-Weg

Metzingen: Gustav-Ströhmfeld-Weg

Der Gustav-Ströhmfeld-Weg ist ein ca. 21 km langer Wanderweg und gilt als einer der schönsten auf der Schwäbischen Alb. Auf größtenteils naturnahen Pfaden verläuft der 1940 eingeweihte Weg durch abwechslungsreiche Landschaft mit großartigen Aussichtspunkten und zahlreichen naturkundlichen und kulturellen Besonderheiten.

Am Weg finden sich viele Informationstafeln, die diese Highlights erläutern. In den Jahren 2012 und 2013 wurde der Themenweg neu beschildert und vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg ausgezeichnet.

Der Wanderweg beginnt am Bahnhof in Metzingen und steigt durch die Weinberge steil an bis zum Panoramaweg auf dem Metzinger Weinberg. Von dort wandert man durch Streuobstwiesen – welche in der Blütezeit ihre besondere Schönheit entfalten – über den Falkenberg hinunter zum Stauferbach und anschließend wieder hoch zum Florian, wo einen erneut eine atemberaubende Aussicht ins Albvorland erwartet. Dort trifft man vielleicht die Ziegenherde der Ortsgruppe Kohlberg-Kappishäusern, die die Heidelandschaft dort offenhält und dafür sorgt, dass der Aussichtspunkt nicht mit Sträuchern und Bäumen zuwächst.

Gesäumt von Laubwäldern und Streuobstwiesen führt der Weg weiter nach Kohlberg. Dort angekommen steigt der Wanderer hinauf zum Jusi, auf dem sich ihm ein weiterer grandioser Ausblick bietet. Zudem lädt der Platz mit Grillstelle zum Verweilen ein. Auf dem Bergrücken zwischen Ermstal und Neuffener Tal wandert man über Sattelbogen und Hörnle zur Karlslinde. Weiter geht es an der Steilkante des Albtraufs entlang zur mächtigen Burgruine des Hohenneuffen. Inmitten der von steilen Buchenhangwäldern und schroffen Felsen geprägten Strecke öffnen sich immer wieder Aussichtsfenster mit kleinen Ruheplätzen. Vom Hohenneuffen mit seinem schönen Fernblick führt der Weg vorbei an den Neuffener Weinbergen bergab zum Ziel, dem Bahnhof in Neuffen.

Zudem gibt es neben dem eigentlichen Weg, sieben Rundwege zu verschiedenen Themen, Längen und Schwierigkeitsgraden, die an den Weg angegliedert sind (siehe Infomaterialien). So kann die Wanderroute auch nach eigenen Vorlieben und Interessen variiert werden.

Infomaterialien

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Metzingen

Flyer „Gustav-Ströhmfeld-Weg: Eine Reise durch die Landschaftsgeschichte“

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Felsenrunde

Kurzbeschreibung

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Keltenrunde

Kurzbeschreibung

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Vulkanrunde

Kurzbeschreibung

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Paradieswegrunde

Kurzbeschreibung

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Florianrunde

Kurzbeschreibung

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Exotenrunde

Kurzbeschreibung

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Goldlandrunde

Kurzbeschreibung

Michelstadt: Geopark-Pfad „Landschaft im Wandel“

Landschaft wandelt sich. Sie wandelt sich in erdgeschichtlichen Zeiträumen – kaum vorstellbar langsam in Millionen von Jahren. Aber auch in kurzer Zeit wird aus einer Naturlandschaft, durch den Einfluss des Menschen, eine Kulturlandschaft die durch wechselnde Nutzung stetig ihr Gesicht verändert.

Ganz in der Nähe der östlichen Stadtgrenze Michelstadts liegt zwischen Hermannsberg und Gräsig der Rest einer vielfältigen, in Jahrhunderten entstandenen Kulturlandschaft, die von dem Flächenwachstum Michelstadts geprägt wurde.

Geologisch gesehen, bietet die Wanderung nicht nur einen Einblick in die Zeit des Muschelkalkes, der vor 240 Millionen Jahren gebildet wurde, sondern zeigt auch die typische Flora eines Kalkmagerrasens.

Start

Startpunkt für den Geopark-Pfad ist der Parkplatz am Michelstädter Friedhof. Der Rundweg ist durchgehend mit einem „L“ in gelbem Kreis markiert und kann vollständig in 2 bis 3 Stunden oder auch in zwei Etappen bewältigt werden.

„Kiliansfloß“

An der Kapellenwiese entspringt das „Kiliansfloß“, ein kleiner Bach, der bereits nach wenigen hundert Metern im Einbruchstrichter einer unerforschten Höhle im Muschelkalk verschwindet und seinen Lauf unterirdisch bis in die Altstadt von Michelstadt fortsetzt.

Wegstationen
Station 1: Landschaft im Wandel
Station 2: Nutzloses Gestrüpp? Ökologie einer Heckenlandschaft
Station 3: Durch diese hohle Gasse ... Entstehung von Hohlwegen
Station 4: Ehemaliger Kalksandsteinbruch Fenster in die Triaszeit
Station 5: Zwischen Wald und Wiese Kulturlandschaft im Umbruch
Station 6: Michelstadt – von der Entwicklung einer Stadt
Station 7: Glückauf, der Steiger kommt! Eisenerzbergbau in Michelstadt
Station 8: Kapellenwiese und Kiliansquelle
Station 9: Bergbauspuren verschwinden – eine Stadt wächst
Station 10: Geologisches Panorama Hermannsberg Eine Böschung erzählt vom Ackerbau vergangener Zeiten
Station 11: Wohin verschwindet das Kiliansfloß? Höhlen im Erbach-Michelstädter Graben

Öffnung der Doline nur bei geführten Wanderungen

Infomaterialien

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Michelstadt

Faltblatt „Die Geoparkpfade Michelstadt“

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Michelstadt

Tourenbeschreibung „Geoparkpfad Landschaft im Wandel“

Textquellen

Faltblatt „Die Geoparkpfade Michelstadt“

Mistelbach: Entdeckungen im Rhätolias-Sandstein

GEOPARK Bayern-Böhmen

Cesko-Bavorský GEOPARK

Aufbruch ins Erdinnere

Tajemstvi zemského nitra

Mistelbach

Mistelbach liegt am Rande des stufenweisen Gelände­anstiegs aus dem Bayreuther Kessel zur Fränkischen Schweiz.

Die wichtigsten Stufen dieser Schichtstu­fenlandschaft (jeweils 50 bis 80 Höhenmeter) werden bedingt durch der Abtragung gegenüber unterschiedlich widerstandsfähige Gesteins­formationen: den „Rhätolias-Sandstein“ („Gümbelscher Sandstein“), den „Dogger-Sandstein“ („Eisensand­stein“) und die Malm-Kalke.

Den Anstieg im Relief bei Mistelbach verursacht der Rhätolias-Sandstein. In den Geländeanstieg tiefen sich schluchtartig mehrere Täler ein, von denen das wildro­mantische Arzloch das stimmungsvollste ist. Durch ein gegenüber der Umge­bung feuchteres und kühleres Lokalklima haben sich hier zahlreiche Pflanzen angesie­delt, die sonst nur in höheren Lagen der Mittelgebirge zu Hause sind, z. B. der Wald-Geißbart, der Hasenlattich, die Schwarze Heckenkirsche oder der Siebenstern.

Wandertour

Die Wandertour durch das Arzloch führt vorbei an mehreren, schon lange nicht mehr aktiven Steinbrüchen sowie an Fels- und Hangstür­zen.

Kulturgeschichtlich interessant ist der Markgrafentisch. Das Baudenk­mal wurde von den markgräflichen Jägern zum Zerlegen von Wild genutzt und ist teils aus dem Fels geschlagen. Informationen zum Arzloch finden Sie auf der Geopark-Infotafel am Parkplatz der Katholischen Kirche in der Kirchröthe. Von hier erreichen Sie das Arzloch bequem in wenigen Minuten.

Nahe dem Ortszentrum von Mistelbach finden sich weitere Felsbildungen aus dem Rhätolias-Sandstein. Die bekanntes­te davon ist der Viertelstein, der am Radweg Richtung Pettendorf und isoliert im Talhang der Mistel liegt. Eindrucksvoll sind am Hirtenstein die an Bienenwaben erinnernden Bröckellöcher zu sehen. Diese entstehen dadurch, dass die Oberflächen des Sandsteins eine dünne Patina aus Eisenverbindungen besitzen. Dort, wo diese zerstört ist, wird der Sandstein nach innen mürbe und verwittert dann rascher.

Neben dem Arzloch war das Gebiet nahe dem Naturdenkmal Sattlerstein früher ein Abbaugebiet für den Rhätolias-Sandstein. Viele der Abbaue sind klein parzelliert. Sie wur­den von einzelnen Steinbre­chern genutzt, die dafür die Abbaurechte erhalten hatten. Nutzt man für den Rückweg den Wanderweg entlang des Talbaches, kommt man an lange aufgelassenen größeren Steinbrüchen vorbei. Größe und frischer Zustand der Abbauwände zeigen, dass hier der jüngere Abbau stattfand.

Tipp

Historische Abbaue finden sich auch entlang des Wanderweges durch das Tal der Mistel nach Süden, vorbei an der Poppen- bis zur Steinmühle. Betrachten Sie auch die Sandsteingebäude im Ort, allen voran die Kirche. Sie sind in Quaderbauweise aus den Rhätolias-Sandsteinen erbaut.

Infomaterialien

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Mistelbach

Faltblatt „Mistelbach und Arzloch – Entdeckungen im Rhätolias-Sandstein“

Mittenwald: Geologischer Lehrpfad am Kranzberg

Start

Parkplatz Kranzberg Sesselbahn Talstation

Ziel

Parkplatz Kranzberg Sesselbahn Talstation

Der geologische Lehrpfad am Kranzberg in Mittenwald bietet die Möglichkeit eines Spaziergangs oder einer leichten Wanderung und gleichzeitig viele interessante Informationen zur Entstehung der Landschaft zwischen Mittenwald, Krün und Wallgau.

Wegbeschreibung

Die Wanderung auf dem geologischen Lehrpfad am Kranzberg in Mittenwald beginnt an der Talstation der Kranzberg-Sesselbahn, wo auch zahlreiche Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Vom Parkplatz folgt man der Fahrstraße ein kurzes Stück bergauf, bis man das sogenannte „Latscheneck“ und damit den Beginn des geologischen Lehrpfades erreicht. Der Lehrpfad, der auch mit einem Kinderwagen begehbar ist, führt zu verschiedenen Schau- und Informationstafeln, wo viele Informationen zur Entstehung der Landschaft nachgelesen werden können.

Am Ende des geologischen Lehrpfades kann man in Richtung Lautersee weiter wandern oder über das Laintal zurück nach Mittenwald laufen.

Infomaterialien

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Mittenwald

Geologischer Lehrpfad am Kranzberg – keine Infomaterialien vorhanden!

Mömlingen: Geoparkpfad „Feuer und Wasser“

Das Gesicht der Landschaft in Mömlingen ist durch das Feuer und Wasser geprägt. Diese beiden Elemente sind insbesondere auf den Bergrücken zwischen dem Mömling- und dem Amorbachtal zu finden. Anhand der 6 Stationen mit insgesamt 8 Informationstafeln wird die Bedeutung des Geoparkpfad-Titels „Feuer und Wasser“ deutlich.

Die 4,5 km lange und mit einem gelben „L“ markierte Strecke eröffnet dem Wanderer in gut zwei Stunden Gehzeit einen Einblick in die geologischen Besonderheiten auf dem Bergrücken zwischen dem Mömling- und Amorbachtal, wo der Einstieg schon mit einem atemberaubenden Blick über die Odenwaldhöhen hinab auf Mömlingen lockt.

Die Zufahrt ist bis zum Parkplatz Eichwaldhütte möglich. Dort markiert die Eingangstafel den Beginn des Geoparkpfades „Feuer und Wasser“ und macht neugierig auf die einzelnen Stationen.

Das Mömlingtal folgt hier einer geologischen Verwerfung, an der sich der Fluss leichter in das vielfach geklüftete Gestein eingraben konnte.

Wegbeschreibung

Vorbei an einem rekonstruierten Teilstück der kurmainzischen Landwehr, einer früheren Grenzbefestigung aus dem 15. Jahrhundert (Station 1) gelangt man direkt zur ehemaligen Eisenerzgrube „Berta“ aus dem 19. Jahrhundert (Station 2). Die dort deutlich erkennbaren Bergbauspuren weisen auf einen ehemaligen Vulkanschlot im Untergrund hin, an dessen Rand sich das begehrte Eisenerz angereichert hatte.

Ein weiteres Vorkommen wurde am „Mühlhansenloch“ bereits im 14. Jahrhundert ausgebeutet. An der Lehrpfad-Station 3 sind heute noch Basalttuffe und ein Basaltgang zu sehen, die beim Ausbruch des „Mühlhansenloch-Maares“ entstanden. Vor 50 bis 40 Millionen Jahren trafen hier 1100°C heiße Gesteinsschmelze und kühles Grundwasser aufeinander – eine unheilige Allianz, die zu gewaltigen Explosionen führte.

Die weitere Route führt zu merkwürdigen Mulden (Station 4) und der lang gestreckten „Schwedenschanze“ (Station 5). Sie wurden in der Vergangenheit als vom Menschen geschaffene Formen interpretiert.

Erst neuere Forschungen zeigten, dass es sich hierbei um Erdfälle von ungewöhnlichem Ausmaß handelt. Der Sandstein im Untergrund ist durch tektonische Bewegungen sehr stark geklüftet, das Gestein zerbrochen. Wasser, das in die oft meterbreiten Hohlräume eindrang, spülte den darüber lagernden Schutt aus, sodass die Oberfläche nachsackte. Solche Klüfte stellen unterhalb des Wasserspiegels Wegsamkeiten dar, in denen eine große Menge Wasser in kürzester Zeit unerwartete Strömungsrichtungen einschlagen kann. Der Grundwasserfluss ist Basis für die Trinkwasserversorgung und wird deshalb an Grundwasser-Messstellen kontrolliert (Station 6).

Wegstationen
Station 1: Kurmainzische Landwehr

Frühere Grenzbefestigung aus dem 15. Jahrhundert.

Station 2: Ehemalige Eisenerzgrube „Berta“

Ehemalige Eisenerzgrube „Berta“, aus dem 19. Jahrhundert. Die Bergbauspuren weisen auf einen ehemaligen Vulkanschlot im Untergrund hin, an dessen Rand sich das begehrte Eisenerz angereichert hatte.

Station 3: Mühlhansenloch

Das Eisenerzvorkommen am „Mühlhansenloch“ wurde bereits im 14. Jahrhundert ausgebeutet. Hier sind  Basalttuffe zu sehen, die beim Ausbruch des „Mühlhansenloch-Maares“ entstanden sind.

Station 4: Mulden

… wurden in der Vergangenheit als vom Menschen geschaffene Formen interpretiert. Erst neuere Forschungen zeigten, dass es sich hierbei um Erdfälle von ungewöhnlichem Ausmaß handelt.

Station 5: Schwedenschanze

… wurde in der Vergangenheit als vom Menschen geschaffene Form interpretiert. Erst neuere Forschungen zeigten, dass es sich hierbei um einen Erdfall von ungewöhnlichem Ausmaß handelt.

Station 6: Grundwassermessstelle

Infomaterialien

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Mömlingen

Faltblatt „Der Geopark-Pfad „Feuer und Wasser“

Mönchsdeggingen: Geopark Nördlinger Ries, Lehrpfad Kühstein

Die Geotope Kühstein liegen in der sogenannten Megablockzone des südlichen Rieskraterrandes.

Acht Ereignistafeln entlang des zugehörigen Lehrpfades zeigen die Prozesse des Meteoriteneinschlags vor 14,5 Millionen Jahren.

Am Buchberg eröffnet sich ein großartiges Panorama auf das Ries und seinen Inneren und Äußeren Kraterrand. Ein Panoramafoto des Dorfvereines Mönchsdeggingen e.V. und der Gemeinde erläutert die Aussicht. Zudem werden entlang des Rundweges die Geologie, naturkundliche und besiedlungsgeschichtliche Besonderheiten des Rieses wie auch von Mönchsdeggingen auf Ereignistafeln veranschaulicht.

Die Entstehung des Rieskraters

Vor 14,5 Millionen Jahren rast ein etwa 1 km großer kosmischer Körper (Asteroid), begleitet von einem 150 m großen Trabanten, auf die Erde zu. Beide schlagen mit einer Geschwindigkeit von über 70.000 km/h auf der Albhochfläche ein und erzeugen zwei Krater mit Durchmessern von 24 km und 4 km:

Das "Nördlinger Ries" und das "Steinheimer Becken".

Bei Drücken von mehreren Millionen bar und Temperaturen über 20.000˚C verdampfen der Asteroid und Teile der Gesteine  bzw. werden aufgeschmolzen. Eine Druckfront (Stoßwelle) bewegt sich mit Überschallgeschwindigkeit durch das tiefere Gestein, verändert es und führt durch eine Schockmetamorphose zur Bildung von Hochdruckmineralen wie Coesit und Stishovit (Quarz) sowie Diamant (Kohlenstoff).

In den ersten Sekunden nach dem Einschlag entsteht eine über 4 km tiefe Kraterhohlform. Die ausgeschleuderten Gesteinsmassen bilden bis in eine Entfernung von 50 km eine geschlossene Auswurfsdecke (Bunte Trümmermassen). Zeitgleich schießt eine heiße Glutwolke über dem Krater in die hohe Atmosphäre. Der tiefe Krater besteht nur wenige Sekunden.

Im Kraterboden werden die kristallinen Gesteine des Grundgebirges freigelegt, der Kraterboden wölbt sich auf. Gleichzeitig brechen vom übersteilen Kraterrand Gesteinsschollen ab und vergrößern dadurch den Krater, der ursprüngliche Kraterrand wir immer undeutlicher, der Krater sebst verflacht.

Nach wenigen Minuten sind alle Gesteinsbewegungen beendet. Die Glutwolke kollabiert und lagert mehrere 100 m mächtige heiße Gesteinsmassen im Krater und auch in isolierten Bereichen außerhalb des Kraters ab (Suevit).

Im Umkreis von 100 km oder mehr war alles pflanzliche und tierische Leben bereits durch die enorme Druck- und Hitzewelle ausgelöscht worden.

Ries-See

Im Krater selbst bildete sich ein abflussloser See, der sog. Ries-See, der überwiegend von Niederschlägen innerhalb des Kraters und seiner nächsten Umgebung gespeist wurde.

Direkt nach dem Impaktereignis füllte sich der Krater zunächst durch sintflutartige Regenfälle. Im Becken sammelten sich mächtige Schlamm- und Schuttströme aus zusammengeschwemmten Gesteinstrümmern der Auswurfmassen. Der aus den gelösten Mineralstoffen der Riestrümmermassen stammende Salzgehalt im See wird durch Niederschläge nur langsam verdünnt, so dass über längere Zeit ein Salz-(Soda-)See bestand.

Ursprünglich reichten die Ablagerungen des Ries-Sees mehr als 100 m über die heutige Riesebene. Der Krater war spätestens ab dem Obermiozän weitgehend aufgefüllt. Erst durch die Erosion während des Eiszeitalters wurde die heutige Kraterform wieder sichtbar.

Infomaterialien

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Nördlinger Ries

Faltblatt „Geotope Kühstein“

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Nördlinger Ries

Broschüre „Fenster in die Erdgeschichte“

Montabaur: Themenwanderweg Ton

Der Themenwanderweg Ton mit seinen zwei 11 km langen Wanderstrecken „Themenweg Ton Rot“ und „Themenweg Ton Blau“ gestattet Einblicke in die verborgenen Schätze des südlichen Westerwalde.

In den Tongruben bei Boden, Niederahr, Moschheim und Ruppach-Goldhausen finden Sie die Grundstoffe für die berühmte Westerwälder Salzglasurkeramik und unzählige weitere Produkte, die aus Ton hergestellt werden.

Die Themenwege führen an insgesamt acht unterschiedlichen Tongruben entlang, die einen informativen Einblick in die Erdgeschichte dieser Region und die verschiedenen Abbaumethoden erlauben.

Einen Wanderbericht mit Hunden über eine Wanderung auf den Themenwegen rot und blau finden Sie in diesem Wanderblog:

Infomaterialien

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Montabauer

Faltblatt „Themenweg Ton“

Lembach (F): Dichterweg

Mörschied: Traumschleife „STUMM-Eisenhütten-Weg“

Schattige Wälder und offene Feldlandschaft mit Aussichten über die Hunsrückhöhen, zur Wildenburg hoch über Kempfeld und den Idarwald bestimmen die Tour. Der Wanderer erhält ausführliche Informationen über die Eisenhüttendynastie der Familien Stumm, deren Wurzeln mitten im Hunsrück liegen.

Entlang der Tour informieren Tafeln über die Dynastie der Stummschen Familie. Johann Nikolaus Stumm erlernte das Schmiedehandwerk. Damit begann eine über sechs Generationen andauernde Familien- und Firmengeschichte im Eisenhüttenwesen.

Unterwegs begegnen dem Wanderer ehemalige Stollen und Abraumhalden an den Talhängen. Außerdem finden sich Reste von kleineren Erzhütten und wasserbetriebenen Edelsteinschleifereien und Hammerwerken, die an die ehemals rege Bergbautätigkeit am südlichen Hunsrückrand erinnern.

Am Ufer des Hammerbachs entstand 1715 der erste Eisenhammer von Johann Nikolaus Stumm. Zwei weitere Hammerwerke befanden sich an der Asbacher Hütte, die heute eine Einrichtung der Diakonie mit Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten ist.

Verschiedene Aussichtspunkte bieten Fernsichten zur Wildenburg, über die Hunsrückhöhen oder zum Idarwald.

Vorbei an der Historischen Wasserschleife Biehl (Besichtigung möglich) gelangt man zum Ausgangspunkt Camping Harfenmühle mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten zurück.

Wegbeschreibung

Die Wanderung auf dem Stumm-Eisenhütten-Weg führt zu den Spuren der einstigen Weltfirma, deren Anfänge im Hellertshausener Ortsteil Hammerbirkenfeld liegen. Die Familie Stumm besaß zu Beginn des 19. Jahrhunderts vier Hütten-, 13 Hammer- und zwei Schneidwerke im Hunsrück. Nach ihrer Übersiedlung ins Saarland, wo sie 1806 die Neunkirchener Hütte erwarb, zählte die Stumm AG bis in die 1970er Jahre zu den größten Montanunternehmen Deutschlands.

Der sehr abwechslungsreiche und ausgesprochen naturnahe Premium-Rundwanderweg führt im ersten Drittel durch idyllische Wälder, in denen einige alte Stollen auf die bergmännische Vergangenheit der Region aufmerksam machen. Vor allem zwischen Asbach und Weiden bereichern großartige Weitblicke die offenen Flurpassagen, bevor es durch reizvollen Wald zum Naturrefugium am Schinderhannesfels geht. Kurzweilig führt die Rundtour mit herrlichen Aussichten über den Klingenberg zurück ins Tal, wo mit der Wasserschleife Biehl noch ein besonderer Höhepunkt auf den Wanderer wartet.

Tipp

Besuchen Sie die Historische Wasserschleiferei Biehl – ca. 150 m vom Eingangportal entfernt. 

Infomaterialien

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Mörschied

Traumschleife „STUMM-Eisenhütten-Weg“ – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mosbach: Geopark-Pfad „Naturerlebnis am Schreckberg“

Der Geopark-Pfad am Schreckberg ist leicht zu wandern und auch für Familien mit Kindern geeignet. Es bieten sich tolle Ausblicke ins Neckartal und sogar Spuren von Dinosauriern.

Auf dieser Tour stehen Lernen, Erleben und Bestaunen im Vordergrund. Lassen Sie sich Zeit und informieren Sie sich über das Mosaik aus Muschelkalkbänken und Sandsteinen. Erfahren Sie, wie im Laufe von Jahrmillionen der Untergrund entstanden ist, und was die seltenen Pflanzen und Vögel, die Sie heute hier erleben dürfen, damit zu tun haben. Nehmen Sie das Landschaftsbild als Spiegel sich wandelnder Wirtschaftsgeschichte wahr.

Genießen Sie beim Durchstreifen der Weinberge und Streuobstwiesen immer wieder herrliche Blicke ins Neckartal. Durchstöbern Sie die Muschelkalk-Steinchen: Vielleicht findet sich eine versteinerte Muschel? Lauschen Sie dem Zirpen der Grillen und dem Gezwitscher der Vögel.

Für den sportlichen Aspekt sorgen kurze Waldpfade mit teilweise steilen Steigungen. Sand- und Kalksteinwände öffnen ein Fenster in die Erdgeschichte und geben eine Ahnung, wie tief sich der Neckar in die Landschaft gegraben hat.

Im ehemaligen Milchhäuschen des Schreckhofs befindet sich das Infozentrum. Ausgestellte Funde, Bilder und Infotafel bringen Ihnen das Geheimnis des Schreckbergs näher. Beim Verlassen des Weilers durchströmt Sie ein Gefühl von Freiheit und Sie wandern über die unendliche Weite dem nächsten Aussichtspunkt entgegen.

Textquelle: Odenwald Touismus GmbH

Wegbeschreibung LGRB

Rund um den Mosbacher Ortsteil Schreckhof verläuft seit 2010 der Geopark-Pfad Naturerlebnis Schreckberg. Er gibt zahlreiche Einblicke in die Erdgeschichte, Vegetation und Tierwelt des 16 ha großen Naturschutzgebiets.

Am Unterhang des Schreckbergs führen zwei ehemalige Steinbrüche in die Welt des Oberen Buntsandstein vor etwa 240 Mio. Jahren. Hier können Spuren von Sauriern und Riesenlurchen oder Sandsteine mit Krusten junger Kalkausfällungen an einem Wasseraustritt entdeckt werden.

Bei den Stationen zum Unteren und Mittleren Muschelkalk geht es z. B. um die Fossilienfunde aus dem damaligen Meer, wie Muscheln, Schnecken, Tintenfische und Fischsaurier, und um die Frage wie die Wellen im Wellenkalk entstanden.

In dem früher auf größeren Flächen als Weinberg genutzten steilen Südwesthang finden sich Mager- und Trockenrasen, orchideenreiche Obstwiesen, eine wärmeliebende Gebüsch- und Saumvegetation sowie alte Eichenbestände.

Aus den flachgründigen Böden (Rendzinen, Syrosem-Rendzinen) am Oberhang ragen immer wieder Felsbänke hervor. Als Ausgangspunkte bieten sich das Infozentrum im „Milchhäusle“ in Schreckhof oder der Wanderparkplatz in der Ludolfsklinge an.

Die Stationen zur Geologie lassen sich auf einem 3,5 km langen Rundweg erwandern. Auf einer zusätzlichen Wegschleife erfährt man Interessantes zu Fauna und Flora und bekommt am Aussichtspunkt einen weiten Überblick über das Neckartal.

Textquelle: LGRBwissen: Geopark-Pfad Naturerlebnis Schreckberg

Infomaterialien

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Geopark-Pfad am Schreckberg

Keine Infomaterialien vorhanden!

Mössingen-Öschingen: Rund um den Roßberg

Rundweg von Öschingen über den Gipfel des Roßberg.

Die Tour verläuft Ober- und unterhalb des Steinbruches Kalkofen und quert die Rutschung „Landhaussiedlung“, bei der im Jahr 2013 über eine halbe Million Kubikmeter Boden und Fels abgerutscht sind. Auf dem Roßberg erinnert ein Denkmal an den berühmten Geologen Friederich August Quenstedt.

Bergrutsch „Mössingen-Öschingen“ (Landhaussiedlung)

Nach lang anhaltenden Starkniederschlägen, vor allem vom 31.05.2013 bis zum 02.06.2013, mit bis zu 160 mm Niederschlag sowie überdurchschnittlich nassen Vormonaten hat sich am Sonntag, dem 02.06.2013, gegen 20:00 Uhr am Albtrauf auf der Gemarkung Mössingen-Öschingen unterhalb des Roßbergs in den Gewannen Dachslochberg und Roßstaig ein Bergrutsch ereignet (nach Definition handelt es sich um eine Rutschung.

Auf einer Länge von etwa 500 m und einer Breite von bis zu 300 m haben sich auf einer Fläche von über neun Hektar rund eine halbe Million Kubikmeter Boden- und Felsmassen talwärts in Bewegung gesetzt. Die Tiefenlage der Gleitflächen variiert nach den Erkenntnissen der durchgeführten Bohrungen zwischen wenigen Metern bis 17 m unter Geländeoberfläche (durchschnittlich 7–10 m).

Im Abtragsbereich (Rutschung), im obersten Drittel der Rutschung, befindet sich die Geländeoberfläche im Vergleich zur ehemaligen Hangoberfläche nun bis zu 13 Höhenmeter tiefer. Demgegenüber haben sich im Ablagerungsbereich (Rutschung), in den unteren zwei Dritteln der Hangbewegung, die abgeglittenen Boden- und Felsmassen bis zu 10 Meter über der ursprünglichen Geländeoberfläche aufgestaut.

Das Ereignis ist als Reaktivierung einer wahrscheinlich Jahrhunderte oder Jahrtausende alten Hangbewegung zu verstehen.

© LGRBwissen

Mehr Infos zur Rutschung siehe Webseite „LGRBwissen“.

Friedrich August Quenstedt

Nicht weit vom Wanderheim auf dem Roßberg liegt eine Aussichtsplattform mit einem herrlichen Ausblick. Dort befindet sich außerdem ein Denkmal für den 1889 verstorbenen Friedrich August Quenstedt.

Quenstedt war deutscher Geologe, Paläontologe, Mineraloge und Kristallograph. Sein Hauptverdienst ist die intensive Erforschung des Jura der Schwäbischen Alb. Er unterrichtete lange Zeit an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Im Jahre 1837 übernahm er den neu geschaffenen Lehrstuhl für Mineralogie und Geognosis an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er begründete damit die noch junge Geologie als eigenständigen Wissenschaftszweig im Königreich Württemberg. Den Lehrstuhl hatte er 52 Jahre inne. Seine Amtszeit ist als Quenstedt-Ära in die Annalen des Geologischen Institutes eingegangen. Seine Forschungsschwerpunkte waren vor allem Fossilien und ihre Nutzung in der Stratigraphie. Durch eigene Aufsammlungen, aber auch durch Ankäufe, baute er in Tübingen eine bedeutende, für Forschung und Lehre geeignete Fossiliensammlung auf. 1842 zählte die Sammlung bereits 30.000 Exponate. Einen großen Anteil dazu trugen auch Öschinger Bauern bei, die für Quenstedt Ammoniten sammelten. 1842 prägte er auch den heute noch international verwendeten Begriff Stufenlandschaft.

Zur geologischen Altersbestimmung verwendete er wie der Engländer William Smith Leitfossilien. Nach ihm benannt ist die Quenstedtsche Gliederung der Feinschichten des Jura, die erst 1973 von einer internationalen Gliederung abgelöst wurde. Aus seiner Feder stammt auch das paläontologische Standardwerk Der Jura, das er 1858 veröffentlichte. Bis kurz vor seinem Tod erstellte er ein umfangreiches Tafelwerk über die Ammoniten der Schwäbischen Alb. Er verstand es, durch einen unterhaltsamen Vorlesungsstil ein breites Publikum für Fossilien zu interessieren. Über Schwaben blickte er jedoch kaum hinaus. Seine Fossiliensammlung ist heute noch im Geologischen Institut der Universität Tübingen einzusehen und kann zum Vergleich eigener Funde herangezogen werden. Er war auch in Nusplingen und entdeckte den Plattenkalk.

Ab 1862 war er an der Erstellung der geologischen Landesaufnahme von Württemberg beteiligt und von ihm stammen dazu im Zeitraum 1865 bis 1881 zehn Karten.

Infomaterialien

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Mössingen-Öschingen

Rund um den Roßberg – keine Infomaterialien vorhanden!

Mössingen: Wanderweg Bergrutsch am Hirschberg

Bergrutsch am Hirschkopf

Am 12. April 1983 ereignete sich am Hirschkopf oberhalb von Mössingen der größte Bergrutsch Baden-Württembergs seit über 100 Jahren.

Auf etwa 500 m Länge rutschte innerhalb weniger Stunden das Schichtpaket der Wohlgeschichtete Kalke-Formation (früher Weißjura beta) auf dem durchfeuchteten und instabil gewordenen Untergrund der Impressamergel-Formation (früher Weißjura alpha) und der Mitteljuraschichten im Liegenden ab (mehr als 8.000.000 Tonnen Gesteinsmaterial) .

Hierbei wurde eine Felswand aus Kalk- über Mergelstein freigelegt, die von der Basis her mittlerweile zunehmend durch Hangschutt verdeckt wird. Hinter den Rutschwällen an der Hangbasis bildeten sich Feuchtbiotope.

Inzwischen hat sich die natürliche Vegetation das Gelände weitgehend zurückerorbert. Die Folgen des Bergsturzes sind aber noch immer erkennbar – besonders eindrücklich am Aussichtspunkt „Steilwand“.

Das Naturschutzgebiet ist bis heute nicht ganz zum Stillstand gekommen. Es darf daher nur auf den ausgewiesenen Wegen betreten werden. Am besten erfolgt dies auf den markierten Bergrutsch-Wanderwegen 1 und 2.

Schutzgebiet

Der Bergrutsch am Hirschkopf ist seit 1988 auf 39 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die ungestörte Wiederbesiedlung der offenen Schutthalde und unzugänglichen Felswände ist aus biologischer Sicht der wesentliche Schutzzweck.

Für Geologen und Geographen steht die Erforschung der Massenverlagerung und der allmählichen Rückverlegung des Albtraufs im Vordergrund. Der Bergrutsch zählt zu den Nationalen Geotopen Deutschlands.

Start

Sie starten vom Bergrutsch-Parkplatz an der geteerten Straße zwischen Talheim und Belsen bzw. der Olgahöhe. An der Einfahrt gibt es auch eine Übersichtstafel. Vom Parkplatz aus sind zwei Touren mit blauen Tafeln markiert.

Die Route 1 (1 km) führt hoch zum Aussichtspunkt „Steilwand“ und auf gleicher Strecke zurück.

Die Route 2  (ca. 3 km) ist als Rundweg angelegt. Sie ist bis zur Steilwand identisch mit Route 1, führt dann aber weiter nach Westen und am Rand der ehemaligen unteren Rutschzunge hinunter in Buchbachtal.  Auf diesem Abschnitt ist ein kurzes Stück steil und felsig. Weiter unten gibt es auch kurze nasse Stellen. Die Begehung erfordert daher Trittsicherheit, Vorsicht und gute (Wander-)Schuhe. Vom Buchbachtal führt dann ein bequemer Forstweg zurück zum Parkplatz.

Wer möchte kann den Rundweg 2 auch in umgekehrter Richtung gehen.

Infomaterialien

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Mössingen

Faltblatt „Bergrutsch am Hirschkopf“ – nationales Geotop

Mücke: Vulkanregion Vogelsberg – Erzweg Mitte

Fast hundert Jahre lang war die Landschaft im vorderen Vogelsberg, rund um Freienseen, Weickartshain, Lardenbach, Stockhausen, Ilsdorf, Merlau, Flensungen, Nieder-Ohmen, Atzenhain bis hin nach Burg-Gemünden, geprägt durch große Eisenerztagebaue.

Kilometerlange Seilbahnen und Schlammleitungen durchzogen die Landschaft, große Erzaufbereitungsanlagen und Verladestationen an den Bahnhöfen verdeutlichten die Bedeutung dieses Industriebereichs für unsere Region. Bis in die späten 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war, neben Land- und Forstwirtschaft, der Bergbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Heute erinnern nur noch wenige Relikte, wie z.B. die eindrucksvolle Weickartshainer Eisenkaute, die Reste der Aufbereitungsanlage zwischen Merlau und Nieder-Ohmen (heute der Kunstturm Mücke) und meist bewaldete Schlammteiche, an diese Zeit.

Nahezu ein Jahrhundert intensiven Bergbaus auf Eisenerz war der Anlass für eine Gruppe interessierter Bürger, diese geschichtlich so bedeutende Epoche mit informativen Wanderwegen zu dokumentieren. Nach intensiven Recherchen, Klärung rechtlicher Aspekte und zahlreichen Gesprächen konnte die Projektgruppe Erzweg Ende Juli 2011 den ersten Rundweg südlich der Gemeinde Mücke vorstellen (Erzweg Süd). Begleitet von großer und anhaltender Resonanz auf den ersten Weg entstand mit dem Erzweg Mitte der zweite Abschnitt, der ausschließlich durch Ortsteile der Gemeinde Mücke führt und im September 2014 eröffnet wurde. Mit Verbindungswegen ist ein Anschluss an die Südroute gegeben. Mit der Fertigstellung des Erzweg-Mitte im Sommer 2014 werden die heute noch existierenden Zeugnisse des Bergbaus rund um Flensungen, Merlau und Ilsdorf miteinander verbunden.

Auf zahlreichen Informationstafeln werden die Ausdehnung und Lage der Bergwerke, die Abbau- und Aufbereitungstechniken, die Arbeitssituation und die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Zeit beschrieben und somit für die Wanderer wieder nachvollziehbar.

Detaillierte Informationen über die Wege findet man auf der Webseite der Projektgruppe Erzweg.

Erzweg Mitte

Insgesamt 14 Infotafeln informieren auf einer ca. 11 km langen Strecke über den Erzbergbau am Vogelsberg.

Die Tour kann auch abgekürzt werden. Deshalb ist es ratsam, sich vor Beginn der Wanderung eine Wegekarte aus den Flyerkästen an den Einstiegspunkten mitzunehmen. Weiterhin empfiehlt es sich, da die Wege meist naturbelassen sind, feste Schuhe und zweckmäßige Kleidung zu tragen und für Rucksackverpflegung zu sorgen.

Startpunkte mit Parkplatz sind:

Tafel 1

Bahnhof Mücke

Tafel 7

Parkplatz „Mittelpunkt“ südlich von Flensungen

Station 1: Basisinformation

Basisinformationen über die mittlere Route des ERZWEG

Infotafel 1 (PDF)

Station 1a: Bahnhof Mücke

Der Bahnhof Mücke, seine Entwicklung und Bedeutung für den Erztransport.

Infotafel 1a (PDF)

Station 2: Seilbahnen

Die Seilbahnen als wirtschaftliche Transportmittel im Eisenerzbergbau.

Infotafel 2 (PDF)

Station 2a: Winkelstation

Die Winkelstation, eine Umlenk-, Anschluss- und Kontrollstelle auf der Seilbahnstrecke zwischen Erzförderung und -aufbereitung.

Infotafel 2a (PDF)

Station 3: Grube Mücke und Grube Ilsdorf
Station 4: Erzwäsche und Grube Luse

Erztransport und das Waschen von Eisenerz

Infotafel 4 (PDF)

Station 5: Grube Gehalt und Grube Dorothea-Elisabeth
Station 6: Grube Emil

Grube Emil und die Verfüllung mit Schlamm aus der Erzwäsche

Infotafel 6 (PDF)

Station 7: Start (2)

Basisinformation über Wanderweg und Eisenerzabbau im vorderen Vogelsberg am Parkplatz „Mittelpunkt“ bei Flensungen.

Infotafel 7 (PDF)

Station 8: Grube Sophie

Die Grube Sophie und Überlegungen zu den Grubennamen.

Infotafel 8 (PDF)

Station 9: Grube Antonie

Die Grube Antonie und die Bedeutung des Wassers.

Infotafel 9 (PDF)

Station 10: Erzwäsche Mücke und Bahnverladung

Die Erzwäsche und Bahnverladung des Erzes in Mücke.

Infotafel 10 (PDF)

Station 11: Grube Ludwigssegen

Die Grube Ludwigssegen und der Stollenbau.

Infotafel 11 (PDF)

Station 12: Verwaltungssitz Gewerkschaft Louise

Der Verwaltungssitz der Gewerkschaft Louise, Brauneisenstein-Bergwerke Merlau.

Infotafel 12 (PDF)

© Mit freundlicher Genehmigung der Projektgruppe Erzweg am 07.10.2021. VIELEN DANK.

Infomaterialien

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Mücke

Faltblatt „Erzweg Mitte“

Mücke: Vulkanregion Vogelsberg – Erzweg Nord

Fast hundert Jahre lang war die Landschaft im vorderen Vogelsberg, rund um Freienseen, Weickartshain, Lardenbach, Stockhausen, Ilsdorf, Merlau, Flensungen, Nieder-Ohmen, Atzenhain bis hin nach Burg-Gemünden, geprägt durch große Eisenerztagebaue.

Kilometerlange Seilbahnen und Schlammleitungen durchzogen die Landschaft, große Erzaufbereitungsanlagen und Verladestationen an den Bahnhöfen verdeutlichten die Bedeutung dieses Industriebereichs für unsere Region. Bis in die späten 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war, neben Land- und Forstwirtschaft, der Bergbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Heute erinnern nur noch wenige Relikte, wie z.B. die eindrucksvolle Weickartshainer Eisenkaute, die Reste der Aufbereitungsanlage zwischen Merlau und Nieder-Ohmen (heute der Kunstturm Mücke) und meist bewaldete Schlammteiche, an diese Zeit.

Nahezu ein Jahrhundert intensiven Bergbaus auf Eisenerz war der Anlass für eine Gruppe interessierter Bürger, diese geschichtlich so bedeutende Epoche mit informativen Wanderwegen zu dokumentieren. Nach intensiven Recherchen, Klärung rechtlicher Aspekte und zahlreichen Gesprächen konnte die Projektgruppe Erzweg Ende Juli 2011 den ersten Rundweg südlich der Gemeinde Mücke vorstellen (Erzweg Süd). Begleitet von großer und anhaltender Resonanz auf den ersten Weg entstand mit dem Erzweg Mitte der zweite Abschnitt, der ausschließlich durch Ortsteile der Gemeinde Mücke führt und im September 2014 eröffnet wurde. Mit Verbindungswegen ist ein Anschluss an die Südroute gegeben. Mit der Fertigstellung des Erzweg-Mitte im Sommer 2014 werden die heute noch existierenden Zeugnisse des Bergbaus rund um Flensungen, Merlau und Ilsdorf miteinander verbunden.

Auf zahlreichen Informationstafeln werden die Ausdehnung und Lage der Bergwerke, die Abbau- und Aufbereitungstechniken, die Arbeitssituation und die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Zeit beschrieben und somit für die Wanderer wieder nachvollziehbar.

Detaillierte Informationen über die Wege findet man auf der Webseite der Projektgruppe Erzweg.

Erzweg Nord

Der Erzweg Nord verbindet Natur und Geschichte. Auf tollen Infotafel werden die Geschichte des Erzabbau in Mittelhessen bildlich und in Textform prässentiert. Der Weg für durch viel Wald und an vielen Teichen vorbei. Er ist gut begehbar, teils Waldweg, teils Wiesenweg und teils geteert.

Station 1: Der Erzwanderweg Nord
Station 2: Grube Atzenhain: Die Erzwäsche
Station 3: Grube Atzenhain: Transport
Station 4: Grube Atzenhain: Ausdehnung, Krisen, Widerstand, Personal
Station 5: Bauxit
Station 6: Grube Ferdinand, Bauxitgrube im Lichten Wald, Winkelstation
Station 7: Grube Eichholz alt, Grube Stückfeld
Station 7a: Der Erzwanderweg Nord
Station 8: Bernsfeld – die soziale Situation der Bergleute
Station 9: Grube Eichholz neu
Station 10: Wasserreicher Vogelsberg und der Brauneisenstein
Station 11: Pumpanlage für Frischwasser
Station 12: Aufbereitung Hedwig/Albert-1
Station 13: Aufbereitung Hedwig/Albert-2
Station 14: Windhainer Teich
Station 15: Grube Eisenkaute, Sturzrampe Bernsfelder Straße, Transportmittel
Station 16: Pumpstation für Schlammableitung
Station 17: Schlammteich, Grubenketten, Bauxitgrube im Lichten Wald

© Mit freundlicher Genehmigung der Projektgruppe Erzweg am 07.10.2021. VIELEN DANK.

Infomaterialien

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Mücke

Faltblatt „Erzweg Nord“

Mücke: Vulkanregion Vogelsberg – Erzweg Süd

Fast hundert Jahre lang war die Landschaft im vorderen Vogelsberg, rund um Freienseen, Weickartshain, Lardenbach, Stockhausen, Ilsdorf, Merlau, Flensungen, Nieder-Ohmen, Atzenhain bis hin nach Burg-Gemünden, geprägt durch große Eisenerztagebaue.

Kilometerlange Seilbahnen und Schlammleitungen durchzogen die Landschaft, große Erzaufbereitungsanlagen und Verladestationen an den Bahnhöfen verdeutlichten die Bedeutung dieses Industriebereichs für unsere Region. Bis in die späten 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war, neben Land- und Forstwirtschaft, der Bergbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Heute erinnern nur noch wenige Relikte, wie z.B. die eindrucksvolle Weickartshainer Eisenkaute, die Reste der Aufbereitungsanlage zwischen Merlau und Nieder-Ohmen (heute der Kunstturm Mücke) und meist bewaldete Schlammteiche, an diese Zeit.

Nahezu ein Jahrhundert intensiven Bergbaus auf Eisenerz war der Anlass für eine Gruppe interessierter Bürger, diese geschichtlich so bedeutende Epoche mit informativen Wanderwegen zu dokumentieren. Nach intensiven Recherchen, Klärung rechtlicher Aspekte und zahlreichen Gesprächen konnte die Projektgruppe Erzweg Ende Juli 2011 den ersten Rundweg südlich der Gemeinde Mücke vorstellen (Erzweg Süd). Begleitet von großer und anhaltender Resonanz auf den ersten Weg entstand mit dem Erzweg Mitte der zweite Abschnitt, der ausschließlich durch Ortsteile der Gemeinde Mücke führt und im September 2014 eröffnet wurde. Mit Verbindungswegen ist ein Anschluss an die Südroute gegeben. Mit der Fertigstellung des Erzweg-Mitte im Sommer 2014 werden die heute noch existierenden Zeugnisse des Bergbaus rund um Flensungen, Merlau und Ilsdorf miteinander verbunden.

Auf zahlreichen Informationstafeln werden die Ausdehnung und Lage der Bergwerke, die Abbau- und Aufbereitungstechniken, die Arbeitssituation und die gesellschaftlichen Bedingungen dieser Zeit beschrieben und somit für die Wanderer wieder nachvollziehbar.

Detaillierte Informationen über die Wege findet man auf der Webseite der Projektgruppe Erzweg.

Erzweg Süd

Fast hundert Jahre lang war die Landschaft im vorderen Vogelsberg, rund um Freienseen, Weickartshain, Lardenbach, Stockhausen, Ilsdorf, Merlau, Flensungen und Nieder-Ohmen bis hin nach Atzenhain, Bernsfeld, Büßfeld und Bleidenrod, geprägt durch große Eisenerztagebaue. Bis in die 1950er und 1960er Jahre war neben Land- und Forstwirtschaft der Bergbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Wenige Relikte, wie z.B. die eindrucksvolle Weickartshainer Eisenkaute, erinnern an diese Zeit und bisher wurde auch an keinem der Überreste diese für unsere Region bedeutsame Epoche dokumentiert. Die zu den ehemaligen Betriebsstätten des Erzabbaus führenden Wanderwege sollen die Montangeschichte unserer Heimat wieder in Erinnerung bringen.

Die heute noch existierenden Zeugnisse des Bergbaus werden durch Informationstafeln mit Darstellungen zur Ausdehnung und Lage der Bergwerke, der Arbeitssituation, der Technik, der Geologie und der gesellschaftlichen Bedingungen dieser Zeit erläutert. Der im Jahr 2011 fertig gestellte ERZ verläuft über Weickartshain, Freienseen, Lardenbach, Stockhausen und Seenbrücke

Die gesamte Wegstrecke hat eine Länge von 14 km.

Startpunkte mit Parkplatz sind:

Tafel 2

Grube Deutschland (nahe Weickartshain)

Tafel 6a

Friedhof Freienseen

Tafel 10

Dorfgemeinschaftshaus Lardenbach

Station 1: Der Erzwanderweg - südlichr Abschnitt

Basisinformationen über Wanderweg und Eisenerzabbau im vorderen Vogelsberg am Parkplatz in der Weickartshainer Schweiz

Infotafel 1 (PDF)

Station 2: Grube Deutschland

Die Grube Deutschland (Eisenkaute oder Weickartshainer Schweiz).

Infotafel 2 (PDF)

Station 3: Die Seilbahnen als wirtschaftliches Transportmittel im Eisenerbergbau
Station 3a: Pingen

Pingen – verstürzter Förder- und Schürfschächt.

Infotafel 3a (PDF)

Station 4: Erläuterung von Funktion und Anlage der Schlammteiche
Station 5: Die Grube Neugrünende Hoffnung
Station 5a: Der Vulkan Vogelsberg
Station 6: Die Grube Schöne Aussicht
Station 6a: Erzwanderweg südlicher Abschnitt
Station 7: Die Eisenkaute bei Freienseen und das deutsche Bergrecht
Station 8a: Der Hilgesberg mit Sicht über die umliegenden Grubenfelder und Schlammteiche, Rastmöglichkeit
Station 8b: Der Aussichtspunkt Hilgesberg
Station 9: Der große Tagebau Grube Maximus-Süd
Station 10: Start (2)

Basisinformationen über Wanderweg und Eisenerzabbau im vorderen Vogelsberg, Parkplatz am DGH in Lardenbach

Infotafel 10 (PDF)

Station 11: Der große Tagebau Grube Maximus-Nord
Station 12: Der Trichterrutschenabbau in der Grube Hoffnung
Station 12a: Soziale Aspekte des Erzbergbaus
Station 13: Die Seilbahnen und die Winkelstation
Station 14: Grube Weickartshain und der Basalteisenstein
Station 15: Der Bahnhof in Weickartshain und die Seental-Eisenbahn
Station 16: Die Erzwäsche in Seenbrücke, das Waschen von Eisenerz
Station 17: Rennofen und Wuhläcker

© Mit freundlicher Genehmigung der Projektgruppe Erzweg am 07.10.2021. VIELEN DANK.

Infomaterialien

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Erzweg Süd

Faltblatt (Stadt Grünberg)

Textquellen

Webseite „Region Vogelsberg Touristik GmbH“

Mudau: Smart Pfad Odenwald

Entlang des Main-Neckar-Radweges, zwischen den Ortschaften Mudau und Amorbach, ist Deutschlands längster MINT-Outdoor-Pfad für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstanden.

An sechs Erlebnisstationen erwarten die Besucher 45 Exponate zum Tüfteln und Erforschen.

Der Smart Pfad lädt auf über 15 Kilometern Länge ganzjährig zu einer spannenden Erkundungstour ein – ob wandernd oder auf dem Rad.

Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik werden spielerisch unter die Lupe genommen und lassen kleine und große Entdeckerherzen höher schlagen.

Der Smart Pfad ist durchgängig beschildert.

Streckentipp

Wer entspannt bergab radeln möchte, startet in Mudau und rollt nach Amorbach!

 

Wegstationen
Mudau „Unter dem Brunnen“

Knobeln & Experimen­tieren

Im spielerischen Wettstreit lassen sich Winkel, Gewicht und Geometrie erkunden. Dem Hebelgesetz sei Dank, wird der viel schwerere Papa von seinen Kindern in die Lüfte gehoben. An der Geometrieschaukel wird messbar: Wer kann den größeren Winkel erschaukeln? Verblüffende Erfindungen können hier ebenfalls erforscht werden: Die indische Klimaanlage zeigt, wie man mithilfe einer ganz einfachen Konstruktion aus Flaschen die Temperatur senken kann. Am großen Temperatur-Parcours ist Fingerspitzengefühl gefragt: Verschiedene Materialien fühlen sich bei gleicher Außentemperatur unterschiedlich an. Warum ist das so?

Mudau „Rehm“

Beobachten & Bestimmen

Auf geht‘s, raus in die Natur! Vom Hochsitz aus Aktionstag gibt es vieles zu beobachten und zu entdecken. An dieser Station versteckt sich so mancher Wald- und Wiesenbewohner im Dickicht und gibt bei näherem Kennenlernen gerne noch die eine oder andere Besonderheit über sich preis. Wer darüber hinaus noch Ruhe und Geduld mitbringt, kann bestimmt am Waldrand oder in der Luft noch weitere „Odenwälder Originale“ entdecken. Der Dachs heißt die kleinen Besucher sogar gerne in seinem Heim willkommen und stellt seine Mitbewohner und seine Lebensweise vor.

Ünglert „Hirtenquelle“

Wasser erforschen

Die Kraft des Wassers ist wirklich erstaunlich. Wie man sie nutzen und dabei gleichzeitig viel Spaß und Erfrischung haben kann, erfährt man an der Hirtenquelle. Im malerischen Waldstück oberhalb der Mud liegt diese Entdeckerstation. Eine Oase, nicht nur für die kleinen Besucher. Zwei Wasserräder, eine archimedische Schraube und ein Matschbecken stehen an der Wasserspiellandschaft zum Ausprobieren bereit. Ein imposantes Beispiel für den praktischen Nutzen der Wasserkraft ist im benachbarten Mühlendorf Ünglert zu sehen: Die historische Riesenmühle klappert dort nach wie vor und ist einen Abstecher wert.

Burg Wildenberg

Wald erleben

Ob groß oder klein: Baumhäuser haben immer eine magische Anziehungskraft. Neben der märchenhaften Ruine der sogenannten Wildenburg bietet die Waldkanzel des Smart Pfads spannende Ein-, Aus- und Überblicke. An dieser Station steht der Wald mit seinen Bäumen im Mittelpunkt. Bewegungsfreudige Entdecker, aber auch entspannte Naturliebhaber, erfahren hier vieles über die Nutz- und Schutzfunktion des Waldes, über das Wurzelsystem des Baumes und lernen den äußerst seltenen Beruf des Zapfenpflückers kennen.

Kirchzell „Zeibertsklinge“

Kriechen & Krabbeln

Wie wäre es, einmal in die faszinierende Welt der Kriech- und Krabbeltiere einzutauchen? An der Zeibertsklinge wird für eine Weile die Perspektive getauscht: die Besucher werden winzig, kleine Tiere werden groß. Sie laden ein in ihre Welt und zeigen, wie beispielsweise ein Schmetterling die Welt sieht und wie man sich in der Rolle der Spinne im eigenen Netz bewegt. Das begehbare Schneckenhaus hält spannende Informationen rund um die Weichtiere bereit und am Forscherfelsen können dann die feinen Lebewesen vorsichtig erkundet werden.

Amorbach „Bürgerpark“

Gesetze der Natur verstehen

Der Amorbacher Bürgerpark wird zu einem Ort, an dem kleine Baumeister erfahren, wie man mit etwas Köpfchen Kraft und Aufwand sparen kann, um schwere Lasten einfacher zu bewegen. Hier stehen Seilzug-Kran, Förderband und Sandrutsche zur Verfügung, um Sand auf große Reise zu schicken. Schattig und direkt am Billbach gelegen bietet diese Station Erholung und Vergnügen für die ganze Familie. Um die Station mit geschärften Sinnen zu verlassen oder zu beginnen, sollte man unbedingt den riesigen Naturklangverstärker sowie das Kaleidoskop ausprobieren. Nicht zu vergessen, das Möbiusband: ein ästhetischer Kletterspaß für den gewissen Dreh im smarten Kopf.

Infomaterialien

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Mudau

Broschüre „Samrt Pfad Odenwald“

Mühlbach: Höhlenkundlicher Wanderweg

Der Weg ist als Lehrpfad mit höhlenkundlichen Erlebniselementen gestaltet und wartet mit allerhand wissenswertem zur Mühlbachquellhöhle, und zu den Themen Geologie, Höhlenkunde und Geomorphologie auf.

So spektakulär und einzigartig die Mühlbachquellhöhle auch sein mag, sie kann leider nur von Speläologen mit Spezialequipment besucht werden. Sie wurde erst im Jahre 2001 entdeckt und stellt die einzige wasseraktive Flusshöhle der Fränkischen Alb dar – utopisch als öffentlich zugängliche Schauhöhle.

Die gute Nachricht: Auf völlig ungefährliche und genussreiche Weise ermöglicht eine Wanderung auf der Höhlenkundlichen Schlaufe höchst interessante Einblicke zu der rund 100 Meter unter der Oberfläche gelegenen Karsthöhle. Auf 15 Schau- und Übersichtstafeln der Karstgruppe Mühlbach e.V. findet sich entlang des Weges Wissenswertes zur Mühlbachquellhöhle, zum Thema Geologie, Höhlenkunde (Speläologie) und Geomorphologie.

Nach dieser lehrreichen Wanderung weiß der wissensdurstige Wanderer, was sich hinter ominös klingenden Wortgebilden wie „Hungerbrunnen und Donnerdom“ versteckt. Ponordolinen, Schlucklöcher und Poljen werden plötzlich zu einem Teil der erlebten Landschaft.

Bei dem Weg handelt es sich um die Schlaufe 6 des Jurasteig.

Wegstationen
Station 1: Mühlbachquelle u. Hungerbrunnen - Quellen mit und ohne Wasserführung
Station 2: Mehr Wasser - mehr Tal und mehr Höhle
Station 3: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts - oberflächlich betrachtet
Station 4: Abschnittswall und Wasserfall
Station 5: Die Südsee im Altmühltal
Station 6: Schiff Ahoi - auf dem unterirdischen Mühlbach
Station 7: Ein Tal, das in den Boden mündet
Station 8: Wo einst die Räuber tafelten
Station 9: Unter oder über Wasser
Station 10: Hochwasser auf der Hochfläche
Station 11: Spaziergang auf dem Grund eines periodischen Sees
Station 12: Die Farbe bringt es an den Tag
Station 13: Höhlensinter – Schmuck und Klimaarchiv
Station 14: Schicht für Schicht Erdgeschichte
Station 15: Wo die Täler sich kreuzen, stehen die Berge plötzlich alleine da

Infomaterialien

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Mühlbach

Faltblatt „Höhlenkundlicher Wanderweg“

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Mühlbach

Begleitheft „Höhlenkundlicher Weg bei Mühlbach“

Mahlberg: Schlossberg (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 26)

Mühlenbach-Hofstetten: Heidburg (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 23)

Einfach sagenhaft

Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

Beschilderung der Sagenrundwege

  • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
  • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

Heidburg

Man munkelt ein Schatz soll auf der Heidburg vergraben liegen, welcher von einem Hund bewacht wird. Eines Sonntagmorgens bekam die Frau eines Waldbauern Besuch von einem Ritter. Dieser bat die Bäuerin, ihn zur Heidburg zu begleiten. Auf dem Weg dorthin stießen sie auf einen dunklen Gang, der in die Erde zu einer Gewölbekammer führte. Dort fanden sie Truhen mit Gold und Geschmeide und die Bauersfrau nahm so viel mit, wie sie nur tragen konnte. Doch als sie sich später nochmals aufmachte, war der Gang verschwunden.

In den Wäldern rund um Mühlenbach und Hofstetten sollen sich allerhand dramatische Geschichten abgespielt haben. So wird vom „Sonnenwirt“ berichtet, der aufgrund seiner Betrügereien nach seinem Tod umhergehen musste und letztendlich von einem Pater in einen Taubenschlag verbannt wurde oder vom Freijäger, der von seinem Burschen verlangte auf eine Hostie zu schießen und deshalb sterben musste.

Entdecke noch weitere spannende Sagen und Mythen entlang der Wegstrecke.

Textquelle: Ortenau Tourismus

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Broschüre "Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben"

Lörrach: Auf der alten Güterbahntrasse

Müllheim: Auf der alten Bahntrasse nach Badenweiler

Müllheim-Badenweiler

Die Schmalspurbahn hinauf nach Badenweiler verlief in den Ortsdurchfahrten ohne eigene Trasse im Straßenraum. Der schönste separat geführte Abschnitt zwischen Oberweiler und Badenweiler ist allerdings leider nur als Wirtschaftsweg erhalten und nicht Teil des Radroutennetzes.

Einfache Streckenlänge

  • ca. 7,9 km (davon ca. 2,5 km auf der ehem. Bahntrasse) überwiegend auf Straßen, nur außerorts eigene Trasse

Status, Beschilderung

  • kombinierter Fuß-/Radweg, bei Badenweiler Z. 260, Ortsdurchfahrten z. Z. auf Straßen; von Müllheim bis Badenweiler Radwegweisung

Textquelle: Webseite „Bahntrasssenradeln“

Müllheim-Badenweiler Eisenbahn

Die Müllheim-Badenweiler Eisenbahn AG (MBE) ist eine ehemalige Bahngesellschaft in Südbaden, die die meterspurige Bahnstrecke Müllheim – Badenweiler betrieb. Die Strecke wurde 1896 eröffnet und 1955 stillgelegt. Innerhalb der Stadt Müllheim war sie straßenbahnähnlich trassiert. Die Bahn wurde zunächst als Dampfstraßenbahn betrieben und 1914 elektrifiziert. Sie überwand zwischen dem Staatsbahnhof Müllheim und dem Kurort Badenweiler auf einer Länge von 7,57 Kilometern einen Höhenunterschied von 170 Metern.

Geschichte

Die Bahn wurde 1894 unter maßgeblicher Beteiligung der Bahnbau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter als Localbahn Müllheim-Badenweiler („Badenweiler Bähnle“) gegründet. Am 15. Februar 1896 wurde der Betrieb als dampfbetriebene Straßenbahn eröffnet. Es wurden von Beginn an acht Zwischenhaltestellen bedient. Zunächst führte Vering & Waechter den Betrieb selbst, 1899 übernahm schließlich die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG) die Betriebsführung. Ab dem 1. Januar 1913 führte dann die Müllheim-Badenweiler Eisenbahn AG den Betrieb. Die Dampfzüge wurden am 7. April 1914 durch elektrische Fahrzeuge abgelöst, die mit 1000 Volt Gleichspannung betrieben wurden.

Der ehemalige Bahnhof von Badenweiler steht unter Denkmalschutz und ist heute in Privatbesitz, 2012

In den 1950er Jahren verlor die Gesellschaft, deren Hauptaktionär die Rheinische Elektrizitäts-AG in Mannheim war, das Interesse am Weiterbetrieb der Bahn. Ab 1. März 1955 wurde das Land Baden-Württemberg ihr Eigentümer, und sie gelangte zum 29. März 1955 zu den Mittelbadischen Eisenbahnen. Diese stellten fest, dass die Bahn in einem sehr schlechten Zustand war und eine Modernisierung nicht finanzierbar wäre. Sie stellte den gesamten Schienenverkehr am 22. Mai 1955 ein. Den Personenverkehr bedient seitdem der Verkehrsbetrieb Müllheim-Badenweiler im Rahmen der Südwestdeutschen Verkehrs AG (SWEG) mit Omnibussen.

Die Gleise wurden 1970 vollständig abgebaut. Die einstige Trassenführung in Badenweiler ist nördlich des Klemmbachs auf Höhe der Fischermühle noch deutlich sichtbar. Die dortige Brücke über den Klemmbach wurde ebenso wie die Wagenhalle in Müllheim nach 1972 abgerissen. Das Bahnhofsgebäude und die Wagenhalle Badenweiler waren 2005 noch vorhanden.

Mit einem Kurvenradius von 40 Metern besaß die Bahn den kleinsten Radius aller badischen Privatbahnen.

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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Alte Bahnstrecke von Müllheim nach Badenweiler

Keine Infomaterialien vorhanden.

Lembach (F): Dichterweg

Müllheim: Mühlenweg

Die Stadt Müllheim leitet ihren Namen von ihren Mühlen her. Bereits 758 wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters St.Gallen die Ansiedlung als „villa mulinhaimo“, Ort der Mühlen, erwähnt. „Z‘Mülle an der Poscht“, jenes Lied des alemannischen Dichters J. P. Hebel, nennt den mundartlichen Namen der Stadt: Mülle.

Neben den sieben historischen Getreidemühlen werden zahlreiche zusätzliche Werke wie Ölmühlen, Sägen, Hanfreiben und Trotten (Obstpressen) betrieben. Hierzu kam die Nutzung von Wasser und Wasserkraft durch andere Gewerbe wie Gerber, Färber und Glaser.

Der Mühlenweg – auch geeignet für Fahrrad, Kinderwagen und Rollstuhl lädt dazu ein, die historische Nutzung der Wasserkraft im Stadtgebiet zu entdecken.

Als Abteilung des Markgräfler Museums bietet die Frick-Mühle, die Möglichkeit zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der historischen Mühlentechnik und dem Mühlengewerbe in Müllheim. Vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert waren Klemmbach und Warmbach wichtige Energielieferanten. Für die Entwicklung Müllheims kam den Mühlen besondere Bedeutung zu. Schon seit Jahrhunderten ist ein halbes Mühlrad Bestandteil des Stadtwappens. In Müllheim gab es sieben historische Getreidemühlen: Die Mühle in der Erngupfe, heute Gabelmannmühle, die Frick-Mühle, die Sprengenmühle, die Mattenmühle, heute Henssler-Mühle, Diethelm-Mühle, früher Blankenhornsche Mühle, die Koger-Mühle, einst Willinsche Mühle und die Kaiser-Mühle, vormals Schweizermühle, in den 1960er Jahren abgerissen.

Dem verschärften Wettbewerb durch automatisierte Großmühlen in Nordbaden und dem Import von billigem Getreide waren die hiesigen Mühlen auf Dauer nicht gewachsen. Schließlich schloss 2009 mit der Stilllegung der Henssler-Mühle die letzte Getreidemühle mit der Tradition des Mühlengewerbes in unserer Stadt.

Seit dem Jahr 2000 wird die Frick-Mühle durch den Markgräfler Museumsverein Müllheim und die Stadt Müllheim als Mühlenmuseum eingerichtet.

Zwei ausgeschilderte Routen durch die Oberstadt und zu den Mühlen der Unterstadt führen zu insgesamt 20 Stationen, an denen die Nutzung der Wasserkraft erklärt wird. Der Weg in der Oberstadt ist knapp 3 km lang, der gesamte Rundweg etwa 5 km und die Kurzvariante 1,5 km.

Wegstationen
Station 0: Altes Wehr
Station 1: Färberei Thommen
Station 2: Dornsche Gerberei
Station 3: "Alte Schol"
Station 4: Gerberhaus
Station 5: Weißgerberei Krauss
Station 6: Loh- und Schleifmühle
Station 7: Frick-Mühle
Station 8: Mühle in der Erngupfe
Station 9: Rückhaltebecken, Tritschler Säge
Station 10: Sprengenmühle
Station 11: Ölmühle am Warmbach
Station 12: Mühlenwerkstatt Meßmer
Station 13: Rotgerberei Krauss
Station 14: Mattenmühle
Station 15: Diethelm-Mühle
Station 16: Koger-Mühle
Station 17: Kaiser-Mühle
Station 18: Teilstock
Station 19: Promenade am Klemmbach

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Müllheimer Mühlenweg

Faltblatt „Ein Spaziergang entlang des Klemmbachs und des Warmbachs zu den historischen Mühlen“

Mummelsee

Mummelsee

Mummelsee 

Älteste Darstellung des Mummelsees (Athanasius Kircher 1678, II. Bd., S. 112) mit dem Acherabfluss („Seebächle“, nach unten) mit (heute noch vorkommenden) Bergmolchen sowie dem Panoramablick über den „Katzenkopff“/“Horngrindt“ (links oben), den Wildsee rechts von der „Grindt“ (= Altsteigerskopf, rechts oben) und das Ruhesteinbachtal von oben nach unten (=„Achert“, ganz rechts) mit Keiser´s Steg (=„Alter Weg/Alte Strasse“). Textquelle: https://dr-ortlam.de/acher.htm

Quelle Graphik: Scan, Kircher-Mummelsee, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Geotop

Der Mummelsee wird beim Landesamt für Geologie, Bergbau und Rohstoffe, Baden-Württemberg (LGRB) mit folgender Beschreibung als schützenswertes Geotop geführt (Geotop-Nr. 6786/2704).

Der an der Schwarzwaldhochstraße (B 500) liegende, ganz von Nadelwald umschlossene Mummelsee ist der größte und zugleich der tiefste der Karseen des Nordschwarzwalds.

Er befindet sich in 1.029 m NN direkt unterhalb des Gipfels der Hornisgrinde, des mit 1.163 m NN höchsten Bergs des Nordschwarzwalds.

Der See ist fast kreisrund, weist eine Länge von 240 m und eine Breite von 193 m auf und ist bis 17 m tief. Westlich des Sees steigt die steile Karwand aus Gesteinsschichten des Mittleren Buntsandstein über 130 m steil über die Wasseroberfläche auf. Der See, der seinen Namen wegen der früher zahlreich vorkommenden gelben Teichrosen (Nuphar lutea, volkstümlich Mummeln) erhielt, entwässert in das Seebächle, einen Quellbach der Acher.

Um den Mummelsee ranken sich viele Sagen und Märchen. Die Ballade „Die Geister vom Mummelsee“ von E. Möricke ist sicher die bekannteste literarische Bearbeitung dieser Sagen.

Datenquelle: Geotope aus https://maps.lgrb-bw.de/, 15.07.2022,
© Regierungspräsidium Freiburg, LGRB

Größe

Der Mummelsee ist mit einer Oberfläche von 3,7 ha ein kleiner See, unter den Karseen des Gebietes ist er dennoch der größte und mit 17,7 m Tiefe zugleich der tiefste und mit 1028 m. ü. NN auch der höchstgelegene dieser Seen.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet ist mit 18 ha relativ klein und größtenteils mit Nadelwald bestanden. Der einzige oberirdische Wasserzulauf ist die Hirtensteinquelle direkt am Nordufer des Sees.

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019

Tiefenkarte Mummelsee

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019. Mit freundlicher Genehmigung vom 02.06.2026.

Einzugsgebietskarte Mummelsee

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019. Mit freundlicher Genehmigung vom 02.06.2026.

Seebach (Gewässer)

Der Abfluss des Sees ist der Seebach an der Südostseite. Der Seebach (bzw. das Seebächle) entwässert nach Süden und mündet beim Adlersee/Tennisplatz im gleichnamigen Ort Seebach in die Acher.

Die Acher entspringt ca. 4 km südlich am Ruhesteinloch, hydrographische Kriterien sprechen aber für die Hirtensteinquelle als Acherquelle.

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019

Seebach (Ort)

Der Seebach ist Namensgeber desgleichnamigen Ortes im oberen Achertal. Die Gemeinde Seebach (Ortenaukreis) liegt an der Kreisgrenze zum benachbarten Landkreis Freudenstadt.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich mit seinem größeren westlichen Teil im Grundgebirge des Nördlichen Talschwarzwaldes, der durch die Täler von Simmersbach und oberster Acher gegliedert wird.

Im Norden und Osten steigt das Gebiet bis auf die Hochflächen des Grindenschwarzwaldes an. Im Osten reicht es bis auf die ausgedehnte Hochmoorfläche des Altsteigerskopfs und im Norden bis auf die Hornisgrinde.

Naturräumlich gehört das Gebiet zu den übergreifenden Einheiten des Nördlichen Talschwarzwaldes im Westen und des Grindenschwarzwaldes und der Enzhöhen im Osten. Der höchste Punkt liegt auf 1013,24 m, der tiefste Punkt auf 623,19 m.

Das Gemeindegebiet hat Anteil an dem 520 ha großen Naturschutzgebiet Schliffkopf. Zur Gemeinde Seebach gehören neben dem Hauptort zahlreiche Zinken, Wohnplätze und Höfe.

Der aus einer Streusiedlung entstandene Ort erlangte erst 1818 seine politische Selbständigkeit als Kommune. Eine Ersterwähnung ist für 1347 nachgewiesen.

Seebach ist eine späte Ausbausiedlung, die ursprünglich nach Vorder- und Hinterseebach unterschieden wurde. Das Gebiet gehörte immer zur straßburgischen Herrschaft Oberkirch, Gericht Kappelrodeck. 1803 gelangte es an Baden und war zunächst beim Amt Achern, ab 1924 beim Bezirksamt, 1939 Landkreis Bühl und kam 1973 zum Ortenaukreis.

Seebach ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Kappelrodeck, dem auch die Gemeinden Kappelrodeck und Ottenhöfen im Schwarzwald angehören.

Die Gemeinde ist staatlich anerkannter Luftkurort mit einigem Fremdenverkehr; 76% der Gemarkung sind mit Wald bedeckt.

Datenquelle: Landeskunde entdecken online (Leo bw)

Lilien am Mummelsee

Mummelsee-Sage

Die Sage vom Mummelsee

Eine von sehr vielen Versionen.

Wie ein altgrau Moos, so heftet sich
Die Sage an die Landschaft, unzergänglich,
Und tief aus hohlen Bäumen oder Bergen
Vermeint der Wand’rer Sang und Ton zu hören,
Als Nachhall ferner, lang verklung’ner Zeit.

 

So klingt Scheffel, und wie dem Wanderer erging es Oberst von Ramsberg, seinen beiden Töchtern, seinem Sohne und dem Sohne seines Jugendfreundes, welche von der Perle der Bäder, unserm schönen Baden-Baden aus gar manche Pilgerfahrt in’s romantische Land der Sagen unternahmen.

Frau Aventiure war ihnen gewogen, gar Vieles ward ihnen kund; aus Bäumen und Bergen, aus Felsen und Klüften, aus Schlössern und Klöstern, aus Burgen, Kirchen und Ruinen klang der Nachhall ferner, lang verklungener Zeit wie Neolsharfensang an Ohr und Herz. Und was aus der Gegenwart hinein ertönte, vermählte sich gar sinnig mit den Geistern der Vergangenheit, treue Kunde gebend, daß Gott und das Menschenherz gleich bleiben in alle Ewigkeit.

Willst Du, mein hochverehrter Leser, Dich der Pilgefahrt anschließen und so auch die Reize des alemannischen Landes, die sich nicht auf den ersten Blick Dir darbieten, kennen lernen, nimm einfach diese Büchlein zur Hand.

Du bedarfst dann weder Empfehlung nach Vorstellung. Was Du dabei gewinnst, ist viel lauteres Gold, aus dem Herzen eines Volkes geschürft, das seiner paradiesischen Heimath werth war, ist und bleibt, eines Volkes gerade, fest und treu, der Schwarzwaldtanne gleichend, in deren geheimnisvollem Dunkel heute noch, wie vor mehr als tausend Jahren, Frau Sage ihre Runen ritzt.

Glück auf zur Fahrt! Sie wird dich nicht gereuen; mein Büchlein aber möge Dir und den lieben Deinen zu Hause eine angenehme Erinnerung bleiben als Schwarzwaldgruß.

L. Bernow

… das der Geleitsbrief von L. Jung (L. Bernow) in seinem Büchlein „Des Schwarzwalds schönste Sagen – auf fröhlicher Fahrt erzählt und allen Besuchern Badens gewidmet“, 2. Auflage, Baden-Baden im Sommer 1903.

Im ersten Kapitel des Büchleins beschriebt Jung die 14 Sagen der Trinkhalle in Baden-Baden, die durch großformatige Gemälde von Jakob Götzenberger die Rückwand des Wandelganges schmücken.

Foto: Wandelgang der Trinkhalle in Baden-Baden. Alemannische Sagen Nr. 1 bis 7 (März 2026)

Die Sagen der Trinkhalle

Die Promenade war zu einem Fee’nreiche umgeschaffen. Wie mit Brillanten besäet leuchtete das Konversationshaus, gleich einem Zaubergarten mit feurigen Blumen und Früchten glänzte seine Umgebung. Liebliche Musik ertönte, frohes Leben herrschte, die elegante Menge ergab sich dem ungetrübten Genusse der Herrlichkeit ringsum.

Hoch oben am tiefblauen Himmelsdome ergoß, vom goldenen Sternenheere umgeben, Freund Mond seinen magischen Glanz. „Komm mit“, rief er seinem Herrn zu, der sich soeben in heiterer Gesellschaft bewegte. „Der Mond ruft mich,“ sagte dieser mitten im anregendten Gespräch zu den beiden jungen Damen an seiner Seite.

„Von der Fee’rie zur Romantik. Das setzt dem Abend die Krone auf. Bruder Albert bitte für uns, daß der Poet uns mitnimmt ins Mondscheinreich!“ rief die jüngere der Schwestern dem soeben an sie Herantretenden zu. „Ihm gebührt der Vortritt, wir folgen,“ entgegnete lachend der Bruder. „So ist’s recht,“ meinte der Dichter, verbeugt sich leicht vor den Damen und trat die Reise an.

Weit war sie nicht: am Marmordenkmal des entschlafenen Heldenkaisers vorüber, eine Freitreppe empor, in eine Säulenhalle. Gar oft hatte er morgens hier Kur getrunken, heute aber erschien ihm die Trinkhalle fremd.

„Was lockst Du mich hierher, alter Geselle,“ fragte er den Mond. Dieser goß helle Strahlen auf zwei Gestalten, die sich langsam von der Rückwand der Halle lösten.

(1) Burkhard Keller von Yburg

stand in weithin sichtbaren Lettern unter dem Rahmen aus dem sie traten. (…)

„… will Ihnen die zweite Geschichte mittheilen, die mir der Mond offenbarte,“… Man schaarte sich um ihn auf der großen Bank beim Schloß Solms und lauschte seinen Worten:

 

„Kennen Sie die Geheimnisse des deutschen Waldes? Wohl nirgends locken sie verführischer als dort oben in den blauen Schwarzwaldbergen. Sehen Sie jenen langen Bergrücken. Hornisgrinde genannt?

Haidekraut und schwarzes Moos bedecken den sumpfigen Boden, mühsam streben Krummholzkiefern daraus zum Licht, mächtige Steinmassen sind hier und da zu finden.

Wie ein erblindetes Auge weilt ein dunkler, unergründlicher See, von Felstürmen umschlossen, in tiefem Bergkessel inmitten der Wildnis. Kein lebendes Wesen erkor ihn zum Aufenthalte, unbewegt bleibt sein schwarzer Spiegel,

Foto: Der sagenhafte Mummelsee (August 2020)

(2) Mummelsee

heißt er, weil Seeweiblein, hier Mümmelein genannt, darin hausen. Bei Tage sind es weiße Lilien,

Doch wenn die Nacht herniedersinkt,
Der volle Mond am Himmel blinkt,
Entsteigen sie dem Bade
Als Jungfern am Gestade.
Und schweben leis umher im Kreis,
Gesichter weiß, Gewänder weiß,
Bis ihre bleichen Wangen
Mit zarter Röte prangen

wie das Lied erzählt. Schlägt die zwölfte Stunde, erscheint ihr Vater, der strenge Nix, an der Oberfläche des schwarzen See‘s und ruft die Töchter zu sich in die Fluth. Sie tauchen mit ihm unter und werden im Morgengrauen wieder zu Lilien.

Manchmal hat schon eine der holden Mümmelein eines Jünglings Herz entflammt, und ihm Gegenliebe gewährt. Viele Nächte hintereinander verließ sie seinetwegen die kühle Fluth, dann bedeutete sie ihm, er werde sie eine Zeit lang nicht mehr sehen, dürfte ihr aber ja nicht rufen.

Ein Hirtenknabe übertrat, von Sehnsucht getrieben, ihr Gebot. Kaum war der theure Namen seinen Lippen entschlüpft, als die See zu zischen begann. Ein Schmerzensschrei gellte dem zu Tode Erschrockenen, aus der Tiefe kommend in‘s Ohr, ein großer Blutfleck erschien auf dem Wasserspiegel, ein weißes Röslein löste sich von demselben ab und schwamm zum Ufer. Von Entsetzen getrieben wandte sich zur Flucht und ward nie mehr gesehen. Ein Einsiedler mit ergrautem Haare ließ sich bald darauf in einer Felsenschlucht nahe der Wasserfälle bei Allerheiligen nieder. Er hat niemals ein Wort gesprochen, außer zu seinem Gott. Ein alter Jäger behauptete, er trüge wie die zu Stein gewordenen Züge des Hirten.

Ein frischer, junger, kecker Waidmann sah nicht lange darnach ein lieblich Mümmelein, mit einem Sträußchen aus Feldblumen im zarten, weißen Händchen, am Ufer sitzen.

Er näherte sich dem Seefräulein, das ganz aussah wie ein lebendes Wesen. Doch kaum hatte ihn das schöne Kind erblickt, als es mit tödlichem Erschrecken aufsprang und im See verschwand. Sein Schleier, ein fein meergrün Gewebe, blieb im Gestrüpp am Ufer. Dem Waidmann, des Försters Sohn aus der Legelsau, überkam ein seltsam süßes Bangen, die Liebe war eingezogen in sein Herz. Scheu griff er nach dem Schleier und barg das theure Pfand an der Brust. Seine Ruhe war dahin, er kannte nur noch die Sehnsucht, bleich und still wanderte er rastlos jede Nacht vom Försterhaus im Kapplerthale zum See. Ein Freund entriß ihm wohlmeinend den Schleier un versenkte diesen an schwerem Steine in die schwarze Fluth. Doch statt Berwin, so nannte sich der junge Waidmann, zu heilen, vermehrte er dessen Sehnsucht. Beim schwachen Lichtlein des ersten Mondviertels erhob sich der Jüngling vom Lager und ging den wohlbekannte Weg. Unheimlich rauschte das Wasser, eine Welle erhob sich, ein Blitzstrahl warf blendendes Licht  auf etwas aus der Tiefe des See’s Entsteigendes. „Der Schleier,“ jubelte Berwin, „das Seefräulein winkt.“

Ratsch, ohne Besinnen stürzte er sich in die aufbrausende Fluth, sein geübter Arm zerteilte die Wellen, schon war er inmitten des See’s und griff nach dem Schleier. Hatte er mit diesem den Arm des Mümmeleins erfaßt? Die Wasser schlugen über ihm zusammen, dann wurde der Spiegel glatt und still, ein unergründliches Gehemnis.“

„Und sind die Mümmelein nie wieder gekommen?“ fragte Bertha, die jüngere der beiden Damen.

„Sie kamen wieder,“ entgegnete der Poet, „ein weibliches Wesen läßt die Liebe nicht, und bringt sie auch den Tod. Die Mümmelein tragen ein warmes Herz in der Brust, trotz dem kalten Elemente, das sie umgibt.

Der nächste Mann, der dies erfuhr, war ein ganz tapferer Ritter, in der Minne erfahren. Ermüdet vom edlen Waidwerk, rastete er am unwirthlichen Ufern des gemiedenen See’s. Träumerisch sah er in die Fluth. Da verschwand der schwarze, trübe Glanz derselben, hell und klar aus flüssigem Golde erschien das Wasser, sanft kräuselten sich die Wellchen und inmitten des weißen Schaumes tauchte ein Anlitz empor wie aus Himmelshöhen. Weiße Arme schimmerten in den krystallenen Wogen, eine Huldgestalt stand vor dem seiner Sinne kaum mehr mächtigen Ritter. „Dein bin ich, herrliches Weib, „ entsprang sich seinen Lippen, dann hielt er die Jungfrau umfangen.

Selige Stunden verbrachte er am Gestade, nur dünktem sie ihm viel zu kurz, denn um Mitternacht verließ ihn die Braut. Er dachte nicht viel darüber nach, droben auf seiner Burg rüstete er zur Hochzeitsfeier seiner Schwester, mit dieser wollte er die eigene verbinden. Unter Scherz und Kofen brachte er das Mümmelein mit Lift am Vorabend des Hochzeittages zur Burg. Im festlich geschmückten Saale unter der Schar der frohen Gäste, beim Saitenklange und tanz vergaß das Seefräulein der Zeit. Da drang auf einmal der erst Frührothschein in das Prunkgemach, als sie eben der Ritter vom Tanz weg seiner Schwester zuführen wollte; tödtlicher Schrecken malte sich auf des Mümmeleins Anlitz:

„Es tagt, es tagt, ich sterben muß
Gieb mir noch den letzten Kuß!“
Und aus des Ritters Armen reißt
Die bleiche Braut, der greiße Geist
Verschwindet mit ihr in die Fluth,
Die blutig dann im Frühglanz ruht.

„Und der Ritter?“ fragte Bertha ergriffen.

„Der See verstummt, der Wald verdorrt,
Der Ritter sitzt dort immerfort;
Dort harrt sein Geist noch heutzutag,
Ob Keiner ihn erlösen mag

beantwortet das Lied ihr Frage,“ lautete die Entgegnung.

„Weiß nicht aus Grimmelshausen in seinem Simpilcissimus Wunderbares vom Mummelsee zu berichten? Ich erinnere mich, er behauptet, die darin hausenden Geister erlaubten nicht, mit Meßinstrumenten in seine Tiefe zu dringen,“ warf der Vater der Damen ein.

„Gewiß, als es ein Markgraf von Baden versuchte, mit geweihten Kugeln und anderen geweihten Gegenständen, sprang ein fürchterliches Ungeheuer aus den Wellen hervor, jage die Messenden in die Flucht, und sieben Tage lang wütheten Ungewitter über dem See“, antwortete der Bruder, ein junger Philologe.

Marie aber, die ältere Schwester, recitierte mit wohlklingender Stimme Mörickes Geister am Mummelsee, eine der schönsten deutschen Balladen.

„Wie war es aber mit der

(3) Nixe am Wildsee?“

fragte Albert, der Philologe.

„Der Wildsee liegt einige Stunden in südöstlicher Richtung vom Mummelsee entfernt auf einer, das Moor genannten, Hochebene zwischen Murg und Elz.

(…)

 

… und im Weiteren beschreibt Jung in seinem Büchlein auch die anderen im Wandelgang der Trinkhalle dargestellten Sagen des nördlichen Schwarzwalds.

Lörrach: Auf der alten Güterbahntrasse

Münchweier: Auf der alten Bahntrasse Ettenheim-Münchweier

Ettenheim-Münchweier

Von der Stichbahn nach Ettenheimmünster sind nur noch sehr wenige Spuren erhalten geblieben.

Einfache Streckenlänge

  • ca. 1,6 km (davon ca. 0,8 km auf der ehem. Bahntrasse)

Status, Beschilderung

  • keine Beschilderung und keine Wegweisung

Textquelle: Webseite „Bahntrasssenradeln“

Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster

Die Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster wurde am 22. Dezember 1893 von einem Konsortium aus der Eisenbahnbau- und Betriebsunternehmung Vering & Waechter, Mitteldeutscher Creditbank und Moritz von Cohn in Betrieb genommen und mit Wirkung zum 1. April 1899 in die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft AG eingebracht.

Sie begann am Rheinufer gegenüber dem elsässischen Ort Rheinau, der mit Straßburg durch eine Überlandstraßenbahn verbunden war und zu dem eine Schiffbrücke hinüberführte. Die Bahn verlief ostwärts durch die Tiefebene nach Orschweier – heute zu Mahlberg gehörend –, wo sie die Badische Hauptbahn Offenburg–Freiburg kreuzte. Dann führte sie weiter in den Schwarzwald hinein über das Barockstädtchen Ettenheim, wo sich der Betriebsbahnhof befand, bis zum Endpunkt in Ettenheimmünster.

Während die beiden Streckenäste nur drei- bis fünfmal täglich befahren wurden, wies die Teilstrecke Orschweier–Ettenheim die doppelte Zahl an Zugpaaren auf.

In der Krisenzeit nach dem Ersten Weltkrieg versuchte die Bahngesellschaft den Betrieb zu straffen. Daher wurde der westlich von Orschweier liegende Abschnitt – also die Hälfte der Bahn – am 24. Oktober 1921 stillgelegt und anschließend abgebaut. Schon seit 1918 wurde die Strecke Rheinufer–Kappel nicht mehr bedient, weil das linke Rheinufer inzwischen französisch geworden war.

Der östliche Teil wurde als „Kleinbahn Orschweier–Ettenheimmünster“ auf Regelspur umgespurt, wofür der Betrieb am 6. August 1922 vorläufig eingestellt wurde. Die Wiedereröffnung fand am 17. September 1922 bis Ettenheim und am 21. Januar 1923 bis Münchweier statt. Der letzte Teil folgte erst am 11. Dezember 1927.

In dieser Form überdauerte die Bahn die folgenden Jahrzehnte einschließlich des Zweiten Weltkrieges. Mit Beginn des Sommerfahrplans 1954 wurde der Personenverkehr eingestellt, der schon längere Zeit durch Omnibusfahrten ergänzt worden war. Der Güterverkehr ab Ettenheim ruhte seit dem 18. August 1957 und der restliche Verkehr endete am 31. August 1966. Zu dieser Zeit war die Bahn – seit 1963 – schon Eigentum der Südwestdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SWEG).

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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Alte Bahnstrecke von Ettenheim nach Münchweier

Keine Infomaterialien vorhanden.

Münsingen: Vulkankrater-Rundweg Apfelstetten

Das Vorkommen von Vulkanismus auf der Schwäbischen Alb ist bis heute wenig bekannt. Der Apfelstetter Vulkan ist der südlichste von insgesamt 350 Vulkanschloten des SCHWÄBISCHEN VULKANS.

Aktiv waren diese Vulkane vor ca. 16 Mio. Jahren. Auf dem Vulkankrater-Rundweg in Apfelstetten kann man anhand von vier Stationen in die Geschichte der Geologie eintauchen und jeweils Wissenswertes über den Vulkanismus erfahren.

Der Start ist inmitten des Vulkankraters an der Bushaltestelle Römerstraße.

Infomaterialien

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Münsingen

Vulkankrater-Rundweg Apfelstetten – keine Infomaterialien vorhanden!

Lembach (F): Dichterweg

Münster (F): Dichterweg

Le sentier des poètes à Munster

Der Weg der elsässischen Dichter (Dichterwaj), initiiert von Edgar Zeidler, Yves Bisch und Gérard Leser, führt Sie zur Entdeckung der großen elässischen Dichter und Sänger, die sich alle darauf geeinigt haben, ihre Texte in elsässischer Mundart zu schreiben.

Dies sollte es jedem ermöglichen, die Gedichte an den insgesamt 30 Wegstationen zu lesen, die in verschiedenen Vorträgen des Bas-Rhin und Haut-Rhin geschrieben wurden.

Seit 2023 steht auch ein Audioführer zu Verfügung. Entdecken Sie die Gedichte, auf elsässisch vorgetragen von von Gérard Leser und Edgar Zeidler. Hier geht`s zum Audioführer.

Oh, elsassischer Dìchterwaj
Zeig uns àlla wìdder dr Waj
Zu de Klang vo unserer Sproch
Zwiisel uns Gedìchtla ìns Ohr
Vo eweràl üssem Elsàss
Un schon bornelt ìn uns dr Gspàss
Elsassisch z’lasa un z’schriwa
Schon quìllt die Luscht do ze bliwa
Ze traima vo jetz un ìmmer
Umàrmt vo unsera Dìchter.

Edgar Zeidler, Colmar

Infomaterialien

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Dichterweg Münster

Begleitheft mit Infotafeln

Münstertal: Geologisch-bergbaugeschichtlicher Wanderweg

Das Münstertal wurde über Jahrhunderte durch den Bergbau geprägt. Noch bis in die 1950er Jahre war der Einfluss auf das alltägliche Leben und die Wirtschaftskraft des Tales erheblich.

Um die Erinnerung an den Bergbau zu bewahren eröffnete die Gemeinde 1970 im Teufelsgrund das erste Besucherbergwerk im Schwarzwald. Ergänzend dazu wurde im Herbst 1982 der geologisch-bergbaugeschichtliche Wanderweg in Betrieb genommen.

Der Wanderweg soll die Geschichte des Bergwesens erläutern und den erdgeschichtlichen Rahmen der Erzlagerstätten und seiner Entstehung aufzeigen. Konzipiert wurde der Wanderweg von Dr. H. Maus vom geologischen Landesamt Baden-Württemberg, der auch ein Begleitheft zum Lehrpfad erstellte.

Der geologisch-bergbaugeschichtliche Wanderweg Münstertal führt vorbei an zahlreichen Stollen und quert mehrere Erzgänge. Besondere Sehenswürdigkeiten sind das Besucherbergwerk Teufelsgrund im oberen Muldental und Erzaufbereitungsanlagen wie die ehemaligen Poche und die Schmelzhütte Wildsbach oder das ehemalige Walzwerk Muldental.

Der Weg kann auch in zwei kürzeren Rundwegen gelaufen werden:

Ostoute durch das Muldental (ca. 12 km), Station 1 bis 16

Westroute im Münstertal (ca. 5 km), Station 17 bis 28

Start beider Touren ist am Bahnhof Münstertal.

Hinweise zur dargestellten Streckenführung der Ostroute

Auf der Karte wurde die Original-Streckenführung im Muldental um zwei Abstiche ergänzt:

1 x Abstich nach N zur ehem. Grube Teufelsgrund am Standort der heutigen Florianhütte

1 x Abstich nach S zum Walzpochwerk (Adresse: „Mulden 24“)

Die Wegstrecke der „Ostroute“ verlängert sich dadurch um 2 km auf insgesamt ca. 14 km.

Ehemaliges Walzpochwerk, „Mulden 24“ (Foto vom Oktober 2025).

Beschilderung

Die Beschilderungen des Lehrpfades werden leider nicht mehr gepflegt oder instandgehalten, so dass diese teilweise unvollständig oder auch beschädigt sein können. Dies soll Interessierte aber nicht von einer Wanderung abhalten.

(Stand: Oktober 2025)

Übersichtsplan „Geologisch-bergbaugeschichtlicher Wanderweg Münstertal“. Standort: Besucherbergwerk Teufelsgrund (Foto vom Oktober 2025).

Die folgenden Erläuterungen sind dem Begleitheft (3. Auflage von 1993) entnommen. Beschreibungen von Aufschlüssen oder sichtbaren Spuren der Bergbautätigkeit sind heute möglicherweise nicht mehr wie beschrieben vorhanden/zu erkennen.

Ostroute (12 km | 14 km)

Zwar kann die Wanderung auf dem geologisch-bergbaugeschichtlichen Wanderweg an allen Stellen begonnen und ebenso auch beendet werden, doch empfiehlt sich aus verschiedenen Gründen ein Beginn am Bahnhof Münstertal, wo auch ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen.

Vom Bahnhof aus erreichen wir in östlicher Richtung den Laisackerweg, dem wir aufwärts folgen. Wir passieren den Laisackerhof und wenden uns in dem kleinen Wiesentälchen nach rechts. Der schöne Ausblick, den wir von hier aus auf die Ortschaft Münstertal haben, entschädigt schon für die Mühe des Aufstiegs.

Der von hier ab etwa hangparallel verlaufende Weg führt zunächst noch über Wiesen und erreicht dann den Wald.

Die auf dem Hang linker Hand liegenden vereinzelten, großen Gesteinsblöcke bestehen ebenso wie die zwei mächtigen Felsrippen, die wir nach 200 m bzw. 300 m passieren, aus Quarzporphyr, ein Gestein, das wir am besten in dem bald erreichten Steinbruch kennen lernen können.

Station 1: Quarzporphyr

Der hier in früheren Zeiten abgebaute Quarzporphyr zeichnet sich durch seine deutlich hervortretenden Feldspat-Einsprenglinge aus, zentimetergroße, weiße Kristalle, die gelegentlich deutlich parallel geregelt sind. Wesentlich unscheinbarer sind die glasklaren Quarze, die nach Größe und Anzahl weit hinter den Feldspäten zurückbleiben.

Beide Einsprenglingsarten sind in eine graue, feinkörnige bis dichte Grundmasse eingebettet und geben so zu erkennen, dass es sich bei diesem Gestein um ein magmatisches Gestein handelt, das durch Erstarrung aus einer glutflüssigen Schmelze entstanden ist. Diese Schmelze ist in Spalten eingedrungen, die sich durch gewaltige Krustenbewegungen gebildet hatten und auf einer Länge von mehreren Kilometern bis zu einigen hundert Metern geöffnet waren. So gehört auch der im Steinbruch aufgeschlossene Quarzporphyr zu einem Gangkomplex, der sich von hier bis in den Bereich der Etzenbacher Höhe über fast drei Kilometer verfolgen lässt.

Da sich das Gestein durch große Festigkeit auszeichnet und eine gute Witterungsbeständigkeit besitzt, wurde es früher als Werkstein und im Wasserbau sehr geschätzt. Hohe Gewinnungskosten und der preiswerte Beton haben den Porphyr aber weitgehend vom Markt verdrängt.

Fast unmittelbar rechts neben dem Steinbruch liegt die Grenze des Porphyrganges zum Gneis. Der Hangschutt besteht jetzt nicht mehr aus rolligen Porphyrbrocken und einem krümeligen Boden sondern aus Gneisscherben in einem mehr lehmigen Boden. Nach etwa 70 Metern begleitet den Weg hangseits ein Aufschluss im Gneis.

Station 2: Gneis

Der Gneis zeigt sich hier als recht unscheinbares Gestein. Er ist feinkörnig und von dunkelgrauer Farbe, die parallelstreifige Lagentextur ist nur beim genaueren Hinsehen zu erkennen. Das Gestein ist kleinklüftig und zerfällt bei der Verwitterung in scharfeckige oder flachscherbige Bruchstücke, wobei die Farbe von grau nach braun um-schlägt, da der Eisengehalt der Biotite durch den Luftsauerstoff zu Rost oxidiert wird. Gneise dieser Art ergeben bei nicht zu steiler Hangneigung meist einen schweren, stark lehmigen Boden, der das Nieder-schlagswasser lange zurückhält. Der kleinstückige Zerfall deutet andererseits auf geringe Festigkeitseigenschaften hin, die auch nur selten die Ausbildung von Felsnasen zulassen. Der Gneis dürfte hier etwa folgenden Mineralbestand haben: 40% Quarz, 35% Feldspat, 15% Biotit, 10% Cordierit sowie geringe Mengen an Apatit, Zirkon und Magnetit.

Nach wenigen Metern überquert der Weg ein Bächlein. Hier wurden im Bereich des Steges Porphyrbruchsteine zur Sohlenpanzerung verwendet, die die Feldspat-Einsprenglinge sehr gut erkennen lassen.

An der Gabelung folgen wir dem oberen Pfad und stehen nach etwa 50 Metern vor dem Mundloch des Schwärzhaldestollens.

Station 3: Mundloch des Schwärzhaldestollens

Der Schwärzhaldegang verläuft fast in Nord-Süd-Richtung und lässt sich auf etwa 100 m Länge verfolgen. Seine Mächtigkeit ist unbedeutend, sie mag im Mittel etwa bei 20 cm gelegen haben. Der Mineralinhalt weist darauf hin, dass der Bergbau nicht sehr erfolgreich gewesen sein kann, da auf den Halden vorwiegend Schwerspat mit wenig Quarz zu finden ist. An Erzen ist möglicherweise etwas Zinkblende und Bleiglanz vorhanden gewesen, doch können die Mengen nicht groß gewesen sein, da die Bergbauspuren recht unbedeutend sind. So stehen wir hier vor einem ursprünglich nur sehr kleinen Stollen von etwa 30 m Länge.

Der jetzige große Hohlraum ist nicht durch den Bergbau entstanden, sondern er wurde in späterer Zeit angelegt und als Keller genutzt.

Von der Firste (= Decke) dieses Hohlraumes zieht ein kleiner Schacht nach oben, der etwas höher am Hang die Tagesoberfläche erreicht. Dieser ehemalige Luftschacht dient zur Bewetterung (= Belüftung) des Stollens, und zwar war zu diesem Zweck etwa 20 cm unter der Stollenfirste durch eingezogene Bretter ein Hohlraum abgetrennt, die sog. Wetterrösche, deren Undichtigkeiten und Ritzen mit Lehm und Moos verstopft waren. Diese Wetterrösche stand mit dem Luftschacht in Verbindung, durch den infolge einer gewissen Kaminwirkung die verbrauchte Luft abziehen konnte, während durch den unteren Teil des Stollens, in dem sich die Bergleute bewegten, frische Luft einzog.

Weitere Spuren des vermutlich mittelalterlichen Bergbaus sind die noch deutlich erkennbaren Halden und Pingen oberhalb des Luftschachtes mit einem weiteren, über 8 m langen Stollen, der allerdings in späterer Zeit wieder zugesetzt wurde.

Wir kehren nun vom Einschnitt vor dem Stollenmundloch auf den Wanderweg zurück. Nach etwa 20 Metern quert der Weg eine Felsrippe, die zu einem Quarzporphyrgang von etwa 100 Metern Mächtigkeit gehört. Von nun an verläuft der Wanderweg nur noch im Gneis, der hier infolge seiner größeren Festigkeit sogar mehrfach in großen Felsen zutage tritt.

Station 4: Mooswaldgang

Kurz vor der Einmündung des Wanderweges in das Mooswaldtal liegt rechter Hand unterhalb des Weggeländers das Mundloch eines kleinen Stollens, der kaum mehr als solcher zu erkennen ist. Er ist auf einem Gang angesetzt, der von hier in nördlicher Richtung ins Mooswaldtal hinüber zieht. Etwas höher am Hang erkennt man noch einen kleinen Verhau, von dem aus ein etwa 6 m langer Stollen abgeht. Jenseits des Rückens markieren eine Pinge und ein Verhau den weiteren Verlauf des Ganges. Den besten Einblick in den umfangreichen Bergbau auf diesem Gang vermittelt jedoch das Stollensystem, das sich hinter einem ehemaligen Bierkeller direkt am Hangfuß in den Berg hineinzieht. Da die Stollen, die dem Gang folgen, sehr eng und niedrig sind und nur Spuren von Schlägel- und Eisenarbeit aufweisen, dürfte der Bergbau hier schon vor dem 30jährigen Krieg umgegangen sein.

Der Gang ist bis zu 30 cm mächtig und führt neben Quarz und Schwerspat fein verteilten, silberreichen Bleiglanz, eisenarme, hellbraune Zinkblende und Pyrit.

Hinter der nächsten Wegbiegung liegt linker Hand ein Entlastungsschacht der Wasserleitung, die die Gemeinden Münstertal und Staufen mit Trinkwasser aus dem Obertal versorgt. Wir gehen das Mooswaldtal abwärts und überschreiten den Neumagen auf der Straßenbrücke.

Station 5: Neumagen

Der Neumagen, übrigens der einzige „männliche“ Schwarzwaldfluss, entwässert bis zu seinem Austritt in die Rheinebene eine Fläche von etwa 66 km2. Trotz dieses relativ kleinen Einzugsgebietes ist seine Wasserführung — im Jahresdurchschnitt gesehen — recht groß, nămlich 1.750 Liter pro Sekunde, wobei dieser Wert sich im Winter auf 2.140 Liter pro Sekunde erhöht und im Sommer auf 1.370 Liter pro Sekunde absinken kann. Bei extremer Trockenheit oder bei Hochwasser verschieben sich diese Werte noch weiter. So war der Neumagen im Sommer 1952 mit nur 30 Litern pro Sekunde fast zu einem Rinnsal ausgetrocknet, während des Hochwassers im Jahre 1969 führte er dagegen als reißender Fluss fast 40.000 Liter pro Sekunde.

Vergleicht man die durchschnittliche Wasserführung des Neumagens mit der anderer Schwarzwaldflüsse, die ein gleich großes Einzugsgebiet haben, so stellt man fest, dass der Neumagen pro Quadratkilometer Einzugsgebiet 26,5 Liter Wasser liefert, die Kander dagegen nur 14,3 Liter, die Schutter 9,5 Liter, die Pfinz 7,4 Liter und die Stockacher Aach sogar nur 6,8 Liter.

Die Ursache liegt darin, dass das Einzugsgebiet des Neumagens bis in große Höhen hinaufreicht und vorwiegend nach Westen gerichtet ist. Die von Westen heranziehenden Wolken bringen hier also auch sehr hohe Niederschläge.

Ein Blick in das Bachbett zeigt, dass die Transportkraft des Wassers, besonders bei Hochwasser, recht groß ist. Der Anteil an kleinem Geröll ist relativ gering, Sand fehlt fast vollständig, während Steine bis zu einem halben Meter Durchmesser keine Seltenheit sind.

Während der Eiszeiten war die vom Neumagen transportierte Geröllfracht wesentlich größer, so dass sich das Tal allmählich mit Schotter auffüllte. Reste dieser ehemaligen Talfüllung sind als Terrassen erhalten geblieben, da sich Bäche und Flüsse in der Nacheiszeit schnell in den weichen Untergrund eintieften und dann nicht mehr in der Lage waren, ihr Bett zu verlegen. Auf einer derartigen Terrasse liegt auch das Kloster St. Trudpert, wie man von der Neumagenbrücke aus gut erkennen kann.

Wir folgen dem Gehweg neben der Straße und steigen dann zum Kloster hinauf.

Station 6: Kloster St. Trudpert

Man nimmt an, dass der Eremit Trudpert um das Jahr 600 ins Münstertal kam und hier mit Unterstützung des Landgrafen Albert eine Einsiedelei gründete. Nach Trudperts Ermordung im Jahre 607 durch einen unzufriedenen Knecht vollendete Albert die Einsiedelei für andere, inzwischen zugewanderte Mönche, doch hatte dieses Kloster keinen Bestand. Erst mit der Neugründung durch den Grafen Rampert um das Jahr 800 entwickelte sich ein beständiges und aufwärtsstrebendes Klosterwesen, an dem allerdings die Wirren der Zeit nicht ohne Spuren vorübergingen, doch verstanden es die meisten Äbte, Einfluss und Vermögen des Klosters zu mehren.

Die Geschichte des Münstertales ist in hohem Maße geprägt vom Kampf der weltlichen Herren und des Klosters um den Besitz der Silbergruben. Es ist mehrfach angenommen worden, dass der Bergbau hier wie auch in anderen Erzrevieren des Schwarzwaldes erst durch die Gründung der Rodungsklöster erwachte, dass also die Erzgänge erst bei der Rodung der Wälder gefunden wurden. Wahrscheinlicher ist jedoch der umgekehrte Vorgang, dass nämlich die Klöster an den Stellen gegründet wurden, wo bereits vorhandener Bergbau gute Erträge brachte. So waren denn auch die Äbte von St. Trudpert stets bemüht, wenigstens einen Teil des klingenden „Bergsegens“ auf ihr Kloster zu leiten, ja, sie trieben zeitweilig sogar selbst Bergbau und hatten alle Grubenangelegenheiten einem Pater Bergdirektor übertragen. Im Jahre 1719 ließ das Kloster sogar eine Bergwerksmedaille prägen, die mit der Umschrift „Felix reparatio metallifodinarum trudpertinarum sub Augustino abbate pio felici 1719“ an die glückliche Wiedereröffnung der trudpertinischen Erzgruben unter dem Abt Augustinus erinnert.

Die zunächst im romanischen Stil erbaute Klosterkirche wurde zu Anfang des 15. Jahrhunderts umgebaut und erhielt einen gotischen Chor. Nach der Zerstörung des gesamten Klosters durch schwedische Truppen im Jahre 1632 wurde der Wiederaufbau 1639 begonnen und bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts fortgeführt. Durch die Säkularisation wurde das erste rechtsrheinische Kloster nach fast genau 1200 Jahren Bestand aufgelöst. Über ein Jahrhundert diente dann das z.T. umgebaute Kloster als „Schloß St. Trudpert“ der Adelsfamilie v. Andlaw als Sommersitz, bis es im Jahre 1920 durch Kauf an die Schwestern vom Heiligen Josef überging.

Neben den baulichen Sehenswürdigkeiten bietet das Kloster dem interessierten Besucher noch eine große Zahl weiterer Kostbarkeiten, denen man am besten einen Extra-Besuch widmet.

Wir wenden uns vor dem Kloster nach rechts und erreichen über die asphaltierte Straße den Ortsteil Prestenberg. Hier stossen wir auf ein eigenartiges Phänomen: Der Bach, der das Tal ursprünglich ausgeräumt hat, verläuft heute auf dem rechten Talhang und hat sich hier um etwa 3 m bis unter die frühere Talsohle eingetieft. Dieser Vorgang wurde durch die künstliche Verlegung des Baches hervorgerufen und war nur deshalb möglich, weil der Talgrund aus einer mächtigen Schicht von Gneisverwitterungslehm besteht, in die sich der Bach nach seiner Verlegung einschneiden konnte.

Über den Fuß des Münsterberges erreichen wir den Gufenbacher Grund, in dem wir aufwärts steigen und uns dann nach Westen wenden. Schon am Hang des Eichbodens entlang liegt das Münstertal vor uns, den besten Ausblick genießen wir aber vom Aussichtspunkt am Eichboden, wo Ruhebänke zur Rast einladen.

Station 7: Das Münstertal

Das Münstertal ist Teil einer geologischen Bruchzone, die schon vor über 200 Millionen Jahren aktiv war. Ahnlich dem Rheingraben hat sich damals ein Graben in WNW-ESE-Richtung gebildet, dessen Ränder staffelförmig anstiegen. Die morphologisch markanteste Spur dieses Grabens verläuft durch das Untermünstertal, das Muldener Tal, über das Krin-nerloch hinüber ins Aiterner-Tal, wird also auf fast der gesamten Linie von Bächen nachgezeichnet, die das in diesem Bereich schon zerbrochene Gestein leicht ausräumen konnten. Der Absenkungsbetrag wird mit 600 bis 800 m angenommen, sicherlich ein nicht überwältigender Wert, wenn man von 3.000 bis 4.000 m Absenkung beim Rheingraben ausgeht, doch gewinnt man eine ungefähre Vorstellung von dieser Höhe, wenn man bedenkt, dass der eigene Standort (Eichboden) etwa 200 m über der Talsohle liegt, und nach weiteren 200 m erst der Gipfel des Wildsbacher Kopfes erreicht ist.

Nach dem Zusammenfluss von Neumagen und Talbach öffnet sich das Tal auf eine Breite von durchweg 400 m und erreicht nach 6 km zwischen Staufen und Grunern die Rheinebene. Die flache Talsohle besteht aus Schottern, die bei Grunern eine Mächtigkeit von 16 m haben.

Beim Blick nach Norden erheben sich auf der rechten Talseite der Kohlbühl, der Maistollen, der Laitschenbacher Kopf, die Rödelsburg mit dem vorgelagerten Lattfelsen, der Hexenboden, die Etzenbacher Höhe (etwas verdeckt) und direkt vor Staufen der Messerschmiedfelsen. Auf der linken Talseite beherrscht der Wildsbacher Kopf mit seinen Ausläufern „Köpfle“ und „Galgenhalde“ das Panorama.

Bei klarem Wetter reicht der Blick bis weit in die Rheinebene. Jenseits des Rheintals erheben sich die Vogesen, besonders markant mit der höchsten Erhebung, dem Großen Belchen (erkennbar in gerader Linie über die Galgenhalde hinweg), nach Norden schließen sich der Kleine Belchen und Hohneck an.

Beim Blick auf die jenseits des Talbaches liegenden Wiesen an den Hängen des Sägenbühls erkennt man, besonders bei flacher Sonneneinstrahlung und wenn das Gras noch kurz ist, einzelne kleine Senken und Erhebungen als Spuren eines uralten Bergbaus, von dem wir keinerlei Kunde mehr haben.

Wir folgen nun den Wanderweg bergauf bis zur Forststraße, auf der wir uns nach rechts wenden. Steile Böschungen an der Straße deuten hier schon auf anstehendes Gestein, und nach etwa einem Kilometer zeigt sich in größeren Anbrüchen der Metatexit.

Station 8: Metatexit

Hinter diesem Fachwort verbirgt sich eigentlich nichts weiter als ein Gneis höheren Metamorphosegrades. Seine von den normalen Gneisen etwas abweichende Struktur rechtfertigt allerdings die Aufstellung eines eigenen Gesteinstyps. So unterscheidet sich der Metatexit vom Gneis z.B. dadurch, dass seine ursprünglich homogen verteilten Bestandteile Quarz, Feldspat und Glimmer bei der Metamorphose, d.h. unter hohen Temperaturen und Drücken sich im Kleinbereich voneinander trennten, wodurch ein Gestein entstand, das in lagenweisem Wechsel aus Feldspat und Quarz (helle Lagen) und Biotit und Cordierit (dunkle Lagen) aufgebaut ist. Diese Lagen sind gelegentlich gebogen und gefaltet und spiegeln so die Bewegung der ehemals zähplastischen bis halbflüssigen Gesteinsmasse wider.

Da durch die erhöhte Metamorphose bei der Umwandlung von Gneisen zu Metatexiten keine neuen Minerale entstanden, sondern sich die Mengenverhältnisse nur unwesentlich veränderten, treffen wir in den Metatexiten in etwa den gleichen Mineralbestand an wie in den Gneisen, nämlich ca. 30% Quarz, 30% Feldspat, 20% Biotit und 20% Cordierit, sowie geringe Mengen von Apatit, Zirkon und anderen Mineralen.

Naturgemäß sind die Übergänge vom Gneis zum Metatexit fließend, so dass eine scharfe Grenze zwischen beiden Gesteinen nicht gezogen werden kann. Diese Erscheinung ist auch in den Aufschlüssen entlang der Forststraße zu beobachten, wo sich deutlich hell/dunkel-lagige Gesteinspartien mit solchen mehr homogener Struktur abwechseln.

Die Metatexite sind wie die Gneise vor etwa 450 Millionen Jahren aus noch weit älteren Sedimenten entstanden. Wesentlich jünger, nämlich nur etwa 280 Millionen Jahre alt ist der Porphyrgang.

Station 9: Porphyrgang

Ähnlich dem Porphyrvorkommen an der Schwärzhalde gehört auch dieser Porphyraufschluss zu einem größeren, ca. 3 km langen Gang, der allerdings kaum je eine Mächtigkeit von 100 m erreicht. Er zieht sich in Ost-West-Richtung vom Glanzenberg durch den Teufelsgrund über das Häldele bis zum Ortsteil Neuhäuser und lässt sich sogar noch jenseits des Talbaches verfolgen.

Zusammen mit den zahlreichen anderen Quarzporphyrgängen des Münstertales dokumentiert er für die Zeit des Oberkarbons eine ausgeprägte magmatische Aktivität, von der wir allerdings nur die innerhalb der Erdkruste hinterlassenen Spuren, nämlich die Porphyrgänge kennen. Ob die Bildung der Gänge mit einer vulkanischen Tätigkeit an der Erdoberfläche verbunden war, können wir heute nicht mehr nachweisen, da die nachfolgende Erosion alle Spuren vernichtet hat.

Gelegentlich kann man, wie auch hier, die Grenze des Porphyrs gegen das Nebengestein gut erkennen. Sie verläuft hier steil in den Berg hinein und ist absolut scharf, d.h. es gibt keinen allmählichen Ubergang vom Porphyr zum Nebengestein. Der Porphyr ist an seinem Salband, d.h. am Rand, sehr feinkörnig und ohne größere Einsprenglinge. Diese erkennt man erst in einiger Entfernung vom Kontakt.

Die Quarzeinsprenglinge werden hier bis zu 1 cm groß und erscheinen im frischen Anbruch wasserklar und glasglänzend. Die Feldspateinsprenglinge sind durch Zersetzungsvorgänge im Kern braun oder grau getrübt, während der Rand hell geblieben ist. Durch die Verwitterung ist die ehemals durch den Straßenbau frisch angeschnittene Gesteinsoberfläche unscheinbar geworden und lässt nur bei genauem Hinsehen Einzelheiten erkennen, erst bei frisch aufgeschlagenen Stücken werden auch Feinheiten des inneren Aufbaus sichtbar.

Wir folgen dem Forstweg bis zur Einmündung auf die asphaltierte Forststraße. Hier stehen wir nahe dem verschütteten Mundloch des Michaelstollens auf dem Teufelsgrundgang. Der Blick hangabwärts zeigt uns die Halde des Trudpertstollens.

Station 10: Teufelsgrundgang

Halde des Trudpertstollens

Schon in den allerfrühesten Zeiten des Bergbaus war es üblich, das taube (d.h. erzfreie) bzw. geringhaltige Gestein in der Nähe der Stollen und Schächte abzulagern. Die auf diese Art entstandenen Halden bieten heute der Wissenschaft oftmals die einzigen Anhaltspunkte über den Bergbau in vorhistorischer, aber nicht selten auch in historischer Zeit, wenn die entsprechenden schriftlichen Urkunden fehlen. Darüber hinaus kann der Fachmann dem Haldenmaterial Angaben über die Art der Lagerstätte, die Art des Abbaus u.a.m. entnehmen.

Der Trudpertstollen ist einer der Stollen, über den der Teufelsgrundgang abgebaut wurde. Der Stollen hat eine Länge von etwa 800 m und stößt an seinem Ende auf den Schindlergang. Er ist wenige Meter hinter dem Stollenmundloch verbrochen, über den Schindlergang ist er allerdings noch über eine längere Strecke begehbar.

Das Haldenmaterial besteht vorwiegend aus dem tauben Nebengestein des Ganges, doch sind Stücke mit Gangmaterial nicht selten. Am häufigsten ist weißer und gelblicher Schwerspat, gelegentlich mit rosettenartigen Kristallrasen, neben Spaltstücken von fast glasklarem Flussspat. Schwarzbraune Zinkblende und grauer, auf frischen Spaltflächen metallisch glänzender Bleiglanz sind neben Pyrit die häufigsten Erzminerale.

Neben wenigen anderen, seltenen Primärmineralen des Teufelsgrundganges findet man ebenso selten die wenigen Sekundärminerale, die aus der Zersetzung der Primärminerale hervorgegangen sind, während die jüngste Neubildung in Form von Rost die gesamte Halde imprägniert hat. Dieser Rost entsteht durch die Zersetzung des Pyrits, wenn die eisenhaltigen Lösungen mit dem Luftsauerstoff in Verbindung kommen. Aus diesem Grund eignen sich die pyrithaltigen Stufen aus dem Teufelsgrund auch nicht zur Aufbewahrung, da sie im Laufe der Jahre zerfallen.

Und nun noch ein Wort zu den Mineraliensammlern:

Seien Sie vorsichtig beim Begehen der Halde und beim Zerklopfen der Steine und denken Sie daran, dass nach Ihnen noch andere kommen, die ebenfalls gern ein Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen möchten.

Wir folgen jetzt der Asphaltstraße aufwärts und erreichen nach etwa 700 m einen abwärts führenden Fußweg, auf der wir die Verhaue auf dem Schindlergang erreichen.

Station 11: Verhaue auf dem Schindlergang

Unter Verhau versteht der Bergmann einen tiefen, oft schluchtartigen, von der Erdoberfläche hinabreichenden Abbau. Diese Art der Erzgewinnung wurde von den Bergleuten früherer Jahrhunderte immer dann angewandt, wenn das Nebengestein standfest war und ein baldiges Nachbrechen nicht befürchtet werden musste. Auf diese Weise wurden nämlich alle Schwierigkeiten umgangen, die sich aus der Beleuchtung und Belüftung ergaben, da der Bergmann im Verhau praktisch im „Tagebau“ arbeitete. Im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte brachen dann aber doch meist die Seitenwände nach und es blieben oft nur langgestreckte, schmale Mulden übrig, die den Verlauf des abgebauten Ganges kennzeichnen.

Über das Alter der Verhaue auf dem Schindlergang wissen wir nichts Genaues. Sie markieren hier einen gut ver-erzten, d.h. silberreichen Teil des Ganges, der vermutlich im Mittelalter abgebaut wurde. Der unter dem Verhau liegende Hohlraum reicht bis fast auf die Trudpertstollen-Sohle, also etwa 50 m tief hinab, die Mächtigkeit des Ganges erreichte dabei stellenweise bis zu 10 Metern. An abzweigenden Stollen sind noch Spuren vom Feuersetzen zu erkennen, ein Zeichen für das hohe Alter des Bergbaus. 

Der Verlauf des Schindlerganges, der mit seiner Länge von 1.400 m von den Schindelköpfen bis in den Kaltwassergrund reicht, ist auf seiner gesamten Erstreckung durch derartige Verhaue, Pingen (d.h. Einsturzmulden) und Halden gekennzeichnet. Auf unserem Weg den Schindelgrund hinab begleiten sie uns bis zum Schaubergwerk Teufelsgrund.

Station 12: Schaubergwerk Teufelsgrund

Das Schaubergwerk erschließt den Besuchern nur einen kleinen Teil der ehemaligen Grube Teufelsgrund, nämlich etwa 500 m des Friedrichstollens im Schindlergang.

Dieser Stollen wurde erst in der letzten Betriebsperiode aufgefahren, er stellt daher eine relativ moderne Arbeit dar. Auf den ersten Metern musste der Stollen gegen nachbrechendes Gestein durch Ausbau gesichert werden. Hinter der Wettertür, die die Belüftung in der Grube regelt, ist nur noch die Firste (d.h. die Decke des Stollens) mit Spritzbeton befestigt, da der Gneis hier standfest genug ist. Im Bereich des Betonausbaus, d.h. von 100 bis 115 m durchquert der Stollen den Erzgang, der an dieser Stelle schon vor langer Zeit abgebaut worden ist.

Von 160 bis 200 m verläuft der Stollen durch einen Quarzporphyr-Gang, dessen Kontakt zum Gneis bei der Abzweigung des Asthma-Therapie-Stollens gut zu erkennen ist. Erst bei 350 m erreicht der Stollen den Erzgang, der zunächst nur geringmächtig ist, sich aber nach 30 m zu seiner vollen Mächtigkeit entwickelt. Die gut ausgeleuchteten, abgebauten Gangteile vermitteln einen ausgezeichneten Eindruck von der Arbeit der Bergleute unter Tage. Der hinter der Maschinenkammer gelegene Blindschacht von etwa 180 m Tiefe lässt die wirkliche Ausdehnung des gesamten Grubengebäudes erahnen, vor allem, wenn man bedenkt, dass sich der Stollen an dieser Stelle schon etwa 200 m unter der Erdoberfläche befindet.

Obwohl die erste urkundliche Erwähnung bergbaulicher Tätigkeit auf dem Schindlergang erst aus dem Jahre 1512 datiert, haben wir doch durch holzkohleführende Schlackenfunde die Gewissheit, dass der Bergbau in dieser Grube mit Sicherheit über 1.000 Jahre alt ist.

Zunächst war der geringe Silbergehalt das Ziel des Abbaus, da vor der Entdeckung Amerikas mit seinen reichen Silbergruben in Europa das Silber die heutige Stelle des Goldes einnahm. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte der Bergbau eine neue Blüte, diesmal wegen des Bleis, das auf dem Teufelsgrund- und Schindlergang in Form von Bleiglanz auftritt. Das Blei fand vielfach Verwendung, z.B. bei der Fensterverglasung, als Geschoß in den Feuerwaffen, als Material für Wasserrohre, bei der Glasur von Tonwaren usw. Mit dem Niedergang des Bergbaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand auch die Bleiperiode ihr Ende.

Dem Versuch einer Schwerspatgewinnung in den Dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts war wegen der geringen Vorräte und der hohen Aufbereitungskosten kein dauerhafter Erfolg beschieden, ähnlich wie dem Abbau von Flussspat, der 1941 aufgenommen und 1958 wegen ungenügender Vorräte wieder eingestellt wurde.

Nähere Angaben über das Schauberowerk und die Grube Teufelsgrund enthält die Broschüre „Schaubergwerk Teufelsgrund“ die bei der Kurverwaltung oder am Schaubergwerk erhältlich ist. Wir folgen dem Lehrpfad am Schaubergwerk vorbei in den Kaibengrund, wo wir linker Hand nach knapp 200 m auf weitere Spuren alter Bergbautätigkeit stossen.

Station 13: Kaibengrundgang

Der Kaibengrundgang ist mit 30 bis 40 cm Mächtigkeit für unsere heutigen Begriffe sehr geringmächtig, da jedoch im Bergbau des Mittelalters andere Maßstäbe galten, wurde auch dieser Gang abgebaut. Über den Umfang der Bergbautätigkeit ist nichts bekannt, lediglich der Verhau und die sich nach Nordosten anschließende Pingenreihe geben Kunde von den Bemühungen früherer Zeiten.

Auch der Verlauf des Ganges ist uns nur auf etwa 100 m Länge belegt, so dass wir nur vermuten können, dass der Kaibengrundgang südlich des Eingangs zum Schaubergwerk auf den Schindlergang stösst.

Beide Gänge führen nämlich die gleichen Minerale, also hauptsächlich Flussspat, Quarz, Schwerspat, Bleiglanz und Zinkblende, weshalb sie gleicher Entstehung sein dürften, zumal sie mit einer Reihe von weiteren Gängen auch dem gleichen tektonischen System angehören.

Wir wenden uns nach Süden und erreichen über den Steg, der den Kaibengrundbach und das Glanzenbächle überquert, nach kaum 200 m im Holzschlaggrund das Mundloch des Leopoldstollens.

Station 14: Leopoldstollen

Der Leopoldstollen ist querschlägig auf den Herrenwaldgang angesetzt, d.h. er verläuft fast senkrecht zu diesem und erreicht ihn nach 280 m. Im Gang selbst ist er nach Nordosten und Südwesten jeweils etwa 100 m aufgefahren, Abbaue befinden sich nur über dem Stollen.

Der Herrenwaldgang selbst ist mit 1.750 m nachgewiesener Länge länger als der Schindlergang (1.400 m), zudem konnte durch neuere Untersuchungen nachgewiesen werden, dass nach Südosten eine Fortsetzung existiert, die eine Gesamtlänge des Ganges von über 2.500 m wahrscheinlich macht.

In der Mineralführung entspricht auch er in etwa dem Schindlergang, doch ist der Nordostteil durch das geringe Vorkommen von Flussspat und Schwerspat gekennzeichnet, Quarz ist hier häufig. Der mittlere Gangteil führt viel Flussspat, z.T. in bis zu 40 cm großen Kristallen, die allerdings durch zirkulierende Lösungen vielfach stark an-geätzt sind. Auch Schwerspat ist hier häufig, ebenso wie im Südwestteil des Ganges, wo der Flussspat praktisch fehlt.

Zahlreiche Pingen, Halden und verstürzte Stollen deuten darauf hin, dass der Herrenwaldgang zeitweise einen lebhaften Bergbau gesehen hat, dessen Blüte im Mittelalter gelegen haben dürfte. Untersuchungen im Jahre 1957 haben die erhofften Flussspatvorräte nicht nachweisen können, so dass Bergbauversuche in neuester Zeit unterblieben sind.

Vor dem Stollenmundloch des Leopoldstollens ist auf weiter Fläche Haldenmaterial verbreitet, das gelegentlich noch schöne Stücke von derbem Erz enthält. Gut erhaltene Kristallstufen sind hier allerdings nicht zu erwarten, da durch Planierarbeiten und das Befahren mit schweren Holzfahrzeugen empfindliche Kristalle kaum erhalten geblieben sind.

Wir kehren zurück ins Muldener Tal und stossen ca. 800 m unterhalb des Besuchsbergwerks rechter Hand auf die kaum mehr erkennbaren Reste der ehemaligen Grube Teufelsgrund.

Station 10a: Grube Teufelsgrund

Unter diesem Namen wurde der Bergbaubetrieb geführt, der von 1942 bis 1958 von den Vereinigten Stahlwerken GmbH hier unterhalten wurde.

Zu der Grube gehörten der Teufelsgrund- und der Schindlergang, die gemeinsam abgebaut werden konnten, da sie tief im Berg miteinander in Verbindung stehen. Der Flussspat, der früher als wertloses Mineral nicht gewonnen wurde oder als Versatz zum Auffüllen von Hohlräumen wieder in die Grube verbracht wurde, war diesmal Ziel des bergbaulichen Interesses und wurde hauptsächlich als Flussmittel bei der Verhüttung von Eisenerz verwendet. Der Abbau ging zunächst oberhalb des Wilhelmstollens im Teufelsgrundgang um (das Mundloch des Stollens liegt ca. 40 m über der Straße), später – nach dem Abteufen des Blindschachtes – verlagerte sich der Abbau mehr auf den Schindlergang, doch wurden hier beim Auffahren der 4. Sohle nicht die erhofften Vorräte angetroffen, so dass der Grubenbetrieb eingestellt werden musste.

Auf der Halde des Wilhelmstollens standen die Aufbereitung und die Verladeanlage. Hier wurde das aus der Grube geförderte Haufwerk zunächst gewaschen und sortiert. Taubes Gestein wurde ausgeschieden, der reine Flussspat stellte das beste Fördergut dar. Verwachsene Stücke wurden zerkleinert und anschließend durch Aufbereitungsmaschinen in „brauchbar“ und „nicht brauchbar“ getrennt. Der früher so gesuchte Bleiglanz wurde nicht gewonnen, sondern ging mit dem tauben Gestein und den anderen, nicht verwertbaren Mineralen auf die Halde. Das Flussspat-Konzentrat wurde auf LKW verladen und nach Breisach transportiert, von wo es per Schiff zu den Hütten im Ruhrgebiet verfrachtet wurde.

Wir wenden uns nun weiter talabwärts, verlassen aber schon nach kurzer Strecke die Fahrstraße und folgen dem hangparallel verlaufenden Weg. Nach etwa 400 m sehen wir im Talgrund jenseits des Muldenbaches das langgestreckte Gebäude des ehemaligen Walzpochwerks.

Station 15: Walzpochwerk

Das Gebäude wurde um 1835 vom Badischen Bergwerksverein errichtet und enthielt die Anlagen zur Zerkleinerung der Erze, die in den talaufwärts gelegenen Gruben, also vorwiegend im Teufelsgrund, Schindler- und Herrenwaldgang gewonnen wurden.

Die Aufbereitung der Erze hat sich im Prinzip seit zweitausend Jahren nicht geändert. Das zutage gebrachte Material wurde zuerst sortiert in reines und verwachsenes Erz und taubes (= erzfreies) Gestein, eine Arbeit, die häufig von Frauen und Kindern ausgeführt wurde.

Das reine Erz wanderte direkt in den Röstofen, während das taube Material entweder als Versatz wieder in die Grube verbracht oder auf Halde gekippt wurde. Das mit tauben Mineralen verwachsene Erz, häufig der größte Teil des Fördergutes, musste zur weiteren Aufbereitung zunächst zerkleinert werden. Hierzu bediente man sich verschiedener Methoden.

Grob verwachsenes Erz wurde im Pochtrog von schweren, eisenbewehrten Holzstempeln zerstampft, für fein verwachsenes Erz waren Erzmühlen notwendig. Bei der anschließenden Erzwäsche trennte sich im fließenden Wasser das taube Material infolge seines geringen spezifischen Gewichts vom Erz, das nach dem Rösten in den Schmelzöfen zu reinem Metall verhüttet wurde.

Poche und Mühle blicken also auf eine lange Geschichte zurück, während die Erzzerkleinerung zwischen zwei rotierenden Walzen, wie sie hier in diesem Gebäude installiert waren, eine Erfindung der Neuzeit ist.

Der Antrieb erfolgte früher vorwiegend durch Wasserkraft, erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts ersetzte die Dampfmaschine teilweise das Wasserrad, bis auch sie im 20. Jahrhundert durch den Elektromotor verdrängt wurde.

Wir wandern weiter das Muldener Tal hinab bis zur Mündung des Muldenbaches in den Talbach. Rechter Hand liegt hier das Gashaus Neumühle zur Krone.

Station 16: Gasthaus Neumühle zur Krone

Gasthaus Neumühle zur Krone, das in zweifacher Hinsicht von historischer Bedeutung ist. Zum einen erinnert der Name „Neumühle“ an die ehedem zwischen Straße und Talbach gelegene „neue Mühle“, die die Energie des wasserreichen

Talbachs zum Betrieb einer Getreidemühle ausnutzte. Diese Mühle wurde im Jahr 1717 vom Kloster St. Trudpert unter dem Abt Augustin Sengler erbaut und wurde zur Unterscheidung von der Wasenmühle (in der Rotte Wasen) und der alten Mühle (gegenüber dem Kloster auf dem Gewann Mühlematten) die „neue Mühle“ genannt. Für den Bergbau aber war die neue Mühle insofern von Bedeutung, als gleichzeitig mit dem Mahlrecht auch eine „Wirtschaftsgerechtigkeit“ verbunden war, d.h. der Müller durfte Gäste bewirten und beherbergen.

Ob die Wirtsstube schon damals „Zur Krone“ hieß, ist nicht sicher, doch war sie für die zahlreichen Bergleute, die durch den gerade wiederauflebenden Bergbau des Muldener Tales in den Gruben Teufelsgrund, Schindler, Herrenwald und Glanzenberg ihr Brot verdienten, der Mittelpunkt des geselligen Lebens. Über der heutigen Gaststube befand sich ein großer Saal, in dem, geregelt durch kirchliche Erlaubnis, auch die Tanzvergnügen stattfanden. Bei der Renovierung des Gebäudes im Jahre 1961 entdeckte man eine Reihe von verschiedenen Münzen unterschiedlichster Herkunft, die den Tänzern und Zechern aus dem Beutel gefallen und in die Bodenritzen gerollt waren.

Doch kamen nicht nur Bergleute in die „Krone“, auch „feine Herren“ wusste der Wirt standesgemäß zu bedienen, und für eine bequeme Unterkunft standen sogar beheizbare Zimmer zur Verfügung. Seit der erste Privateigentümer (Karl Pfefferle, gest. 1737) Mühle und Wirtshaus übernommen hat, ist der Betrieb (mit einer kurzen Unterbrechung in Familienbesitz, und wie in früheren Tagen kehren auch heute noch Bergleute und Bergverwandte dort gern zu einem Trunke ein.

Unser Weg führt uns nun weiter am Talbach entlang durch die Sägegasse. Auch das hier liegende Sägewerk nutzte die Wasserkraft des Talbaches über einen Hangkanal zum Antreiben eines Wasserrades, das seinerseits das Sägegatter in Bewegung setzte. Derartige Sägen waren und sind in einem so waldreichen Gebiet, wie es das Münstertal darstellt, früher und heute von großer Bedeutung, denn hier wurde das Holz verarbeitet, das nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde und viele Einwohner darstellt.

Am Ende der Sägegasse wechselt der Weg auf das Wiesengelände über und verläuft hier z.T. direkt am Fuße des Talhanges, der stellenweise sogar stark felsig ausgebildet ist und dann schöne Aufschlüsse im Gneis zeigt. Uber eine längere Strecke begleitet er aber auch den Talbach und bietet so – besonders bei niedrigem Wasserstand – einen guten Blick auf die bunte Schotterfracht eines Gebirgsbaches, dessen Einzugsgebiet eine große Vielfalt verschiedener Gesteine enthält: Porphyre mit großen, weißen Einsprenglingen, unscheinbare Gneise, kräftig gebänderte oder gefaltete Metatexite, dunkelgrüne Amphibolite mit weißen Schlieren, körnige Granite und mit zahlreichen Feldspäten gespickte Metablastite. An einigen Stellen sieht man im Wasser sogar noch anstehende Quarzporphyrgänge, die vom jenseitigen Talhang herabziehen.

Am Schluss des ersten Teils unserer Wanderung sei noch auf einen Erzgang hingewiesen, dessen nördliches Ende bei der Rotte Ziegelplatz liegt. Von hier zieht er nach Süden durch das Süßenbrunntal bis zum Schloßberg östlich des Rammelsberger Ecks und erreicht so eine Länge von über 4 Kilometern. Mit einer Mächtigkeit von bis zu 2 Metern gehört er zu den größten Gängen des Münstertales und hat doch nie eine besondere Bedeutung erlangt, da er vorwiegend Quarz und Flussspat enthält und somit für den früheren Bergbau ohne großes Interesse war. Dass aber trotzdem auch hier nach den wertvollen Silbermineralen gesucht wurde, beweisen die Pingen und Halden in seinem Verlauf. In den Jahren 1955/56 wurde im Südteil des Ganges sogar noch ein 370 m langer Stollen aufgefahren, mit dem die Qualität des Flussspates erkundet werden sollte. Die Funde entsprachen jedoch nicht den Erwartungen, so dass ein Abbau nicht aufgenommen wurde.

Ähnlich verhielt es sich auf einigen anderen Gängen, so dass die Hoffnung, den Bergbau im Münstertal aufrecht erhalten zu können, im Jahre 1958 endgültig begraben wurde, als die Grube Teufelsgrund den Betrieb einstellte. Der Zukunft mag es überlassen bleiben, ob jemals wieder ein Bergmann im Münstertäler Revier sein Werkzeug zur Hand nimmt, um aus Stollen und Schächten die Schätze der Erde ans Licht des Tages zu fördern.

Eingang zum Besucherbergwerk Teufelsgrund (Friedrichstollen, Foto vom Oktober 2025).

Westroute (5 km)

Wie am Beginn der Ostroute wenden wir uns nach Osten und verlassen die Hauptstraße vor dem Gebäude der Post nach Norden. Über den Laisackerweg passieren wir den Laisackerhof, den wir im Norden umgehen. Nur wenige Meter hinter dem Anwesen liegt rechter Hand das Mundloch des Laisackerstollens.

Station 17: Laisackerstollen

Der Laisackergang, auf den dieser Stollen angesetzt war, zieht von der Schwärzhalde in südwestlicher Richtung ins Tal herunter. Die Länge des Ganges beträgt um 200 m, die Mächtigkeit weniger als 1 m.

Oberhalb und unterhalb des Köpfleweges finden sich im Wald undeutliche Pingen und Halden sowie vereinzelte Rollstücke von grobspätigem Schwerspat und Quarz. Neben diesen Hauptmineralen enthält der Gang noch Eisenspat und ein aus diesem entstandenes Verwitterungsmineral, das Brauneisen. Da Blei-, Silber- und Kupferminerale fehlen, kann man annehmen, dass die — allerdings unbedeutenden — Abbauversuche dem Brauneisen als Eisenerz galten.

Der vor uns liegende Stollen zeugt von der Hoffnung, in größerer Tiefe doch noch reichhaltigere Erze zu finden. An das erst in späterer Zeit betonierte Stollenmundloch schließt sich ein etwas winkeliger, jedoch recht geräumiger Stollen von 55 m Länge an, der in Schlägel- und Eisen-Arbeit aufgeführt ist. Auf diese kurze Erstreckung konnte der weiter oben am Hang gelegene Gang natürlich noch nicht erreicht werden, so dass anzunehmen ist, dass äußere Einflüsse den weiteren Vortrieb aufhielten.

Das Alter des Stollens ist unbekannt, doch kann man aufgrund der Höhe und Breite des Stollens auf ein relativ junges Alter schließen, d.h. etwa Beginn des 18. Jahrhunderts.

Der Weg führt uns weiter bis zum Riggenbachtal. Hier, wo die Hangneigung steiler wird, liegt ein kleiner Aufschluss im Quarzporphyr.

Station 18: Quarzporphyr

Quarzporphyr ist im Bereich des Münstertales recht verbreitet. Er bildet Gänge von bis zu mehreren Kilometern Länge bei einer Breite, die zwischen wenigen Metern und einigen hundert Metern schwanken kann.

Diese Porphyrgänge entstanden dadurch, dass sich Spalten in der Erdkruste mit einer Schmelze granitischer Zusammensetzung füllten. Da die Abkühlungsgeschwindigkeit dieser Schmelze relativ groß war, konnten sich nur einzelne Kristalle (Einsprenglinge) bilden, z. B. Feldspäte und Quarze, die gleichsam in einer feinkörnigen Grundmasse schwimmen. Gelegentlich sind insbesondere die länglichen, weißen oder rosa Feldspäte mehr oder weniger parallel zueinander angeordnet. Sie zeichnen auf diese Weise die ehemalige Fließrichtung der mag-matischen Schmelze nach. Durch die Verwitterung werden die Feldspäte bisweilen auch aus dem Gestein herausgelöst, wobei sie ein getreues Abbild ihrer Kristallform hinterlassen.

Die Farbe des Gesteins ist nicht einheitlich. Rötliche Typen, deren Farbe von feinst verteiltem Eisenoxyd herrührt, herrschen bei weiterem vor, doch sind auch graue und weiße Arten nicht selten, wobei die grauen Farbtöne frisches Gestein kennzeichnen, weiße Farben dagegen auf eine extreme Auslaugung des Eisengehaltes hinweisen.

Der sichtbare Mineralbestand der Quarzporphyre schwankt entsprechend ihrer variablen Erstarrungsgeschwindigkeit und Zusammensetzung in weiten Grenzen. So übersteigt der Quarzgehalt in manchen Vorkommen 10%, während er an anderen Orten fast auf 0% absinkt. In ähnlicher Weise schwankt der Feldspatgehalt zwischen 2 und 30% und der Biotitgehalt zwischen 0 und 20%.

Der Mineralbestand der Grundmasse besteht meist ebenfalls aus Quarz, Feldspat und Glimmer, doch ist er wegen der geringen Korngröße der Einzelminerale häufig nicht mehr mit dem bloßen Auge zu erkennen, während sich die glasklaren Quarze, die weißen oder rötlichen Feldspäte und die schwarzbraunen Biotite stets gut von ihrer Umgebung abheben.

Wir folgen dem Weg talaufwärts, passieren den Kinderspielplatz und die Wassertretanlage und wenden uns auf der Riggenbachstraße talaufwärts. Hier zweigt alsbald linker Hand ein Fußpfad ab, den wir bis zur Waldfahrstraße (Thiloweg) hinaufsteigen. Unterhalb der vor uns liegenden Straßenkurve sehen wir Halden und Pingen, die das südliche Ende des Riggenbachganges markieren.

Station 19: Riggenbachgang

Die Gesamtlänge des Ganges beträgt etwa 800 m, die Mächtigkeit erreicht gelegentlich 1,5 m.

Die Hauptminerale sind Quarz, Pyrit, Zinkblende, Kupferkies und Schwerspat. Die besondere Bedeutung des Ganges lag daher weniger im Bereich der Silbergewinnung als vielmehr darin, dass hier das für die Herstellung von Bronze notwendige Kupfer abgebaut werden konnte. Vom Mittelalter bis zur Säkularisation war die Grube häufig der Anlass zu Streitigkeiten zwischen dem „Pater Bergdirektor“ des Klosters St. Trudpert und der vorderösterreichi-schen Bergverwaltung in Freiburg, da beide Parteien sich aufgrund unterschiedlicher Rechtsauffassung im Besitz der Berghoheit über diese Grube glaubten. Alte Urkunden erwähnen vom Riggenbachgang die Gruben „Segen Gottes“ und „Gottesehr“, in denen auf mehreren Sohlen (Petersstollen, Ludwigsstollen) mit Unterbrechungen bis 1840 der Abbau umging. Zahlreiche Pingen und Halden sowie z.T. noch begehbare Stollen künden heute von diesem einst recht bedeutenden Grubenbetrieb.

Von der Breitmatte aus, die sich vom Waldrand bis ins Tal hinabzieht, haben wir einen schönen Ausblick.

Station 20: Ausblick

Ausblick auf den Ort Münstertal und das sich dahinter erhebende Belchenmassiv.

In einem Münzvertrag aus dem Jahr 1258 wird Münster erstmals als Vogtei der Herren von Staufen erwähnt. Die Siedlung nimmt wegen des erfolgreichen Bergbaus einen blühenden Aufschwung und erwirbt nach wenigen Jahrzehnten das Stadtrecht. Im Jahre 1346 verkauft Gottfried von Staufen die Stadt Münster samt der Burg Scharfenstein an Herzog Albrecht von Österreich.

Da die Gewerken der Silbergruben die alten Handelsverträge mit den Freiburger Kaufleuten nicht mehr einhielten, kam es zum Krieg mit Freiburg, in dessen Verlauf die Burg Scharfenstein zerstört und Münster besetzt wird. Erst 1350 kann Herzog Albrecht den Streit durch Zahlung einer Ablösesumme von über 100 kg Silber beilegen.

Mit dem Niedergang des Bergbaus gegen Mitte des 16. Jahrhunderts verliert auch Münster seine Bedeutung. Die einstmals ummauerte Bergstadt verfällt und wird Wüstung. Erst nach dem 30jährigen Krieg kommen wieder Siedler ins Tal und es entsteht ein neues Gemeinwesen, das sich im Verlauf von 300 Jahren mit wechselvoller Geschichte zur heutigen Gemeinde Münstertal entwickelt hat.

Man kann annehmen, dass bis zum Ausgang des Mittelalters etwa 500 bis 1.000 Bergleute und „Bergverwandte“ im Münstertal lebten. In Münster wurde das aus den umliegenden Gruben geförderte Erz verarbeitet, das gewonnene Silber durfte laut Vertrag nur in Münster oder in Freiburg in den Handel gebracht werden.

Die Freiburger Münze bezog einen Teil des Rohsilbers von hier und prägte daraus den Freiburger Rappen. (Zur Vereinheitlichung im Münzwesen waren der Breisgau, das Oberelsass und Teile der Schweiz zum Rappenmünzbund zusammengeschlossen).

Der Kern der heutigen Ortschaft Münstertal liegt als lockere Siedlung an der Mündung des

Talbaches in den Neumagen. Die Ausläufer dieser Siedlung ziehen sich bis weit in die Täler hinauf, ohne jedoch den unmittelbaren Talbereich wesentlich zu verlassen. Erst die einzeln liegenden, typischen Schwarzwälder Bauernhöfe finden wir auch höher an den Berghängen.

Das eindrucksvolle Panorama, das sich uns hier bietet, wird unzweifelhaft vom Belchen beherrscht. Der Belchen ist mit 1.414 m.ü.M nach dem Feldberg der zweithöchste Berg des Schwarzwaldes. Seine kahle, runde Kuppe ist unverwechselbar und macht ihn auch aus weiter Entfernung zu einem markanten Orientierungspunkt. Flankiert vom Heidstein und der Hohen Kelch grenzt er das Münstertal gegen das Wiesental ab, und sind auch die Hänge an seinen Schultern bewaldet, so weist die Nordseite mit ihren steilen Felsschroffen durchaus alpine Züge auf. Hier kann der ruhige Wanderer sogar damit rechnen, eine der sonst so scheuen Gemsen zu Gesicht zu bekommen.

Wir folgen nun dem Thiloweg bis ins Dietzelbachtal.

Station 21: Kohlenmeiler

Der hier im Modell errichtete Kohlenmeiler erinnert an die schwere Arbeit der Köhler, die einstmals auf diese Weise ihr Brot verdienten.

Zur Herstellung von Holzkohle wird Schicht- oder Scheitholz – vorwiegend Buche – zu einem Meiler von mehreren Metern Durchmesser und etwa 3 m Höhe aufgesetzt. Im Mittelpunkt des Meilers bleibt ein quadratischer Feuerschacht (= Quandel) frei, der mit leicht brennbarem Material angefüllt wird. Zur Abdeckung verwendet man Rasensoden und Erde, in die zur Steuerung des Verkohlungsvorgangs Luftlöcher gestoßen werden. Während des 16 bis 18 Tage dauernden Brandes muss der Meiler stets beaufsichtigt werden. In dieser Zeit entweichen aus dem Holz die leichtflüchtigen Bestandteile wie Holzgeist, Holzteer usw. und es entsteht die Holzkohle. Sie hat gegenüber dem trockenen Holz einen wesentlich erhöhten Heizwert und verbrennt vor allem rauchlos.

Holzkohle war in früheren Jahrhunderten zum Erschmelzen von Metallen unentbehrlich. Gerade in waldreichen Bergbaugebieten wie dem Schwarzwald findet man daher auch heute noch unzählige alte Meilerplätze im Wald. Man erkennt diese Plätze daran, daß in den Berghang eine kleine Verebnungsfläche von 5-10 m Durchmesser eingeschnitten ist, deren Bodenkrume sich durch ihre schwarze Farbe deutlich von der Umgebung abhebt.

Das Dietzenbachtal abwärts führt uns unser Weg ins breite Tal des Neumagens, der vom Zusammenfluss mit dem Talbach bis zur vor uns liegenden Straßenbrücke direkt am Hangfuß verläuft. Jenseits der Brücke beginnt der Knappenweg, dem wir talaufwärts folgen.

Station 22: Bergbau an den Galgenhalden

Das sich von hier nach Südwesten erstreckende Gebiet zwischen dem Kropbachtal, dem Wildsbachtal und dem Untermünstertal war im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert der Schauplatz eines umfangreichen Bergbaus, liegen doch hier allein 10 Gänge, in deren Umkreis auch heute noch beachtliche Spuren der einstigen bergmännischen Tätigkeit vorhanden sind.

So finden wir z.B. im kleinen Steinbruch an der Straße bei Kropbach einen zinkblendereichen Erzgang, der noch die Reste eines alten Stollens zeigt. Wenige Meter davon entfernt führt ein Stollen unterhalb einer Felsengruppe in den Berg hinein, der ebenso wie der spätere Karl-August-Stollen am Fuße der Galgenhalden und die Stollen und Verhaue oberhalb des Steinbruchs einen uralten Bergbau dokumentieren, dessen erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1028 datiert, als Kaiser Konrad II. die damals in Ertrag stehenden Silbergruben des Breisgaus dem Bischof von Basel verleiht.

Dagegen ist über das Alter des Bergbaus an der Galgenhalden nichts Sicheres bekannt. Stollen und Abbaue zeigen sowohl Spuren vom Feuersetzen wie auch von Schlägel und Eisen, also von Arbeitsmethoden, die im Mittelalter ebenso wie zu Beginn der Neuzeit allgemein verbreitet waren.

Nach wenigen Metern auf dem am Hang ansteigenden Knappenweg sehen wir linker Hand unterhalb des Weges die Reste einer alten Hangkanalanlage. Von hier aus stürzte das durch den Kanal beigeleitete Wasser in den Druckstollen und trieb in dem jenseits der Straße liegenden Elektrizitätswerk die Turbinen an. Bis zum Anschluss an das Verbundnetz versorgte dieses Elektrizitätswerk Teile der heutigen Gemeinde Münstertal mit Strom.

Wir gehen den Knappenweg weiter aufwärts und erreichen nach Durchquerung eines kleinen Tälchens rechter Hand den Verhau auf dem Erzgang „Rotte Hof“.

Station 23: Erzgang Rotte Hof

Dieser Erzgang verläuft in nordöstlicher Richtung und ist auf eine Länge von etwa 250 m bekannt. Seine Mächtigkeit beträgt nur ca. 25 cm, dennoch scheint sich der Abbau durchaus gelohnt zu haben, da die Spuren der bergbaulichen Tätigkeit recht bedeutend sind. So beginnt z.B. unterhalb des Weges im Niveau des dort vorbeiziehenden Hangkanals ein Stollen, der noch auf eine Länge von 30 m begehbar ist. Hier sieht man auch den Anfang eines Abbaus in der Firste, doch ist ein weiteres Vordringen nicht möglich, da der Stollen gänzlich verbrochen ist.

Der Verhau zieht sich etwa 150 m weit bergauf und wird auf der westlichen Seite von einer großen Halde begleitet, auf der gelegentlich durchaus noch Stücke von Schwerspat und Bleiglanz zu finden sind.

Weiter oben am Hang verläuft der Wildsbachgang in nordwestlicher Richtung. Der Bergbau auf diesem Gang, der mit seiner westlichen und östlichen Fortsetzung sowie seinen Paralleltrümmern ein Gangsystem von etwa 1,5 km Länge bildet, erlebte seine größte Blüte im 17. bis 19. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen die großen Verhaue sowie eine mächtige Schachtpinge und bedeutende Halden, auf denen man noch Schwerspat, Bleiglanz, Arsenkies und Pyrit finden kann.

Wir folgen dem Knappenweg weiter nach Osten und queren nach jeweils etwa 15 m eine den Hang herabziehende Rinne. In der zweiten Rinne liegt etwa 10 m über dem Weg das Mundloch eines sehr niedrigen, kurzen Stollens, der mit Schießarbeit (= Sprengen mit Schwarzpulver) aufgefahren wurde und daher wohl dem 18. Jahrhundert zuzuordnen ist. Der Stollen erreichte jedoch keinen bauwürdigen Erzgang, weshalb er aufgegeben wurde.

Kurz vor dem Wildsbachtal liegt unterhalb des Knappenweges am Hangfuß das Mundloch eines weiteren Stollens.

Station 24: Unterer Wildsbachstollen

Im Gegensatz zum vorherigen Stollen ist dieser außergewöhnlich hoch und breit, jedoch war er genauso erfolglos: Auf insgesamt 250 m Stollenlänge (der Stollen verzweigt sich mehrmals) sind nur insgesamt drei mineralisierte Klüfte ohne die geringsten Spuren von Erz gefunden worden.

Das Alter des Stollens lässt sich nicht genau festlegen, doch dürfte er zu Beginn des 18. Jahrhunderts vorgetrieben worden sein, als der Bergbau nach dem Niedergang im 30jährigen Krieg wieder auflebte und dank der Initiative des Abtes Augustin Sengler viele alte Gruben wieder in Betrieb genommen wurden.

Nach der Durchquerung des Wildbachtales liegt gleich linker Hand ein umzäuntes Gebäude. Hier stand die ehemalige Schmelzhütte im Wildsbach.

Station 25: Schmelzhütte Wildsbach

Nach alten Berichten wurde hier schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts das Erz aus den Wildsbacher Gängen und aus dem Riggenbachgang verhüttet.

Zu jener Zeit unterstand der Bergbau noch dem Kloster St. Trudpert und damit auch die Verhüttungsanlage. Diese wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der badischen Regierung übernommen und ging erst nach der Gründung des Badischen Bergwerksvereins in dessen Privatbesitz über. Auch der Deutsch-Englische Bergwerksverein, der den gesamten Bergbau im Münstertal 1852 übernahm, verhüttete einen Teil der Erze noch in dieser Schmelze.

1865 kauften die Gebr. Mez aus Freiburg die noch bestehenden Gebäude und richteten eine Seidenspinnerei darin ein. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer, das Hauptgebäude wurde aufgestockt, die Nebengebäude abgerissen. Heute dient das Anwesen der Bundeswehr als Sanitätsdepot.

Die Verhüttung von Erz erforderte früher viel Geschick und reiche Erfahrung, damit kein Metall durch unsachgemäßes Vorgehen verloren ging. Zunächst musste das zerkleinerte Erz geröstet werden, d.h. aus dem komplex zusammengesetzten Mineralgemenge mussten in einem besonderen Ofen erst Schwefel und Arsen ausgetrieben werden.

Das derart vorbehandelte Erz wurde anschließend mit Holzkohle vermischt und in den Schmelzöfen verschmolzen, wobei sich das flüssige Metall von der ebenfalls flüssigen Schlacke trennte. In einem weiteren Arbeitsgang wurden dann auf dem sog. Treibherd Blei und Silber voneinander getrennt.

Station 26: Wuhrgraben

Zum Bewegen der Blasbälge, die dem Kohlenfeuer in den Schmelzöfen die nötige Luft zuführten, diente hier ein Wasserrad, das über einen etwa 500 m langen Wuhrgraben beaufschlagt wurde.

Diese Wuhr ist heute größtenteils verfallen, doch kann man ihre Reste noch an einigen Stellen gut erkennen, z. B. das Ende bei der Schmelze oder kurz vor dem Wogenbrunntal, wo der Kanal in einem Tunnel durch eine vorspringende Felsnase geführt wird. Bis zur Überquerung des Wogenbrunntals kann man die Höhenlage des Wuhrgrabens gut an der kleinen Hohlkehle erkennen, die meist nur wenig oberhalb des Wegniveaus in der Felswand verläuft.

Der Stollen, der direkt bei der ehemaligen Schmelze zutage tritt, folgt einer nur sehr dünnen Quarzader, die sich entgegen den Erwartungen nicht zu einem Gang veredelte. Der Stollen endet daher nach wenigen Metern. Eine kurze Strecke oberhalb der Schmelze befindet sich etwas über dem Wanderweg das Mundloch eines weiteren Stollens, der allerdings während des letzten Krieges angelegt wurde und als Luftschutzkeller diente.

Wo der Wuhrgraben zur Erhaltung des gleichmäßigen Gefälles auf einem kurzen Stück durch einen Stollen geführt wird, besteht die Möglichkeit, das hier anstehende Gestein genauer zu betrachten.

Station 27: Gneis

Dieses Gestein ist durch eine meist undeutliche bis feine Lagentextur gekennzeichnet. Im Querbruch erscheinen dann zahlreiche feinere oder gröbere Lagen, die sich in ihrer Farbe oder Korngröße voneinander abheben. Der Bruch in der Schieferungsebene lässt fast nur mehr oder weniger parallel angeordnete, glitzernde Täfelchen von Biotit, einem schwarzbraunen Glimmer, erkennen.

Im Gesamteindruck erscheint der Gneis grau, bei der Verwitterung geht die Farbe in ein lichtes bis kräftiges Graubraun über.

Der Gneis ist durch Metamorphose, d.h. Umwandlung aus archaischen Sedimenten hervorgegangen. Diese Sedimente, meist Grauwacken oder feldspathaltige Sandsteine, deren Alter mit über 500 Millionen Jahren veranschlagt wird, gerieten im Laufe der Zeit durch Absenkung in größere Erdtiefen, wo sie durch erhöhte Temperaturen und unter großem Druck umkristallisierten und ihre heutige Struktur erhielten.

 Infolge der großen Vielfalt in der Zusammensetzung der Sedimentgesteine, aus denen die Gneise gebildet wurden, haben auch die neu entstandenen Gesteine einen in weiten Grenzen schwankenden Mineralbestand. Das Hauptmineral der Gneise ist der Plagioklas, ein Natrium-Kalk-Feldspat, der mit 25 bis 60% vertreten ist. Ihm folgt der Quarz mit 15 bis 50%. Der Biotit erreicht meist Werte um 20%, seine Minimal- bzw. Maximalanteile liegen bei 1 bzw. 30%. Der Orthoklas, ein Kali-Feldspat, ist, wenn überhaupt, nur mit 1 bis 20% vertreten.

Zu diesen Hauptbestandteilen kommen häufig noch 1 bis 30% Cordierit sowie die fast stets vorhandenen „Akzessorien“ Apatit und Zirkon, die zusammen mit den ebenfalls häufig vertretenen „Erzen“ (Pyrit und Magnetit) jedoch kaum einmal mehr als 5% ausmachen. Weitere Minerale, die sich gelegentlich in geringer Menge im Gneis finden können, sind Sillimanit, Hornblende, Granat, Epidot und Graphit.

Der Wanderweg quert das Wogenbrunntal und führt weiter am Ufer des Neumagens entlang. Auch hier tritt der anstehende Gneis noch zutage, und wir erkennen an einem dieser Felsen zu unseren Köpfen eine glatte, flach liegende Bruchfläche. Eine solche Fläche bezeichnet man in der Geologie wegen ihres oft spiegelnden Glanzes als Harnisch.

Station 28: Harnisch

Diese Erscheinung beruht auf der gleitenden Bewegung zweier Gesteinspartien entlang einer Störung. Als Störung bezeichnet man in der Geologie eine Linie, an der Gesteine durch Bewegungen der Erdkruste gegeneinander verschoben wurden. Je nach Art und Richtung dieser Bewegungen und abhängig von dem Gestein, in dem sie stattfinden, entstehen klaffende Spalten, spiegelglatte Reibungsflächen, die Harnische oder Ruschelzonen, in denen das Gestein zunächst mechanisch zerbrochen wird, um anschließend unter dem Einfluss der Verwitterung noch weiter zu zerfallen.

Die Ursache für die Entstehung der Störungen sind meist großräumige horizontale und vertikale Verschiebungen in der Erdkruste. Sie wiederum werden hervorgerufen durch Bewegungen der Kruste auf dem Erdmantel, wodurch zunächst Spannungen entstehen, die sich entweder allmählich und unmerklich oder plötzlich in Form von Erdbeben lösen.

Auch im letzten Abschnitt des Wanderweges, wo der Berghang etwas flacher zum Neumagen abfällt, lassen Eindellungen im Hang und Wasseraustritte verstürzte Stollenmundlöcher vermuten, doch würden erst Nachgrabungen die Spuren von einem Bergbau aufdecken, von dem keine vergilbte Urkunde mehr berichtet und dessen Blütezeit und Niedergang schon längst vergessen und im Dunkel der Geschichte versunken sind.

Leopoldstollen in der Nähe des Besucherbergwerks Teufelsgrund (Foto vom Oktober 2025).

Infomaterialien

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Begleitheft zur Wandertour (vergriffen)

Führer zum geologisch-bergbaugeschichtlichen Wanderweg der Gemeinde Münstertal

Autor: H. Maus; Herausgeber: Gemeinde Münstertal, 3. Auflage 1993

Münstertal: Silberpfad im Teufelsgrund

Themenpfad für Familien mit Kindern, auf dem die spannende Geschichte des Silberbergbaus im Münstertal erzählt wird.

Als ideale Ergänzung zum Besuchsbergwerk Teufelsgrund bietet sich der Silberpfad rund um das Kaltwassertal an. Auf 15 Stationen erfährt man Spannendes aus der 1000jährigen Geschichte des Münstertäler Bergbaus.

Einzelne Stationen laden zum Mitmachen ein. So gibt es ein Kiesel-Memory im Kaltwasserbach oder einen Fernrohr-Detektiv auf der Suche mittelalterliche Bergbauspuren.

Wegbeschreibung

Ab Besuchsbergwerk der Ausschilderung zum Silberpfad folgen.

Dieser führt zunächst in den Kaibengrund, quert dann den Kaibengrundbach und läuft am Gegenhang oberhalb des ehemaligen Schwarzwaldhaus 1902 an den oberen Kaltwasserbach. Hier wurde ein Rastplatz angelegt, bei dem es auch einen Zugang in den Bach gibt.

Von dort über das Kaltwassersträßle vorbei an der Hofkäserei Glocknerhof (Hofladen!) und über einen Triftweg zurück zum Bergwerk.

Wegstationen
Station 1: Das Bergbaurevier
Station 2: Die Pulverkammer
Station 3: Verhau
Station 4: Gneis
Station 5: Der Leopoldstollen
Station 6: Verhaue am Schindler-Erzgang
Station 7: Die Bergleutesiedlung
Station 8: Halden
Station 9: Der Belchen
Station 10: Steine vom Belchen im Bach
Station 11: Bergbau heute
Station 12: Rittiwaldstollen
Station 13: St. Annastollen
Station 14: Die Giftgrube
Station 15: Eine Radstube?

Infomaterialien

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Münstertal

Faltblatt „Besucherbergwerk Teufelsgrund“

Murg: Vom Ruhestein oder Schliffkopf nach Rastatt

Murg: Vom Ruhestein oder Schliffkopf nach Rastatt

Die Murg entsteht aus den beiden Quellbächen „Rechtmurg“ (Quelle unterhalb des Schliffkopfs auf etwa 870 m ü. NHN)  und der „Rotmurg“ (Quelle unterhalb der Passhöhe Ruhestein = Rotmurgbrunnen). Dementsprechend gibt es zwei Touren mit unterschiedlichem Startpunkt.

Ab Baiersbronn verlaufen beide Touren auf der Strecke der „Tour de Murg„, die touristisch sehr beworben wird und bei entsprechender Witterung bzw. in der (Sommer)Ferienzeit auch sehr stark frequentiert ist.

Murg

Die Murg ist ein 80,2 km (mit Quellbach Rechtmurg) langer, südsüdöstlicher und orographisch rechter Nebenfluss des Rheins in den baden-württembergischen Landkreisen Freudenstadt und Rastatt. Sie fließt aus dem Nordschwarzwald in die Oberrheinische Tiefebene.

Verlauf

Das Murgtal ist eines der größten und tiefsten Täler des Schwarzwaldes (bis über 700 Meter) und verläuft generell nordwärts. Es trennt den niederschlagsreichen Hauptkamm des Nordschwarzwaldes mit der Hornisgrinde (1164 m) im Westen von waldreichen Buntsandsteinhochflächen im Osten.

Die Murg entsteht aus zwei größeren Quellbächen im westlichen Gebiet der Gemeinde Baiersbronn.

  • Unterhalb des Schliffkopfs auf etwa 870 m ü. NHN Höhe entsteht, etwas oberhalb des Murgursprungs, als Hauptquellbach die Rechtmurg.
  • Der andere, linksseitige Quellbach ist die Rotmurg, die unterhalb der Passhöhe Ruhestein (915 m) dem Rotmurgbrunnen (auch 915 m) entfließt und neben kleineren Stufen den Wasserfall Teufelsmühle bildet.

Ab der Vereinigung ihrer beiden Quellbäche auf etwa 595 m Höhe fließt die Murg südostwärts durch Mitteltal nach Baiersbronn, wo sie in die Richtung des von Süden einmündenden Forbachs einschwenkt. Ab hier folgen ihr gemeinsam die Bundesstraße 462 und die Murgtalbahn. Zunächst verläuft sie nordostwärts bis Klosterreichenbach, fortan aber nordnordwestwärts. In breitem Wiesental passiert sie die Orte Röt, Huzenbach und Schönmünzach. Nach einem siedlungsarmen, besonders gefällereichen Engbereich folgen in felsigem Abschnitt Forbach, Gausbach, Langenbrand und Au im Murgtal. In ihrem langsam breiter werdenden Tal liegen in dichter Folge die Orte Weisenbach, Hilpertsau, Obertsrot, Scheuern, die Stadt Gernsbach und schließlich Hörden. Zwischen nunmehr sanft ansteigenden Hängen verläuft die Murg nordwestwärts durch Ottenau, vorbei an der Industriestadt Gaggenau sowie an den Orten Bad Rotenfels, Oberndorf, Bischweier und Kuppenheim, wo sie die Oberrheinische Tiefebene erreicht. Hier unterquert sie die A 5 bei Niederbühl, bevor sie das Stadtzentrum von Rastatt umfließt. Unterhalb von Rheinau mündet die Murg bei Steinmauern auf etwa 110 m Höhe am Rheinkilometer 344,5 in den Rhein.

Auf französischer Seite mündet annähernd gegenüber die aus den Nordvogesen kommende Sauer.

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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Landkreis Rastatt

Broschüre „Tour de Murg“

Textquellen

Murrhardt: Die „Uranlagerstätte“ Murrhardt im Schwäbischen Wald

Von Bernd Laquai

30.07.2014, Update 06.10.2018

Es ist schon interessant, dass man in den Listen über die Uranvorkommen auf der Welt, herausgegeben vom IAEA bzw. der OECD, gleich neben den ganz großen Uranlagerstätten wie z.B. Cigar Lake in Saskatchewan oder Olympic Dam in Australien das Örtchen Murrhardt im Schwäbischen Wald findet (ca. 50km nördlich von Stuttgart).

Allerdings kann man in der lokalen Presse lesen, dass das Element Uran in der sonst eher landwirtschaftlich geprägten Gegend schon nicht ganz so unbekannt ist. Hintergrund war nämlich vor kurzem der Ärger um die Novellierung der Trinkwasserverordnung aus dem Jahre 2011, die es erforderlich machte, dass an etlichen Stellen in Murrhardts Wasserwerken spezielle Uran-Filter eingebaut werden mussten, weil bestimmte Brunnen in der Gegend (z.B. nach Angaben der Organisation Foodwatch) bis zum Dreifachen der neuen Grenzwerte von max. 10μg Uran pro Liter enthielten. Zudem bescheinigt ein Forschungsbericht des Kernforschungszentrums Karlsruhe aus dem Jahre 1985 dem Örtchen Murrhardt auch noch erhöhte Radonmesswerte in der Luft im Freien, wie sie sonst eher im Schwarzwald auftreten. Es gibt daher tatsächlich Indizien, die für eine gewisse Präsenz des umstrittenen Elements in der idyllischen Natur des schwäbischen Waldes in der Gegend um Murrhardt sprechen.

Wenn man sehr gründlich nachforscht, kann man schließlich auch den wahren Grund grob erahnen. Im Jahre 1974 nämlich war die Gegend das Ziel von umfangreichen Uranprospektionsarbeiten einer damals neu gegründeten Firma mit dem eindeutigen Namen „Urangesellschaft“ mit Sitz in Frankfurt am Main. Eines der Ziele dieses von der Bundesregierung stark geförderten Unternehmens war damals, die Rohstoffversorgung für die Kernbrennstoff-Herstellung in Deutschland sicherzustellen. In der Zwischenzeit ist diese Firma Teil des französischen Nukleartechnik-Großkonzerns Areva. Auf Grund der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Situation in Deutschland will sich heute in Murrhardt natürlich niemand mehr so recht an diese Zeit erinnern. Aber das Internet vergisst nichts so schnell, deswegen findet man doch noch so gewisse Anhaltspunkte für das Interesse dieser Gesellschaft an der Gegend um Murrhardt so zum Beispiel einen eindeutigen Artikel in der Zeitschrift „Die Zeit“.

Der Hintergrund für das Interesse der Uranprospektoren bestand in der geologischen Erkenntnis, dass das Sedimentgestein auch in der Gegend um Murrhardt ähnlich wie an den Hanglagen Stuttgarts einen gewissen Urangehalt hat, den man auch messtechnisch nicht allzu schwer nachweisen kann. Die Gegend um Murrhardt ist nämlich ebenfalls Teil des schwäbischen Schichtstufenland, genauer gesagt gehört sie zum sogenannten Keuperbergland. Der Keuper in dieser Gegend gliedert sich wiederum wie folgt:

Oberer Keuper (ko)

Rät

Mittlerer Keuper (km)

(km5) Knollenmergel

(km4) Stubensandstein

(km3) Obere und untere bunte Mergel, Kieselsandstein

(km2) Schilfsandstein

(km1) Gipskeuper

Unterer Keuper (ku)

Lettenkeuper

Der mittlere Keuper ist diejenige Gesteinsschicht, die im Bereich des Stuttgarter Talkessels bis über Murrhardt hinaus an der Oberfläche vorherrscht und die Böden prägt. Vor allem die mächtigen Sandsteinschichten sind typisch für die Gegend, von denen der feinsandige Schilfsandstein besonders häufig als Werkstein verwendet wurde, da man in ihn sehr leicht detailreiche Ornamente einarbeiten konnte, die heute noch an vielen älteren Hausfassaden sichtbar sind. Wesentlich für den Urangehalt dieser Böden ist die Tatsache, dass tonhaltige Sande mit den Wasserströmungen das gelöste Uran als sechswertiges Uranylion über weite Strecken transportiert haben (genauer gesagt aus dem Vindelizischen Land in der Urzeit). Sobald diese Gewässer in ein reduzierendes Milieu gelangten oder mit adsorbierenden oder ausfällenden Stoffen in Kontakt kamen, wurde das Uran wieder in eine 4-wertige Oxidationsstufe umgewandelt und dann ortsfest mit den sich über die Zeit verfestigenden Sand- und Ton-Sedimenten fixiert. Dies ist der Grund warum vor allem die tonhaltigen Sandsteine in der Gegend einen deutlich erhöhten Urangehalt aufweisen. Und dieser stand eben im Interesse der Uranprospektoren als noch fieberhaft in Deutschland nach Uran gesucht wurde. Wahrscheinlich war es schließlich die politische Bedeutung der prospektierenden Firma, die dafür sorgte, dass Murrhardt relativ schnell als aussichtsreiche Uranlagerstätte in die Datenbank der IAEA und OECD gelangte.

Offensichtlich aber war das eigentliche Ergebnis der Prospektionsarbeiten am Ende doch nicht ganz so üppig, so dass die Urangesellschaft schnell das Interesse an der Gegend verlor und sich eher um Ressourcen im Ausland kümmerte. Vermutlich ging damit auch der bittere Kelch an dem Städtchen Murrhardt recht schnell vorüber und Zustände, wie sie seinerzeit im Krunkelbachtal bei Menzenschwand vorherrschten, blieben der hiesigen Bevölkerung erspart.

Da sich die Halbwertszeit für den Zerfall von Uran aber doch über mehrere Milliarden Jahre hinzieht, kann der interessierte Wandersmann immer noch, mit einem guten Geigerzähler ausgestattet, auf den Wegen der Prospektoren wandeln und deren Ergebnisse einigermaßen originalgetreu nachmessen. Dazu bietet sich vor allem eine Wanderung durch die landschaftlich sehr schöne und geologisch hoch interessante Hörschbachschlucht mit ihren Wasserfällen an. Die messbaren Werte für die Ortsdosisleistung sind zwar dort nicht allzu hoch (der Flossenbürger Granit auf der Stuttgarter Königstraße erzeugt bessere Strahlungswerte) aber die Tatsache, dass man eine deutliche Veränderung erkennen kann vom Ort Murrhardt im Tal mit anfangs sehr niedrigen Werten und danach entlang der Schlucht mit zum oberen Drittel hin deutlich zunehmenden Werten und schließlich einem abrupten Abfallen am Hang oberhalb der Schlucht, das macht die Sache doch immer noch recht spannend. Da man auf dem Weg durch die Schlucht auch praktisch alle Gesteinsschichten des mittleren Keupers durchquert, was man an den Gesteinsabbrüchen an den Felswänden sehr schön beobachten kann, ist es möglich das Gesteinsprofil bzw. das Höhenprofil dem Strahlungsprofil zuzuordnen. Damit erkennt man schließlich, dass ein deutliches Maximum der Ortsdosisleistung im Übergangsbereich des Schilfsandsteins zu den unteren bunten Mergelschichten liegt.

Dieses Ergebnis unterstreicht schließlich auch den Befund aus der Landeshauptstadt Stuttgart, wo man einerseits ein gewisses Radonproblem auf den Sandsteinböden des Killesberg entdeckt hat und anderseits eine deutliche Erhöhung der Ortsdosisleistung im Bereich des alten Schilfsandsteinbruchs der Karlshöhe erkennen kann.

Damit steht nun endgültig fest, dass es im Keuperbergland um Stuttgart einen erhöhten Gehalt an Radionukliden im Gestein aufweist und man darf gespannt sein, was die Tunnelbohrungen des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ diesbezüglich noch ans Tageslicht bringen werden. Das radioaktive Gas Radon könnte jedenfalls dabei sein. Und damit könnte es dann vielleicht sogar die Landeshauptstadt Stuttgart noch schaffen in die berühmte Liste der stolzen Uranlagerstätten zu gelangen.

© Bernd Laquai

Ein Ausflugstipp von der Webseite opengeiger.de

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Infomaterialien

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Bernd Laquai

Die „Uranlagerstätte“ Murrhardt im Schwäbischen Wald  (Originalbeschreibung)

Radioaktivität

Messverfahren

Radon

Laufenburg (CH): Flößerweg nach Stilli

Musbach: Schickhardts Flößerweg

Der bekannte Württembergische Hofbaumeister Heinrich Schickhardt (* 5. Februar 1558 in Herrenberg; † 14. Januar 1635 in Stuttgart) plante nicht nur Städte, Kirchen und Schlösser, sondern auch Einrichtungen im Bereich der Wassertechnik.

Er baute Brücken und Mühlen und überprüfte Flüsse und Bäche auf Schiff- und Flößbarkeit. Um das Jahr 1607 untersuchte er den Stockerbach (Musbach) und Kübelbach (Hallwangen) auf Flößbarkeit.

An diesen Bachabschnitten hat Schickhardt nachweislich Untersuchungen über die Bachverläufe angestellt und dies in einer Skizze festgehalten. Hintergrund hierfür war wahrscheinlich der Transport von Buchen aus dem Weiler Wald in Richtung Stuttgart.

Infomaterialien

Schickhardts Untersuchungsbericht

… auf der Webseite des Gemeinde Musbach

Musée Français du Pétrole

Merkwiller-Pechelbronn ist eine kleine, ländlich geprägte Gemeinde im Nordelsass (Département Bas-Rhin), ungefähr 900 Einwohner.

Wenn man ohne weitere Kenntnisse zum ersten Mal in den Ort kommt oder möglicherweise sogar nur zufällig mit dem Auto durchfährt, dann wird man diesen Flecken Erde nicht unbedingt in Erinnerung behalten. Warum auch.

Wer aber genauer hinschaut, der entdeckt den einen oder anderen Wegweiser, der auf einen „Puit“ als lokale Sehenswürdigkeit hinweist. Und dann finden sich hier und da, wie aus dem Nichts sich erhebende Hügel, die so gar nicht in das normale Landschaftsbild passen. Eine Landschaft, die zwar auch sehr hügelig ist, aber irgendwie auf eine andere Art, sanfter und weitläufiger.

Aber am auffälligsten sind wohl diese stählernen Pferdeköpfe, die bewegungslos an der einen oder anderen Straße stehen, z.B. bei der evangelischen Kirche, gegenüber der Grundschule.

Daneben ein unscheinbares Gebäude mit der Aufschrift: Musée du Pétrole. Das Museum hat eine eigene Webseite, dort liest man sogar „Musée Français du Pétrole“.

Ganz schön dick aufgetragen, oder?

Das „Musée Français du Pétrole“ im August 2023.

Ganz und gar nicht. Das Französische Erdölmuseum trägt seinen großen Namen zurecht und steht genau dort, wo es hingehört: In der Wiege der europäischen Erdölindustrie.

In Merkwiller-Pechelbronn war das Zentrum einer Erdölindustrie, die zwischen 1735 und 1964 den Ort und seine Umgebung über einen Zeitraum von 230 Jahren maßgeblich prägte.

Im Ort entstand mit der Erdölraffinerie Merkwiller (oder Erdölraffinerie Pechelbronn) die weltweit erste großtechnische Anlage zur Erdölaufbereitung.

Von den heute bewegungslosen Pferdeköpfen gab es in der näheren und weiteren Umgebung von Merkwiller-Pechelbronn ursprünglich einmal um die 2.850 aktive „Artgenossen“. Genauer gesagt handelt es sich um sogenannte Gestängetiefpumpen, dem Aussehen wegen umgangssprachlich auch Pferdekopfpumpen genannt. Diese bewegten mit monotonen, nickenden Bewegungen, eine an einem tiefen Gestänge befestigte Kolbenpumpe über ein Seil permanent auf und ab, um so im Untergrund vorhandenes Erdöl nach oben zu fördern.

Neben der konventionellen Erdölgewinnung im Bohrbetrieb war aber v.a. auch die bereits ab 1735 praktizierte bergmännische Gewinnung der Erdöls im Schachtbetrieb von großer und auch landschaftsprägender Bedeutung.

Bei den fremd anmutenden Hügeln in und um den Ort handelt es sich um Abraumhalden (terriles) der zweiten bergmännischen Abbauphase von 1917 bis 1954. In dieser Zeit wurden in acht Gruben (Puit I bis Puit VIII) bis zu 400 m Tiefe Schächte angelegt und Stollenanlagen mit einer Gesamtstrecke von 430 km vorgetrieben.

Dieser immense Aufwand wurde betrieben, um in einem Zeitraum von 230 Jahren insgesamt ca. 3,3 Millionen t Erdöl zu fördern.

Eine gewaltige Zahl, oder?

Die Erdölvorkommen im gesamten Oberrheingebiet und die Menge des dort bisher (und heute wieder) geförderten Erdöls sind im weltweiten Vergleich verschwindend gering.

So wurde die im Erdölfeld Merkwiller-Pechelbronn in 230 Jahren geförderte Ölmenge, in Kuwait im Jahr 2020 innerhalb nur einer Woche gefördert!

    Aber was bleibt ist, Merkwiller-Pechelbronn war und ist, nicht nur für die europäische Erdölindustrie, ein historisch wichtiger und sehr bedeutender Ort.

      1734 führte J. T. Hoeffel erste Detillationsversuche durch.

      1813 teufte die Companie Le Bel et Cie. im Kutzenhausener Wald die weltweit erste Prospektionsbohrung auf Erdöl ab.

      Im 19. Jahrhundert wurde in Merkwiller die weltweit erste großtechnische Erdölraffinerie errichtet.

      1927 führte in Dieffenbach-les-Woerth eine Arbeitsgruppe um die Gebrüder Schlumberger die weltweit erste geoelektrische Bohrlochmessung durch.

      All dies und vieles mehr macht den Ort zu einer einzigartigen Besonderheit, zu einem Ort, der in Erinnerung bleiben sollte.

      … und genau das ist das Vermächtnis des Vereins der Freunde des Erdölmuseums von Pechelbronn, dem im Jahr 1984 der Betrieb des 1967 gegeründeten Museums übertragen wurde.

      Das Museum plant 2024 einen Umzug innerhalb des Ortes in größere Räumlichkeiten. An einen Ort mit besonderer Historie, nämlich auf das ehemalige Grubengelände „Clémenceau“, direkt an der Rue Hattenweg am westlichen Ortsausgang in Richtung Preuschdorf.

      Nagold: Stadtökologisch-geographischer Lehrpfad

      Der stadtökologisch-geographische Lehrpfad informiert über das Zusammenwirken von Mensch, Natur und Technik.

      Auf dem Pfad wird an 15 Stationen darauf eingegangen mit den Themen Geologie, Lage, Energie, Bäume, Fluss und Niederschlagswasser, Hecken, Stadtmauer, Stadtentwicklung, Fassadenbegrünung, Klima, Grüne Wege, Vögel, Verkehr, Bauen, Wald, Naturschutz und ökologischer Fußabdruck.

      Infomaterialien

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      Nagold

      Broschüre „Stadtökologisch-geographischer Lehrpfad“

      Textquellen

      Keine Textquellen vorhanden.

      Murg: Vom Ruhestein oder Schliffkopf nach Rastatt

      Nagold: Von Urnagold nach Pforzheim

      Bei der Tour handelt es sich um den touristisch beworbenen Nagoldtal-Radweg, der Teil des Radweges „Heidelberg – Schwarzwald – Bodensee“ ist und am Fluss Nagold entlang führt.

      In der Nähe von Seewald-Besenfeld im Schwarzwald findet sich die Quelle der Nagold. Nachdem sie in Seewald-Erzgrube angestaut wurde, geht ihr Lauf weiter durch Altensteig vorbei an Forellenteichen und an einer historischen Flösserstube zur großen Kreisstadt Nagold.

      Von Wildberg führt der Weg ins malerische Seitzental, weiter zur Station Teinach und danach in die Hermann-Hesse-Stadt Calw. Die nächste Rast kann man in den historischen Klosteranlagen von Hirsau einlegen, bevor eine traumhafte Strecke von Bad Liebenzell über Unterreichenbach zur Zielstadt Pforzheim führt.

      In Pforzheim mündet die „Nagold“ in die „Enz“.

      Nagold

      Die Nagold ist ein 90 Kilometer langer Fluss in Baden-Württemberg und Namensgeberin der Stadt Nagold. Sie fließt im Pforzheimer Stadtzentrum von Süden in die kleinere Enz.

      Verlauf

      Die Nagold durchströmt vor allem den Schwarzwald. Um die Stadt Nagold herum (zwischen Rohrdorf und Pfrondorf) fließt sie durch das Heckengäu. Am Pforzheimer Kupferhammer tritt sie in das Pforzheimer Enztal ein, das wie das Heckengäu ebenfalls zum Naturraum der Gäulandschaften zählt.

      Die Nagold wird nach Konvention als Nebenfluss der Enz angesehen. Sie führt jedoch am Zusammenfluss mehr Wasser als der Enz-Oberlauf, ist fast um den Faktor 2 länger als dieser und hat ein etwa um den Faktor 3,5 größeres Einzugsgebiet. Über sie verläuft also hydrographisch der Hauptstrang des Enz-Nagold-Systems. Die obere Enz besitzt jedoch das breitere Tal und behält ihre Fließrichtung bei.

      Die Nagold zieht im Oberlauf bis Nagold überwiegend in östliche und südöstliche Richtung. In der Stadt Nagold vollzieht sie dann beinahe eine Kehrtwende, um danach bis Pforzheim vor allem in nördliche Richtung zu fließen. Die Nagold hat zahlreiche Schleifen gebildet, so bei Pfrondorf (Bettenberg), in Wildberg, beim Hof Waldeck (Schlossberg, mit Ruine Waldeck), bei Tannenberg (Rudersberg, mit Ringwall). In Weißenstein liegt ein Ortsteil auf einem kleinen Umlaufberg mit aufgegebener Schleife.

      Die Quelle der Nagold ist eine als Nagoldursprung bezeichnete Quelle bei Urnagold (Gemeinde Seewald, Gemarkung Besenfeld). Bereits nach wenigen Kilometern, bei Erzgrube, ist die Nagold zur Nagoldtalsperre aufgestaut. Bis zur ersten Stadt, Altensteig, ist das Nagoldtal überwiegend unbesiedelt. Vor Rohrdorf verlässt die Nagold den Schwarzwald, vollzieht zu Füßen der Ruine Hohennagold ihre große Richtungsänderung und tritt nördlich von Pfrondorf wieder in den Schwarzwald ein.

      Die Nagold passiert nun die oben genannten Umlaufberge sowie als wichtigste Orte Wildberg, Calw, Hirsau und Bad Liebenzell. Zwischen Dillstein und Pforzheim verlässt die Nagold den Schwarzwald und fließt in der früheren Pforzheimer Altstadt von rechts und von Süden mit der Enz zusammen, die, in östlicher Richtung strömend, bei Besigheim in den Neckar mündet.

      Textquelle: Wikipedia

      Infomaterialien

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      Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald

      Broschüre „Nagoldtal-Radweg“

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      Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald

      Broschüre „Sehenswürdigkeiten entlang des Nagoldtal-Radweges“

      Textquellen

      Nagold: Zwischen Meer und Wüste

      Diese GeoTour macht mit ihren vielen Erkundungsaufgaben und Forschungsfragen das Thema „Steine und Geologie“ zum spannenden Outdoor-Erlebnis.Die GeoTour Nagold „Zwischen Meer und Wüste“ bietet für Groß und Klein eine unterhaltsame Wanderung am Schloßberg-Hang entlang.

      Hauptthemen

      Bausteine in der Altstadt, Flüsse, Quellen, Landschaft

      Weitere Themen

      Burgenstandorte und Plattensandstein werden auf diesem Weg spielerisch erlebbar gemacht.

      Es gibt keine Infotafeln im Gelände! Alle Texte und Bilder finden Sie in der Broschüre.

      Infomaterialien

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      GeoTour Nagold

      Begleitbroschüre „Zwischen Meer und Wüste“

      Neckargerach: Margaretenschlucht

      Eine Reise durch die Erdgeschichte, auf der man die landschaftlichen Geheimnisse des Neckartals und rund um die Sandstein-Schlucht erfährt.

      Ausblicke über das Flusstal, die atmosphärische Stimmung in der Schlucht, die markanten Felswände und die charakteristische Vegetation sorgen für atemberaubende Augenblicke.

      Es wird empfohlen, die Tour bei trockener Witterung zu wandern, denn die Schlucht mit alpinem Charakter kann bei Regen rutschig und unbegehbar sein.

      Zwei „Waldsofas“ mit Ausblick übers Neckartal an der „Zeitstation Gegenwart“, der letzten Tafel am Gickelsfelsen, lädt zu einer Ruhepause und zum Entspannen ein.

      Wegstationen
      Station 1: Zeitreise
      Station 2: Pangäa
      Station 3: Versteinerte Strömung
      Station 4: Neckartal
      Station 5: Erosion
      Station 6: Reih der Farne
      Station 7: Tal der Feuersalamander
      Station 8: Schichtstufen
      Station 9: Flussgeschichte
      Station 10: Zeitstation Gegenwart

      Infomaterialien

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      Neckargerach

      Faltblatt „Der Margaretenschlucht-Pfad in Neckargerach“

      Textquellen

      Touristikgemeinschaft Odenwald e.V.

      Neresheim: Geologisches Musterländle Härtsfeld

      Spannende Einblicke in das Thema Geologie-Wasser-Karst erwarten uns auf der 11 km langen Rad- oder Wandertour, die man von Mai bis Oktober an ausgewählten Sonn- und Feiertagen mit der Härtsfeldschättere wieder zurücklegen kann.

      Vom Judengumpen in Neresheim radeln wir an der Egau entlang zum Härtsfeldsee und weiter nach Dischingen. Fünf Thementafeln informieren über die Geologie des Härtsfelds. Die Tour endet an der Buchbrunnenquelle der Landeswasserversorgung in Ballmertshofen.

      Infomaterialien

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      Neresheim

      Begleitbroschüre „Geolgisches Musterländle Härtsfeld“

      Neubeuern: Geotop-Wanderweg

      Wegstationen
      Station 1: Grabstätte Familie Niedermayr

      Die Grabstätte des ehemaligen und sehr bedeutenden Schiffsmeister- und Mühlsteinbruchbesitzers Johann Niedermayr befindet sich im Altenbeurer Friedhof. Das Grabmal steht vor dem Haupteingangsportal der Altenbeurer Kirche zur rechten Seite.

      Station 2: Kriegerdenkmal

      Auf der Ostseite der Kirche befindet sich ein Kriegerdenkmal. Der Stein, an dem die Gedenktafeln angebracht sind, stammt aus dem Altenbeurer Bürgl. 

      Wandern Sie nun ostwärts weiter zum Mühlsteinbruch.

      Station 3: Mühlsteinbruch in Hinterhör

      Der Mühlsteinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Eine Besonderheit ist, dass dieses Geotop von Menschenhand ge- schaffen ist.

      Auf unserer Internetseite können Sie sich ausführlicher über den Mühlsteinbruch informieren.

      Der Weg führt nun ein kleines Stück zurück. Vor dem Friedhof in Altenbeuern biegen Sie rechts ab, nach ca. 200 m führt ein schmaler Weg nach rechts aufwärts zum „Bürgl”.

      » Mühlsteinbruch Altenbeuern/Hinterhör

      Mühlsteinbruch Hinterhör

      Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden bei Hinterhör Sandsteine des Helvetikums per Hand als Mühlsteine abgebaut. Sie fanden im weiten Umkreis als Unter- bzw. Bodensteine in den Mühlen Verwendung. Noch heute ist der Steinbruch mit seinen charakteristischen Abbauspuren ein eindrucksvolles Denkmal der Wirtschafts- und Technikgeschichte im Raum Neubeuren.

      Die Helvetikum-Zone

      Im Zuge der Alpenentstehung kam es in der Kreide- und Tertiärzeit in Folge des Zusammenstosses der europäischen und der adriatischen Platte zu einer starken Einengung der Gesteinsschichten. Dabei zerbrachen Gesteinspakete und wurden als tektonische „Decken“ großräumig übereinandergeschoben. In Oberbayern bilden die tektonischen Decken der kalkalpinen Zone die morphologisch auffallenden Bayerischen Hochalpen. An ihrem Nordrand werden sie von landschaftlich oft nicht sehr deutlich in Erscheinung tretenden weiteren tektonischen Baueinheiten, der Flysch- und der Helvetikum-Zone begleitet. Die Ablagerungen bei Neubeuren gehören zur Helvetikum-Zone, die in Oberbayern nur in einem sehr schmalen Streifen vorkommt.

      Ihren Namen erhielt sie aus den Schweizer Alpen, da diese tektonische Einheit nach Westen im Allgäu und Vorarlberg immer breiter und höher wird und schließlich in der Schweiz („Helvetia“) ein großes Gebiet einnimmt.

      Als Hauptgesteine des Helvetikums findet man Kalk- und Mergelsteine, die von Sand- und Siltsteinen unterbrochen sind. Die Serie ist am Südrand des europäischen Kontinents in einem flachen Schelfmeer entstanden. Bei Neubeuren aufgeschlossene Gesteine wurden in der obersten Kreide und im Alttertiär abgelagert.

      Mühlsandstein von Hinterhör

      Ein unübersichtlicher Schuppenbau und eine sich auf engem Raum rasch ändernde Gesteinsausbildung lassen eine Rekonstruktion der genauen Ablagerungsverhältnisse des Helvetikums bei Neubeuren nur schwer zu. Als Ablagerungsbereich vermutet man ein von Inseln durchsetztes Flachmeer. In dieses mündeten vom Festland Flüsse, die bereichsweise Sandfächer bildeten, während daneben gleichzeitig Kalksteine entstanden. Ein Beispiel für eine derartige lokale Sandschüttung stellt der Mühlsandstein dar, der hier im Steinbruch Hinterhör drei Jahrhunderte lang abgebaut wurde. Nur bei Hinterhör erreicht er eine Mächtigkeit von 28 Metern, bereits im Steinbruch von Altenbeuren weist er nur noch acht Meter Mächtigkeit auf, in anderen Aufschlüssen ist er vollständig durch kalkreichere Gesteine ersetzt.

      Der Mühlsandstein ist ein grauer mittel- bis grobkörniger Sandstein aus gut gerundeten Quarz- und Feldspatkörnern, die mit kalkigem Bindemittel verkittet sind. Im frischen Zustand erwies sich der Stein als überaus zäh und hart und war daher als Mühlstein sehr begehrt. Da die Sandsteinschicht im Bruch steil nach Süden einfällt, bildet sie einen Überhang, der durch den Abbaubetrieb noch weiter ausgehöhlt wurde.

      Abbau der Mühlsteine

      Der Steinbruch Hinterhör wurde 1572 „aufgeschlagen“, bis 1860 wurden dort Mühlsteine gewonnen. Mathias Flurl schilderte 1792 in seiner „Beschreibung der Gebirge von Baiern und der Oberen Pfalz“ die spezielle Technik, derer sich die Arbeiter beim Abbau der Mühlsteine von Hand bedienten:

      „Die Gewinnung derselben ist für die dasigen Arbeiter sehr mühsam und gefährlich, und wenn ihnen nicht ein sehr einfaches Mittel bey Sprengung dieser Steine herrliche Dienste leistete, so wären sie kaum im Stande, die Stücke groß genug vom Platze zu bringen. Wenn sie nämlich mit dem Eisen einen hinlänglich tiefen Schram in das Gebirg gebrochen haben, so treiben sie hölzerne Keile indenselben, und beschütten sie solange mit Wasser, bis das aufgeschwollene Holz den Felsen unter einen fürchterlichen Krachen von einander sprengt.“

      Vor dem Abtransport wurde der Stein noch behauen und mit dem Achsloch versehen. Danach folgte der äußerst mühsame Transport der schweren Steine zum Inn, wo sie auf Plätten verladen wurden. Die nahe Lage zum Fluss, auf dem die Steine verschifft und damit gehandelt werden konnten, ermöglichte dem Mühlsteinbruch Hinterhör ein fast 300jähriges Bestehen.

      Die Bearbeitungsspuren der Rundlinge sind heute noch deutlich an der Wand des Mühlsteinbruch zu erkennen und so präsentiert sich der aufgelassenen Steinbruch als eindrucksvolles Denkmal der ehemaligen Mühlsteingewinnung.

      Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

      Station 4: Das Bürgl

      Das Bürgl war ein Steinbruch mit besonderen geologischen Funden. Man fand dort Tausende versteinerte Austern, die heute noch deutlich an den Felswänden zu erkennen sind. Zu späterer Zeit wurde aus dem Steinbruch ein Schießstand der Altenbeurer Schützen. 

      Die Theatergemeinschaft Neu- und Altenbeuern benutzt heute diese bedeutende Naturkulisse und veranstaltet auf einer Freiluftbühne Theateraufführungen.

      Wandern Sie nun Richtung der Dorfstraße Rohrdorf–Neubeuern und gehen dort, an der Kreuzung angekommen, rechts ca. 200 m auf dem Gehweg entlang.

      Station 5: Findling am Eckbichl (Geiger Hölzl)
      Auf der linken Straßenseite, auf dem bewaldeten Hügel (ehemaliger Steinbruch), entdeckt man einen Gneisfindling, der mit aller Wahrscheinlichkeit vom Inngletscher auf diesen Steinbruch abgelegt wurde. Dieser Gneisfindling stammt vom Malojapass (Innursprung). Diese geologische Formation ist einmalig in Süddeutschland!
      Über das Eckbichl, Am Graspoint die Hepfengrabenstr. und den Schwemmerweg kommen Sie zum Zugang zur Wolfschlucht.
      Station 6: Die Wolfsschlucht am Schlossberg

      Die Wolfsschlucht ist ein bedeutender Steinbruch, dessen südliche Wand während Abbauarbeiten einstürzte. Der Wanderweg führt nun unter diesem Felssturz hindurch. Für den Abbau von Wetz- und Schleifsteinen wurde ein Stollen oberhalb der Geige Richtung Westen eingetrieben. Die Spuren von den Gerüstenstollen sind heute noch in der nördlichen Wand gut zu erkennen. Verewigt hat sich der damalige Pächter Johann Auer mit einer gemeißelten Signatur in der Mitte der nördlichen Felsswand.

      Am Ende der Wolfsschlucht gehen Sie an den beiden Gebäuden vorbei und biegen an der Kreuzung am Neubeurer Berg links auf die Straße zum Marktplatz ein. Direkt nach dem Münchner Tor gehen Sie rechts vor der Apotheke vorbei. Nach ca. 20 m sehen Sie links unsere nächste Geotop-Station. Die „Rote Wand”.

      Beschreibung LfU Bayern:

      Im nördlichen Teil des Schlossbergs von Neubeuern steht Südhelvetikum in einer Muldenstruktur an.
      Zwischen Grünsandsteinen der Fackelgraben-Subformation („Schmalflözäquivalente“) stehen Alveolinen-
      Schichten und im Muldenkern Nummulitensandsteine der Frauengrube-Subformation („Roterzschichten“)
      an. Die Wolfsschlucht liegt am Nordflügel dieser Mulde. Sie ist eine Pinge des jahrhundertelangen,
      ursprünglich untertägigen Abbaus von Schleifsteinen aus dem Grünsandstein der Fackelgraben-
      Subformation, der an der Nordseite der Schlucht noch ansteht. An der Südseite sind Alveolinen-Schichten
      aufgeschlossen, die zur Verwendung als Baustein abgebaut wurden.

      Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

      Station 7: Die "Rote Wand" am Marktplatz

      Ein markanter roter Sandsteinfelsen fällt am Rande des Marktplatzes auf.

      Beim Umbau des ehemaligen Glaserwirtssaales wurden Tonscherben aus der späten Bronzezeit und aus der Keltenzeit gefunden. Erst im 12. Jahrhundert nach Christus entstanden auf der Ostseite Holzhäuser, angelehnt an die mächtige rote Wand. 

      Heute kann man nur noch die steilen Felswände in ihrer ganzen Ausdehnung im Westen der Torwand bewundern und dabei die Tätigkeit des Gletschers direkt am Stein verfolgen. 

      Im 19. Jahrhundert gab es oft Steinschläge von der Roten Wand, sodass die Felsen des westlichen Teiles der Rotwand auf staatliche Veranlassung abgetragen wurden. Deshalb ist heute die schmale Kleine Felswand mit sehr porösem Gestein im Westen arg verkleinert.

      Nach diesen einschneidenden menschlichen Eingriffen führten die Rote Wand und die Kleine Felswand ein stilles Dasein.

      Station 8: Der Haschlberg

      Am Haschlberg befand sich ein ehemals großer Steinbruch, bei dem ein Damm zum später verbauten Inn gebaut und das Material auf Gleisloren transportiert wurde. Am Steinbruch Haschlberg wurden sehr schöne Nummuliten, Haifischzähne und andere Versteinerungen gefunden. Gleich am oberen Treppenende begrüßt Sie ein Steinblock mit dem für Neubeuern typischen Haberkörndlstein.

      Der Haschlberg ist ein wunderbarer Aussichstpunkt, von dem aus Sie an fönigen Tagen bis hin zu den Zentralalpen die Gletscherberge sehen können.

      Infomaterialien

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      Streifzüge Technik

      Broschüre „Mühlsteinbrüche im Inntal“

      Neubulach: Fledermauspfad am Bergwerk

      Der Fledermauspfad führt vom Mundloch des Hella-Glück-Stollens über den „Arbeitsdienstweg“ zum Mundloch des Wasserstollens. Von dort geht es auf einem alten Wanderpfad entlang des Ziegelbachtales zurück zur Stollenklause.

      Mehrere Schautafeln entlang des Wanderweges informieren über den alten Bergbau und vor allem über den Lebensraum und die Lebensweise der einheimischen Fledermäuse.

      Der Pfad ist bei fast jedem Wetter ein Erlebnis und aufgrund der Nähe zum Ziegelbach vor allem für Kinder geeignet. Aufgrund der Wegbeschaffenheit und der beiden Bachquerungen ist der Rundweg jedoch nicht für Kinderwagen geeignet. Gummistiefel sind vorteilhaft.

      Infomaterialien

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      Neubulach

      Fledermauspfad am Bergwerk – keine Infomaterialien vorhanden!

      Neubulach: Kilians Erzweg

      Der „Kilians Erzweg“ führt Klein und Groß auf einem bergmännischen Themenpfad durch Neubulach bis zum Bergwerk und erzählt an diversen Thementafeln über die Geschichte des Bergbaus.

      Schächte und Gänge unter Neubulach werden durch Tafeln übertage dargestellt.

      Der Knappe Kilian führt die Besucher durch Neubulach.

      Diesen Knappen gab es wirklich. Er hat um 1720 in Neubulach im Bergbau gearbeitet.Kilian erklärt kindgerecht die einzelnen markanten bergbaulichen Stellen in Neubulach. Auf den Tafeln wird auch der Stadtplan dargestellt, damit die Besucher sich orientieren können.

      Der Pfad führt durch den historischen Ortskern von Neubulach entlang des früheren Bergbaus bis zum Besucherbergwerk. Die erste Thementafel finden Sie am Parkplatz vor der Firma Duss.

      Infomaterialien

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      Neubulach

      Kilians Erzweg – keine Infomaterialien vorhanden!

      Neubulach: Über Ritter und Bergleute

      Die Tour führt unweit der mittelalterlichen Bergwerksstadt Neubulach vorbei an zahlreichen Highlights für die ganze Familie.

      Die Grube Hella-Glück diente bis zu ihrer Stilllegung der Silber-, Kupfer- und Azurit- Gewinnung. Heute kann man beim Besuch der Stollen- und Erzgänge in die mittelalterliche Bergwelt eintauchen.

      Am Fledermauspfad finden Sie zahlreiche Informationen zu diesen besonderen Waldbewohnern. Der Mischwald wesit eine besondere Artenvielfalt auf und ermöglicht immer wieder Ausblicke in das Nagoldtal und die Höhen des Nordschwarzwaldes.

      Auf dem Reinhardsfelsen, in einer Flussschleife hoch über der Nagold, liegt die Burgruine Waldeck. Die Hauptburg mit Teilen des Bergfrieds und der Schildmauer, Zwingeranlagen, und Graben ist gut erhalten und lädt zum Verweilen ein. Wer auf diesen Abstecher verzichten möchte findet alternativ an Geigerles Lotterbett oder am Rastplatz Wasen schöne Pausenplätze.

      Die zweite Teil der Tour führt auf dem sonnigen Randweg, zwischen Wald, Feldern und Streuobstwiesen, wieder zurück nach Neubulach.

      Tipp

      Erlebe die Welt der Bergleute und mache kurz vor Ende der Wanderung eine Führung im Besucherbergwerk! Auf gut ausgeleuchteten Wegen begleitet ein Führer die Gäste zur Azurithöhle und zu einer bunten Erzwand mit 36 verschiedenen Mineralien im „Hella-Glück“ Stollen.

      Infomaterialien

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      Neubulach

      Wegbeschreibung „Über Ritter und Bergleute“

      Textquellen

      Webseite „Schwarzwald Tourismus“

      Lembach (F): Dichterweg

      Neuenbürg: Auf historischen Wegen und Pfaden

      Auf dieser Rundwanderung vom Bahnhof Neuenbürg hinauf auf die Schwarzwaldhöhen über dem Enztal erkunden wir kulturhistorische Sehenswürdigkeiten in und um Neuenbürg.

      Die Kelten besiedelten bereits im 5./4. Jh. v. Chr. die Region um Neuenbürg an der Enz. Während der keltischen Eisenzeit befand sich auf dem Schlossberg eine befestigte Siedlung.

      Beim zwei Kilometer entfernten Ortsteil Waldrennach stießen Archäologen auf keltische „Rennöfen“. Hier in den Wäldern betrieben die Kelten den ältesten Bergbau auf Eisen im süddeutschen Raum.

      Erzabbau und Verhüttung in Neuenbürg sind sogar seit dem 7./6. Jh. v. Chr. nachweisbar. Ein Bergbaugeschichtlicher Lehrpfad vermittelt Informationen zu Geologie, Archäologie und Bergbaugeschichte rund um Neuenbürg: vom Bahnhof aus verläuft der „Spectaculum-Ferrum-Pfad“ (Markierung: Schlägel und Eisen) über den Schlossberg und vorbei an stillgelegten Bergwerksanlagen zum Besucherbergwerk Frischglück.

      Höhepunkt ist die Besichtigung der „Frischglück-Grube“, die Teil der historischen „königlich-württembergischen Eisenerzbergwerke“ war. Zur Förderung der experimentellen Archäologie wurde beim Besucherbergwerk ein Rennofen nachgebildet.

      Das größte Eisenerzvorkommen im Schwarzwald

      Im Raum um Neuenbürg konzentrieren sich an tektonischen Störungszonen Erzgänge mit reichen Eisen- und Manganerzvorkommen. Es handelt sich um das größte Eisenerzvorkommen im Schwarzwald. Die Erze bildeten die Grundlage eines Bergbaus, der in Neuenbürg vor allem im 18. und 19. Jahrhundert seine letzte Blüte erlebte. Führungen im Besucherbergwerk „Frischglück“ informieren über die Thematik.

      Dass schon der vorgeschichtliche Mensch in das landwirtschaftlich unergiebige Buntsandsteingebiet des Nordschwarzwaldes vorgedrungen ist, galt lange als undenkbar. Doch wurde schon um 1930 entdeckt, dass während der keltischen Eisenzeit (Frühlatènezeit, circa 5. Jahrhundert v. Chr.) auf dem Schlossberg von Neuenbürg eine befestigte Höhensiedlung bestand. Wegen ihrer Lage abseits der fruchtbaren Muschelkalkböden wurde schon früh ein Zusammenhang mit den Eisenerzvorkommen vermutet. Der Nachweis gelang 1995/1996 mit der Untersuchung eines ca. zwei Kilometer vom Schlossberg entfernten Verhüttungsplatzes am „Schnaizteich“ bei Neuenbürg-Waldrennach.

       

      Ausgrabungen bei Neuenbürg

      Nach Ausgrabungen im oberen Schnaizteich bei Waldrennach befand sich 500 Jahre vor Christus das wohl bedeutendste eisenverarbeitende Zentrum der Kelten im mitteleuropäischen Raum. Das alte Neuenbürger Bergbaurevier musste nach den Funden zu den größten Eisenerzvorkommen und Eisenverhüttungsplätzen nördlich der Alpen gehört haben.

       

      Experimentelle Archäologie mit Rennfeueröfen

      Bedingt durch die einmaligen Erhaltungsbedingungen der keltischen Rennöfen bei Neuenbürg ließen sich originalgetreue Nachbildungen herstellen, mit denen sich Erkenntnisse über die Funktion der Öfen im archäologischen Experiment gewinnen lassen. Nach den Befunden der Grabungen wurde ein Ensemble aus Rennofen, Ambossstein und Holzkohlegrube beim Besucherbergwerk Frischglück nachgebaut. Es kann als Teil des vom Schloss zum Bergwerk führenden „Spectaculum-Ferrum-Pfades“ besichtigt werden und wird öfters auch experimentell betrieben.

      Infomaterialien

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      Neuenbürg

      Faltblatt „Keltische Eisenherstellung“

      Textquellen

      Faltblatt „Keltische Eisenherstellung“

      Neuffen: Vulkanrunde Gustav-Ströhmfeld-Weg

      Wandertour von Neuffen durch das Naturschutzgebiet Neuffener Heide, steil bergauf zur Burgruine des Hohenneuffen, wo eine traumhaften Fernsicht aufwartet. Auf dem Bergrücken geht es entlang der Kernzone des Biosphärengebietes zum ersten Vulkanschlot, der Molach, einer geologischen Besonderheit. Hier ist ein Maar (Teichbiotop) auf der ansonsten durch die Verkarstung eher wasserarmen Schwäbischen Alb entstanden.

      Ein gut gekennzeichneter Abstecher führt Sie nach ca. 1,5 km zum zweiten bemerkenswerten Vulkanschlot im ehemaligen Steinbruch direkt an der Neuffener Steige.

      Der Weg setzt sich entlang des Albtraufs fort – vorbei am Deckelesfelsen mit seiner wunderbaren Aussicht bis zum Schillingskreuz und weiter auf dem Gratweg zum Hörnle. Dort trifft man auf einen weiteren aufgelassenen, eindrucksvollen Steinbruch, der 1997 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. In diesem Steinbruch wurde bis 1975 Kalk- und Mergelgestein zur Zementherstellung abgebaut.

      Über den Sattelbogen führt die Strecke weiter zum Jusi, dem dritten Vulkanschlot, auf dem ein einmaliger Panoramablick ins Albvorland aufwartet.

      Von hier aus geht es durch die Streuobstwiesen wieder zurück nach Neuffen.

      Urach-Kirchheimer Vulkangebiet ("Der Schwäbische Vulkan")

      Quelle: Wikipedia

      Schwäbische Vulkan

      Der sogenannte Schwäbische Vulkan ist ein durch tertiärzeitliche vulkanische Aktivität geologisch beeinflusstes Gebiet auf dem Plateau des mittleren Abschnittes der Schwäbischen Alb und dessen nördlichem Vorland.

      In einem Umkreis von 56 km wurden dort bisher über 350 Vulkanschlote (Diatreme) identifiziert. Zahlreiche verborgene Schlote konnten nur mithilfe geophysikalischer Methoden kartiert werden. Da die vulkanischen Aktivitäten nur im Miozän (vor 17–11 Mio. Jahren) stattfanden, sind nach dieser langen Zeit Vulkanmerkmale nur noch in einigen Fällen wahrnehmbar, in noch weniger Fällen prägend für das Landschaftsbild und ganz selten sind Schlotspitzen an der Oberfläche sichtbar. Am „Scharnhauser Vulkanschlot“, rund 23 Kilometer nördlich des heutigen Albtraufs, wurden Gesteinsfragmente des Weißjura (Malm beta) vorgefunden, wo alle drei Jurastufen längst abgetragen sind. Im Miozän muss sich das Albplateau folglich noch bis kurz vor Stuttgart erstreckt haben.

      Landschaft

      Seit dem Erlöschen des Vulkanismus im Miozän ist es zu keinen weiteren Aktivitäten mehr gekommen. Nach dieser langen Zeit sind Vulkanmerkmale nur in einigen Fällen wahrnehmbar und in noch weniger Fällen prägend für das Erscheinungsbild der Landschaften. An der Oberfläche sichtbare Schlotspitzen sind selten. Rhenanische Erosion, Verwitterung und Abtragung des Reliefs des Albplateaus um bis zu 200 m, nördlich des heutigen Albtraufs oft 300 m oder mehr, haben die Tops der Vulkanschlote abgeräumt und die Landschaft überprägt. Ein Übriges haben menschliche Einflüsse bewirkt – Besiedlung, technisierte Landwirtschaft, extensive Flächennutzungen und Arbeitsmigration in das Vorland.

      Nach der Stilllegung der wenigen Vulkan-Steinbrüche die es gab, sind auch deren Spuren durch Bewuchs, Zerfall oder Zuschüttung verwischt. Die wasserstauenden Schlottuffeigenschaften sind für die Siedlungen der verkarsteten Schwäbischen Alb seit der flächendeckenden Albwasserversorgung ab 1870 unwichtig geworden. Im Alb-Vorland bildet das vulkanische Gestein oft kuppen- oder kegelförmige Erhebungen, weil die Mitteljura-Schichten weniger verwitterungs- und erosionsresistent als der Schlottuff sind. An den sonnenexponierten Hängen dieser Vulkanit-Härtlinge befinden sich oft Weingärten und Streuobstwiesen.

      Entstehung

      Die Vulkangänge entwickelten sich entlang tiefer, tektonisch zerrütteter Klüfte und Spalten, d. h. bevorzugt in tektonischen Schwächezonen (Täler und Karstklüfte). Die Wege erweiterten sich zu fast lotrecht verlaufenden Gängen und Durchschlagsröhren. Die Schlote weisen Durchmesser zwischen wenigen zehn Metern und 1,2 Kilometern auf. Die Tuffe bestehen vorwiegend aus meist sehr kleinen Lapilli, mit einem kristallinen Kern von Olivin oder Melilith, oder beiden (Mineralen), umgeben von einer Glashaut.

      Die ersten Vulkanaktivitäten dürften in vielen Fällen ähnlich abgelaufen sein:

      Mehr oder weniger zahlreiche Einzeleruptionen pro Schlot, mehrere Tage bis Monate dauernd. Ablagerung von Auswurfmaterial als Kraterwall und lateral über einige Kilometer, auch einige vulkanische Bomben. Es gab keine Lavaablagerungen. Die Spuren an den Oberflächen sind längst abgetragen. Die juvenilen Pyroklasten in den Schloten – Asche, Lapilli – und kantige sowie gerundete Xenolithe sind im Laufe der Zeit verdichtet und abgesackt (Herkunft der Xenolithe: Oberer Erdmantel, variszisches Grundgebirge, mesozoisches Deckgebirge).

      Heute liegen über den meisten Schloten dünne Jura-Deckschichten und darüber noch zumeist dünne, nährstoffarme Verwitterungsdecken, auf denen sich viele, diesen Verhältnissen gut angepasste Pflanzengemeinschaften angesiedelt haben: artenreiche Weidegräser, seltene, wertvolle Blumen wie z. B. Orchideen. Auf dem Albteil des Urach-Kirchheimer Vulkangebiets sind heute flächig ausgedehnte Buchenwälder prägend.

      Beim Durchschlagen der (grund-)wasserführenden Schichten kam es zu heftigen Wasserdampfexplosionen, die Trichter bildeten. Dabei stürzte ein Teil der Tuffe zusammen mit Trümmern der durchschlagenen Juradeckschichten in die Schlotöffnungen zurück, und infolge von Tuffentgasung sackten die Trichterfüllungen ab. In den oberen, unverfüllten Teilen der Trichter bildeten sich wassergefüllte Maare. Bei späteren Ausbrüchen weiteten sich Schlotgänge und führten zu weiteren Dampfexplosionen, bis das Wasser überall aufgebraucht war. Nach den sehr langen Prozessen von Abtragung, Verwitterung, Sedimentation und Kompaktion findet man heute Tuffite in den Schlotresten in geschichteter und ungeschichteter Form vor (Pyroklasten und Nicht-Pyroklasten). So werden die Reste noch heute vorgefunden.

      Im Fall der beiden Pseudo-Zeugenberge Jusi und Aichelberg hat Cloos bis zu 300 m große „Sinkschollen“ aus nicht mehr existierenden stratigraphisch höheren Juraschichten im Schlottuff festgestellt, die zwar mehr oder weniger zerrüttet, aber noch in ihrem ursprünglichen Schichtverband erhalten seien. Lorenz hat jedoch die von Cloos behauptete mechanische Genese dieser Sinkschollen – sie hätten sich langsam „aus ihrem ursprünglichen Gesteinsverbund“ gelöst und seien dann langsam im „aufsteigenden Gas-Aschen/Lapilli-Strom“ abgesunken – als unhaltbar verworfen. Wegen ihrer enormen Größe seien diese Schollen vielmehr in calderaartigen Erweiterungen der initialen Förderschlote ausgebrochen und dann mit abgesackt.

      Nur in einigen wenigen Vulkanschloten intrudierte in Nachschüben auch Magmaschmelze in schmalen Kanälen bis in die heutigen Aufschlussbereiche der Tuffe. Cloos beschreibt eine Intrusion im Jusi. Die Intrusionen enthalten viele verschiedene Mineralien, u. a. auch Olivin und Melilith. In der Geokarte sind 22 Eruptionspunkte mit massigen Olivin-Melilithen eingezeichnet.

      Der ursprünglich postulierte Zusammenhang zwischen Wärmeanomalie und dem Vulkanismus des Urach-Kirchheimer Gebiets (Thermalbäder von Beuren und Bad Urach) muss „auf andere Ursachen in erdgeschichtlich jüngerer Vergangenheit zurückgeführt werden.“

      Infomaterialien

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      Neuffen

      Kurzbeschreibung Vulkanrunde

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      Metzingen

      Flyer „Gustav-Ströhmfeld-Weg: Eine Reise durch die Landschaftsgeschichte“

      Neuhaus: Karstkundlicher Wanderpfad

      Auf etwa 12,5 Kilometern, die mit Grünpunkt markiert sind, eröffnet sich dem Wanderer die felsige, mit vielen Höhlen gezierte Landschaft der Fränkischen Alb im Westen des Amberg-Sulzbacher Landes.

      Die reizvolle Karstlandschaft birgt folgende Highlights: Maximiliansgrotte – Weißingkuppe – Steinerne Stadt – Vogelherdgrotte – Distelgrotte – Mysteriengrotte – Schlieraukapelle.

      Infomaterialien

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      Neuhaus

      Kasrtkundlicher Wanderpfad  – keine Infomaterialien vorhanden!

      Lembach (F): Dichterweg

      Neunkirchen: Hüttenweg

      Einst prägte das Neunkircher Eisenwerk das Stadtbild. Die erste Hütte gründete Graf Albrecht von Ottweiler 1593 im Bliestal. Mit der Übernahme durch die Familie Stumm zu Beginn des 19. Jh. wuchs sie stets und wurde unter deren berühmtesten Sohn Karl-Ferdinand Stumm zu einem mächtigen Unternehmen, das die gesamte Region prägte.

      Der Hüttenweg wurde 1991 eröffnet, wo über 150 Jahre das Herz der Stadt – das Neunkircher Eisenwerk oder die „Hütte“ – pulsierte. Heute geben nur noch Relikte einen Einblick in die Lebenswelt der Hüttenherren und Arbeiter.

      Bei der Neugestaltung des Geländes wurde großer Wert auf eine naturnahe Gestaltung gelegt, so dass zahlreiche Tiere und Pflanzen hier ein neues Zuhause gefunden haben. Neu angelegte Weiher, wie der Furpacher Gutsweiher oder auch der Heinitzer Weiher laden zum Verweilen ein – die Gastronomie sorgt an Ort und Stelle auch für das leibliche Wohl.

      Besucher erfahren auf dem Hüttenweg auch etwas über den Mann, der als Motor hinter der industriellen Entwicklung in Neunkirchen stand: Karl-Ferdinand Freiherr von Stumm.

      Wegstationen

      Beschreibungen siehe „Infomaterialien“

      Station 1: Stummsche Reithalle
      Station 2: Wasserturm
      Station 3: Hochofen II
      Station 4: Hochofen VI
      Station 5: Altes Gebläsehaus
      Station 6: Eisenstele
      Station 7: Hammergraben
      Station 8: Spitzbunker
      Station 9: Stummsche Kapelle
      Station 10: Parkweiher
      Station 11: Erbbegräbnisstätte
      Station 12: Hüttenschule

      Infomaterialien

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      Neunkirchen

      Broschüre „Hüttenweg“

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      Neunkirchen

      Lageplan „Hüttenweg“

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      Neunkirchen

      Infotafeln „Hüttenweg“

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      Neunkirchen

      Spurensuche Heinz Gillenberg